Der Eurovision Song Contest 2013


ESC Logo 2010 

58. Eurovision Song Contest - 18. Mai 2013
Malmö

Halle Malmö Arena
Motto We Are One
Moderation Petra Mede
Pausen-Acts Petra Mede und Loreen
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 39 Länder (Finale 26 / Semifinale 1 - 16 /
Semifinale 2 - 17) 

 

Siegerland: Dänemark


norway

Interpretin:

Emmelie de Forest

Titel:

"Only Teardrops"

Musik & Text:

Lise Cabble, Julia Fabrin Jakobsen, Thomas Stengaard

© www.eurovision.tv 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale - 18. Mai 2013
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Dänemark Emmelie de Forest Only Teardrops 281 18
2. Aserbaidschan
Farid Mammadov Hold Me 234 20
3. Ukraine
Zlata Ognevich Gravity 214 22
4. Norwegen Margaret Berger I Feed You My Love 191  24
5. Russland Dina Garipova What If 174 10
6. Griechenland Koza Mosta feat. Agathonas Alcohol is free
152 21
7. Italien Marco Mengoni L'essenziale 126 23
8. Malta Gianlucca Bezzina Tomorrow
120 9
9. Niederlande Anouk Birds 114 13
10. Ungarn ByeAlex Kedvesem (Zoohacker Remix) 84  17
11. Moldau
Aliona Moon
O mie 71 3
12. Belgien
Roberto Bellarosa Love Kills 71 6
13. Rumänien
Cezar It's My Life  65 14
14. Schweden Robin Stjernberg You 62 16
15. Georgien Sopho Gelovani & Nodiko Tatishvili Waterfall 50  25
16. Belarus
Alyona Lanskaya Solayoh
48  8
17. Island Eyþór Ingi Gunnlaugsson Ég á líf 47 19
 18. Armenien Dorians Lonely Planet 41 12
19. Ver. Königreich Bonnie Tyler Believe In Me  23 15
20. Estland Birgit Õigemeel Et uus saaks alguse 19  7
21. Deutschland Cascada Glorious 18 11
 22. Litauen Andrius Pojavis Something  17 2
23. CH Frankreich Amandine Bourgeois L'enfer et moi
14 1
24. Finnland Krista Siegfrids Marry Me  13 4
25. Spanien El Sueño de Morfeo Contigo hasta el final
8 5
26. Irland Ryan Dolan Only Love Survives 5 26

 

 

Semifinale 1 - 14. Mai 2013
Platz         Land  InterpretTitelPunkteStartnr.
1. Dänemark Emmelie de Forest Only Teardrops 167 5
2. Russland Dina Garipova What If 156 6
3. Ukraine Zlata Ognevich  Gravity 140 7
4. Moldau Aliona Moon O mie 95 12
5. Belgien Roberto Bellarosa Love Kills 75  15
6. Niederlande Anouk Birds 75 8
7. Belarus Alyona Lanskaya Solayoh 64 11
8. Irland Ryan Dolan Only Love Survives 54 13
9. Litauen Andrius Pojavis Something 53  10
10. Estland Birgit Et uus saaks alguse 52 2
11. Serbien
Moje 3a Ljubav je svuda 41  16
12. Montenegro Who See Igranka 41 9
13. Kroatien Klapa s Mora
Mižerja
38 4
14. Österreich Natália Kelly Shine 27 1
15. Zypern Despina Olympiou An me thimas 11 14
16. Slowenien
Hannah Straight Into Love 8 3
Semifinale 2 - 16. Mai 2013
1. Aserbaidschan Farid Mammadov Hold Me 139 4
2. Griechenland Koza Mosta feat. Agathonas Alcohol Is Free 121 9
3. Norwegen Margaret Berger I Feed You My Love. 120 13
4. CH Malta Gianlucca Tomorrow 118 6
5. Rumänien Cezar It's My Life 83 17
6. Island Eyþór Ingi Ég á líf 72 8
7. Armenien Dorians Lonely Planet 69 11
8. Ungarn ByeAlex Kedvesem (Zoohacker Remix) 66 12
9. Finnland Krista Siegfrids Marry Me 64 5
10. Georgien Sopho Gelovani & Nodiko Tatishvili Waterfall  63 15
11. San Marino
Valentina Monetta
Crisalide (Vola) 47 2
12. Bulgarien Elitsa Todorova & Stoyan Yankulov Samo Shampioni 45 7
13. Schweiz Takasa You And Me 41 16
14. Israel Moran Mazor Rak bishvilo 40 10
15. Albanien Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko Identitet. 31 14
16. EJR Mazedonien
Esma & Lozano Pred da se razdeni  28  3
 17. Lettland PeR Here We Go 13 1

 

 


 

 ALLGEMEINE INFORMATIONEN


© Malmö-Arena

Der verantwortliche schwedische TV-Sender SVT hatte einige Änderungen eingeführt, die dem Wettbewerb ein neues Gesicht geben sollten. Um die Zuschauerkapazität der relativ kleinen Malmö Arena zu erhöhen, andererseits eine Atmosphäre wie bei einem Popkonzert zu schaffen, wurde das gesamte Parkett mit Stehplätzen für die Fans ausgefüllt, es gab dort keine Sitzplätze, was zu erheblichen Protesten seitens der Fans führte. Es gab eine runde Hauptbühne mit einem Catwalk über nahezu die gesamte Längsfläche der Arena bis zu einer kleineren runden Bühne am Ende. Durch diese Planung wurden die Fans auf den Stehplätzen im Innenraum teilweise näher an die Künstler herangebracht.  

 

Die Reference Group hatte in Abstimmung mit der EBU ihre Zustimmung zum Vorschlag der Produzenten gegeben, die Startreihenfolge für alle drei Shows nicht mehr auszulosen, wie es immer üblich war, sondern die Reihenfolge hauptsächlich nach showtechnischen Überlegungen vorzunehmen. So sollte gewährleistet werden, dass jedem Act die nötige Aufmerksamkeit der TV-Zuschauer zuteil wurde, dass z. B. nicht drei Balladen hintereinander starten.

