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"WE
PLAY THAT SONG AGAIN"
Zu seinem
dritten großen Clubtreffen in Folge lud der Eurovision Club Germany seine
Mitglieder und alle Freunde der Eurovision dieses Jahr am 9. November nach
Frechen bei Köln ein. Nach der immer wieder beliebten und dieses Mal besonders
reichhaltigen Plattenbörse ab 15:00 Uhr mit Kaffee & Kuchen öffneten sich
endlich die Türen zum Stadtsaal Frechen zum bunten Programm des Abends.
Zum
ersten Mal nun also ein richtiger Saal mit gepolsterten Stühlen und einer
richtigen professionellen Bühne, bunt geschmückt in den Nationalfarben des
Stargastes blau, weiß und rot und mit ausreichend Platz für die rund 230 Gäste.
Schon
erklang die allseits bekannte Eurovisionhymne und eine "opernhafte"
weibliche Stimme (die kannte man doch irgendwoher?) eröffnete das
Clubtreffen offiziell: "The third annual convention of the
Eurovision Club Germany is about to begiiiiiiin!"
Der
Vorhang ging auf, und es begrüßten uns zwei „Damen“, die mit „“grazilen“
Bewegungen à la Kessler Zwillinge das Publikum aufforderten: „Heute abend woll’n
wir tanzen geh’n“.

Eine der
"Damen" begann dann mit einer Showeinlage, nennen wir es einmal „I
wanna... auf
links“. Hatte sich Marie N von einem Mann zu einer Frau verwandelt, so zeigte
uns unser Clubpräsident Michael Sonneck, dass man sich mindestens genauso
eindrucksvoll von einer (zugegeben recht seltsamen) Frau in einen Mann
verwandeln kann. Frenetischer Beifall für die witzige Idee war die Folge.

Dann
stürmten die Hauptmoderatoren des Abends die Bühne: Wie schon in den
vergangenen Jahren war dies zu unser aller Freude Heppi und erstmals mit dabei
und nicht weniger wunderbar) Sascha Korf, Schauspieler, Moderator und Mitglied
des Improvisationstheaters "Frizzles".
Das erste
große Ereignis des Clubtreffens war nun der Karaokewettbewerb, auch in diesem
Jahr wieder moderiert von Heppi. 10 mutige Interpreten brachten uns 7 Beiträge
zu Gehör.
Wie schon
im letzten Jahr sollte auch dieses Mal die Wertung als „Ländersache“
stattfinden. Dem Saalpublikum wurde das Warten auf die Wertung durch zwei
„Kult-Pausenacts“ verkürzt, die es wirklich in sich hatten. Heppi brachte eine
besondere Interpretation von „Riverdance“ (man hatte zum Schluss wirklich
Angst, dass ihm die Luft wegblieb!) und Bernd Ochs und Julia Peukert
ließen das „Ehepaar Trautz“ wieder auferstehen, die 1969 & 1973 als
VE-Pausenfüller fungierten.

Zur
Wertung verwandelten sich die beiden Moderatoren
blitzschnell in bereits zum Kult gewordene „Punktedurchsager“ der einzelnen
Länder, wie z.B. Colin Berry aus dem Vereinigten Königreich, Nena im Vollrausch
und Blondie Belen aus Spanien. Ihre unglaubliche Treffsicherheit wurde mit
Gejubel und Gelächter belohnt.

Fast gingen dabei die einzelnen Wertungen unter,
aber am Ende standen „Die Flotten Drei“ alias Mirko & Patrick
Buljan mit Jasmin Mohm und "Samo ljubezen" als Sieger fest.

Nach der
Pause mit dem Abendessen leitete Heppi das Abendprogramm ein mit „Das tut unheimlich
weh“, stimmsicherer und besser als das Original. Das Ehrenmitglied des ECG, Herr
Dr. Jürgen Meier-Beer, gab anschließend einige sehr interessante Informationen
zur kommenden Vorentscheidung 2003 in Kiel.
Es sollte
nun ein weiterer Höhepunkt des Programms folgen. Nach einer Idee von Rainer
Nurtsch hatte Michael Sonneck sich wieder einmal ein kleines Musical ausgedacht,
welches diesmal den verheißungsvollen Titel „Dinle oder Wunder gibt es immer
wieder“ trug.
Die
Geschichte beginnt in einer zwar durchaus bemühten, aber doch den allgemeinen
Kostenrahmen sprengenden Arztpraxis. Kurz vor der drohenden Schließung bringt
eine gute Fee (Heppi) dem Arzt (Michael Sonneck) und seiner Sprechstundenhilfe
(Michael Blesser) ein Wundermittel namens „Dinle“.

Mit dieser Wunderspritze
geschehen dann auch einige Wunder – die Patienten (allesamt schwerstens
Grand-Prix-geschädigt) strömen ab sofort in die Praxis, um sich durch „Dinle“
von ihren Leiden erlösen zu lassen. Da kann der kleine Johnny Blue (großartig
Heppi) plötzlich wieder sehen, sehr zur Freude seiner Mutter (Bernd Ochs), die
zuvor tränenreich das Schicksal ihres geliebten Kindes beklagt hat („Er wuchs
auf ohne Freunde....“). Die Herzkrankheit von Lulu alias Minouche („Komm
näher, mein Herz hat bestimmt einen Fehler“) kann ebenso durch „Dinle“ geheilt
werden wie die Trunksucht von Alla Pugacheva (grandios Peter Bergener), die
durch „Dinle“ wieder „Energy“ bekommt.

