Der Eurovision Song Contest 2009


 

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54. Eurovision Song Contest - 16. Mai 2009
      Moskau

Halle Olimpiysky Arena
Moderation Alsou & Ivan Urgant
Pausen-Act Fuerza Bruta
Wertung Jury-/Televoting 50/50% -  Die ersten zehn Titel bekommen jeweils die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 42 Länder (Finale 25 / Semifinale 1 - 18 , Semifinale 2  - 19)

 

Siegerland: Norwegen


israel

Interpret:

Alexander Rybak

Titel:

"Fairytale"

Musik & Text:

Alexander Rybak

Sieger 09© EBU
 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale - 16. Mai 2009
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Norwegen Alexander Rybak Fairytale 387 20
2. Serbien Montenegro Island Yohanna
Is It True? 218 7
3. Aserbaidschan AySel & Arash Always 207 11
4.
Türkei Hadise Düm Tek Tek
177 18
5. Ver. Königreich Jade Ewen It's My Time 173 23
6.
Estland Urban Symphony Rändajad 129 15
7. Griechenland Sakis Rouvas This Is Our Night 120 8
8. Frankreich Patricia Kaas Et s'il fallait le faire 107 3
 9. Bosnien & Herzegowina Regina Bistra voda 106 12
10.
Armenien Inga & Anush Jan Jan 92 9
11. Russland Anastasiya Prikhodko Mamo 91 10
12.
Ukraine Svetlana Loboda Be My Valentine (Anti-crisis Girl) 76 21
13. BOS Dänemark Brinck Believe Again 74 16
14.
Moldau Nelly Ciobanu Hora din Moldova 69 13
 15. BOS Portugal Flor-de-Lis Todas as ruas do amor 57 6
16. BOS Israel Noa & Mira Awad There Must Be Another Way 53 2
17. Albanien Kejsi Tola Carry Me In Your Dreams 48 19
18. MA Kroatien Igor Cukrov feat. Andrea Lijepa tena 45 5
19. BOS Rumänien Elena The Balkan Girls 40 22
20. MA Deutschland Alex Sings Oscar Sings! Miss Kiss Kiss Bang 35 17
21. MA Schweden Malena Ernman La voix 33 4
22. MA Malta Chiara What If We 31 14
23. MA Litauen Sasha Son Love 23 1
24. BOS Spanien Soraya La noche es para mi 23 25
25. MA Finnland Waldo's People Lose Control 22 24

  


 

Semifinale 1 - 12. Mai 2009
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Island Yohanna Is It True? 174 12
2. Türkei Hadise Düm Tek Tek 172 9
3. Bosnien & Herzegowina Regina Bistra voda 125 18
4. MA Schweden Malena Ernman La voix 105 5
5. Armenien Inga & Anush Jan Jan 99 6
6. MA Malta Chiara What If We 86 17
7. BOS Israel Noa & Mira Awad There Must Be Another Way 75 10
8. BOS Portugal Flor-de-Lis  Todas as ruas do amor   70  16
9. BOS Rumänien Elena The Balkan Girl  67  14
10. EJR Mazedonien Next Time Nesto sto ke ostane 45 13
11. Montenegro Andrea Demirović Just Get Out Of My Life 44 1
12. Finnland Waldo's People Lose Control 42 15
13. Belarus Petr Elfimov Eyes That Never Lie 25 4
14. Schweiz Lovebugs The Highest Heights 15 8
15. Andorra Susanne Georgi La teva decisió (Get A Life) 8 7
16. Bulgarien Krassimir Acramov Illusion 7 11
17. Belgien Copycat Copycat 1  3
18. Tschechische Republik Gipsy.cz Aven romale 0 2
Semifinale 2 - 14. Mai 2009
1. Norwegen Alexander Rybak Fairytale 201 6
2. Aserbaidschan AySel & Arash Always 180  12
3. Estland Urban Symphony Rändajad 115 18
4. Griechenland Sakis Rouvas This Is Our Night 110 13
5. Moldau Nelly Ciobanu Hora din Moldova 106 15
6. Ukraine Svetlana Loboda Be My Valentine (Anti-crisis Girl) 80 17
7. Albanien Kejsi Tola Carry Me In Your Dreams 73 16
8. Dänemark Brinck Believe Again 69 9
9. Litauen Sasha Son Love 
66  14
10. Serbien Marko Kon & Milaan Cipela 60 4
11. Irland Sinéad Mulvey & Black Daisy Et cetera 52 2
12. Polen Lidia Kopania I Don't Wanna Leave 43 5
13. Kroatien Igor Cukrov feat. Andrea Lijepa tena 33 1
14. Zypern Christina Metaxa Firefly
32 7
15. Ungarn Zoli Ádok Dance With Me 16  11
16.  
Slowenien Quartissimo feat. Martina Love Symphony  14 10
17. Niederlande De Toppers Shine 11 19
18. Serbien-Montenegro 
Slowakische Republik Kamil Mikulič & Nela Pocisková
Let' tmou 8 8
19. Lettland Intars Busulis Probka 7 3

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN  

 

Halle 09© ECG e. V.

