
Was für ein Auftakt in die ESC-Woche! Mit Blitz, Donner und Platzregen startete die Saison – vor allem für die Besucher des Juryfinals in der Stadthalle. Im strömenden Regen mussten Tausende Besucher in endlos langen Schlangen, die sich teilweise um die halbe Halle wickelten, Geduld beweisen, denn die Sicherheitschecks gingen nur sehr langsam vonstatten. Noch härter traf es ein ORF-Liveevent: „Musical meets ESC“ musste aufgrund der Wetterkapriolen kurzerhand abgesagt werden. Auch der Verkehr war betroffen; einige Tramlinien mussten sogar zeitweise den Betrieb einstellen. Nun, es kann also nur besser werden.
Im Media Center war es heute bereits ungewöhnlich voll, sodass kaum noch freie Arbeitsplätze verfügbar waren. Normalerweise füllt sich das Zentrum erst, wenn es auf das Finale zugeht. Das Interesse der heimischen Medien ist jedoch enorm groß, und auch die Deutschen sind dank Sarah Engels stark vertreten. Selbst die BILD ist bereits vor Ort und berichtet umfangreich über Sarah. Ob dabei auch wirklich relevante Informationen vermittelt werden, bleibt dahingestellt. In den Medien ist jedenfalls zu hören, dass Sarah Engels mit ihrer enormen Reichweite insgesamt für einen Social-Media-Boom gesorgt hat, wie es ihn beim ESC bisher noch nicht gegeben hat.
Gut besuchtes Mediacenter © Stephan Mehner ECG e.V
Zunächst gab es heute jedoch ein erstes Medienbriefing, das vom ESC-Chef Martin Green höchstpersönlich geleitet wurde. Wirklich spannende Informationen waren allerdings Mangelware; da war ein kurzer Auftritt des ESC-Maskottchens Auri schon das Aufregendste. Selbst ein Kinderbuch über dieses auf mich etwas verstörend wirkende Kuscheltier hat der ORF bereits veröffentlicht. Hoffentlich bekommen die lieben Kleinen davon keine Albträume.
Maskottchen Auri © Stephan Mehner ECG e.V
Am Nachmittag fand dann der erste Probendurchlauf statt, bei dem – wie bereits seit dem vergangenen Jahr – weder fotografiert noch gefilmt werden darf.
Emotionaler könnte ein Opening kaum sein. Wunderschön, dass Vicky Leandros noch einmal ihr „L’amour est bleu“ aus dem Jahr 1967 aufführen darf.
Vor Beginn der ersten Generalprobe © Stephan Mehner ECG e.V
Eröffnungsbild aus dem Juryfinale © Stephan Mehner ECG e.V
Überhaupt startet dieses erste Semifinale mit Moldau, Schweden, Kroatien und Griechenland extrem stark. Wie genau die Inszenierungen über den Bildschirm wirken, lässt sich in der Halle freilich schwer einschätzen, live konnten sie jedoch sehr überzeugen. Mir fällt es nach wie vor schwer, den Favoritenstatus Griechenlands nachzuvollziehen, auch wenn Akylas eine sehr durchdachte Show abliefert. Gestern wurde ich von einem Journalisten aus Griechenland interviewt, der sehr enttäuscht war, dass ich Griechenland eher auf Platz fünf sehe – wenn überhaupt alles optimal läuft. Er war regelrecht schockiert, schließlich rechnen sich die Hellenen echte Chancen auf den Sieg aus. Vielleicht bin aber auch einfach ich der Geisterfahrer.
Bei Italien gab es während der ersten Probe ein kleines Missgeschick: Die künftige Braut verhedderte sich in ihrer Schleppe, die sie sich eigentlich vom Leib reißen soll. Am Abend funktionierte jedoch wieder alles einwandfrei. Und ja, Italien erzählt auf der Bühne eine Art Hochzeitsgeschichte, die auf manche durchaus etwas überladen wirken könnte.
Finnland liefert wie gewohnt ab. Ob die Geige tatsächlich live gespielt wird oder nicht, ist letztlich völlig unerheblich – die Performance erzählt eine wundervolle Geschichte. Obwohl ich diesen Act ebenfalls sehr mag, fürchte ich, dass der Sieg am Ende knapp verpasst werden könnte. Nach dem Enthusiasmus, den Finnland in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt hat, wäre ihnen ein zweiter Sieg jedenfalls zu gönnen.
