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Dienstag, 12 Mai 2026 01:41

Thunder and lightning


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Was für ein Auftakt in die ESC-Woche! Mit Blitz, Donner und Platzregen startete die Saison – vor allem für die Besucher des Juryfinals in der Stadthalle. Im strömenden Regen mussten Tausende Besucher in endlos langen Schlangen, die sich teilweise um die halbe Halle wickelten, Geduld beweisen, denn die Sicherheitschecks gingen nur sehr langsam vonstatten. Noch härter traf es ein ORF-Liveevent: „Musical meets ESC“ musste aufgrund der Wetterkapriolen kurzerhand abgesagt werden. Auch der Verkehr war betroffen; einige Tramlinien mussten sogar zeitweise den Betrieb einstellen. Nun, es kann also nur besser werden.

 

Im Media Center war es heute bereits ungewöhnlich voll, sodass kaum noch freie Arbeitsplätze verfügbar waren. Normalerweise füllt sich das Zentrum erst, wenn es auf das Finale zugeht. Das Interesse der heimischen Medien ist jedoch enorm groß, und auch die Deutschen sind dank Sarah Engels stark vertreten. Selbst die BILD ist bereits vor Ort und berichtet umfangreich über Sarah. Ob dabei auch wirklich relevante Informationen vermittelt werden, bleibt dahingestellt. In den Medien ist jedenfalls zu hören, dass Sarah Engels mit ihrer enormen Reichweite insgesamt für einen Social-Media-Boom gesorgt hat, wie es ihn beim ESC bisher noch nicht gegeben hat.

12_3.jpgGut besuchtes Mediacenter © Stephan Mehner ECG e.V

Zunächst gab es heute jedoch ein erstes Medienbriefing, das vom ESC-Chef Martin Green höchstpersönlich geleitet wurde. Wirklich spannende Informationen waren allerdings Mangelware; da war ein kurzer Auftritt des ESC-Maskottchens Auri schon das Aufregendste. Selbst ein Kinderbuch über dieses auf mich etwas verstörend wirkende Kuscheltier hat der ORF bereits veröffentlicht. Hoffentlich bekommen die lieben Kleinen davon keine Albträume.

12_1.jpgMaskottchen Auri © Stephan Mehner ECG e.V

Am Nachmittag fand dann der erste Probendurchlauf statt, bei dem – wie bereits seit dem vergangenen Jahr – weder fotografiert noch gefilmt werden darf.

Emotionaler könnte ein Opening kaum sein. Wunderschön, dass Vicky Leandros noch einmal ihr „L’amour est bleu“ aus dem Jahr 1967 aufführen darf.

12_2.jpgVor Beginn der ersten Generalprobe © Stephan Mehner ECG e.V

 

12_7.jpgEröffnungsbild aus dem Juryfinale © Stephan Mehner ECG e.V

Überhaupt startet dieses erste Semifinale mit Moldau, Schweden, Kroatien und Griechenland extrem stark. Wie genau die Inszenierungen über den Bildschirm wirken, lässt sich in der Halle freilich schwer einschätzen, live konnten sie jedoch sehr überzeugen. Mir fällt es nach wie vor schwer, den Favoritenstatus Griechenlands nachzuvollziehen, auch wenn Akylas eine sehr durchdachte Show abliefert. Gestern wurde ich von einem Journalisten aus Griechenland interviewt, der sehr enttäuscht war, dass ich Griechenland eher auf Platz fünf sehe – wenn überhaupt alles optimal läuft. Er war regelrecht schockiert, schließlich rechnen sich die Hellenen echte Chancen auf den Sieg aus. Vielleicht bin aber auch einfach ich der Geisterfahrer.

 

Bei Italien gab es während der ersten Probe ein kleines Missgeschick: Die künftige Braut verhedderte sich in ihrer Schleppe, die sie sich eigentlich vom Leib reißen soll. Am Abend funktionierte jedoch wieder alles einwandfrei. Und ja, Italien erzählt auf der Bühne eine Art Hochzeitsgeschichte, die auf manche durchaus etwas überladen wirken könnte.