Erstmals gab es zu Beginn des Finales eine Flaggenparade mit Einmarsch aller Interpretinnen und Interpreten. Benny Anderson und Björn Ulvaeus (ABBA) haben eine ESC-Hymne komponiert "We Write The Story", die mit einem Arrangement des schwedischen DJ und Produzenten Avicii, das Hauptthema des Eröffnungs-Acts war.

 

Die Neuerungen machten auch vor der Organisation der Proben und Pressekonferenzen nicht halt. Die Proben begannen erst am Montag, dem 6. Mai 2013, einen Tag später als üblich. An diesem Tag öffnete auch der EuroClub. Bis Donnerstag, 9. Mai, probten die Semifinalisten quasi hinter verschlossenen Türen. Die Proben wurden aber live in den EuroClub übertragen, wo die bereits angereisten Journalisten diese verfolgen konnten. Nach dieser jeweils ersten Probe wurden die Interpreten dann zu einem Meet-and-Greet, Foto-Shooting und für Kurz-Interviews in den EuroClub gefahren, die bisher übliche Pressekonferenz nach der 1. Probe entfiel. Es gab nur nach der 2. Probe jeweils eine 20-minütige Pressekonferenz. Diese Proben begannen am Freitag, 10. Mai. Die BIG 5 und Gastgeber Schweden probten am Sonntag, 12.Mai und am Mittwoch, 15. Mai. Diese Neuregelung sollte dem Wunsch vieler Delegationen Rechnung tragen, die 1. Probe mit Soundcheck usw. in aller Ruhe durchführen zu können. Hinzukommt, dass die Journalistenbeteiligung an den Pressekonferenzen der 1. Proben in der Regel sehr gering ausfällt.

 

Eine weitere Neuerung betraf die Jurywertung. Bisher wurden nur die TOP 10 der einzelnen Jurywertungen zur Berechnung des Kombi-Resultats berücksichtigt. Nun war es so, dass das Jury-Ranking aller Lieder in die jeweilige Gesamtwertung einging. Das bedeutet, je größer die Differenz des Rankings von Jury und Televoting ist, desto niedriger fällt das Gesamtranking für den entsprechenden Titel aus.

 

Die Zulosung der Länder in die beiden Semifinale erfolgte am 17. Januar 2013 im Rahmen der "Host City Insignia Ceremony" (mit symbolischer Schlüsselübergabe an den Oberbürgermeister der Gastgeberstadt). Hier wurde auch ausgelost, in welchem der Semifinale die BIG 5 und der Gastgeber Schweden jeweils abstimmten.

Beim Delegationstreffen am 18.03.2013 wurde als Final-Startnummer des Gastgebers Schweden die Position 16 ausgelost. Während der jeweiligen Pressekonferenz der BIG 5 wurde dann zumindest doch ausgelost, in welcher Hälfte des Finales diese Länder antraten. In der jeweiligen Siegerpressekonferenz nach den Semifinalen wurde ausgelost, in welcher Hälfte des Finales die qualifizierten Semifinalisten antraten. Die genaue Startreihenfolge des Finales wurde dann nach produktionstechnischen Gesichtspunkten von SVT entschieden und am 17. Mai morgens bekannt gegeben. Im 1. Semifinale stimmten ab: Italien, Schweden, Ver. Königreich und im 2. Semifinale: Deutschland, Frankreich, Spanien.

Im Vorfeld wurde schon per Los bestimmt, dass Dänemark im 1. Semifinale startete und Norwegen im 2. Semifinale, um Probleme beim Ticketverkauf zu vermeiden. Israel wurde auf Wunsch für das 2. Semifinale gesetzt, da in Israel am Tag des 1. Semifinales ein nationaler Feiertag war. Portugal, Polen und die Slowakei hatten ihre Teilnahme abgesagt. Auch Bosnien & Herzegowina setzte aus finanziellen Gründen aus. Die Türkei hingegen nahm nicht teil aus Protest gegen die "neuen" Wertungsregeln (Jurys) und die BIG-5-Regelung! Somit waren Interpreten aus 39 Ländern am Start, die gleiche Anzahl wie in Oslo 2010, 16 im 1. Semifinale und 17 im 2. Semifinale. 

In den Postkarten wurden die einzelnen Künstler vorgestellt. Zu diesem Zweck haben insgesamt fünf Filmteams die ausgewählten Interpreten in ihren Heimatländern besucht.

 

Petra Mede© SVT

Es gab nur eine Moderatorin, das war zuletzt 1995 in Dublin der Fall. Es war der schwedische TV-Star Petra Mede. Ihren ersten Erfolg hatte sie mit Stand-Up Comedy 2005, sie hat eine eigene Comedy-Show im schwedischen Fernsehen und war Moderatorin der schwedischen VE 2009. Sie trug in den Shows Outfits von Jean Paul Gautier. In lustigen Einspielfilmen war sie in historischen ESC-Ausschnitten zu sehen, in die man sie entsprechend hineinkopiert hatte. Außerdem gab es Einspielfilme mit Lynda Woodruff alias Sarah Dawn Finer, die im FInale auch noch live sang.
SVT drehte außerdem einen Einspielfilm in zehn europäischen Städten, in dem die Bevölkerung jeweils Teile des Siegertitels 2012 „Euphoria“ sang. 

 

 

 

 

© SVT

Entgegen anders lautenden ersten Stellungnahmen des Produzenten entschied man sich doch für einen Slogan und ein Sublogo.  

Das Motto lautete:  WE ARE ONE (Wir sind eins) und das Sublogo zeigte einen bunten Schmetterling.

