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Der ESC - Anzeige minimal (144)

Die deutsche Vorentscheidung 1984


Nationale VE  -  " Ein Lied für Luxemburg"
Datum 29. März 1984
Ort München
Halle Deutsches Theater
Moderation Sabine Sauer
TV-Sender Bayerischer Rundfunk

Die Durchführung der deutschen Vorentscheidung 1984 blieb zwar weiter in Händen des bayerischen Rundfunks, sie bekam jedoch eine neue Kulisse: das Deutsche Theater in München. Durch die Sendung führt Sabine Sauer, eine junge, talentierte Fernsehmoderatorin, die mit viel Charme einige Geschichten über frühere ESC – Veranstaltungen erzähltw. Das Auswahlverfahren bliebt unverändert .

Dieses Jahr wurden 972 Lieder eingereicht, mehr als je zuvor. 510 ausgewählte Fernsehzuschauer suchten mit dem demoskopischen System aus 12 Finaltiteln den Sieger aus. Trotzdem war das Niveau der Lieder, bis auf den späteren Siegertitel, etwas niedriger, als man es gewöhnt war. Jürgen Rendfordt, Mary Roos und Bernhard Brink waren die bekanntesten Künstler an diesem Abend. Mel Jersey und auch Kristina Bach schieden in der Vorrunde aus.

Dies war bereits die fünfte Teilnahme für Mary Roos und bereits der zweite Sieg. In Luxemburg wirkte Mary sehr unsicher und sehr nervös, bedingt durch ihre private Situation zu dieser Zeit (Scheidung). Sie wurde nur Dreizehnte und unterbrach damit die Erfolgsserie der deutschen Teilnehmer seit 1978. Für den Komponisten Michael Reinecke war es der zweite Sieg hintereinander und zwar ein doppelter. Der von Bernhard Brink gesungene Song "Liebe ist" stammte auch von ihm.

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Cosi & Relax Oh, i woaß net Bernd Vonficht, Todds Canedy / Irmgard Klarmann 2949 9.
2. Jürgen Renfordt Als die Erde war geboren Hans Blum 3035 8.
3. Harmony Four Tingel Tangel Mann Ralph Siegel / Bernd Meinunger 3852 3.
4. Madeleine Halt mich fest Schmidde / Schmidde, Madeleine Lang 2674 11.
5. Helmut Frey Hier ist einer zuviel Dieter Bohlen / Helmut Frey 3072 7.
6. Giorgia Lauda Jeder muss sein Leben leben Alexander Gordan, Text: Heike Bubenheim 3350 6.
7. Frank Daniels Wo warst du, als ich starb Michael Zai, Vanessa Sera / Horst H. Krause 2669 10.
8. Mary Roos Aufrecht geh'n Michael Reinecke / Michael Kunze 4124 1.
9. Pas de bas Primaballerina Klaus-Dieter Gebauer / Kim Merz 2599 12.
10. Monitor Mensch aus Glas Wolfgang Köbele, Michael Högl / Erwin Posl 3754 4.
11. Anne Karin Niemand Walter Gerke, Mick Hannes / W. Gerke 3669 5.
12. Bernhard Brink Liebe ist Michael Reinecke / Erich Offierowski 4003 2.

 

 

 

nicole© ARD

mary roos aufrecht gehn pur 800k

Mary Roos 

Marianne Rosemarie Schwab, alias Mary Roos, kam am 9. Januar 1949 in Bingen zur Welt. Ihre Schwester Tina York ist ebenfalls erfolgreich im Musikgeschäft. Ihre erste Platte nahm sie im Alter von neun Jahren auf, und sie spielte in dem Film "Die Straße". 1966 nahm sie mit dem Lied "Wie der Wind" an den deutschen Schlagerfestspielen teil. 1972 ersang sie für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Edinburgh einen hervorragenden dritten Platz. Ihr Titel "Nur die Liebe lässt uns leben" gehört neben "Arizona Man" zu den kommerziellsten Erfolgen der Künstlerin.

Kurz nach ihrer Teilnahme beim Song Contest hatte sie als erste deutsche Interpretin ein Gastspiel im Pariser Olympia. In dem französisch-englischen Film "Un enfant dans la ville" ( Ein Kind in der Stadt) übernahm sie die weibliche Hauptrolle. In der amerikanischen Muppet Show war sie, neben der Schauspielerin Elke Sommer, als einzige deutsche Interpretin zum Gast. Sie war verheiratet mit Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals.

Nach ihrer zweiten Teilnahme wurde es zunächst ein bisschen ruhiger um sie. Ende der 1990er Jahre brachte sie eine gecoverte Version des  Hoffmann & Hoffmann- Songs "Rücksicht" auf den Markt. 1999 sang sie die deutsche Version des Cher-Hits "Believe". Sie lebt in Hamburg und verkündete 2019 ihren Abschied von der Bühne als Sängerin. Im Oktober 2019 gab sie ihr letztes Konzert.

 

 


 

 

Radiovorrunde - Sendung 1
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Finale?
1. Jürgen Renfordt Als die Erde war geboren Hans Blum F
2. Crystal Der Antityp Vincent Promo  
3. Mary Roos Aufrecht geh'n Michael Reinecke / Michael Kunze F
4. Christian Bühner Digital Christian Bühner  
5. Pete Bender Du bist nicht wie die anderen A. Hommelschein, P. Bender / W. Eickelberg  
6. Boys And Girls Ferngesteuert Christian Bruhn / Günther Behrle  
7. Mel Jersey Das Glück für ein paar Stunden Mel Jersey, J. Lafin  
8. Madeleine Halt mich fest Schmidde / Schmidde, Madeleine Lang F
9. Helmut Frey Hier ist einer zuviel Dieter Bohlen / Helmut Frey F
10. Klein und Krämer Ich fahr´so gerne Lift Daniel Speer  
11. Giorgia Lauda Jeder muss sein Leben leben Alexander Gordan, Text: Heike Bubenheim F
12. Henry Caddy Band Jeder Tag vergeht so schnell  Heinrich Czech, Ulli Maier / H. Czech  

 

 Radiovorrunde - Sendung 2
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Finale?
1. Bernhard Brink Liebe ist Michael Reinecke / Erich Offierowski F
2. Monitor Mensch aus Glas W. Köbele, M. Högl / Erwin Posl F
3. Anne Karin Niemand Walter Gerke, Mick Hannes / W. Gerke F
4. Cosi & Relax Oh, i woaß net B. Vonficht, T. Canedy / I. Klarmann F
5. Pas de bas Primaballerina K. Gebauer / Kim Merz F
6. Rikki Riss im Herz Claus D. Eckardt / Eckardt, W. Ibing  
7. Franz K. Rock `n´Roll im Bundestag Buddy Arnscheidt  
8. Buddy's Kolonne Der schönste Mann Buddy Arnscheidt  
9. Harmony Four Tingel Tangel Mann Ralph Siegel / Bernd Meinunger F
10. Daffi´s Company Unter dem Gummibaum Jörg Evers  
11. Kristina Bach Wenn es kein Licht mehr gibt Felix Weber, Irmgard Klarmann  
12. Frank Daniels Wo warst du, als ich starb? Zai, Sera / Zai, Sera, Krause F

 


 

 


Der Eurovision Song Contest 1984


 Logo83 

29. Eurovision Song Contest - 5. Mai 1984
       Luxemburg
                              

Halle Théâtre Municipal
Moderation Désirée Nosbusch
Pausen-Act Schwarzes Theater Prag
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 19 Länder

 

Siegerland: Schweden


france

Interpreten:

The Herreys

Titel:

"Diggi-loo, Diggi-ley"

Musik:

Torgny Söderberg

Text:

Britt Lindeborg



Sieg82© BRAVO 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Schweden The Herreys Diggy-loo Diggy-ley 141 1
2. Irland Linda Martin Terminal 3 137 9
3. Spanien Bravo Lady, Lady 106 4
4. Dänemark Hot Eyes
Det' lige det
101 10
5. Belgien Jacques Zegers Avanti la vie 70 8
  Italien Alice & Franco Battiato I treni di Tozeur 70 18
7. Ver. Königreich Belle & The Devotions Love Games 63 6
8. Frankreich Annick Thoumazeau Autant d'amour que d'étoiles 61 3
9. Finnland Kirka Hengaillaan 46 16
10. Luxemburg Sophie Carle 100% d'amour 39 2
11. Portugal Maria Guinot Silencio e tanta gente 38 19
12.
Türkei Bes Yil Once Yil Sonra Halay 37 15
13. Niederlande Maribelle Ik hou van jou 34 11
 
Deutschland Mary Roos Aufrecht geh'n 34 14
15. Zypern Andy Paul Anna Mari-Elena 31 7
16. Schweiz Rainy Day Welche Farbe hat der Sonnenschein 30 17
17. Norwegen Dollie de Luxe Lenge leve livet 29 5
18. Jugoslawien Ida & Vlado Ciao amore 26 12
19. MA Österreich Anita Einfach weg 5 13

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© www.luxembourg-city.com

Luxemburg sollte 1984 das letzte mal den Song Contest übertragen. RTL suchte vergebens nach einer geeigneten Halle und entschied sich dann doch wieder für das kleine Stadttheater, so dass nur VIP, Delegationsmitglieder und die Presse im Publikum Platz fanden.

