Der Eurovision Song Contest 1966


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11. Eurovision Song Contest - 18. März 1966
       Luxemburg
                              

Halle Grand Auditoire du Télé-Luxembourg
Moderation Josiane Shen
Pausen-Act Les Haricots Rouges
Wertung 10 Juroren pro Land - Punkte für die TOP 3
Teilnehmer 18 Länder

 

Siegerland: Luxemburg


norway

Interpret:

Udo Jürgens

Titel:

"Merci Chérie"

Musik:

Udo Jürgen Bockelmann

  Text: 

Udo Jürgen Bockelmann & Thomas Hörbiger


Sieg66© CLT 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Österreich Udo Jürgens Merci Chérie 31 9
2. Schweden Lill Lindfors & Svante Thuresson Nygammal vals - eller hip man svinaherde 16 10
3. Norwegen Åse Kleveland Intet er nytt under solen 15 6
4. JG Belgien Tonia
Un peu de poivre, un peu de sel 3 6
  Irland Dickie Rock Come Back To Stay 14 17
6. Schweiz Madeleine Pascal Ne vois-tu pas 12 12
7. Jugoslawien Berta Ambroz Brez besed 9 5
  Spanien Raphael Yo soy aquel 9 11
 9. Ver. Königreich Kenneth McKellar A Man Without Love 8 18
10. Deutschland Margot Eskens Die Zeiger der Uhr 7 1
  Luxemburg Michèle Torr Ce soir je t'attendais 7 4
  Finnland Ann-Christine Nystroem Playboy 7 7
13. Portugal Madalena Iglesias Ele e ela 6 8
14. Dänemark Ulla Pia Stop, ja stop - ja stop, mens legen er go 4 2
15. Niederlande Milly Scott Fernando en Philippo 2 16
16. Frankreich Dominique Walter Chez nous 1 15
17. Monaco Tereza Bien plus fort  0 13
  Italien Domenico Modugno Dio come ti amo 0 14

 

  


ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

 

Moderatorin 66© CLT

Josiane Shen moderierte den 11. Eurovision Song Contest in Luxemburg auf Französisch. Sie war in den 1960er Jahren eine Moderatorin bei RTL.

 

 

Das Regelwerk wurde insofern verändert, als Musikexperten in den nationalen Jurys vertreten sein durften. Außerdem mussten die Lieder nun in einer offiziellen Landessprache gesungen werden.

 

 

FAZIT

 

Die Perspektiven für kommerzielle Titel verbesserten sich nach dem Sieg von France Gall enorm: Sie wurden konkurrenzfähig und mussten sich nicht mehr mit guten Platzierungen zufrieden geben. Die musikalische Angebotspalette wurde dadurch vielseitiger und der Stellenwert des Wettbewerbs ein bisschen angehoben. Um so erstaunlicher war die Tatsache, dass von den 18 gemeldeten Beiträgen für das Finale des Song Contests 1966 in Luxemburg die meisten noch den traditionellen Klischees des Grand Prix Eurovision entsprachen.

 

Margot Eskens durfte als Erste auf die Bühne. Die in Düren geborene Interpretin gehörte seit Mitte der 1950er Jahre zu den etablierten Schlagersängerinnen Deutschlands. Dank ihrer großen Erfolge wurde sie von den Verantwortlichen des deutschen Fernsehens für den Song Contest 1966 nominiert. "Die Zeiger der Uhr" als Symbol für den Verlauf des Lebens war eine traurige Ballade über das Leiden einer Frau durch die Erinnerungen an ihren Geliebten. Bekanntlich hatten die Juroren aber kein Mitleid mit verlassenen Frauen und gebrochenen Herzen und setzten diesen Beitrag auf den 10. Rang, gemeinsam mit der für Luxemburg startenden Französin Michèle Torr, die den ganzen Abend umsonst auf ihren Geliebten warten wollte ("Çe soir je t´attendais" – Heute Abend habe ich auf dich gewartet) - und gemeinsam mit der finnischen Interpretin Ann–Christine Nystroem, die auf ganz witzige Art und Weise ein Lied über einen Playboy vortrug. Dieser Song stammte von Ossi Runne, der anschließend bis 1989 als Dirigent für Finnland am Pult stand.