Eine Bühne von der Größe eines Fußballfeldes, umstellt von gigantischen Leinwänden, die individuell zu jedem Beitrag das entsprechende Film- und Bildmaterial lieferten, sollte der größten Musikshow der Welt die Krone aufsetzen – Hut ab vor den Russen, die ein erstklassiges ESC-Gastgeber-Debüt absolvierten. 

Ein spezielles Motto gab es nicht, das Logo zeigte einen Fantasie-vogel.

Die Bühne in der Olympiahalle von Moskau war so groß, dass sie das bisher einzige Mal an der Längsseite der Halle aufgebaut wurde. EIn Drittel der weltweit verfügbaren LED-Wände wurden hier aufgestellt.  Der damalige Premierminister Wladimir Putin überzeugte sich höchstpersönlich vom Fortschritt der Vorbereitungen, sowohl in der Halle als auch im Pressezentrum. 

Zur Eröffnung des Finales hatte man den "Cirque du Soleil" aufgeboten, und der Pausen-Act  mit "Fuerza Bruta" aus Argentinien war der bisher wohl spektakulärste in der ESC-Geschichte.

43 Länder hatten ihre Teilnahme zugesagt, doch die EBU verlangte statt des eingereichten Songs "We Don't Wanna Put In" (was als eine Anspielung auf Putin aufgefasst wurde und damit politisch und regelwidrig) einen anderen Song. Daraufhin verzichtete Georgien auf die Teilnahme!

 

Moderatoren 05© Channel One

Erstmals seit der Einführung der Semifinale gab es verschiedene Moderatorenpaare für die Halbfinalshows und das Finale: Während  das Model Natalya Vodyanova und TV-Moderator Andrey Malakhov durch die Semifinals führten, moderierte die Zweitplatzierte von 2000, Alsou, das Finale gemeinsam mit Ivan Urgant.

 

Alsou baute nach dem zweiten Platz 2000 ihre Karriere weiter aus, so wurde sie 2001 mit dem "Wold Music Award" als "Best Selling Russian Act" ausgezeichnet und ging 2005 mit der Gruppe "Westlife" auf Tournee. Im gleichen Jahr debütierte sie auch als Schauspielerin. Seit 2013 ist sie eine der drei Moderatoren einer Samstagabend-Show.

 

Ivan Urgant ist ein sehr bekannter russischer TV-Moderator. Seit 1999 präsentierte er diverse Shows. Seit 2003 leitete er eine Castingshow, und von 2008 bis 2012 war er Mitglied im Team der Sendung "Prozhektor periskhilton", der russischen Version von "7 Tage, 7 Köpfe". Seit 2012 hat er eine eigene Late-Night-Show.

 

 

 

Der Eurovision Song Contest ist seit 1956 europäische Fernsehrealität, aber von alljährlicher Routine kann schon lange keine Rede mehr sein. Regeländerungen sind inzwischen fast Jahr für Jahr an der Tagesordnung. In diesem Jahr nun sollte die früher vielgeschmähte Jurywertung wieder mit zum Zuge kommen. 

In den Semifinalen bestimmten nationale Jurys aus fünf Mitgliedern (allesamt Musikprofis) über den 10. Finalplatz (das kostete in diesem Jahr Serbien und EJR Mazedonien die Finalteilnahme). Im Finale setzte sich das Endergebnis zu gleichen Teilen aus den Wertungen der Jurys und des Televoting zusammen.

 

FAZIT

 

Der ESC 2009 sollte die Show der Superlative werden – nicht nur weil sie von den Russen ausgerichtet wurde, die ein Jahr zuvor keine Mühen gescheut hatten, endlich zu gewinnen, sondern weil auch viele bekannte Namen wie Andrew Lloyd Webber, Patricia Kaas oder Chiara engagiert wurden, um ihrem Land den gewünschten ESC-Ruhm zu(-rückzu)bringen. 

 

Bunt war es nicht nur auf der Bühne, sondern auch klanglich, denn so vielfältig wie 2009 war der europäische Musik-Blumentopf lange nicht mehr. Dabei wurde weniger auf Bühnenshow als auf verschiedene Musikstile zurückgegriffen.

