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Artikel nach Datum gefiltert: Mittwoch, 04 Mai 2022

Mittwoch, 04 Mai 2022 16:18

Dänemark wirkt künstlich

konstantinBei Reddi gibt es wenig bis nichts Neues zu berichten. Es sieht alles wie beim MGP aus, Ablauf und Kamerafahrten sind ähnlich - man müsste sich die beiden Auftritte direkt hintereinander ansehen, um Unterschiede festzustellen. Es geht farblich durch das ganze Spektrum.

 

Aufgefallen ist uns aber, wie mit Make-up zugekleistert Siggi am Klavier sitzt, was den Eindruck eines unechten, zusammengecasteten, irgendwie seelenlosen Acts nur noch weiter verstärkt. Die Harmonien und die Melodie erfüllen mich zwar mit warmen Erinnerungen an Live-Konzerte in den 80ern, und auch Ihans Begeisterung an den Drums ist einfach eine wahre Freude. Nur wirkt das alles nicht richtig… echt. Das hatten die Bulgaren besser drauf!  

 

DEN 1Dänemark - erste Probe © EBU / Nathan Reinds

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konstantinAuch hier einen Durchlauf verpasst, jetzt bin ich gespannt – meine Favoritin dieses Jahr - darf ich das laut sagen? [Drei Minuten Fassungslosigkeit] Ohje, was war das denn? Der erste völlige Totalausfall heute, zumindest mal stimmlich. Es wackelte schon von Anfang an, dann zog sie sich das In-ear raus und warf einen bösen Blick Richtung Technik. Die Choreographie wird nun von einem Tanztrio durchgeführt, die die Geschichte von der Frau zwischen den zwei Männern nachspielt, phasenweise geht Mia bei den dreien mit. Hat mich erst irritiert, ist aber geschickt, denn damit zeigt sie, dass es ihre eigene Geschichte ist. Bin mit der Kleiderwahl (pink, rot, rüschig) nicht so glücklich, denke Jeans und Lederjacke hätten besser gepasst für eine moderne Liebesgeschichte.

 

Aber das Wichtigste: die Technik läuft wieder, und sie hat zwei fast perfekte Durchläufe hingelegt, und zum Ende hin auf Kroatisch umgeschwenkt. Da lief ihr im letzten Close-up eine Träne der Erleichterung über die Wange, und mir (gefühlt) auch. Bin verliebt in das Lied.

 

Kurze Info: Portugal wird auf 17:15 Uhr verschoben, und der albanische Auftritt wird danach auch im Online Press Center in voller Länge zu sehen sein.

 

 

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Mittwoch, 04 Mai 2022 16:01

Arme Mia

stephanWelche Geschichte möchte uns das Team aus Kroatien erzählen? Ma waaaß et nich. Schien noch der Tänzer, der in der Vorentscheidung für reichlich Verwirrung sorgte, fehl am Platz, gibt es nun gleich drei. Zwei Männer und eine Frau versuchen die arme Mia aus der Ruhe zu bringen, was ihnen auch fabelhaft gelingt. Ach okay, sie illustrieren den Zwiespalt zwischen dem lieben, aber langweiligen Typen oder dem spannenden bad guy. Erschließt sich das dem Zuschauer? Ich denke nicht.

 

Und was bitte hat man sich bei dem Kleid gedacht? Eine junge, coole Frau findet sich nun in einem Viktor-Lazlo-Gedächtniskleid aus dem Jahr 1987 wieder (die sehr viel Älteren werden sich erinnern). Leider hat Mia arg mit dem Sound in ihren In-Ears zu kämpfen, und es bleibt noch offen, ob sie Kampf gewinnen wird, aber es wurde stetig besser. Dennoch wird viel mit der Technik diskutiert. Insgesamt wird noch einiges ausprobiert, auch mit einer Gitarre, die Mia umhängen hat. Einige Zeilen in Landessprache retten den Beitrag vor der Bedeutungslosigkeit. Es gab eine deutliche Steigerung zwischen den drei Durchgängen, aber ich glaube, dass dieser eigentlich hübsche Song eher Richtung Ausgang wackelt.

 

CRO 2Kroatien - zweite Probe © EBU / Nathan Reinds

 

 

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Mittwoch, 04 Mai 2022 14:50

Let's got...ach nö.

stephanNun, der Zug, den man bei Moldau erwartet hatte, schaffte es doch nur bis Bukarest. Schade, denn dem Auftritt wäre er zuträglich gewesen.

Natürlich ist alles bunt und schrill, vor allem die Klamotten des Sängers. Allerdings wirkt das Konzept, ähnlich wie der Song, nach einer Minute auserzählt. Damals erinnerte man sich bei den früheren Beiträgen der Gruppe an die trommelnde Oma oder später an die spitzen Hüte. Irgendwie bleibt trotz des bunten Treibens auf der Bühne nicht so richtig was hängen. Okay, der Sänger wechselt mit dem Akkordeon- und Geigenspieler auf die kleinere vorgelagerte Bühne und es klappen sich am Ende zwei LED-Wände an den Seiten aus. Aber wo ist die prägnante Choreographie aus dem Video? Sie hätte das Zeug zum ikonographischen Detail gehabt. Leider ist nicht mehr als ein Hüpfen geblieben, da nützt auch die Reizüberflutung der Graphiken im Hintergrund und auf dem Bühnenboden nichts.