 

Finnland liefert wie gewohnt ab. Ob die Geige tatsächlich live gespielt wird oder nicht, ist letztlich völlig unerheblich – die Performance erzählt eine wundervolle Geschichte. Obwohl ich diesen Act ebenfalls sehr mag, fürchte ich, dass der Sieg am Ende knapp verpasst werden könnte. Nach dem Enthusiasmus, den Finnland in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt hat, wäre ihnen ein zweiter Sieg jedenfalls zu gönnen.

 

Es fällt enorm schwer, in diesem Starterfeld fünf Acts klar zu benennen, die den Finaleinzug verpassen könnten. Zu beinahe jedem Beitrag fallen mir Gründe ein, warum es am Ende doch reichen könnte. Relativ sicher bin ich mir nur bei Estland, Georgien und Litauen, die zittern müssen. Wackelkandidaten wären für mich außerdem San Marino – trotz Mr. George –, Belgien trotz guter Performance sowie Litauen trotz des auffälligen Silberlooks. Polen dürfte hingegen allein schon wegen der Jurys recht sicher weiterkommen. Zudem ist die Inszenierung sehr stilvoll und schön anzusehen, wodurch das eher schwache Lied etwas kaschiert wird. Portugal wirkt nach vier sehr lauten und schrillen Beiträgen wie eine Oase – und genau das ist ihr großer Trumpf, den sie sicher ausspielen werden. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass am Ende entweder Serbien oder Montenegro jubeln darf. Israel ist natürlich weiter; dafür wird allein das zu erwartende Televoting-Ergebnis reichen, das Noam vermutlich sogar gewinnen wird. Er singt wirklich hervorragend, auch wenn der Song insgesamt doch sehr repetitiv wirkt. Bei der vollständigen Juryprobe gab es – anders als in den vergangenen beiden Jahren – keinerlei Unmutsbekundungen aus dem Publikum.

 

Und Deutschland? Die ersten 20 Sekunden sind einfach wunderschön, wenn Sarah auf dem Podest in einem eleganten weißen Kleid den Song zunächst in einer Pianoversion präsentiert. Danach wechseln Kleid und Beat, und alles ist mehr oder weniger wie gehabt. Okay, sie fällt noch rückwärts in die Arme ihrer Backgroundtänzerinnen, was einen sehr schönen Effekt erzeugt. Es ist auf jeden Fall beeindruckend, mit welcher Leidenschaft sie bei der Sache ist – und das sollte man bei aller berechtigten Kritik am Lied auch anerkennen. Go, Sarah!

 

Nach den beiden heutigen Proben lege ich mich einmal fest und tippe, dass folgende fünf Länder den Finaleinzug verpassen werden: Estland, Litauen, Georgien, Montenegro und San Marino.

 

Heute fand außerdem ein sehr angenehmer Empfang der Malteser statt, bei dem Aidan ein kleines Konzert gab, das von Cesar Sampson moderiert wurde. Besonders schön: Aidans Mutter tauchte als Überraschungsgast auf. Mit Alis aus Albanien verbindet Aidan eine enge Freundschaft, daher wunderte es kaum, dass auch er im Publikum war und die kleine Show sichtlich genoss.

12_5.jpgCesar und Aidan im Palais Wertheim © Stephan Mehner ECG e.V

 

12_6.jpgAidan mit der Mutti © Stephan Mehner ECG e.V

Und zu guter Letzt öffnete heute auch der Euroclub im Prater Dome seine Türen – eine großartige Location, die bereits am ersten Abend sehr gut angenommen wurde.

12_10.jpgEuroclub im Prater Dome © Stephan Mehner ECG e.V

 

12_8.jpgGut besuchter erster Abend im Club © Stephan Mehner ECG e.V

 

Ich wünsche uns allen einen wundervollen ESC-Tag!

   

 

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