Der Eurovision Song Contest 2001


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46. Eurovision Song Contest - 12. Mai 2001
      Kopenhagen
                              

Halle Parkenstadion
Moderation Natasja Crone & Søren Pilmark
Pausen-Act Aqua
Wertung Televoting -  Die ersten zehn Titel bekommen jeweils die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 23 Länder

 

Siegerland: Dänemark


israel

Interpreten:

Tanel Padar, Dave Benton & 2XL

Titel:

"Everybody"

Musik:

Ivar Must

Text: 

Maian-Anna Kärmas

 


SIeger01© EBU 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Estland Tanel Padar, Dave Benton & 2XL Everybody 198 20
2. Dänemark Rollo & King Never Ever Let You Go 177 23
3. Griechenland Antique Die For You 147 22
4.
Frankreich Natasha St-Pier Je n'ai que mon âme
142 14
5. Schweden Friends Listen To Your Heartbeat 100 7
6.
Spanien David Civera Dile que la quiero 76 13
7. Slowenien Nuša Derenda Energy 70 17
8. Deutschland Michelle Wer Liebe lebt 66 19
9. Malta Fabrizio Faniello Another Summer Night 48 21
10. Kroatien Vanna Strings Of My Heart 42 10
11.
Türkei Sedat Yüce Sevgiliye son 41 15
12. Russland Mumiy Troll Lady Alpine Blue 37 6
13.
Litauen Skamp You Got Style 35 8
14.
Bosnien & Herzegowina Nino Hano 29 3
15. BOS Ver. Königreich Lindsay D. No Dream Impossible 28 16
16. BOS Israel Tal Sondak Ein davar 25 5
17. Portugal MTM Só ser feliz assim 18 11
18. MA Lettland Arnis Mednis Too Much 16 9
  BOS Niederlande Michelle Out On My Own 16 1
20. MA Polen Piasek 2 Long 11 18
21. MA Irland Gary O'Shaughnessy Without Your Love 6 12
22. MA Island Two Tricky Angel 3 2
  MA Norwegen Haldor Lægreid On My Own 3 4

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN  

 

Halle 01© www.visitcopenhagen.com

Der Eurovision Song Contest 2001  wurde eine Show der Superlative. Lange wurde über einen passenden Austragungsort gerätselt, und dann wurde entschieden: Das Parken-Fußballstadion in Kopenhagen sollte anlässlich dieses Mega-Events ein Dach bekommen und darunter sollten 38.000 Zuschauer Platz finden, eine Dimension, die alles an ESC-Statistiken in puncto Live-Zuschauerzahl weit übertraf. Als Ende November 2000 der Kartenvorverkauf startete, war das Parkenstadion innerhalb von einer Stunde ausverkauft! Es schien, als habe eine neue „Popularitäts-Ära“ für den Contest begonnen. Und obendrein hieß „Wonderful Copenhagen“ den ESC mit Königinnenwetter willkommen. Wochenend, Sonnenschein und ESC - was konnte da noch schiefgehen...

Bosnien & Herzegowina, Polen, Portugal, Slowenien, Litauen und Griechenland kehrten nach einem Jahr Zwangspause zurück, dafür mussten Rumänien, Schweiz, EJR Mazedonien, Finnland, Belgien, Österreich und Zypern aussetzen (s.u.).

Doch was wäre der ESC ohne seine Regeländerungen? Einei neue Qualifikationsregel sah von nun an vor, dass das Siegerland plus alle Länder, die beim aktuellen Wettbewerb Platz 2-15 belegen, für das kommende Jahr qualifiziert sein sollten. Ausgenommen hiervon blieben die sogenannten „Big Four“: Großbritannien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Die übrigen Starterplätze sollten von den Ländern belegt werden, die im Jahr zuvor aussetzen mussten.

 

Moderatoren 00© DRDie Moderatoren des Abends, Natasja Crone und Søren Pilmark, sprachen all ihre Texte in Reimform, was mitunter einer gewissen unfreiwilligen Komik nicht entbehrte.

