Der ESC - Anzeige minimal

Der ESC - Anzeige minimal (144)

Die deutsche Vorentscheidung 1964


Nationale VE  - "Ein Lied für Kopenhagen"
Datum 11. Januar 1964
Ort Frankfurt
Halle HR TV-Studio
Moderation Hilde Nocker
TV-Sender Hessischer Rundfunk

Unter dem Motto "Ein Lied für Kopenhagen" wurde am 11. Januar im Fernsehstudio des Hessischen Rundfunks - moderiert von Hilde Nocker -  der deutsche Beitrag zum Song Contest 1964 ermittelt. Der zuständige Sender beauftragt die sechs erstplatzierten Komponisten der letztjährigen Schlagerfestspiele, ein Lied zu schreiben. Zehn Fachleute (konnten je fünf Punkte vergeben) und 50 Laien ( konnten je 1 Punkt vergeben) entschieden über Sieg und Niederlage.

Erfolg für die Liedermacher Lindt und Ström erst im zweiten Anlauf. Ihr erster Vorschlag, ein Lied mit der 17-jährigen Sängerin Peggy Peters, wurde von den Verantwortlichen abgelehnt. Begründung: Die Künstlerin sei nicht populär und das Lied sei nicht hitverdächtig. Peter Kirsten und Gerhard Wendland verzichteten auf eine Veröffentlichung ihrer Beiträge. Nora Nova wurde in Kopenhagen unglückliche Letzte.

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Fred Bertelmann Das macht dein Lächeln, Mona Lisa Rudolf Maluck 19 3.
2. Peter Kirsten
Regenbogen, Regenbogen Striegler / Urban    
3. René Kollo Wie vom Wind verweht Joe Menke / Peter Anton    
4. Gitta Lind Ein Chanson in der Nacht
Heinz Kück 27  2.
5. Nora Nova Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne Rudi Lindt / Peter Ström  38  1.
6. Gerhard Wendland Wohin ist der Sommer? Günter Sonneborn / Heinz Korn    

 

 

Nora Nova© Ariola

Nora Nova

Die gebürtige Bulgarin studierte Theater und Geang in Sofia, bevor sie 1960 nach Berlin kam und beim SFB auftrat. 1961 wurde sie Vierte bei den ersten Deutschen Schlagerfestspielen mit "Du bist so lieb, wenn du lächelst, Cherie".

Nach dem ESC zog sie sich aus dem Showgeschäft zurück, heiratete einen Nachtclubbesitzer und unterhielt später gastronomische Betriebe, ein Antiquitätengeschäft und eine Modeboutique in München.

Seit 1989 lebt sie wieder in Sofia.

 

  


Die deutsche Vorentscheidung 1963


Nationale VE  - "Heidi Brühl singt"
Datum 28. Februar 1963
Ort Frankfurt
Halle HR TV-Studio
TV-Sender Hessischer Rundfunk

Der Hessische Rundfunk nominierte Heidi Brühl als Interpretin für das internationale Finale in London. Heidi Brühl erkrankte jedoch kurz vor der nationalen Endausscheidung. Margot Eskens stellte stattdessen am 28. Februar in der Sendung "Heidi Brühl singt" fünf Lieder diverser Autoren vor. 7,5 Mio. Fernsehzuschauer verfolgten das Geschehen. Davon beteiligten sich 83.515 (1,11%) aller Fernsehteilnehmer durch Einsenden von vorgeschriebenen Postkarten an der Wahl des Siegertitels, der von beiden Interpretinnen als Single veröffentlicht wurde.

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Postkarten Prozent Platz
1. Margot Eskens Die blaue Stunde Werner Scharfenberger / Fini Busch 5846 6,99 4.
2. Margot Eskens Das kleine Lied
Franz Grothe / Willy Deimel
5011 6,00 5.
3. Margot Eskens Zum großen Glück Heino Gaze / Joachim Relin 6681 7,99 3.
4. Margot Eskens Marcel
Charly Niessen 55119 65,99  1.
5. Margot Eskens Ein schöner Tag Hans Blum 10857 13,00  2.

 

 

Marcel© PHILIPS

Heidi Brühl

Sie wurde bekannt durch ihre Immenhof-Filme. Bereits im zarten Alter von 12 Jahren bekam sie ihre erste Rolle. Die in München am 30.01.1942 geborene Sängerin bekam von Fritz Wunderlich Gesangsunterricht.

1959 landete sie ihren ersten Hit mit "Chico, Chico Charlie". Mit dem Song "Wir wollen niemals auseinander geh’n" hielt sie sich über 33 Wochen in den deutschen Charts, wo sie für einige Wochen auch die Liste anführte. 1963 gab sie ihr Theaterdebüt im Theater des Westens in Berlin. 1964 heiratete sie den amerikanischen Schauspieler Brett Halsey und zog nach Rom, sie arbeitete aber weiter in Deutschland.

Nach einem einjährigen Aufenthalt in Las Vegas kam sie nach Deutschland zurück und gründete einen Musikverlag. Ende der 1980er Jahre zog sie sich wegen ihrer Krebserkrankung aus dem Showgeschäft zurück. Heidi Brühl starb am 08. Juni 1991 in Starnberg.

