Der Eurovision Song Contest 1988


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33. Eurovision Song Contest - 30. April 1988
       Dublin
                              

Halle Simmonscourt Pavillion der Royal Dublin Society
Moderation Pat Kenny & Michele Rocca
Pausen-Act Videoclip "Don't go" von den Hothouse Flowers
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 21 Länder

 

Siegerland: Schweiz


france

Interpretin:

Céline Dion

Titel:

"Ne partez-pas sans moi"

Musik:

Attila Sereftug

Text:

Nella Martinetti



Sieg88© ARD 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Schweiz Céline Dion Ne partez-pas sans moi 137 9
2. Ver. Königreich Scott Fitzgerald Go 136 4
3. Dänemark Hot Eyes Ka'du se hva'jeg sa 92 13
4.
Luxemburg Lara Fabian
Croire
90 17
5. Norwegen Karoline Krüger For vår jord 88 21
6.
Jugoslawien Silver Wings Mangup 87 19
7. Israel Yardena Arazi Ben-Adam 85 8
8. Irland Jump The Gun Take Him Home 79 10
9. Niederlande Gerard Joling Shangri-la 70 7
10. Frankreich Gérard Lenorman Chanteur de charme 64 19
11.
Spanien La Decada La chica que yo quiero (Made In Spain) 58 6
12.
Schweden Tommy Körberg Stad i ljus 52 2
  Italien Luca Barbarossa Ti scrivo 52 18
14.
Deutschland Maxi & Chris Garden Lied für einen Freund 48 11
15. Türkei MFO Sufi 37 5
16. Island Beathoven Sócrates 20 1
17. Griechenland Afroditi Fryda Clown 10 14
18. MA Belgien Reynaert Laisser briller le soleil 5 16
  MA Portugal Dora Voltarei 5 20
20. MA Finnland The Boulevard Nauravat silmät muistetaan 3 3
21. MA Österreich Wilfried Lisa Mona Lisa 0 12

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© www.flickr.com

1988 feierte Dublin sein 1000-jähriges Bestehen, und der EBU-Generalsekretär Frank Naef feierte sein zehnjähriges Jubiläum. Die Reithalle auf dem Simmons Court der Royal Dublin Society war nach 1981 wieder der Austragungsort eines Song Contests der Superlative - nicht aus musikalischer Sicht, sondern was die Technik betraf. Die kleine Bühne wurde durch  Lichteffekte zu einem kleinen Weltraum. Es war nicht abzuschätzen, wo der Anfang und wo das Ende war. Vier Millionen DM soll das Ganze das irische Fernsehen gekostet haben. Auch die Einblendung der “TOP Five“ war eine technische Neuerung. Zwei große Videowände feierten Premiere beim ESC, und auch die Wertungstafel war computerisiert.21 Länder nahmen teil, nachdem Zypern sich zurückgezogen hatte. Kurz vor dem Finale wurde der Titel “Thimame“ (Ich erinnere mich) gesungen von Yannis Dimitriou  disqualifiziert, weil er schon 1984 im zypriotischen Finale teilgenommen hatte. Als Startnummer zwei rückte Schweden nach.

 

Johnny Logan sang zu Beginn der Veranstaltung den Siegertitel des vorigen Jahres, bevor Michelle Rocca und Pat Kenny das Publikum im Saal und vor den Bildschirmen begrüßen durften.

Moderatorin 88© RTÉ

 

Michelle Rocca wurde 1980 zur Miss Ireland gewählt und wurde im Jahr darauf Dritte bei der Wahl zur Miss International. Sie war hauptberuflich Model, moderierte aber auch ab und zu Fernsehsendungen. Sie heiratete den Musiker Van Morrison.

 

Pat Kenny war zunächst Radiosprecher und DJ und begann in den 1980er Jahren auch als Moderator beim irischen Fernsehesender RTÉ. Hier hatte er eine eigene Talk-Show und seit 1988 bis 2009 die "Late Late Show", in die auch öft die irische Vorentscheidung eingebettet war. 

 

FAZIT

 

Island startete mit dem Duo Beethoven und “Socrates“  und landete auf dem für Island "reservierten" 16. Rang, wie schon 1986 und 1987.

 

Tommy Körberg aus Schweden zog sich während der Probenwoche eine Stimmbandentzündung zu, so dass er bei der Generalprobe am Freitagabend überhaupt nicht auftreten konnte. Tommy Körberg ging schon 1969 als Newcomer für seine Heimat an den Start. 1988 gehörte er zu den etabliertesten schwedischen Künstlern, und er spielte auch die Rolle des Russen in dem von Benny Andersson und Björn Ulvæus produzierten Musical “Chess“. Sein diesjähriger Beitrag “Stad i ljus“ (Stadt aus Licht) wurde nur Zwölfter.