 

Natasja Crone arbeitete nach ihrem Journalistikstudium zunächst bei einem Sportsender und moderierte dann verschiedene Events. NAch dem ESC übernahm siedie Moderatio aller drei Staffeln derCastingshow "Stjerne for en aften". Von 2006 bis 2008 war sie Nachrichtensprecherin. Außer Unterhaltungssendungen und Talkshows moderiert sie auch Berichte über das dänische Königshaus.

 

Søren Pilmark ist eigentlich Schauspieler und Musiker. 1983 gewann er die Goldene Rose von Montreux als Partner von Per Pallesen in der "Pallesen & Pilmark Show". Er ist außerdem ein talentierter Zauberer, wovon er während seiner Mdoeration eine kleine Kostprobe gab, auch wenn die Kameraführung dabei patzte. Er hat in über 40 überwiegend dänischen Filmen mitgewirkt und Mitglied eines Kabarett-Quartetts. 

 

FAZIT 

Startposition eins hatten die Niederländer gezogen und ihre Vertreterin, Michelle, machte es sich zunächst erst einmal auf der Bühne gemütlich und trug ihren Titel weitestgehend im Sitzen vor. Sie sang zwar „Out On My Own”, aber so ganz alleine wollte sie diesen Job dann doch nicht erledigen – zwei Background-Sängerinnen begleiteten sie auf ihrem “Alleingang”. Bei Platz 18 unter 23 Teilnehmern mussten sie wahrscheinlich am Ende der Show das Trösten übernehmen, denn dieser Titel war dem ESC-Publikum offensichtlich doch zu ruhig.


Ein ähnliches Los traf Two Tricky aus Island, ganze drei Punkte gab’s für den lockerleichten Schmusesong „Angel“. Aber die Eurovisions-Schutzengel steuerten lediglich einen Punkt aus Norwegen und zwei vom Gastgeber Dänemark dazu. Nachbar Norwegen durfte sich mit Island den Platz an der roten Laterne teilen, denn auch für Haldor Lægreids Ballade „On My Own“ gab es insgesamt nur drei Punkte aus Portugal. Island und Norwegen also gemeinsam auf Platz 22 – Alleingänge im Schmuserhythmus lagen offensichlich nicht im ESC-Trend anno 2001.


Ein bisschen mehr Pep brachten da schon die Beiträge aus Bosnien & Herzegowina und Israel ins Spiel: Nino aus Bosnien besang "Hano" und rettete seinem Land mit Platz 14 immerhin die Qualifikation für 2002, und Tal Sondak nahm alles sehr gelassen und meinte „Ein davar“ – zu deutsch „Macht nix“ – falls es denn mit dem ESC-Erfolg nichts werden sollte. Soviel Gelassenheit wurde von den Franzosen immerhin mit zehn Punkten belohnt und brachte Herrn Sondak letztendlich auf den 16. Platz.


Eine Gruppe mit dem exotischen Namen Mumiy Troll sollte für Russland die Nachfolge von Fräulein-Wunder Alsou antreten – hatte aber mit ihrer „Lady Alpine Blue“ einen recht schweren Stand, 37 Punkte reichten aber immerhin für Platz 12. Auch die Litauer setzten in Kopenhagen auf Ausgefallenes – aber bitte mit Stil: „You Got Style“ hieß ihr mit Rapeinlagen versetzter Song, gesungen von der Gruppe Skamp, der genau einen Platz hinter den Russen landete.


Schweden verließ sich in diesem Jahr auf Altbewährtes, nämlich auf seine ABBA-Revival in Form der vierköpfigen Gruppe Friends und ihrem Song „Listen To Your Heartbeat“. Auch 27 Jahre nach "Waterloo" war dieser Sound immer noch gut für einen Platz unter den ESC-Top Ten. Da spielten dann auch die Plagiatsvorwürfe keine Rolle mehr (Der Titel hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem belgischen Beitrag von 1996).


So stark wie der 2000er Debütant Lettland in Stockholm ein Jahr zuvor eingestiegen war,  so kläglich sollte er in Kopenhagen scheitern. Die Nachbarn Litauen und Estland bewahrten Arnis Mednis und seinen komödiantisch angehauchten Titel „Too Much“ mit jeweils acht Punkten davor, die rote ESC-Laterne nach Hause zu tragen. Platz 18 gemeinsam mit den Niederländern stellte die Teilnahme am ESC 2002 erst einmal in Frage ...“Too Much“ war nicht gefragt und „Too Long“ auch nicht, denn so hieß der Titel des polnischen Sängers Piasek, ein großer Schlagerstar in seiner Heimat. Sein Titel hatte nicht nur einen ähnlichen Namen, sondern passte auch in die gleiche Sound-Schublade, aber der Funke auf das europäische Publikum wollte auch hier nicht überspringen. 11 Punkte reichten nur für Platz 20.


