11. Eurovision Song Contest 1966

 

Datum: 18. März 1966 

Ort:   Luxemburg - Luxemburg

Pausenact: Les Haricots Rouges

Voting:   10 Juroren pro Land / Jeder Juror bewertet alle Lieder, die besten 3 Lieder bekommen jeweils die Punkte 5-3-1 

 

 

 

 

Halle:  Grand Auditoire du

Télé-Luxembourg

   

    Moderation: Josiane Shen

 

 

 

                          

         SIEGER :

 

      

 

ÖSTERREICH

 

             UDO JÜRGENS       

 

  "Merci Chérie" 

                                  

       

                   Musik:  Udo Jürgens 

 

                   Text:    Udo Jürgens & 

             Thomas  Hörbiger 

 


Merci, merci, merci
Für die Stunden, Chérie, Chérie, Chérie
Uns're Liebe war schön, so schön
Merci Chérie
Sei nicht traurig, muß ich auch von dir geh'n

 

Adieu, adieu, adieu
Deine Tränen tun weh, so weh, so weh
Unser Traum fliegt dahin, dahin
Merci Chérie
Weine nicht, auch das hat so seinen Sinn

 

Schau nach vorn, nicht zurück
Zwingen kann man kein Glück
Denn kein Meer ist so wild wie die Liebe
Die Liebe allein
Nur die kann so sein
So sein, so sein

 

Merci, merci, merci
Für die Stunden, Chérie, Chérie, Chérie
Uns're Liebe war schön, so schön
Merci Chérie
So schön, so schön
Merci Chérie
So schön, so schön
Merci Chérie
Merci

 

 

 

 

 

REIF FÜR DEN SIEG

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Perspektiven für kommerzielle Titel verbesserten sich nach dem Sieg von France Gall enorm: Sie wurden konkurrenzfähig und mussten sich nicht mehr mit guten Platzierungen zufrieden geben. Die musikalische Angebotspalette wurde dadurch vielseitiger und der Stellenwert des Wettbewerbs ein bisschen angehoben. Um so erstaunlicher war die Tatsache, dass von den 18 gemeldeten Beiträgen für das Finale des Song Contests 1966 in Luxemburg die meisten nach den traditionellen Klischees des Grand Prix Eurovision gefertigt wurden.

Margot Eskens durfte als Erste auf die Bühne. Die in Düren geborene Interpretin gehörte seit Mitte der 50er Jahre zu den etablierten Schlagersängerinnen Deutschlands. Dank ihrer großen Erfolge wurde sie von den Verantwortlichen des deutschen Fernsehens für den Grand Prix 1966 nominiert. "Die Zeiger der Uhr" als Symbol für den Verlauf des Lebens war eine traurige Ballade über das Leiden einer Frau durch die Erinnerungen an ihren Geliebten. Bekanntlich hatten die Juroren aber kein Mitleid mit verlassenen Frauen und gebrochenen Herzen und setzten diesen Beitrag auf den 10. Rang, gemeinsam mit der für Luxemburg startenden Französin Michèle Torr, die den ganzen Abend umsonst auf ihren Geliebten warten wollte (Çe soir je t´attendais – Heute Abend habe ich auf dich gewartet) -  und gemeinsam mit der finnischen Interpretin Ann–Christine Nystroem, die auf ganz witzige Art und Weise ein Lied über einen Playboy vortrug. Dieser Song stammte von Ossi Runne, der anschließend bis 1989 als Dirigent für Finnland am Pult stand.

Die Tanzeinlage des dänischen Titels wurde auch nur mit dem vierzehnten Platz belohnt. Das Lied mochte zwar sehr fröhlich sein, aber das Tanzpaar, das die Sängerin Ulla Pia begleitete, wirkte im Vergleich zu den damaligen Standards sehr amateurhaft. Nach dieser Teilnahme kehrte das dänische Fernsehen dem Song Contest den Rücken. Erst 1978 nahmen die Dänen wieder teil.

