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Bulgaria next

Mittwoch, 04 Mai 2022 13:54

stephanVom oberen Ende der Wettquoten bis ganz an den Schluss liegt nur eine Startnummer in diesem Jahr. Bulgarien wurde ja nicht gerade von den Fans bisher mit Zuneigung verwöhnt.

 

Die Band aus Bulgarien liefert hier sehr solide Rock-Hausmannskost ab. Es beginnt mit einem geteilten Bildschirm und einem Gitarrensolo auf der einen Seite, zu dem sich die Drums auf der anderen gesellen. Es kommt nun der Sänger mit einem Hut dazu, welchen er aber rasch wieder von sich wirft, vielleicht ist es ihm zu heiß.

 

Auf der Bühne, die noch ganz black and white gehalten ist, tummeln sich allerlei Kreise, auch im Sonnenkern der inzwischen schon berühmten Sonne. Später wechselt die Farbe zu rot und orange. Natürlich gibt es zum Abschluss noch einige Feuerstrahlen und auf dem Bühnenboden zeigt sich eine Friedenstaube.

 

Zwar nicht wirklich spektakulär und sie werden auch keinen Innovationspreis gewinnen, aber alles in allem eine sehr stimmige Inszenierung, auch was den Sound und die Stimmen selbst angeht.

 

 


Bulgarien – uninspiriert, aber effektvoll umgesetzt

Mittwoch, 04 Mai 2022 13:53

konstantinAuch hier muss ich vor allem auf das Visuelle abheben, das haben sie ganz gut gemacht. Die erste Hälfte ist eher kühl weißblau (und langweilig), dann geht es durch eine rote Phase, um schließlich im warmen gold-orange zu landen. Wir sehen hier im Mini-Pressezentrum eine Parallele zum Text – etwas wagen, aus der Komfortzone rausgehen, um etwas im Leben zu erreichen. Quasi vom langweilig-kühlen Umfeld zu einer verheißungsvoll-warmen Zukunft. Das kann ich mir ganz gut vorstellen, dass es so gedacht ist.

 

Der Song ist halt wie er ist, musikalisch etwas uninspiriert, wobei mich das Genre gar nicht stört. Bißchen mehr Melodie, und ein etwas flüssigerer Text hätten dem ganzen gutgetan, so ist es eben ziemlich schroff und unattraktiv.

 

BUL 1Bulgarien - erste Probe © EBU / Andres Putting


Buongiorno, noch aus Berlin

Mittwoch, 04 Mai 2022 13:36

stephanWas für ein Jahr. Nun auch von mir einen wundervollen guten Tag aus Berlin, noch. Hin und her und hin und her und immer noch nicht ganz klar, wie und von wo wir berichten können. Ein Lichtblick sind die Fans, mit deren Hilfe nun doch ein Blick auf die Bühne in Turin möglich ist. Morgen werde ich mich in den Flieger nach Mailand setzen, und von dort mit dem Zug nach Turin weiterfahren.

 

Momentan habe ich noch einige Probleme mit dem Stream aus der Halle in Turin, sodass ich erst jetzt einsteigen kann. Dafür gleich mit den Favoriten aus der Ukraine. Natürlich sind die Gründe bekannt, warum Kalush Orchestra seit Ende Februar auf Platz eins der Wettquoten stehen, aber auch ohne das Drama hätte dieser Act einen Platz in den Top 10 verdient.

 

Man weicht doch etwas von der Inszenierung bei der ukrainischen Vorentscheidung ab.

 

Als erste Einstellung sehen wir den Wasserfall, der von der Hauptbühne plätschert. Alle fünf stehen in einer Reihe, wobei sie sich immer wieder als Schatten auf dem Bühnenboden spiegeln.

 

Zwei übergroße Wischmops in den Farben der deutschen Flagge, die allerdings etwas grünlich nach unten ausläuft, feudeln hier und da über den Boden. Bekannt dagegen ist das pinke Mützchen des Frontsängers, welches an einen Hut erinnert, den man sich in früheren Zeiten über eine Klopapierrolle gestülpt hat, die im Autofenster ihr trauriges Dasein fristete. Es wirkt alles unglaublich kraftvoll, vor allem der Rapp. Zwischendurch ermuntern die Bandmitglieder das noch fehlende Publikum in der Halle zum mitklatschen.

