Eurovision Song Contest
Der größte Musikwettbewerb der Welt.

ESC 2015 in Wien

Allgemeine Informationen

Nach dem Sieg von Conchita Wurst in Kopenhagen richtete der österreichische TV-Sender ORF die 60. Ausgabe des ESC aus. Das Finale fand am Samstag, dem 23. Mai 2015 statt, die beiden Semifinale am 19. und 21. Mai.

Neben dem naheliegenden Austragungsort Wien kamen zwar aus allen Teilen Österreichs Vorschläge (z.B. Linz oder Wels unter Einbindung des Linzer Musiktheaters), Chancen hatten allerdings nur noch Wien, Innsbruck und Graz. Aus Salzburg kam übrigens relativ früh eine deutliche Absage, da "diese Veranstaltung“ nicht in das Kulturprofil des Landes passe!

Der ORF hatte ein Anforderungsprofil für die Austragungsstätte des ESC veröffentlicht.

Wiener Stadthalle | Quelle: wikipedia.org
Wiener Stadthalle

In Wien kam die Stadthalle (16.000 Plätze) infrage bzw. mehrere temporäre Event-Locations. In Graz wäre die Stadthalle geeignet gewesen, und Innsbruck bewarb sich mit der Olympiaworld. Mit diesen 3 Bewerbern verhandelte  der ORF, am 6.August 2014 wurde die Entscheidung verkündet:

Der 60. ESC findet in der österreichischen Hauptstadt Wien statt!

Das Kern-Organisations-Team des ORF wurde bereits am 27. Mai 2014 bekannt gegeben: u.a. Edgar Böhm, der Unterhaltungschef des ORF, als Executive Producer, Stefan Zechner als Produzent der Shows, Claudio Bortoli - wie schon bei der Olympiade in Peking 2008 - als technischer Leiter und Roman Horacek als Head Of Press.  

Das Orga-Team des ESC 2015
Teil des Orga-Teams des ESC 2015: Edgar Böhm,
Conchita Wurst, Dr. Alexander Wrabetz (v.l)

Dazu meinte der Generaldirektor des ORF, Dr. Alexander Wrabetz: "Wir sind in der glücklichen Lage, eine große Zahl an Mitarbeitern zu haben, die sehr viel Erfahrung in der Produktion großer TV-Events haben und die auch vorher schon mit dem ESC zu tun hatten. Ich bin sicher, dass der ORF mit diesem Team und zusammen mit den Partnern der EBU sowie öffentlichen und privaten österreichischen Partnern den ESC 20154 zu einem hochklassigen Event aus dem Herzen Europas machen werden. Bei einem internationalen Großevent wie dem 'Eurovision Song Contest' ist es wichtig, keine Zeit zu verlieren und rechtzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen", so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Fix ist aber auch, dass ein Megaprojekt dieser Größenordnung nur als gesamtösterreichischer Kraftakt von ORF, Bund, Ländern, der austragenden Gemeinde und privaten Partnern realisiert werden kann."   Mehrere prominente Österreicher begleiteten den ORF bei der Vorbereitung des ESC. Zum Kreis dieser Kreativen zähtlen unter anderem André Heller, "Oscar"-Preisträger Stefan Ruzowitzky, Schauspielerin Ursula Strauss und Regisseurin Elisabeth Scharang, wie mehrere österreichische Boulevardzeitungen berichteten.

Neben dem Gastgeber Österreich nahmen folgende 39 Länder teil: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Australien (einmalig als Gast zum 60. Jubiläum), Belarus, Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Italien, Lettland, Litauen, Malta, FYR Mazedonien, Moldau, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Tschechien, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowenien, Spanien, Ungarn, Zypern.

Die Ukraine, Kroatien und Bulgarien setzten 2015 aus ebenso wie die Türkei, Slowakei und Andorra.

Aus Anlass des 60. ESC-Jubiläums hat die EBU Australien einmalig gestattet, einen Teilnehmer in den Wettbewerb nach Wien zu entsenden! In Australien gibt es eine große ESC-Fangemeinde und seit 30 Jahren wird der Contest dorthin übertragen.  Nachdem in Kopenhagen 2014 bereits eine australische Sängerin einen Intervall-Act betritten hat, gab es nun erstmals einen australischen Vertreter im Wettbewerb. Der Teilnehmer trat direkt im Finale antreten, um keinem der Semifinalteilnehmer eine Finalplatz streitig zu machen. Australien bekam außerdem die Berechtigung, in beiden Semifinalen und dem Finale am Voting teilzunehmen.

"Es ist ein mutiger und gleichzeitig unglaublich spannender Schritt", wird Jon Ola Sand, Executive Supervisor des Eurovision Song Contest, zitiert. "Es ist unsere Art zu sagen: Lasst uns diese Party zusammen feiern!"

Im Falle eines Sieges hätte der verantwortliche australische Sender SBS den ESC 2016 als Co-Gastgeber in einer europäischen Stadt zusammen mit einem EBU-Mitgliedsland mitveranstaltet. In dem Fall hätte Australien dann auch 2016 noch einmal teilnehmen dürfen.

