Austragungsort des
57. ESC war Baku, die Hauptstadt
Aserbaidschans. Der vom Präsidenten Ilham Aliyev autokratisch regierte
Öl-Staat am Kaspischen Meer ist seit 2007 offizielles Mitglieder der EBU
(European Broadcasting Union).
Insgesamt 42 Länder
entsandten ihre Vertreter nach Baku, nachdem Armenien, mit
dem sich Aserbaidschan immer noch offiziell im Status des
"Wallenstillstand" befindet, quasi in letzter Minute die Teilnahme
abgesagt hatte. Nicht dabei waren Tschechien (Lt. Äußerungen eines
Verantwortlichen des Senders CT bestehe in der tschechischen Bevölkerung
kaum Interesse am ESC.), Polen (offiziell wegen der Durchführung
der Fußball-EM in Polen und der Ukraine sowie der Sommerolympiade in
London und der Übertragung beider Großveranstaltungen) und Andorra
(Austritt aus der EBU), wieder dabei war Montenegro.
Da der
Vorjahressieger und Gastgeber Aserbaidschan zusammen mit den BIG 5
(Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Ver. Königreich als
größte Geldgeber der EBU) automatisch für das Finale gesetzt war, gab
es dieses Mal 26 Finalisten. Die übrigen 36 Länder wurden auf die
beiden Semifinale (je 18) verteilt. (zur Auslosung s.u.)
Die von der
Bayerischen Alpine Bau AG neu erbaute Baku Crystal Hall
war
Austragungsort
des ESC. Beim ESC konnten rund 16.000 Zuschauer live dabei sein. Diese
Arena wurde an zentraler Stelle in der Nähe des Flaggenplatzes gebaut.
Präsident Aliyev hatte ein spezielles Komitee
eingesetzt zur Planung des ESC in Baku. In diesem Komitee fanden sich
wichtige und einflussreiche Persönlichkeiten der Regierung, der
Geschäftswelt und des aserischen Fernsehens. Vorsitzende des Komitees
war die Präsidentengattin Mehriban Aliyev.
Die
Tochter einer reichen Gelehrtenfamilie studierte in Baku Medizin und
leitet heute eine Reihe von Wohltätigkeitsorganisationen. Ihre zweite
Leidenschaft heißt Rhythmische Sportgymnastik. Mehriban Aliyev hatte
wesentlichen Anteil daran, die Weltmeisterschaft 2005 in ihre Heimat zu
holen. Sie ist außerdem Unesco-Botschafterin.
Die
aserbaidschanische Regierung hatte in einem Schreiben an die EBU Sicherheitsgarantien abgegeben für alle anreisenden ESC-Delegationen, die Presse und die Fans. Es wurde außerdem das Recht
auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit garantiert.
Unter dem offiziellen
Titel 'Host City Insignia Exchange' fand am 25. Januar 2012 im
Buta Palast in Baku die offizielle Schlüsselübergabe
zwischen
den Gastgeberstädten
des Eurovision Song Contest statt. Düsseldorfs
Oberbürgermeister Dirk Elbers überreichte seinem Amtskollegen aus Baku,
Hajibala Abutalibov, den großen Schlüsselbund mit den Insignien der
vorherigen ESC-Gastgeberstädte. Im Rahmen der feierlichen Zeremonie
überreichte er zudem den Schlüsselanhänger Düsseldorfs als ESC-Stadt
2011 in Form des Rheinturms. Das Symbol wurde vom Düsseldorfer Künstler
Jacques Tilly entworfen und stellt das markante Aushängeschild der
Skyline in der Landeshauptstadt dar.
"Wir haben im letzten Jahr mit dem ESC in Düsseldorf ein großartiges
Musikfest erlebt und uns als gute
Gastgeber präsentiert.
Ich wünsche Baku, dass der Eurovision Song Contest 2012 ein Erfolg wird und die Menschen viel Freude und Spaß dabei
haben", sagte Oberbürgermeister Dirk Elbers bei der Schlüsselübergabe im
Buta Palast. Hajibala Abutalibov bedankte sich beim Düsseldorfer
Oberbürgermeister.
Im Rahmen der Feier
wurde auch das Motto des diesjährigen ESC verkündet: "Light your fire!"
Aserbaidschan wird wegen seiner Ölvorkommen als "Land des Feuers"
bezeichnet, und das Symbol von Feuer und Flammen wird landauf, landab
benutzt
.
"Von Anbeginn der
Zeit kamen Menschen um das Feuer herum zusammen, um miteinander zu
kommunizieren, Geschichten zu erzählen, zu singen und zu tanzen. Der ESC
ist das Ereignis, wo Menschen zusammen kommen, um zu feiern und durch
Gesang und Tanz miteinander zu kommunizieren", so die Erklärung der
Schöpfer des Mottos und des Sublogos.
Neben Auftritten von
ESC-Größen wie Ruslana, Safura, Lena, Alexander Rybak und natürlich Ell
& Nikki wurde ausgelost, in welchem Semifinale die einzelnen Länder
starten: Aus insgesamt 6 Töpfen, in die die Teilnehmerländer nach
bisherigem Abstimmungsverhalten aufgeteilt worden waren, wurden die
Länder jeweils der ersten bzw. zweiten Hälfte des jeweiligen
Semifinales zugelost. Wertungsberechtigt im 1. Semifinale
sind:
Italien, Aserbaidschan, Spanien, im 2. Semifinale:
Ver. Königreich, Frankreich, Deutschland (auf eigenen Wunsch).
Die EBU-Reference
Group hatte beschlossen, ab 2012 das Voting wieder erst nach dem letzten
Beitrag zu eröffnen. Analysen hätten ergeben, dass ohnehin die meisten
Zuschauer erst dann zum Telefon greifen. Außerdem sei die Einblendung
der Telefonnummern während der Vorträge störend.
Offizieller
Produktionspartner war die deutsche Brainpool GmbH, die sich mit
der ausgezeichneten Produktion des ESC in Düsseldorf empfohlen hat.
Unter den Hauptsponsoren fand sich auch wieder Schwarzkopf.
Adil Kerimli, der Produzent des ESC 2012 im Namen des
verantwortlichen Senders Ictimai TV äußerte sich folgendermaßen: "Wir
arbeiten sehr ernsthaft an der Vorbereitung der Shows im Mai. Und wir
haben großartige Partner an unserer Seite. Auch wenn ein Großteil der
TV-Shows durch die deutschen Firma Brainpool produziert wird, wird es
sicher eine starke aserbaidschanische Komponente geben."
Der Vorjahressieger Eldar
Gasimov
moderierte alle 3 Shows zusammen mit Leyla Alieva und Nargiz Birk-Petersen.