 

 

 

 

 

 

 

Moderatorin 82© RTL

Nach den Absagen Griechenlands und Israels (wegen des nationalen Gedenktages) waren nur 19 Nationen am Start, die von der 19-jährigen Moderatorin Désirée Nosbusch in fünf Sprachen begrüßt wurden. Sie war jung, frisch, frech und souverän. Ihr Auftritt war ein Genuss und rettete den eher langweiligen Abend. Denn musikalisch erreichte der Song Contest in diesem Jahr seinen Tiefpunkt. Nichts Neues und nichts Aufregendes, eher nur Mittelmaß.

Désiree Nosbusch moderierte bereits im Alter von 12 Jahren bei Radio Luxemburg. Anfang der 1980er Jahre berichtete sie gemeinsam mit Anke Engelke live von der IFA in Berlin. Nach einer Schauspielausbildung in New York spielte sie auch in Filmen mit, war aber auch weiterhin als TV-Moderatorin für verschiedene TV-Sender - auch in Frankreich - tätig, und wirkte in zahlreichen TV-Filmen mit,  2018 und 2020 in der TV-Serie "Bad Banks".  

 

FAZIT

 

Die in Amerika lebenden aber mit schwedischem Pass ausgestatteten Gebrüder Herreys gingen als Aufwärmer auf die Bühne. Die Tatsache, dass sie der mormonischen Kirche angehörten, brachte den drei Brüdern nur wenig Schlagzeilen. Für das schwedische Fernsehen wie auch für viele Zuschauer war das Lied "Diggi-loo, Diggi-ley nicht siegesstark. Eine kleine Tanzeinlage und drei Paar goldene Schuhe würden wohl nicht reichen, um die würdigen Nachfolger für ABBA zu werden, die genau zehn Jahre zu vor 10 Jahren ihren Triumph feierten. Um so größer war die Sensation, denn kein anderes Land konnte an diesem Abend die drei Blondies schlagen.

 

Der Abend verlief weiter ohne Höhepunkte. Sophie Carle aus Luxemburg konnte kaum einen Ton in ihrem Lied treffen, so dass ihr Versprechen von 100% Liebe nicht dementsprechend belohnt wurde. Die spanische Gruppe Bravo klang zwar sehr harmonisch, aber nicht zeitgemäß. Die Dollies aus Norwegen wie auch die Britin Belle mit ihren Devotions und ihren Liebesspielen klangen zwar sehr kommerziell, konnten sich aber nicht durchsetzen.  Beim Auftritt der Britin waren im Auditorium Buh-Rufe zu vernehmen. Über den Grund gibt es Spekulationen, möglicherweise war das die Rache für das Verhalten einiger englischer Fußballfans, die sich in Luxemburg daneben benommen hatten, möglicherweise aber auch ein Protest dagegen, dass die Backing-Vocals hinter der Bühne standen, was den Eindruck erweckte, die Tänzerinnen würden Vollplayback singen, außerdem klang der Titel doch sehr nach den Supremes.

 

Irland machte nach einer kurzen Pause wieder mit. Der Sieger von 1980, Johnny Logan, war diesmal als Komponist tätig: Linda Martin sang seine rockige Nummer „Terminal 3“, aber sie hatte nicht den Glanz, den die goldenen Schuhe der Schweden ausstrahlten.

 

Der Weg für einen zweiten Sieg schien beim deutschen Fernsehen wieder frei zu sein. Denn es lief alles nach Plan. Mary Roos gewann überlegen die Vorentscheidung mit einem Song, der einen Evergreenstatus erreicht hat. „Aufrecht geh’n“ war seiner Zeit voraus. Starke Melodie, melancholischer Text und natürlich eine erfahrene Sängerin. Denn Mary Roos nahm ja zum zweiten Mal für Deutschland teil. und sie wusste, wie so etwas abläuft. Es sprach also alles für den deutschen Beitrag. Mary Roos befand sich in dieser Zeit in einer schwierigen privaten Situation, die ihr sicherlich viel psychische Energie abforderte. Denn auf der Bühne wirkte sie sehr blass und verunsichert. Selbst ihre sichere klare Stimme kippte an manchen Stellen. Es reichte nur zum dreizehnten Rang, gemeinsam mit Maribelle aus den Niederlanden, die ebenfalls zu den großen Favoriten gehörte. Beide Künstlerinnen haben auch den meisten Applaus im Saal bekommen - aus der Siegestraum.

 

Die österreichische Sängerin Anita (mit dem Song „Einfach weg“) erwischte es noch schlimmer. Sie wurde Letzte.

 

Den Traum von einem Sieg konnten Alice und Franco Battiato aus Italien auch nicht verwirklichen. Die Sanremo-Gewinnerin von 1981 mit "Per Elisa" und ihr bekannter Gesangspartner wurden als große Favoriten gehandelt. Das Lied  „I treni di Tozeur" (Die Züge von Tozeur), ein Ort an der nordafrikanischen Küste, war zwar ein musikalisches Kunstwerk, aber für normale Verbraucher gewöhnungsbedürftig, wie auch für die Juroren in den anderen Ländern. Stimmlich war Alice unbestritten die Beste des Abends. Das Auftreten der beiden verlief aber irgendwie unspektakulär, und auch die drei Solistinnen am Ende des Liedes, die einige Verse in deutsch sangen (was sehr schwer zu verstehen war) konnten kein besseres Ergebnis als Platz fünf daraus machen.

 

 


 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Schweden Luxemburg Frankreich Spanien
The Herreys
Sophie Carle
Annick Thoumazeau Bravo
"Diggi-loo, Diggi-ley" "100% d'amour" ”Autant d'amour que d'étoiles" "Lady, Lady"
M.: Torgny Söderberg
T.: Britt Lindeborg
D.: Curt-Eric Holmquist
M.: Jean Pierre Goussaud
T.: J.M. Beriat &
P. Jaymes
D.: Pascal Stive
M.: Vladimir Cosma
T.: Charles Level
D.: François Rauber
 M.: Miguel Blasco
T.: Amaya Saizar
D.: Eddy Guerin
    
TUR 83 TUR 83 ESP 83 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Norwegen Ver. Königreich Zypern Belgien
Dollie de Luxe
Belle & The Devotions Andy Paul
Jacques Zegers
"Lenge leve livet" "Love Games" "Anna Mari-Elena" "Avanti la vie"
M.: I. Bjørnov
T.: B. Adrian
D.: Sigurd Jansen
 M.: Graham Sacher
T.: Paul Curtis
D.: John Coleman
 M. & T.:
 M.: Andy Paul
D.: Pascal Stive
 M.: Jacques Zegers
T.: Henri Seroka
D.: Jo Carlier
    
FIN 83 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Irland Dänemark Niederlande
Jugoslawien
Linda Martin Hot Eyes Maribelle
Ida & Vlado
"Terminal 3" "Det'lige det" "Ik hou van jou"  "Ciao amore"
M. & T.:
Johnny Logan
D.: Noel Kelehan
 M.: Søren Bundgaard
T.: Keld Heick
D.: Henrik Krogsgaard
 M.: Peter van Asten
T.: Richard de Bois
D.: Rogier van Otterloo
M.: Slobodan Bucevac
T.: Milan Perić
D.: Mato Dosen
    
FRA 60 GER 83 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Österreich
Deutschland
Türkei Finnland
Anita
Mary Roos
Bes Yil Once Yil Sonra Kirka
"Einfach weg"  "Aufrecht geh'n" "Halay"  "Hengaillaan"
M.: B. Seuberth
T.: G. Müller
D.: Richard Österreicher
M.: Michael Reinecke
T.: Michael Kunze
D.: Pierre Cao
M.: Selcuk Basar
T.: Ulku Aker
D.: Selcuk Basar
M.: Jukka Siikovire
T.: Jossi Tuominen
D.: Ossi Runne
    
SLO15 SLO15 SLO15  

17.

AD

18.

AD

19.