Wegen der Teilnahme Australiens wurde das Finalteilnehmerfeld auf 27 Acts aufgestockt.

Für das Finale gesetzt waren außerdem der Gastgeber Österreich (ausgeloste Startnummer 14) und die „BIG 5“ Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ver. Königreich. Alle anderen Länder mussten in den beiden Semifinalen antreten, 16 im 1. SF und 17 im 2. SF. Jeweils 10 Acts gelangten durch 50/50%-Jury-/Televotingentscheidung ins Finale.

Am 26.01.2015 erfolgte anlässlich der „Übergabe der Insignien“ auch die Auslosung der Semifinalisten. Dazu wurden wie üblich mehrere "Töpfe" gebildet, in die die teilnehmenden Länder je nach geografischer Lage und früherem Wertungsverhalten verteilt wurden.

Die 5 "Töpfe":

Topf 1: Albanien, EJR Mazedonien, Montenegro, Slowenien, Schweiz, Serbien, Malta

Topf 2: Dänemark, Finnland, Estland, Norwegen, Schweden, Island, Lettland

Topf 3: Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Israel, Russland, Armenien, Litauen

Topf 4: Belgien, Zypern, Griechenland, Irland, Niederlande, San Marino

Topf 5: Ungarn, Moldau, Rumänien, Portugal, Polen, Tschechien

Die Auslosung nahmen der OFR-ESC-Kommentator Andi Knoll und Kati Bellowitsch vor, die u.a. auch die Hälfte der Pressekonferenzen in Wien leitete. Zusammen mit Andi Knoll moderierte sie auch den Roten Teppich und den Willkommensempfang im Rathaus.

Es wurde außerdem ausgelost, in welchem Semifinale die BIG 5 und der Gastgeber Österreich werten (Deutschland hatte von vornherein das 2. Semifinale erbeten).

1. Semifinale: Spanien, Österreich, Frankreich, Australien

2. Semifinale: Deutschland, Italien, Ver. Königreich, Australien

 

Das Motto des 60. ESC lautete: "Building Bridges"

Der Vorschlag stammte von der Agentur PKP BBDO.

Mit "Building Bridges" (Brücken bauen) habe man, so ORF-Generaldirektor Wrabetz, ein Thema,  die Idee eines Europa mit dem vereinenden Charakter von Musik, und das in Wien, der traditionellen Hauptstadt der Weltmusik im Herzen Europas. 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs gäben sich europäische Länder in Österreich die Hand, einem Land, das immer schon eine vermittelnde Instanz, eine Brücke zwischen Ost und West gewesen sei. "Wir verstehen dieses Motto als eine logische Erweiterung der Idee von Conchita Wurst, die sie beim ESC 2014 formuliert und gelebt hat: Die Bedeutung von Offenheit, Toleranz über alle Grenzen hinweg für eine gemeinsame Interaktion. Mit dem ESC in Wien wollen wir Brücken bauen über Grenzen, Kulturen und Sprachen. Im  Licht der vereinenden Kraft dieses großartigen gemeinsamen  europäischen Events laden wir alle ein, Brücken zu bauen und sich die Hand zu reichen."

Der Slogan "Building Bridges" war auch die Basis für die "Postcards", d.s. die kurzen Einspieler, die jeweils den nächsten Beitrag in der Show ankündigen. Jeder Interpret bekam darin in seiner Heimat eine Einladung nach Österreich, und zwar jeweils in eine spezielle Region Österreichs, wo sie dann eine spezielle Aufgabe zu erfüllen hatten, z.B. in den Bereichen Sport, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Tradition und Moderne.  

Erstmals führten 3 Moderatorinnen durch die Shows: Arabella Kiesbauer, Alice Tumler und Mirjam Weichselbraun. Conchita Wurst übernahm die Greenroom-Moderation.

Die Bühne bestand aus 1288 einzelnen Säulen und war 44m breit, 14,3m hoch und 22m. Sie hatte die Form eines großen Auges, das eine Brücke von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft darstellen sollte, eine Brücke zwischen den Künstlern, ihren Delegationen und den Zuschauern weltweit. Die LED-Säulen und der 11m im Durchmesser große Bühnenboden sowie eine 22m breite und 8,5m hohe LED-Wand erlaubten eine große Bandbreite an visuellen Effekten. Das Bühnendesign wurde entwickelt von Florian Wieder, dem zweimaligen Emmy-Preisträger und Designer der ESC-Bühnen 2011 und 2012, in Zusammenarbeit mit Al Gurdon und Kurt Pongratz.

Den Pausenact im Finale bestritt der bekannte Schlagzeuger Martin Grubingermit einem Programm aus klassischer Musik, Bigband-Sound, Chorgesang und Percussion, das er eigens für das Finale komponiert hat. Es traten 40 Instrumentalisten und der mit einem Grammy ausgezeichnete Arnold Schönberg-Chor auf.

 

 

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Nach dem Sieg von Conchita Wurst in Kopenhagen richtete der österreichische TV-Sender ORF die 60. Ausgabe des ESC aus. Austragungsort war die Wiener Stadthalle. Die Termine für die beiden Halbfinals waren der 19. und 21. Mai, das Finale fand am 23. Mai 2015 statt.