Fans treffen sich
Unsere Veranstaltungen rund um den ESC.

Clubtreffen 2017

Über 400 Zuschauer erlebten am 25.11.2017 im Kölner GLORIA-Theater ein Programm voller Highlights. 

 

Aus besonderem Anlass war dem Bühnenprogramm eine Stunde mit Dr. Thomas Schreiber und dem neuen Head of Delegation Christoph Pellander vorgeschaltet, die auf unsere Einladung hin den Clubtreffentermin nutzten, im GLORIA die fünfte und letzte ihrer "ESC-Roadshows" abzuhalten, um den interessierten Fans das neue Vorentscheidungskonzept zu erläutern und sich - auch kritischen - Fragen zu stellen. 

 

Schreiber 1Christoph Pellander und Dr. Thomas Schreiber

 

Dann begann pünkltich um 18.00 Uhr das Bühnenprogramm. Olivia Heinrichson schildert den Abend aus Sicht einer erstmaligen Clubtreffenbesucherin:

 

Nach mehreren Jahren Mitgliedschaft im Eurovision Club Germany gab es nun mein erstes Fanclubtreffen. Und es war wunderbar. Schon zu Beginn der Veranstaltung fühlte ich mich wie Zuhause… nein, nicht nur, weil die Veranstaltung im Gloria war und dies bekanntlich „mein Konzert - Wohnzimmer“ von Köln ist, sondern auch deshalb, da mich schon die Eröffnungsnummer des Präsidiums mit ihrem großen Anteil an Trash, den schrägen Klamotten und dem Vollplayback zu sehr an den „Kulturschock“ erinnerte und ich diese Veranstaltung doch schon sehr mag. Es gab einen Mix aus aktuellen ESC-Beiträgen, um die musikalisch eine kleine Geschichte erzählt wurde: Der Siegerpokal wanderte vom Favoriten Francesco Gabbani zu Salvador Sobral, und ein schwules Paar fand sich zu „My friend“, was mit „This is love“ gefeiert wurde.    

 

eroeffnung 1 weilerDas Präsidium

 


Und noch etwas trug zu meinem Heimatgefühl bei, der Moderator des heutigen Abends, welcher kein Geringerer war als Lars Redlich, dessen künstlerisches Treiben ich nun schon seit ca. 2013 verfolge. Auch er machte seinen Job gut. Er hat viel erzählt, gewitzt und auch gesungen. Noch lange wird mir z.B. das Lied über den einsamen Socken in Erinnerung bleiben „lach“.

Nach der Eröffnungsnummer und der kleinen Vorstellung von Lars erinnerte Präsident Michael Sonneck sichtlich gerührt an den im Frühjahr verstorbenen langjährigen Moderator des Clubtreffens - Travestiekünstler Heppi Herrlich - mit einer filmischen Hommage. Und auch an die kürzlich verstorbene Fan-Ikone Joy Fleming wurde mit einem kleinen Film und Gesangsvortrag eines ihrer engsten Freunde - Hans-Peter Schmidt Treptow - erinnert. 

 

hommage flemingMichael Sonneck und Hans-Peter Schmidt-Treptow 

Dann ging es endlich über zum ersten Auftritt des Abends. Norma John stellten den Eröffnungspart. Und dies war fantastisch. Hatten mich die Finnen mit ihrem Auftritt beim diesjährigen ESC nicht einfangen können, überzeugten sie an diesem Abend überraschend gut mit ihrer natürlichen Ausstrahlung und dem glasklaren Gesang.

 

Norma John 1 WeilerNorma John


Da sich einige technische Probleme ergeben hatten, griffen Leena und Lasse auf die Möglichkeit des „einfachen Sounds“ zurück, sodass die klare Stimme von Leena (meines Erachtens) noch mehr zum Ausdruck kam. Die beiden spielten eigene Songs, aber auch ein Cover und wählten dabei „City Lights“ von Blanche, der belgischen Vertreterin beim ESC 2017. Auch wenn der Song nicht ganz zu Leenas Stimme passte, so nahm mich das Lied doch wieder auf eine Reise mit. Danach wechselten Norma John in ihre Landesprache. Den Song selbst habe ich zwar nicht verstanden, aber wohl gefühlt, was mich wieder zu einem Gedanken bringt: Warum beim ESC nicht wieder in der Landessprache singen?

Nach den Finnen, die mich einfach nur getragen haben, kam leider eine kleine Durststrecke für mich. Brendan Murray stand auf dem Programm. Der kleine Ire konnte mich mit seiner Gitarre und seinem Freund an seiner Seite leider nicht überzeugen. Ja, er kann singen, und ja, ich weiß, er ist jung und es war wohl auch sein erster Auftritt nach dem ESC, doch ändert das alles nichts daran, dass mir seine Musik ganz einfach zu ruhig und leise ist. Da hilft selbst kein covern von Britney Spears „lach“.