 

Auf der LED-Wand ist das Gesicht einer Frau zu sehen, von der allerdings nur die Augen rechts und links hervorlugen. Ob das so gedacht war oder die kaputte Sonne im Weg ist, lässt sich schwer sagen. Am Ende erscheinen noch auf dem Bühnenboden zwei Hände, in die sich die Gruppe offenbar gern begibt.

 

Eine sehr stimmige Nummer, allein auf diese seltsamen Wischmops hätte ich verzichten können.

 


Wunderbar inszenierte Ukraine

Mittwoch, 04 Mai 2022 13:10

konstantinWas für eine Inszenierung! Hier kommen die vielzitierten winner vibes… Die Kamera öffnet vom golden strahlenden Wasserspiel vorn an der Bühnenkante in die Totale in blauen und warmen orangenen Farben mit der Sonne im Hintergrund, dazu ist das Sextett nebeneinander aufgereiht und hält die meiste Zeit diese aufgeräumte Struktur. Diese klare Aufteilung wird durch graphics im Boden noch unterstützt. Während des Vortrags löst sich die Reihung ein wenig freestyle auf, und wandelt sich zum Ende hin in einen Halbkreis. Das gefühlte konfuse Durcheinander aus den bisherigen Auftritten ist gewichen und nun haben wir einen so kohärenten Auftritt, der die einzelnen Besonderheiten (Flötenspiel, Breakdancing) noch mehr hervorhebt. Dazu riesenhaft zwei wachende Augen und zwei schützende Hände für die Ukraine auf dem Hintergrund und zuletzt noch auf dem Boden, das ist so toll umgesetzt, dass man gar nicht mehr wegschauen mag. Am Ende eine Totale in blau-gelb, wunderbar. Nun, ich bin mir nicht sicher, ob die Jurys das zum Sieg tragen werden (das Televoting wird sicher sehr gut sein), aber wie gesagt, das erste Mal sowas wie ganz großes Kribbeln hier. Klasse!

 

UKR 1Ukraine - erste Probe © EBU / Andres Putting


Start der zweiten Proben – Semifinale 1

Mittwoch, 04 Mai 2022 09:59

konstantinGuten Morgen! Tatsächlich bin ich nun dank des Online-Asyls bei befreundeten Bloggerkollegen zumindest virtuell beim ESC 2022 gelandet. Doch offenbar hat sich nicht so viel geändert zu den Vorjahren, wir sehen und hören nichts außer Standbild The Sound of Beauty. Alles so vertraut, und das Kribbeln ist wieder da!

 

 

Pressezentrum Ohr© EC Germany

 

Lettland

Gegen 10:20 Uhr nun stehen die Letten (vor ihrer Zeit) auf der Bühne, und zumindest der Ton ist jetzt da. Ob Ronela schon durch ist oder vielleicht gestern zuviel gefeiert hat und nicht pünktlich am Set war, wissen wir nicht. Durchlauf Lettland in ihren bekannten bunten Outfits, die in gewissen Einstellungen die italienischen Farben passend darstellen. Klingt rund, die Kameraführung ist quirlig und das Ganze macht richtig Spaß. Erinnert bisschen an The Roop finde ich. Der Saxophonist bekommt für sein Solo die ganze Bühne und dadurch einen richtigen Epic Sax Guy Moment (Copyright dafür liegt eigentlich beim Sunstroke Project). Übrigens wird in der Anfangszeile natürlich weiterhin nur Gemüse und kein… Kätzchen besungen. Der Leadsänger lässt sich gegen Ende zu freestyle Ausrufen hinreißen, und es endet mit einem Spagat des Bassisten.

