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Der Eurovision Song Contest 1977


 Logo77 

22. Eurovision Song Contest - 7. Mai 1977
       London
                              

Halle Wembley Confernce Centre
Moderation Angela Rippon
Pausen-Act Mr. Acker Bilk & Band
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 18 Länder

 

Siegerland: Frankreich


france

Interpretin:

Marie Myriam

Titel:

"L'oiseau et l'enfant"

Musik:

Jean-Paul Cara

Text:

Joe Garcy



Sieg77© BBC 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Frankreich Marie Myriam L'oiseau et l'enfant 136 18
2. Vereinigtes Königreich Lyndsey de Paul & Mike Moran Rock Bottom 121 9
3. Irland The Swarbriggs Plus Two It's Nice To Be In Love Again 119 1
4. JG Monaco Michèle Torr
Une petite française 96 2
5. Griechenland Pascalis, Marianna, Robert & Bessie Mathema solfege 92 10
6. Schweiz Pepe-Lienhard-Sextett Swiss Lady 71 12
7. Belgien Dream Express A Million In One, Two, Three 69 17
8. Deutschland Silver Convention Telegram 55 6
9. Spanien Micky Enseñame a cantar 52 14
10. Finnland Monica Aspelund Lapponia 50 16
11. Israel Ilanit Aa-haa-vah hee sheer lish-naa-yim 49 11
12. Niederlande Heddy Lester De mallemolen 35 3
13. Italien Mia Martini Libera 32 15
14.
Portugal Os Amigos Portugal no coração 19 8
15. Norwegen Anita Skorgan Casanova 18 5
16. Luxemburg Anne-Marie B. Frère Jacques 17 7
17. Österreich Schmetterlinge Boom Boom Boomerang 11 4
18. Schweden Forbes Beatles 2 13

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© BBC

Der ESC 1977 war für den 2. April geplant. Ein Streik der Techniker und Kameramänner verhinderte jedoch die Veranstaltung, und sie konnte erst fünf Wochen später stattfinden. Dadurch konnten auch keine Postcards gedreht werden, so dass die BBC während der Umbaupausen zwischen den einzelnen Beiträgen ins Publikum schwenkte, was teilweise auch durchaus Unterhaltungswert hatte, denn so mancher Gast ließ doch eine gewisse Begeisterung vermissen. 

 

 

Die Türkei und Jugoslawien nahmen nicht teil. Schweden machte seine Drohung vom endgültigen Ausstieg nicht wahr und kehrte zurück, blieb aber erfolglos. Die Gruppe Forbes landete mit dem den "Beatles" gewidmeten Titel auf dem letzten Platz.

Tunesien wurde auf Startposition vier ausgelost. Kurzfristig sagte das tunesische Fernsehen seine Teilnahme ab aus Solidarität zu den anderen muslimischen Ländern wegen des Boykotts gegen Israel. Israel wurde, wie auch 1973, von der populären Sängerin Ilanit vertreten.

 

Die offene Sprachregel wurde kurz vor dem Song Contest wieder abgeschafft.  Die Schweiz schaffte es gerade noch, ihren Beitrag “Swiss Lady” vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen, aber Deutschland mit Silver Convention und Belgien mit der Gruppe Dream Express sangen trotzdem in Englisch. Dagegen wurde zwar  protestiert, aber ohne Erfolg. Die Gruppe Dream Express bestand aus dem Komponist des Liedes, Luc Smets, und den drei Schwestern Patricia, Bianca und Stella, die 1970 unter dem Namen Hearts Of Soul für die Niederlande ins Rennen gingen.

 

Moderatorin 77© BBC

Angela Rippon moderierte im Wembley Conference Centre. Sie war damals eine bekannte Fernsehjournalistin und als Nachrichtensprecherin die erste Frau bei der BBC in dieser Position. Neben ihrer Tätitgkeit als TV-Moderation in vielen Sendungen ist sie auch Schriftstellerin.  

 

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT

 

Irland vertraute nach 1975 ein zweites Mal auf die Gebrüder Swarbrigg. Dieses Mal wurden die Brüder durch zwei Damen verstärkt: Nicola Kerr und Alma Caroll, die schon 1968 an der irischen Vorentscheidung beteiligt waren. In London verkündeten The Swarbriggs + Two, wie schön es sei, wieder verliebt zu sein ("It´s nice to be in love again") und hinterher, wie schön es sei, den dritten Platz beim Grand Prix gemacht zu haben.

 

Sowohl Michèle Torr, die für Monaco sang, als auch Paulo de Carvalho und Fernando Tordo, Mitglieder der portugiesischen Gruppe Os Amigos, hatten schon ihre Erfahrungen mit dem ESC gemacht. Erstere hatte schon 1966 teilgenommen. Damals verpasste sie eine bessere Platzierung als den 10. Rang. 1977 erzählte sie in ihrem Song "Une petite française" über ein Landmädchen, das mit seinen Träumen nach Paris kam. Platz vier war der Lohn für das unschuldige Mädchen.

 

Weniger bekannt waren die vier Hellenen, die Platz fünf belegten und somit das bis dahin beste Ergebnis aller Zeiten für Griechenland erzielten. Während die österreichische Gruppe Schmetterlinge über die harte Welt und die Kommerzialisierung der Musikwelt sangen, gaben die Griechen Marianna Toli, Robert Williams, Bessi Argiraki und Paschalis  mit "Mathema solfege" Mathematikunterricht auf der Bühne, was anscheinend für die Juroren sehr hilfreich war.

 

Die 18-jährige gebürtige Portugiesin Marie Myriam vertrat Frankreich, und sie bescherte überraschend den Franzosen nach 1969 den fünften und bis heute letzten Sieg. Unter Weinkrämpfen kam die junge Sängerin auf die Bühne, um ihr nostalgisches und romantisches Chanson noch einmal hinreißend vorzutragen. Lynsey de Paul, die haushohe Favoritin aus Großbritannien, zeigte sich beleidigt und stellte mit lautem Ton die Frage: Wieso hat die denn gewonnen ? Es gibt doch schlechte Verlierer!

 


 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Irland Monaco Niederlande Österreich
The Swarbriggs Plus Two
Michèle Torr Heddy Lester
Schmetterlinge
"It's Nice To Be
In Love Again"
"Une petite française" ”De mallemolen" "Boom Boom Boomerang"
M. & T.:
Tommy & Jimmy Swarbriggs D.: Noel Kelehan
 M.: Paul de Senneville & Olivier Toussaint
T.: Jean Albertini
D.: Yves Rioland
  M.: Frank Affolter
T.: Wim Hogenkamp
D.: Harry van Hoof
  M.: G. Hernstadt, W. Retsetaris, H. Zöchling-Tamper T.: E. Lukas Retsetaris
D.: Christian Kolonovits
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Norwegen Deutschland Luxemburg Portugal
Anita Skorgan Silver Convention Anne-Marie B.
Os Amigos
"Casanova" "Telegram" "Frère Jacques" "Portugal no coração"
M.: Svein Strugstad
T.: Dag Nordtomme
D.: Carsten Klouman
M.: Silvester Levay
T.: Michael Kunze
D.: Ronnie Hazlehurst
M. & T.: Guy Béart &
Pierre Cour
D.: Johnny Arthey
  M.: Fernando Tordo
T.: José Carlos Ary
dos Santos
D.: José Calvario
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Ver. Königreich Griechenland Israel
Schweiz
Lynsey de Paul &
Mike Moran
Pascalis, Marianna,
Robert & Bessie
Ilanit
Pepe-Lienhard-Sextett
"Rock Bottom" "Mathema solfege" "Aa-hah-vaa hee sheer
lish-naa-yim"
 "Swiss Lady"
M. & T.: Lyndsey de Paul & Mike Moran
D.: Ronnie Hazlehurst
M.: George Hatzinassios
T.: Sevy Tiliakou
D.: George Hatzinassios
 M.: Eldad Shrem
T.: Edna Peleg
D.: Eldad Shrem
M. & T.:  Peter Reber
D.: Peter Reber
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Schweden Spanien Italien Finnland
Forbes Micky Mia Martini Monica Aspelund
"Beatles"  "Enséñame a cantar" "Libera"  "Lapponia"
M.: Claes Bure
T.: Sven-Olof Bagge
D.: Anders Berglund
 M. & T.: Fernando Arbex
D.: Fernando Arbex
  M.: Salvatore Fabrizio
T.: Luigi Albertelli
D.: Maurizio Fabrizio
M.: Aarno Raninen
T.: Monica Aspelund
D.: Ossi Runne
    
 


 
SWE 75 ITA 75  

17.

AD

18.