 

Brendan 1 WeilerBrendan Murray

 

Nach Brendan gab´s dann eine Pause von ca. 60 Minuten, wo leere Bäuche, wie meiner, gefühlt werden mussten. Danach ging´s dann schnell dynamisch weiter. Lars betrat mit hohen Schuhen und mit einer pinken Federboa um den Hals die Bühne. Er wird doch nicht????????? Ohhhhh, doch, er wird… Lars schmettert gekonnt wie immer „Sweet Transvestite“ daher…

 

lars 1-weilerModerator Lars Redlich

 

Gleich im Anschluss blieb es weiter lustig, denn mit einer Gag - Einlage wurde das diesjährige Drama zwischen Russland und der Ukraine verarbeitet: Julia Samoylova versucht alles, um zum ESC in die Ukraine zu gelangen, inklusive einem Satelliten-Flug.

 

samolovy 1-weilerDie Story um Julia Samoylova

 

Und schwupp, die Veranstaltung hatte mich wieder voll und ganz zurück, verlor mich dann aber auch wieder ein wenig, als dann Anne Marie David die Bühne einnahm. Sie konnte zwar super gut französische Lieder singen, doch hat sie mir eindeutig zu viel geredet.

 

Anne Marie 1Anne Marie David

 

Sei´s verziehen, denn im Anschluss daran kam ein megaaaa lustig umgesetztes Musical aus der Feder des - wie gesagt wurde - bewährten Teams Peter Bergener, Lu Wenzel und Michael Sonneck. Diesem Musical lag eine ganz fantastische Geschichte zu Grunde, wer wohl im nächsten Jahr beim ESC den Sieg holen kann. Ich sage nur eins, während sich zwei streiten, hier die Ukraine und Amerika in Person von Donald Trump, freut sich die Dritte, in unserem Fall unsere Angie…

 

musical 2 weilerDas Musical

 

Musical 1 Weiler

 

Nach dem Musical ging es dann Schlag auf Schlag und leider ohne große Zwischenmoderation weiter, denn wir waren eindeutig im Zeitverzug.


Nicole betrat die Bühne und stellte mit kleinen Anekdoten einige Lieder ihres neuen Albums „12 Punkte“ vor. Die Songs waren schön und auch super vorgetragen, doch erstaunlich, dass englische Songs auf Deutsch übersetzt schnell als Schlager klingen. Erstaunlich aber auch, dass scheinbar alle im Saal (außer meiner Wenigkeit) dann alle alten Songs von Nicole kannten und so auch lautstark mitträllern können. Bei mir reichte es am Ende dann aber auch für ein „bisschen Frieden“.

 

Nicole 2 WeilerNicole    Nicole 1

 

Als Nicole dann die Bühne verließ, wurde das große Finale eingeläutet. Die diesjährigen Drittplatzierten SunStroke Project eröffneten ihre Show ganz geschickt mit ihrer diesjährigen Antrittsnummer „Hey, Mamma“. So hatte die Band binnen weniger Minuten so gut wie den gesamten Saal auf ihrer Seite. Das Publikum erhob sich von den Stühlen. Nach knappen fünf Stunden sitzen war dies nicht nur eine gelungene Abwechslung, auch konnte nun fortan so richtig abgedanct werden. Der Act machte Spaß und das Bühnenprogram fand so seinen tollen und mitreißenden Abschluss.

 

Sunstroke 1Sunstroke Project

 

Ehe wir dann aber das Gloria komplett verlassen hatten, trieb es uns noch ein wenig auf die Tanzfläche, wo dann schnell alle Stühle geräumt und von DJ Ohrmeister aktuelle und ältere ESC- und Vorentscheidungs-Songs gespielt wurden.

Zwischendurch ging´s auch noch zu den Künstlern beim Meet & Greet. Zunächst zu Lars, der glückerweise Deutsch beherrscht und mich so für einen kleinen, längeren Plausch ertragen musste „lach“. Dann ging es zu Norma John und zuletzt noch zum SunStroke Project. Mit ein paar Brocken Englisch bedankte ich mich bei den Bands für ihre wunderbaren Auftritte und wurde dafür auch noch mit einem tollen Foto belohnt.

Hierzu gibt es zuletzt noch eine kleine Story zu erzählen: Als ich vor Leena von Norma John stand, war ich mega überrascht, wie jung und auch wunderschön natürlich die Sängerin wirkte. Im Fernsehen kam mir Leena nämlich total alt und steif vor. Meine Überraschung konnte ich daher nur laut aussprechen und war dann mehr als froh, als um mich herum einige Fans der gleichen Meinung waren. Da zeigt sich einmal wieder, wie die Natürlichkeit eines Menschen im Fernsehen entstellt werden kann. Nicht nur bei unserer Levina.

 

finale 2 weiler Finale

 

(Bericht: Olivia Heinrichson, Fotos:Stephan Mehner, Michael Weiler)