 

 


Der Eurovision Song Contest 1963


 Logo63 

8. Eurovision Song Contest - 23. März 1963   London
     
                         

Halle BBC Television Centre
Moderation Catherine Boyle
Pausen-Act Kunstradartistik mit Ola & Barbro aus Schweden
Wertung 20 Juroren pro Land - Punkte für die TOP 5
Teilnehmer 16 Länder

 

Siegerland: Dänemark


norway

Interpreten:

Grethe & Jørgen Ingmann

Titel:

"Dansevise"

Musik: 

Otto Francker

Text:

Sejr Volmer-Sørensen

Sieger 63© DR

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Dänemark Grethe & Jørgen Ingmann Dansevise 42 8
2. Schweiz Esther Ofarim T'en va pas 40 10
3. Italien Emilio Pericoli Uno per tutte 37 6
4. JG Ver. Königreich Ronnie Carroll
Say Wonderful Things 28 1
5. Frankreich Alain Barrière Elle était si jolie 25 11
  Monaco Françoise Hardy L'amour s'en va 25 15
7. Österreich Carmela Corren Vielleicht geschieht ein Wunder 16 4
8. Luxemburg Nana Mouskouri A force de prier 13 16
 9. Deutschland Heidi Brühl Marcel 5 3
10. Belgien Jacques Raymond Waarom 4  14
11. Jugoslawien Vice Vukov Brodovi 3 9
12. Spanien José Guardiola Algo prodigioso 2 12
13. Niederlande Annie Palmen Een speeldoos 0 2
  Norwegen Anita Thallaug Solhverv 0 5
  Finnland Laila Halme Muistojeni laulu 0 7
  Schweden Monica Zetterlund En gang i Stockholm 0 13

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

p06vgk9s© BBCDas französische Fernsehen lehnte aus Kostengründen die Austragung des Song Contests 1963 ab. Monaco und Luxemburg waren auch nicht in der Lage, die Veranstaltung auszurichten. Die Briten übernahmen wieder die Rolle des Retters, und sie versprachen einen Wettbewerb, der dem Standard der Unterhaltungssendungen jener Zeit angemessen sein sollte. So kam es, dass die Moderatorin, das Orchester wie auch das Publikum abgetrennt von den Interpreten in zwei verschieden Studios saßen bzw. auftraten. Mit vielen optischen Tricks und ohne Mikrophone versuchte das britische Fernsehen, den Contest  attraktiver zu gestalten, was aber für die Fernsehzuschauer nicht so gelungen war, denn dadurch verlor der Wettbewerb sein gewohntes Flair. Am Wertungssystem wurde auch nachgearbeitet, und so beschlossen die Zuständigen der EBU, die fünf erstplatzierten Lieder jeder nationalen Jury zu bewerten. 5 Punkte für das beste Lied, 4- 3- 2- bis 1 Punkt für das fünftplatzierte Lied. Schade, dass man damals diese magischen 12 Points nicht erfunden hat, denn die Ähnlichkeit mit dem heutigen Wertungssystem war groß. Das sollte sich aber damals nicht bewähren.

 

Moderatorin 63© BBC

 

Zum zweiten Mal moderierte Catherine Boyle den ESC.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT 

 

Nora Brockstedt aus Norwegen verzichtete aus Zeitgründen auf ihre dritte Teilnahme. Sie war außerdem nicht so überzeugt von der Qualität des Liedes "Solhverv". Die bis dato unbekannte Sängerin Anita Thallaug wurde nach London geschickt. Sie wurde Letzte, wie auch Monika Zetterlund aus Schweden, die einen musikalischen Ausflug durch Stockholm vorschlug, Laila Halme aus Finnland, deren Lied keinem Juror in Erinnerung blieb - „Muistojeni laulu“ (Lied der Erinnerung) und Annie Palmen aus den Niederlanden, die die Misere der niederländischen Beiträge nach den anfänglichen Erfolgen fortsetzte.

 

Die Gastgeber schickten zum zweiten Mal in Folge Ronnie Caroll ins Rennen, der nicht nur die Juroren aufforderte, schöne Sachen über ihn zu sagen ("Say Wonderful Things"), sondern auch um genügend Punkte bat - immerhin wurde er erneut Vierter. Die in Israel geborene 25-jährige Sängerin und Tänzerin Carmela Corren hoffte, den Sieg für Österreich durch ein Wunder zu erringen. "Vielleicht geschieht ein Wunder", so der Titel des Liedes, erbrachte ihr aber nur den siebten Platz, sie war aber damit erfolgreicher als die deutsche Teilnehmerin Heidi Brühl, die nur Neunte wurde.

 

Die zweite israelische Sängerin des Abends vertrat die Schweiz, und sie durfte sich drei Minuten lang als die Siegerin des Song Contests feiern lassen. Denn nachdem auch Luxemburg als letztes Land seine Wertung bekannt gegeben hatte, stand fest, dass Esther Ofarim mit dem Song "T´en va pas", die Siegerin war. Und dann passierte es: Der norwegische Jurysprecher hatte beim ersten Aufruf wohl die 20 Jurywertungen noch nicht addiert und musste am Ende erneut angerufen werden. Komischerweise war diese zweite Wertung überhaupt nicht identisch mit der ersten, so dass auf einmal Dänemark an der Spitze des Feldes lag, gefolgt von der Schweiz. Angeblich sei beim ersten Aufruf nur ein Zwischenergebnis vorgelesen worden, es wurde aber auch behauptet, alle Mitglieder bis auf den Sprecher der norwegischen Jury seien schon nach Hause gegangen. Der Sprecher habe dann ganz einfach nur seine eigene Wertung vorgelesen. Wieso aber damals die EBU in diesem Fall nichts unternommen hat, ist schleierhaft. 

 

Ingmann und ZetterlundDie Ersten und die Letzte - Ingmann und Zetterlund © BBC

 

 

Des einen Leid, des anderen Freud: Das sympathische Ehepaar Grethe, die für den Gesang zuständig war, und Jørgen Ingmann, ein sehr gefragter Jazz- und Pop-Gitarrist seines Landes, das im Vorfeld zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf dem Sieg gehörte, triumphierte und schenkte Dänemark mit „Dansevise“, einem sehr anspruchsvollen und lyrischen Song, den ersten Sieg. Der Siegertitel wurde in ganz Europa veröffentlicht und das Ehepaar zu nationalen Stars. Grethe Ingmann sang im selben Jahr bei den deutschen Schlagerfestspielen "Der King von Soho", sie landete aber nur auf dem fünften Rang. Die Eheleute ließen sich 1975 scheiden. Beide gingen eigene Wege, bis Grethe sich Mitte der 1980er Jahre aus dem Musikgeschäft zurückzog und kurz darauf an Krebs starb.