AD

Schweiz Italien Portugal
Rainy Day Alice & Franco Battiato
Maria Guinot
"Welche Farbe hat der Sonnenschein" "I treni di Tozeur" "Silencio e tanta gente"
 M. & T.:
Günter Loose
D.: Mario Robbiani
M.: F. Battiato & G. Pio
T.: Rosario Cosentino
D.: Giusto Pio
M. & T.:
Maria Guinot
D.: Pedro Osorio

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard


 
         Scoreboard1982© RTL

 


 

AUS DER PRESSE

 

Presse 1a© BBV

 Presse 84 2© FAZ

       Presse 84 3© HÖRZU

  Presse 84 7© NRZ

 Presse 84 4© GONG
Presse 84 5© BBV  Presse 84 6© BILD & FUNK

Die deutsche Vorentscheidung 1983


Nationale VE  -  " Ein Lied für München"
Datum 19. März 1983
Ort München
Halle BR TV-Studio 4
Moderation Carolin Reiber
TV-Sender Bayerischer Rundfunk

Die Anzahl der eingereichten Beiträge ist in diesem Jahr trotz des Sieges von Nicole auf 735 (1982: 807) leicht gesunken. Eine Jury wählte 24 Lieder aus, die - wie 1982 -  in einer zweiteiligen Sendung im Radio vorgestellt und von 500 Personen bewertet wurden. Pro Sendung erreichten die sechs erstplazierten Lieder das Finale. Mit der Methode der Demoskopie wurde im Finale am 19.03.1983 in München der endgültige Sieger bestimmt. Carolin Reiber moderierte zum letzten Mal die Sendung.

Viele große Namen waren dabei, u.a. auch Wencke Myhre im Duett mit ihrem Sohn, die den für Veronika Fischer vorgesehenen Song "Wir beide gegen den Wind" sangen. Veronika Fischer trat mit dem Titel "Unendlich weit" auf. Bernd Clüver hätte der Sieger heißen können. Er entschied sich für den Dieter-Bohlen-Titel "Mit 17" statt für das Lied "Rücksicht", das ihm auch vorgeschlagen wurde. Costa Cordalis schaffte es zum zweiten Mal nicht, ins internationale Finale zu kommen.

Der Sieg ging an die Brüder Hoffmann & Hoffmann, die beim ESC in München den fünften Rang erreichten und einen weiteren Charts- Erfolg feiern konnten.

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Holger Thomas Mein Hit heißt Susi Schmid Jean Frankfurter / Robert Jung 2609 10.
2. Veronika FIscher Unendlich weit Achim Oppermann / Christoph Busse 2523 11.
3. Hoffmann & Hoffmann Rücksicht Michael Reinecke / Volker Lechtenbrink 4251 1.
4. Angela Branca Warum hältst du mich nicht fest? Dieter Bohlen / René Marcardt 3933 3.
5. Bernd Clüver Mit 17 Michael Hoffmann / Werner Schüler 3983 2.
6. Ingrid Peters & July Paul Viva la Mamma Michael Hoffmann / Werner Schüler 2862 8.
7. Peter Rubin Wie ein Mann Günter-Eric Thöner, P. Rubin / Barbara Wittner 3427 6.
8. Wencke Myhre & Sohn Wir beide gegen den Wind Achim Oppermann / Christoph Busse 3752 5.
9. Harry Belten Angelo Michael Zai / Theo Werdin 2111 12.
10. Leinemann Ich reiß´alle Mauern ein Hansi Goldfuß / Gerd Thumser 3314 7.
11. Mara Sternenland Joachim Heider, Text: Norbert Hammerschmidt 2987 9.
12. Costa Cordalis Ich mag dich Costa Cordalis / Jean Frankfurter 3902 4.

 

 

 

nicole© GLOBAL

 

Hoffmann & Hoffmann

Hoffmann & Hoffmann, das waren die Gebrüder Michael (geb. am 03.12.1950 in Karlsruhe) und Günter (geb. am 04.10.1951 auch in Karlsruhe). Schon in ihrer Schulzeit beschäftigten sich beide mit der Musik. 1977 hatten sie ihren ersten Erfolg mit "Himbeereis zum Frühstück".

Ihr fünfter Platz beim ESC in München brachte nicht den endgültigen Durchbruch. Günter Hoffmann litt unter dieser späteren Erfolglosigkeit so stark, dass er sich im März 1984 das Leben nahm. Sein Bruder Michael arbeitete seitdem als Produzent und Komponist (unter anderem für Gitte, Nicole, Al Bano & Romina Power). Gelegentlich griff er auch zum Mikrofon, wie 1987 bei der deutschen Vorentscheidung mit dem Titel "Ich gebe nicht auf", oder "Johanna" (1989).

 

 

 


 

 

Radiovorrunde - Sendung 1
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Finale?
1. Chicago Gang Al Capone Jean Frankfurter / Günter Behrle  
2. Harry Belten Angelo Michael Zai / Theo Werdin F
3. Ute Berling Computerspiele Daniel Speer  
4. Sina Daddy´s Dattelmonopol Andreas & Bernd Simon  
5. Enorm in Form Enorm in Form Michael Hoffmann / Wolfgang Hofer  
6. Sarena Lark Hände Laurent Antony  
7. Costa Cordalis Ich mag dich Costa Cordalis / Jean Frankfurter F
8. Leinemann Ich reiß´alle Mauern ei Hansi Goldfuß / Gerd Thumser F
9. Dorthe Männer Claus W. Redl / Wolfgang Hofer  
10. Holger Thomas Mein Hit heißt Susi Schmid Jean Frankfurter  Robert Jung F
11. Bernd Clüver Mit 17 Dieter Bohlen / René Marcardt F
12. Lilli Berlin Nikotin Rudi Redl / Horst Redl  

 

 Radiovorrunde - Sendung 2
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Finale?
1. Angelika Milsterl Norma Jean Janine Terlohian / Kathrin Brigl  
2. Hoffmann & Hoffmann Rücksicht Michael Reinecke / Volker Lechtenbrink F
3. René Schoko-Schätzchen Heiko Petrik / René Marcard  
4. Mara Sternenland Joachim Heider / Norbert Hammerschmidt F
5. Der wilde Jürgen Tanzstunde Klaus-Dieter Gebauer / Karin Hartmann  
6. Veronika Fischer Unendlich weit Achim Oppermann / Christoph Busse F
7. Ingrid Peters & July Paul Viva la Mamma Michael Hoffmann / Werner Schüler F
8. Thommy Amper Vor Engeln wird gewarnt Jean Frankfurter, T: Robert Jung  
9. Angela Branca Warum hältst du mich nicht fest? Alexander Gordan & Konrad Wolf F
10. Peter Rubin Wie ein Mann Günter-Eric Thöner, P. Rubin / Barbara Wittner F
11. Jürgen Renfordt Willst du, dass ich wiederkomm Jürgen Triebel / Norbert Hammerschmid  
12. Wencke Myhre & Sohn Wir beide gegen den Wind Achim Oppermann / Christoph Busse F

 


Der Eurovision Song Contest 1983


 Logo83 

28. Eurovision Song Contest - 23. April 1983
       München
                              

Halle Rudi-Sedelmayer-Halle
Moderation Marlène Charrell
Pausen-Act Marlène Charrell mit Ballett
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 20 Länder

 

Siegerland: Luxemburg


france

Interpretin:

Corinne Hermès

Titel:

"Si la vie est cadeau"

Musik:

Jean Pierre Millers

Text:

Alain Garcia



Sieg82© BR 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Luxemburg Corinne Hermès Si la vie est cadeau 142 20
2. Israel Ofra Haza Hi 136 16
3. Schweden Carola Häggkvist Främling 126 4
4. Jugoslawien Daniel
Džuli 125 12
5. Deutschland Hoffmann & Hoffmann Rücksicht 94 14
6. Ver. Königreich Sweet Dreams I'm Never Giving Up 79 3
7. Niederlande Bernadette Sing Me A Song 66 11
8. Frankreich Guy Bonnet Vivre 56 1
9. Norwegen Jahn Teigen Do-Re-Mi 53 2
  Österreich Westend Hurricane 53 18
11. Italien Riccardo Fogli Per Lucia 41 5
  Finnland Ami Aspelund Fantasiaa 41 9
13. Portugal Armando Gama Esta balada que te dou 33 17
14.
Griechenland Christie Stassinopoulou Mou les 32 10
15. Schweiz Mariella Farré Io cosi' non ci sto 28 8
16. Zypern Stavros & Constantina I agapi ahoma zi 26 13
17. Dänemark Gry Johansen Kloden drejer 16 15
18. MA Belgien Pas de Deux Rendez--Vous 13 19
19. MA Türkei Cetin Alp & The Short Wave Opera 0 6
  MA Spanien Remedios Amaya Quien maneja mi barca 0 7

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© Münchener Wochenzeitung

Die Erwartungen der Zuschauer an den Song Contest 1983 waren sehr hoch. 1957 fand schon einmal der ESC in Deutschland statt. Damals war alles noch anders. Der erste ESC der neuen Zeit aus Deutschland sollte das Ereignis des Jahres werden. Das Bühnenbild in der Rudi-Sedlmayer-Halle war angeblich nach dem letzten Standard der Technik konstruiert und bestand aus 65.000 Glühbirnen! Es mag zwar  der Technik neuester Stand gewesen sein - für die Fernsehzuschauer war es aber eher unangenehm, drei Stunden lang ein Übermaß an Stahl in dunklen Brauntönen anzuschauen. Es wirkte einfach phantasielos, lieblos und kalt. Statt der gewohnten Einspielfilme (Postcards) zur Ankündigung der Beiträge gab es eine starre Einblendung des nächsten Ländernamens.