AD

Belgien Frankreich
Dream Express Marie Myriam
"A Million In 1,2,3" "L'oiseau et l'enfant"
 M. & T.: Luc Smeets
D.: Alyn Ainsworth 
M.: Jean-Paul Cara
T.: Joe Gracy
D.: Raymond Donnez 

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 * Die Punkte in Klammern wurden von der griechischen bzw. französischen Jury irrtümlich während der Sendung gegeben, das Endergebnis wurde später korrigiert

 


         Scoreboard 77© BBC


        

AUS DER PRESSE

 

Presse n1© BILD & FUNK

Presse 77© BBV

 Presse 75© RP

  Presse 1© GONG

 

 

 

Presse 7© TV H+S
Presse 5© BBV
Presse 4© GONG

Die deutsche Vorentscheidung 1977


Kurzinfo
Auswahlart interne Auswahl
Songpräsentation 9. März 1977
Sendeanstalt Hessischer Rundfunk

Nach den schlechten internationalen Ergebnissen der letzten Jahre wurde in diesem Jahr keine öffentliche Vorentscheidung durchgeführt. Unter Federführung des Hessischen Rundfunks entschieden Ende 1976 die Unterhaltungschefs der neun ARD-Anstalten, die zu dieser Zeit bekannteste Gruppe Deutschlands, Silver Convention, nach London zu schicken. Die drei Damen – damals noch Linda Übelherr anstelle von Rhonda Heath – stimmten zu, unter der Bedingung, in Englisch singen zu dürfen. Ihre beiden Produzenten Sylvester Levay und Michael Kunze schlossen sich der Meinung der Gruppe an. Daraufhin stellte Michael Kunze der ARD–Kommission drei Lieder zur Auswahl vor. "Telegram" wurdeals deutscher Beitrag nach London entsendet. Am 09. März 1977 wurde den Fernsehzuschauern im Rahmen der Sendung "Wie hätten Sie's gerne" mit Hans Joachim Kulenkampff der deutsche Beitrag vorgestellt. Im Finale landete die Gruppe nur auf dem achten Platz.

 

 

 

SC© Jupiter Records

 

 

Silver Convention

Mitglieder von Silver Convention waren Rhonda Heath, Penny McLean & Ramona Wulf. Im April 1975 brachten sie ihre erste Platte "Save me" auf den Markt, und sie schafften den Einstieg sowohl in den britischen als auch in den amerikanischen Charts. Im November 1975 eroberten sie mit der zweiten Single "Fly Robin Fly" die Spitze der USA–Charts. Es folgten die Songs "Get up and Boogie" und "Tiger Baby / No no Joe" (1976) und schließlich "Everybody´s Talkin´`bout Love" kurz vor ihrem ESC-Auftritt. 

Linda Thompson, früheres Mitglied der Humphries Singers und Gründungsmitglied der Formation Silver Convention, verließ Anfang 1977 die Band, um eine Solokarriere zu starten. Sie wurde durch Rhonda Heath ersetzt. Die in Klagenfurt als Gertrude Münzer geborene Peggy McLean begann ihre Solokarriere während ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe. Ihre größten Erfolge: "Lady Bump" und "1-2-3-4 Fire". 1978 stieg sie aus der Gruppe aus und wurde durch Zenda Jacks ersetzt. Mittlerweile beschäftigt sie sich intensiv mit Esoterik. Ramona Wulf ( in Hanau am 18.10.54 geboren) - Anfang der siebziger Jahre noch solo erfolgreich mit "Du, ich brauche was", und "Das bist du" und "Alles, was wir woll’n auf Erden" - konnte nach Auflösung der Gruppe ihre Karriere nicht fortsetzen. 1994 spielte Rhonda Heath in der Begleitband der Gruppe MeKaDo beim Grand Prix in Dublin.

Die Silver Convention erreichte beim ESC 1977 Platz acht.

 


Der Eurovision Song Contest 1976


 Logo73 

21. Eurovision Song Contest - 3. April 1976
       Den Haag
                              

Halle Nederlands Congresgebouw
Moderation Corry Brokken
Pausen-Act Dutch Swing College Band
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 18 Länder

 

Siegerland: Vereinigtes Königreich


norway

Interpreten:

Brotherhood Of Man

Titel:

"Save Your Kisses For Me"

Musik & Text:

Tony Hiller, Lee Sheriden & Martin Lee



Sieg74© NOS 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Vereinigtes Königreich Brotherhood Of Man Save Your Kisses For Me 164 1
2. Frankreich Cathérine Ferry Un, deux, trois 147 17
3. Monaco Mary Christy Toi, la musique et moi 93 16
4. JG Schweiz Peter, Sue & Marc
Djambo, Djambo 91 2
5. Österreich Waterloo & Robinson My Little World 80 14
6. Israel Chocolate Menta Mastik Emor shalom 77 4
7. Italien Romina Power & Al Bano Noi lo rivivremo di nuovo / We Live It All Again 69 13
8. Belgien Pierre Rapsaet Judy & Cie. 68 6
9. Niederlande Sandra Reemer The Party's Over 56 9
10. Irland Red Hurley When 54 7
11. Finnland Fredi Pump-Pump 44 11
12. Portugal Carlos do Carmo Uma flor de verde pinho 24 15
13. Griechenland Mariza Koch & Dimitris Zouboulis Panaghia mou, panaghia mou 20 10
14.
Luxemburg Jürgen Marcus Chansons pour ceux qui s'aiment 17 5
15. Deutschland Les Humphries Singers Sing Sang Song 12 3
16. Spanien Braulio Sobran las palabras 11 12
17. Norwegen Anne-Karine Strøm Mata Hari 15 4
18. Jugoslawien Ambasadori Ne mogu skriti svoju bol 6 18

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© www.thehaguesecuritydelta.com/

Im Nederlands Congresgebouw in Den Haag begrüßte die ESC Siegerin von 1957, Corry Brokken als Moderatorin die 18 Teilnehmer des ESC 1976. 33 Nationen strahlten das Musikereignis des Jahres live aus, unter anderem auch Liechtenstein, dessen Teilnahme von der EBU nicht genehmigt wurde. Denn das kleine Fürstentum besaß weder einen Radiosender noch eine TV-Gesellschaft. So musste der im November 1975 in Vaduz gewählte Titel “My Little Cowboy”, gesungen von Biggi Bachmann, zurückgezogen werden.

Die Türkei übertrug auch live, das türkische Fernsehen blendete jedoch regelwidrig aus der Sendung aus, als der Beitrag Griechenlands gebracht wurde. Das politisch orientierte Lied “Panaghia mou, panaghia mou” über die Zerstörung Zyperns sorgte schon im Vorfeld für Aufregung: "Ein Stück Land voll mit Apfelsinenbäumen, entlang breiten sich die Olivenbäume aus. Die Strände um das Land sind aus Gold und der Abglanz blendet dich. Und wenn ihr eines Tages an diesen Ort kommt und mehrere Zelte nebeneinander seht, wird es kein Camping für Touristen sein. Es ist nur ein Flüchtlingslager." Die Türken protestierten gegen die Teilnahme Griechenlands und stiegen schließlich aus dem Wettbewerb aus.

Malta blieb dem Contest wegen Erfolglosigkeit fern, und Schweden zeigte kein Interesse. Das musikalische Angebot sei zu minderwertig für das schwedische Fernsehen. Österreich kehrte zurück.

Die Regeln für das Orchester änderten sich: Erstmals durfte auch ein instrumentales Playback benutzt werden, falls der erwünschte Sound nicht durch ein Orchester produziert werden konnte.

 

 

Moderatorin 76© NOS

Corry Brokken hatte 1957 den ESC in Frankfurt gewonnen mit dem Titel "Net als toen" und nahm auch 1958 noch einmal teil, allerdings ohne Erfolg. Sie arbeitete außer als Sängerin auch als Radio-und Fernsehmoderatorin. Außer in ihrer Heimat war sie auch in Deutschland als Schlagersängerin sehr erfolgreich. Nach der ESC-Moderation 1976 studierte sie Jura und arbeitete dann als Richterin. In den 1990er Jahren hatte sie nebenbei noch einige Auftritte als Sängerin. Sie starb 2016 im Alter von 84 Jahren. 

 

 

 

 

 

 

FAZIT

 

Deutschland musste die Zweitplatzierten der nationalen Endausscheidung, die „Les Humphries Singers“, ins Rennen schicken. Tony Marschall wurde kurz nach seinem Sieg  disqualifiziert. Die in München lebende Sängerin Nizza Thobi behauptete, sie habe den Siegertitel “Der Star” in der Zeit vom 21.03 bis 09.05.1973 bei öffentlichen Auftritten vorgetragen, sogar mit Einverständnis des Autors Detlef Petersen. Das Lied war außerdem bei der GEMA gemeldet.

