Die Vorentscheidungen
Ein Land. Ein Song.

ESC 2015 in Wien
Donnerstag, 05 März 2015 13:05
Geschrieben von

Hallo aus Hannover am Finaltag. Wir sind schon zur Halle gefahren, aber hier ist noch nichts los, selbst der Pressecounter ist nicht geöffnet... Nun sitzen wir in der Hotellobby und warten, dass wir dann gleich zur Generalprobe eingelassen werden. Man hat eine vorläufige Startreihenfolge angegeben, die sich allerdings nach der Generalprobe noch ändern könne:

 

 

Finale - 5. März 2015 
StartInterpretTitel
1. Mrs. Greenbird Shine, shine, shine
2. Alexa Feser Glück
3. Faun  Hörst du die Trommeln
4. Noize Generation Song for you
5. Ann Sophie  Jump the gun
6. Fahrenhaidt Frozen silence
7. Laing  Zeig deine Muskeln 
8. Andreas Kümmert Home is in my hands

 

Wie zu erfahren war, absolviert Andreas Kümmert doch heute vorher schon eine Einzelprobe. Wir melden uns dann nach der Generalprobe wieder.

 

Die Generalprobe lief mal wieder ein bisschen chaotisch, Barbara Schöneberger suchte ihre Moderationskarten, das Licht, die Kameras, und schien auch das Wertungssystem noch nicht so ganz verstanden zu haben, aber in der Probe ist das ja egal und sorgt natürlich dann immer wieder für Heiterkeit. Auch ansonsten ist sie amüsant wie immer. Eine etwas größere Panne gab es bei Fahrenhaidt mit der Technik, so dass sie neu anfangen mussten, und auch Alexa Feser hörte sich erst nicht und musste neu beginnen.

Von den Auftritten der ersten 8 waren Andreas Kümmert und Ann Sophie für mich am überzeugendsten, wobei ich mit dem Lied von Andreas Kümmert so gar nichts anfangen kann. Ich fürchte nach wie vor, dass es ein Fehler von Alexa Feser sein könnte, nicht mit dem „Gold von morgen“ anzufangen. Denn dieser Auftritt hat mir wirklich Gänsehaut bereitet, und ich wäre sehr traurig, wenn wir das heute Abend nicht hören und sehen könnten. Ann Sophie war klasse wie eigentlich schon während der gesamten Proben.

Die Performance von Fahrenhaidt hat uns mehrheitlich nicht gefallen, was sollen die Ballerinas und diese Quallen? Die Bühne ist viel zu überladen,  und 3 Minuten „Frozen silence“ können einem schon etwas lang werden, denn es gibt ja keine Höhepunkte.

Beide Pausenacts, Mark Forster und Stefanie Heinzmann, sind nun auch nicht mein Fall, aber es kann ja nicht nur nach meinem Geschmack gehen;-)

Ann Sophie hat bei „Black Smoke“ ihre Choreo von gestern ziemlich vereinfacht  - zu meinem Leidwesen (ich weiß nicht warum, wollte sie sich schonen?). Ich hoffe, dass sie heute Abend wieder die Performance  von gestern hinlegt, denn die war wirklich überzeugend. Und Fahrenhaidts „Mother earth“ ist doch wesentlich besser als „Frozen silence“, ist unter uns die überwiegende Meinung.

Conchita singt dann vor der Siegerverkündigung ihren neuen Titel „You’re unstoppable“. Tja, ich finde es nicht so den großen Wurf, nicht schlecht, aber auch kein Burner.

Insgesamt eine musikalisch sehr abwechslungsreiche Show, aber ohne große Überraschungen, der Ablauf ist so wie beim letzten Mal.  Green-Room-Schalten, Postkarten, beim 2. Durchlauf neue Postkarten, die offensichtlich mit allen vorproduziert wurden, in denen sie sich bedanken, dass sie weitergekommen sind, nur Faun bedanken sich nicht (aus Aberglauben)?