Zum Glück konnte das deutsche Publikum eine endgültige Blamage der Organisatoren retten. Es empfing jeden Teilnehmer mit viel Applaus und zeigte auch während der Punktvergabe starke Emotionen.

 

Moderatorin 82© BR

Die Moderation von Marlène Charell stieß auf herbe Kritik und Häme. Neben Blumenarrangements in den  Landesfarben des jeweiligen Landes stehend, sagte sie die einzelnen Acts dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch an. Dabei wiederholte sich,  zerstörte Namen von Komponisten, Interpreten oder auch von Titeln. Und als ob das nicht reichte, kam sie dann tanzend als Zwischenakt auf die Bühne. Der Gipfel wurde dann während der Wertung erreicht - unvergesslich: "Frankreich natürlich nur 2 Punkte". Peinlich!

Diese ausufernde Moderation führte dazu, dass der ESC 1983 der bis dato längste mit einer Dauer von über drei Stunden wurde!

Marlène Charell wurde in Winsen/Luhe als Angela Miebs geboren. Ihr Vater war Zirkusartist und ließ sie in Akrobatik, Ballett, Tanz, Gesang und Schauspiel ausbilden. 1962 verschaffte er ihr ein erstes Engagemen im Pariser Revuetheater "Folies Bergères". Und damit begann eine internationale Karriere.

 

FAZIT

 

Zwanzig Länder fanden den Weg nach München. Guy Bonnet aus Frankreich war kein Unbekannter. Schon 1970 sang er für seine Heimat. Seinen vierten Platz von damals konnte er aber nicht verteidigen.

 

Für den norwegischen Superstar Jahn Teigen wurde seine dritte Teilnahme die erfolgreichste, und sie unterbrach die Durststrecke der norwegischen Beiträge seit 1973. Mit dem Song "Do Re Mi" landete er auf dem neunten Rang, punktgleich mit der extra für den Wettbewerb zusammengestellten österreichischen Gruppe Westend.

 

Gleiches gelang auch dem 25-jährigen jugoslawischen Vertreter Daniel Popovic, der mit dem selbst komponierten, fetzigen Song "Džuli" die Herzen der jungen Zuschauer eroberte und für frenetischen Applaus in der Halle sorgte. Als großer Favorit auf den Sieg ins Rennen gegangen, musste er sich am Ende mit Platz vier zufrieden geben. Seit 1962 war es aber die zweite TOP 5-Platzierung, die von einem jugoslawischen Beitrag erreicht wurde.

 

Italien schickte nach zweijähriger Pause den Sieger des Sanremo-Festivals von 1982, Riccardo Fogli, ins Rennen. Er musste seinen elften Platz mit Ami Aspelund aus Finnland (Schwester von Monica Aspelund, die 1977 teilnahm) teilen.

 

Für die Niederlande schrieb Piet Souer das Lied "Sing Me A Song". Piet Souer begleitete 1969 auf seiner Gitarre die holländische Gewinnerin Lenny Kuhr.

Die Schweiz versuchte es noch einmal auf Italienisch. Mariella Farré sang ein "Protestlied über ihren fünfzehnten Platz", "Io cosi' non ci sto" (Ich bin damit nicht einverstanden).

 

Für das Gastgeberland sangen die Gebrüder Hoffmann "Rücksicht". Sie konnten zwar den Titel nicht verteidigen, wurden jedoch mit dem fünften Platz belohnt. Ihren größten Erfolg konnten sie 1977 mit dem Titel "Himbeereis zum Frühstück" verbuchen. Auch der ESC-Beitrag war erfolgreich, aber auch gleichzeitig sehr verhängnisvoll für Günther Hoffmann. Denn ein Jahr später zerbrach der 33-jährige Künstler an der eingetretenen Erfolglosigkeit und verübte Selbstmord. Er sprang aus seinem Hotelzimmer in Rio de Janeiro, nachdem er sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Sein Bruder Michael arbeitete weiter als Produzent und Sänger.

 

Ofra Haza aus Israel gehörte neben Daniel aus Jugoslawien und der 16-jährigen Schwedin Carola Häggkvist, die einen Song über einen unbekannten Fremden sang, zum engeren Favoritenkreis. Am Ende fehlten der populärsten Sängerin der 1980er Jahre in Israel nur sechs Punkte zum Sieg, den die für Luxemburg gestartete Französin Corinne Hermès holte. Die damals 21-jährige, in Paris lebende ausgebildete Sängerin siegte überraschend, doch ihr Siegertitel "Si la vie est cadeau" konnte sich auf dem Musikmarkt nicht behaupten, während ihre Hauptkonkurrentin Ofra Haza fünf Jahre später den absoluten Durchbruch schaffte, als sie mit den Songs "Im nin´ alu" und "Galbi" zwei große Hits in den USA und Europa landete. Auch Carola Häggkvist stand am Anfang einer großen Karriere, deren weiterer Höhepunkt der Sieg 1991 beim ESC in Rom war. Danach avancierte sie zum Superstar in ihrer Heimat Schweden.

 


 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Frankreich Norwegen Ver. Königreich Schweden
Guy Bonnet
Jahn Teigen
Sweet Dreams Carola Häggkvist
"Vivre" "Do-Re-Mi" ”I'm Never Giving Up" "Främling"
M.: Guy Bonnet
T.: Fulbert Cant
D.: François Rauber
M.: Anita Skorgan &
Jahn Teigen
T.: Herodes Falks &
Jahn Teigen
D.: Sigurd Jansen
 M. & T.:
Ron Poker,
Phil Wigger &
Jan Pulsford
D.: John Coleman
 M.: Lasse Holm
T.: Monica Forsberg
D.: Anders Ekdahl
    
TUR 83 TUR 83 ESP 83 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Italien Türkei Spanien Schweiz
Riccardo Fogli
Cetin Alp &
The Short Waves
Remedios Amaya
Mariella Farré
"Per Lucia" "Opera" "Quien maneja mi barca" "Io cosi' non ci sto"
M.: Maurizio Fabrizio
T.: Riccardo Fogli &
Vinzenco Spampinato
D.: Maurizio Fabrizio
 M.: Bugra Ugur
T.: Aysel Gürel
D.: Bugra Ugur
 M.: José Miguel Evoras
T.: Isidro Munoz
D.: José Miguel Evoras
M.: Thomas Gonzenbach & Remo Kessler
T.: Nella Martinetti
D.: Robert Weber
    
FIN 83 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Finnland Griechenland Niederlande
Jugoslawien
Ami Aspelund Christie Bernadette
Daniel
"Fantasiaa" "Mou les" "Sing Me A Song"  "Dzulie"
M.: Kari Kuusamo
T.: Kaisu Liuhala
D.: Ossi Runne
M.: Antonis Plessas
T.: Sophia Fildissi
D.: Mimis Plessas
 M.: Piet Souer
T.: Martin Duiser
D.: Piet Souer
M.: Daniel Popović
T.: Mario Mihaljevic
D.: Radovan Popović
    
FRA 60 GER 83 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Zypern
Deutschland
Dänemark Israel
Stavros & Constantina
Hoffmann & Hoffmann
Gry Johansen Ofra Haza
"I agapi ahoma zi"  "Rücksicht" "Kloden drejer"  "Hi"
M. & T.:
Stavros Sideras 
D.: Michalis Rozakis
M.: Michael Reinecke
T.: Volker Lechtenbrink
D.: Dieter Reith
M.: F. Gernyx,
C. Jakobsen &
Lars Christensen
T.: Flemming Gernyx & Christian Jakobsen
D.: Allan Botschinsky
 M.: Avi Toledano
T.: Ehud Manor
D.: Nanssi Silviu Brandes
    
SLO15 SLO15 SLO15 SLO15

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Portugal Österreich Belgien Luxemburg
Armando Gama Westend
Pas de Deux
Corinne Hermès
"Esta balada que te dou" "Hurricane" "Rendez-Vous" "Si la vie est cadeau"
M. & T.: Armando Gama
D.: Mike Sergeant 
 M.: Peter Vieweger
T.: Heli Deinboek &
Heinz Nessizius
D.: Richard Österreicher
  M.: Walter Verdin
T.: Paul Peyskens
D.: Freddy Sunder
 M.: Jean Pierre Millers
T.: Alain Garcia
D.: Michel Bernholc 

