Clubtreffen 2019


 

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Das ECG-Clubtreffen am 30. November 2019 fand erneut im GLORIA-Theater in Köln statt. Circa 400 Zuschauer erlebten einmal mehr eine sechsstündige Show voller Highlights.

 

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Nach dem großen Erfolg bei seinem Clubtreffen-Moderations-Debüt im letzten Jahr führte ECG-Gründungsmitglied und Leiter des Frankfurter Stammtisches Bernd Ochs wieder durch das Programm. Geprägt von großer Sachkenntnis und mit einer gehörigen Prise Humor nahm er das Publikum mit auf eine Reise durch die diesjährige ESC-Geschichte der deutschen Vorentscheidung und des internationalen Finales, die in Video-Zusammenschnitten noch einmal zu sehen waren, von Bernd entsprechend kommentiert.  Man merkte ihm wieder an, wie sehr er doch im ESC-Thema ist und so etwas braucht unser Clubtreffen-Abend, wie wir wissen. Auch die einzelnen Stargäste wurden vor ihren Auftritten in kurzen Videozusammenschnitten vorgestellt. Ein Dank gilt hier Stefan Leidner von OGAE Germany, der mit Bernd den Frankfurter Stammtisch gemeinsam organisiert und die „Video-Puzzle-Arbeit“ schon im zweiten Jahr für uns gemacht hat!

 

 

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Im Vorfeld gab es einige organisatorische Probleme - auch kurzfristiger Art – die dazu führten, dass wir unser gewohntes Programmschema abändern mussten. Und so eröffnete dieses Mal nicht wie gewohnt das Präsidium das Programm, sondern wir stiegen direkt ein mit der Performance von Paula Seling und Ovi aus Rumänien.

 

Wie die Reaktion des Publikums zeigte, war dieser „fulminante“ Einstieg ins Programm (mit „Miracle“) allerdings nicht von Nachteil, ganz im Gegenteil heizten die beiden uns direkt ordentlich ein mit einem Up-Tempo-Programm, unterbrochen von einigen wenigen ruhigeren Titeln wie z.B. „My Heart will Go On“. Auf unseren besonderen Wunsch hin hatten sie überdies eigene Versionen von „Torneró“ und „Let Me Try“ mitgebracht, sehr zur Freude aller ESC-Fans, die auch ein Medley mit klassischen ESC-Hits wie „Volare“ und „Hold Me Now“ bejubelten und eifrig mitsangen.

 

Den Abschluss dieser tollen Performance bildete dann ihr großer Erfolg aus dem Jahr 2010 „Playing With Fire“, mit dem sie den dritten Platz in Oslo belegten.

 

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Das ECG-Präsidium hatte natürlich auch dieses Mal eine eigene Nummer vorbereitet. Man fand sich unversehens in einem Autohaus wieder, in dem als Namenspatin eines neuen SUV mit dem Namen „Malena“ die schwedische ESC-Teilnehmerin aus dem Jahr 2008 Malene Ernman (Michael Sonneck) einen Auftritt hatte. Sie betrat die Bühne in einem „Traum von Kleid“ ganz aus Plastik, von dem die Gäste Elvira Greiß, Benni Tonn und Erwin Wiesen begeistert waren, was sie ihrerseits mit reichlich Alkohol und Knabbereien aus Plastikgeschirr zu „Wir geben ´ne Party“ feierten. Aber da trat „Greta Thunberg“ alias Chris Köther auf den Plan: Zu „Maman, Maman“ (Monaco 1969) machte sie ihrer Mutter schwere Vorwürfe ob dieses umweltschädlichen Outfits, es gehe schließlich um „Grün, grün, grün“ (Caro Pukke, VE 1985) und verteilte dazu Tannenzweige. Diese neue Harmonie wurde allerdings von Benni Tonn gestört, der zu „Alles egal“ (Deutsche Radio-VE 1982) mit Plastikutensilien um sich warf. Schnell wurde er ausgebuht und zog dann als Entschuldigung zu „Da Da Dam“ (Paradise Oscar) eine Papiertüte hervor. Da konnte dann auch Malena Ernman nicht anders als sich des Plastikkleides zu entledigen, sie stand im Jutesack vor ihrer Tochter und entschuldigte sich mit „Für dich, mein Kind“ (Anett Kölpin, VE 1996). So waren alle versöhnt und sangen zum Abschluss gemeinsam mit dem Publikum „Diese Welt“!

 

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Einen ausführlichen Rückblick auf die deutsche Vorentscheidung und das ESC-Finale 2019 gab dann Moderator Bernd Ochs im Gespräch mit dem Publikum anhand von Videoeinspielern.   

 

028Unser langjähriges Mitglied Mirko Buljan hat bereits mehrfach beim Clubtreffen gesungen, in diesem Jahr war er der Sieger beim FanVISION Song Contest in Malta im Rahmen des Eurovision Weekend. Er hat zu Michael Schultes „You Let Me Walk Alone“ einen deutschen Text geschrieben – „Brüder“ – der seine Beziehung zu seinem Zwillingsbruder Patrick thematisiert. Durch den Sieg Mirkos als ECG-Vertreter hat unser Club das Recht, das nächste Eurovision Weekend auszurichten.