 

Die Türkei wurde wie auch 1985 von der Gruppe MFO vertreten. Erst beim siebten gemeinsamen Anlauf begriffen die Türken, dass bei einem Musikwettbewerb die Politik fehl am Platz ist und gaben dem griechischen “Clown“ drei Punkte. Ansonsten wurde der griechische Beitrag nicht besonders mit Punkten bedacht.

 

Die spanische Gruppe La Decada schwor, dass nur spanische Frauen gut genug sind "(La chiqua que yo quiero-Made in Spain") und der niederländische Sänger Gerard Joling suchte mitten in der Nacht nach einem Mädchen namens "Shangri-la".

 

Israel schickte die damals populärste Sängerin des Landes und Co-Moderatorin 1979 ins Rennen: Yardena Arazi. Der Song “Ben-Adam“ war einen Platz schlechter als ihr Beitrag von 1976 (damals als Mitglied der Gruppe Chokolate, Menta & Mastik) - Platz sieben für den Sohn Adams.

 

Aus Deutschland kamen Maxi & Chris Garden, das erste und bis heute einzige Mutter-Tochter Gesangsduo. Von den englischen Buchmachern sehr hoch gehandelt, mussten sich die beiden mit “Lied für einen Freund“ mit Platz 14 zufrieden geben. Es gab erheblich Tonprobleme bei ihrem Auftritt, möglicherweise ein Grund für das schlechte Abschneiden. Allerdings erinnerte das Lied möglicherweise die Juroren auch zu sehr an Elton Johns Titel "Song For Guy".

 

Der österreichische Wilfried bekam für sein Song “Lisa Mona Lisa“ keinen einzigen Punkt.

 

Manche Leute leben bekanntlich für den ESC, so wie Kirsten & Søren (Hot Eyes) aus Dänemark. Kirsten, im achten Monat schwanger, nahm mit ihrem Partner zum dritten Mal teil, und sie landeten überraschend auf dem dritten Platz - dies war vielleicht der Babybonus.

 

Die norwegische Sängerin Karoline Krüger aus Norwegen erreichte am Klavier sitzend mit „Für unsere Erde (For vår jord)“ den fünften Platz. Gérard Lenorman aus Frankreich war kein Unbekannter. Schon 1975 hatte er mit “La ballade des gens heureux“ einen Riesen-Hit. Beim ESC wurde er Zehnter.

 

Es ereignete sich vieles an diesem Abend, aber nur ein Punkt sollte in die Geschichte eingehen: die Wertung. So viel Spannung hatte man nie bei einem Song Contest erleben können. Sehr zutreffend meinte der Moderator des Abends Pat Kenny „Agatha Christie could write a poem about tonight“ (Agatha Christie könnte über diese Nacht ein Gedicht schreiben).

Tränen der Freude und des Leids standen so nah beieinander, dass die Zuschauer nicht wussten, ob sie sich über die Siegerin freuen oder einfach mit dem Zweitplatzierten Mitleid haben sollten. Ständiger Wechsel an der Spitze: Zuerst führte die Schweiz, zwischendurch holte der jugoslawische Beitrag “Mangup“ auf. Die 18-jährige in Kanada geborene Lara Fabian vertrat mit dem Song “Croire“ Luxemburg und übernahm zwischenzeitlich die Führung. Langsam aber sicher räumte der britische Interpret Scott Fitzgerald von hinten das Feld auf und setzte sich an der Spitze. In seinem dramatischen Song “Go“ bat er seine Geliebte zu gehen, bevor sie ihm noch einmal das Herz brechen würde. Diese Aufforderung brach wohl die Herzen einiger Juroren, bis auf das der jugoslawischen Jury, die als letzte aufgerufen wurde. In Führung liegend, musste er mit ansehen, wie seine Schweizer Konkurrentin Céline Dion nach erhaltenen sechs Punkten mit einem Punkt Vorsprung an ihm vorbei zog.

Unvergessliche Szenen spielten sich in diesem Moment ab. Die 21-jährige Kanadierin ließ den Kopf hängen, während Scott Fitzgerald ganz gespannt auf eine höhere Wertung hoffte. Die jugoslawische Jury hatte ihn aber völlig vergessen, und somit war es amtlich, dass die Schweiz zum zweiten Mal den Song Contest gewann. Céline Dion ließ ihren Tränen freien Lauf, und sie hörte erst auf zu weinen, als sie ihren Siegertitel “Ne partez-pas sans moi“ zum zweiten Mal an diesem Abend singen durfte. Der Song Contest als ein emotionaler Moment. 

  


 

 DIE TEILNEHMER

 

Tabelle1

Tabelle 2

Tabelle 3

Tab6

Tab4

Tab5

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard© SVT

 

Scoreboard 86© RTÉ


 
         


 

AUS DER PRESSE

 

Presse 1a© BBV

 Presse 88 4 © BILD & FUNK

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