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard


 
         Scoreboard1982© BR

 


 

AUS DER PRESSE

 

Presse 1a© RP

 Presse 83 4© BIld & FunkPresse 83 5

Presse 83 2© HÖRZUPresse 83 8© BBV       Presse 83 6© Abendzeitung

  Presse 83 1© GONG

 Presse 83 7© FAZ

1983 Presse 1© FRAU IM SPIEGEL

1983 Presse 2© FRAU IM SPIEGEL


Die deutsche Vorentscheidung 1982


Nationale VE  -  " Ein Lied für Harrogate"
Datum 20. März 1982
Ort München
Halle BR TV-Studio 4
Moderation Carolin Reiber & Rudolf Rohlinger
TV-Sender Bayerischer Rundfunk

Aus 807 eingereichten Beiträge suchte eine 13-köpfige Jury die 24 Lieder aus, die in zwei Sendungen den Radiohörern vorgestellt wurden. 500 von Infratest ausgewählte Personen wirkten als Juroren und wählten pro Sendung sechs Titel (12 insgesamt), die das Finale im Fernsehstudio 4 des Bayerischen Rundfunks am 20.03.1982 bestreiten sollten. Zwei Tage vor der Vorentscheidung wurde bekannt gegeben, dass die ESC-Gewinnerin von 1971, Séverine, und Denise bei der Radio-Vorentscheidung mit am besten abgeschnitten haben. Den Gerüchten nach hat damals Nicole dank des Einsatzes von Katja Ebstein (als Mitglied des 13-köpfigen Gremiums) ganz knapp ihren Einzug in die Runde der letzten 24 Lieder geschafft. Ireen Sheer war als Interpretin des Liedes "So wie du bist" vorgesehen. Doch wegen einer Erkrankung wurde sie durch Gabi Baginsky ersetzt. Marianne Rosenberg nahm bereits zum vierten Mal an der Vorentscheidung teil, so wie auch Mary Roos. Für Jürgen Marcus war es die dritte Teilnahme.

Durch den hochkarätigen Wettbewerb führte wieder Carolin Reiber.Der Sieger wurde wie auch die drei Jahre zuvor mit dem Modus der Demoskopie (507 befragte Personen) ermittelt. Diesen Part der Moderation übernahjm Rudolf Rohlinger. Die zwei erstplatzierten Beiträge des Abends stammten von Ralf Siegel, wie auch 1980 und 1981.

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Gottlieb Wendehals Der Ohrwurm Harald Wolff Berg / Bernhard Pohlmann 2029 11.
2. Séverine Ich glaub´an meine Träume Jack White / Kurt Hertha 2717 10.
3. Jennifer Kemp Wie Phönix aus der Asche Alexander Gordan / Norbert Hammerschmidt 1965 12.
4. Mel Jersey Schenk mir eine Nacht Mel Jersey / Judith Jupe 3227 7.
5. Gaby Baginsky So wie du bist Dietmar Kawohl / Michael Kunze 2802 9.
6. Marianne Rosenberg Blue-Jeans-Kinder Ralph Siegel / Bernd Meinunger 2862 8.
7. Mary Roos & David Hanselmann Lady Werner Böhm-Thorn / Michael Chambosse 3358 6.
8. Paola Peter Pan Ralph Siegel / Bernd Meinunger 4318 2.
9. Denise Die Nacht der Lüge Joachim Heider / Michael Kunze 3799 4.
10. Hannes Schöner Nun sag schon Adieu B. Vonficht, H. Steinhauer / Andrea Andergas 3914 3.
11. Jürgen Marcus Ich würde gerne bei dir sei Thomas Fuchsberger / Joachim Fuchsberger 3439 5.
12. Nicole Ein bisschen Frieden Ralph Siegel / Bernd Meinunger 5116 1.

 

 

 

nicole© ARD

Cover© Jupiter Records

Nicole 

Die 17-jährige Nicole holte in Harrogate den ersten Sieg für Deutschland. Nicole Hohloch wurde am 25.10.1964 in Saarbrücken geboren. Produzent Robert Jung entdeckte sie im Jahr 1980 bei einem Talentwettbewerb. 1981 feierte mit ihrer Debütsingle "Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund" ihren ersten großen Erfolg. Ein Jahr später kam der Sieg beim Eurovision Song Contest.

Seitdem ist Nicole (Seibert), mittlerweile verheiratet, zwei Kinder, eine der erfolgreichste deutschen Interpretinnen, mit unzähligen Chart-Erfolgen, zahlreichen Auszeichnungen und Siegen bei der ZDF–Hitparade oder auch bei der Renaissance der deutschen Schlagerfestspiele im Jahr 1991 mit dem Titel "Ein leises Lied". Ihre bekanntesten Lieder, die seit 1982 überwiegend von Ralph Siegel komponiert und produziert wurden, sind: "Der alte Mann und das Meer "(1981), "Ein bisschen Frieden" (1982), "Ich hab´dich doch lieb" (1982), "Allein in Griechenland" (1986), "Song for the world" (1986), "Jeder Zaun, jede Mauer wird aus Blumen sein" (1990), "Mit dir vielleicht" (1993), u.v.a.

  


 

Radiovorrunde - Sendung 1
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Finale?
1. Marianne Rosenberg Blue-Jeans-Kinder Ralph Siegel / Bernd Meinunger F
2. Henry Valentino Endlich sind die Kinder im Bett Hans Blum  
3. Séverine Ich glaub´an meine Träume Jack White / Kurt Hertha F
4. Jürgen Marcus Ich würde gerne bei dir sein Thomas Fuchsberger / Joachim Fuchsberger F
5. C. Mathias Jedes Ziel kann ein neuer Anfang sein D. Clamath & Daniel Prencipe   
6. Isabell Varell Lüg' mich nicht an Uwe Schikora / Andrea Andergast  
7. Wolfgang Frank Nach all den wilden Jahren Wolfgang Möthe, Ronald Niedzwetzki  
8. Denise Die Nacht der Lüge Joachim Heider / Michael Kunze F
9. Melanie Sanders Nur ein Lied Rainer Pietsch / Robert Jung  
10. Angelika Milster Ohne Maske Alexander Gordan, Klaus J. Wittkowski  
11. Gottlieb Wendehals Der Ohrwurm Harald Wolff-Berg / Bernahrd Pohlmann F
12. Jennifer Kemp Wie Phönix aus der Asche Alexander Gordan / Norbert Hammerschmidt F

 

Radiovorrunde - Sendung 2
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Finale?
1. Paola Peter Pan Ralph Siegel / Bernd Meinunger F
2. Mel Jersey Schenk mir eine Nacht Mel Jersey / Judith Jupe F
3. Susan Alivés Fantasie Helmut Brandenburg / S. Alivés   
4. Gaby Baginski So wie du bist Dietmar Kawohl / MIchael Kunze F
5. Betriebsausflug Alles egal G. E. Thöner / E. Offierowski, J. Fische  
6. Ute Berling Lady Rock `n´Roll Stefan Waggenhausen / Werner Schüler  
7. Frank Rothe Arktis Lady Klaus Pelizaeus  
8. The Days Kalte Insel Manfred Neumeyer / Dagmar Zima  
9. Kaputt Da helfen keine Pillen Rudy Redl / Anja Hauptmann  
10. Mary Roos & David Hanselmann Lady W. Böhm-Thorm / Michael Chambosse F
11. Nicole Ein bißchen Frieden Ralph Siegel / Bernd Meinunger F
12. Hannes Schöner Nun sag schon Adieu" B. Vonficht, H. Steinhauer / A. Andergast F

 


 


Der Eurovision Song Contest 1982


 Logo79 

27. Eurovision Song Contest - 24. April 1982
       Harrogate
                              

Halle Harrogate Conference Centre
Moderation Jan Leeming
Pausen-Act Bilder aus Yorkshire & Howard Castle
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 18 Länder

 

Siegerland: Deutschland


france

Interpretin:

Nicole

Titel:

"Ein bißchen Frieden"

Musik:

Ralph Siegel

Text:

Bernd Meinunger



Sieg82© BRAVO 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Deutschland Nicole Ein bißchen Frieden 161 18
2. Israel Avi Toledano Hora 100 15
3. Schweiz Arlette Zola Amour on t'aime 97 7
4. JG Belgien Stella
Si tu aimes ma musique
96 11
5. Zypern Anna Vissi Mono i agapi 85 8
6. Luxemburg Svetlana Cours après le temps 78 2
7. Ver. Königreich Bardo One Step Further 76 5
8. Schweden Chips Dag efter dag 67 9
9. Österreich Mess Sonntag 57 9
10. Spanien Lucia El 52 12
11. Irland The Duskeys Here Today, Gone Tomorrow 49 17
12. Norwegen Jahn Teigen & Anita Skorgan Adieu 40 3
13. Portugal Doce Bem Bom 32 1
14.
Jugoslawien Aska Hallo, hallo 21 14
15. Türkei Neco Hani? 20 15
16. Niederlande Bill van Dyke Jij en ik 8 16
17. Dänemark Brixx Video-video 5 13
18. MA Finnland Kojo Nuku pommiin 0 6

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© www.flickr.com

Mitten in England, nur 200 Meilen nördlich von London, liegt die Stadt Harrogate. Die Stadt mit 65000 Einwohnern durfte sich über die Austragung des Song Contests 1982 freuen. Zum sechsten Mal übernahm die BBC die Ausrichtung des Song Contests, der von 30 Ländern verfolgt wurde. 18 Länder entsandten ihre Vertreter ins Harrogate Conference Centre.

