ECG-Clubtreffen 2002


"WE PLAY THAT SONG AGAIN"

 

Zu seinem dritten großen Clubtreffen in Folge lud der Eurovision Club Germany seine Mitglieder und alle Freunde der Eurovision dieses Jahr am 9. November nach Frechen bei Köln ein. Nach der immer wieder beliebten und dieses Mal besonders reichhaltigen Plattenbörse ab 15:00 Uhr mit Kaffee & Kuchen öffneten sich endlich die Türen zum Stadtsaal Frechen zum bunten Programm des Abends.

Zum ersten Mal nun also ein richtiger Saal mit gepolsterten Stühlen und einer richtigen professionellen Bühne, bunt geschmückt in den Nationalfarben des Stargastes blau, weiß und rot und mit ausreichend Platz für die rund 230 Gäste.

Schon erklang die allseits bekannte Eurovisionhymne und eine "opernhafte" weibliche Stimme (die kannte man doch irgendwoher?) eröffnete das Clubtreffen offiziell: "The third annual convention of the Eurovision Club Germany is about to begiiiiiiin!" 

Der Vorhang ging auf, und es begrüßten uns zwei „Damen“, die mit „“grazilen“ Bewegungen à la Kessler Zwillinge das Publikum aufforderten: „Heute abend woll’n wir tanzen geh’n“.

 

 

Eine der "Damen" begann dann mit einer Showeinlage, nennen wir es einmal „I wanna... auf links“. Hatte sich Marie N von einem Mann zu einer Frau verwandelt, so zeigte uns unser Clubpräsident Michael Sonneck, dass man sich mindestens genauso eindrucksvoll von einer (zugegeben recht seltsamen) Frau in einen Mann verwandeln kann. Frenetischer Beifall für die witzige Idee war die Folge.

 

     Michael

 

 

Heppi 02Sascha 02

Dann stürmten die Hauptmoderatoren des Abends die Bühne: Wie schon in den vergangenen Jahren war dies zu unser aller Freude Heppi Herrlich und erstmals mit dabei und nicht weniger wunderbar) Sascha Korf, Schauspieler, Moderator und Mitglied des Improvisationstheaters "Frizzles".  

 

 

 

 

 

 

Das erste große Ereignis des Clubtreffens war nun der Karaokewettbewerb, auch in diesem Jahr wieder moderiert von Heppi. Zehn mutige Interpreten brachten uns sieben Beiträge zu Gehör.

Wie schon im letzten Jahr sollte auch dieses Mal die Wertung als „Ländersache“ stattfinden. Dem Saalpublikum wurde das Warten auf die Wertung durch zwei „Kult-Pausenacts“ verkürzt, die es wirklich in sich hatten. Heppi brachte eine besondere Interpretation von „Riverdance“ (man hatte zum Schluss wirklich Angst, dass ihm die Luft wegblieb!) und Bernd Ochs und Julia ließen das „Ehepaar Trautz“ wieder auferstehen, die 1969 & 1973 als VE-Pausenfüller fungierten.

 

 Riverdance   Riverdance 2  

 

Zur Wertung verwandelten sich die beiden Moderatoren blitzschnell in bereits zum Kult gewordene „Punktedurchsager“ der einzelnen Länder, wie z.B. Colin Berry aus dem Vereinigten Königreich, Nena im Vollrausch und Blondie Belen aus Spanien. Ihre unglaubliche Treffsicherheit wurde mit Gejubel und Gelächter belohnt. 

 

Belen  Belen 2  Belen 3

 

Fast gingen dabei die einzelnen Wertungen unter, aber am Ende standen „Die Flotten Drei“  alias Mirko & Patrick Buljan mit Jasmin Mohm und "Samo ljubezen" als Sieger fest.

 

 

Nach der Pause mit dem Abendessen leitete Heppi das Abendprogramm ein mit „Das tut unheimlich weh“, stimmsicherer und besser als das Original. Das Ehrenmitglied des ECG, Herr Dr. Jürgen Meier-Beer, gab anschließend einige sehr interessante Informationen zur kommenden Vorentscheidung 2003 in Kiel.

 

Es sollte nun ein weiterer Höhepunkt des Programms folgen. Nach einer Idee von Rainer Nurtsch hatte Michael Sonneck sich wieder einmal ein kleines Musical ausgedacht, welches diesmal den verheißungsvollen Titel „Dinle oder Wunder gibt es immer wieder“ trug.

Die Geschichte beginnt in einer zwar durchaus bemühten, aber doch den allgemeinen Kostenrahmen sprengenden Arztpraxis. Kurz vor der drohenden Schließung bringt eine gute Fee (Heppi) dem Arzt (Michael Sonneck) und seiner Sprechstundenhilfe (Michael Blesser) ein Wundermittel namens „Dinle“.

 

Dinle 1    Dinle 2

 

Mit dieser Wunderspritze geschehen dann auch einige Wunder – die Patienten (allesamt schwerstens ESC-geschädigt) strömen ab sofort in die Praxis, um sich durch „Dinle“ von ihren Leiden erlösen zu lassen. Da kann der kleine Johnny Blue (großartig Heppi) plötzlich wieder sehen, sehr zur Freude seiner Mutter (Bernd Ochs), die zuvor tränenreich das Schicksal ihres geliebten Kindes beklagt hat („Er wuchs auf ohne Freunde....“). Die Herzkrankheit von Lulu alias Minouche („Komm näher, mein Herz hat bestimmt einen Fehler“) kann ebenso durch „Dinle“ geheilt werden wie die Trunksucht von Alla Pugacheva (grandios Peter Bergener), die durch „Dinle“ wieder „Energy“ bekommt. 