 

 

 

 

 

 

Der französischsprachige Raum war auch sehr stark vertreten: Françoise Hardy vertrat Monaco, Alain Barrière sang für Frankreich, und für Luxemburg ging die gebürtige Griechin Nana Mouskouri ins Rennen, die in jener Zeit sehr populär in Europa war. Leider konnte sie von ihrem guten Ruf nicht Gebrauch machen: Nur Platz acht zum Schluss für ihr Gebet (A force de prier – Durch vieles Beten). Nach Beendigung ihrer musikalischen Karriere Anfang der 1990er Jahre saß sie im griechischen Parlament als Abgeordnete der konservativen Partei Griechenlands "Nea Demokratia".

 

 


  

 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Ver. Königreich Niederlande Deutschland Österreich
Ronnie Carroll
Annie Palmen
Heidi Brühl
Carmela Corren
"Say Wonderful Things" "Een speeldoos" ”Marcel” "Vielleicht geschieht ein Wunder"
M.: Philip Green
T.: Norman Newell
D.: Eric Robinson
M. : Pieter Goemans
T.: Pieter Goemans
D.: Eric Robinson
M.: Charlie Niessen
T.: Charlie Niessen
D.: Willy Berking
 M.: Erwin Halletz
T.: Peter Wehle
D.: Erwin Halletz
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Norwegen Italien Finnland Dänemark
Anita Thallaug Emilio Pericoli
Laila Halme
Grethe & Jørgen Ingmann
"Solvherv" "Uno per tutte" "Muistojeni laulu"" „Dansevise"
M.: Dag Kristoffersen
T.: Dag Kristoffersen
D.: Øivind Bergh
M.: Tony Renis
T.: Alberto Testa &
Giulio Rapetti
D.: Gigi Ciccherello
M.: Borje Sundgren
T.: Borje Sundgren
D.: George de Godzinsky
M.: Otto Francker
T.: Sejr Volmer-Sørensen
D.: Kai Mortensen
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Jugoslawien Schweiz Frankreich
Spanien
Vice Vukov
Esther Ofarim
Alain Barrière
José Guardiola
"Brodovi" "T'en va pas" "Elle était si jolie"  "Algo prodigioso"
M.: Mario Nadelli
T.: Mario Nadelli
D.: Miljenko Prohaska
 M.: Géo Voumard
T.: Emile Gardaz
D.: Eric Robinson
M.: Alain Barrière
T.: Alain Barrière
D.: Franck Pourcel
M.: Fernando Garcia Morcillo T.: Camilo Murillo Janero
D.: Rafael de Ibarbia Serra
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Schweden Belgien Monaco Luxemburg
Monica Zetterlund
Jacques Raymond Françoise Hardy Nana Mouskouri
"En gang i Stockholm"  "Waarom" "L'amour s'en va"  "A force de prier"
M.: Bobbie Ericsson
T.: Beppe Wolgers
D.: William Lind
M.: Hans Flower
T.: Wim Brabants
D.: Francis Bay
 M.: Françoise Hardy
T.: Françoise Hardy
D.: Raymond Lefèvre
M.: Raymond Bernard
T.: Pierre Delanoë
D.: Eric Robinson

 

  


 

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

 

Scoreboard 61© BBC

 

 

 

 

 


1960


Eurovision Song Contest 1960

 

 

1.

VER. KÖNIGREICH

Bryan Johnson

Looking high, high, high

 

 

2.

SCHWEDEN

Siw Malmkvist

Alla andra får varann

 

 

3.

LUXEMBURG

Camillo Felgen

So lang we's du do bast

 

 

4.

DÄNEMARK

Katy Bødtger

Det var en yndig tid

 

 

 

M.: John Watson

T.: John Watson

D.: Eric Robinson

 

 

M.: Ulf Källquist

T.: Åke Gerhard

D.: Thore Ehrling

 

 

M.u.T.: Henri Mootz & Jean Rodères

D.: Henri Mootz

 

M.: Vilfried Kjaer

T.: Sven Buemann

D.: Kay Mortensen

 

 

Platz:

 

Punkte: 

25

Platz:

10 

 

Punkte:

 4

Platz: 

13 

 

Punkte: 

1

Platz: 

10 

 

Punkte: 

4

 

5.

BELGIEN

Fud Leclerc

Mon amour pour toi

 

 

6.

NORWEGEN

Nora Brockstedt

Voi-voi

 

 

 

7.

ÖSTERREICH

Harry Winter

Du hast mich so fasziniert

 

 

8.

MONACO

François Deguelt

Ce soir-là

 

 

M.: Jack Say

T.: Robert Montal

D.: Henry Segers

 

M.: George Elgaaen

T.: George Elgaaen

D.: Øivind Bergh

 

 

M.: Robert Stolz

T.: Robert Gilbert

D.: Robert Stolz

 

 

M.: Hubert Giraud

T.: Pierre Dorsey

D.: Raymond Lefèvre

 

 

Platz:

 

Punkte: 

9

 

Platz: 

 

Punkte: 

11

Platz: 

 

Punkte: 

6

 

Platz: 

 

Punkte: 

15

                         

9.

SCHWEIZ

Anita Traversi

Cielo e terra

 

 

10.

NIEDERLANDE 

Rudi Carrell

Wat een geluk

 

 

11.

DEUTSCHLAND

Wyn Hoop

Bonne nuit, ma chérie

 

 

12.

ITALIEN

Renato Rascel

Romantica

 

 

M.: Mario Robbiani

T.: Mario Robbiani 

D.: Cedric Dumont

 

 

M.: Dick Schallies

T.: Willy van Hemert

D.: Dolf van der Linden

 

 

M.: Franz Josef Breuer

T.: Kurt Schwabach

D.: Franz Josef Breuer

 

 

M.: Renato Rascel

T.: Dino Verde

D.: Cicino Angelini

 

 

Platz: 

8

 

Punkte: 

5

Platz: 

12 

 

Punkte: 

2

Platz:

 4

 

Punkte: 

11

Platz: 

 

Punkte: 

5

                                                              

   

 

 

   

13.