Schade, denn gesungen und (fake)musiziert wurde sehr fein. Vielleicht klang das jetzt alles zu negativ? Irgendwie mag ich den Beitrag trotzdem und drücke ihnen die Daumen.

 

 

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Mittwoch, 04 Mai 2022 14:25

Im lustigen Zug nach Westen

konstantinMoldau präsentiert ja eigentlich einen zeitlosen Schunkelschlager mit Balkanharmonien, der auch im Kölner Karneval umgetextet einen sicheren Platz auf der Playlist hätte. Die Untertöne dieses fröhlichen Liedchens sind gleichwohl nicht ganz ohne – da geht die Fahrt von Ost nach West ins Bruderland Rumänien, wo die Menschen zum selben Stamm gehören wie man selbst, so der Text. Die Textzeile „von Ost nach West, Chisinau nach Bukarest“ ist dann auch gleich mehrfach zu hören. In der heutigen politischen Gemengelage ein richtiges Statement. Respekt!

 

Musikalisch ist das leicht und ungezwungen, lädt zum Mitwippen (oder zum zügellosen Pogo-Tanzen im Wohnzimmer) ein. Es ist alles kunterbunt, modisch durchaus zweifelhaft und im Zusammenspiel mit den bunten Hintergrundgraphiken eher anstrengend. Der Ablauf ist relativ stark durchchoreographiert, mit Pärchenbildung, Gitarrensolo und Abschluss auf der kleinen B-Bühne vor dem Wasser. Am Schluss imitiert der Sänger phonetisch noch den abfahrenden Zug. Das wird gut ankommen, mich erreicht es nicht so ganz.

 

MOL 1Moldau - erste Probe © EBU / Andres Putting

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Mittwoch, 04 Mai 2022 14:00

Stark aber kalt

stephanWenig überraschend ist der Auftritt der Niederländerin S10 ganz auf sie fokussiert und eher zurückgenommen. Zu Beginn steht sie auf einem viereckigen Podest, welches weiß umrandet ist und von dem Strahlen aufsteigen. Sieht ein bisschen aus, als stünde sie in einem Käfig, der sich später öffnet, ähnlich wie 2014 bei Sanna Nielsen. Der Zuschauer wird ganz auf das Gesicht und ja, vielleicht auch auf den freien Bauch gelenkt. Sie trägt eine sehr elegante schwarze Kombination, die viel Bauch zeigt. Kurz sieht man sie nur noch als Scherenschnitt vor der weißen unteren Sonne, die offenbar doch auch eine kleine LED-Wand ist. Nur zum Ende hin verlässt die Sängerin das Podest und wagt einige Schritte auf der Bühne, die zu orange wechselt.

S10 zählte von Anfang an zu meinen Lieblingen in diesem Jahrgang. Doch so richtig will der Funke bei diesem Auftritt nicht auf mich überspringen, auch wenn sie nichts falsch machen, wirkt das alles zu kalt.

 

 

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Mittwoch, 04 Mai 2022 13:55

Verletzliche Niederlande

konstantinS10 schaut bezaubernd und gleichzeitig durch ihr obenrum ziemlich freizügiges Outfit auch verletzlich aus. Sie steht unbeweglich auf einem kleinen Bühnenpodest und trägt ihr Lied über mentale Zwänge und Ängste vor – ein Hilferuf in ihrer Muttersprache. Das Ganze eingebettet in eine dunkle Nacht vor einer mondbeschienenen Wasseroberfläche. Das ist so eindrücklich und bewegend, dass man ihr einfach nur sagen möchte, dass alles irgendwann auch wieder gut werden wird. Hier steht einfach eine junge Frau, die den Mut findet, sich zu offenbaren und leise um Hilfe zu bitten.

 

Hoffen wir, dass ihre Bitte vom angesprochenen Freund erhört wird, und sie aus ihren dunklen Tiefen wieder herausfindet. Am Ende tritt sie ein paar Schritte nach vorne und man weiß, dass sie auf einem guten Weg ist. Mein heutiger zweiter Moment (nach der Ukraine), wo sich alles rund und passend und stimmig anfühlt.

 

HOL 1© EBU / Nathan Reinds

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Mittwoch, 04 Mai 2022 13:54

Bulgaria next

stephanVom oberen Ende der Wettquoten bis ganz an den Schluss liegt nur eine Startnummer in diesem Jahr. Bulgarien wurde ja nicht gerade von den Fans bisher mit Zuneigung verwöhnt.