 

Finnland schickte wie auch 1967 Fredi ins Rennen. Anne Karin Strøm vertrat Norwegen zum dritten Mal mit dem Lied “Mata Hari”. Ihr Auftritt mit riesiger Sonnenbrille sollte zwar kultig sein, ihr aber kein Glück bringen.

Für die Schweiz ging das inzwischen auch in Deutschland und Österreich bekannte Trio Peter, Sue & Marc an den Start. Sandra Reemer - 1972 gemeinsam mit André für die Niederlande ins Rennen gegangen - vertrat den Gastgeber.

 

Der portugiesische Beitrag „Uma flor de verde pinho“ war mit Abstand das anspruchvollste Lied des Abends. Es handelte von einem Maler, dessen Gemälde seine Gefühle widerspiegelten und alle seine Gedanken darstellten. Das Lied wurde von José Niza und Miguel Algere geschrieben. Beide waren Abgeordnete der Sozialistischen Partei. Das Lied erreichte politische Bedeutung in Portugal in Bezug auf das Ende der Diktatur.

 

Jürgen Marcus sang Lieder, für die, die sich lieben ("Chansons pour ceux qui s´aiment") für Luxemburg, nachdem er in den zwei Jahren davor an der Vorentscheidung in Deutschland erfolglos teilgenommen hatte.

Die Österreicher fanden wieder Freude am ESC und schickten das bekannte Duo Waterloo & Robinson ins Rennen. Deren Lied "My Little World" gehörte zu den Anwärtern auf den Sieg, wie auch das Lied aus Monaco "Toi, la musique et moi". Der österreichische Beitrag kam nur auf Platz 5. Für Mary Cristy aus Monaco reichte es zum dritten Platz. 

 

Die britische Band Brotherhood of Man mit „Save Your Kisses For Me“ ging als Erste ins Rennen und konnte das Feld schon von Beginn an räumen. Nach einem Kopf-an-Kopf- Rennen bis zur Hälfte der Wertungen mit dem französischen Beitrag “Un, deux, trois” setzten sich die Briten ab und holten den dritten Sieg für das Vereinigte Königreich. Der Siegertitel wurde ein großer internationaler Hit, es wurden ungefähr 6 Millionen Platten verkauft. Bis heute ist dieses Lied eines der erfolgreichsten Siegerlieder.

 

 


   

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Ver. Königreich Schweiz Deutschland Israel
Brotherhood Of Man
Peter, Sue & Marc Les Humphries Singers
Chocolate Menta Mastik
"Save Your Kisses
For Me"
"Djambo, Djambo" ”Sing Sang Song" "Emor shalom"
M. & T.: Tony Hiller, Lee Sheridan & Martin Lee
D.: Alyn Ainsworth
M. & T.: Peter Reber
D.: Mario Robbiani
M.: Ralph Siegel
T.: Kurt Hertha
D.: Les Humpries
   M.: Caspi Matti
T.: Ehud Manor
D.: Caspi Matti
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Luxemburg Belgien Irland Niederlande
Jürgen Marcus Pierre Rapsaet Red Hurley
Sandra Reemer
"Chansons pour ceux
qui s'aiment"
"Judie et Cie" "When" "The Party's Over"
M.: Jack Withe
T.: Vline Buggy & Fred Jay
D.: Jo Plee
M.: Pierre Rapsat
T.: Eric van Hulse
D.: Michel Bernholc
M. & T.: Brendan J. Graham D.: Noel Kelehan  M. & T.: Hans van Hemert
D.: Harry van Hoof
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Norwegen Griechenland Finnland
Spanien
Anne-Karine Strøm Mariza Koch &
Dimitris Zouboulis
Fredi & Friends
Braulio
"Mata Hari" "Panaghia mou,
panaghia mou"
"Pump-pump"  "Sobran las palabras"
M.: Frode Thingnaes
T.: Philip Kruse
D.: Frode Thingnaes
M.: Mariza Koch
T.: Stelios Fotiades
D.: Mike Rozakis
M.: Matti Siitonen (Fredi)
T.: Vexi Salmi
D.: Ossi Runne
 M. & T.: Braulio
D.: Juan Barcons
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Italien Österreich Portugal Monaco
Romina Power & 
Al Bano
Waterloo & Robinson Carlos do Carmo Mary Christy
"Noi lo rivivremo
di nuovo" 
"My Little World" "Uma flor de verde pinho"  "Toi, la musique et moi"
M.: Detto Mariano
T.: Romina Power &
Al Bano D.: Maurizio Fabrizio
M. & T.: Gerhard Heinz
D.: Dr. Erich Kleinschuster
M.: José Niza
T.: Manuel Alegre
D.: Thilo Krasman
M.: Georges Costa
T.: Gilbert Sinoué &
André Barse
D.: Raymond Donnez
    
 


 
SWE 75 ITA 75  

17.

AD

18.

AD

Frankreich Jugoslawien
Cathérine Ferry Ambasadori
"Un, deux, trois" "Ne mogu skriti
svoju bol"
 M.: Jean Paul Carra &
Tony Rallo
T.: Jean Paul Carra
D.: Tony Rallo 
 M.: Slobodan Vujović
T.: Slobodan Djurasović
D.: Esad Arnautalić

   

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 * Die 4 Punkte aus Jugoslawien wurden erst nach der Sendung übermittelt und blieben daher bei der Wertung unberücksichtigt.

 


         Scoreboard 76 copy© NOS

 


        

AUS DER PRESSE

 

Presse 74 9© BBV

 Presse 75© GONG

  Presse 1© BBV

 

 

 

Presse 4© WZ

 

 

 

 

 

 

 

Presse 76 5© RP

Die Deutsche Vorentscheidung 1976


Nationale VE  - "Ein Lied für Den Haag"
Datum 31. Januar, 1. und 18. Februar 1976
Ort Frankfurt
Halle HR TV-Studio
Moderation Max Schautzer
TV-Sender Hessischer Rundfunk

tonymarshall101 v gallery© ARDAus 388 Einsendungen ermittelte eine Jury die zwölf Lieder für das nationale Finale. Am 31. Januar und am 1. Februar wurden die Lieder als Videoclips ausgestrahlt, und das Publikum wurde gebeten, per Postkarte den Sieger zu wählen. Am 18. Februar wurde das Ergebnis bekannt gegeben. Sieger wurde der 38-jährige Baden-Badener Tony Marshall. Unmittelbar nach seinem Sieg meldete sich die in München lebende israelische Sängerin Nizza Thobi zu Wort und behauptete, den Siegertitel "Der Star", komponiert von Detlef Petersen, schon vier Jahre zuvor öffentlich gesungen zu haben. Das Lied wurde nach dem Reglement der EBU disqualifiziert. Tony Marshall teilte mit, hierüber nichts gewusst zu haben, und weigerte sich, noch einmal an einer Vorentscheidung teilzunehmen. Nach Den Haag wurde die zweitplatzierte Gruppe Les Humphries Singers entsendet. 

 

Sowohl "Der Star" als auch "Sing sang song" von den Les Humphries Singers werden zu Radiorennern. In Den Haag reichte es allerdings nur zum 15. Platz.

 

Da Lena Valaitis in der Zeit einen riesigen Erfolg mit den Titeln "Da kommt José, der Straßenmusikant" und "Ein schöner Tag" (Amazing Grace) hatte, verzichtete sie auf eine Veröffentlichung ihres Vorentscheidtitels "Du machst Karriere".  

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Postkarten Platz
1. Tina York Das alte Haus Frank Cornely 17562 12.
2. Love Generation
Thomas Alva Edison Günther - Eric Thöner / Erich Offierowski 58846 5.
3. Lena Valaitis Du machst Karriere Hans - Georg Moslener / Wolfgang Mürmann 47714 7.
4. Bruce Low Der Jahrmarkt unserer Eitelkeit Horst - Heinz Henning / Christine Neuhausen 43352 9.
5. Ina Deter Wenn du so bist wie dein Lachen Ina Deter 27903 10.
6. Nina & Mike Komm, geh´mit mir Karl Heinz Bardo 61944 4.
7. Maggie Mae Applaus für ein total verrücktes Hau Werner Twardy / Dieter Liffers 71882 3.
8. Les Humphries Singers Sing Sang Song Ralph Siegel / Kurt Hertha 96705 2.
9. Ireen Sheer Einmal Wasser, einmal Wein Günther - Eric Thöner / Erich Offierowski 45023 8.
10. Meeting Point Es ist ein Mensch Wilton Kullmann 53568 6.
11. Tony Marschall Der Star Detlef Petersen 118250 1.
12. Piera Martell Ein neuer Tag Jürgen Triebel / Horst Herbert Krause 24525 11.