Wir denken alle, dass es sehr spannend werden wird heute Abend, denn wir sehen keine glasklaren Favoriten:

Erwin würde „Das Gold von morgen“ schicken, Elvira „Glück“, Benni ist für „Frozen silence“, Anke ist für Andreas Kümmert, egal, mit welchem Lied, ich hoffe, dass „Black smoke“ mit der Performance von gestern gewinnt,  wenn nicht, dann bin ich auch für „Das Gold von morgen“. Erwin wird gerade noch „Song for you“ ein, aber ich glaube, ich nehme jetzt keine Favoriten mehr an!;-)

Grundkonsens bei uns allen ist aber, dass „Das Gold von morgen“ ein Beitrag wäre, auf den wir stolz sein könnten, auch wenn er  es vielleicht bei den vielen Balladen schwer haben würde.

So, nun überlassen wir euch die Bewertung, wünschen einen spannenden Abend!

Liebe Grüße aus Hannover,

euer ECG-Team!

 

 

 


Mittwoch, 04 März 2015 12:10
Geschrieben von

Guten Morgen aus Hannover, wir sitzen im Presseraum, wo jetzt die Pressekonferenz mit allen Teilnehmern stattfindet. Leider können wir dadurch die zeitgleiche Probe von Alexa Feser nicht mitverfolgen. Das tut mir besonders leid, denn sie gehört für mich zu den Favoriten, ich könnte mir beide Titel sehr gut in Wien vorstellen, wobei ich persönlich dem "Gold von morgen" den Vorzug geben würde. Warum nicht mal eine schöne deutsch gesungene Ballade mit einem tollen Text?

Es wird verkündet, dass Andreas Kümmert aus Krankheitsgründen bei der PK nicht dabei sein kann, es werde sich "um ihn gekümmert". DIe Probe uns sein Auftritt morgen seien aber nicht gefährdet.

Es geht los mit FAHRENHAIDT. Barbara Schöneberger stellt zunächst die Fragen. Es sei nicht so geplant gewesen, damit in Hannover dabei zu sein, sie haben sich eine dänische Sängerin  Amanda Petersen, dazu geholt. Sie machen "Nature Pop", wobei sie nicht eindeutig sagen können, was das bedeutet. SIe interessieren sich erst die letzten Jahre für den ESC, seit er musikalisch so vielseitig geworden sei. Sie sind leicht geschockt, dass sie in den Foren als Favoriten gehandelt werden, sie würden lieiber mit Frozen Silence gewinnen, das wird auch ihr 1. Lied sein. Die Dänin findet den dänischen Beitrag 2015 sehr gut. Sie kommen aus Berlin und wollen mit ihrer Musik einen Gegenpol setzen zu dieser lauten Stadt.

Ann-Sophie erscheint, es zeigt sich mal wieder, wie der Bildschirm täuscht, sie ist wesentlich kleiner, als ich vermutet habe. SIe ist seit dem Clubkonzert viel beschäftigt, es mache ihr aber wahnsinnigen Spaß. Ob sie bei dem roten Hosenanzug bleiben will, verrät sie noch nicht. "Jump the gun" sei noch etwas verändert worden, sie hofft aber, lässt sie durchblicken, dass sie "Black smoke" singen darf. "Black smoke" kannte sie schon vorher, aber sie habe gemeint, "Jump the gone" hätte besser zum Clubkonzert gepasst. WIe die Gefühlslage vor dem Auftritt sei: sie dürfe darüber nicht nachdenken, sie müsse sich einfach nur voll konzentrieren. 

FAUN werden gefragt nach ihrer Fanbase, diese sein sehr gemischt,  sei nicht szeneabhängig, sie haben sich auf einem Mittelaltermarkt kennengelernt. Sie lassen sich macnhmal auch in alten Sprachen unterrichten, aber singen überwiegend in Deutsch. Warum sie sich hier bewerben, da es doch auch Kritik von ihren Fans gebe. Sie finden es abwer schön, die Volksmusik und Tradition des eigenen Landes zu präsentieren., und dafür sei der ESC doch eine gute Gelegenheit. 