FRANKREICH

Jacqueline Boyer

Tom Pillibi

 

   
   

M.: André Popp

T.: Pierre Cour 

D.: Franck Pourcel

 

 

   
   

Platz: 

1

 

Punkte: 

32

   

 

 

 

Die Wertung 

 

 

             

             

*

GB SE LU DK BE NO AT MC CH NL DE IT FR Pkt. Pl.
Ver.Königreich   1 5   1 2 3 1 4 5 1 2   25

2

Schweden                   1   1 2 4 10
Luxemburg                       1   1 13
Dänemark 1   1     2               4 10
Belgien   4         1       1 3   9 6
Norwegen 1     2 1   1   4 1     1 11 4
Österreich 2     2 1             1   6 7
Monaco 1   1 2         1   7   3 15 3
Schweiz     1     1 2         1   5 8
Niederlande         1             1   2 12
Deutschland   1     2   2 2         4 11 4
Italien     1   1     2   1       5 8
Frankreich 5 4 1 4 3 5 1 5 1 2 1     32 1

 

 

 

Das Scoreboard

 

 

                                                                                                     

                                                                     

      


Die deutsche Vorentscheidung 1962


Nationale VE  - "Deutsche Schlagerfestspiele 1962"
Datum 17. Februar 1962
Ort Baden Baden
Halle Kurhaus
Moderation Klaus Havenstein
Pausen-Act Jean Louis Bert Ballett & Trio Martell
TV-Sender Südwestfunk

Man hatte entschieden, den Sieger der Schlagerfestspiele zum ESC zu schicken.

In vier Vorrunden im Rahmen der Sendung "Schlager von Morgen" traten 12 von den Schallplattenfirmen nominierte Künstler mit je zwei Liedern auf. Vorher hatten drei Kommissionen von Urhebern, Musikverlegern und Vertretern der Schallplattenindustrie sowie eine Expertenjury aus 245 anonymen Einsendungen die 24 Beiträge der Vorrunden ausgewählt.

Im Finale am 17. Februar, ausgetragen vom Südwestfunk, entschieden 180 repräsentativ ausgewählte Juroren in sechs ARD-Funkanstalten (BR, SDR, SFB, SR, SWF und WDR) und 120 durch das Los bestimmte Personen aus dem Saalpublikum über den Sieger. In jeder Senderjury und in jeder der vier durch Farben bezeichneten Saalgruppen sollten drei Favoriten mit insgesamt sechs (3,2,1) Punkten bewertet werden. Die beiden norddeutschen Stationen, RB und NDR, die ursprünglich als siebte und achte Senderjury vorgesehen waren, konnten wegen der Hamburger Flutkatastrophe am Vortag nicht bewerten. Die "blaue" Saalgruppe vergab drei Zusatzpunkte wegen zweier punktgleicher Spitzenreiter.  

Siegerin wurde Conny Froboess.

  

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Conny Froboess Zwei kleine Italiener Christian Bruhn / Georg Buschor 19 1.
2. Rita Paul
La luna romantica
Alexander Gordon 2 6.
3. Jimmy Makulis Ich habe im Leben nur dich Heino Gaze / Günther Schwenn  0 11.
4. Peter Beil Ein verliebter Italiener
Heinz Reinfeld / Bruno Balz 0  11.
5. Peggy Brown Das Lexikon d'amour Günter Tilgert / Willy Schlöter 2  6.
6. Siw Malmkvist Die Wege der Liebe Hans Wittstadt / Günther Schwenn 18 2.
7. Pirko Manola & Wyn Hoop Mama will dich seh´n Margarete Bette-Dahm / Kurt Eliot 6  4.
8. Ralf Bendix Spanische Hochzeit Heinz Gietz / Hans Bradtke 5 5.
9. Margot Eskens Ein Herz, das kann man nicht kaufen Wilhelm Carstensen / Peter Lach 8 3.
10. Carmela Corren Eine Rose aus Santa Monica Heinz Alisch / Walter Richter 1 8.
11. Bill Ramsey Hilly Billy Banjo Bill Günter Fuhlisch 1 8.
12. Ann-Louise Hansson Sing, kleiner Vogel Joe Menke / Rudolf Simson 1 8.

 

COnny

Conny Froboess.

Sie ist  eine deutsche Sängerin und Schauspielerin, geboren am 28.10.1943 in Wrietzen an der Oder, Tochter des Komponisten und Verlegers Gerhard Froboess (1906- 1976). Sie galt in den 1950ern als das Wunderkind der deutschen Musikszene. Bereits 1950 trat sie im Titania-Palast in Berlin auf. Sie absolvierte ein Schauspielstudium, bekam viele Rollen in zahlreichen Filmen ( u.a. "Wenn die Conny mit dem Peter," oder "Mariandl"). Der Song "Zwei kleine Italiener", mit dem sie Deutschland 1962 beim Grand Prix vertrat, wurde ihr größter Hit. Später widmete sie ihre ganze Aufmerksamkeit der Schauspielkunst, überwiegend am Theater. Sie ist bis heute sehr oft im Fernsehen zu Gast.

 

 

 


Folgende Titel sind in den vier Vorrunden ausgeschieden:  

 

12. Januar - 1. Vorrunde - Hessischer Rundfunk

Conny Froboess : "Hallo, Hallo"

Musik & Text: Horst Dempwolff

Jimmy Makulis: "Keiner weiß, wohin"

Musik: Karl Bette, Text: Braun

Rita Paul: "Canzunetta d´amore"

 

19. Januar - 2. Vorrunde - Süddeutscher Rundfunk

Peter Beil: "Dein erster Kuss"

Peggy Brown: "Ein Wiederseh´n mit Jacky"

Siw Malmkvist: "Der eine, der bist du"

 

26. Januar - 3. Vorrunde - Westdeutscher Rundfunk

Ralf Bendix: "Das Neueste aus Paris"

Margot Eskens: "Jeder braucht jeden Tag Liebe"

Musik: Gerhard Winkler, Text: Kurt Hertha

P. Manola & Wyn Hoop: "Komm ein bisschen näher zu mir her"

 

02. Februar - 4. Vorrunde - Bayerischer Rundfunk

Carmela Corren: "Irgendwie geht es immer weiter"