"Der ESC mag als etwas Triviales erscheinen, aber etwas Triviales, das über 100 Millionen Menschen in über 40 Ländern auf der ganzen Welt begeistert. Heute weiß die Wissenschaft, dass manchmal eine Kleinigkeit eine sehr große Veränderung bewirken kann. Dieses Phänomen nennt man den "Schmetterlings-Effekt": Ein Flügelschlag eines Schmetterlings kann - zumindest theoretisch - einen Hurrikan auslösen. Schmetterlinge haben einen gemeinsamen Namen, aber es gibt sie in Tausenden unterschiedlicher Farben und Schattierungen, so wie den Eurovision Song Contest - eine starke Identität mit reichhaltigen nationalen Unterschieden. Wenn wir alle zusammenarbeiten und uns engagieren, können wir alles erreichen: Wir sind eins!"  Die Idee und das Konzept stammen von der Agentur Happy F & B ( Forsman & Bodenfors).  

 

FAZIT

 

Das Konzept des schwedischen Produzenten Martin Österdahl war sehr ambitioniert gewesen, die Show rund zu erneuern: Keine Startnummern-Auslosung sollte es mehr geben, um die Show abwechslungsreicher zu gestalten, keine Sitzplätze mehr für die Fans, um stimmungsvolle Fernsehbilder zu bekommen, nur eine Moderatorin die allen drei Shows ihr Markenzeichen aufdrücken sollte.

Dieses Konzept ist nur teilweise aufgegangen. Es gab wirklich mitreißende Fernsehbilder durch die Nähe der stehenden Fans direkt an der Bühne und am Catwalk, doch die Show selbst hatte durchaus Höhen und Tiefen: Die als etwas Besonderes angekündigten Postcards mit der Vorstellung der Interpreten kamen eher langweilig daher - ähnlich wie die Tourismuswerbung früherer Jahre. Das hätte man sicher interessanter gestalten können.

Highlights waren die Eröffnung des ersten Semifinales mit Loreen und einem Kinderchor, der Einzug der Interpreten im Finale und die historischen Einspieler mit Petra Mede, und vor allem Sarah Dawn Finer als Lynda Woodruff in mehreren lustigen Einspielfilmen.

Loreen dann im Finale auch noch einmal als Interval-Act zu sehen, erschien überflüssig, wie überhaupt im Finale ein Pausenact den nächsten jagte. Dadurch wurde die Show dermaßen in die Länge gezogen, dass man schon während der Wertung den Sieger verkündete, offenbar um für den Weg der Siegerin vom Green Room auf die Bühne Zeit zu sparen. Die Siegerehrung verkam ebenfalls aus Zeitgründen zur Nebensache. Hinzu kam, dass der schwedische Humor, den Petra Mede in ihrem Interval Act „All About Sweden“ brachte, international wohl auch nicht jedermanns Sache war bzw. nicht unbedingt verstanden wurde. 

 

Das musikalische Angebot reichte wie meistens von hochdramatisch über merkwürdig-lustig bis solide. Am Sieg Dänemarks hatte man eigentlich nicht ernsthaft zweifeln können, so hervorstechend war die Inszenierung und so eingängig der Titel.

Der zweite Platz für Aserbaidschan ging wohl in erster Linie auf das Konto der tollen Inszenierung mit einem "Spiegelbild" im Glaskasten.

Mit "tragkräftiger" Unterstützung des größten Amerikaners, Igor Vovkovinskiy, erreichte Zlata Ognevich für die Ukraine den dritten Platz.

 

Griechenland brachte das Angebot für kostenlosen Alkohol immerhin den sechsten Platz ein. Erfreulich, dass Anouk für die Niederlande mit dem außergewöhnlichen "Birds" den neunten Platz erreichen konnte und ByeAlex für Ungarn mit seinem ausgefallenen "Kedvesem" Platz zehn.

Die unter dem Kleid montierte Hebebühne ließ Aliona Moon für Moldau in ungeahnte Höhen emporsteigen, nämlich auf Platz 11!

Fanfavoritin Krista Siegfrids erreichte trotz des Kusses mit ihrer Backgroundsängerin nur Platz 24, das war dann einigen Zuschauern bzw. Juroren voll doch zuviel des Guten.

Der rumänische César musste sich ob seines kuriosen Auftritts als "transsilvanisches Dracula-Imitat", zwar ohne Vampirzähne, aber dafür mit Stimmenwechsel ins Sopranfach, in der Pressekonferenz die Frage gefallen lassen, ob er das wirklich ernst meine, was er bejahte und ihm tatsächlich Platz 13 einbrachte!

 

Der Vereinigte Königreich ließ sich vom Misserfolg Engelbert Humperdincks im Vorjahr nicht abschrecken und schickte erneut ein "Urgestein" ins Rennen, nämlich Bonnie Tyler. Sie schaffte es mit "Believe In Me" allerdings auch nur auf Platz 19.

Valentina Monettas zweiter Anlauf mit einem Siegel-Song scheiterte ebefalls wieder im Semifinale, allerdings äußerst knapp auf Platz 11, möglicherweise aufgrund der rätselhaften Inszenierung, bei der Valentina zu "Crisalide (Vola) eine leuchtende Kugellampe zu gebären schien...

 

Und Deutschland? Cascada war vor Ort im Vorfeld hoch gewettet worden, aber möglichweise war der Titel "Glorious" letztlich doch zu nah am Vorjahressieger "Euphoria", auch wenn ein vom NDR in Auftrag gegebenes Expertengutachten den Plagiatsvorwurf ausräumte. Und die Inszenierung auf einer Glastreppe war nun auch nicht gerade beeindruckend. So wurde es für die sympathische Natalie Horner nur Platz 21!

