Ein fröhliches
Servus aus dem kühlen Wien! Nach einem hervorragenden Frühstück im deutschen Fancafé „Hummel“ ist der Tag des zweiten Semifinales wunderbar gestartet. Heute öffnete das Eurovision Village bereits um 11 Uhr seine Pforten, denn erstmals fand dort ein ESC-Frühschoppen statt, organisiert vom Wiener Blasmusikverband und moderiert von ORF-Star Martin Ferdiny, der außerdem live im Radio übertragen wurde. Trotz der beinahe herbstlichen Temperaturen strömten schon am Vormittag zahlreiche Fans in Richtung Rathausplatz.
Café Hummel © Stephan Mehner ECG e.V
Eigentlich hatte ich geplant, die üblichen Fandevotionalien zu ergattern. Allerdings ist nach dem Wechsel der Firma, die für die ESC-Merchandiseartikel verantwortlich ist, das Sortiment derart ausgedünnt worden, dass man nicht einmal mehr die wenigen verbliebenen Artikel in allen Shops der Stadthalle und des Villages erwerben kann. Tassen und Programmhefte wurden heuer sogar ausschließlich vom ORF produziert, was zur Folge hat, dass die begehrten Tassen in den stationären ESC-Shops gar nicht erhältlich sind. Das wirkt umso seltsamer, wenn man bedenkt, wie erfolgreich der Verkauf der Fanartikel in den vergangenen Jahren lief: In den Villages und eigens eingerichteten temporären Shops bildeten sich oft lange Schlangen, und die Nachfrage war durchgehend enorm.
Eurovision Village kurz vor Öffnung © Stephan Mehner ECG e.V
Gestern fand die große Juryshow statt, die erneut hervorragend angenommen wurde – und zwar nicht nur von den üblichen ESC-Fans, sondern auch von vielen enthusiastischen Einheimischen. Nach dieser Probe gibt es für mich weiterhin einige Länder, die auf der Kippe stehen, weshalb eine verlässliche Prognose nach wie vor schwierig bleibt. Im Publikum kamen vor allem die schrillen Acts aus Bulgarien und Armenien gut an, frenetisch gefeiert wurde allerdings insbesondere Delta Goodrem aus Australien, da der Effekt auf dem goldenen Flügel live schlicht phantastisch wirkt. Selbstverständlich feiert die Halle auch den Heimbeitrag, der einfach gute Laune verbreitet, obwohl den meisten bewusst sein dürfte, dass es heuer wohl schwierig wird, die linke Tabellenhälfte zu erreichen.
Delta in luftigen Höhen © Stephan Mehner ECG e.V
Volle Halle vor der Juryshow © Stephan Mehner ECG e.V
Sehr viel los beim UK © Stephan Mehner ECG e.V
Mein persönliches Highlight war einmal mehr unser dänischer Freund Søren Torpegaard Lund, der bei jeder Probe perfekt abliefert. Eine Top-5-Platzierung im Finale, das er mit Sicherheit erreichen wird, scheint absolut realistisch. Bei Frankreich gingen die Meinungen gestern Abend hingegen etwas auseinander. Ob man sich mit der reduzierten Schwarz-Weiß-Optik tatsächlich einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten. Ebenso wird sich erst noch zeigen, ob die stilistische Nähe zu „Berghain“ von Rosalía der Performance am Ende eher schadet als nützt. Neben Finnland glaube ich derzeit, dass Monroe extrem gute Chancen auf den Sieg hat.
Nach inzwischen zwei Generalproben sehe ich aktuell folgende Länder nicht im Finale: Aserbaidschan, Luxemburg, die Schweiz, Armenien und Tschechien.
Satoshi aus Moldau schaut im Mediacenter vorbei © Stephan Mehner ECG e.V
Schauen wir mal, was der Tag heute noch bringt.
Soeben begann die letzte Generalprobe vor der großen Liveshow heute Abend. Im Mediacenter tauchen nun auch einige Teilnehmende nach ihrem Auftritt auf.
JIVA aus Aserbaidschan nach ihrer letzten Probe © Stephan Mehner ECG e.V