 

220px Primaballerina© DECCA

Les Humphries Singers, das ist der Name des Chors, der von dem gebürtigen Engländer Les Humphries nach seinem Vorbild, den Edwin Hawkins Singers, im Jahr 1970 gegründet wurde. Jürgen Drews, David O´Brian und auch Linda G. Thompson waren einige Mitglieder des 13-köpfigen Chores, dessen Besetzung ständig wechselte. "We Are Going Down Jordan" (1971), "Mexico" (1972), "Kansas City" (1974), waren einige der Hits der im Jahr 1977 aufgelösten Formation. Les Humphries war mit der kroatischen Sängerin und Schauspielerin Dunja Rajter verheiratet. Er starb 2007 im Alter von 67 Jahren.

 

Jürgen Drews (geb. 2. April 1948 in Berlin)  verließ unmittelbar nach dem ESC–Auftritt die Gruppe und startete seine Solokarriere mit Liedern wie  "Ein Bett im Kornfeld" (1976), der deutschen Fassung des Bellamy-Brothers-Titels "Let your love flow" und "Barfuß durch den Sommer" (1977). In den 1980ern wurde es bisschen stiller um ihn, obwohl er weiter als Sänger, Schauspieler und Radio- und TV-Moderator arbeitete. 1994 gelang ihm ein Comeback mit einem Remake seines Titels "Ein Bett im Kornfeld" zusammen mit Stefan Raab. Bis heute ist Jürgen Drews, u.a. als "König von Mallorca" äußerst erfolgreich.

 

 

 


 



 

AUS DER PRESSE

 

Presse Marschall© BBV

 

 

 

 


Der Eurovision Song Contest 1975


 Logo73 

20. Eurovision Song Contest - 22. März 1975 
       Stockholm
                              

Halle St. Eriks Mässan Alvsjö
Moderation Karin Falck
Pausen-Act The World Of John Bauer
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied mit 1-5 Punkten, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 19 Länder

 

Siegerland: Niederlande


norway

Interpreten:

Teach-In

Titel:

"Ding-A-Dong"

Musik:

Dick Bakker

Text:

Wil Luikinga & Eddie Owens


Sieg74© SVT 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Niederlande Teach-In Ding-A-Dong 152 1
2. Ver. Königreich The Shadows Let Me Be The One 138 9
3. Italien Wess & Dori Ghezzi Era 115 19
4. JG Frankreich Nicole Rieu Et bonjour à toi l'artiste 91 3
5. Luxemburg Géraldine Toi 84 5
6. Schweiz Simone Drexel Mikado 77 7
7. Finnland Pihasoittajat Old Man Fiddle 74 15
8. Schweden Lars Berghagen Jennie, Jennie 72 18
9. Irland The Swarbriggs That's What Friends Are For 68 2
10. Spanien Sergio & Estibaliz Tu volveras 53 17
11. Israel Shlomo Artzi At ve'ani 40 12
12. Malta Renato Singing This Song 32 10
13. Jugoslawien Ashes & Blood Dan ljubezni 22 8
 
Monaco Sophie Une chanson c'est une lettre 22 14
15. Belgien Ann Christy Gelukkig zijn / Could It Be Happiness 17 11
16. Portugal Duarte Mendes Madrugada 16 16
17. Deutschland Joy Fleming Ein Lied kann eine Brücke sein 15 4
18. Norwegen Ellen Nikolaysen Touch My Life With Summer 11 6
19. Türkei  Semiha Yanki  Seninle bir dakika   3 13 

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© http://www.tornsvala.se

Der 20. Eurovision Song Contest fand in der St. Eriks Mässan, Alvsjö, statt. Mit 19 Teilnehmern wurde ein neuer Rekord erreicht.Griechenland blieb dem Wettbewerb fern, weil die Türkei erstmals teilnahm. Österreich sagte nochmals ab. Island, Marokko, Jordanien, Hongkong, Südkorea und Japan strahlten zum ersten Mal die Sendung zeitversetzt aus.

Die Ära der „12 Points“ begann 1975. Nach den massiven Protesten vieler Länder im Vorjahr, als man 48 Stunden vor dem Finale zum Wertungssystem der Anfangsjahre zurückgekehrt war, sah sich die EBU gezwungen, ein neues Wertungssystem einzuführen. In jedem Land saßen nun 11 Juroren zusammen, verteilt auf drei Altersgruppen und nach Geschlecht. Sie konnten für die einzelne Beiträge 1 bis 5 Punkte vergeben. Die Punkte der Juroren wurden dann zusammengerechnet und es entstand eine Rangfolge. Die ersten 10 Titel dieser Rangfolge erhielten dann auch die Punkte 1 bis 8 - 10 u. 12. Dieses Wertungssystem wird in den Grundzügen noch bis heute verwendet.

 

 

 

Moderatorin 74© SVTIn der St.Eriks-Messehalle in Stockholm führte Karin Falck durch die Sendung. Sie machte das zwar durchaus sympathisch, aber auch öfter sehr unbeholfen, unvergessen u.a. ihr Spruch: ""How much is 7 in French?".  

Karin Falck moderierte seit Mitte der 1950er Jahr Jugend- und Musiksendungen, später auch das Nachmittagsprogramm beim Sender SVT. Später betätigte sich als Regisseurin und Produzentin diverser schwedischer Fernsehserien. 2007 wurde sie mit dem Fernsehpreis "Kristallen" für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

 

 

 

Vor den einzelnen Auftritten waren die Interpret*innen aufgefordert, ein Selbstporträt zu malen.

 

FAZIT

Stockholm war in diesem Jahr nicht nur Schauplatz des größten musikalischen Events, sondern auch der Tatort für Künstler aus 14 Nationen - darunter auch Chile, welches in 21 schwedischen Städten ein Alternativfestival "echter" Musik mit Folklore, Rock, gesellschaftskritischen Songs usw. veranstaltete. An dem Tag der Endscheidung des ESC protestierten junge Leute  auf den Straßen Stockholms gegen die "Musikimperialisten".

 

Außer der britischen Band The Shadows - Begleitband von Cliff Richard 1973 - und Ellen Nikolaysen aus Norwegen (Bendik Singers) konnte man als bekannte Interpretin nach 1967 für Luxemburg die Sängerin Géraldine wieder begrüßen. Sie erhielt zum ersten Mal in der ESC-Geschichte die mittlerweile legendären "12 Points" für ihr von Phil Coulter und Bill Martin ("Puppet On A String") geschriebenes "Toi". 

 

Lediglich drei Punkte konnte die Türkei bei ihrem Debüt einheimsen, Semiha Yanki wurde Letzte.

 

Überraschend stark die Finnen: Die Gruppe Pihasoittajat trug eine Countrynummer über einen alten Geiger vor. Eine Seltenheit beim ESC, die mit dem siebten Platz belohnt wurde. Sophie aus Monaco meinte, dass ein Lied einem Brief ähnele. Diese Botschaft hat aber die europäischen Jurys nicht erreichen können: nur Platz 13. gemeinsam mit Ashes & Blood aus Jugoslawien bzw. aus Slowenien mit dem Song "Dan ljubezni" (Tag der Liebe). Die Mitglieder der Gruppe gehörten eigentlich zu einem mehrköpfigen erfolgreichen jugoslawischen Chor mit dem Namen Pepel in Kri, der wegen des EBU-Reglements auf sechs Personen reduziert wurde.

Die 18-jährige Simone Drexel aus St. Gallen in der Schweiz philosophierte über das japanische Spiel "Mikado" und die Umsetzung dessen Regeln im wirklichen Leben. Der Text allein war einen respektablen sechsten Platz wert.

 

Nicole Rieu aus Frankreich lobte in ihrer hymnischen Ballade  "Et bonjour à toi l´artiste" die Welt der Künstler jeglicher Art, die durch ihre Werke das Leben einfach schöner machen. Die Italiener setzten auf die Sieger von Canzonissima 1975, Wess & Dori Ghezzi, die für den farblichen Kontrast des Abends sorgten (schwarz & weiß). Sie landeten auf dem dritten Rang.

 

Duarte Mendes aus Portugal ging mit Startnummer 16 an den Start. Dort sollte er auch bleiben. Mit 16 erhaltenen Punkten blieb er auf Platz 16 hängen. (3x16, ein einzigartiger Zufall).  Er hatte sein Lied "Madrugaga" (Morgendämmerung) der friedlichen Nelkenrevolution 1974 gewidmet.