 

Der gute alte Rock’n Roll mit Elvis-Schmalz-Locke und Pettycoat sollte es den Belgien leichter machen, leider waren Oldies diesmal nicht gefragt – wieder keine Finalteilnahme für die Belgier …

Alteingesessenes wie Friedenssongs aus Israel oder Oriental-Beat aus der Türkei waren hier weitaus erfolgreicher, qualifizierten sich fürs Finale, und Hadise aus der Türkei schaffte es sogar unter die Top Fünf.

Auch die hohe Opernstimme von Malena Ernman aus Schweden  (Mutter von Umweltaktivistin Greta Thunberg) konnte im Halbfinale überzeugen, wurde aber im Finale auf Platz 21 verwiesen.

 

Ruhig ließ es Sasha Son aus Litauen angehen, fetzig spritzig die Portugiesen. und AySel feat. Arash aus Aserbaidschan schafften es mit flottem Latin Pop sogar auf die unterste Stufe des Siegertreppchens.

 

Deutschland versuchte es nach 2007 wieder mit Swing: mit jungem Blut am Mikrofon, erfolgserfahrenen Händen am Komponisten-Flügel und dem Top-Model der Burlesque auf dem Sofa. Von der im vornehmen Smoking auf der Echo-Verleihung stilvoll uraufgeführten „Miss Kiss Kiss Bang“ hatten „Alex Swings Oscar Sings“ leider nicht mehr viel übrig gelassen. Goldene Glitterhosen und ein tiefes Dekolletée gaben dem Ganzen eher einen verruchten Reeperbahn-Touch. Der 20. Platz war sicherlich eine Enttäuschung, auch wenn von den Künstlern alles gegeben wurde. Weniger kann manchmal doch mehr sein – das gilt wohl auch für den ESC?! 

 

Yohanna aus Island dagegen ließ es ruhiger angehen und fragte zweifelnd „Is it true?“ - und das mit einer wunderschönen glasklaren Stimme zu einem märchenhaften Bühnenbild. Auf der großen Leinwand hinter ihr wurde eine Ozean-Märchenwelt mit Delfinen dargestellt – eine großes Kompliment an die Arrangeure aus Island und Russland, die dieses perfekte Paket aus Stimme, Ausstrahlung, Bühnenbild und Ton gebastelt haben – ein Augenschmaus für ein Millionenpublikum und ein absolut verdienter zweiter Platz für Island! 

 

Nicht nur Yohanna aus Island hatte 2009 Zweifel an der Realität: Es fiel auf, dass viele Titel sich mit Zweifeln, Täuschungen und Unwahrheiten beschäftigen: Israel suchte einen anderen Weg „There Must Be Another Way“, Malta wollte wissen „What If We …“, Bulgarien sang von „Illusion“, Norwegen zog mit und sang von „Fairytales“, Finnland wollte gleich die Kontrolle verlieren „Lose Control“.  

 

Zweifel, Illusion und Unsicherheit waren beim Beitrag des Vereinigten Königreiches allerdings absolut fehl am Platze: „Meine Zeit ist gekommen“ = „It’s My Time“ sang Casting-Star Jade, begleitet vom Star-Komponisten Andrew Lloyd Webber. Ja, die Zeit war reif für einen Platz unter den Top Fünf für das Vereinigte Königreich, endlich waren sie wieder vorne mit dabei mit einer großen Stimme und einer sehr gelungenen Darbietung – Congratulations UK! 

 

„Diese Nacht ist unsere“ = „This Is Our Night“ meinte ESC-Rückkehrer Sakis Rouvas. Nach seiner akrobatischen Tanznummer von 2004 ließ er diesmal lieber die Bühnen-Deko für sich arbeiten, die ihn auf einer großen Glasrampe während seines Songs in die Lüfte hob – die Nacht für Sakis und seine europäische Fan-Gemeinde sollte immerhin auf Platz sieben enden. 

 

Einen textlich exotischen Ausreißer leisteten sich dieses Jahr die Zyprioten mit Christina Metaxas, die „Glühwürmchen“ besang, Es war eine durchaus gelungene Nummer mit passender Darstellung, die aber zu lange brauchte, um melodisch in Schwung zu kommen – leider konnte die sympathische Christina sich keine Finalteilnahme für Zypern angeln.

Ausreißer in puncto Outfit waren 2009 eindeutig und ungeschlagen die Niederländer. De Toppers in silbernen, blendenden Kombinationen machten zwar ihrem Titel „Shine“ alle Ehre und schienen über die Bildschirme noch in jeden Winkel Europas hinaus, der Stil ihres Songs hätte aber eher zu einem 1970er Jahre Schlager-Grand-Prix-Pausenknüller gepasst – Platz 17 von 19 Teilnehmern im Halbfinale sprach somit für sich.

 

Als „Geschmacksverstärker“ in puncto Haute Couture de la Chanson könnte man Inga & Anush Arshakyan aus Armenien bezeichnen, die traditionelle Kostüme und Gesänge aus ihrer Heimat vortrugen und einen erfolgreichen zehnten Platz ergatterten. 