 

Nach dem ESC kam es zu Manipulationsvorwürfen: So soll Aserbaidschan nur durch gezielten Stimmenkauf seine hohe Platzierung erreicht haben. Es tauchte ein Video auf, in dem angeblich litauische Journalisten dazu angestiftet werden sollten, gegen eine bestimmte Summe SIM-Karten zu erwerben und damit massiv für Aserbaidschan zu voten. Außerdem hat der russische Außenminister Lawrow sich bei seinem aserbaischanischen Kollegen darüber beschwert , dass Russland von Aserbaidschan keine Punkte bekommen hat, obwohl der russische Beitrag beim aserbaidschanischen Televoting auf Platz 1 gelandet sei. Auch hier war von Manipulation die Rede. In einer offiziellen Stellungnahme der EBU hieß es jedoch, es gebe keine Beweise, dass der aserbaidschanische TV-Sender Ictimai in diese angeblichen Stimmenkäufe verwickelt sei, und auch das russische Voting sei regelkonform abgelaufen.

 


 

 DIE TEILNEHMER - FINALE

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Frankreich Litauen Moldau Finnland
Amandine Bourgeois
Andrius Pojavis
Aliona Moon
Krista Siegfrids
"L'enfer et moi" "Something" "O mie" "Marry Me"
M.: David Salkin
T.: Boris Bergman
M. & T.: Andrius Pojavis M.: Pasha Parfeny
  T.: Yuliana Scutaru
M. & T.: Krista Siegfrids, Erik Nyholm, Kristoffer Karlsson, Jessica Lundström
    
NOR14 ROM14n ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Spanien
Belgien Estland Belarus
El Sueño de Morfeo Roberto Bellarosa
Birgit
Alynoa Lanskaya
"Contigo hasta el final" "Love Kills" "Et uus saaks alguse" "Solayoh"
M. & T.: Raquel del Rosario, David Feito, Juan Suárez M. & T.: Jukka Immonen, Iain Farquharson M.: Mihkel Mattisen
T.: Mihkel Mattisen, Silvia Soro
M.: Mark Paelinck
T.: Martin King
    
ALB 10 GRE14n CYP15 BLR 10

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Malta Russland Deutschland Armenien
Gianluca
Diana Garipova
Cascada
Dorians
"Tomorrow" "What If" "Glorious" "Lonely Planet"
M. & T.: Boris Cezek, Dean Muscat M. & T.: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Leonid Gutkin M. & T.: Yann Peifer, Manuel Reuter, Andreas Ballinas, Tony Cornelissen M.: Tony Jommi
T.: Vardan Zadoyan
    
ALB 10 ARM 10 RUS14n BLR 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Niederlande Rumänien Ver. Königreich
Schweden
Anouk Cezar
Bonnie Tyler
Robin Stjernberg
"Birds" "It's My Life" "Believe In Me" "You"
M.: Tore Johansson, Martin Gjerstad
T.: Anouk Teeuwe
M & T.: Cristian Faur M. & T.: Desmond Child M. & T.: Robin Stjernberg, Joy Deb, Linnea Deb, Joakim Harestad Haukaas
    
ALB 10 FIN14n ASE 10 2 AZE13

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Ungarn Dänemark Island Aserbaidschan
ByeAlex
Emmelie de Forest
Eyþór Ingi Farid Mammadov
"Kedvesem
(Zoohacker Remix)"
"Only Teardrops" "Ég á Líf" "Hold me"
M.:Alex Márta, Zoltán Palásti Kovács
T.: Alex Márta
M. & T.: Lise Cabble, Julia Fabrin Jakobsen, Thomas Stengaard M. & T.:
Örlygur Smári, Pétur Örn Gudmundsson
M.: Dimitrios Kontopoulos
T: John Ballard, Ralph Charlie Al Fahel
    
ALB 10 MALneu ASE 10 2 BLR 10

21.

AD

22.

AD

23.

AD

24.

AD

Griechenland Ukraine Italien Norwegen
Koza Mostra feat. Agathon Iakovidis
Zlata Ognevich Marco Mengoni
Margaret Berger
"Alcohol Is Free" "Gravity" "L'Essenziale" "I Feed You My Love"
M.: Illias Kozas
T.: Stathias Pachidis
M.: Mikhail Nekrasov
T.: Karen Kavaleryan
M.: Francesco De Benedittis, Roberto Casalino, Marco Mengoni
T.: Roberto Casalino
M. & T.: Karin Park, Robin Lynch, Niklas Olovson
 






RUS15 RUS15

 

 





25.

AD

26.

AD

Georgien Irland
Sophie Gelovani &
Nodi Tatishvil
Ryan Dolan
"Waterfall" "Only Love Survives"
M.: Thomas G:son, Erik Bernholm
T.: Thomas G:son
M. & T.: Ryan Dolan, Wez Devine

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

AUT13 ARM 10 SLO13 CRO13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Österreich Estland Slowenien Kroatien
Natália Kelly
Birgit Hannah Klapa s Mora
"Shine" "Et uus saaks alguse" "Straight Into Love" "Mižerja"
M. & T.: Andreas Grass, Nikola Paryla, Alexander Kahr
M.: Mihkel Mattisen
T.: Mihkel Mattisen, Silvia Soro
M.: Hannah Mancini, Gregor Zemljič, Erik Margan, Matija Rodić
T.: Hannah Mancini, Marko Primužak
M. & T.: Goran Topolovac
 
NOR14 ALB14 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Dänemark Russland Ukraine Niederlande
Emmelie de Forest
Dina Garipova
Zlata Ognevich
Anouk
"Only Teardrops" "What If" "Gravity" "Birds"
M. & T.: Lise Cabble, Julia Fabrin Jakobsen, Thomas Stengaard M. & T.: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Leonid Gutkin M.: Mikhail Nekrasov
T.: Karen Kavaleryan
M.: Tore Johansson, Martin Gjerstad
T.: Anouk Teeuwe
 