 

Die Band aus Bulgarien liefert hier sehr solide Rock-Hausmannskost ab. Es beginnt mit einem geteilten Bildschirm und einem Gitarrensolo auf der einen Seite, zu dem sich die Drums auf der anderen gesellen. Es kommt nun der Sänger mit einem Hut dazu, welchen er aber rasch wieder von sich wirft, vielleicht ist es ihm zu heiß.

 

Auf der Bühne, die noch ganz black and white gehalten ist, tummeln sich allerlei Kreise, auch im Sonnenkern der inzwischen schon berühmten Sonne. Später wechselt die Farbe zu rot und orange. Natürlich gibt es zum Abschluss noch einige Feuerstrahlen und auf dem Bühnenboden zeigt sich eine Friedenstaube.

 

Zwar nicht wirklich spektakulär und sie werden auch keinen Innovationspreis gewinnen, aber alles in allem eine sehr stimmige Inszenierung, auch was den Sound und die Stimmen selbst angeht.

 

 

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konstantinAuch hier muss ich vor allem auf das Visuelle abheben, das haben sie ganz gut gemacht. Die erste Hälfte ist eher kühl weißblau (und langweilig), dann geht es durch eine rote Phase, um schließlich im warmen gold-orange zu landen. Wir sehen hier im Mini-Pressezentrum eine Parallele zum Text – etwas wagen, aus der Komfortzone rausgehen, um etwas im Leben zu erreichen. Quasi vom langweilig-kühlen Umfeld zu einer verheißungsvoll-warmen Zukunft. Das kann ich mir ganz gut vorstellen, dass es so gedacht ist.

 

Der Song ist halt wie er ist, musikalisch etwas uninspiriert, wobei mich das Genre gar nicht stört. Bißchen mehr Melodie, und ein etwas flüssigerer Text hätten dem ganzen gutgetan, so ist es eben ziemlich schroff und unattraktiv.

 

BUL 1Bulgarien - erste Probe © EBU / Andres Putting

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Mittwoch, 04 Mai 2022 13:36

Buongiorno, noch aus Berlin

stephanWas für ein Jahr. Nun auch von mir einen wundervollen guten Tag aus Berlin, noch. Hin und her und hin und her und immer noch nicht ganz klar, wie und von wo wir berichten können. Ein Lichtblick sind die Fans, mit deren Hilfe nun doch ein Blick auf die Bühne in Turin möglich ist. Morgen werde ich mich in den Flieger nach Mailand setzen, und von dort mit dem Zug nach Turin weiterfahren.

 

Momentan habe ich noch einige Probleme mit dem Stream aus der Halle in Turin, sodass ich erst jetzt einsteigen kann. Dafür gleich mit den Favoriten aus der Ukraine. Natürlich sind die Gründe bekannt, warum Kalush Orchestra seit Ende Februar auf Platz eins der Wettquoten stehen, aber auch ohne das Drama hätte dieser Act einen Platz in den Top 10 verdient.

 

Man weicht doch etwas von der Inszenierung bei der ukrainischen Vorentscheidung ab.

 

Als erste Einstellung sehen wir den Wasserfall, der von der Hauptbühne plätschert. Alle fünf stehen in einer Reihe, wobei sie sich immer wieder als Schatten auf dem Bühnenboden spiegeln.

 

Zwei übergroße Wischmops in den Farben der deutschen Flagge, die allerdings etwas grünlich nach unten ausläuft, feudeln hier und da über den Boden. Bekannt dagegen ist das pinke Mützchen des Frontsängers, welches an einen Hut erinnert, den man sich in früheren Zeiten über eine Klopapierrolle gestülpt hat, die im Autofenster ihr trauriges Dasein fristete. Es wirkt alles unglaublich kraftvoll, vor allem der Rapp. Zwischendurch ermuntern die Bandmitglieder das noch fehlende Publikum in der Halle zum mitklatschen.

 

Auf der LED-Wand ist das Gesicht einer Frau zu sehen, von der allerdings nur die Augen rechts und links hervorlugen. Ob das so gedacht war oder die kaputte Sonne im Weg ist, lässt sich schwer sagen. Am Ende erscheinen noch auf dem Bühnenboden zwei Hände, in die sich die Gruppe offenbar gern begibt.

 

Eine sehr stimmige Nummer, allein auf diese seltsamen Wischmops hätte ich verzichten können.

 

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Das Team

Auch wenn wir dieses Jahr nicht alle live vor Ort dabei sein können: Hier berichtet das ECG-Team von den Proben, Pressekonferenzen und anderen Ereignissen. Diese Berichte sind natürlich rein subjektiv und sollen nicht in erster Linie eine detailgenaue Beschreibung der Proben liefern - diese kann man ja in verschiedenen Portalen teilweise sogar live verfolgen - sondern einen ganz persönlichen Eindruck darstellen. 

 
 
Benni DJ Ohrmeister  
     
Michael n  
Michael Stephan