Die Mittelmeerfraktion war erheblich geschwächt. Neben Italien, das noch immer pausierte, sagte auch Frankreich seine Teilnahme ab. Grund war die Übergabe der Rechte der Sendung durch den TV-Sender TF an A2F, der eine Teilnahme sofort ablehnte. Griechenland, auf Startposition zwei vorgesehen, musste seinen schon gewählten Beitrag zurückziehen. Die Kultusministerin Melina Mercouri bezeichnete das von Milli gesungen Lied als unwürdig, das Land zu vertreten, und forderte eine sofortige Absage.

 

 

Moderatorin 82© BBC

Die Moderatorin war Jan Leeming. Ursprünglich arbeitete sie als Radio- und TV-Moderatorin in Australien und Neuseeland, bevor sie dann in den 1970er Jahren britische Regionalporgramme und Radiosendungen moderierte. Ab 1980 war sie auch Nachrichtensprecherin bei der BBC und in den 1990er Jahren moderierte sie eine Sendung im britischen Frühstücksfernsehen. 2006 nahm sie am britschen Dschungelcamp teil, wo sie Sechste wurde. 2016 spielte sie in der Serie "The Real Marigold Hotel".

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT

 

Die Abwesenheit Griechenlands wurde zum Verhängnis für die zypriotische Vertreterin Anna Vissi, die dadurch eine bessere Platzierung verpasste. Für die Sängerin selbst aber war es ein weiteres Glanzlicht ihrer großartigen Karriere. In Harrogate erzielte sie die das beste Ergebnis für ihr Heimatland Zypern.

 

Unterricht in Sachen Französisch musste die Sängerin Stella über sich ergehen lassen. Sie ging für das wallonische Belgien an den Start, obwohl sie kein einziges Wort Französisch sprach. Dennoch konnte sie viel besser abschneiden als bei ihren beiden früheren Teilnahmen - 1970 für die Niederlande als Mitglied der Gruppe Hearts of Soul und 1977 für Belgien als Mitglied der Gruppe Dream Express. Mit “Si tu aimes ma musique” landete sie auf dem vierten Rang.

 

Eine Verbesserung und mehr als null Punkte gab es auch für den norwegischen Teilnehmer Jahn Teigen. Im Duett mit Anita Skorgan sang er eine traurige Ballade über das Ende einer großen Liebe. Er verabschiedete sich mit "Adieu" und dem 12. Platz.

 

Und was passierte noch? Viel Mittelmaß und wenige Höhepunkte. Das Duo Mess aus Österreich freute sich im voraus auf den "Sonntag". Avi Toledano sang über einen traditionellen israelischen Tanz namens "Hora". Die Spanierin Lucia trug einen feurigen Tango auf der Bühne vor. Der schüchterne Junge des britischen Duos Bardo hatte nicht den Mut, seinem Herzblatt seine Liebe zu gestehen, und der türkische Sänger Neco fragte sich die ganze Zeit “Wo?” ("Hani?") - Wo blieben denn nur die Punkte?

 

Schweden schickte mit dem Duo Chips zwei Sängerinnen ins Rennen, die es danach solo noch einmal versuchten. Elisabeth Andreassen (1985 als Mitglied der Bobbysocks für Norwegen, 1994 und 1996) und Kikki Danielsson (1985). 

 

Der Finne Kojo wünschte sich, dass die Erde frei von Bomben wird und endlich Frieden herrscht. Die eher aggressive Musik des Songs “Nuku Pommiin” fand aber in keiner Jury Anhänger und bekam keinen einzigen Punkt.

 

Mehr Glück hatte ein 17-jähriges Mädchen aus Deutschland: Nicole bat auch um "ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude für diese Erde, auf der wir wohnen". Dies tat sie so überzeugend, dass sie zum Schluss mit 61 Punkten Vorsprung den ersten Sieg für Deutschland holte. Ihren Auftritt konnte man auch so beschreiben: “Auf der weißen Gitarre, die ihr jemand schenkte, da spielte sie, sie war ihr Freund”. Was sonst? Ob "Johnny Blue" oder Nicole mit ihrer Friedensbotschaft - beide Songs wurden textlich von Bernd Meinunger gefertigt. Die Musik stammte von Ralph Siegel, der endlich am Ziel seiner Träume war. Nach Platz vier 1974 und 1979 und zwei zweiten Plätzen 1980 und 1981 gelang ihm der lang ersehnte Sieg. Nach diesem Erfolg wurde er der bis dato erfolgreichste Komponist in der ESC-Geschichte.

 

 


 

 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Portugal Luxemburg Norwegen Ver. Königreich
Doce
Svetlana
Jahn Teigen &
Anita Skorgan
Bardo
"Bem bom" "Cours après le temps" ”Adieu" "One Step Further"
M.: Antonio Pinho, Pedro
T.: Brito & Tose Brito
D.: Luis Duarte
 M.: Cyril Assous
T.: Michel Jouveaux
D.: Jean Claudric
 M.: Jahn Teigen
T.: Kom Baard Hansen
D.: Sigurd Jansen
 M.: Simon Jeffries
T.: Simon Jeffries
D.: Ronnie Hazlehurst
    
TUR 82 arnaud 02 SUI 82 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Türkei Finnland Schweiz Zypern
Neco
Kojo Arlette Zola
Anna Vissi
"Hani?" "Nuku pommiin" "Amour on t'aime" "Mono i agapi"
M.: Olcayto Ahmet Tugsuz
T.: O.A. & Faik Tugzuz
D.: Garo Mafyan
M.: Jim Pembroke &
Otto Donner
T.: Juice Leskinen
D.: Ossi Runne
  M.: Alain Morisod
T.: Pierre Alain
D.: Joan Hamils
M. & T.:
Anna Vissi 
D.: Martyn Ford
    
SWE 82 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Schweden Österreich Belgien
Spanien
Chips Mess Stella
Lucia
"Dag efter dag" "Sonntag" "Si tu aimes ma musique"  "El"
M.: Lasse Holm
T.: Monica Forsberg
D.: Anders Berglund
M.: Michael Mell
T.: Rudolf Leve
D.: Richard Österreicher
M.: Fred Bekky
T.: R. Brack, Bobott &
Jo May
D.: Jack Say 
M. & T.:
Ignacio Roman &
Francisco Cepero
D.: Bruno M. Varina "Bilby"
    
FRA 60 YUG 82  GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Dänemark
Jugoslawien
Israel Niederlande
Brixx
Aska
Avi Toledano Bill van Dyke
"VIdeo-video"  "Halo, halo" "Hora"  "Jij en ik"
M. & T.:
Jens Brixtofte 
D.: Allan Botschinsky
 M.: Aleksandar "Sanja" Ilić
T.: Miro Zec
D.: Zvonimir Skerl
M.: Avi Zoledano
T.: Yoram Tahar-Lev
D.: Brandes Nancy
M.: Dick Bakker
T.: Liselore Gerritsen
D.: Rogier van Otterloo
    






SWE 75 ITA 75




17.

AD

18.