MTG13 ARM 10 MOL1neu SMA14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Montenegro Litauen Belarus Moldau
Who See
Andrius Pojavis
Alyona Lanskaya
Aliona Moon
"Igranka" "Something" "Solayoh" "O mie"
M.: Đorđe Miljenović (Wikluh Sky)
T.: Đorđe Miljenović, Dejan Dedović (Dedduh), Mario Đorđević (Noyz)
M. & T.: Andrius Pojavis M.: Mark Paelinck
T.: Martin King
M.: Pasha Parfeny
  T.: Yuliana Scutaru
 
POR14 CYP13 MTG14 SER13

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Irland Zypern Belgien Serbien
Ryan Dolan
Despina Olympiou
Roberto Bellarosa
Moje 3
"Only Love Survives" "An me thimasai" "Love Kills" "Ljubav je svuda"
M. & T.: Ryan Dolan, Wez Devine M.: Andreas Giorgallis
T.: Zenon Zindillis
M. & T.: Jukka Immonen, Iain Farquharson M.: Saša Milošević Mare;
T.: Marina Tucaković

 

 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

 

LAT13 SMA13 MAC13 GEO14jpg

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Lettland San Marino
EJR Mazedonien
Aserbaidschan
PeR Valentina Monetta
Esma & Lozano
Farid Mammadov
"Here We Go" "Crisalide (Vola)" "Pred da se razdeni" "Hold me"
M.: Ralfs Eilands, Arturas Burke
T.: Ralfs Eilands
M.: Ralph Siegel
T.: Mauro Balestri
M.: Darko Dimitrov, Lazar Cvetkovski, Simeon Atanasov T.: Magdalena Cvetkovska M.: Dimitrios Kontopoulos
T: John Ballard, Ralph Charlie Al Fahel
 
ALB 10 MAL13 BUL13 FIN14n

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Finnland Malta Bulgarien Island
Krista Siegfrids
Gianluca
Elitsa & Stoyan
Eyþór Ingi
"Marry Me" "Tomorrow" "Samo championi" "Ég á Líf"
M. & T.: Krista Siegfrids, Erik Nyholm, Kristoffer Karlsson, Jessica Lundström M. & T.: Boris Cezek, Dean Muscat M. & T.: Elitsa Todorowa, Kristian Talew M. & T.:
Örlygur Smári, Pétur Örn Gudmundsson
 
IRL14 ISR13 MAC14 SUI14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Griechenland Israel Armenien Ungarn
Koza Mostra feat. Agathon Iakovidis Moran Mazor
Dorians
ByeAlex
"Alcohol Is Free" "Rak bishvilo" "Lonely Planet" "Kedvesem
(Zoohacker Remix)"
M.: Illias Kozas
T.: Stathias Pachidis
M.: Han Harari
T.: Gal Sarig
M.: Tony Jommi
T.: Vardan Zadoyan
M.:Alex Márta, Zoltán Palásti Kovács
T.: Alex Márta
 
GRE14n ALB13 ARM 10 SUI13

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Norwegen Albanien Georgien Schweiz
Margaret Berger
Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko Sophie Gelovani &
Nodi Tatishvili
Takasa
"I Feed You My Love" "Identitet" "Waterfall" "You And Me"
M. & T.: Karin Park, Robin Lynch, Niklas Olovson M.: Bledar Sejko
T.: Eda Sejko
M.: Thomas G:son, Erik Bernholm
T.: Thomas G:son
M. & M.: Georg Schlunegger, Roman Camenzind, Fred Herrmann
 
GRE14n

 

 






 

 





17.

AD

Rumänien
Cezar
"It's My Life"
M. & T.: Cristian Faur

 

 


 

DIE WERTUNG - FINALE

 

Scoreboard Finale 13© ECG e. V.

 

 

DIE WERTUNG SEMIFINALE 1 + 2

 

Scoreboard 13 Semifinale 1© ECG e. V.

Scoreboard 13 Semifinale 2© ECG e. V.

                                         

 


 

AUS DER PRESSE

 

 

Eurovision Song Contest - Stellen Sie sich vor, Sie berichten aus Malmö

von Peter-Philipp Schmitt, faz.net, 17.05.2013

 

Nehmen wir mal an, Sie sind Journalist, und Ihre Redaktion schickt Sie seit vielen Jahren immer wieder zu einer Veranstaltung, die Sie total doof finden. Sie fahren also hin, sagen wir mal, für knapp zwei Tage, auch wenn der Wettbewerb eigentlich zwei Wochen dauert, und Sie finden - natürlich - alles doof. Und das schreiben Sie dann auch. Es wird ein Bericht aus einer Welt, in der Würde ein Hindernis ist.

 

In ihr geht es um Künstler aus ganz Europa, Deutschland ist übrigens auch vertreten. Und weil Sie alles so richtig doof finden und Sie sich richtig ärgern, werden Sie in Ihrem Text verletzend, richtig bösartig. Über die deutsche Künstlerin schreiben Sie, dass die aussieht, als sei sie angetreten als Kandidatin der Metzgerinnung beim Wettbewerb um die goldene Presswurst. Damit spielen Sie auf den viel zu engen Goldfummel mit anhängender, bis zum Boden reichender Tüllgardine an, mit der sie eine Glastreppe herunterstapft.

Es ist ein Rätsel. Und es sind Vorurteile

Es könnte aber auch sein, dass Sie eigentlich ganz gern für Ihre Redaktion nach Malmö gefahren sind, voriges Jahr waren Sie ja auch schon in Baku und davor in Düsseldorf, in Oslo aber leider nicht. Doch weil niederschreiben so viel einfacher ist, als ausgewogen zu berichten, entscheiden Sie sich immer wieder für Ersteres. Ihr Fazit in diesem Jahr: Wie üblich ist der ESC vor allem eine optische Leistungsschau, mit der bemäntelt wird, dass musikalisch wieder mal nur pure Einfalt Klang geworden ist - und das 39 Mal.