Musik: Heino Gaze, Text: Horst Ackermann

Ann - Louise Hanson: "Au revoir - auf Wiederseh´n2

Bill Ramsey: "Old Johnny war ein Wunderkind"


Der Eurovision Song Contest 1962


 Logo62 

7. Eurovision Song Contest - 18. März 1962  Luxemburg

Halle Grand Auditoire du Télé-Luxembourg
Moderation Mireille Delannoy
Pausen-Act Musikclown Achille Zavatta
Wertung 10 Juroren pro Land 
Teilnehmer 16 Länder

 

Siegerland: Frankreich


norway

Interpretin:

Isabelle Aubret

Titel:

"Un premier amour"

Musik: 

Claude Henri Vic

Text:

Roland Valade

Sieger 1962© CLT

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Frankreich Isabelle Aubret Un premier amour 26 9
2. Monaco François Deguelt Dis rien 13 16
3. Luxemburg Camillo Felgen Petit bonhomme 11 14
4. JG Jugoslawien Lola Novaković
Ne pali svetlo u sumrak 10 12
  Ver. Königreich Ronnie Carrol Ring-A-Ding-Girl 10 13
6. Deutschland Conny Froboess Zwei kleine Italiener 9 7
  Finnland Marion Rung Tipi-tii 4 1
8. Schweden Inger Berggren Sol och var 4 6
 9. Italien Claudio Villa Addio, addio 3 15
10. Dänemark Ellen Winther Vuggevise 2  5
  Norwegen Inger Jacobsen Kom sol, kom regn 2 10
  Schweiz Jean Philippe Le retour 2 11
13. Belgien Fud Leclerc Ton nom 0 2
  Spanien Victor Balaguer Llamame 0 3
  Österreich Eleonore Schwarz Nur in der Wiener Luft 0 4
  Niederlande De Spelbrekers Katinka 0 8

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

Moderatorin 62© CLT

Luxemburg richtete 1962 zum ersten Mal den ESC aus.

 

Im großen Auditorium von RTL moderierte Mireille Delannoy, eine TV-Moderatorin bei RTL. Sie moderierte den ESC fast ausschließlich in Französisch.

 

 

 

 

 

  

FAZIT

 

Die 16 Teilnehmerländer des vorigen Jahres waren wieder beisammen. Ein neues Wertungssystem wurde eingeführt, um den Abend spannender zu gestalten: Die Zahl der Juroren der nationalen Jurys blieb unverändert bei zehn Mitgliedern, sie durften jedoch jedes Lied bewerten. Die einzelnen Wertungen wurden zusammengerechnet, und so entstand eine Reihenfolge, nach der das beste Lied drei Punkte, das zweitbeste Lied zwei Punkte und das drittplatzierte Lied einen Punkt bekam. Alle andere Songs gingen leer aus.

 

Marion Rung aus Finnland eröffnete den siebten Song Contest. Fud Leclerc aus Belgien sang bei seiner vierten Teilnahme "Ton nom" und verabschiedete sich vom ESC mit dem letzten Platz, gemeinsam mit dem Spanier Victor Balaguer und der Österreicherin Eleonore Schwarz, die sich nur "In der Wiener Luft" gut fühlte. Auch das bekannte niederländische Gesangsduo De Spelbrekers konnte keinen einzigen Punkt ernten. Die holländische Delegation machte den Ausfall der Saalbeleuchtung während des Vortrags von "Katinka" verantwortlich für das schlechte Abschneiden. 

 

Conny© GONG

Besser erging es der 19-jährigen Conny Froboess aus Deutschland, die im Vorfeld als die große Favoritin gehandelt wurde. Conny galt in den 50er Jahren als Wunderkind, und sie wirkte in sehr vielen Filmen mit, nicht nur als Sängerin, sondern auch als Schauspielerin. Ihr ESC-Urlaubslied "Zwei kleine Italiener" sollte den ersehnten Sieg bringen. Leider hielten die Juroren nicht sehr viel von Popmusik, so dass Deutschland nur auf den sechsten Rang kam. "Zwei kleine Italiener" eroberte trotzdem die Spitze der deutschen Charts und war auch in England, Frankreich, Italien und den Niederlanden erfolgreich.

 

 

Jean Philippe, der 1959 den dritten Rang für Frankreich errungen hatte, sang diesmal für die Schweiz "Le retour". Er konnte seinen Triumph aber nicht wiederholen, obwohl die Macher des Liedes, Géo Voumard und Emile Gardaz, eine Garantie für Hits darstellten.

 

Für Camillo Felgen aus Luxemburg lief es diesmal wesentlich besser. Die Autoren des Siegertitels von 1961 schrieben den Song "Petit Bonhomme". Nach dem letzten Platz im Jahr 1960 kam der gelernte Lehrer Camillo Felgen auf den dritten Rang. Nach seinem abgeschlossenen Opernstudium hatte er zahlreiche Filmrollen angenommen und war DJ bei Radio Luxemburg und Fernsehmoderator bei „Die Show Chance“‘ sowie bei „Spiel ohne Grenzen“ gewesen. Nebenbei arbeitete er auch als Komponist und Texter.

 

Für François Deguelt war es auch bereits seine zweite Teilnahme. 1960 noch auf dem dritten Rang, schaffte er zwei Jahre später den zweiten Platz. Seine Bitte an seine Geliebte, nichts zu sagen - "Dis rien"- wurde nur von der französischen Vertreterin Isabelle Aubret ignoriert. Sie sprach und sang so überzeugend über die Suche nach der ersten Liebe – „Un premier amour“ - dass sie Frankreich den dritten Sieg bescherte - ein sehr poetischer Song, genauso wie der jugoslawische Beitrag "Ne pali svetlo u sumrak" - Keine Lichter im nebligen Abendrot. Zu diesem Zeitpunkt war Frankreich die erfolgreichste Nation beim Song Contest und die französische Sprache die ESC-Sprache.