Die Damen von Laing  haben früher auch getanzt, eine war sogar Standardtänzerin, Barbara versteht "Stangentanz"...Der Name Laing soll einfach nur schön klingen und nichts heißen, es sei der Mädchenname  der Mutter einer der Damen. "Tolle Hülle, keine Inhalte, willkommen beim Fernsehen" meint Barbara dazu. "Zeig deine Muskeln" wird der 1. Song sein. Sie hatten etwas Probleme anfangs mit den Headsets, da man da das Atmen beim Fahrradfahren sehr hört,  beim Mikro könne man das Gesicht ja dann mal wegdrehen, aber mittlerweilse haben sie sich daran gewöhnt, das passe ja eigentlich auch zum Sport, dass man etwas außer Atem sei.

Mrs. Greenbird haben den Namen von einer Vogeldame, die nicht mehr lebt, sie sei auf dem Treppenabsatz verstorben, aber es habe wohl nichts mit ihrer Musik zu tun gehabt. Sie hätten sich die letzten 6 besonders intensiv vorbereitet. Sie hätten auch Unterstützung durch ihre Fans. Sie würden ja vielfach mit den Common Linnets verglichen, das haben sie auch schon gehört, aber es hätte sie schlimmer treffen können, da sie sie selbst gern hören. Sie haben noch nie einen ESC-Titel live gesungen, aber wenn, würden sie gerne "Birds" von Anouk sngen, das fänden sie toll.

Jeff von Noize Generation findet es cool, dass man nun Interesse an ihnen hat, er hat letztes Jahr einen Remix für Madeline Juno gemacht, sein Sänger heißt Patrick, sie haben sich erst vor ein paar Wochen in Berlin kennengelernt. Jeff wohnt noch bei den Eltern, aber die seien sehr kulant, wenn er probt. Sie wohnen in Coburg, und das hört man auch. Mit seiner Bühneninszenierung sei er zufrieden. Die Roboter hat er auf einer Show eines anderen DJ gesehen, und er hat gefragt, ob sie das übernehmen dürfen. Seine ESC-Kenntnisse scheinen sich auf Waterloo und Lena zu beschränken. Der Sänger hat etwas Erfahrungen in schwedischen Shows gesammelt, aber hat noch nie auf so einer Arena-Bühne gestanden.

Alexa Feser hat ihre Probe beendet (Dazu schreibt Benni gleich noch etwas). Sie weiß gar nicht, wie ihr Auftritt aussieht, weil sie ja auf der Bühne ist, aber sie glaubt, dass es gut wird. Ihr Erfolg der letzten Zeit sei noch ein wenig irreal, es sei eine Achterbahnfahrt, jetzt ESC-VE und dann noch eine ECHO-Nominierung. Es habe sich gelohnt, dass sie nie aufgegeben habe. Sie wollte immer schon von der Musik leben können seit kleinauf. Sie beginnt mit "Glück" morgen, weil das ja schon etwas bekannt sein, aber ihr Herz hänge etwas mehr am "Gold von morgen". An ihrem neuen Album habe sie 2-3 Jahre gearbeitet. Dann habe sie einen Auftritt in Hamburg gemacht, und da habe sie WARNER quasi dann entdeckt und ihr angeboten, ein Album zu machen. Ihre erst Erinnerung an den ESC ist Nicole ganz vage. Ihr seien aber mehr die extremen Sachen wie Lordi aufgefallen, da habe sie gewettet, einen Besen zu fressen, wenn die gewinnen. Sie sehe aus wie Doro Pesch, wird ihr gesagt, das sei ihr neu, sie wisse gar nicht, wie Doro Pesch aussehe.

 

Die Startreihenfolge werde erst nach Abschluss aller Proben festgelegt. Barbara meint, so laufe das bei ihr auch, man schaue sich erst ihre Proben an und suche dann ggf. nach einer besseren Lösung. Barbara wird nach den stärksten Eindrücken aus 2014 gefragt, es seien die kalten Füße bei Regen auf der Reeperbahn gewesen, aber es sei eine große Show gewesen, weil im Publikum soviel Fans säßen, die auch mitmachen, manchmal halt auch eine tanzende Männergruppe. Vom ESC hat sie nur die Holländer in Erinnerung und mehr die Outfits, weniger die Musik. Morgen trägt sie ein Outfit eine röstgerreichscuhen Designerin.