Wie kommt es eigentlich, dass eine so harmlose, völkerverbindende und insgesamt fröhliche Veranstaltung wie der Eurovision Song Contest (ESC) in den deutschen Medien überwiegend niedergeschrieben wird? Und wieso glauben noch immer viele Deutsche, dass es hier um einen Schlagerwettbewerb geht, der Musik präsentiert, die nicht zeitgemäß ist? Es ist ein Rätsel. Und es sind Vorurteile. Geschmäcker sind verschieden. Und natürlich darf man Cascada und Dance-Pop und das Lied „Glorious“ doof finden und über Natalie Horler schreiben, dass einem ihr Kleid nicht gefällt. Aber Presswurst? Das ist nicht mal als Beleidigung sonderlich originell.

Beim ESC plötzlich eine musikalische Niete?

Wer allein in diesem Jahr zu dem Fazit kommt, dass beim ESC nur pure Einfalt Klang geworden ist, kann sich nicht ernsthaft mit Musik beschäftigen. Der Italiener Marco Mengoni hat das Sanremo-Festival gewonnen - mit seinem ESC-Beitrag „L’Essenziale“. Das Lied muss man nicht gut finden, doch wenn Mengoni in der Alten Oper in Frankfurt auftreten würde, bekäme er wahrscheinlich eine angemessene Kritik in jedem Feuilleton dieser Republik. Allein aber die Verbindung zum ESC reicht, um ihn als musikalische Niete darzustellen. Italien ist übrigens erst vor zwei Jahren wieder zum ESC zurückgekehrt, trotz Wirtschaftskrise und Sanremo-Festival, weil man wieder Teil der Grand-Prix-Familie sein will.

Und Esma Redzepova, Jahrgang 1943, die für Mazedonien angetreten ist? Sie schied zwar an der Seite von Vlatko Lozanoski mit einem für unsere Ohren sehr fremd klingenden Lied (“Pred da se radzeni“) im Halbfinale in Malmö schon aus (wie gesagt, man muss es nicht mögen). Träte sie damit aber in Berlin auf - zum Beispiel als Teil eines Sinti-und-Roma-Kulturprojekts -, die Presse läge der „Königin der Zigeuner“, wie sie genannt wird, mit Sicherheit zu Füßen. Die Frau hat Ausstrahlung, Charisma, Persönlichkeit. Beim ESC aber ist sie plötzlich eine musikalische Niete? Es ließen sich weitere Beispiele finden.

Vor vier Jahren nahm Patricia Kaas für Frankreich am ESC teil - bei ihr zumindest setzte der Reflex aus. Teile der deutschen Presse schüttelten allerdings den Kopf und fragten, warum sie sich das nur antue? Vorjahressiegerin Loreen hat mit „Euphoria“ einen Chartrekord nach dem anderen in ganz Europa gebrochen, weil der Titel, wie zu lesen war, am ehesten einen Europa einenden Mainstream-Geschmack zu befriedigen wusste. Das ist wohl mit allen Hits so, egal, ob sie von Madonna, Nelly Furtado oder Lena Meyer-Landrut gesungen werden. Und wenn sie jeder hören will, sind sie auch zeitgemäß.

Ein Wort zu den Vorurteilen: Das Gerücht von der Ostblock-Mafia, die jedes Jahr einem anderen ehemals kommunistischen Land zum Grand-Prix-Sieg verhelfe und dem Westen darum ja ohnehin keine Chance lasse, hält sich nachdrücklich. In den vergangenen zwanzig Jahren hat der Ostblock sechsmal gewonnen, darunter sind zwei EU-Staaten (Estland, Lettland), der Beitrittskandidat Serbien und drei ehemals sowjetische Republiken: Ukraine, Russland und Aserbaidschan. Keines der erst nach 1993 zum ESC hinzugekommenen Länder beschwert sich übrigens darüber, dass Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien sowie neuerdings Italien stets im Finale gesetzt sind.

Vor drei Jahren, als Lena in Oslo gewann, war zu lesen, dass rund 2000 Journalisten aus siebzig Ländern bis zum Finaltag beschäftigt werden müssten, und so seien nicht wenige unter ihnen, die fleißig an der Lena-Mania mitstrickten und ihren eher mittelmäßigen Sangesbeitrag zur Botschaft an die Popwelt stilisierten. Dabei sei es nur ein kleines Lied von einer jungen Frau in einem aufgeplusterten Liederwettbewerb. Nun denn, jeder kann sich mal irren.

 
 
Platz 21 - haha!
von Jens Maier, stern.de, 19.05.2013

Vernichtender könnten die Urteile nicht ausfallen. "Sie wirkte, als fühle sie sich nicht wohl in ihrem viel zu engen Goldfummel", ist auf "Süddeutsche.de" einen Tag nach ihrem schlechten Abschneiden in Malmö über Cascada zu lesen. Fast noch harmlos dagegen die "Cascada-Klatsche", von der Bild.de spricht. Doch nicht nur über den Auftritt von Natalie Horler wird in deutschen Medien gelästert, sondern vor allem über den Wettbewerb an sich. "Wer auf biedere 08/15-Nummern steht, wird auch im kommenden Jahr wieder einschalten", schreibt "Spiegel-Online". Und die Online-Ausgabe der "Welt" fordert gar: "Der ESC muss gar nicht mehr abgehalten werden".

Comeback der Lästermäuler

Drei Jahre nach Lenas famosem Sieg in Oslo ist es wieder in, über den Grand Prix zu lästern. Alle sorgsam gepflegten Klischees und Vorurteile werden hervorgeholt. Es sei ein Wettbewerb von miserablen Künstlern, die sich in Glitzerfummel werfen, ist da plötzlich zu lesen. Ein Reigen des schlechten Geschmacks, bei dem kommerziell angepasste Musik zum Besten gegeben werde und sich Länder gegenseitig die Punkte zuschustern würden. Kurioserweise sind es meist die gleichen Journalisten, die vor drei Jahren in Jubel ausbrachen, als "Lovely Lena" erst Deutschland und dann Europa verzauberte, die das schreiben. Alles vergessen.