 

Die deutsche Teilnehmerin Joy Fleming konnte leider vom neuen Wertungsmodus nicht profitieren: Sie landete mit dem modernsten Song des Abends “Ein Lied kann eine Brücke sein”  ganz abgeschlagen auf dem 17. Rang. Dies war das schlechteste Ergebnis, das je ein deutscher Beitrag erzielt hatte. Der Auftritt stand unter keinem guten Stern. Dirigent und Komponist des Liedes Rainer Pietsch stampfte sich lautstark durch das Intro, der Ton war schlecht, und das Joy Fleming aufgezwungene unvorteilhafte Kleid tat das Übrige.

 

Die holländische Gruppe Teach-In, angeführt von der österreichischen Sängerin Getty Kaspers, befand sich ganz auf den Spuren des Vorjahressiegers und holte den vierten und bis heute letzten Sieg für die Niederlande. Teach-In war aber bei weitem nicht so erfolgreich wie ABBA. 

 


 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Niederlande Irland Frankreich Deutschland
Teach-In
The Swarbriggs Nicole Rieu
Joy Fleming
"Ding-A-Dong" "That's What Friends
Are For"
”Et bonjour à toi l'artiste" "Ein Lied kann eine
Brücle sein"
M.: Dick Backer
T.: Wil Luikinga &
Eddy Owens
D.: Harry van Hoof
M. & T.:
Tommy & Jimmy Swarbrigg D.: Colman Pearce
M.: Jeff Barnel
T.: Pierre Delanoë
D.: Jean Musy
  M.: Rainer Pietsch
T.: Michael Holm
D.: Rainer Pietsch
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Luxemburg Norwegen Schweiz Jugoslawien
Géraldine Ellen Nikolaysen Simone Drexel
Ashes & Blood
"Toi" "Touch My Life
With Summer"
"Mikado" "Dan ljubezni"
M.: Bill Martin & Phil Coulter T.: B.Martin, P. Coulter & Pierre Cour
D.: Phil Coulter
M.: Svein Hundsnes
T.: Svein Hundsnes
D. Carsten Klouman
M & T.: Simone Drexel
D.: Peter Jacques
 M.: Tadej Hrusovar
T.: Dusan Verlkaverh
D.: Marijo Rijavec
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Ver. Königreich Malta Belgien
Israel
The Shadows Renato Ann Christy
Shlomo Artzi
"Let Me Be The One" "Singing This Song" "Gelukkig zijn"  "At ve*ani"
M.: Paul Curtis
T.: Paul Curtis
D.: Alyn Ainsworth
M.: Sammy Galea
T.: M. Iris Mifsud
D.: Vince Tempera Grima
M. & T.: Mary Boduin
D.: Francis Bay
 M.: Shlomo Artzi
T.: Ehud Manor
D.: Eldad Shrem
    
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Türkei Monaco Finnland Portugal
Semiha Yanki Sophie Pihasojttajat Duarte Mendes
"Seninle bir dakika"  "Une chanson c'est
une lettre"

"Old Man FIddle"

 "Madrugada"
M.: Kemal Ebcioglu
T.: Hikmet Münir Ebcioglu
D.: Timur Selcuk
M.: André Popp
T.: Boris Bergman
D.: André Popp
M.: Kim Kuusi
T.: Hannu Karlsson
D.: Ossi Runne
 M. & T.: José Luis Tinoco
D.: Pedro Osorio
    
GBR  61 SWE 75 ITA 75  

17.

AD

18.

AD

19.

AD

Spanien Schweden Italien
Sergio & Estibaliz Lars Berghagen Wess & Dori Ghezzi
"Tu volveras" "Jennie, Jennie" "Era"
 M. & T.:
Juan Carlos Calderon
D.: Juan Carlos Calderon
  M. & T.: Lars Berghagen
D.: Lars Samuelson
 M.: Shel Shapiro
T.: Andra Lo Vecchio
D.: Pier Natale Massara

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

 

Scoreboard© SVT         

 


        

AUS DER PRESSE

 

Presse 74 9© WELT

 Presse 75© GONG
Presse 775 2© WZ

  Presse 1© BBV

 

 

 

 

 

Presse 4© dpa

Presse 6© BBV

Die deutsche Vorentscheidung 1974


Kurzinfo
Auswahlart interne Auswahl
Songpräsentation 11 März 1974
Sendeanstalt Hessischer Rundfunk

In diesem Jahr wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den deutschen Beitrag entschieden. Cindy & Bert, Anne Karin & Jürgen Marcus wurden vom Hessischen Rundfunk als einzige Interpreten nominiert. Komponisten und Texter wurden gebeten, für die drei Teilnehmer je zwei Lieder ihrer Wahl zu schreiben. Zwei zusätzliche Songs pro Sänger wurden von Autoren eingereicht, die die Unterhaltungschefs der ARD bestimmten. Nach der ersten Anhörung am 23. Januar 1974 lehnte eine Jury alle zwölf Titel ab mit der Begründung, es gebe keinen eindeutigen Favoriten, weil die Auswahl nicht ausreichend sei. Alle Autoren wurden nochmals aufgefordert, bis zum 20. Februar einen weiteren Song einzusenden. Aus 24 Liedern entschied  sich die Jury dann für Cindy & Bert mit dem Song "Die Sommermelodie".  In Rahmen der Sendung "Die Montagsmaler" stellte das singende Ehepaar am 11.3.1974  ihren Grand-Prix-Titel dem Publikum vor. 

 

Die 3 favorisierten Titel waren:

 

Cindy & Bert: "Die Sommermelodie"

Musik: Werner Scharfenberger, Text: Kurt Feltz

 

Anne Karin: "Damals im Frühling"

Musik: Rudi Bauer, Text: Gerd Thumser

 

Jürgen Markus: "Grand Prix d´amour"

Musik: Jack White, Text: Fred Jay

 

 

wencke myhre ein hoch der liebe polydor© BASF / CONVERT

Cindy Berger, geborene Jutta Gusenburger, geb. am 26. Januar 1948 in Zweibrücken, und Norbert Berger, geb. am 12. September 1945 in Völklingen, gestorben am 14. Juli 2012 in Düsseldorf, haben ihre gemeinsame Karriere im Jahr 1969 begonnen. Nebenbei arbeitete Cindy als Versicherungskauffrau, ihr Ehemann als Industriekaufmann. 1972 konnten sie mit dem Song "Geh die Straße" ihren ersten Chart–Erfolg buchen. Das inzwischen geschiedene Ehepaar hatte zwischen 1972 und 1979 mehrere Hits und hat auch zahlreiche Auszeichnungen bekommen, (u.a. 1970, 1972 und 1973 Goldene Europa, 1973 Bronzener Löwe). Norbert Berger besaß seit den 1980er Jahren ein eigenes Tonstudio und arbeitete als Produzent, Komponist und Texter. Cindy Berger startete Mitte der 1980er Jahre eine Solokarriere. 1988 ("Und leben will ich auch") und 1991 ("Nie allein") nahm sie an der Vorentscheidung zum ESC teil. Seit Anfang der 1990er Jahre war sie auch als Rundfunkmoderatorin tätig, Ihre Erfolge: "Geh die Straße" (1972), "Immer wieder sonntags" (1973), "Spaniens Gitarren" (1974), "Aber am Abend, da spielt der Zigeuner" (1974), u.v.a.

 

Beim ESC in Brighton belegten die beiden einen enttäuschenden letzten Platz.

 

 

 

 


Die deutsche Vorentscheidung 1975


 

Nationale VE  - "Ein Lied für Brighton"
Datum 3. Februar 1975
Ort Frankfurt
Halle HR TV-Studio 2
Moderation Karin Tietze-Ludwig
TV-Sender Hessischer Rundfunk

Der Fernsehprogrammdirektor des Hessischen Rundfunks, Hans–Otto Grünefeldt, beauftragte die deutschen Plattenfirmen, geeignete Lieder wie auch Interpreten für die deutsche Vorentscheidung einzureichen. Intern schrieben zwei Autoren pro Firma für den nominierten Sänger*in ein Lied. Dieses System zeigte Erfolg. Viele der Künstler konnten mit ihrem Vorentscheidungstitel Chart-Erfolge feiern.

Jürgen Marcus, Marianne Rosenberg, Mary Roos und Joy Fleming platzierten sich auf den vordersten Rängen der Verkaufsliste. Aber auch die restlichen Songs waren oft im Radio zu hören. Séverine, die ESC–Gewinnerin von 1971, war in diesem Jahr die prominenteste Künstlerin.

