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Artikel nach Datum gefiltert: Mittwoch, 04 Mai 2022

Mittwoch, 04 Mai 2022 13:10

Wunderbar inszenierte Ukraine

konstantinWas für eine Inszenierung! Hier kommen die vielzitierten winner vibes… Die Kamera öffnet vom golden strahlenden Wasserspiel vorn an der Bühnenkante in die Totale in blauen und warmen orangenen Farben mit der Sonne im Hintergrund, dazu ist das Sextett nebeneinander aufgereiht und hält die meiste Zeit diese aufgeräumte Struktur. Diese klare Aufteilung wird durch graphics im Boden noch unterstützt. Während des Vortrags löst sich die Reihung ein wenig freestyle auf, und wandelt sich zum Ende hin in einen Halbkreis. Das gefühlte konfuse Durcheinander aus den bisherigen Auftritten ist gewichen und nun haben wir einen so kohärenten Auftritt, der die einzelnen Besonderheiten (Flötenspiel, Breakdancing) noch mehr hervorhebt. Dazu riesenhaft zwei wachende Augen und zwei schützende Hände für die Ukraine auf dem Hintergrund und zuletzt noch auf dem Boden, das ist so toll umgesetzt, dass man gar nicht mehr wegschauen mag. Am Ende eine Totale in blau-gelb, wunderbar. Nun, ich bin mir nicht sicher, ob die Jurys das zum Sieg tragen werden (das Televoting wird sicher sehr gut sein), aber wie gesagt, das erste Mal sowas wie ganz großes Kribbeln hier. Klasse!

 

UKR 1Ukraine - erste Probe © EBU / Andres Putting

Freigegeben in ESC 2022 - Blog

konstantinGuten Morgen! Tatsächlich bin ich nun dank des Online-Asyls bei befreundeten Bloggerkollegen zumindest virtuell beim ESC 2022 gelandet. Doch offenbar hat sich nicht so viel geändert zu den Vorjahren, wir sehen und hören nichts außer Standbild The Sound of Beauty. Alles so vertraut, und das Kribbeln ist wieder da!

 

 

Pressezentrum Ohr© EC Germany

 

Lettland

Gegen 10:20 Uhr nun stehen die Letten (vor ihrer Zeit) auf der Bühne, und zumindest der Ton ist jetzt da. Ob Ronela schon durch ist oder vielleicht gestern zuviel gefeiert hat und nicht pünktlich am Set war, wissen wir nicht. Durchlauf Lettland in ihren bekannten bunten Outfits, die in gewissen Einstellungen die italienischen Farben passend darstellen. Klingt rund, die Kameraführung ist quirlig und das Ganze macht richtig Spaß. Erinnert bisschen an The Roop finde ich. Der Saxophonist bekommt für sein Solo die ganze Bühne und dadurch einen richtigen Epic Sax Guy Moment (Copyright dafür liegt eigentlich beim Sunstroke Project). Übrigens wird in der Anfangszeile natürlich weiterhin nur Gemüse und kein… Kätzchen besungen. Der Leadsänger lässt sich gegen Ende zu freestyle Ausrufen hinreißen, und es endet mit einem Spagat des Bassisten.

 

LAT 2Lettland - zweite Probe © EBU/Andres Putting

 

 

 

 

Litauen

Monika Liu schaut in ihrem fließenden Pailettenkleid fischgleich gleitend aus und macht ihre Sache gewohnt souverän, auch wenn sie sich nach eigenen Worten ziemlich verloren auf der Bühne fühlt. Man versucht etwas visuell aufzupeppen mit einer Dopplung Monikas und einer runden Kamerafahrt. Litauen leidet allerdings massiv darunter, dass wegen der Technikprobleme kein LED-Spiel möglich sein wird (die große bewegliche Sonne kann nicht genutzt werden und bleibt daher für alle Länder statisch gleich, hieß es gestern offiziell). Da ist einfach ein dunkler Hintergrund mit ein paar dürftigen Scheinwerfereffekten. Das Lied bleibt dadurch einfach etwas klein und eindimensional. Das ist ein bisschen Carmen Nebel Show, mehr nicht. Schade, das Lied ist schön und sie eine gute Künstlerin!

