Eurovision Song Contest
TEL AVIV BLOG. Das ECG-Tagebuch.

Zweite Probe Israel, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien

Sonntag, 12 Mai 2019 10:48

Am meisten ergriffen vom bedeutungsschweren „Home“ ist Kobi selbst. Jedes Mal am Ende des Auftritts. Die Trapezspiegel wirken in der Halle sehr hübsch. Insgesamt eine solide Performance. Aber das Double strebt Israel eindeutig nicht noch einmal an

 

Die Projektionen auf Bilals Gesicht zu Beginn wirken immer noch seltsam, da hätte ich jetzt erwartet, dass sie daran gearbeitet hätten. Insgesamt keine weltbewegenden Veränderungen zur ersten Probe, nur die normale Entwicklung zu „das wirkt jetzt so, wie man es im TV haben will und nicht mehr wie Probe“.

 

Frankreich ist in den Wetten ja ziemlich nach oben geschnellt. Ich fände es ehrlich gesagt schade, wenn eine plakative Botschaft und eine übergewichtete Tänzerin reichen würdenum einen mittelmäßigen mit einer eher schwachen Stimme gesungenen Song nach vorne zu katapultieren.

 

Ich frage mich gerade, wie es die gehörlose Tänzerin schafft im Rhythmus zu tanzen. Ist sie nicht vollkommen gehörlos? Spürt man den Beat als Bodenschwingung wenn man darauf trainiert ist? Eine kurze Googlerecherche ergibt, dass die Schwingungen tatsächlich wahrgenommen werden können.

 

Ich bin immer noch dafür: gebt das Kallax-Haus an Tschechien ab, den Leuchtroboter an Aserbaidschan und lasst Miki einfach über die Bühne tanzen. Die einzige gute Idee an dieser Inszenierung sind die Shots direkt ins Publikum.

 

Italien ist deutlich besser! Am Anfang gibt es jetzt schnell Close-Ups, die Tänzer erscheinen eher und die Schnitte „springen“ zum Rhytmus des Tracks. So ist der Beginn jetzt auch schon unterhaltsam, in der ersten Probe wirkte es nur wie Ewigkeiten langweilige Neondreiecke. Die übersetzten Textzeilen sind jetzt weiter oben. Auch eine wichtige Verbesserung, vorher wurden sie von Mahmood und den Tänzen verdeckt.

 

Das hat jetzt auf einmal wieder diese fesselnde moderne Power. Italien hat mich zurückgewonnen. Welcome back on my number one. Nach der ersten Performance, die zwar schon in Ordnung aber nicht packend war, sind sie in meiner persönlichen Top etwas abgerutscht, da andere meiner Favoriten live überzeugender wirkten.

 

Und Kompliment an die für die Show verantwortlichen Italiener, die es hinbekommen haben die Dinge, die bei der ersten Probe nicht richtig funktioniert haben, zu verbessern. Das wünscht man sich bei so manch anderen Land, das stur alles einfach weiter durchzieht, auch…

 

Huch? Haben die Briten die Schlusseinstellung, in der alle im Kreis stehen, jetzt weggelassen? Das war die beste Idee des ganzen Stagings und wirklich hübsch anzusehen. Zum Glück, sie ist doch noch da, das hat man wohl nur nicht so gut gesehen, wenn man nur auf die Bühne und nicht auf den Schirm schaut. Und falls es doch ein Test war, ob man sie beibehalten soll oder nicht: Unbedingt beibehalten!

 

Der Auftritt insgesamt überzeugt mich jetzt weniger als letzten Freitag. Da war es noch „keine weltbewegende Innovation, aber schon ganz ordentlich“. Jetzt wirkt alles doch etwas angestaubt und eher wie 1999 als 2019.

 

~ Bere ~


   

 

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Hier berichtet das ECG-Team aus Tel Aviv von den Proben, Empfängen und anderen Ereignissen. Diese Berichte sind natürlich rein subjektiv und sollen nicht in erster Linie eine detailgenaue Beschreibung der Proben liefern - diese kann man ja in verschiedenen Portalen teilweise sogar live verfolgen - sondern einen ganz persönlichen Eindruck unserer Erlebnisse und Erfahrungen live vor Ort darstellen. 

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