 

LAT 2Lettland - zweite Probe © EBU/Andres Putting

 

 

 

 

Litauen

Monika Liu schaut in ihrem fließenden Pailettenkleid fischgleich gleitend aus und macht ihre Sache gewohnt souverän, auch wenn sie sich nach eigenen Worten ziemlich verloren auf der Bühne fühlt. Man versucht etwas visuell aufzupeppen mit einer Dopplung Monikas und einer runden Kamerafahrt. Litauen leidet allerdings massiv darunter, dass wegen der Technikprobleme kein LED-Spiel möglich sein wird (die große bewegliche Sonne kann nicht genutzt werden und bleibt daher für alle Länder statisch gleich, hieß es gestern offiziell). Da ist einfach ein dunkler Hintergrund mit ein paar dürftigen Scheinwerfereffekten. Das Lied bleibt dadurch einfach etwas klein und eindimensional. Das ist ein bisschen Carmen Nebel Show, mehr nicht. Schade, das Lied ist schön und sie eine gute Künstlerin!

 

LIT 1Litauen - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

 

 

Albanien, so hören wir, ist bereits durch und wurde nur nicht online gezeigt.

 

  

Schweiz

Der arme Marius steht vor dem ersten Durchlauf dermaßen gelangweilt da, dass das Handy rausgeholt wird und erstmal Selfies gemacht werden. Derweil sieht man hinten ein Motivbild, dass das Wegfallen der LEDs kompensieren soll. Man sieht übrigens auch schon die Postkarten, die eine Drohne aufgenommen hat. Marius darf sich mit Termoli vorstellen, einer Kleinstadt an der Ostküste des Stiefels. Er steht in seinem dunklen Outfit mit Lederjacke und merkwürdig knallgelb leuchtenden Haaren (und fahl geschminkt?) bisschen verloren da. Ein Spot von der Decke ist auf ihn gerichtet. Dann werden nicht nur auf den Boden, sondern auch in sein Gesicht Lichtherzen projiziert, und schließlich wabern Lichteffekte über die Wand, Tränen zur ersten Strophe, ein kleiner Junge mit Papierflieger, später leuchten Scheinwerfer wie Sterne. Marius streckt gern mal die Arme weit aus, schaut sonst aber textgerecht eher betrübt drein. Man versucht irgendwie alles rauszuholen, aber das wirkt noch nicht. Wird schwer fürchte ich.

 

SUI 1Schweiz - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

 

 

Slowenien

Visuelles Kernelement bei der Schülerband Last Pizza Slice ist eine mannshohe Diskokugel in der Mitte und warme gelb-violett-weiße Farben auf dem Boden und der Sonne hinten (geht die nun doch?). Die aus der Bühne fließenden Wasserspiele leuchten golden. Klasse ist, wie der Drummer oben auf der Diskokugel zu thronen scheint – es ist natürlich ein Gestell dahinter. Ansonsten bekommen wir nichts Außergewöhnliches präsentiert, Choreographie erwartet man hier vergeblich, es ist einfach so wie bei der EMA. Die Kamerafahrten 360 Grad um die ganze Kugel herum sind spaßig und klappern alle Bandmitglieder ab. Ich mag diesen laid-back Beitrag ja sehr, aber es wird vermutlich sang- und klanglos (wie paradox) untergehen.

 

SLO 2Slowenien - zweite Probe © EBU / Corinne Cumming

 

 

 

 


Kommste heut nicht, kommste morgen. Oder halt übermorgen.

Mittwoch, 04 Mai 2022 09:49

benniBuongiorno a tutti. Ich befinde mich auf italienischem Boden, bin von der sogenannten Bubble aber nicht nur gedanklich noch weit weg. Mit meiner gestrigen Landung in Bergamo begannen für mich etwas andere ESC-Wochen. Touristischer ohne Akkreditierung. Außerdem erhoffe ich, den ESC von einer für mich etwas anderen Seite kennenzulernen. Mal abwarten, ob es mir gelingt.

 

Zunächst einmal: Bergamo ist durchaus einen Besuch wert. Sollte jemand überlegen, in seiner Zeit in Turin einen Abstecher hierhin zu machen, kann man das bedenkenlos empfehlen. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass ich nach einem Tag so gut wie alles gesehen habe.

 

Bergamo 2© EC Germany

 

Die kinetische Sonne ist jedenfalls auch hier kaputt. Nur ganz kurz lukte sie durch die Wolkendecke. Auch für heute ist Regen angesagt. Irgendwie hatte man sich das bei Italien anders vorgestellt... Aber wir sind halt nur auf der anderen Seite der Alpen. Wollte Sizilien nicht ausrichten?