Der Siegertitel wurde in von einer 36-Personen-Jury ermittelt. Jede der neun ARD-Anstalten stellte vier Juroren - den Unterhaltungschef oder dessen Stellvertreter, einen Fachjournalisten, einen Musiker und einen musikinteressierten Laien - die für jedes Lied  einen bis fünf Punkte vergeben konnten.

Das Ergebnis wurde eine Stunde nach der Präsentation der Beiträge bekannt gegeben. 

Joy Fleming wurde in Stockholm überraschend nur Siebzehnte. Ihr TItel wurde in ESC-Fankreisen und darüber hinaus zum Evergreen. Den größten Erfolg allerdings hatte bis heute die Zehntplatzierte Marianne Rosenberg mit "Er gehört zu mir". 

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Marianne Rosenberg Er gehört zu mir Joachim Heider / Christian Heilburg 86 10.
2. Peggy March
Alles geht vorüber
Ralph Siegel / Kurt Hertha  128 2.
3. Peter Horton Am Fuß der Leiter Günther Ress / Miriam Frances
79 11.
4. Die Jokers San Francisco Symphony
Peter Martin / Werner Schüler 57 12.
5. Séverine Dreh' dich im Kreisel der Zeit Peter Orloff / Elisabeth Bertram 94 7.
6. Joy Fleming Ein Lied kann eine Brücke sein Rainer Pietsch / Michael Holm 134 1.
7. Maggie Mae Die total verrückte Zeit Henry Mayer / Georg Buschor 94 7.
8. Werner W. Becker Heut' bin ich arm, heut' bin ich reich Klaus Munro / Werner W. Becker 54 13.
9. Mary Roos Eine Liebe ist wie ein Lied Hans Blum / Ingetraut Blum 115 3.
10. Ricchi Hohlt Du Chris Juwens/ Joachim Relin 38 14.
11. Ricky Gordon Sonja, ich rufe dich Rudi Edelmann / Angie Richter 37 15.
12. Jürgen Marcus Ein Lied zieht hinaus in die Welt Jack White/ Fred Jay 90 9.
13. Love Generation Hör' wieder Radio Peter Schirmann / Gisela Kieler 115 3.
14. Katja Ebstein Ich liebe dich Christian Bruhn / Michael Kunze 110 5.
15. Shuki & Aviva Du und ich und zwei Träume Rainer Maria Erhardt / Jean Frankfurter 106 6.

 

 

 

220px Primaballerina© Tagesspiegel

hqdefault© Atlantic

 

Joy Fleming

Die in Mannheim aufgewachsene deutsche Blues-, Rock,- und Schlagersängerin Erna Strube, alias Joy Fleming, erblickte das Licht der Welt am 15. November 1944 in Rockenhausen / Pfalz. Zusammen mit Ricky King gründete sie die Mannheimer Band Joy & The Hit Kids.

Bis in die siebziger Jahre war sie die einzige deutschsprachige Soulkünstlerin. 1971 begann sie ihre Solokarriere, 1972 dann schaffte sie mit "Neckarbrücken–Blues" den endgültigen Durchbruch. Zahlreiche Auszeichnungen folgten. Sie galt zeitlebens als eine der besten deutschen Bluessängerinnen, und sie ist auch die Einzige, die in diesem Musikbereich einen Vertrag in den USA bekam.

Anfang der 1980er Jahre zog sie sich wegen mangelnden Erfolgs zurück. 1986 sang sie zusammen mit Marc Berry bei der deutschen Vorentscheidung "Miteinander". Sie wurde nur Vierte. 2001 belegte sie bei der Vorentscheidung gemeinsam mit  Brigitte Oehlke und Lesley Bogaert und "Power Of Trust" den zweiten Platz. 1991 eröffnete sie mit ihrem Ehemann Bernd Liebenow ein Tonstudio. Andere Hits von ihr: "Halbblut" (1974), "Ich sing fürs Finanzamt" (1977), "Er ist ein Ehemann" (1979). Joy Fleming verstarb 2017 im Alter von 72 Jahren.

 

AUS DER PRESSE

Presse n1© BRAVO

 

 


Der Eurovision Song Contest 1974


 Logo74 

19. Eurovision Song Contest - 6. April 1974
       Brighton
                              

Halle The Dome
Moderation Katie Boyle
Pausen-Act The Wombles
Wertung 10 Juroren pro Land / Jeder Juror wertet für seinen Favoriten
Teilnehmer 17 Länder

 

Siegerland: Schweden


norway

Interpreten:

ABBA

Titel:

"Waterloo"

Musik:

Benny Andersson & Bjoern Ulvaeus

Text:

Stikkan Andersson


Sieg74© www.eurovision.tv 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Schweden ABBA Waterloo 24 8
2. Italien Gigliola Cinquetti Si 18 17
3. Niederlande Mouth and MacNeal I See A Star 15 12
4. JG Luxemburg Ireen Sheer
Bye, Bye, I Love You 14 9
  Monaco Romuald Celui qui reste et celui qui s'en va 14 10
6. Finnland Marion Rung Tom, Tom, Tom 93 1
7. Israel The Poogy Group Natati la khaiai 11 6
  Irland Tina Cross Your Heart 11 13
9. Belgien Jacques Hustin Fleur de liberté 10 11
  Spanien Peret Canta y se felz 10 3
11. Griechenland Marinella Krassi, thalassa ke t'agori mou 7 5
12. Jugoslawien The Korni Group Generacija '42 6 7
13. Finnland Carita Keep Me Warm 4 1
14.
Norwegen Anne-Karine Strøm The First Day Of Love 3 4
  Deutschland Cindy & Bert Die Sommermelodie 3 14
  Schweiz Piera Martell Mein Ruf nach dir 3 15
  Portugal Paulo de Carvalho E depois do adeus 3 16

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© The Brighton Dome

Luxemburg konnte aus Kostengründen den ESC nicht zum zweiten Mal hintereinander ausrichten. Deswegen fand das Spektakel zum fünften Mal in Großbritannien statt - obwohl die Briten bis zu diesem Zeitpunkt nur einmal gewonnen hatten.

 

 

 

 

 

Moderatorin 74© BBCIm "Dome" in Brighton führte zum vierten Mal seit 1960 Katie Boyle durch die Sendung. Das hat keine andere Moderatorin geschafft.

 

Das Wertungssystem der letzten drei Jahren konnte sich leider wegen Uneinigkeit unter den Juroren nicht bewähren. 48 Stunden vor der Veranstaltung griff die EBU auf das Wertungssystem der 1950er und 1960er Jahre zurück. Außer den Briten und den Italienern erhoben alle anderen Teilnehmer Einspruch gegen diese Entscheidung, und Deutschland drohte sogar mit einer Absage für das nächste Jahr, sollte bis dahin nichts in Richtung Wertung unternommen werden.

 

Das Startfeld der 18 Teilnehmerländer wurde kurzfristig auf nur 17 reduziert. Der französische Staatspräsident George Pompidou war gestorben, und die Regierung in Paris hatte den 6. April zum Staatstrauertag erklärt. Frankreich musste seinen Beitrag - Startnummer 14 -  “La vie à 25 ans”, gesungen von Dani, zurückziehen.

 

FAZIT

 

Griechenland nahm zum ersten Mal teil. Sieben Jahre Diktatur waren gerade überstanden, und man wollte sich endlich als freies Land in Europa zeigen. Der ESC war eine gute Gelegenheit. Nana Mouskouri lehnte eine weitere Teilnahme ab, und ein Versuch des griechischen Fernsehens, Mikis Theodorakis zu engagieren, scheiterte auch.

Portugal litt aber noch immer unter dem Diktator Marcello Caetano. Der junge Sänger Paulo de Carvalho sollte mit seinem Titel “E Depois Do Adeus” Geschichte schreiben, obwohl er nur auf dem 14. Platz landete. Denn sein Titel war das Startzeichen der Nelkenrevolution, der friedlichen Bewegung der Streitkräfte (MFA) am 24. April 1974. Als das Lied an diesem Abend um 23 Uhr im Radio gespielt wurde, begann der Marsch nach Lissabon, um den Staat von seinem Diktator zu erlösen.

 

Auch die Italiener haben ihrem Beitrag “Si” eine politische Bedeutung gegeben, deswegen wurde der ESC nicht live übertragen, sondern erst am 12. Mai. Der Grund dieser Zeitverzögerung war ein Referendum über die Reform des Ehescheidungsrecht, die am Montag nach dem ESC stattfinden sollte. Die konservativen Kreise befürchteten eine Manipulation der Bevölkerung in Richtung “PRO” gesetzliche Ehescheidung, wenn Gigliola Cinquetti - Gewinnerin des Jahres 1964 und zum zweiten Mal für Italien am Start – so oft das Wort “Si“="Ja" verkündete.