AD

Irland Deutschland
The Duskeys
Nicole
"Here Today,
Gone Tomorrow"
"Ein bisschen Frieden"
M. & T.:
Sally Keating
D.: Noel Kelehan
  M.: Ralph Siegel
T.: Bernd Meinunger
D.: Norbert Daum

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard


 
         Scoreboard1982© BBC

 


 

AUS DER PRESSE

 

Presse 1a© RP

Presse 82 4© GONGPresse 82 5

Presse 82 1© WZ           Presse 82 3© FunkUhr

  Presse 82 2© GONG
 

 1982 Presse 1© BBV

Die deutsche Vorentscheidung 1981


Nationale VE  -  " Ein Lied für Dublin"
Datum 28. Februar 1981
Ort München
Halle BR TV-Studio 4
Moderation Katja Ebstein
TV-Sender Bayerischer Rundfunk

Die Vorentscheidung verlief in diesem Jahr ohne irgendwelche Höhepunkte. Der Bayerische Rundfunk war weiter der zuständige ARD-Sender für die Durchführung des Programms. Die Erfolge der letzten Jahre gaben auch keinen Anlass, am Auswahlverfahren etwas zu verändern. Alles verlief ähnlich wie 1980. Die Entscheidung erfolgte durch Befragung von 500 repräsentativen Zuschauer durch INFRATEST.
Katja Ebstein übernahm die Moderation des Abends, als kleines Dankeschön für ihren letztjährigen Erfolg. 673 musikalische Beiträge wurden eingereicht, darunter auch das Lied "Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund", die Debütsingle von Nicole. Dass sie nur knapp den Einzug ins Finale verpasste, wurde mit dem zweiten Platz in den Verkaufslisten ganz schnell ausgeglichen.

Musikalisch brachte diese Vorentscheidung nichts Neues. Marius Müller-Westernhagen war ursprünglich als Interpret für "Boogie Woogie Man" vorgesehen. Er zeigte jedoch kein Interesse. Lena Valaitis war mit "Johnny Blue" konkurrenzlos. Weder "The Hornettes", deren Mitglied Linda G. Thompson (Silver Convention) war, noch Martin Mann oder Peter Cornelius kamen annähernd an sie heran. Ralph Siegel setzte seine Erfolgsserie damit fort. In Dublin wurde Lena Valaitis unglückliche Zweite. Nur vier Punkten fehlten ihr zum Sieg. Die Schweizer Jury ignorierte als einzige an diesem Abend den deutschen Beitrag.

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Janz Steine Paul Janz / Michael Kunze 2355 10.
2. Nina Martin Männer Nina Martinique 2292 11.
3. Taco Träume brauchen Zeit Janine Terlohian / Kathrin Brigl 2169 12.
4. Lenz Hauser Moment Harry Stümpfl & Lenz Hauser 2856 8.
5. Tommy Fuchsberger Josefine Thomas Fuchsberger / Joachim Fuchsberger 2956 7.
6. Rudolf Rock & die Schocker Mein Transistorradio Michael Cretu / Michael Kunze 2753 9.
7. Lena Valaitis Johnny Blue Ralph Siegel / Bernd Meinunger 5023 1.
8. Martin Mann Boogie Woogi Rudi Bauer / Gerd Thumser 4039 3.
9. Jürgen Renfordt Barfuß durch ein Feuer Walter Gerke, Mick Hannes 3963 4.
10. Leinemann Das Ungeheuer von Loch Ness Ulf Krüger & Jörn-Christoph Seelenmeyer 3921 5.
11. The Hornettes Mannequin Ralph Siegel / Bernd Meinunger 4304 2.
12. Peter Cornelius Träumer, Tramps und Clowns Michael Cretu / Michael Kunze 3769 6. 

 

 

 

ebstein© ARD

Cover© Ariola

Lena Valaitis

Lena Valaitis, deutsche Sängerin, geboren am 7. September 1943 in Memel (Litauen). Während ihrer Schulzeit lebte sie in Heidelberg, danach war sie als Postangestellte tätig. 1971 konnte sie mit der deutschen Version des "Nickle Songs" ihren ersten Erfolg verbuchen. Seitdem war sie sehr erfolgreich.

1981 vertrat sie Deutschland beim Song Contest in Dublin. Danach wurde es ruhiger um sie. 1992 versuchte sie ein Comeback bei der deutschen Vorentscheidung, aber ohne Erfolg. Sie war verheiratet mit dem Schauspieler und Kabarettisten Horst Jüssen.Ihre großen Erfolge: "Da kommt José, der Straßenmusikant" (1976), "Ein schöner Tag" (1976), "Gloria" (1982), u.v.a.

 

 

 

 


 

 AUS DER PRESSE

 

Presse VE© BILD

 

 

 


Der Eurovision Song Contest 1981


 Logo79 

26. Eurovision Song Contest - 4. April 1981
       Dublin
                              

Halle Simmonscourt Pavillion der Royal Dublin Society
Moderation Doireann Ni Bhriain
Pausen-Act Timedance
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 20 Länder

 

Siegerland: Vereinigtes Königreich


france

Interpreten:

Bucks Fizz

Titel:

"Making Your Mind Up"

Musik & Text:

Andy Hill & John Denter



Sieg78© Daily Mail 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Ver. Königreich Bucks Fizz Making Your Mind Up 136 14
2. Deutschland Lena Valaitis Johnny Blue 132 3
3. Frankreich Jean Gabilou Humanahum 125 9
4. JG Schweiz Peter, Sue & Marc
Io senza te 121 19
5. Irland Sheeba Horoscopes 105 12
6. Zypern Island Monica 69 18
7. Israel Habibi Layla 56 5
8. Griechenland Yiannis Dimitras Feggari kalokerino 55 18
9. Niederlande Linda Williams Het is een wonder 51 11
10. Schweden Björn Skifs Fångad i en dröm 50 20
11. Dänemark Debbie Cameron & Tommy Seebach Kroeller eller ej 41 6
  Luxemburg Jean Claude Pascal C'est peut-être pas l'Amérique 41 4
13. Belgien Emly Starr Samson 40 16
14.
Spanien Bacchelli Y solo tu 38 10
15. Jugoslawien Seid Memić-Vajta Leila 35 7
16. Finnland Riki Sorsa Reggae o.k. 27 8
17. Österreich Marty Brem Wenn du da bist 20 1
18. MA Türkei Modern Folk Trio & Aysegül Dönme dolap 9 2
  Portugal Carlos Paião Play-Back 9 15
20. Norwegen Finn Kalvik  Aldri i livet  0 13

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© www.jackson-court.ie|

20 Nationen beteiligten sich 1981 am ESC im Simmonscourt Pavillion der Royal Dublin Society. Jugoslawien kehrte nach vierjähriger Pause wieder zurück, und auch Israel war wieder dabei. Die Italiener glänzten durch Abwesenheit und drohten ganz beleidigt mit dem Ausstieg. Grund: Die EBU weigerte sich, das Sanremo-Festival über die Eurovision live zu übertragen. Anstelle der Italiener kam aber ein weiteres Land hinzu: Der griechische Teil Zyperns nahm zum ersten Mal teil. Die Gruppe Island erreichte bei der Premiere der Insel einen hervorragenden sechsten Platz. Marokko nahm nicht wieder teil.

 

 

Moderatorin 80© RTÉ

Die Moderatorin war Doireann Ní Bhriain, ist eine Radio-und Fernsehjournalistin. Sie begann ihre Karriere mit dem Vorlesen von Kindergeschichten im Fernsehen. Über 20 Jahre lang arbeitete sie für RTÉ und war eine jahrelange Reporterin für das Radioformat "Women Today". Für ihre Radiotätigkeit wurde sie mit dem "Jacob's Award" ausgezeichnet. In jüngerer Zeit widmete sich mehr dem Festivalmanagement und dem kulturellen Tourismus, arbeitete als Vocal-Coach für Radio- und TV-Sprecher und sie sprach die Ansagen für die Dubliner Verkehrsbetriebe ein in Englisch und Gälisch. 

 

 

 

 

 

 

FAZIT

 

Belgien und die Niederlande, die genauso wie Deutschland und die Schweiz seit dem ersten ESC immer dabei gewesen sind, versuchten den Sieg mit Newcomern zu erringen. Linda Williams gewann überraschend die holländische Vorentscheidung vor Maribelle, die Belgierin Emly Starr galt als kommende Sängerin im flämischen Teil des Landes. 

 

Die Schweiz aber vertraute ein viertes Mal auf Peter, Sue & Marc. Sie sangen “Io senza te”, und beinahe wäre es ihnen gelungen, den zweiten Sieg für die Schweiz nach 26 Jahren zu holen. Nach einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen landete das bekannte Trio auf dem vierten Platz. Peter, Sue & Marc sind die einzigen Künstler, die bei jeder Teilnahme in einer anderen Sprache sangen: 1971 in Französisch, 1976 in Englisch, 1979 in Deutsch und 1981 in Italienisch.

 

Der in Haiti geborene Sänger Jean Gabilou sang für Frankreich “Humanhum”. Erst bei der letzten Wertung überholte er die Schweizer und wurde glücklicher Dritter. Dies sollte für die 1980er Jahre die einzige TOP 5-Platzierung für die erfolgreichste Nation der 1950er und 1960er Jahren bleiben.

 

Finn Kalvik aus Norwegen beendete seinen Auftritt mit einer Nullrunde, wie auch 1978 Jahn Teigen in Paris.