 

Ich sollte mich auf die Suche nach dem italienischen Lebensgefühl machen, wurde mir gesagt. Nach dem ersten Tag - muss ich ehrlich sagen - fremdel ich noch.

 

Die erste böse Überraschung kam beim Versuch, meinen Laptop aufzuladen. Der Schukostecker war nämlich leider nicht kompatibel für die älteren italienischen Steckdosen, mein Reiseadapter liegt aber wohlbehütet in der heimischen Schublade. Glücklicherweise fand ich heraus, dass es Adapter in jedem größeren Supermarkt zu kaufen geben soll. Also machte ich mich mithilfe von Google Maps zum nächstgelegenen größeren Geschäft - so war zumindest der Plan. Denn als ich vor dem angeblichen Supermarkt stand, musste ich feststellen, dass dieser nicht existiert. Stattdessen ein Laden für Damenmode - und dieser sah jetzt auch nicht neueröffnet aus. Dort würde ich den Adapter wohl nicht finden?!? Derartige Fehlgriffe bei Google Maps kannte vorher nur aus Baku... Sollte jemand also ebenfalls einen Reiseadapter besorgen müssen: Diesen gibt es nicht mehr bei CONAD in Bergamo. Da habe ich nämlich den letzten für 3,63 Euro bekommen.

 

Stecker© EC Germany

 

Der Abend konnte also starten, und ich hatte mir natürlich wieder eine Bar mit einheimischen Craftbieren herausgesucht. Nach meiner Google-Recherche wurde dort auch in den Rezensionen die hervorragende Pizza gelobt. Zwei Fliegen mit einer Klappe also. Dafür musste ich jedoch zum zweiten Mal an diesem Tag von der Unterstadt in die Oberstadt, die historische Altstadt liegt in Bergamo auf einem etwas größeren Hügel. Da kam beim erneuten Anstieg in meiner Person die Bergoma zum Vorschein... Leicht angestrengt kam ich zum gewünschten Etablissement und sah mich vor geschlossenen Türen. Keine Pizza, kein Bier, Benni not amused. Zur Krönung ergoss sich ein Platzregen über mein Haupt. Happy Eurovision allerseits! Auch der Laden, zu dem ich heute gehen will, sah nicht unbedingt so aus, als ob er mich mit offenen Armen und Zapfhähnen empfangen würde... Ich werde berichten.

 

Plan B befand sich in der Unterstadt, auch da sollte es laut Google Maps Pizza geben. Also ging es den Hügel wieder hinunter. Irgendwie hatte es was von Asterix und Obelix auf einer internetgeführten Suche nach dem Passierschein A 38... Nachdem mein fehlendes Talent, sich bei Google Maps zu orientieren, dadurch zur Schau gestellt wurde, dass ich zuvor zweimal an der Kneipe vorbeigelaufen bin, trat ich ein. Mit einem süffisanten Schmunzeln teilte mir der Kellner mit, dass es hier keine Pizza gebe. Dann eben Hamburger. Bin ja noch ein paar Tage hier. Komme ich heute nicht, komme ich morgen. Und sonst halt eben übermorgen. Oder gar nicht. Vielleicht habe ich das italienische Lebensgefühl, das sich ja offensichtlich auch bei der Vergabe von Akkreditierungen und der Funktion der Bühne deutlich wird, schneller auf als es mir lieb ist...

 

             Bergamo 1© EC Germany  Bergamo 4© EC Germany

 

Bergamo 3© EC Germany

 

 


Der Turin-Blog kann starten!

Dienstag, 03 Mai 2022 16:53

Probenbühne

 

Michael nEs ist einmal wieder alles anders, alles neu, aber dadurch wirklich besser? Wie bereits verschiedentlich berichtet, gibt es in diesem Jahr erstmals keine Akkreditierungen für Fans über die nationalen TV-Sender, wie bisher. Stattdessen entscheidet allein die EBU, welches Fanmedium es wert ist, entweder "onsite", d. h. für das Pressezentrum vor Ort, oder "online", d. h. für das "Online-Pressezentrum" akkreditiert zu werden. Kann man noch irgendwo nachvollziehen, dass für "onsite" vor allem solche Medien bevorzugt werden, die auf eigene Video-und Tonaufnahmen angewiesen sind, so fällt es schon schwerer, zu verstehen, warum die Online-Akkreditierungen so restriktiv vergeben werden. Es ist offensichtlich so,  dass man in erster Linie das eigene Angebot über eurovision.tv und TikTok promoten möchte. Wir finden das eine sehr bedauerliche Entwicklung. Und so kam es dazu, dass zu Probenbeginn erstmals seit Bestehen des Eurovision Club Germany e. V. niemand von uns akkreditiert war. 

