Hallo aus Wien, ich melde mich auch einmal zu Wort! Ich bin erst gestern nachmittags angekommen, zum ersten Mal als „einfacher ESC-Tourist“. Bisher hatte ich ja in der Regel eine Akkreditierung und konnte die Proben sehen und auch in unserem Blog darüber schreiben. Nun, diese Möglichkeit ist ja eh schon sehr eingeschränkt worden bis auf die jeweils erste Durchlaufprobe, die für die Presse zugänglich ist. Aber zumindest die hatte ich im letzten Jahr noch online anschauen und darüber berichten können.
Nun habe ich also gestern Abend „völlig unbeleckt“ das erste Semifinale im EuroClub geschaut. Das hat durchaus auch etwas für sich, wenn man die fertigen Inszenierungen sieht und nicht schon Tage vorher jede Einzelprobe. Es war aber insofern zunächst problematisch, als bis zum kroatischen Auftritt eine erhebliche Diskrepanz zwischen Bild und Ton aufgetreten ist, die zunächst trotz lautstarker Unmutsäußerungen der Fans nicht behoben wurde. Erst nach Schweden kam dann ein „Offizieller“ auf die Bühne, entschuldigte sich und kündigte an, man müsse mal kurz einen Reset machen. Also das altbewährte Mittel: Stecker ziehen, und dann funktionierte es einwandfrei. Da war ich aber schon drauf und dran gewesen, ins Hotel rüber zu wechseln, um dort weiter zu schauen.
Daher habe ich leider das Intro mit dem Auftritt von Vicky Leandros nicht genießen können und auch die Anfangsmoderation nicht richtig verstanden. Was die Moderation angeht, machte der Reset sie zwar verständlicher, aber nicht unbedingt besser. Das war doch relativ steif und wirkte sehr einstudiert mit dem Ziel, unbedingt lustig sein zu wollen. Aber gut gemeint ist halt nicht gut gemacht…
Sehr bemüht und nur bedingt komisch empfand ich auch die Einlage mit Austria vs. Australia, und eher langatmig das ESC-Quiz mit u.a. Thorsten Schorn (warum ein Deutscher und eine Schwedin gegen zwei Schweizer antraten, habe ich nicht verstanden).
Großartig dagegen der Interval-Act „Prater“. Und was ist das für eine tolle Bühne!
Vom Ergebnis war ich dann bei einigen Ländern doch überrascht. Ich hätte Montenegro sicher weiter gesehen, Belgien eher nicht, und über Litauen habe ich mich gewundert (ich höre es gern, aber sehe nicht gern dabei zu).
Schade auch für Portugal.
Der EuroClub ist wirklich sehr groß, anfangs aber auch unübersichtlich und verwirrend. Mehrere Bars, mehrere Floors. Der größte Floor wurde gestern von u.a. von DJ Douze Points bespielt, hier traten dann zwischendurch ein paar Stars auf. JJ machte den Anfang, dann kam Erika Vikman, der man mitten im Lied dann plötzlich „den Saft abdrehte“, offensichtlich eine erneute „technical disorder“. Die Arme stand dann hilflos auf der Bühne, meinte, sie könne ja so lange Stand-Up-Comedy machen (was sie dann aber nicht tat!?). Stattdessen konnten wir ihr beim Wassertrinken zuschauen, bis die Technik dann endlich ein Erbarmen hatte. Schließlich kam dann noch Paenda, was die Stimmung nach Erikas umjubeltem Auftritt nicht unbedingt hob.
Auf jeden Fall ist der EuroClub eine tolle Location, allerdings auch nicht gerade billig, was die Getränke angeht. Und ich habe es genossen, endlich mal wieder (außer beim Clubtreffen) mit anderen Fans zu tanzen und zu feiern, nachdem ich ja seit 2019 nun zum ersten Mal wieder live vorm Ort sein kann.
Heute scheint hier wenigstens mal die Sonne, ab. Morgen ist wieder Regen angesagt. 2015 war es wettertechnisch ähnlich! So werde ich mal ein wenig die Fan-Hotspots in der Stadt erkunden. Heute Abend findet ein deutsch-italienischer Botschaftsempfang statt mit Auftritten von Sarah Engels und Sal da Vinci. Ich bin gespannt.
A propos Sarah Engels: Der Auftritt gestern hat mir richtig gut gefallen, so holt sie aus dem Lied wenigstens raus, was eben geht. Und sie hat halt eine tolle Bühnenpräsenz. Ich drücke ihr wirklich alle Daumen!