 

Für Ausreißer-Titel waren in den letzten Jahren nicht selten die Franzosen zuständig, doch gerade Frankreich wollte dieses Jahr gar nichts anbrennen lassen: Sie schickten eine der Grandes Dames des Chansons ins Rennen: Patricia Kaas sang mit vielen Vorschusslorbeeren für Frankreich. „Et s’il fallait le faire“ – „Und wenn ich es tun müsste” – Und wenn eine Stecknadel während ihres Auftritts im Publikum den Kampf gegen die Schwerkraft verloren hätte, wäre es zu hören gewesen. Ein gebanntes Publikum in der Halle und sicher auch Millionen an den Bildschirmen lauschten einer Sängerin, die zwar nicht mit jugendlichem Charme aber mit der kämpferischen Ausstrahlung einer erfahrenen gesangsstarken Diva ihren Beitrag vortrug und dafür tosenden Applaus kassierte – und Frankreich die Rückkehr unter die Top Ten des ESC bescherte – Platz acht für die Diva des ESC 2009.

 

Vom üblichen ESC-Getümmel abheben wollte sich sicher auch Svetlana Loboda aus der Ukraine. „Be My Valentine“ hieß ihr Titel, aber von Valentinsromantik war auf der Bühne NICHTS zu sehen – es war eher eine pure Akrobatik- und Klamauk-Show  des selbsternannten "Anti-Crisis–Girls",  „Let’s Get Loud“ hätte hier besser gepasst.

 

Den ESC gewinnen ist für viele junge Künstler ein Märchen, für einen wurde es am 16. Mai 2009 wahr. Der junge Alexander Rybak aus Norwegen kam, sah und überzeugte mit jugendlichem, unbeschwertem Charme, Virtuosität auf der Violine, Elan und einem Lied, das ganz Europa mitriss. Das Märchen von der nicht ganz einfachen Liebe, die tagsüber von Streit und nachts von Leidenschaft erfüllt war, bekam von allen stimmberechtigten Nationen Punkte und 16 von ihnen belohnten ihn mit der Höchstpunktzahl 12 – das ergab die märchenhafte Rekord-Punktzahl 387 Punkten, 169 Punkte vor dem zweitplatzierten Island – sicherlich ein neuer Meilenstein in der ESC-Geschichte: das Märchen von Moskau featuring Alexander, der großen ESC-Violinist.

 

 


 

DIE TEILNEHMER - FINALE

 

 Tab1Tabelle 2

Tab3

Tab5

Tab7

Tab6

Tab7

 

 


  

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

 Tab1Tabelle 2

Tabelle 3

Tab5

Tab7

 

 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

 

SF2a

SF2b

SF2c

SF2d

SF2e

 


  

DIE WERTUNG - FINALE

 

 Scoreboard Finale© ECG e. V.



 DIE TELEVOTING-FINALWERTUNG

 

Scoreboard des Televoting© ECG e. V,

 

DIE JURY-FINALWERTUNG
 

Scoreboard Finale Jury© ECG e. V,

 

DIE WERTUNG - SEMIFINALE 1 + 2

 

Scoreboard 95© ECG e. V.

Semi 2 Wertung© ECG e. V.


         


 

AUS DER PRESSE

 

Schall und Rauch

von Frank Nienhuysen, Süddeutsche Zeitung, 18.05.2009

Im Fegefeuer der Peinlichkeiten: Beim Eurovision Song Contest war Pyrotechnik wichtiger als gute Musik 

Es ist schon halb vier in der Früh, als Alex Christensen noch immer nach dem richtigen Schlüssel sucht und ihn doch nicht finden kann. Ratlos steht er da in Jeans und schwarzem Blouson und stellt Fragen, die doch eigentlich Antworten sein sollten. „Was muss man noch machen?“, sagt er. „Vielleicht noch mehr CDs verteilen? Den Schlüssel, wie man zwölf Punkte macht, den kenne ich noch nicht. Könnt ihr nicht mal bei den Osteuropäern nachfragen?“

Gerade eben ist die Punktevergabe beendet worden beim ESC in Moskau, und es ist wieder einmal nicht viel, was für Deutschland übrig blieb. Dass diesmal alle 42 angetretenen Länder ihre Ergebnisse verkünden durften, dehnte die Qual nur noch mehr, denn so mussten Christensen und sein Partner Oscar Loya erdulden, wie 30 Staaten das deutsche Lied „Miss Kiss Kiss Bang“ gleich ganz ignorierten. Punkte gab es nur aus elf Nationen, darunter jeweils sieben aus Großbritannien und Dänemark, 35 insgesamt. Platz 20 von 25 Ländern. Das war besser als der letzte Rang im Vorjahr, aber auch schlechter als ein einstelliges Ergebnis, das sich „Alex swings Oscar sings“ vorgenommen hatten.

