Die Vorentscheidungen
Ein Land. Ein Song.

ESC 2015 in Wien

Der 2. Probentag

Mittwoch, 04 März 2015 12:10 Geschrieben von

Guten Morgen aus Hannover, wir sitzen im Presseraum, wo jetzt die Pressekonferenz mit allen Teilnehmern stattfindet. Leider können wir dadurch die zeitgleiche Probe von Alexa Feser nicht mitverfolgen. Das tut mir besonders leid, denn sie gehört für mich zu den Favoriten, ich könnte mir beide Titel sehr gut in Wien vorstellen, wobei ich persönlich dem "Gold von morgen" den Vorzug geben würde. Warum nicht mal eine schöne deutsch gesungene Ballade mit einem tollen Text?

Es wird verkündet, dass Andreas Kümmert aus Krankheitsgründen bei der PK nicht dabei sein kann, es werde sich "um ihn gekümmert". DIe Probe uns sein Auftritt morgen seien aber nicht gefährdet.

Es geht los mit FAHRENHAIDT. Barbara Schöneberger stellt zunächst die Fragen. Es sei nicht so geplant gewesen, damit in Hannover dabei zu sein, sie haben sich eine dänische Sängerin  Amanda Petersen, dazu geholt. Sie machen "Nature Pop", wobei sie nicht eindeutig sagen können, was das bedeutet. SIe interessieren sich erst die letzten Jahre für den ESC, seit er musikalisch so vielseitig geworden sei. Sie sind leicht geschockt, dass sie in den Foren als Favoriten gehandelt werden, sie würden lieiber mit Frozen Silence gewinnen, das wird auch ihr 1. Lied sein. Die Dänin findet den dänischen Beitrag 2015 sehr gut. Sie kommen aus Berlin und wollen mit ihrer Musik einen Gegenpol setzen zu dieser lauten Stadt.

Ann-Sophie erscheint, es zeigt sich mal wieder, wie der Bildschirm täuscht, sie ist wesentlich kleiner, als ich vermutet habe. SIe ist seit dem Clubkonzert viel beschäftigt, es mache ihr aber wahnsinnigen Spaß. Ob sie bei dem roten Hosenanzug bleiben will, verrät sie noch nicht. "Jump the gun" sei noch etwas verändert worden, sie hofft aber, lässt sie durchblicken, dass sie "Black smoke" singen darf. "Black smoke" kannte sie schon vorher, aber sie habe gemeint, "Jump the gone" hätte besser zum Clubkonzert gepasst. WIe die Gefühlslage vor dem Auftritt sei: sie dürfe darüber nicht nachdenken, sie müsse sich einfach nur voll konzentrieren. 

FAUN werden gefragt nach ihrer Fanbase, diese sein sehr gemischt,  sei nicht szeneabhängig, sie haben sich auf einem Mittelaltermarkt kennengelernt. Sie lassen sich macnhmal auch in alten Sprachen unterrichten, aber singen überwiegend in Deutsch. Warum sie sich hier bewerben, da es doch auch Kritik von ihren Fans gebe. Sie finden es abwer schön, die Volksmusik und Tradition des eigenen Landes zu präsentieren., und dafür sei der ESC doch eine gute Gelegenheit. 

Die Damen von Laing  haben früher auch getanzt, eine war sogar Standardtänzerin, Barbara versteht "Stangentanz"...Der Name Laing soll einfach nur schön klingen und nichts heißen, es sei der Mädchenname  der Mutter einer der Damen. "Tolle Hülle, keine Inhalte, willkommen beim Fernsehen" meint Barbara dazu. "Zeig deine Muskeln" wird der 1. Song sein. Sie hatten etwas Probleme anfangs mit den Headsets, da man da das Atmen beim Fahrradfahren sehr hört,  beim Mikro könne man das Gesicht ja dann mal wegdrehen, aber mittlerweilse haben sie sich daran gewöhnt, das passe ja eigentlich auch zum Sport, dass man etwas außer Atem sei.