Die belgische Sängerin Tonia versuchte mit ein bisschen Pfeffer und ein bisschen Salz (Un peu de poivre, un peu de sel) den ersten Sieg für Belgien zu erringen. Dieser Titel war allerdings der einzige, der sich an den Qualitäten des Siegertitels des Vorjahres messen konnte. Fetzig, fröhlich und rhythmisch. Es reichte jedoch nur zum vierten Platz, der aber bis 1978 die beste Platzierung des Landes darstellte. Tonia nahm 1973 an der deutschen Vorentscheidung teil. Ihr Titel "Sebastian" wurde von Gitte nur ganz knapp geschlagen.

"Nichts Neues unter der Sonne" (Intet er nytt under solen) hieß der Titel des norwegischen Königreichs. Der anspruchsvollste Titel des Abends, vorgetragen von der jungen Sängerin Åse Kleveland, Kultusministerin ihres Landes in den 90er Jahren und Grand-Prix-Moderatorin von 1986. Es war ein melancholisches Lied, das durch die tiefe Stimme und Ausdrucksstärke seiner Interpretin noch mehr an Gewicht gewann und auf dem dritten Platz landete. Dies sollte bis 1985 die beste Platzierung eines norwegischen Beitrags werden.

Chancenlos auf die vorderen Plätze waren Madalena Iglesias aus Portugal wie auch Tereza aus Monaco, Milly Scott mit ihren beiden Gitarristen aus den Niederlanden und Dominique Walter aus Frankreich. Auch für Lill Lindfors & Svante Thuresson aus Schweden schien es aussichtslos zu sein. Dank einer denkwürdigen Wertung landeten sie mit dem jazzigen Lied "Nygammal Vals"  - ein Lied über eine Schweineherde - auf dem zweiten Platz. Lill Lindfors wurde im gleichen Jahr Fünfte bei den deutschen Schlagerfestspielen mit dem Titel „Es könnte Liebe sein“.

Domenico Modugno aus Italien nahm bereits zum dritten Mal teil, und er sorgte für Aufregung, als er mit sofortiger Abreise drohte, weil das Neuarrangement seines Songs "Dio, come ti amo" für regelwidrig erklärt wurde. Der Vorfall ereignete sich während der Generalprobe. Es bleibt noch immer ein Rätsel, wieso dieser Titel keinen einzigen Punkt erhielt, da sein kommerzieller Erfolg garantiert war.

Udo Jürgens aus Österreich konnte auch zwei weitere Teilnahmen vorweisen, bei denen er genauso erfolgreich war wie sein Kollege Modugno. Aber während der Superstar aus Italien "die Rote Laterne" des Wettbewerbs 1966 bildete, feierte Udo Jürgens den größten Triumph seiner großartigen Karriere. Mit "Merci Chérie" kam er endlich zum erhofften Sieg - ein Sieg der kleinen Schritte, dessen Vorbereitungen schon 1964 anliefen. Udo Jürgens bedankte sich dementsprechend bei den Juroren für seinen "lange fälligen" Sieg mit "Merci Jurys".

 

(Apostolos Gussios)

 

 

 

Die Teilnehmer 

 

 

 

1.

DEUTSCHLAND

Margot Eskens

Die Zeiger der Uhr  

2.

DÄNEMARK

Ulla Pia

Stop - mens legen er go”

3.

BELGIEN

 Tonia

Un peu de poivre, un peu de sel

4.

LUXEMBURG

Michèle Torr

Ce soir je t'attendais”

M.: Walter Dobschinski

T.: Hans Bradke

D.: Willy Berking

M.: Erik Kaare

T.: Erik Kaare

D.: Arne Lamberth

M.: Paul Quintens

T.: Philippe van Cauwenbergh

D.: Jean Rodères  

M.: Bernard Kesslair

T.: Jacques Chaumelle

D.: Jean Rodères

Platz: 

10

Punkte: 

7

Platz: 

14

Punkte: 

4

Platz: 

4

Punkte: 

14

Platz: 

10

Punkte: 

7

 

 

5.

JUGOSLAWIEN

Berta Ambroz

 „Brez besed

6.