 


  

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Finnland Belgien Spanien Österreich
Marion Rung
Fud Leclerc
Victor Balaguer
Eleonore Schwarz
"Tipi-tii" "Ton nom" ”Llamame” "Nur in der Wiener Luft"
M.: Kari Tuomisaari
T.: Kari Tuomisaari
D.: George de Godzinsky
M. : Eric Chane
T.: Tony Golan
D.: Henry Segers
  M.: Mario Selles
T.: Miguel Portoles
D.: Antonio Moya
M.: Bruno Uher
T.: Bruno Uher
D.: Bruno Uher
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Dänemark Schweden Deutschland Niederlande
Ellen Winther Inger Bergren
Conny Froboess
De Spelbrekers
"Vuggevise" "Sol och vår" "Zwei kleine Italiener" „Katinka"
M.: Kjeld Bonfils
T.: Sejr Volmer-Sørensen
D.: Kai Mortensen
M.: Ulf Kollquist
T.: Åke Gerhard
D.: Egon Kjerrmann
M.: Christian Bruhn
T.: Georg Buschor
D.: Rolf-Hans Müller
M.: Joop Stokkermanns
T.: Henry Hamhuis
D.: Dolf van der Linden
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Frankreich Norwegen Schweiz
Jugoslawien
Isabelle Aubret
Inger Jacobsen
Jean Philippe
Lola Novaković
"Un premier amour" "Kom sol, kom regn" "Le retour"  "Ne pali svetlo u sumrak"
M.: Claude Henri Vic
T.: Roland Valade
D.: Franck Pourcel
M.: Kjell Karlsen
T.: Ivar Andersen
D.: Øivind Bergh
M.: Géo Voumard
T.: Emile Gardaz
D.: Cedric Dumont
M.: Jozé Privsek
T.: Dragutin Britvic
D.: Jozé Privsek
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Ver. Königreich Luxemburg Italien Monaco
Ronnie Carroll
Camillo Felgen Claudio Villa François Deguelt
"Ring-A-Ding Girl"  "Petit bonhomme" "Addio, addio"  "Dis rien"
M.: Syd Cordell
T.: Stan Butcher
D.: Wally Stott
M.: Jacques Datin
T.: Maurice Vidalin
D.: Jean Rodères
M.: Domenico Modugno
T.: Franco Migliacci
D.: Cicino Angelini
M.: Henri Salvador
T.: René Rouzaud
D.: Raymond Lefèvre

 

 


 

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

Scoreboard 61© CLT

 

 

 

 

 


Die deutsche Vorentscheidung 1961


Nationale VE  - "Die Schlagerparade"
Datum 25. Februar 1961
Ort Bad Homburg
Halle Kurhaus-Theater
Moderation Heinz Schenk
TV-Sender Hessischer Rundfunk

Aus dem Kurhaustheater in Bad Homburg wurde am 25.02.1961 unter dem Motto "Die Schlagerparade" die deutsche Vorentscheidung zum Song Contest 1961ausgetragen. Heinz Schenk stellte 13 Künstler vor. Der Sieger wurde von 10 Fachleuten und 11 musikinteressierten Personen ermittelt. Sie durften für jedes Lied einen oder gar keinen Punkt vergeben. Die Komponisten und Autoren der jeweiligen Songs wurden bis zum Schluss der Sendung geheim gehalten. Siegerin wurde Lale Andersen mit dem Titel "Einmal sehen wir uns wieder".

 

 

Die Teilnehmer und Platzierungen
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Dieter Thomas Heck Was tut man nicht alles aus Liebe Charles Nowa / Günter Loose    
2. Friedel Hensch
Colombino (Ich weiß, ein Tag wird kommen) 
Ralf Arnie / Werner Cyprys    
3. Frank Forster Es war ein reizender Abend Werner Bochmann / Walter Brandin   3.
4. Christa Williams Pedro
Peter Moesser    
5. Fred Bertelmann Ticke Ticke Tac Fritz Schulz-Reichel / Hans Bradtke 15  2.
6. Heinz Sagner Jeder Tag voll Sonnenschein Hans Carste / Ernst Bade    
7. Renée Franke Napolitano Peter Igelhoff  / Fred Rauch    
8. Rolf Simson Wer das Spiel kennt Heinz Kücke   3.
9. Ernst Lothar Dich hat das Schicksal für mich bestimmt Friedrich Schröder / Horst Ackermann    
10. Lale Andersen Einmal sehen wir uns wieder Rudolf Maluck / Ernst Bader 18 1.
11. Bobby Franko Langsamer Walzer Werner Richard Heymann / Robert Gilbert    
12. Peggy Brown Du bist meine Welt Charly Niessen / Joachim Relin    
13. Detlef Engel Nach Mitternacht Hans Creutziger / Heinz Peter Kaegbein    

 

 

Lale© Electrola

Lale Andersen  

Lale Andersen war eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin. Sie feierte ihren größten Erfolg im Jahr 1939 durch das Soldatenlied "Lili Marleen", mit dem sie weltberühmt wurde.

Geboren in Lehe / Bremenhaven besuchte sie die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. 1931 gab sie ihr Debüt als Schauspielerin in Berlin, und 1933 folgte das erste Engagement in Zürich. In Berlin und auch in München war sie gleichzeitig als Chansonsängerin tätig. Im Herbst 1960 führte sie die deutschen Hitparaden für mehreren Wochen mit der deutschen Fassung des Melina Mercouri - Welthits aus dem Film "Sonntags.nie" "Ta pedia tou Pirea" (Ein Schiff wird kommen) an.

1961 sang sie für Deutschland beim ESC in Cannes "Einmal sehen wir uns wieder". Es reichte nur zum 13. Rang. Das bedeutete keinen Einbruch in ihrer Karriere, die 1972 durch ihren Tod beendet wurde. 1969 ist sie von dem renommierten amerikanischen Magazin "Time" in die Liste der bekanntesten Personen des Jahrhunderts aufgenommen worden. Kurz vor ihrem Tod erschien auch eine Autobiographie mit dem Titel "Der Himmel hat viele Farben - Leben mit einem Lied."