Mrs. Greenbird haben den Namen von einer Vogeldame, die nicht mehr lebt, sie sei auf dem Treppenabsatz verstorben, aber es habe wohl nichts mit ihrer Musik zu tun gehabt. Sie hätten sich die letzten 6 besonders intensiv vorbereitet. Sie hätten auch Unterstützung durch ihre Fans. Sie würden ja vielfach mit den Common Linnets verglichen, das haben sie auch schon gehört, aber es hätte sie schlimmer treffen können, da sie sie selbst gern hören. Sie haben noch nie einen ESC-Titel live gesungen, aber wenn, würden sie gerne "Birds" von Anouk sngen, das fänden sie toll.

Jeff von Noize Generation findet es cool, dass man nun Interesse an ihnen hat, er hat letztes Jahr einen Remix für Madeline Juno gemacht, sein Sänger heißt Patrick, sie haben sich erst vor ein paar Wochen in Berlin kennengelernt. Jeff wohnt noch bei den Eltern, aber die seien sehr kulant, wenn er probt. Sie wohnen in Coburg, und das hört man auch. Mit seiner Bühneninszenierung sei er zufrieden. Die Roboter hat er auf einer Show eines anderen DJ gesehen, und er hat gefragt, ob sie das übernehmen dürfen. Seine ESC-Kenntnisse scheinen sich auf Waterloo und Lena zu beschränken. Der Sänger hat etwas Erfahrungen in schwedischen Shows gesammelt, aber hat noch nie auf so einer Arena-Bühne gestanden.

Alexa Feser hat ihre Probe beendet (Dazu schreibt Benni gleich noch etwas). Sie weiß gar nicht, wie ihr Auftritt aussieht, weil sie ja auf der Bühne ist, aber sie glaubt, dass es gut wird. Ihr Erfolg der letzten Zeit sei noch ein wenig irreal, es sei eine Achterbahnfahrt, jetzt ESC-VE und dann noch eine ECHO-Nominierung. Es habe sich gelohnt, dass sie nie aufgegeben habe. Sie wollte immer schon von der Musik leben können seit kleinauf. Sie beginnt mit "Glück" morgen, weil das ja schon etwas bekannt sein, aber ihr Herz hänge etwas mehr am "Gold von morgen". An ihrem neuen Album habe sie 2-3 Jahre gearbeitet. Dann habe sie einen Auftritt in Hamburg gemacht, und da habe sie WARNER quasi dann entdeckt und ihr angeboten, ein Album zu machen. Ihre erst Erinnerung an den ESC ist Nicole ganz vage. Ihr seien aber mehr die extremen Sachen wie Lordi aufgefallen, da habe sie gewettet, einen Besen zu fressen, wenn die gewinnen. Sie sehe aus wie Doro Pesch, wird ihr gesagt, das sei ihr neu, sie wisse gar nicht, wie Doro Pesch aussehe.

 

Die Startreihenfolge werde erst nach Abschluss aller Proben festgelegt. Barbara meint, so laufe das bei ihr auch, man schaue sich erst ihre Proben an und suche dann ggf. nach einer besseren Lösung. Barbara wird nach den stärksten Eindrücken aus 2014 gefragt, es seien die kalten Füße bei Regen auf der Reeperbahn gewesen, aber es sei eine große Show gewesen, weil im Publikum soviel Fans säßen, die auch mitmachen, manchmal halt auch eine tanzende Männergruppe. Vom ESC hat sie nur die Holländer in Erinnerung und mehr die Outfits, weniger die Musik. Morgen trägt sie ein Outfit eine röstgerreichscuhen Designerin.

Morgen sei die Arena mit ca. 4500 Gästen nahezu ausverkauft.

Die deutsche Jury werde momentan gerade zusammengestellt, aber das unterliege natürlich lt. EBU-Regeln der Geheimhaltung. Man wisse schon, wer die deutschen Punkte verliest, aber es werde nicht Helene Fischer sein.