 

 

 

Ein absolutes Highlight unserer eigenen Programmbeiträge folgte dann mit einer spektakulären Performance von Peter Bergener und Lu Wenzel zu „Zero Gravity“. Beide waren als Kate Miller-Heidke kostümiert und sprachen zum Playback des australischen Titels zunächst reichlich dem Alkohol zu, was natürlich dazu führte, dass ihre „Standfestigkeit“ immer mehr abnahm. Zu den höchsten Tönen der Kate schwankten und „schwebten“ die beiden dann schwindelerregend umher. Dies und die entsprechende Mimik sorgten für reichlich Lacher und Begeisterung im Publikum. Eine grandiose Performance, die zustande gekommen war, weil Lu die Idee hatte, die beiden „Kates“ auf am Boden befestigte Skier zu stellen. Diese Parodie geht sicher in die ECG-Clubtreffen-Geschichte als besonderes Highlight ein!

 

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Zero Gravity n

 

Nach der Abendessen-Pause starteten wir in den zweiten Teil des Abends mit einem weiteren Stargast. Bereits 2009 hatte uns Ingrid Peters beim Clubtreffen begeistert und manche auch zu Tränen gerührt. Und so war es auch dieses Mal. Begleitet vom Gitarristen Laurent Kremer und dem Pianisten Walter Dräger brachte Ingrid zunächst Ausschnitte aus ihrem Programm „Zurück nach vorne“ mit bekannten Liedern aus den 1960/1970er Jahren wie z.B. „Mit 17 hat man noch Träume“, „Sing ein Lied“, „Paroles, paroles“, bevor sie dann mit einem ESC-Medley fortfuhr, ebenfalls mit Klassikern wie „Non ho l’età“, „Boom Bang-A-Bang, „Puppet On A String“, „Tu te reconnaitras“ und „Hallelujah“, zu denen das Publikum mitsang.

 

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Zwischen den Liedern erzählte sie einige Anekdoten und brachte uns immer wieder zum Lachen. Nicht mehr zu halten war der ganze Saal, als ihr ESC-Beitrag „Über die Brücke geh’n“ in einem angepassten Arrangement erklang. Da hatten viele Gänsehaut und es flossen – zumindest bei mir – auch Tränen der Rührung. Auch Ingrid war ob des begeisterten Empfangs und der überschwänglichen herzlichen Reaktion unseres Publikums total gerührt und verdrückte ein paar Tränchen. Sie sei „so ins Herz getroffen“, dass sie in zehn Jahren noch einmal kommen wolle, oder vielleicht auch früher!

 

Ganz aus dem Häuschen war sie dann, als Bernd Ochs sie auf „Viva la Mamma“ aus der deutschen Vorentscheidung 1983 ansprach, das ihr damals im Duett mit July Paul den zweiten Platz eingebracht hatte. Dass dieses Lied auch heute noch ein Fan-Favorit ist, konnte sie nicht fassen. Sprach’s, und sang à capella „Viva la Mamma“, obwohl sie den Text eigentlich gar nicht mehr kenne.

 

Viva la mamma

Wir hatten als Überraschung ein Video ihres damaligen Auftritts vorbereitet, das dann eingespielt wurde, und so sang das ganze GLORIA gemeinsam mit Ingrid Peters noch einmal „Viva la Mamma“, und der Saal tobte erneut!  Als energisch eingeforderte Zugabe gab es dann noch „What’s Another Year“. Im anschließenden Gespräch mit Bernd Ochs erzählte Ingrid dann u.a., dass sie den ESC heutzutage eher im Schnelldurchlauf schaue, er sei ihr einfach zu lang. Aber einmal in letzter Zeit habe sie ganz geschaut und wie verrückt für einen Beitrag angerufen, nämlich 2018 für Eugent Bushpepa aus Albanien, der ja eine wahnsinnige Stimme habe.

Wir hätten Ingrid Peters sicher noch stundenlang zuhören können und es fiel sehr schwer, sie dann endgültig von unserer Bühne zu verabschieden, allerdings nicht, bevor sie als Glücksfee die Hauptgewinne der Tombola gezogen hatte.

 

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038Nun war es wieder Zeit für das traditionelle Musical. Unsere Kreativen Peter Bergener und Lu Wenzel hatten sich dieses Mal, was nahelag, von den deutschen „Sisters“ inspirieren lassen. Und so ging es in unserem Stück dann um zwei Schwestern (Peter Bergener und Lu Wenzel), die beide in denselben Mann verliebt waren, nämlich einen Arzt (Michael Sonneck). Die eifersüchtige und mordlustige Schwester (Lu) versuchte es insgesamt dreimal, ihre Schwester umzubringen, denn nachdem der erste Anschlag erfolglos blieb, „drückte“ sie noch zwei Mal auf die „Replay“-Taste und die Szene wurde noch einmal mit veränderter Handlung gespielt. Am Ende drehte das „Opfer“ den Spieß aber um.