Vor ein paar Tagen hatte Christensen für sein Dance-Album „Euphorie“ in Moskau noch Platin gewonnen, er ist ein sehr erfolgreicher Komponist, produzierte für Paul Anka, Right Said Fred, Tom Jones, Yvonne Catterfeld, und mit seiner Techno-Variante der Titelmelodie aus dem Film „Das Boot“ erreichte er in 22 Ländern Platz eins. Aber beim Eurovision Song Contest? Es ist schwer, in dem aufgeblähten Wettbewerb den Geschmack der Zuschauer an der Costa Brava ebenso zu treffen wie am Finnischen Meerbusen und dem Kaspischen Meer. Auch der Auftritt der Burlesque-Tänzerin Dita von Teese brachte nicht viel außer etwas Rummel am Rande. „Vielleicht ist es ein bisschen sehr viel Plastik gewesen“, sagt Guildo Horn aus der deutschen Jury. Und so gesteht Christensen bei einem Glas Wodka ein: Unser Auftritt war super, das Lied hat Qualität, aber Platz 20 ist eine echte Niederlage.“

Das deutsche Duo setzt außerdem vor allem auf den amerikanischen Markt. „In Deutschland haben wir das Lied ja nur mit der Brechstange ins Radio bekommen“, erzählt Christensens Manager Volker Neumüller, der auch Jury-Mitglied der RTL-Castingshow „DSDS“ ist. Irgendwie habe es ein „Gefühl gegen den Beitrag“ gegeben, gegen den amerikanischen Sänger Oscar Loya. Und auch gegen Dita von Teese. Dafür seien Christensen und Loya in Amerika als einzige der Eurovisionsteilnehmer bei Oprah Winfrey gewesen, und bei CNN waren sie auch.

Vielleicht lässt sich ihr neues Album „Heart 4 Sale“ ja in Amerika gut vermarkten, aber in Europa darf erst einmal der Norweger Alexander Rybak abschöpfen. Er scheint den Schlüssel gefunden zu haben. Sein Lied „Fairytale“ ist ein fröhliches Folklore-Feuerwerk, am Bühnenrand sprühten dazu die Funken-Fontänen, flott spielte er die Geige, sang auch noch gut, und so riss er mit seinem schmissigen Song ganz Europa mit. 16 Länder gaben dem jungen Sänger in dem Kellner-Anzug die höchste Punktzahl. „Das war Weltklasse“, sagt Alex Christensen, „er sieht gut aus, spielt gut, singt gut, ein Zauberkünstler.“

Über den Sieger dürften viele Menschen in den westeuropäischen Ländern erleichtert sein. Rybak entkräftet den Vorwurf, vor allem die osteuropäischen Staaten bündelten kartellartig ihre Stimmen und schütteten sie ausschließlich über ihre jeweiligen Nachbarn aus. Norwegen kann nachbarschaftliche Beziehungen allenfalls zu Schweden, Finnland und im Nordzipfel noch zu Russland pflegen.

Russland hat als Gastgeber der Eurovision immerhin gezeigt, zu was es fähig ist. Ein aufwändiges, farbiges Bühnenspektakel hat es geboten, eine Liveschaltung zur Raumstation ISS, und Alexander Barannikow, der Regierungsbeauftragte für den Musikwettbewerb, sagte, „wir haben allen bewiesen, dass Russland ein modernes und mächtiges Land ist“. Europa werde es schwer haben, „uns beim nächsten Mal zu übertreffen“. Einige Homosexuelle konnten sich die Show allerdings wohl nicht mehr live ansehen. Sie wurden vorübergehend festgenommen. Es war Samstagmittag, als sich ein paar Dutzend Schwule trotz eines Verbots an den Sperlingsbergen versammelten, wo sich sonst Brautpaare vor dem Moskauer Panorama fotografieren lassen. Es waren nicht viele, und schnell wurden es noch weniger. Den Organisatoren der Demo, Nikolaj Alexejew, packten gleich vier Sicherheitsbeamte an Händen und Füßen und brachten ihn in einen wartenden Bus. Auch der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wurde mitgenommen. Als Letzten traf es einen Amerikaner aus Chicago. Die Protestparade war bereits aufgelöst worden, als er noch ein Interview gab. Die Traube der Journalisten um ihn herum war dicht, doch zwei Beamte nahmen ihn entschlossen mit in den Gefangenen-Bus, wo er mit Applaus begrüßt wurde.