Barbara ist überrascht, dass es das 60. Jubiläum sei, ob sie dann mehr Geld bekommen?

Peter Urban hat schon in den aktuellen Jahrgang reingehört, es seien viele melancholisch dramatische Damen mit Balladen dabei, er nennt Island ?!? als Beispiel. Zum finnischen Song hat er sich noch nicht entschieden, wie er das finden soll, es sei einerseits toll, Leute mit DOWN-Syndrom daduch auf die Tagesordnung zu bringen, aber ob der ESC dafür das richtige Forum sei? Aber er traue den Finnen zu, dass sie es gut meinen mit der Gruppe und sie nicht vorführen wolle.

Das war die Pressekonferenz.

Benni: Vor der allgemeinen Pressekonferenz konnte ich noch einen kurzen Blick auf Alexa Feser und die Performance ihres ersten Songs „Glück“ erhaschen. Wie erwartet verzichtet die frischgebackene Echo-Nominierte auf der Bühne auf Tam-Tam und setzt dagegen voll und ganz auf ihre Stimme, die in der Halle schon beim Soundcheck wirklich imposant herüberkam. Im ersten Teil des Songs sitzt Alexa in der Mitte der Bühne an einem Klavier, nach dem ersten Refrain erhebt sie sich und singt am vorderen Ende der Bühne im Stehen weiter. Unterstützt wird sie von zwei Backgroundsängerinnen und drei jungen Männern – einer am Keyboard, einer am Schlagzeug, einer an der Gitarre. Auch der Hintergrund der Bühne wird sehr minimalistisch gehalten. Ich bin ja ein kleiner Fan von Alexa Feser und ihrer Musik, halte aber ihren zweiten Titel „Das Gold von morgen“ für deutlich chancenreicher und mitreißender. Leider zweifele ich dran, dass wir ihn am Donnerstagabend sehen werden, weil „Glück“ ist rein musikalisch doch extrem belanglos. Leider.

Und als „rasender Reporter“ habe ich nach der PK auch noch die letzten beiden Durchläufe vom großen Fanfavoriten mitbekommen – Fahrenhaidts „Frozen Silence“. Ich muss gestehen, mich hat das Lied im Vorfeld passend zum Titel völlig kaltgelassen. Aber die dänische Sängerin, die die beiden Berliner im Gepäck haben, singt einfach bombastisch.  Sie hat mir meine erste (und wohl letzte) Gänsehaut hier in Hannover beschert und das ist nicht ganz so leicht. Gut, bei Laing haben sich auch meine Haare hochgestellt, aber das hatte wohl andere Gründe... Die beiden Mitglieder von Fahrenhaidt halten sich dezent im Hintergrund und spielen auf der Bühne am Klavier sitzend und am Keyboard stehend eine Nebenrolle. Die Bühne ist mit vier leuchtenden Quallen ausgeschmückt. Sieht aus wie vier Regenschirme, von denen Krepppapier herabhängt. Auch vorne tut sich einiges: Um die in schwarz gehüllte Sängerin tänzeln drei junge Damen in weißen Tütüs und verrenken sich mit balletttypischen Bewegungen. Nicht neu – hatte man ja schon bei Dima Bilans zweitem Platz in Athen 2006 gesehen – aber in der in blaues Neonlicht und Nebel gehüllten Bühne sehr eindrucksvoll. Klingt alles kitschig, ist es wohl auch – aber es passt. Es könnte für Fahrenhaidt wirklich klappen – in Hannover und vielleicht auch in Wien mit einer vorderen Platzierung.