Morgen sei die Arena mit ca. 4500 Gästen nahezu ausverkauft.

Die deutsche Jury werde momentan gerade zusammengestellt, aber das unterliege natürlich lt. EBU-Regeln der Geheimhaltung. Man wisse schon, wer die deutschen Punkte verliest, aber es werde nicht Helene Fischer sein.

Barbara ist überrascht, dass es das 60. Jubiläum sei, ob sie dann mehr Geld bekommen?

Peter Urban hat schon in den aktuellen Jahrgang reingehört, es seien viele melancholisch dramatische Damen mit Balladen dabei, er nennt Island ?!? als Beispiel. Zum finnischen Song hat er sich noch nicht entschieden, wie er das finden soll, es sei einerseits toll, Leute mit DOWN-Syndrom daduch auf die Tagesordnung zu bringen, aber ob der ESC dafür das richtige Forum sei? Aber er traue den Finnen zu, dass sie es gut meinen mit der Gruppe und sie nicht vorführen wolle.

Das war die Pressekonferenz.

Benni: Vor der allgemeinen Pressekonferenz konnte ich noch einen kurzen Blick auf Alexa Feser und die Performance ihres ersten Songs „Glück“ erhaschen. Wie erwartet verzichtet die frischgebackene Echo-Nominierte auf der Bühne auf Tam-Tam und setzt dagegen voll und ganz auf ihre Stimme, die in der Halle schon beim Soundcheck wirklich imposant herüberkam. Im ersten Teil des Songs sitzt Alexa in der Mitte der Bühne an einem Klavier, nach dem ersten Refrain erhebt sie sich und singt am vorderen Ende der Bühne im Stehen weiter. Unterstützt wird sie von zwei Backgroundsängerinnen und drei jungen Männern – einer am Keyboard, einer am Schlagzeug, einer an der Gitarre. Auch der Hintergrund der Bühne wird sehr minimalistisch gehalten. Ich bin ja ein kleiner Fan von Alexa Feser und ihrer Musik, halte aber ihren zweiten Titel „Das Gold von morgen“ für deutlich chancenreicher und mitreißender. Leider zweifele ich dran, dass wir ihn am Donnerstagabend sehen werden, weil „Glück“ ist rein musikalisch doch extrem belanglos. Leider.

Und als „rasender Reporter“ habe ich nach der PK auch noch die letzten beiden Durchläufe vom großen Fanfavoriten mitbekommen – Fahrenhaidts „Frozen Silence“. Ich muss gestehen, mich hat das Lied im Vorfeld passend zum Titel völlig kaltgelassen. Aber die dänische Sängerin, die die beiden Berliner im Gepäck haben, singt einfach bombastisch.  Sie hat mir meine erste (und wohl letzte) Gänsehaut hier in Hannover beschert und das ist nicht ganz so leicht. Gut, bei Laing haben sich auch meine Haare hochgestellt, aber das hatte wohl andere Gründe... Die beiden Mitglieder von Fahrenhaidt halten sich dezent im Hintergrund und spielen auf der Bühne am Klavier sitzend und am Keyboard stehend eine Nebenrolle. Die Bühne ist mit vier leuchtenden Quallen ausgeschmückt. Sieht aus wie vier Regenschirme, von denen Krepppapier herabhängt. Auch vorne tut sich einiges: Um die in schwarz gehüllte Sängerin tänzeln drei junge Damen in weißen Tütüs und verrenken sich mit balletttypischen Bewegungen. Nicht neu – hatte man ja schon bei Dima Bilans zweitem Platz in Athen 2006 gesehen – aber in der in blaues Neonlicht und Nebel gehüllten Bühne sehr eindrucksvoll. Klingt alles kitschig, ist es wohl auch – aber es passt. Es könnte für Fahrenhaidt wirklich klappen – in Hannover und vielleicht auch in Wien mit einer vorderen Platzierung.