 

LIT 1Litauen - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

 

 

Albanien, so hören wir, ist bereits durch und wurde nur nicht online gezeigt.

 

  

Schweiz

Der arme Marius steht vor dem ersten Durchlauf dermaßen gelangweilt da, dass das Handy rausgeholt wird und erstmal Selfies gemacht werden. Derweil sieht man hinten ein Motivbild, dass das Wegfallen der LEDs kompensieren soll. Man sieht übrigens auch schon die Postkarten, die eine Drohne aufgenommen hat. Marius darf sich mit Termoli vorstellen, einer Kleinstadt an der Ostküste des Stiefels. Er steht in seinem dunklen Outfit mit Lederjacke und merkwürdig knallgelb leuchtenden Haaren (und fahl geschminkt?) bisschen verloren da. Ein Spot von der Decke ist auf ihn gerichtet. Dann werden nicht nur auf den Boden, sondern auch in sein Gesicht Lichtherzen projiziert, und schließlich wabern Lichteffekte über die Wand, Tränen zur ersten Strophe, ein kleiner Junge mit Papierflieger, später leuchten Scheinwerfer wie Sterne. Marius streckt gern mal die Arme weit aus, schaut sonst aber textgerecht eher betrübt drein. Man versucht irgendwie alles rauszuholen, aber das wirkt noch nicht. Wird schwer fürchte ich.

 

SUI 1Schweiz - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

 

 

Slowenien

Visuelles Kernelement bei der Schülerband Last Pizza Slice ist eine mannshohe Diskokugel in der Mitte und warme gelb-violett-weiße Farben auf dem Boden und der Sonne hinten (geht die nun doch?). Die aus der Bühne fließenden Wasserspiele leuchten golden. Klasse ist, wie der Drummer oben auf der Diskokugel zu thronen scheint – es ist natürlich ein Gestell dahinter. Ansonsten bekommen wir nichts Außergewöhnliches präsentiert, Choreographie erwartet man hier vergeblich, es ist einfach so wie bei der EMA. Die Kamerafahrten 360 Grad um die ganze Kugel herum sind spaßig und klappern alle Bandmitglieder ab. Ich mag diesen laid-back Beitrag ja sehr, aber es wird vermutlich sang- und klanglos (wie paradox) untergehen.

 

SLO 2Slowenien - zweite Probe © EBU / Corinne Cumming

 

 

 

 

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benniBuongiorno a tutti. Ich befinde mich auf italienischem Boden, bin von der sogenannten Bubble aber nicht nur gedanklich noch weit weg. Mit meiner gestrigen Landung in Bergamo begannen für mich etwas andere ESC-Wochen. Touristischer ohne Akkreditierung. Außerdem erhoffe ich, den ESC von einer für mich etwas anderen Seite kennenzulernen. Mal abwarten, ob es mir gelingt.

 

Zunächst einmal: Bergamo ist durchaus einen Besuch wert. Sollte jemand überlegen, in seiner Zeit in Turin einen Abstecher hierhin zu machen, kann man das bedenkenlos empfehlen. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass ich nach einem Tag so gut wie alles gesehen habe.

 

Bergamo 2© EC Germany

 

Die kinetische Sonne ist jedenfalls auch hier kaputt. Nur ganz kurz lukte sie durch die Wolkendecke. Auch für heute ist Regen angesagt. Irgendwie hatte man sich das bei Italien anders vorgestellt... Aber wir sind halt nur auf der anderen Seite der Alpen. Wollte Sizilien nicht ausrichten?

 

Ich sollte mich auf die Suche nach dem italienischen Lebensgefühl machen, wurde mir gesagt. Nach dem ersten Tag - muss ich ehrlich sagen - fremdel ich noch.