 

Romuald war zum dritten Mal dabei, diesmal wieder für Monaco. Anne Karine Strøm aus Norwegen (Mitglied der Gruppe Bendik Singers - Norwegen 1973), trat als Solistin auf.

 

Neben Gigliola Cinquetti waren aber auch andere Stars an diesem Abend zu sehen und zu hören. Dass Ireen Sheer dringend ihre französische Aussprache trainieren sollte, bemerkte man während ihres luxemburgischen Titels „Bye, Bye I Love You“, dem ersten Beitrag von Ralph Siegel in der ESC-Geschichte. Mouth & MacNeal zauberten für die Niederlande eine witzige Show auf die Bühne, sodass sie zum Schluss der Veranstaltung nicht nur einen Stern sahen ("I See A Star"), sondern auch genügend Punkte für einen dritten Rang. Die gebürtige Australierin Olivia Newton-John ging für das Gastgeberland ins Rennen, sie kam aber über den vierten Platz nicht hinaus.

 

Wesentlich schlimmer sah es für die beiden deutschsprachigen Lieder des Abends aus. Sowohl Piera Martell aus der Schweiz als auch das Gesangsduo und Ehepaar Cindy & Bert aus Deutschland landeten auf dem vierzehnten und letzten Platz - in der Gesellschaft von Anne Karine Strøm aus Norwegen und dem portugiesischen Künstler. Die guten Zeiten für den deutschen Schlager waren endgültig vorbei.

 

Alle diese großen Namen boten eine gute Show, sie mussten sich aber zum Schluss durch die bis dato im restlichen Europa unbekannte schwedische Gruppe ABBA geschlagen geben. Für Agnetha, Benny, Björn & Anna-Frida hatte nun die große Stunde geschlagen. Die vier Schweden waren jung, frisch, dynamisch, revolutionär und poppig. Ihr Sieg wurde in ihrem Land dementsprechend gefeiert, niemand hätte damals geahnt, welcher Erfolg dieser Gruppe noch bevorstand. Denn 500 Millionen Zuschauer wurden unbewusst Zeuge der Geburt einer Legende: der Gruppe ABBA. Die Gruppe hatte es bereits 1973 versucht, war aber in der Vorentscheidung mit dem Titel "Ring Ring" nur auf Platz drei gelandet. "Waterloo" war nicht die erste Wahl für 1974, ABBA bevorzugten eigentlich den Song "Hasta Mañana" als geeigneter für den Contest. Aber bei diesem Titel gab es nur eine Frauenstimme, daher entschieden sie sich letztlich doch für "Waterloo".


 

 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Finnland Ver. Königreich Spanien Norwegen
Carita
Olivia Newton-John Peret
Anne-Karine Strøm
"Keep Me Warm" "Long Live Love" ”Canta y se feliz" "The First Day Of Love"
M.: Eero Koivistoinen
T.: Hector
D.: Ossi Runne
M. & T.: Valerie Avon &
Harold Spiro
D.: Nick Ingman
  M.& T.: Pedro Pubill
Calaf (Peret)
D.: Juan Carlos Calderon
  M.: Frode Thingnaes
T.: Philip Krusej
D.: Frode Thingnaes
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Griechenland Israel Jugoslawien Schweden
Marinella The Poogy Group The Korni Group
ABBA
"Krassi, thalassa ke
t'agori mou"
"Natati la khaiai" "Generacija '42" "Waterloo"
M.: George Katsaros
T.: Pythagoras
D.: George Katsaros
M.: Dani Sanderson
T.: D. Sanderson &
Alon Oleartchick
D.: Yonathan Rechter
M. & T.: Kornelije Kovac
D.: Zvonimir Skerl
M.: Benny Andersson & Bjoern Ulvaeus
T.: Stikkan Andersson
D.: Sven-Olof Waldorff
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Luxemburg Monaco Belgien
Niederlande
Ireen Sheer Romuald Jacques Hustin
Mouth & MacNeal
"Bye, Bye, I Love You" "Celui qui reste et
celui qui s'en va"
"Fleur de liberté"  "I See A Star"
M.: Ralph Siegel
T.: Michael Kunze &
Humbert Ibach
D.: Charles Blackwe
M.: Jean-Pierre Bourtayre
T.: Michel Jourdan
D.: Raymond Donnez
  M.: Jacques Hustin
T.: Frank P. Gerald
D.: Pierre Chiffre
 M. & T.: Hans van Hemert
D.: Harry van Hoof
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Irland Deutschland Schweiz Portugal
Tina Cindy & Bert Piera Martell Paulo de Carvalho
"Cross Your Heart"  "Die Sommermelodie" "Mein Ruf nach dir"  "E depois do adeus"
M. & T.: Paul Lyttle
D.: Colman Pearce
M.: Werner Scharfenberger
T.: Kurt Feltz
D.: W. Scharfenberger
M. & T.:  Pepe Ederer
D.: Pepe Ederer
M.: José Calvario
T.: José Niza
D.: José Calvario
    
GBR  61    

 

17.

AD

Italien
Gigliola Cinquetti
"Si"
M.: Mario Panzeri &
Daniele Pace
T.: Lorenzo Pilat &
Carrado Conti
D.: Gianfranco Monaldo

 

 


  

 DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

 

Scoreboard© BBC         

 


        

AUS DER PRESSE

 

Presse 74 9© NRZ

 Presse 74 7© BRAVO
Presse 74 8© BRAVO

Presse 74 1© BBV

 

 

Presse 74 3© HÖRZU

 

Presse 74 4

Presse 74 10

 

Presse 74 5

 

 

Presse 74 6© GONG

Presse 74 2© GONG
Presse n1© GONG
Presse n2© GONG

Die deutsche Vorentscheidung 1974


Kurzinfo
Auswahlart interne Auswahl
Songpräsentation 11. März 1974
Sendeanstalt Hessischer Rundfunk

In diesem Jahr wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den deutschen Beitrag entschieden. Cindy & Bert, Anne Karin & Jürgen Marcus wurden vom Hessischen Rundfunk als einzige Interpreten nominiert. Komponisten und Texter wurden gebeten, für die drei Teilnehmer je zwei Lieder ihrer Wahl zu schreiben. Zwei zusätzliche Songs pro Sänger wurden von Autoren eingereicht, die die Unterhaltungschefs der ARD bestimmten. Nach der ersten Anhörung am 23. Januar 1974 lehnte eine Jury alle zwölf Titel ab mit der Begründung, es gebe keinen eindeutigen Favoriten, weil die Auswahl nicht ausreichend sei. Alle Autoren wurden nochmals aufgefordert, bis zum 20. Februar einen weiteren Song einzusenden. Unter 24 Liedern entschied  sich die Jury dann für Cindy & Bert mit dem Song "Die Sommermelodie".  In Rahmen der Sendung "Die Montagsmaler" stellte das singende Ehepaar am 11.3.1974  ihren ESC-Titel dem Publikum vor. 

 

Die drei favorisierten Titel waren:

 

Cindy & Bert: "Die Sommermelodie"

Musik: Werner Scharfenberger, Text: Kurt Feltz

 

Anne Karin: "Damals im Frühling"

Musik: Rudi Bauer, Text: Gerd Thumser

 

Jürgen Markus: "Grand Prix d´amour"

Musik: Jack White, Text: Fred Jay

 

 

wencke myhre ein hoch der liebe polydor© BASF / Cornet

Cindy & Bert

Cindy Berger, geborene Jutta Gusenburger, geb. am 26. Januar 1948 in Zweibrücken, und Norbert Berger, geb. am 12. September 1945 in Völklingen, gest. am 14. Juli 2012 in Düsseldorf, haben ihre gemeinsame Karriere im Jahr 1969 begonnen.

Nebenbei arbeitete Cindy als Versicherungskauffrau, ihr Ehemann als Industriekaufmann. 1972 konnten sie mit dem Song "Geh die Straße" ihren ersten Chart–Erfolg buchen. Das ispäter geschiedene Ehepaar hatte zwischen 1972 und 1979 mehrere Hits und hat auch zahlreiche Auszeichnungen bekommen, (u.a. 1970, 1972 und 1973 Goldene Europa, 1973 Bronzener Löwe).

Norbert Berger besaß seit den 1980er Jahren ein eigenes Tonstudio und arbeitete als Produzent, Komponist und Texter. Cindy Berger startete Mitte der 1980er Jahre eine Solokarriere. 1988 ("Und leben will ich auch") und 1991 ("Nie allein") nahm sie an der Vorentscheidung zum ESC teil. Seit Anfang der 1990er Jahre war sie auch als Rundfunkmoderatorin tätig.