NORWEGEN

Åse Kleveland

„Intet er nytt under solen”

7.

FINNLAND

Ann Christine Nystroem

Play Boy”

8.

PORTUGAL

Madalena Iglesias

Ele e ela

M.:  Mojmir Sepe

T.: Elza Budav

D.: Mojmir Sepe

M.: Arne Bendiksen

T.: Arne Bendiksen

D.: Øivind Bergh

M.: Ossi Runne

T.: Ossi Runne

D.: Ossi Runne

M.: Carlos Canhelas

T.: Carlos Canhelas

D.: Jorge Costa Pinto

Platz: 

7

Punkte: 

9

Platz: 

3

Punkte: 

15

Platz: 

10

Punkte: 

7

Platz: 

13

Punkte: 

6

                         

 

9.

ÖSTERREICH 

Udo Jürgens

„Merci Chérie 

10.

SCHWEDEN

Lill Lindfors

Nygammal vals-eller hip man svinaherde

11.

SPANIEN

Rafael

Yo soy aquel”

12.

SCHWEIZ

Madeleine Pascal

   „Ne vois-tu pas?  

M.: Udo Jürgens

T.:  Udo Jürgens & Thomas Hörbiger

D.: Hans Hammerschmid

M.: Bengt Arne Wallin

T.: Björn Lindroth

D.: Gert Ove Andersson

M.: Manuel Alejandro

T.: Manuel Alejandro

D.: Rafael Ibarbia

M.: Pierre Brenner  

T.: Roland Schweizer

D.: Jean Rodères

Platz: 

1

Punkte: 

31

Platz: 

2

Punkte: 

16

Platz: 

7

Punkte: 

9

Platz: 

6

Punkte: 

12

                                                             

 

13.

MONACO

Tereza

„Bien plus fort

14.

ITALIEN

Domenico Modugno

Dio come ti amo”

15.

FRANKREICH

Dominique Walter

„Chez nous

16.

NIEDERLANDE

Milly Scott

„Fernando en Philippo”

M.: Gerard Bourgeois

T.: Jean-Max Rivière

D.: Alain Goraguer

M.: Domenico Modugno

T.: Domenico Modugno

D. : Angelo Giacomazzi

M.: Claude Carrère

T.: Jacques Plante

D.: Franck Pourcel

M.: Kees de Bruyn

T.: Gerrit den Braber

D.: Dolf van der Linden

Platz: 

17

Punkte: 

0

Platz: 

17

Punkte: 

0

Platz: 

16

Punkte: 

1

Platz: 

15

Punkte: 

2

 

 

17.

IRLAND

Dickie Rock

„Come back to stay”

18.

VER. KÖNIGREICH

Kenneth McKellar

„A man without love

M.: Rowland Soper

T.: Rowland Soper

D.: Noel Kelehan

M.: Cyril Ornadel

T.:  Peter Callander

D.: Harry Rabinowitz

Platz: 

4

Punkte: 

14

Platz: 

9

Punkte: 

8

 

 

 

Die Wertung 

 

 

             

             

  DE DK BE LU YU NO FI PT AT SE ES CH MC IT FR NL IE GB Pkt. Pl.
Deutschland     1                 5   1         7 10
Dänemark           1 3                       4 14
Belgien 5             3   1           5     14 4
Luxemburg                 1 5         1       7 10
Jugoslawien 3           1                     5 9 7
Norwegen 1               3 3 3     5         15 3
Finnland   3       3                   1     7 10
Portugal   1                 5               6 13
Österreich     5 5 5     1     1 3 5 3 3       31 1
Schweden   5       5 5         1             16 2
Spanien         1     5                   3 9 7
Schweiz       1         5       3       3   12 6
Monaco                                     0 17
Italien                                     0 17
Frankreich                         1           1 16
Niederlande                                 1 1 2 15
Irland     3   3                   5 3     14 4
Ver.Königreich       3                         5   8 9
Niederlande                                 1 1 2 15
Irland     3   3                   5 3     14 4
Ver.Königreich       3                         5   8 9

 

 

France Gall & Udo Jürgens