Michael: Wir sind jetzt auch von der PK zurück in der Halle, leider erst zum 2. Lied „Mother earth“. Das gefällt mir sehr sehr gut, eigentlich von der Musik her noch besser als „Frozen silence“. Eine Inszenierung gibt es hier allerdings gar nicht, sie singt einfach, aber sie singt toll und den Refrain habe ich jetzt im Ohr, aber sehr angenehm. Benni hat uns ein kleines Handy-Video vom 1. Auftritt gezeigt, Erwin gefällt es gar nicht, und ich finde Balletttänzerinnen jetzt auch nicht so wahnsinnig originell.  Und diese weißen „Quallen“ wecken bei mir auch nicht unbedingt Assoziationen an Eis und Kälte. Aber vielleicht gefällt es mir morgen in natura dann besser, dies war ja nur ein 30 sec Videoclip.

Da Andreas Kümmert ja indisponiert ist, wurde seine Probe nach hinten verschoben zugunsten von Ann–Sophie. Sie bringt ihr „Jump the gun“ wie im Clubkonzert, hinter ihr stehen 7 große Scheinwerfer, die im Rhythmus an-und ausgehen. Sie ist die erste von allen Teilnehmern, die bei mir wirklich einen durchweg positiven Eindruck hinterlässt. sie singt soll, sie hat eine tolle Bühnenpräsenz, eine tolle Mimik, spielt mit der Kamera usw. ,das Stück wurde auf 3 Min. gekürzt und endet abrupt, auch das ein zusätzlicher Knalleffekt. Das Ganze wirkt so völlig natürlich und ist doch perfekt. Sie ist auf ihre Art wie Lena, meint auch Erwin, obwohl das Lied ihm nicht so gefällt.

Schwarzer Rauch steigt auf der LED-Wand auf, wir sind gespannt auf „Black smoke“! Sie trägt ein schwarzes Unterkleid mit einem weißen Oberteil und einem weißen Schal mit schwarzem Rand,  die Backings ganz in Schwarz, der Rauch auf der LED wechselt zwischen Schwarz auf Weiß und umgekehrt. Bühnendeko gibt es keine, Die Backings stehen halt an beiden Seiten hinter hier aufgereiht.  Beim 2. Durchlauf muss sie das weiße Oberteil nach kleiner Diskussion ausziehen, jetzt steht sie da im kleinen Schwarzen mit 2 weißen Streifen am Unterarm. Ein bisschen problematisch finde ich, dass man zumindest hier in der Halle das Gefühl hat, sie verschluckt teilweise die Worte, aber das mag über das Mikro anders sein. Ansonsten finde ich das ganz großartig, vor allem auch der etwas ruhigere Part ist grandios, allerdings erinnert sie da sehr an eine reifere Lena. Allerdings sind Elvira und Erwin nicht so begeistert wie ich, finden es aber auch gut. Gut, beim 3. Durchlauf darf sie das Oberteil wieder tragen, sehr schön!

Jetzt kommt statt Andreas Kümmert erst die Probe von Stefanie Heinzmann, da müssen wir raus, und momentan rätseln hier alle, ob Andreas Kümmert überhaupt noch probt... Wie jetzt aber verkündet wurde, wird er heute nicht mehr proben, sondern erst morgen in der Generalprobe auftreten, wo er dann etwas mehr Zeit bekommt. Somit ist für uns jetzt heute hier Schluss. Die Pausenacts dürfen wir nicht anschauen. Dann bleibt uns nur, gespannt auf die Generalprobe morgen zu warten und uns für heute zu verabschieden. Viel Spaß bei Griechenland heute Abend. Wir melden uns morgen spätestens nach der Generalprobe gegen 18.00 dann nochmal. 

 


Dienstag, 03 März 2015 15:39
Geschrieben von

 

Hallo und guten Tag aus Hannover, wo Elvira und ich – quasi  als Vorhut des ECG-Teams – gerade angekommen sind. Natürlich haben wir uns nach dem Einchecken im Hotel direkt auf zur Halle gemacht, was hier  eine Bahnfahrt von ca. 30 min. aus der Innenstadt bedeutet. danach noch ein Fußmarsch über eine zugige Hängebrücke und die Expo-Plaza, die heute nicht wie vor 2 Jahren schneebedeckt ist, aber das kann ja noch kommen...