Die Organisatoren der Parade hatten an die Künstler der Eurovision appelliert, den Grand Prix in der Moskauer Olympiahalle zu boykottieren, aber dazu waren diese natürlich nicht bereit. Nur die niederländische Gruppe The Toppers hatte erklärt, sie würde im Finale aus Protest nicht auftreten, sollte die Schwulendemonstration von der Polizei aufgelöst werden. Doch es kam gar nicht so weit, The Toppers schieden im Halbfinale aus, und so blieb die Bühne vor allem dem Norweger Rybak, den Sängerinnen aus Island, Aserbaidschan, der Türkei und Patricia Kaas überlassen. Sie nutzten sie, und Gastgeber Russland war rundum zufrieden. Auch wenn die russische Vertreterin nur Platz elf erreichte. 

 
 

Bescheidener Wunderknabe

von Hans-Hermann Kotte, Frankfurter Rundschau, 18.05.2009

Wie der 23-jährige Alexander Rybak den Ost-West-Graben der Schlagerwelt überwand 

 

Es ist wohl sein Bubencharme gewesen, der über alle Zielgruppen und Ländergrenzen hinweg funktionierte. Er knipste sein Lächeln an, das trotzdem nicht wie an angeknipst wirkte. Und dann wirbelte er mit seiner Geige und dieser altmodischen Weste über die Bühne – als Fiddler on the Roof, eine Figur, die seit Jahrzehnten im popkulturellen Gedächtnis herumfiedelt. „Fairytale“ hieß das schmissige Liebeslied – Märchen kennt man ja auch überall.

Alexander Rybak, 23, gebürtiger Weißrusse aus Norwegen, hat den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen – mit neuem Punkte-Rekord. Von mehr als der Hälfte der abstimmenden Länder erhielt Norwegen die maximalen 12 Punkte, am Ende waren es 387. Damit lag das Land weit vor Island und Aserbaidschan.

Alex Sings Oscar Swings, das deutsche Duo, kam mit der Swing-Disco-Nummer „Miss Kiss Kiss Bang“ nur auf Rang 20. Eine weitere Pleite für den deutschen ESC-Veranstalter NDR – im vergangenen Jahr waren die No Angels auf Platz 23 gekommen.

Rybak, der den dritten Sieg für Norwegen holte, ist Profi durch und durch. Er begann schon mit fünf Jahren Geige und Klavier zu spielen. Komponieren kann er auch, er leitetet ein Jugendsinfonieorchester. Eine Art Wunderkind, das aber nicht allzu streberhaft wirkt. Humor bewies er beim Wettkampf auch noch: Nach seinem Triumph sagte er auf Norwegisch: „Ich komme am Montag um 11 Uhr auf dem Osloer Flughafen an, wäre schön, wenn mich dort fünf, sechs Leute begrüßen würden...“

Gegen Rybak sahen viele alt aus, das deutsche Duo besonders. Weder die Personen noch der Song konnten überzeugen. Alex und Oscar waren als programmierter Erfolg gedacht: Man nehme einen Spezialisten für prolligen Pop („Du hast den schönsten Arsch der Welt“), einen schwulen Musical-Sänger und eine Edel-Stripperin. Sex sollte es bringen. Doch Burlesque-Tänzerin Dita von Teese wirkte wie ein Fremdkörper – mit viel Nacktheit konnte sie ohnehin nicht punkten, da die Veranstalter ihr nach der Probe untersagt hatten, Nippel zu zeigen – selbst bedeckte. So oder so ging die Kalkulation nicht auf, da fehlte die gewisse Restwärme. „Ungeil“ sei das Ergebnis, kommentierte Alex nach der Niederlage.

Wie der programmierte Erfolg dagegen funktionieren kann, zeigten die Briten und Franzosen. Für die Insel ging die Musical-Legende Andrew Lloyd-Webber mit einer monumentalen Schmonzette an den Start, gesungen von der jungen Interpretin Jade Ewen. Der Komponist, der wahrlich keine Schönheit ist, setzte sich selbst an den Flügel. Doch auch seine schildkrötenhafte Erscheinung konnte einen respektablen fünften Platz nicht verhindern.

Und die Franzosen schlugen sich mit dem modernen, aber sehr klischeehaften Chanson von Patricia Kaas ausgesprochen gut: immerhin achter Platz. Aber vielleicht hat der Erfolg dieser beiden Vertreter von „Old Europe“ auch mit den veränderten Regeln zu tun? Schwer zu sagen, welche Wirkung die nationalen Jurys hatten, die diesmal neben dem Televoting der Zuschauer wieder mit entscheiden durften. Die Jurys sollten die angebliche Vormachtstellung der Osteuropäer verhindern – die viel gescholtenen Freundschaftspunkte für benachbarte Nationen gab es dennoch. Der Song Contest war eine große Show: Bühne und Lichtanlage waren riesig und schufen für jeden Song eine originelle Atmosphäre, dazu Showeinlagen des Cirque du Soleil, eine Liveschalte zur Raumstation ISS. Es hätte ein Märchen, „Fairytale“, sein können. Hätte.