 

Die Tanzeinlage des dänischen Titels wurde auch nur mit dem vierzehnten Platz belohnt. Das Lied mochte zwar sehr fröhlich sein, aber das Tanzpaar, das die Sängerin Ulla Pia begleitete, wirkte im Vergleich zu den damaligen Standards sehr amateurhaft. Nach dieser Teilnahme kehrte das dänische Fernsehen dem Song Contest den Rücken. Erst 1978 nahmen die Dänen wieder teil.

 

Die belgische Sängerin Tonia versuchte mit ein bisschen Pfeffer und ein bisschen Salz ("Un peu de poivre, un peu de sel") den ersten Sieg für Belgien zu erringen. Dieser Titel war allerdings der einzige, der sich an den Qualitäten des Siegertitels des Vorjahres messen konnte. Fetzig, fröhlich und rhythmisch. Es reichte jedoch nur zum vierten Platz, der aber bis 1978 die beste Platzierung des Landes darstellte. Tonia nahm 1973 an der deutschen Vorentscheidung teil. Ihr Titel "Sebastian" wurde von Gitte nur ganz knapp geschlagen.

 

"Nichts Neues unter der Sonne" ("Intet er nytt under solen") hieß der Titel des norwegischen Königreichs. Der anspruchsvollste Titel des Abends, vorgetragen von der jungen Sängerin Åse Kleveland, Kultusministerin ihres Landes in den 1990er Jahren und ESC-Moderatorin 1986. Es war ein melancholisches Lied, das durch die tiefe Stimme und Ausdrucksstärke seiner Interpretin noch mehr an Gewicht gewann und auf dem dritten Platz landete. Dies sollte bis 1985 die beste Platzierung eines norwegischen Beitrags werden.

 

Chancenlos auf die vorderen Plätze waren Madalena Iglesias aus Portugal wie auch Tereza aus Monaco, Milly Scott mit ihren beiden Gitarristen aus den Niederlanden und Dominique Walter aus Frankreich. Auch für Lill Lindfors & Svante Thuresson aus Schweden schien es aussichtslos zu sein. Dank einer denkwürdigen Wertung landeten sie mit dem jazzigen Lied "Nygammal vals" - ein Lied über eine Schweineherde - auf dem zweiten Platz. Lill Lindfors wurde im gleichen Jahr Fünfte bei den deutschen Schlagerfestspielen mit dem Titel „Es könnte Liebe sein“.

 

Domenico Modugno aus Italien nahm bereits zum dritten Mal teil, und er sorgte für Aufregung, als er mit sofortiger Abreise drohte, weil das Neuarrangement seines Songs "Dio, come ti amo" für regelwidrig erklärt wurde. Der Vorfall ereignete sich während der Generalprobe. Es bleibt noch immer ein Rätsel, wieso dieser Titel keinen einzigen Punkt erhielt, da sein kommerzieller Erfolg garantiert war.

 

Udo und France 66Udo Jürgens und Vorjahressiegerin France Gall © CLTUdo Jürgens aus Österreich konnte auch zwei weitere Teilnahmen vorweisen, bei denen er genauso erfolgreich war wie sein Kollege Modugno. Aber während der Superstar aus Italien "die Rote Laterne" des Wettbewerbs 1966 bildete, feierte Udo Jürgens den größten Triumph seiner großartigen Karriere. Mit "Merci Chérie" kam er endlich zum erhofften Sieg - ein Sieg der kleinen Schritte, dessen Vorbereitungen schon 1964 anliefen. Udo Jürgens bedankte sich dementsprechend bei den Juroren für seinen "lange fälligen" Sieg mit "Merci Jurys".

Sein Sieg beim ESC 1966 war der Startschuss für eine beispiellose Karriere, die mit seinem plötzlichen Tod 2014 ein jähes Ende fand.

 

 

 

 

 


 

DIE TEILNEHMER

 

Tabelle1

Tabelle 3

Tabelle 3

Tabelle 4

Tabelle 5

 


 

 DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

 

 

Scoreboard© CLT

 

 

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