Im Pressezentrum im gegenüberliegend Radisson-Hotel herrschte noch ziemliche Ruhe, wir waren mit die Ersten am Start. Und schon ging es in die Halle zum Beginn der 1. Probe . Heute proben LAING, FAUN, Mrs Greenbird und Noize Generation, das Ganze soll bis ca. 19.00 Uhr dauern, wobei die erste Probe wohl schon mit einiger Verspätung anfing. Die Halle wurde in etwa der Größe abgeteilt wie in Köln, schätzen wir, genaue Zahlen zur  Zuschauerkapazität erwarten wir noch. ">Wir dürfen hier übrigens sitzen, wo wir wollen, sehr angenehm, und es ist schön warm in der Halle

">Aber das liegt vermutlich nicht daran, dass die Damen von LAING in Muskel-T-Shirts auf 3 Trimmrädern sitzen und die 4.  Dame im Sport-Bustier etwas seitwärts  der anderen posiert und ihre nicht besonders ausgeprägten Muskeln zeigt. Elvira meint nach dem 1. Durchlauf: „Das ist doch kein Lied“, und da gebe ich ihr recht. Auch gesanglich ist das noch nicht optimal.

Benni ist dazu gekommen, und wir alle 3 beschließen: „Unser Fall ist das gar nicht!“ LAING mögen ja bei ihren Konzerten der Knaller sein, wie man so hört, aber für die ESC-Bühne???   Elvira klärt mich gerade auf, das sei „Minimal-Elektro“ lt. Presseheft, okay, dann aber sehr minimal - das Ganze...

Ich habe mir übrigens vorgenommen, das alles hier heute und morgen völlig unvoreingenommen auf mich wirken zu lassen, habe die angebotenen Titel auch bisher kaum gehört und will einfach mal sehen, wie das alles auf der Bühne wirkt. Wie gesagt, das hier mit den Muskeln wirkt auf mich nicht, und wenn dann eher negativ. Oh, jetzt wird Pyro angekündigt, vielleicht bringt’s das???.... Nein, auch nicht, 3 Dampfwolken schießen unmotiviert hinter den Rädern aus dem Boden, das war’s. Ich kann mir nicht helfen, auf mich wirkt es ziemlich albern, auch die Posen der 4. Dame, aber wahrscheinlich versteh ich einfach den Sinn nicht!

Es wird jetzt erstmal endlos lange umgebaut, gerade ist eigentlich die Probenzeit für LAING abgelaufen, und sie haben mit dem. 2. Lied nicht einmal angefangen. Es stehen jetzt 2 quadratische Leinwände mit Lichtrahmen auf der Bühne.

So jetzt kommen sie, 2 in Schwarz, rechts,  eine in s/w in der Mitte und eine ganz in Weiß rechts. Dann geht es los mit dem „Wechselt die Beleuchtung“ und passend zum Titel drehen die Mädels über ihrem Kopf befindliche  Schreibtischlampen mal nach vorn und mal nach hinten, dann werfen sie irgendwann diese betttuchartigen Umhänge ab. „Manchmal gieß ich mir einen hinter die Lampe“ singen sie gerade, das würde ich jetzt auch gern machen, oder vielleicht doch lieber mal einen Kaffee zwischendurch. Bis später. Elvira findet , das sei auch kein Lied, sie findet die Inszenierung aber ganz gut. Na , wenigstens etwas...

 

"Bei FAUN mit "Hörst du die Trommeln" gibt es viel Feuer auf der Bühne, im Vordergrund 3 Schalen mit offenem Feuer und im Hintergrund dann entsprechende Pyro. An beiden Seiten überdimensionale Trommeln, die reichlich bearbeitet werden. Es gibt jetzt auch ein richtiges Lied mit einem Refrain, der durchaus auch ins Ohr geht, die Atmosphäre ist schon auch etwas mystisch, aber die Performance ziemlich statisch. Liedsänger und Leadsängerin stehen die ganze Zeit an ihrem Mikro, eine Dudelsackbläserin wandert ein wenig herum, das war’s. Nicht schlecht, aber auch noch nicht der Burner, immerhin hat man ein bisschen mehr zu schauen. 