Denn es war eine Schande, wie die russische Staatsmacht brutal gegen Schwule und Lesben durchgriff, die die internationale Aufmerksamkeit für ihre Gay-Parade nutzen wollte. Nach den Verhaftungen blieben sichtbare Zeichen der Solidarität von Seiten der nach Moskau gereisten schwulen ESC-Fans aus. Auch die Künstler im Saal und die Offiziellen der Eurovision hielten still.

In der Auftakt-Show der ARD wurde der deutsch-russische Autor Wladimir Kaminer zum Polizeiübergriff befragt. Er meinte, dass man Russland noch Zeit geben müsse, damit sich dort eine Toleranz wie im Westen entwickeln könne; auch die Russen würden die Schwulen doch eigentlich lieben. Das waren schwache, letztlich feige Äußerungen und schwerlich als Kaminers übliche Ironie zu verstehen. Er erwies sich als ein etwas anderer Märchenerzähler.

 

 

Europa hat gewählt 

von Christian Pohl, DIE WELT

Deutschland landet beim Eurovision Song Contest auf einem Schlussplatz.

Norwegen gewinnt haushoch. Warum nur?  

 

Inzwischen müssten die Deutschen sich eigentlich daran gewöhnt haben: Beim Eurovision Song Contest gewinnen sie einfach nicht. Nur Platz 20 (von 25) für das Trio von Alex Swings Oscar Sings. Immerhin: Neben dem Totalausfall mit dem letzten Platz der No Angels im vergangenen Jahr nimmt sich das Ergebnis geradezu als Sensationserfolg aus. Den europäischen Nerv scheinen die deutschen Beiträge beim größten Musikevent der Welt einfach nicht mehr zu treffen. Am mangelnden Siegeswillen kann es nicht liegen. Dass Oscar Loya, Alex Christensen und vor allem Dita von Teese sich nicht mit vollem Körpereinsatz ins Zeug gelegt hätten, kann niemand behaupten. Der US-Muscialsänger Loya steppte energiegeladen über die die Bühne und ließ die blendend weißen Zähne mit seiner silbernen Paillettenhose um die Wette blitzen. Und wenn das, was Burlesque-Tänzerin Dita vorführte, die entschärfte Version ihres Auftritts gewesen sein soll, dann will man sich nicht vorstellen, was ursprünglich geplant war: Mit Reitergerte in der Hand ritt die laszive, notdürftig gekleidete Diva auf einem Kussmund-Sofa und riss dem kalifornischen Sonnyboy sein ohnehin schon weit offenes Hemd beinahe vom Körper. Sex sells, das war die Rechnung von Christensen und Co.

Doch diese Kalkulation wollte dummerweise so gar nicht aufgehen. Hinterher hatten das natürlich alle schon geahnt: „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass jemand, der auf der Bühne steht, auch echt rüberkommt. Und vielleicht war die Dita ein bisschen sehr viel Plastik“, mutmaßte Guildo Horn, seines Zeichens ehemaliger Grand-Prix-Teilnehmer und Mitglied der deutschen Jury. Also alles Ditas Schuld? Am Song selbst zumindest sollte es wohl nicht gelegen haben. Denn auch wenn die Swing-Nummer „Miss Kiss Kiss Bang“ nicht gerade Musikgeschichte schreiben wird: Rein musikalisch gesehen waren mehr als fünf weitaus schlechtere Beiträge am Start. Darum deutet doch alles darauf hin, dass die deutsche Bühnenshow ein bisschen zu viel des Guten für gesamteuropäische Augen bot. Oder schlicht und ergreifend nicht den Nerv der Zeit getroffen hat.

Augenfällig wird das, nimmt man mal den Siegerbeitrag genauer unter die Lupe. Für Alexander Rybak hätte es mit „Fairytale“ märchenhafter nicht laufen können. Mit einem Rekordergebnis in der Grand-Prix-Geschichte von 387 Punkten deklassierten die Norweger die Konkurrenz und bekamen aus beinahe allen Teilnehmerländern hohe Wertungen. Das Erfolgskonzept: ein schmissiger, vor allem aber romantischer Titel. Und ein Sänger, der mit seinem verwuschelten Haar, jungenhaftem Grinsen und gerade mal 23 Jahren aussah, als sei er gerade eben der Schulbank entsprungen. Züchtig in weißem Oberhemd und schwarzer Weste, fiedelte Rybak sich mit der Geige in der Hand in die Herzen der Zuschauer. „Er ist der Harry Potter der Popmusik“, würdigte denn auch Alex Christensen den Gewinner. In Zeiten der Krise erscheint den Europäern jugendliche Unbedarftheit offenbar verheißungsvoller als schwüle Erotik. Aussagen für die Zukunft lassen sich daraus aber nicht ableiten. Denn schon beim nächsten Contest kann das alles ganz anders aussehen. Denn nach wie vor gilt: Der Grand Prix gehorcht seinen eigenen Gesetzen. Allerdings scheint die Experimentierfreude vorbei, eine neue Sachlichkeit hat Einzug gehalten. Kein Künstler tanzte aus der Reihe, die Songs waren mainstreamig, die Auftritte unkreativ. Gruppen wie die finnischen Hard-Rocker Lordi, die noch vor drei Jahren den Grand Prix gewannen, passen scheinbar nicht mehr ins Bild. Ein Verlust, war die Show doch in den letzten Jahren ein Garant für Schräges und Schrilles und zumindest in Deutschland gerade deshalb populär.