Es fällt enorm schwer, in diesem Starterfeld fünf Acts klar zu benennen, die den Finaleinzug verpassen könnten. Zu beinahe jedem Beitrag fallen mir Gründe ein, warum es am Ende doch reichen könnte. Relativ sicher bin ich mir nur bei Estland, Georgien und Litauen, die zittern müssen. Wackelkandidaten wären für mich außerdem San Marino – trotz Mr. George –, Belgien trotz guter Performance sowie Litauen trotz des auffälligen Silberlooks. Polen dürfte hingegen allein schon wegen der Jurys recht sicher weiterkommen. Zudem ist die Inszenierung sehr stilvoll und schön anzusehen, wodurch das eher schwache Lied etwas kaschiert wird. Portugal wirkt nach vier sehr lauten und schrillen Beiträgen wie eine Oase – und genau das ist ihr großer Trumpf, den sie sicher ausspielen werden. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass am Ende entweder Serbien oder Montenegro jubeln darf. Israel ist natürlich weiter; dafür wird allein das zu erwartende Televoting-Ergebnis reichen, das Noam vermutlich sogar gewinnen wird. Er singt wirklich hervorragend, auch wenn der Song insgesamt doch sehr repetitiv wirkt. Bei der vollständigen Juryprobe gab es – anders als in den vergangenen beiden Jahren – keinerlei Unmutsbekundungen aus dem Publikum.
Und Deutschland? Die ersten 20 Sekunden sind einfach wunderschön, wenn Sarah auf dem Podest in einem eleganten weißen Kleid den Song zunächst in einer Pianoversion präsentiert. Danach wechseln Kleid und Beat, und alles ist mehr oder weniger wie gehabt. Okay, sie fällt noch rückwärts in die Arme ihrer Backgroundtänzerinnen, was einen sehr schönen Effekt erzeugt. Es ist auf jeden Fall beeindruckend, mit welcher Leidenschaft sie bei der Sache ist – und das sollte man bei aller berechtigten Kritik am Lied auch anerkennen. Go, Sarah!
Nach den beiden heutigen Proben lege ich mich einmal fest und tippe, dass folgende fünf Länder den Finaleinzug verpassen werden: Estland, Litauen, Georgien, Montenegro und San Marino.
Heute fand außerdem ein sehr angenehmer Empfang der Malteser statt, bei dem Aidan ein kleines Konzert gab, das von Cesar Sampson moderiert wurde. Besonders schön: Aidans Mutter tauchte als Überraschungsgast auf. Mit Alis aus Albanien verbindet Aidan eine enge Freundschaft, daher wunderte es kaum, dass auch er im Publikum war und die kleine Show sichtlich genoss.
Cesar und Aidan im Palais Wertheim © Stephan Mehner ECG e.V
Aidan mit der Mutti © Stephan Mehner ECG e.V
Und zu guter Letzt öffnete heute auch der Euroclub im Prater Dome seine Türen – eine großartige Location, die bereits am ersten Abend sehr gut angenommen wurde.
Euroclub im Prater Dome © Stephan Mehner ECG e.V
Gut besuchter erster Abend im Club © Stephan Mehner ECG e.V
Ich wünsche uns allen einen wundervollen ESC-Tag!

Großer Bahnhof gestern für die 35 Delegationen, die am heurigen ESC teilnehmen – um einmal ein wenig Lokalkolorit einzubringen. Bei bestem Eurovision-Wetter präsentierte sich Wien hervorragend vorbereitet auf die bevorstehende ESC-Woche. Zwar fiel der türkise Teppich in diesem Jahr deutlich kürzer aus als noch im Vorjahr, doch die traumhafte Kulisse zwischen Burgtheater und Rathaus machte diesen Umstand mehr als wett. Bereits zwei Stunden vor Beginn des Defilees waren sämtliche Plätze in der ersten Reihe vergeben, und bis zum Start der Show hatte sich eine beeindruckend große Menschenmenge auf dem Rathausplatz eingefunden, der mittlerweile ganz offiziell zum Eurovision Village umfunktioniert wurde.
Blick zum Burgtheater © Stephan Mehner ECG e.V.
Schon im vergangenen Jahr wurden die Abläufe rund um diese Zeremonie überarbeitet, was zu einem wesentlich flüssigeren Ablauf am Teppich selbst führte. Die Medienvertreter sind inzwischen vom eigentlichen Teppich separiert und fanden sich diesmal im Innenhof des Rathauses wieder, wo anschließend auch die Interviews stattfanden. Dadurch hatten die Fans entlang der Strecke immer wieder Gelegenheit, mit den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen oder das eine oder andere Selfie zu ergattern. Im Rathaus selbst trafen sich die Delegationen danach zum traditionellen Empfang des Wiener Bürgermeisters – allerdings unter Ausschluss der Medien.
Boy George © Stephan Mehner ECG e.V.
Eine kleine Show der britischen Delegation © Stephan Mehner ECG e.V.
Sal Da Vinci aus Italien © Stephan Mehner ECG e.V.
Lelek aus Kroatien © Stephan Mehner ECG e.V.
Akylas aus Griechenland © Stephan Mehner ECG e.V.
Monroe aus Frankreich © Stephan Mehner ECG e.V.
Linda und Pete aus Finnland © Stephan Mehner ECG e.V.