Leyla ist seit der
Gründung des TV-Senders Ictimai eine bekannte und erfolgreiche TV-Moderatorin. Sie moderiert
außerdem verschiedene Galas, sie gibt ein Modemagazin heraus und engagiert sich
außerdem bei Wohltätigkeitsprojekten.

Nargiz machte ihre
ersten TV-Erfahrungen bereits mit 16 Jahren, sie arbeitete während ihres Studiums als
Reporterin für ein englischsprachiges Studenten-programm der Khazar Universität .
Später studierte sie Jura in den USA und arbeitete als Model.
Die Eröffnungs- und Pausenacts der 3 Shows wurden zum Teil von Künstlern aus Aserbaidschan bestritten und
zum Teil von ausländischen Interpreten. So traten im Intervall-Act des 2. Semifinale die ehemaligen Sieger Maria Serifovic, Dima
Bilan, Alexander Rybak, Lena und Ell & Nikki auf, außerdem bestritten die
Intervall-Acts: die Mugham-Legende Alim Gasimov,
die Natiq Rhythm Band, das nationale Tanz-Ensemble Aserbaidschans und der Sänger
und Komponist Emin.
Die deutsche Finalwertung
wurde von Anke Engelke von der Reeperbahn verlesen. Die deutsche Jury
bestand aus Anke Engelke, Tim Bendzko, Mieze Katz, Ben und Sabine
Heinrich, nähere Informationen
hier. In der französischen Jury saß u.a.
Corinne Hermès, Siegerin von 1983.

Die Wertung der
deutschen Jury hier
Die Zuschauerquote in der ARD
betrug 8.29 Mio. Thomas Schreiber (ARD-Unterhaltungskoordinator) und Lutz
Marmor (NDR-Intendant) äußerten sich sehr zufrieden.
Hier die
offiziellen Zahlen und Stellungnahmen.
Der 58. ESC wird am 18. Mai 2013 (Halbfinale am 14. und 16. Mai) in
Schweden stattfinden. Zeitnahe Informationen gibt es
hier.