 

Die erste böse Überraschung kam beim Versuch, meinen Laptop aufzuladen. Der Schukostecker war nämlich leider nicht kompatibel für die älteren italienischen Steckdosen, mein Reiseadapter liegt aber wohlbehütet in der heimischen Schublade. Glücklicherweise fand ich heraus, dass es Adapter in jedem größeren Supermarkt zu kaufen geben soll. Also machte ich mich mithilfe von Google Maps zum nächstgelegenen größeren Geschäft - so war zumindest der Plan. Denn als ich vor dem angeblichen Supermarkt stand, musste ich feststellen, dass dieser nicht existiert. Stattdessen ein Laden für Damenmode - und dieser sah jetzt auch nicht neueröffnet aus. Dort würde ich den Adapter wohl nicht finden?!? Derartige Fehlgriffe bei Google Maps kannte vorher nur aus Baku... Sollte jemand also ebenfalls einen Reiseadapter besorgen müssen: Diesen gibt es nicht mehr bei CONAD in Bergamo. Da habe ich nämlich den letzten für 3,63 Euro bekommen.

 

Stecker© EC Germany

 

Der Abend konnte also starten, und ich hatte mir natürlich wieder eine Bar mit einheimischen Craftbieren herausgesucht. Nach meiner Google-Recherche wurde dort auch in den Rezensionen die hervorragende Pizza gelobt. Zwei Fliegen mit einer Klappe also. Dafür musste ich jedoch zum zweiten Mal an diesem Tag von der Unterstadt in die Oberstadt, die historische Altstadt liegt in Bergamo auf einem etwas größeren Hügel. Da kam beim erneuten Anstieg in meiner Person die Bergoma zum Vorschein... Leicht angestrengt kam ich zum gewünschten Etablissement und sah mich vor geschlossenen Türen. Keine Pizza, kein Bier, Benni not amused. Zur Krönung ergoss sich ein Platzregen über mein Haupt. Happy Eurovision allerseits! Auch der Laden, zu dem ich heute gehen will, sah nicht unbedingt so aus, als ob er mich mit offenen Armen und Zapfhähnen empfangen würde... Ich werde berichten.

 

Plan B befand sich in der Unterstadt, auch da sollte es laut Google Maps Pizza geben. Also ging es den Hügel wieder hinunter. Irgendwie hatte es was von Asterix und Obelix auf einer internetgeführten Suche nach dem Passierschein A 38... Nachdem mein fehlendes Talent, sich bei Google Maps zu orientieren, dadurch zur Schau gestellt wurde, dass ich zuvor zweimal an der Kneipe vorbeigelaufen bin, trat ich ein. Mit einem süffisanten Schmunzeln teilte mir der Kellner mit, dass es hier keine Pizza gebe. Dann eben Hamburger. Bin ja noch ein paar Tage hier. Komme ich heute nicht, komme ich morgen. Und sonst halt eben übermorgen. Oder gar nicht. Vielleicht habe ich das italienische Lebensgefühl, das sich ja offensichtlich auch bei der Vergabe von Akkreditierungen und der Funktion der Bühne deutlich wird, schneller auf als es mir lieb ist...

 

             Bergamo 1© EC Germany  Bergamo 4© EC Germany

 

Bergamo 3© EC Germany

 

 

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Das Team

Auch wenn wir dieses Jahr nicht alle live vor Ort dabei sein können: Hier berichtet das ECG-Team von den Proben, Pressekonferenzen und anderen Ereignissen. Diese Berichte sind natürlich rein subjektiv und sollen nicht in erster Linie eine detailgenaue Beschreibung der Proben liefern - diese kann man ja in verschiedenen Portalen teilweise sogar live verfolgen - sondern einen ganz persönlichen Eindruck darstellen. 

 
 
Benni DJ Ohrmeister  
     
Michael n  
Michael Stephan