Beim 2. Titel sind die Mikroständer mit Lichtgirlanden umwickelt, die Dudelsackbläserin hat sich wohl auch eine Lichterkette um den Körper gewunden, im Vordergrund stehen wieder die Feuerschalen. Im Hintergrund eine „Zahnrad“-Installation. Dahinter ein Typ mit einer wilden Frisur mit einzelnen Federn darin. Der Sänger von eben spielt jetzt die Harfe.

So, und jetzt gehen unsere Meinungen auseinander: Benni und Elvira finden diesen 2. Titel "Abschied" viel schöner, vor allem auch den zweistimmigen Gesang der beiden Frauen, der mich nun wieder total irritiert, weil die Dame in der höheren Lage ziemlich zittert und von der tieferen Lage übertönt wird. Das Stück hat immer wieder längerer Instrumentalpassagen, wo rein gar nichts passiert auf der Bühne, und gerade als man meint, es sei zu Ende (oder man hätte es überstanden) kommt noch eine halbe Strophe à capella. Immerhin fragt sich Elvira aber gerade, worum sie so eine Fan-Base haben und sie meint, sie hätte erwartet, dass sie mehr auf der Bühne machen. Also: doch keine 12 Punkte von Elvira! Und beim 2. Durchgang gibt es von mir nochmal Punktabzug für den disharmonischen Gesang! Und die Schlusspassage  à capella empfinde ich zumindest als furchtbar! Aber immerhin, ich stelle gerade fest, dass die Musik durchaus im Ohr bleibt, man kennt das ja, man hat was im Ohr und will das eigentlich gar nicht!

Aber es nur einmal zwischendurch bemerkt: Das alles ist natürlich rein subjektiv! 

Nachtrag noch zu „Abschied“: Uns kam gerade in den Sinn, dass es doch sehr dem „Puff, der Zauberdrachen“ von Marlene Dietrich ähnelt.

Jetzt proben Mrs. Greenbird. Sie hat einen bunt-lila Rock mit knallgelber Bluse an, würde eigentlich eher ins portugiesische Semi von heute Abend passen. Ich glaube, ich muss mich hier jetzt etwas zurückhalten, denn Mrs. Greenbird waren schon bei X-Factor so gar nicht mein Fall, und sind es auch hier nicht, ich finde ihre Stimme total nervig, und das Lied ebenso.  Deshalb lasse ich jetzt mal Benni zu Wort kommen;-)

Benni: Ja, ich oute mich als Fan des „Vogelduos“ und im Gegensatz zum eher langweiligen zweiten Song entwickelt „Shine Shine Shine“ einen gewissen Zauber. Passend zum Liedtitel ist die ganze Bühne mit Glühbirnen ausgeleuchtet – auf dem Bühnenboden, an den Mikrofonständern, selbst von der Decke hängt ein Kranz mit Lichtern herab. Auf den LED im Hintergrund prangt der Name MSR.GREENBIRD. Unterstützt wird das Duo von drei Backings mit gitarrenähnlichen Instrumenten und einem Schlagzeug. Das Problem an nicht unkommerziellen Countrysound: Ein sehr ähnlicher Act war mit den Common Linnets schon im vergangenen Jahr im Wettbewerb. Vielleicht um sich vom niederländischen Duo abzugrenzen, steht das Duo in der ersten Strophe des Liedes Rücken an Rücken statt sich anzuschauen. Ob das reichen wird, sich von dem sogenannten „Cascada-Vorwurf“, eine Loreen-Kopie zu sein, distanzieren zu können? Ihre Stimmen harmonieren gut, wobei er bei den ersten beiden Durchläufen ein wenig untergeht.