 

So gab es eine Barszene mit einem italienischen Dealer (Alexander), der seinen Joint nur gegen Geld abgeben wollte („Soldi“), einem Schweizer (Benni), der es mit seiner Choreografie zu „She Got Me“ sehr übertrieb, was die angesungene Dame (Peter) doch eher abschreckte und in die Arme des Arztes trieb, was wiederum die Wut der anderen Schwester auslöste,  die sich in „Hatrið mun sigra“ und einem K.O.-Schlag der Schwester Bahn brach.  

 

In den folgenden Szenen am Krankenbett brillierten Björn (Krankenschwester) und Alexander (Krankenpfleger) als Liebespaar, das keine Hemmungen hatte, sich am Krankenbett so heftig zu „lieben“ (zu „Telemóveis“), dass durch die Bettbewegungen die vermeintlich tote Schwester wieder zum Leben  erweckt wurde, ebenso  wie in der zweiten Szene durch die Herzmassage des Arztes mit „Say Na Na Na!“

  

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In diese Handlung hatten wir neben vielen beliebten ESC-Klassikern alle 41 Titel des ESC 2019 und den ukrainischen Beitrag „Siren Song“ eingebaut. Natürlich durfte auch Madonnas „Like A Prayer“ in der originalen „ESC-Liveversion“ nicht fehlen, der der Arzt dann zu „La venda“ die Augenklappe wegnahm. Zum Finale dieses Stückes versöhnten sich die beiden Schwestern dann schließlich zu „Sister“ und „Love Is Forever“. Nicht wenige unserer Gäste kamen später auf uns zu und sprachen vom „besten Musical ever“! Das freute uns natürlich alle ungemein.

 

Nach Ingrid Peters und dem Musical hatte es unser nächster Stargast nicht leicht, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Respekt für Michael von der Heide, den Schweizer Vertreter beim ESC 2010, der uns seinen Tribut an Paola Felix brachte und damit dann doch glücklicherweise schnell das Publikum gefangen nahm mit seinen Interpretationen von „Bonjour, bonjour“ , „Cinéma“ und „Vogel der Nacht“, begleitet vom Gitarristen Martin Buess.

 

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Zu Paolas „Der Teufel und der junge Mann“ und „Peter Pan“ (zweiter Platz der deutschen VE 1982) stellten einige unserer Mitglieder in Ermangelung des Original-Kinderchores „Trixis“ einen Matrosenchor, der mitsang, und das Publikum stimmte ein.  Den Abschluss bildete natürlich sein ESC-Beitrag 2010 „Il pleut de l’or“. Dieser Auftritt war außergewöhnlich und sicher eine Bereicherung unseres Programms.

 

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034Es ist immer schön, wenn ECG-Mitglieder auf der Bühne selbst aktiv werden, und daher war der Auftritt von Anabel Christian aus Frankfurt eine besondere Freude. In ihrem selbstgeschneiderten Kostüm mit handvernähten Pailletten war ihre Interpretation von „Fuego“ wirklich perfekt und furios!

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Wir sind natürlich jedes Jahr bemüht, zumindest einen ESC-Teilnehmer aus dem aktuellen Jahrgang ins GLORIA einzuladen. Und so freuten wir uns sehr, die Gewinnerin des Juryvoting, Tamara Todevska aus Nordmazedonien, in Köln begrüßen zu können! Ihr Auftritt startete grandios mit ihren persönlichen ESC-Favoriten „Molitva“ (ESC 2007) und „Where Are You“ (ESC 1998). Natürlich brachte sie auch ihre beiden eigenen Beiträge „Let Me Love You“ (ESC 2008) und „Proud“. Tosender Applaus war ihr Lohn, besonders als dann auch noch „Soldi“ folgte, bei dem der ganze Saal begeistert mitging. Zum Abschluss stellte sie ihre neue Single „Monsters“ vor und als Zugabe gab es dann noch einmal „Proud“ à capella. Eine Künstlerin mit einer Wahnsinnsstimme, wie sie auch hier unter Beweis stellte.  

 

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Traditionell endet unser Bühnenprogramm mit einem Finalsong, zu dem die Mitwirkenden sich noch einmal auf der Bühne versammeln. Wir hatten dieses Mal den niederländischen Beitrag von 2000, „No Goodbyes“ ausgewählt, denn es hieß ja noch nicht „Goodbye“. DJ Ohrmeister stand schon bereit für die ESC-Disco, bei der bis um 3.00 Uhr die Tanzfläche gut gefüllt war und sehr viele Fans zu alten und neuen ESC- und VE-Titeln tanzten einschließlich einer Polonaise zu „La venda“.

 

Finale

 

 

Zum Meet & Greet mit den Zuschauern und für Autogramme und Selfies standen dann unsere Stargäste noch lange zur Verfügung. Aus Termingründen musste Ingrid Peters allerdings leider direkt nach ihrem Auftritt wieder zurück ins Saarland fahren. Irgendwann geht der schönste Abend zu Ende, es hieß dann wirklich „Goodbye“ bis zum nächsten Mal!

 

(Bericht: Michael Sonneck / Fotos: ECG e. V.)

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