 

Sicherlich kann man den Auftritt Natalie Horlers kritisieren. Die Showtreppe auf der sie stand zum Beispiel, die eigentlich im Nebel schweben sollte, die aber am Ende doch wie ein Baugerüst aussah. Oder ihren Song "Glorious", der vielen als Kopie von Loreens Siegertitel "Euphoria" erschien. Man mag auch die Ausreden komisch finden, mit der sich der für den ESC verantwortliche deutsche Sender NDR plötzlich aus der Affäre ziehen will. "Da stand nicht nur Cascada auf der Bühne, da stand auch Deutschland auf der Bühne", sagte NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber und deutet damit an, dass die wenigen Punkte für Deutschland auch eine Abstimmung über die Politik von Angela Merkel gewesen sei. Eine gewagte These. Denn auch die Länder, die nicht unter dem deutschen Spardiktat zu leiden haben, riefen nicht für Deutschland an.

 

Aber wer den diesjährigen Eurovision Song Contest als angepassten Musikschund zu schmähen versucht, als langweilige Show mit allerlei Kuriositäten, der hat offenbar nicht richtig hingesehen. Da war der fantastische Auftritt des Italieners Marco Mengoni (Platz 7), der ohne Feuerwerk und Windmaschinen-Schi-Schi auskam und sein "L'Essenziale" frech von der Bühne rotzte. Wow! Oder der herrlich unangepasste Song des Brillenhipsters Alex Márta (Platz 10) aus Ungarn, der den Deutschen zwölf Punkte wert war, die Gänsehaut-Ballade "Birds" von Anouk (Platz 9) aus Holland oder der Gute-Laune-Pop von Gianluca (Platz 8) aus Malta. Ganze acht der 26 Titel wurden in Landessprache vorgetragen - ein wichtiger Hinweis darauf, dass eben nicht der Kommerzialisierungshammer zugeschlagen hat.

Mit Loreen und "Euphoria" brachte der Eurovision Song Contest im vergangenen Jahr einen Sieger hervor, der sich in über 20 Ländern Europas in den Charts platzierte und auch in Deutschland über Wochen auf Platz eins der Hitliste stand. Auch das wird gerne vergessen, wenn jetzt in deutschen Feuilletons von der Malmöer Freakshow zu lesen sein wird - fast so als bestünde Deutschland nur aus feingeistigen Musikkennern, die ihre Abende in Jazzkellern, in der Oper oder bei Liederabenden verbringen würden. Die Wirklichkeit heißt Lady Gaga oder Helene Fischer.

Manchmal wird Mut belohnt

Und wie soll es nun nach dem schlechten Abschneiden von Cascada mit dem Eurovision Song Contest in Deutschland weitergehen? Vielleicht nehmen wir uns ein Beispiel an Norwegen. Dort landete Sänger "Tooji" im vergangenen Jahr auf dem letzten Platz. Statt die Abschaffung des ESC zu fordern, schickte Oslo Sängerin Margaret Berger mit einer unangepassten Elektropop-Nummer nach Malmö. Gewagt, aber manchmal wird Mut belohnt. Berger wurde Vierte und beweist: Nach einer Niederlage geht die ESC-Welt nicht unter.

 

 

Dankbar für Almosenpünktchen

Von Hans Hoff, süddeutsche.de, 19.05.2013

 

Im Jahr eins nach dem Rückzug von Stefan Raab aus dem ESC-Vorentscheid ist Deutschland wieder ungefähr dort, wo es 2009 aufgehört hat: auf Rang 21. Ab und an ein Almosenpünktchen für die magere Performance von Cascada, das war's. Welten lagen zwischen dem deutschen Beitrag und dem dänischen Siegersong. Der Auftritt von Deutschlands einstigem ESC-Sternchen Lena brachte auch keine Linderung.

"Was ist denn da los?" Kommentator Peter Urban war für einen Moment ratlos, als irgendeiner der zugeschalteten Punkteverkünder sich eigenartig verhielt. Dabei ist eigenartiges Verhalten für einen Punkteverkünder beim Eurovision Song Contest (ESC) beileibe nichts besonderes. Es sind halt diese ganz wenigen Sekunden, die für die kurz im Bild Erscheinenden die einzigartige Chance bieten, sich einem Publikum von über 100 Millionen Fernsehzuschauern zu präsentieren, für einen Moment etwas Verrücktes zu tun, etwas, das neben dem überschwänglichen Dank für eine selbstredend ganz wunderbare Show vielleicht dem einen oder anderen im Gedächtnis bleibt.

So wie es die inzwischen im Hauptberuf zur Kieks-Sirene mutierte Lena am späten Samstagabend geschafft hat, als sie in ihrer Funktion als deutsche Jury-Chefin kurzerhand Länder verwechselte und falsche Punkte vergab. "Es war ein Komplettausfall. Es ist mir so unangenehm. Ich schäme mich", sagte die Überforderte nachher im Ersten. Aber das verhallte fast schon, denn das Versagen bei der Punktevergabe wird sich an ihr festsaugen und es unter Garantie in jeden zweiten Jahresrückblick schaffen, Abteilung Pleiten, Pech und Pannen.

Bei Lena bedanken darf sich Natalie Horler, denn durch den Ansage-Fauxpas der ESC-Gewinnerin von 2010 geriet der Misserfolg der als Cascada angetretenen Bonnerin glatt für ein paar Momente in Vergessenheit. Immerhin: Cascada ist nicht, wie von manchen befürchtet, Letzte geworden, aber für mehr als einen 21. Platz in einem Feld von 26 Finalteilnehmern reichte es dann auch nicht.