Michael: Aber beim letzten Durchlauf hat sie dann noch ziemlich daneben gesungen! Und dieses Uhuhuhuhuhu geht ja gar nicht! (Kleiner Insider für Erwin, der erst morgen kommt: Es erinnert mich an einen bestimmten WIND....)

Nach wieder einmal endlosem Warten kommt jetzt der 2. Titel „Take my hand“. Man hat sich komplett umgezogen, sie jetzt in Braun mit weißem Unterkleid, er auch in Braun mit buntem Schal und Hut mit Federn. OMG, das ist ja sowas von schief gesungen... und ich finde kaum eine Melodie, und schon wieder dieses Uhuhuhuhu... Elvira findet es gerade sehr schön, ich glaube, ich bin im falschen Film! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das heute nicht mein Tag ist, aber das mag weniger an mir liegen als an dem Angebot. Ich möchte auch mal was gut finden!!!! Na ja, einen Act haben wir ja noch vor uns, auch wenn es jetzt eigentlich schon zuende sein sollte nach dem Probenplan. Man  soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

Noize Generation haben einen weißen Flügel auf der Bühne und ein schwarz-weißes DJ-Pult. Es kommen 2 schwarze Gestalten auf die Bühne, über und über mit Leuchtdioden gespickt, so ein bisschen roboterhaft, das Ganze scheint sehr bunt zu werden.  Aaaah, die singen ja auch „uhuhuhuhu“! Tja, was soll ich sagen, den Refrain hat man irgendwie auch schon bei Avicii und Co. gehört, und die Zwischenstrophen finde ich nichtssagend, zumal auch noch unverständlich, bis auf „Song for you“ habe ich kein Wort verstanden, ich finde, der Leadsänger  (aus Schweden) singt nicht besonders gut, steht 3 Minuten steif vor dem Mikro, deshalb brauchen sie natürlich diese Roboter, damit überhaupt was passiert. Aber diese Leuchtdiodenakrobatik ist auch nicht mein Fall. Irgendwie habe ich nun doch das Gefühl, dass vielleicht mit meinem Geschmack was nicht stimmt. Benni gefällt’s, er meint, das sei halt Musik für Jüngere... Dann weiß ich ja Bescheid!

Elvira meint, sie mochte es zu Hause ganz gern anhören, aber jetzt hier auf der Bühne gefällt es ihr auch nicht mehr so. Es sei halt „David Guetta für Arme“. 

Benni wirft ein, es sei doch dieses Jahr in Bezug auf die Musikstile deutlich vielseitiger als letztes Jahr. Beim letzten Durchlauf haben sie mehr Hall auf das Mikro gelegt, da hört es sich schon besser an, Benni wippt vor mir die ganze Zeit mit, und jetzt habe ich das Ding dann doch auch im Ohr, so geht das mit dem „Schönhören“, aber ganz so schön dann halt doch noch nicht... Es folgt direkt das 2.Lied der Noize Generation, „Crazy now“, die Performance ist ähnlich, der Refrain nicht so eingängig, dafür wird etwas besser gesungen, Elvira mag seine Stimmfarbe, ich verstehe zumindest etwas vom Text, er singt „out of time“ , und so ist es auch, es ist jetzt nach 20.00 Uhr und gewisse Ermüdungserscheinungen machen sich bei mir breit.

 

Soviel also für heute, ich hoffe, dass ich morgen etwas positiver berichten kann, denn es kommen ja dann doch die Acts, von denen wir uns mehr versprechen.

 

Bis dahin, einen schönen Abend euch und ggf. viel Spaß beim 1. Semi in Portugal.

 

 

 

 


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1.

Måns Zelmerlöw - Heroes (SWE)
Foto: Ailura - Lizenz: CC BY-SA 3.0 at

2.

Polina Gagarina - A Million Voices (RUS)
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3.

Il Volo - Grande Amore (ITA)
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Nach dem Sieg von Conchita Wurst in Kopenhagen richtete der österreichische TV-Sender ORF die 60. Ausgabe des ESC aus. Austragungsort war die Wiener Stadthalle. Die Termine für die beiden Halbfinals waren der 19. und 21. Mai, das Finale fand am 23. Mai 2015 statt.