 


Die deutsche Vorentscheidung 1960


Nationale VE - "Die Schlagerparade"
Datum 6. Februar 1960
Ort Wiesbaden
Halle Rhein-Main-Halle
Moderation Hilde Nocker & Werner Fullerer
TV-Sender Hessischer Rundfunk

Im Rahmen der Sendung "Schlagerparade" am 6. Februar 1960 stellten sich zehn Teilnehmer einer 15-köpfigen Fachjury und 30 Personen aus dem Publikum vor. Hilde Nocker und Werner Fullerer führten durch den Abend in der Wiesbadener Rhein-Main-Halle. Das österreichische Fernsehen übertrug das Ereignis live. Klare Favoritin war Heidi Brühl mit ihrem Titel "Wir wollen niemals auseinander geh'n".

  

 

Die Teilnehmer und Platzierungen
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Platz
1. Angèle Durand & Rex Gildo Abitur der Liebe Gerhard Jussenhoven 3
2. Gerhard Winkler Alle Wunder dieser Welt
Gerhard Winkler  
3. Gitta Lind Auf der Straße der Träume Lotar Olias  
4. Wyn Hoop Bonne nuit, ma chérie
Franz-Josef Breuer / Kurt Schwabach 1.
5. Gerd Ströhl Das Herz einer Frau Horst-Heinz Henning  
6. Rainer Bertram Ein Picasso der Liebe Franz Grothe  
7. Ingrid Werner Ich hab' ein Hobby Peter Thomas  
8. Charming Boys Oh Little Joe Heino Gaze  
9. Tony Sandler Oh, wie schön... Martin Böttcher  
10. Heidi Brühl Wir wollen niemals auseinandergeh'n Michael Jary 2.

 

 

Wyn© Decca

Wyn Hoop

Wyn Hoop belegte in London einen überraschenden vierten Rang, er konnte jedoch seinen Erfolg nicht richtig vermarkten. Während der von Heidi Brühl gesungene Beitrag  "Wir wollen niemals auseinander geh’n" wochenlang die Spitze der deutschen Charts hielt und auch heute noch ein absoluter Evergreen ist, wurde der Beitrag von Wyn Hoop nur zu einem mittelmäßigen Erfolg. Der Sänger war bis Mitte der 1970er Jahre in einigen TV- Shows zu sehen.

 


Der Eurovision Song Contest 1961


 Logo61 

6. Eurovision Song Contest - 18. März 1961  
       Cannes
                              

Halle Palais des Festivals
Moderation Jacqueline Joubert
Pausen-Act Tessa Beaumont & Max Bozzoni 
Wertung 10 Juroren pro Land / Jeder Juror hat 1 Stimme
Teilnehmer 16 Länder

 

Siegerland: Luxemburg


norway

Interpret:

Jean-Claude Pascal

Titel:

"Nous les amoureux"

Musik: 

Jacques Datin

Text:

Maurice Vidalin

Sieger 1961© Decca

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Luxemburg Jean-Claude Pascal Nous les amoureux 31 14
2. Ver. Königreich The Allisons Are You Sure? 24 15
13. Schweiz Franca di Rienzo Nous aurons demain 16 10
4. Frankreich Jean Paul Mauric
Printemps (Avril carillonne) 13 9
5. Dänemark Daria Campeotto Angélique 12 13
  Italien Betty Curtis Al di la 12 16
7. Norwegen Nora Brockstedt Sommer i Palma 10 12
8. JG Jugoslawien Ljiljana Petrović Neke davne zvezde 9 5
 9. Spanien Conchita Bautista Estando contigo 8 1
10. Monaco Colette Dereal Allons, allons les enfants 6  2
  Finnland Laila Kinunnen Valoa ikkunassa 6 4
  Niederlande Greetje Kauffeld Wat een dag 6 6
13. Deutschland Lale Andersen Einmal sehen wir uns wieder 3 8
14. Schweden Lill Babs April April 2 11
15. Österreich Jimmy Makulis Sehnsucht 1 3
  Belgien Bob Benny September, gouden roos 1 10

   


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

1961 war nochmals das Palais des Festivals in Cannes der Ort des Geschehens. Durch die Sendung führte nach 1959 erneut Jacqueline Joubert. 

imagesJ. Joubert mit Jean Claude Pascal © RTF

 

Sie war TV-Ansagerin des französischen Fernsehens, außerdem moderierte sie Musiksendungen und arbeitete als TV-Produzentin. In den 1980er Jahren war sie Programmchefin bei Antenne 2. 2005 verstarb sie im Alter von 84 Jahren. 

 

Für die musikalische Leitung war Franck Pourcel verantwortlich, wie auch 1959.

 

 

 

FAZIT

 

Nun waren aber nicht nur 11 Nationen dabei, sondern 16. Die iberische Halbinsel Spanien debütierte mit einem sehr feurigen Beitrag, passend zu der temperamentvollen Künstlerin Conchita Bautista. Finnland komplettierte das Feld der skandinavischen Länder, und das ehemalige Jugoslawien entsandte als erstes kommunistisches Land einen Beitrag. Für Familienzuwachs war gesorgt, und so konnte der sechste Song Contest starten.

 

Belgien setzte noch einmal auf Bewährtes und sandte Bob Benny wie auch 1959 ins Rennen. Die hohen Erwartungen des flämischen Fernsehens gingen aber nicht in Erfüllung. Bob Benny bildete gemeinsam mit dem für Österreich startenden griechischen Sänger Jimmy Makulis das Schlusslicht der Veranstaltung. Letzter war seit den frühen 1950er Jahren bereits ein gefeierter Star in Griechenland und in den 1950er und 1960er Jahren auch in Deutschland, wo er bis 1966 lebte, bevor er nach Amerika auswanderte. Anfang der 1980er versuchte er ein Comeback, indem er mit dem Titel "Triantafilia tou Mai" (Rosen im Mai) an der zypriotischen Vorentscheidung teilnahm. 1990 sang er beim griechischen Finale zum ESC "Mia nichta san ke apopse" (Eine Nacht wie diese), aber ohne Erfolg.