Auf die Zahl 10 hatten sich in diesem Jahr die Kroaten eingefahren: Startnummer 10, zweimal zehn Punkte als höchste Bewertung aus der Türkei und aus Malta plus sieben Punkte aus Bosnien & Herzegowina und Griechenland, garniert mit fünf Punkten aus Slowenien und drei aus Deutschland brachten Vanna und ihre „Strings Of My Heart“ schließlich auf – wie könnte es anders sein – Platz zehn. Mit dieser wunderschönen Stimme hatten sich die Kroaten sicherlich mehr erhofft.


Männer-Duos lagen seit 2000 im Trend – so interpretierten offensichtlich die Portugiesen ihren ESC-Versuch anno 2001 und sandten das Duo MTM mit „Só sei ser feliz assim“ ins Rennen. Dennoch sollte Portugal – einer der Abonnenten auf die hinteren Ränge - mit Platz 17 auch dieses Jahr seinem „Unter ferner liefen“ Trend nicht entkommen können – einziger Trost: 12 Punkte aus Frankreich, dem Land mit dem höchsten Anteil portugiesischer Gastarbeiter in Europa!!!


Ganz im Gegensatz zu einem der Abonnenten auf den ESC-Sieg, nämlich Irland vertreten durch Gary O’Shaughnessy, welches seinem Siegestrend 2001 ganz und gar nicht gerecht werden sollte. „Without Your Love“ sollte sich für Gary bewahrheiten, denn die Liebe der Zuschauer für seinen Song konnte er überhaupt nicht gewinnen. Insgesamt sechs Punkte aus Portugal und vom Insel-Nachbarn UK bescherten dem ESC-Rekord-Siegerland Platz 21. Und es geschah, was viele ESC-Fans nicht fassen konnten: 2002 ein Eurovision Song Contest ohne Irland.


Im Vorjahr hing Spanien mit „Colgado de un sueño“ noch an dem Traum vom ESC-Sieg, 2001 sollten sie diesem Ziel ein wenig näher kommen. David Civera begeisterte die Zuschauer mit „Dile que la quiero“ (Sag ihr, dass ich sie liebe) und siehe da, der flotte Latino-Pop kam sehr gut an, besonders in Israel (12 Punkte). 76 Punkte reichten für Platz sechs.

 

Genau den umgekehrten Weg schlugen die Türken ein, sie überraschten 2000 mit einer tollen Mischung aus Orient- und Latino-Pop und schickten 2001 eine Ballade gesungen von Sedat Yüce ins Rennen. “Sevgiliye son“ rettete gerade noch mit Platz 11 die Qualifikation für 2002. Nachbar Griechenland half hierbei kräftig aus mit zehn Punkten.

 

Weiterer Mittelmeer-Latino-Pop kam aus Malta von Fabricio Faniello „Another Summer Night“, hatte jedoch nicht ganz die Wirkung wie der Titel aus Spanien und schaffte es gerade so in die Top Ten. Zum guten Schluss gab’s 12 Punkte vom Gastgeber Dänemark, letztendlich waren es 48 Punkte und Platz neun.


Das Mutterland des Chanson dagegen setzte auf Altbewährtes: „Je n’ai que mon âme“, ein wunderschönes Chanson gesungen von einer Gesangs- und Musical-erfahrenen jungen Dame namens Natasha St-Pier, die auf jeden Fall mehr zu bieten hatte als „nur“ ihre Seele, nämlich eine phantastische Stimme. Dreimal gab’s die Höchstpunktzahl aus Bosnien & Herzegowina, aus Russland und aus Portugal. Polen und Estland legten noch jeweils zehn Punkte oben drauf, und Natasha errang seit 1997 erstmals wieder eine Top Ten-Platzierung für Frankreich: Platz vier und 142 Punkte.