 

benniGerne hätten wir für euch wie gewohnt von Anfang an von den Proben und Pressekonferenzen berichtet und euch in Wort, Bild oder Video unsere subjektiven Eindrücke geschildert. Aber anhand der uns gelieferten Informationen war es uns nicht möglich, eine fundierte, eigene Meinung zu bilden. Auch um vorzubeugen, dass unser geliebtes Hobby zur lästigen Pflicht wird, haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, unsere Probenberichterstattung erst einmal auszusetzen.

 

 

Nichtsdestotrotz machen sich Benni, Stephan und DJ Ohrmeister auf den Weg nach Turin in der mittlerweile nicht ganz unberechtigten Hoffnung, doch noch akkreditiert zu werden. Wir werden sehen...

Auf jeden Fall starten wir jetzt mit unserem Turin-Blog und harren der Dinge, die da kommen werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt!  

 


Schnipsel und Kribbeln

Dienstag, 03 Mai 2022 15:35

konstantinSeit gut drei Tagen laufen nun schon die geschlossenen ersten Länderproben in Turin. Wie gewohnt kommt pro Tag je eine Semifinalhälfte dran, wir sind an Tag vier heute also bereits im zweiten Teil des zweiten Semis.

 

Was neu ist in diesem Jahr sind die Clips auf TikTok, die pro Land in gerade mal 40 Sekunden quasi im Schweinsgalopp Einblicke ins Einsingen, die Stellprobe, den Gang zur Bühne, die Probe an sich und den Gang herunter von der Bühne geben. Und das smartphonegerecht ausschließlich im TikTok-üblichen Hochformat. Wohlgemerkt – 40 Sekunden. Da bleibt nicht viel Zeit, um auch nur einen ersten „richtigen“ Eindruck vom Staging zu bekommen, geschweige denn die Umsetzung einer Idee zu erleben und einzuschätzen, ob es rund wirkt oder nicht so recht zum Lied oder Künstler passen mag. Und zumeist werden diese Sequenzen mit dem Song aus der Konserve unterlegt, und kaum mit dem originalen Bühnenklang aus der Halle.

 

Dafür gibt es aber wieder die offiziellen Bildergalerien auf eurovision.tv mit rund einem Dutzend Bilder pro Land vom Auftritt und Backstage. Dazu läuft ein Live-Blog pro Tag, der die Auftritte allerdings nur ganz knapp und wohlwollend beschreibt - Farben, Outfits, ggf. mal ein Hinweis auf Aufbauten - und ansonsten weitgehend nur die Links veröffentlicht, die zu den TikTok-Schnipseln und den Galerien führen.

 

Verständlich – als Haus- und Hofberichterstatter schreiben die eingesetzten Blogger hier natürlich nicht mal ansatzweise kritische Anmerkungen auf, was den Delegationen aber auch wiederum die große Freiheit gibt, sich in Ruhe auszuprobieren und nicht jede Anfangspanne draußen im Äther zerrissen zu wissen – stürzende Serbinnen, aneckende Zypriotinnen oder tonverfehlende Spanier inklusive, wie letztens in Rotterdam.