Nora Brockstedt vertrat Norwegen zum zweiten Mal hintereinander, konnte aber an die gute Platzierung des Vorjahres nicht anknüpfen. Laila Kinnunen aus Finnland mit dem poetischen Titel "Valoa ikkunassa" (Licht am Fenster), wie auch Lill Babs aus Schweden, die an Stelle von Siw Malmkvist nach Cannes geschickt worden war, konnten ebenfalls nicht überzeugen.

 

Die bekannteste Teilnehmerin dieses Jahres kam aus Deutschland: Lale Andersen feierte ihren größten Erfolg im Jahr 1939 mit dem Soldatenlied „Lili Marleen“, das sie weltberühmt machte. Geboren in Lehe/Bremenhaven besuchte sie die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. 1931 gab sie ihr Debüt als Schauspielerin in Berlin und bekam 1933 das erste Engagement in Zürich. In Berlin und auch in München war sie gleichzeitig als Chansonsängerin tätig. Im Herbst 1960 führte sie die deutschen Hitparaden für mehrere Wochen an mit der deutschen Fassung des Welthits von Melina Merkouri aus dem Film „Sonntags nie“ "Ta pedia tou Pirea" (Ein Schiff wird kommen). In Cannes sang sie in deutsch und französisch "Einmal sehen wir uns wieder". Es reichte nur zum 13. Rang. Das bedeutete keinen Einbruch, aber ihre Karriere nahm 1972 durch ihren Tod ein jähes Ende. 1969 wurde sie von dem renommierten amerikanischen Magazin „Time“ in die Liste der bekanntesten Personen des Jahrhunderts aufgenommen. Kurz vor ihrem Tod erschien auch eine Autobiografie mit dem Titel "Der Himmel hat viele Farben - Leben mit einem Lied."

 

Der Sieg ging dieses Jahr zum ersten Mal nach Luxemburg. Der 1927 in Frankreich geborene Sänger Marquis de Villemont, alias Jean-Claude Pascal, sang ein Lied über die Verliebten- "Nous les amoureux". Vom Modedesigner bei Dior und Piquet wechselte er zur Filmwelt, bevor er Ende der 1950er Jahre seine Gesangskarriere begann. In Cannes holte er überraschend den Sieg gegen die britischen Brüder Bob und John Allison, bekannt als The Allisons, die mit "Are You Sure?" als die großen Favoriten auf den Sieg galten. 

 


 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Spanien Monaco Österreich Finnland
Conchita Bautista
Colette Dereal
Jimmy Makulis
Laila Kinnunen
"Estando contigo" "Allons, allons les enfants" ”Sehnsucht” "Valoa ikkunassa"
 M.: Augusto Alguero
T.: Antonio Guijarro
D.: Rafael Ferrer
 M.: Hubert Giraud
T.: Pierre Delanoë
D.: Raymond Lefèvre
M.&.T.: Leopold Andrejewitsch D.: Franck Pourcel M.: Eino Hurme
T.: Sauvo Puhtila
D.: Georges de Godzinsky
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Jugoslawien Niederlande Schweden Deutschland
Ljiljana Petrović Greetje Kauffeld
Lill Babs
Lale Andersen
"Neke davne zvezde" "Wat een dag" "April, April" „Einmal sehen wir uns wieder”
M.: Jose Privsek
T.: Miroslav Antic
D.: Jose Privsek
 M.: Dick Schallies
T.: Pieter Goemans
D.: Dolf van der Linden
 M.: Bobby Ericson
T.: Bo Eneby
D.: Thore Ehrling
 M.: Rudolf Maluck
T.: Ernst Bader
D.: Franck Pourcel
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Frankreich Schweiz Belgien
Norwegen
Jean Paul Mauric
Franca di Rienzo
Bob Benny
Nora Brockstedt
"Printemps
(Avril carillonne)
"
"Nous aurons demain" "September, gouden roos"  "Sommer i Palma"
M.: Francis Baxter
T.: Guy Favereau
D.: Franck Pourcel
M.: Géo Voumard
T.: Emile Gardaz
D.: Fernando Paggi
M.: Hans Flower
T.: Wim Brabants
D.: Francis Bay
M.: Jan Woelner
T.: Egil Hagen
D.: Øivind Bergh
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Dänemark Luxemburg Ver. Königreich Italien
Dario Campeotto
Jean-Claude Pascal  The Allisons Betty Curtis
"Angélique"  "Nous les amoureux" "Are You Sure?"  "Al di lá"
M.: Aksel v. Rasmussen
T.: Aksel v. Rasmussen
D.: Kai Mortensen
M.: Jacques Datin
T.: Maurice Vidalin
D.: Leo Chauliac 
M.: The Allisons
T.: The Allisons
D.: Hank Robinson
M.: Carlo Donida
T.: Giulio Restetti (Mogol)
D.: Gianfranco Intra 

   

 


 

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

Scoreboard 61© BBC

 

 

 

 

 


Die deutsche Vorentscheidung 1959


Kurzinfo
Auswahlart interne Auswahl

Alice & Ellen Kessler wurden direkt von der ARD nominiert, Deutschland beim ESC 1959 in Cannes zu vertreten. Helmut Zander und Astrid Voltmann schrieben das  Lied "Heute Abend woll´n wir tanzen geh´n". Ursprünglich hieß es aber "Heut´möcht´ ich bummeln". In Cannes als die großen Favoriten gehandelt, landeten sie auf einem enttäuschenden achten Rang.

 

GER 59© RTF

Alice & Ellen Kessler

Die Kessler Zwillinge wurden am 20. August 1936 in Nerchau in Sachsen geboren. Zunächst als Kinderstars erfolgreich, kamen sie 1951 nach Düsseldorf,  und sie fehlten später als Sängerinnen und Tänzerinnen in kaum einer bekannten Fernsehshow. 1955 traten sie im Pariser Lido auf. In Frankreich und besonders in Italien waren sie sehr erfolgreich: "La notte e piccola" (1965) und "Lascati baciare col letkis" (1966). Sie wirkten in vielen ausländischen TV-Shows mit und spielten in Musicals.

 

 

 


Seite 9 von 11