Ihre Erfolge: "Geh die Straße" (1972), "Immer wieder sonntags" (1973), "Spaniens Gitarren" (1974), "Aber am Abend, da spielt der Zigeuner" (1974), u.v.a.
 

Beim ESC in Brighton belegten die beiden einen enttäuschenden letzten Platz.

 

 

 


Der Eurovision Song Contest 1973


 Logo73 

18. Eurovision Song Contest - 7. April 1973
       Luxemburg
                              

Halle NouveauThéâtre
Moderation Helga Guitton
Pausen-Act Clown Charlie Rivel
Wertung 2 Juroren pro Land vor Ort - Jeder Juror bewertet jedes Lied mit bis zu fünf Punkten
Teilnehmer 17 Länder

 

Siegerland: Luxemburg


norway

Interpretin:

Anne-Marie David

Titel:

"Tu te reconnaîtras"

Musik:

Claude Morgan

Text:

Vline Buggy


Sieg73© CLT 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Luxemburg Anne-Marie David Tu te reconnaîtras 128 17
2. Spanien Mocedades Eres tu 125 7
3. Ver. Königreich Cliff Richard Power To All Our Friends 123 15
4. JG Israel Ilanit
Ey-Sham 97 17
5. Schweden The Nova You Are Summer 94 12
6. Finnland Marion Rung Tom, Tom, Tom 93 1
7. Norwegen Bendik Singers It's Just A Game 89 5
 8. Deutschland Gitte Junger Tag 85 4
  Monaco Marie Un train qui part 85 6
10. Irland Maxi Do I Dream? 80 14
11. Frankreich Betty Mars Come-Comédie 81 2
12. Schweiz Patrick Juvet Je vais me marier, Marie 79 8
13. Italien Massimo Ranieri Chi sara' con te 74 10
14.
Niederlande Ben Cramer De oude muzikant 69 13
15. Jugoslawien Zdravko Čolić Gori vatra 65 9
  Frankreich Martine Clémenceau Sans toi 65 16
17. Belgien Nicole & Hugo Baby Baby 58 2

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

 Theater© www.luxembourg-city.com

Erneut fand der ESC in Luxemburg statt, dieses Mal im Neuen Stadttheater.

Ab diesem Jahr galt die Regel, dass die Länder die Sprache, in der gesungen wurde, frei wählen durften. Dies galt bis 1976 und dann wieder ab 1999.

 

 

 

 

 

 

 

Unknown© CLT

 

Die Moderation übernahm Helga Guitton. Sie war seit 1964 bis 1994 Radiomoderatorin bei den "Vier fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg" und gehörte neben Frank Elstner und Jochen Pützenbacher zu den bekanntesten Radiomoderatoren.

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT

 

Obwohl Malta und Österreich dem Song Contest in diesem Jahr fern blieben, konnte man ein neues Mitglied in der großen europäischen musikalischen Szene begrüßen. Israel nahm seinen ersten Anlauf beim ESC in Luxemburg. Leider konnte dieser Neuzugang nicht entsprechend gefeiert werden. Denn die Erinnerung an das Attentat auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele 1972 in München am Morgen des 5. September war noch sehr frisch. Um einem möglichen zweiten Attentat des "Schwarzen September" aus dem Weg zu gehen, wurde den Organisatoren des ESC 1973 eine enorme Zahl an Sicherheitskräften zur Verfügung gestellt. Die israelische Sängerin Ilanit wurde während der Proben perfekt abgeschirmt, denn es gab eine Bombendrohung.  

 

Marion Rung aus Finnland nahm nach 1962 nochmals teil und ersang mit “Tom, Tom, Tom” die beste Platzierung des Landes bis dato: Platz 6.

Die Belgier Nicole & Hugo konnten endlich ihr Land vertreten, nachdem das durchaus poppige Duo 1971 auf seine Teilnahme verzichten musste, bedingt durch die Krankheit von Nicole. Auch der bekannte niederländische Sänger Ben Cramer und sein alter Musikant ("De oude Muzikant"), der durch die Straßen von Paris tingelt, konnten keine Lorbeeren ernten.

 

Gitte sollte den Erfolg der deutschen Teilnehmer in den letzten Jahren fortsetzen. Ihr "Junger Tag" klang jedoch nicht so überzeugend. Sie landete auf dem achten Platz, gemeinsam mit Marie aus Monaco. 

 

Für Massimo Ranieri aus Italien verlief seine zweite Teilnahme nicht so erfolgreich wie zwei Jahre zuvor. Er landete nur auf dem 13. Rang. Für das schwedische Männerduo The Nova war allein schon der Sieg bei der nationalen Vorentscheidung ein großer Erfolg. Sie siegten gegen die Gruppe ABBA mit dem Titel “Ring, Ring”.

 

Für das Vereinigte Königreich bat Cliff Richard um Kraft für unsere Freunde ("Power to all our friends"). Wie 1968 sollte es diesmal wieder nicht für den Sieg reichen: Platz drei für den Star des Abend hinter Anne-Marie David aus Luxemburg und der spanischen Gruppe Mocedades mit “Eres Tu”. Es gab zwar Plagiatsvorwürfe, der Titel sei eine Kopie des jugoslawischen Beitrags 1966, "Brez besed" von Berta Ambroz, aber dies blieben folgenlos, und "Eres tu" wurde ein großer internationaler Hit, der größeren kommerziellen Erfolg hatte als der Siegertitel von Anne-Marie David. Sie versuchte es 1979 noch einmal und wurde Dritte.

 


   

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Finnland Belgien Portugal Deutschland
Marion Rung
Nicole & Hugo Fernando Tordo
Gitte
"Tom, Tom, Tom" "Baby, Baby" ”Tourada" "Junger Tag"
M. & T.: Rauno Lehtinen
D.: Ossi Runne
M.: Ignace Baert
T.: Erik Marijsse
D.: Francis Bay
M.: Fernando Tordo
T.: José Carlos Ary
dos Santos
D.: Jorge Costa Pinto
 M.: Günther-Eric Thöner
T.: Stefan Lego
D.: Günther-Eric Thöner
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Norwegen Monaco Spanien Schweiz
Bendik Singers Marie Mocedades
Patrick Juvet
"It's Just A Game" "Un train qui part" "Eres tu" "Je vais me marier, Marie"
M. & T.: Arne Bendiksen 
D.: Carsten Klouman
M.: Bernard Liamis
T.: Boris Bergman
D.: Jean-Claude Vannier
M. & T.: Juan Carlos Calderon D.: Juan Carlos Calderon  M.: Patrick Juvet
T.: Pierre Delanoë
D.: Hervé Roy
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Jugoslawien Italien Luxemburg
Schweden
Zdravko Čolić Massimo Ranieri Anne-Marie David
The Nova
"Gori vatra" "Chi sara'con te" "Tu te reconnaîtras"  "You Are Summer"
M.: Kemal Monteno
T.: Kemal Monteno
D.: Esad Arnautalic
M.: Frederico Polito & Gaetano Savio
T.: Giancarlo Bigazzi
D.: Frederico Polito
M.: Claude Morgan
T.: Vline Buggy
D.: Pierre Cao
M.: Monica & Axel
Dominique
T.: Lars Forsell
D.: Monica Dominique
    
HOL 73 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Niederlande lrland Ver. Königreich Frankreich
Ben Cramer Maxi Cliff Richard Martine Clémenceau
"De oude muzikant"  "Do I Dream?" "Power To All Our Friends"  "Sans toi"
M. & T.: Pierre Kartner
D.: Harry van Hoof
M. & T.: Jack Brierley & George F. Crosbie
D.: Colman Pearce
 M.& T.: Guy Fletcher & Doug Flett
D.: Dave McKay
M.: Paul Koulak
T.: Anne Gregory
D.: Jean Claudric
    
GBR  61    

 

17.

AD

Israel
Ilanit
"Ey-Sham"
 M. & T.: Nurit Hirsh 
D.: Nurit Hirsh

 

 

 

 

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard

 

 

Scoreboard© CLT         

 

     Jury 73Die deutschen Juroren: Georg-Martin Lange (Regisseur) , Alice Gymerman (Medizinstudentin)© CLT

 


   

AUS DER PRESSE

 

Presse 71 1© GONG

 Presse 73 2© WZ
Presse 73 3© BBV
Presse 73 4© The Mirror
Presse 73 5© Daily Telegraph
Presse 73 6© GONG

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