Toyotas werden zwar in Japan gebaut, dennoch machten sich dieses Jahr die Briten das Thema „Nichts ist unmöglich“ zu eigen. „No Dream Impossible“, gesungen von der jungen Lindsay D. (Dracass) sollte den Traum vom ESC -Triumph wahrmachen. Dieser endete jedoch bei einem enttäuschenden 15. Platz, denn die höchste, wenn auch mehrfach vergebene Punktzahl war die Drei, und nur mühsam kamen 28 Punkte für Lindsay zusammen.


Hätten EON oder Yellow Strom diesen ESC gesponsert, hätten sie zweifellos die slowenische Sängerin Nuša Derenda meistbietend zu ihrem Maskottchen ernannt. Nuša sang von dem, was sie am meisten ausstrahlte, nämlich von „Energy“, begleitet von Feuerwerk auf der Stadion-Bühne. Sie war der große Favorit des ESC 2001, dennoch reichten 70 Punkte leider „nur“ für Platz sieben. Die Höchstpunktzahl kam mit zehn Punkten vom Nachbarn Bosnien & Herzegowina.


Kopenhagen – 22:00h – Der Saal kocht und das Dekolletée hält! Und Michelle, die deutsche Vertreterin 2001, ihre Ausstrahlung und ihre tolle Stimme hielten ebenfalls, was sie bei der Vorentscheidung bereits versprochen hatten. Nach einigen umstrittenen Beiträgen sandte Deutschland mal wieder eine typische Schlager-Ballade ins Rennen, und siehe da – Der deutsche Schlager ist nicht tot! Michelle setzte mit Endplatzierung acht die Top Ten-Serie der deutschen ESC-Beiträge erfolgreich fort. Besonders die iberische Halbinsel mochte unseren Titel „Wer liebe lebt“, denn aus Spanien und Portugal gab es jeweils zehn Punkte.


ESC 2002 – Männerduo die Zweite. Die karibisch/estnische Mischung aus Dave Benton und Tanel Padar versuchten es locker lässig vom Hocker bzw. vom Teppich, denn sie sangen von Teppich Aufrollen und Tanzen im Wohnzimmer für Jedermann. „Everbody“ war ein lockerer Uptempo-Popsong, leichte Kost für jedermann und lud zum Tanzen vor dem ESC-Bildschirm ein. Und diese Einladung traf unmissverständlich ins Schwarze! Neunmal Höchstpunktzahl 12 , viermal zehn Punkte und eine Endpunktzahl von 198 Punkten bedeuteten den zweiten Außenseitersieg in Folge in der Geschichte des ESC. Dave und Tanel wussten kaum, wie ihnen geschah, und das estnische Fernsehen scheinbar ebenso, denn nun hieß es Ärmel hochkrempeln für den ESC 2002 in Tallinn.


Last but not least machten zwei große Favoriten ihrer Rolle alle Ehre: Griechenland trat an mit Antique und „Die For You“ und stand zum ersten Mal in seiner ESC Geschichte auf dem Siegertreppchen. 147 Punkte und Platz drei gab es nicht nur für den wahrscheinlich tiefsten Rückenausschnitt des Abends, sondern auch für einen klasse Popsong und eine tolle Darbietung. In Schweden und Spanien fand dieser Sound besonders guten Anklang und es gab die Höchtstzahl 12.


Einen unglaublichen Begeisterungssturm lösten natürlich Rollo & King aus dem Gastgeberland aus mit ihrem fetzigen „Never Ever Let You Go“. Sechsmal gab es 12 Punkte aus Israel, Norwegen, Kroatien, Irland, Deutschland und Estland. Fast wäre mit 177 Punkten der zweite Sieg in Folge geglückt. Am Ende fehlten jedoch 12 Punkte zwischen Estland und Dänemark.


Man durfte also sehr gespannt sein auf den ersten Eurovision Song Contest im ehemaligen Ostblock!

 

  


 

DIE TEILNEHMER

 

 Tab1Tabelle 2

Tabelle 3

Tab5

Tab7

Tab6

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scorebaord2

 

 

Scoreboard 95© DR


 
         


 Teilnehmer 2001 copy


 

AUS DER PRESSE

 


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