Selbst die Bauchschmerzen von Cleopatra
(„Olou tou kosmou i elpida“) bekommt der Doktor nach gründlicher Untersuchung
durch „Dinle“ in den Griff, eine Untersuchung, von der die Dame (Bernd Ochs) gar
nicht genug bekommen kann („Ooh,aah, just a little bit more!“). Durch die
Wunderspritze verwandelt sie sich gar in Ireen Sheer (Minouche), die uns
allen aus einer riesigen Streichholzschachtel „Feuer“ gibt. Der Rubel rollt, und
die Praxis ist gerettet ! Ja, es reicht sogar noch für einen tollen Urlaub. Aber
wohin soll es gehen? „Venedig im Regen“ und „Colorado“ finden nicht so den
rechten Anklang. Da führt den Doktor und seine Sprechstundenhilfe eine finnische
Tourismusexpertin auf den rechten Weg. „Fahr doch mal nach Lapponia“ meint Peter
Bergener und schließt noch einen gekonnten Mix aus „Tom,Tom,Tom“, „Katsoen
sineen taivaan“ und „La dolce vita“ an. Wer kann da noch nein sagen! Und unter
den Klängen von „Fly on the wings of love“ macht man sich auf die Reise.

Donnernder Applaus belohnte die Mitwirkenden dieses Musicals. Der
Saal tobte und verlangte lautstark nach einer Zugabe. Aber es wurde Zeit für den
Auftritt zweier Interpreten des Europride Song Contest 2002, Juval und Cem.
Juval interpretierte eine wunderschöne, eigenwillige Ballade auf Hebräisch und
Cem sang zwei Up-Tempo-Titel auf Türkisch. Und schon drängten die nächsten auf
die Bühne! Es war die erste schwule Boygroup „Marilyn´s Boys“, die erst im
August gecastet worden waren. Bei uns stellten sie ihre erste Single „I give you
the stars“ vor, zunächst in der Singleversion, später dann in einer
Live-Version, begleitet von Jeremy am Flügel. Dann präsentierten sie noch eine
Live-Piano-Version von Abba's "The winner takes it all"!

Was wäre
ein Clubtreffen ohne Quiz? Dieses Mal wurde allerdings mal kein Spezialwissen
abgefragt, sondern Sascha Korf suchte sich internationale Teilnehmer aus dem
Publikum, die bekannte Grand-Prix-Titel pantomimisch nachstellen mussten, was
einige Heiterkeit im Saal erzeugte. Der Sieger konnte schließlich als Preis eine
T.O.M. mit den Autogrammen aller Tallinn-Teilnehmer in Empfang nehmen konnte. Da
wird wohl mancher ganz neidisch geworden sein!
Wozu hat
man ein solch geniales Moderatorenpaar wie Heppi und Sascha Korf, wenn man
diesen nicht auch noch Gelegenheit gibt, selbst ein Highlight des Programms zu
bieten? Es folgte nämlich eine sogenannte Improvisation:
Ausgehend
von der Basissituation „Kroatische Sängerin soll beim ESC nach dem Wunsch des
Komponisten in ein grünes Spannbetttuch springen“, stellten die beiden nun diese
Situation auf Zuruf des Publikums in verschiedenen Emotionen dar:
Wut,
Trauer, Geilheit, Kleptomanie, Schizophrenie ( "Ich bin's, die Gruppe
Wind") wurden u.a. vom Publikum gefordert,
und wie die beiden das jeweils umsetzen, da blieb im Saal kein Auge trocken!

Doch dann
endlich war die Zeit für DEN Stargast des Abends gekommen, niemand geringeren
als Nicki French, die sich zuvor schon eine Zeit als Zuschauerin im Saal
aufgehalten hatte. Sie ist großer Fan des ESC und war die britsche Vertreterin
2000 in Stockholm mit „Don´t play that song again“. Die Bühne stürmte sie mit
„Is anybody out there“, und sofort sprangen viele auf und machten begeistert
mit. Danach sang sie ihren größten Charterfolg „Total eclipse of the heart“ und
ließ auch „It´s raining men“ nicht aus. Ein Höhepunkt ihres Auftritts war sicher
das Grand-Prix-Medley (absolut genial) und ihr Lied vom ESC 2000. Als letzten Song präsentierte Nicki
„That´s what friends are for“, und so manches Auge wurde feucht. Dazu lud sie
fast das halbe Saalpublikum zu sich auf die Bühne ein. Wir ließen sie natürlich
nicht gehen, ohne nach weiteren Zugaben noch einmal „Total eclipse of the heart“ gehört und mitgetanzt
zu haben.

Nach
diesem grandiosen Auftritt blieb unserem Präsidenten Michael nur noch übrig,
sich bei allen zu bedanken, die am Zustandekommen des Clubtreffens beteiligt
waren.
Viel zu
schnell fand das ECG-Clubtreffen ein offizielles Ende, deutlich gemacht mit
„Europe´s living a celebration“, gesungen von allen Mitwirkenden und dem
gesamten Publikum. Weitergesungen und getanzt wurde auf der anschließenden
Eurodisco bis... ziemlich früh. Selbst hier hielt Nicki noch mit und war am Ende
kaum von der Tanzfläche zu bekommen. Jeder, wirklich jeder war begeistert von
dem einzigartigen Programm und manche hätten sich am liebsten sofort wieder für
das nächste Jahr angemeldet.
(Text:
Anke Jonschker / Fotos: Ivor Lytte - EuroSongNews)
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