Im Jahre eins nach dem kompletten Rückzug von Stefan Raab aus dem ESC-Vorausscheidungsgeschäft ist Deutschland ungefähr wieder dort angekommen, wo es 2009 war, als "Alex Swings Oscar Sings" in Moskau es immerhin auf Rang 20 schafften. Es bewahrheitete sich gegen Mitternacht die Vermutung, dass der Cascada-Titel nicht nur den Deutschen furchtbar egal ist sondern ganz Europa komplett wurscht.

Kein Plagiat, aber eine dreist nachempfundene Kopie eben doch

Es hatte sich in der Abstimmung schon früh angedeutet, dass es nicht richtig gut für Deutschland laufen würde. Ab und an kam mal eine magere Wertung herein, und man war schon dankbar, als wenigstens die Schweiz ein winziges Almosenpünktchen übrig hatte. Aber zu mehr als 18 jämmerlichen Punkten reichte es am Ende nicht. Der Traum von einem gloriosen Triumph ist ausgeträumt.

Das mag auch an der eher mageren Performance liegen, mit der Cascada sich in Malmö präsentierte und streckenweise an den desaströsen Auftritt der No Angels 2008 in Belgrad erinnerte. War sie bei den Proben in Malmö am vergangenen Wochenende noch in bestechender Form gewesen, kam ihre Stimme nun wackelig und unsicher über den Sender. Sie wirkte, als fühle sie sich nicht wohl in ihrem viel zu engen Goldfummel, als bedrücke sie die Einsicht, dass sie sich mit dem arg kalkulierten Titel "Glorious" möglicherweise doch keinen so großen Gefallen getan hat wie das die ARD-Delegation im Vorfeld gerne glauben machen wollte.

Besonders peinlich wurde es, als in der Pause die Vorjahressiegerin Loreen ihren Siegertitel aus Baku noch einmal sang und kurz nach deren "Euphoria" im Schnelldurchlauf noch einmal "Glorious" zu hören war. Da zeigte sich unangenehm deutlich: Natürlich ist der deutsche Titel kein Plagiat, aber eine dreist nachempfundene Kopie eben doch.

Ein einfaches Liedchen, ein klassischer Popsong mit einprägsamer Hookline

Da offenbarte sich rasch, dass Welten zwischen dem deutschen Beitrag und dem letztlich siegreichen dänischen Titel liegen. Schon vorab war Emmelie de Forest mit ihrem Titel "Only Teardrops" als klare Favoritin gehandelt worden und setzte sich bei der Punktevergabe schon früh an die Spitze des Feldes. Bedrängt wurde sie dort eine Weile von den Mitbewerbern aus Aserbaidschan und der Ukraine, stand aber schon als Siegerin fest, als vier der 39 stimmberechtigten Länder ihre Entscheidungen noch gar nicht bekanntgegeben hatten.

"Only Teardrops" ist ein einfaches Liedchen, ein klassischer Popsong mit einprägsamer Hookline, und dass die Interpretin sich mit ihrem Äußeren nicht gerade verstecken muss, dürfte auch einen gehörigen Teil zum Erfolg beigetragen haben. So sehen verdiente Siegerinnen aus.

Nicht ganz so überzeugend präsentierten sich in diesem Jahr die Organisatoren. Zwar führte die schwedische Komödiantin Petra Mede souverän durch die Dreieinhalbstundenshow, allerdings konnte sie kaum darüber hinwegtäuschen, dass den Schweden das rechte Maß für eine große Show abhanden gekommen war.

Es sollte viel Selbstironie geboten werden, aber Ironie lebt nunmal davon, dass sie in behutsamer Dosis verabreicht werden muss, um tief zu wirken. Behutsamkeit ließen die Macher in Malmö indes vermissen. Sie strichen die Spaßbutter ganz dick aufs Showbrot und ließen es eine Spur zu sehr krachen.

ESC-Pflicht: Beschäftigung von Ausdruckstänzern

Nicht nur die komisch gemeinten Einspieler einer vermeintlichen EBU-Korrespondentin gerieten rasch aus der lustigen Bahn, auch die Show insgesamt litt über weite Strecken unter zu großer Gleichförmigkeit. Immer wieder dieselben Kamerakranfahrten, immer wieder dieselben Künstlerumkreisungen der Handkamera, immer wieder die Standardeinstellungen aus luftiger Hallenhöhe. Dazu die beinahe schon branchenübliche Lichtorgie, die auf alles, was ein bisschen Fläche bietet, Bilder projiziert, die hier Wind wehen, dort Rauch aufsteigen und von oben Gold regnen lässt.

 

Eine Weile schien es zudem, als sei irgendwo im ESC-Pflichtenkatalog ein Paragraph zu finden, der die Beschäftigung von Ausdruckstänzern fordert. Im Ergebnis stand dann oft vorne ein Sänger oder eine Sängerin, und daneben verrenkten sich gelenkige Artisten und lenkten ab vom akustisch Gebotenen. Das war bei vielen Titeln höchst angenehm, weil sie musikalisch nicht einmal genug Substanz haben, um mehr als ein paar Takte davon zehren zu können. Wenn es sich aber mehrfach wiederholt, dann ist das schnell als Masche erkannt.

Wie angenehm wirkte es da, als sich etwa der italienische Kandidat einfach alleine ans Mikrofon stellte und sein Lied sang. Keine Tänzer, keine Trommler, keine Backgroundsänger. Obwohl doch jedes Land das Recht hat, die Bühne mit bis zu sechs Akteuren zu bevölkern. Am Ende wurde Italien für den bewusst inszenierten Mangel an Brimborium mit einem respektablen siebten Platz belohnt.

Dass Deutschland 14 Plätze weiter hinten landete, schien schließlich sogar den routinierten ESC-Veteranen Peter Urban ein wenig aus der Bahn zu werfen. Das habe Cascada nicht verdient, stammelte er fast. Man muss ihm diesen Irrtum nachsehen. Er wird halt vom für den ESC zuständigen NDR bezahlt.

 

 

 


 

 >> Informationen über die nationalen Vorentscheidungen gibt es derzeit noch im "alten Archiv".

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