Michael: Wir sind jetzt auch von der PK zurück in der Halle, leider erst zum 2. Lied „Mother earth“. Das gefällt mir sehr sehr gut, eigentlich von der Musik her noch besser als „Frozen silence“. Eine Inszenierung gibt es hier allerdings gar nicht, sie singt einfach, aber sie singt toll und den Refrain habe ich jetzt im Ohr, aber sehr angenehm. Benni hat uns ein kleines Handy-Video vom 1. Auftritt gezeigt, Erwin gefällt es gar nicht, und ich finde Balletttänzerinnen jetzt auch nicht so wahnsinnig originell.  Und diese weißen „Quallen“ wecken bei mir auch nicht unbedingt Assoziationen an Eis und Kälte. Aber vielleicht gefällt es mir morgen in natura dann besser, dies war ja nur ein 30 sec Videoclip.

Da Andreas Kümmert ja indisponiert ist, wurde seine Probe nach hinten verschoben zugunsten von Ann–Sophie. Sie bringt ihr „Jump the gun“ wie im Clubkonzert, hinter ihr stehen 7 große Scheinwerfer, die im Rhythmus an-und ausgehen. Sie ist die erste von allen Teilnehmern, die bei mir wirklich einen durchweg positiven Eindruck hinterlässt. sie singt soll, sie hat eine tolle Bühnenpräsenz, eine tolle Mimik, spielt mit der Kamera usw. ,das Stück wurde auf 3 Min. gekürzt und endet abrupt, auch das ein zusätzlicher Knalleffekt. Das Ganze wirkt so völlig natürlich und ist doch perfekt. Sie ist auf ihre Art wie Lena, meint auch Erwin, obwohl das Lied ihm nicht so gefällt.

Schwarzer Rauch steigt auf der LED-Wand auf, wir sind gespannt auf „Black smoke“! Sie trägt ein schwarzes Unterkleid mit einem weißen Oberteil und einem weißen Schal mit schwarzem Rand,  die Backings ganz in Schwarz, der Rauch auf der LED wechselt zwischen Schwarz auf Weiß und umgekehrt. Bühnendeko gibt es keine, Die Backings stehen halt an beiden Seiten hinter hier aufgereiht.  Beim 2. Durchlauf muss sie das weiße Oberteil nach kleiner Diskussion ausziehen, jetzt steht sie da im kleinen Schwarzen mit 2 weißen Streifen am Unterarm. Ein bisschen problematisch finde ich, dass man zumindest hier in der Halle das Gefühl hat, sie verschluckt teilweise die Worte, aber das mag über das Mikro anders sein. Ansonsten finde ich das ganz großartig, vor allem auch der etwas ruhigere Part ist grandios, allerdings erinnert sie da sehr an eine reifere Lena. Allerdings sind Elvira und Erwin nicht so begeistert wie ich, finden es aber auch gut. Gut, beim 3. Durchlauf darf sie das Oberteil wieder tragen, sehr schön!

Jetzt kommt statt Andreas Kümmert erst die Probe von Stefanie Heinzmann, da müssen wir raus, und momentan rätseln hier alle, ob Andreas Kümmert überhaupt noch probt... Wie jetzt aber verkündet wurde, wird er heute nicht mehr proben, sondern erst morgen in der Generalprobe auftreten, wo er dann etwas mehr Zeit bekommt. Somit ist für uns jetzt heute hier Schluss. Die Pausenacts dürfen wir nicht anschauen. Dann bleibt uns nur, gespannt auf die Generalprobe morgen zu warten und uns für heute zu verabschieden. Viel Spaß bei Griechenland heute Abend. Wir melden uns morgen spätestens nach der Generalprobe gegen 18.00 dann nochmal. 

 


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1.

Måns Zelmerlöw - Heroes (SWE)
Foto: Ailura - Lizenz: CC BY-SA 3.0 at

2.

Polina Gagarina - A Million Voices (RUS)
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3.

Il Volo - Grande Amore (ITA)
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Nach dem Sieg von Conchita Wurst in Kopenhagen richtete der österreichische TV-Sender ORF die 60. Ausgabe des ESC aus. Austragungsort war die Wiener Stadthalle. Die Termine für die beiden Halbfinals waren der 19. und 21. Mai, das Finale fand am 23. Mai 2015 statt.