 

  Dinle 6   

 

Selbst die Bauchschmerzen von Cleopatra („Olou tou kosmou i elpida“) bekommt der Doktor nach gründlicher Untersuchung durch „Dinle“ in den Griff, eine Untersuchung, von der die Dame (Bernd Ochs) gar nicht genug bekommen kann („Ooh,aah, just a little bit more!“). Durch die Wunderspritze verwandelt sie sich gar in Ireen Sheer (Minouche), die uns allen aus einer riesigen Streichholzschachtel „Feuer“ gibt. Der Rubel rollt, und die Praxis ist gerettet ! Ja, es reicht sogar noch für einen tollen Urlaub. Aber wohin soll es gehen? „Venedig im Regen“ und „Colorado“ finden nicht so den rechten Anklang. Da führt den Doktor und seine Sprechstundenhilfe eine finnische Tourismusexpertin auf den rechten Weg. „Fahr doch mal nach Lapponia“ meint Peter Bergener und schließt noch einen gekonnten Mix aus „Tom,Tom,Tom“, „Katsoen sineen taivaan“ und „La dolce vita“ an. Wer kann da noch nein sagen! Und unter den Klängen von „Fly On The Wings Of Love“ macht man sich auf die Reise.

 

Dinle 5    Dinle 7

 

Donnernder Applaus belohnte die Mitwirkenden dieses Musicals. Der Saal tobte und verlangte lautstark nach einer Zugabe. Aber es wurde Zeit für den Auftritt zweier Interpreten des Europride Song Contest 2002, Juval und Cem. Juval interpretierte eine wunderschöne, eigenwillige Ballade auf Hebräisch und Cem sang zwei Up-Tempo-Titel auf Türkisch.

Und schon drängten die nächsten auf die Bühne! Es war die erste schwule Boygroup „Marilyn´s Boys“, die erst im August gecastet worden waren. Bei uns stellten sie ihre erste Single „I Give You The Stars“ vor, zunächst in der Singleversion, später dann in einer Live-Version, begleitet von Jeremy am Flügel. Dann präsentierten sie noch eine Live-Piano-Version von Abba's "The Winner Takes It All"!

 

 

Was wäre ein Clubtreffen ohne Quiz? Dieses Mal wurde allerdings mal kein Spezialwissen abgefragt, sondern Sascha Korf suchte sich internationale Teilnehmer aus dem Publikum, die bekannte ESC-Titel pantomimisch nachstellen mussten, was einige Heiterkeit im Saal erzeugte. Der Sieger konnte schließlich als Preis eine T.O.M. mit den Autogrammen aller Tallinn-Teilnehmer in Empfang nehmen. Da wird wohl mancher ganz neidisch geworden sein!

 

Wozu hat man ein solch geniales Moderatorenpaar wie Heppi und Sascha Korf, wenn man diesen nicht auch noch Gelegenheit gibt, selbst ein Highlight des Programms zu bieten? Es folgte nämlich eine sogenannte Improvisation: Ausgehend von der Basissituation „Kroatische Sängerin soll beim ESC nach dem Wunsch des Komponisten in ein grünes Spannbetttuch springen“, stellten die beiden nun diese Situation auf Zuruf des Publikums in verschiedenen Emotionen dar:

Wut, Trauer, Geilheit, Kleptomanie, Schizophrenie ( "Ich bin's, die Gruppe Wind") wurden u.a. vom Publikum gefordert, und wie die beiden das jeweils umsetzen, da blieb im Saal kein Auge trocken!

 

Nicki 1

Doch dann endlich war die Zeit für DEN Stargast des Abends gekommen, niemand geringeren als Nicki French, die sich zuvor schon eine Zeit als Zuschauerin im Saal aufgehalten hatte. Sie ist großer Fan des ESC und war die britsche Vertreterin 2000 in Stockholm mit „Don´t Play That Song Again“. Die Bühne stürmte sie mit „Is Anybody Out There“, und sofort sprangen viele auf und machten begeistert mit. Danach sang sie ihren größten Charterfolg „Total Eclipse Of The Heart“ und ließ auch „It´s Raining Men“ nicht aus. Ein Höhepunkt ihres Auftritts war sicher das ESC-Medley (absolut genial) und ihr Lied  vom ESC 2000. Als letzten Song präsentierte Nicki „That´s What Friends Are For“, und so manches Auge wurde feucht. Dazu lud sie fast das halbe Saalpublikum zu sich auf die Bühne ein. Wir ließen sie natürlich nicht gehen, ohne nach weiteren Zugaben noch einmal „Total Eclipse Of The Heart“ gehört und mitgetanzt zu haben.

 

Nicki 3      Nicki 4

 

                 nickyblumen      Widmung

 

Nach diesem grandiosen Auftritt blieb unserem Präsidenten Michael nur noch übrig, sich bei allen zu bedanken, die am Zustandekommen des Clubtreffens beteiligt waren. Viel zu schnell fand das ECG-Clubtreffen ein offizielles Ende, deutlich gemacht mit „Europe´s Living A Celebration“, gesungen von allen Mitwirkenden und dem gesamten Publikum. Weitergesungen und getanzt wurde auf der anschließenden Eurodisco bis... ziemlich früh. Selbst hier hielt Nicki noch mit und war am Ende kaum von der Tanzfläche zu bekommen. Jeder, wirklich jeder war begeistert von dem einzigartigen Programm und manche hätten sich am liebsten sofort wieder für das nächste Jahr angemeldet.

 

 

(Text: Anke Jonschker / Fotos: Ivor Lytte - EuroSongNews)

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