 

Immerhin wissen wir jetzt, das Ronela mit sehr viel nackter Haut ins erste Semifinale einsteigt und dass das Team aus Portugal mit einem sehr angenehm reduzierten Setting es wieder schaffen könnte, viele zu überraschen. Auch freut mich, dass Mia aus Kroatien ihren einsamen Tänzer aus dem Vorentscheid eingetauscht hat gegen ein Trio – was bei einem Lied über die Frau zwischen zwei Männern ja auch mehr Sinn ergibt. Griechenland hat umgeworfene Stühle auf der Bühne verteilt, während Finnland, Serbien und Georgien in Farbe, Requisite und Choreographie so ziemlich das präsentieren, was wir nach Video und Vorentscheid erwarten würden. Brooke hat vier Tänzerinnen mit dabei, während Stefan aus Estland seine Cowboys zuhause gelassen zu haben scheint. Lassen wir uns überraschen, wenn wir mit etwas Zeitversatz dann bald genauer wissen, was genau sich jede Delegation ausgedacht hat.

 

Albanien 2022 erste Probe copyAlbanien - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

Kroatien 2022 erste ProbeKroatien - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

Griechenland 2022 erste ProbeGriechenland - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

Finnland 2022 erste ProbeFinnland - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

Irland_2022_erste_Probe.jpgIrland - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

 

Nun, wir sind durch den jahrelangen Luxus, tatsächlich all diese Vorgänge vom ersten Tag an live verfolgen und kommentieren zu können, natürlich verwöhnt. Das Kribbeln am allerersten Probentag, speziell: bei der allerersten Schalte in die Halle zur ersten Probe des ersten Landes, hat schon was ganz Besonderes an sich – man erlebt einfach live im Detail mit, wie die konkrete Umsetzung unseres geliebten Contests des aktuellen Jahrgangs entsteht und sich von Tag zu Tag weiterentwickelt. Das Kribbeln stellte sich in diesem Jahr bei vielen von uns wegen der restriktiven Umstände nicht mehr wirklich ein, und viele auch unserer internationalen Freunde haben ihre Anreise nach Turin nach hinten geschoben, andere wegen der hohen Preise auch ganz gestrichen. Bleibt zu hoffen, dass das die Community nicht allzu sehr auseinanderrupfen wird.

Na, dann will ich mich mal den nächsten Schnipseln zuwenden, vielleicht kommt das Kribbeln ja doch noch unverhofft langsam auf…

 


Ausblick auf Mittwoch, 4. Mai

Dienstag, 03 Mai 2022 15:30

michaelMorgen beginnen in Turin die zweiten Proben des ersten Semifinales. Dieser zweite Durchlauf wird auch im Pressezentrum, das morgen erst öffnet (!) und über das Online-Pressezentrum übertragen. Wir werden diese Proben dann besprechen und auch entsprechende Fotos dazu posten. 

 

Eine unerwartete Nachricht (neben vielen anderen in den letzten Wochen) gab es schon aus Turin: Die angekündigte "kinetische Sonne" im Bühnenbild sollte sich eigentlich von Auftritt zu Auftritt drehen und verändern. Die „Sonne“ besteht aus sieben separaten Scheiben, die sich unabhängig voneinander drehen können sollten, aber die Technik dahinter funktioniert nicht wie geplant. 

 

"Während der technischen Proben in Turin hatte das Produktionsteam Probleme damit, wie lange es dauert, die „Sonne“ in der Zeit zwischen den verschiedenen Performances auf verschiedene Positionen einzustellen. Zusammen mit dem Gastgebersender RAI (italienisches Fernsehen) wurde daher entschieden, dass die Sonne während aller 40 Songs in derselben Position bleiben wird, um einen fairen Wettbewerb für alle teilnehmenden Länder zu gewährleisten." 

 

Das bedeutet aber, dass einige Länder ihre geplanten Inszenierungen jetzt kurzfristig ändern müssen. Denn ursprünglich hatte man wählen können, ob man die Scheiben der "Sonne" als LED-Screen nutzen wollte oder aber die mit Schweinwerfern bestückte Rückseite.

 


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Das Team

Auch wenn wir dieses Jahr nicht alle live vor Ort dabei sein können: Hier berichtet das ECG-Team von den Proben, Pressekonferenzen und anderen Ereignissen. Diese Berichte sind natürlich rein subjektiv und sollen nicht in erster Linie eine detailgenaue Beschreibung der Proben liefern - diese kann man ja in verschiedenen Portalen teilweise sogar live verfolgen - sondern einen ganz persönlichen Eindruck darstellen. 

 
 
Benni DJ Ohrmeister  
     
Michael n  
Michael Stephan