Antigoni aus Zypern © Stephan Mehner ECG e.V.
Der Pressbereich im Hof des Rathauses © Stephan Mehner ECG e.V.
Dennoch hatte ich Gelegenheit, mit einigen Mitgliedern der deutschen Delegation zu sprechen. Und natürlich führte dabei kein Weg an einem Thema vorbei: dem atemberaubenden Kleid, mit dem Sarah Engels allen anderen die Show stahl. Designerin Jasmin Erbas, die in Berlin-Grunewald ein Atelier betreibt, erzählte mir, dass für die Kreation insgesamt 20 Meter Organzastoff verarbeitet wurden und rund 300 Arbeitsstunden in das Kleid geflossen sind. Selbstverständlich wurde das Outfit exklusiv für diesen Auftritt angefertigt. Sarah würde das Kleid gern auch bei der Flaggenparade im Finale tragen – ob das möglich ist, hängt allerdings von Deutschlands Startnummer ab. Sollte Deutschland sehr früh auftreten müssen, bleibt schlicht nicht genügend Zeit für einen Outfitwechsel.
Unsere Sarah Engels © Stephan Mehner ECG e.V.
Nun richtet sich der Blick gespannt auf die erste Durchlaufprobe am heutigen Nachmittag – und damit natürlich auch auf den ersten vollständigen Eindruck von Sarah Engels’ Auftritt. Die kurzen Clips, die die EBU bereits veröffentlicht hat, gaben zwar schon einen kleinen Vorgeschmack, doch wie die Gesamtinszenierungen letztlich wirken, wird sich erst in den kommenden Stunden zeigen.
Nach der ersten Probe geht es dann direkt weiter zum Empfang der maltesischen Delegation im Palais Wertheim, anschließend zum Juryfinale und danach zur offiziellen Eröffnung des Euroclubs im Prater Dome.

Auch wenn wir dieses Jahr nicht alle live vor Ort dabei sein können: Hier berichtet das ECG-Team von den Proben, Pressekonferenzen und anderen Ereignissen. Diese Berichte sind natürlich rein subjektiv und sollen nicht in erster Linie eine detailgenaue Beschreibung der Proben liefern - diese kann man ja in verschiedenen Portalen teilweise sogar live verfolgen - sondern einen ganz persönlichen Eindruck darstellen.
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| Benni | DJ Ohrmeister | |
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| Michael | Stephan | |
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| Benni | Michael | Stephan |
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| Maggie | Rainer | |
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Ein Hinweis in eigener Sache: In diesem Jahr gibt es leider erhebliche Einschränkungen, was das Anschauen der Proben betrifft. Einzelproben finden „im Geheimen“ statt und werden lediglich auf TikTok in kurzen Clips gezeigt. Individuelle Pressekonferenzen mit den einzelnen Künstler*innen wurden komplett gestrichen. Auch wir sind mit dieser Entwicklung verständlicherweise überhaupt nicht glücklich. Normalerweise würden wir an dieser Stelle jetzt von den Einzelproben berichten. Aber wir sehen keinen Sinn darin, anhand von kurzen TikTok-Schnipseln, die jeder sich selbst ansehen kann, eine fundierte Beschreibung der einzelnen Performances abzugeben. Für diejenigen, die nicht lange suchen möchten, werden wir aber Fotos der Einzelproben und die offiziellen TikTok-Videos an den einzelnen Probentagen hier posten, entweder immer mal zwischendurch oder aber am Ende des jeweiligen Probentages.. |
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| Benni | Michael | Stephan |
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| Maggie | ||
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Ein Hinweis in eigener Sache: In diesem Jahr gibt es leider erhebliche Einschränkungen, was das Anschauen der Proben betrifft. Einzelproben finden „im Geheimen“ statt und werden lediglich auf TikTok in kurzen Clips gezeigt. Individuelle Pressekonferenzen mit den einzelnen Künstler*innen wurden komplett gestrichen. Auch wir sind mit dieser Entwicklung verständlicherweise überhaupt nicht glücklich. Normalerweise würden wir an dieser Stelle jetzt von den Einzelproben berichten. Aber wir sehen keinen Sinn darin, anhand von kurzen TikTok-Schnipseln, die jeder sich selbst ansehen kann, eine fundierte Beschreibung der einzelnen Performances abzugeben. Für diejenigen, die nicht lange suchen möchten, werden wir aber Fotos der Einzelproben und die offiziellen TikTok-Videos an den einzelnen Probentagen hier posten, entweder immer mal zwischendurch oder aber am Ende des jeweiligen Probentages.. |
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| Michael | Stephan | |
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Ein Hinweis in eigener Sache: In diesem Jahr gibt es leider wieder erhebliche Einschränkungen, was das Anschauen der Proben betrifft. Einzelproben finden „im Geheimen“ statt und werden auch auf TikTok nicht mehr gezeigt. |
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| Stephan | Michael | |
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