Und auch in anderer Hinsicht scheint der Song Contest am Beginn einer neuen Ära. Vorbei die Zeit, in der die Osteuropa-Mafia oder die Balkan-Connection den Sieger unter sich ausmachten. Zwar gab es auch dieses Mal wieder ein paar zugeschanzte Punkte unter guten Nachbarn, dominiert hat das die Vergabe allerdings nicht. Ob das neue Abstimmungsverfahren mit den zusätzlichen Stimmen der Experten-Jurys der einzelnen Länder dafür verantwortlich ist, muss sich aber erst noch beweisen.

 

Mensch… Oscar Loya!

von Dieter Lintz, Trierischer Volksfreund, 20.05.2009

 

Entschuldigung, dass es einen Moment gedauert hat, ich musste nur noch mal kurz Ihren Namen nachschlagen, ich hatte ihn seit Samstag schon wieder vergessen. Sie waren die eine Hälfte von dem debakulösen deutschen Duo beim Eurovision Song Contest.

„Eintagsfliege“ kann man Sie nicht nennen, denn die fliegen wenigstens 24 Stunden, bevor sie abstürzen.

War wohl gar nix in Moskau. Und man kann es nicht mal auf die Bruderhilfe der Ossi-Länder schieben, sonst hätte wohl kaum ein geigender Milchbubi aus Norwegen vor einer Tränendrüse aus Island gewonnen.

Also wenn ich ein großes Label wäre, ich würde sofort die Grand Prix - Verantwortlichen vom NDR als Talent – Scouts verpflichten. Denen braucht man nur alle Künstler zur Prüfung vorzulegen, und wenn die was toll finden, kann man die Produktion im Frühstadium gleich absagen und spart viel Geld.Aber ein Gutes hat die ganze Sache, auch wenn Sie das als Kalifornier wohl kaum ahnen:  Je sieben Punkte aus Dänemark und Großbritannien, hingegen Nullkommagarnix aus der Schweiz, Spanien und Italien: Das erleichtert die nächste Urlaubsentscheidung enorm.

  

Kalkofes letzte Worte: Letzte Rettung

aus TV Spielfilm Nr. 13/09 

 

(…) Auch die ARD braucht dringend Hilfe, vor allem beim Grand Prix. Wenn der Staat hier nicht schnell eingreift, ist Deutschland im internationalen Songvergleich rettungslos verloren. Seit Jahren wird vom NDR wirklich alles versucht, endlich wieder die Poleposition im musikalischen Europa zu erlangen, aber gereicht hat es bisher nur zum Arsch der Liste. Dabei sah beim letzten Mal alles so vielversprechend aus: Song-Auswahl von ausgewählten Fachleuten ohne Beteiligung des doofen Publikums, Ausbremsung der fiesen und sich immer nur gegenseitig die Punkte zuschiebenden Osteuropäer, eine cool gemeinte Pop-Swing-Nummer mit den zusammengeklauten Hooklines wirklich aller bekannten Welthits aus diesem Genre, ein schleimiger Sänger, der sich ungefragt das Hemd vom gestählten Körper reißt, plus das erfolgreichste Strip-Luder der Welt beim Sexy-Background-Herumräkeling – was konnte da schief gehen? Scheinbar alles. Offensichtliche Anbiederei wird halt doch schneller entlarvt, als man denkt. Und nun bittet man auf den Knien um Hilfe. Zum Beispiel Stefan Raab, der allerdings bereits nach drei Tagen merkte, dass der ARD nicht zu helfen ist, höchstens mit einem Bolzenschussgerät. Oder jetzt von Dieter Bohlen, der sofort bereit wäre, wenn der Staat ein paar Millionen dazuschießt. Ralph Siegel bietet der ARD übrigens seit Jahren täglich seine Hilfe an, wurde von dort aber mit Dank an Opel und Karstadt verwiesen.

 

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