Jean Claude Pascal wollte nach 1961 ein zweites Mal den Song Contest für sich entscheiden. Er sang für Luxemburg über die Kraft der Musik und er verglich sie mit der Weltmacht Amerika, “C’est peut-être pas l’Amérique”. Er landete zusammen mit Dänemark - wie auch 1979 vertreten durch Tommy Seebach  - auf dem 11. Rang. Jean Claude Pascal starb am 5. Mai 1992 an Lungenkrebs.

 

Björn Skifs aus Schweden war etwas erfolgreicher als 1978, obwohl er in einem Traum gefangen gehalten wurde ("Fångad i en dröm").

 

Marty Brem, Mitglied der Gruppe Blue Danube (Österreich 1980), sang “Wenn du da bist”. Vier junge Damen bemühten sich, ihn optisch zu unterstützen, indem sie in einer Choreographie und Kostümierung tanzten, die eher peinlich als schön war - das galt aber nicht für die drei Damen aus Irland, die Gruppe Sheeba, die in den effektvollsten Kostümen der Veranstaltung über das Horoskop sangen. Eine der drei Damen war Maxi, die schon 1973 für die grüne Insel ins Rennen ging.

 

Ganz knapp verfehlte die deutsche Teilnehmerin Lena Valaitis den Sieg. Nur vier Punkte fehlten ihr zum Höhepunkt ihrer Karriere. Der traurige Titel über den blinden Jungen namens “Johnny Blue” bekam aus jedem Land Punkte außer aus der Schweiz.

 

Die beiden Damen der Gruppe Bucks Fizz - eine davon Cheryl Baker, Mitglied der Gruppe Coco - mussten zwar die zweite Hälfte des Songs “Making Your Mind Up” in einem ganz kurzen Rock singen, sie wirkten aber mit den beiden Herren der Band sehr harmonisch. Und obwohl dieser Beitrag nur von zwei Jurys - Israel und Niederlande -  mit der Höchstwertung honoriert wurde, setzten sie sich zum Schluss an die Spitze. Vierter Sieg also für das britische Königreich, das bis dato zehn Mal auf Platz zwei kam.

 


 

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Österreich Türkei Deutschland Luxemburg
Marty Brem
Modern Folk Trio & Aysegül
Lena Valaitis
Jean-Claude Pascal
"Wenn du da bist" "Dönme dolap" ”Johnny Blue" "C'est peut-être pas l'Amérique"
M. & T.:
Werner Böhmler
D.: Richard Österreicher
M. & T.:
Ali Kotacepe
D.: Ohannes Tunc Boyaci
M.: Ralph Siegel
T.: Bernd Meinunger
D.: Wolfgang Rödelberger
M.: Jean-Claude Petit & Sophie Makhno
T.: Sophie Makhno &
Jean-Claude Pascal
D.: Joël Rocher
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Israel Dänemark Jugoslawien Finnland
Habibi
Debbie Cameron &
Tommy Seebach
Seid Memić Vajta
Riki Sorsa
"Layla" "Krøller eller ej" "Leila" "Reggae o.k."
M.: Shuki Levy
T.: Shlomit Aharoni &
Yuval Dor
D.: Eldad Shrem
M.: Tommy Seebach
T.: Keld Heick
D.: Allan Botchinsky
 M. & T.:
Ranko Boban
D.: Ranko Rihtman
M.: Jim Pembroke
T.: Olli Ojala
D.: Otto Donner
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Frankreich Spanien Niederlande
Irland
Jean Gabilou
Bacchelli Linda Williams
Sheeba
"Humanahum" "Y solo tu" "Het is een wonder"  "Horoscopes"
M.: Jean-Paul Cara
T.: Joe Gracy
D.: David Springfield
 M. & T.:
Amado Jaen
D.: Juan Barcons
 M. & T.: Baert van de Laar & Cees de Wet
D.: Rogier van Otterloo
M.: Joe Burkett
T.: Jim Kelly
D.: Noel Kelehan
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Norwegen
Ver. Königreich
Portugal Belgien
Finn Kalvik
Bucks Fizz
Carlos Paião
Emly Starr
"Aldri i livet"  "Making Your Mind Up" "Play-Back"  "Samson"
M. & T.:
Finn Kalvik 
D.: Sigurd Jansen
 M. & T.:
Andy Hill &
John Danter
D.: John Coleman
M. & T.:
Carlos Paião 
D.: Shegundo Galarza
 M.: Kick Dandy
T.: Kick Dandy &
Penny Els
D.:Giuseppe Marchese
    
SWE 75 SWE 75 ITA 75 SWE 81

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Griechenland
Zypern Schweiz Schweden
Yiannis Dimitras
Island
Peter, Sue & Marc
Björn Skifs
"Feggari kalokerino" "Monika" "Io senza te" "Fångad i en dröm"
 M.: Yiannis Dimitras
T.: Yiannis Dimitras &
Yorgos Niarchos
D.: Yorgos Niarchos

M.: Doros Georghiades
T.: Stavros Sideras
D.: Michalis Rozakis
  M.: Peter Reber
T.: Peter Reber &
Nella Martinetti
D.: Rolf Zuckowski
M. & T.:
Björn Skifs &
Bengt Palmers
D.: Anders Berglund 

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard


 
         Scoreboard 77© RTÉ

 


 

AUS DER PRESSE

 

Presse 1a© RP

Presse 79© BBV

 Presse 81© GONG

  Presse 1© GONG 

  Presse 80 4© HÖRZU

Der Eurovision Song Contest 1980


 Logo79 

25. Eurovision Song Contest - 19. April 1980
       Den Haag
                              

Halle Nederlandse Congresgebouw
Moderation Marlous Fluitsma
Pausen-Act Dutch Rhythm Steel & Show Band
Wertung 11 Juroren pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7...3-2-1
Teilnehmer 19 Länder

 

Siegerland: Irland


france

Interpret:

Johnny Logan

Titel:

"What's Another Year"

Musik & Text:

Shay Healy



Sieg78© BRAVO 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale
Platz         Land  Interpret*inTitelPunkteStartnr.
1. Irland Johnny Logan What's Another Year 143 17
2. Deutschland Katja Ebstein Theater 128 12
3. Ver. Königreich Prima Donna Love Enough For Two 106 13
4. JG Schweiz Paola
Cinéma 104 9
5. Niederlande Maggie MacNeal Amsterdam 93 15
6. Italien Alan Sorrenti Non so che darei 87 6
7. Portugal José Cid Um grande, grande amor 71 14
8. Österreich Blue Danube Du bist Musik 64 1
9. Luxemburg Sophie & Magali Le Papa Pinguin 56 4
10. Schweden Tomas Ledin Just nu 47 8
11. Frankreich Profil Hé, hé, M'sieurs Dames 45 16
12. Spanien Trigo Limpio Quedate esta noche 38 18
13. Griechenland Anna Vissi & Epikouri Autostop 30 3
14.
Dänemark Bamses Venner Tænker alltid på dig 25 7
15. Türkei Ajda Pekkan Petr'oil 23 2
16. Norwegen Sverre Kjelsberg & Mattis Haetta Samiid aednan 15 11
17. Belgien Telex Euro-Vision 14 19
18. MA Marokko Samira Bensaid Bitakat hob 7 5
19. Finnland Vesa-Matti Loiri Huilumies 6 10

 

  


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  

Unknown© www.thehaguesecuritydelta.com/

Israel musste wegen des Holocaust-Gedenktages sowohl die Austragung des Song Contests als auch eine Teilnahme des Landes absagen. Großbritannien, das bereits mehrfach eingesprungen war, lehnte dieses Mal dankend ab, ebenso wie Frankreich und Deutschland (s. Presse). Die Niederlande, die schon 1977 Interesse an der Austragung des Song Contests wegen des Streiks der britischen Fernsehtechniker zeigten, übernahmen nach der Absage Israels die Organisation des Wettbewerbs. Wie 1976 war das Congresgebouw in Den Haag der Ort des Geschehens. Wegen der Kürze der Vorbereitungszeit verwendete man große Teile des Bühnenaufbaus von 1976 erneut.


Zu den Delegationen der 19 Teilnehmernationen gehörten in diesem Jahr auch Ansager, die den jeweiligen Beitrag in der Landessprache ankündigten. 25 Jahre Song Contest mussten ja dementsprechend gefeiert werden. Die griechische Ansagerin, Keli Sakakou, schien einige Probleme mit dem Beitrag des Landes “Autostop”, gesungen von Anna Vissi, zu haben, denn sie musste nachschauen, wie der Titel des Liedes wirklich heißt.
Für Deutschland kündigte Carolin Reiber Katja Ebstein an.

Neben dem Siegerland des Vorjahres fehlte auch Monaco, das sich endgültig vom Song Contest verabschiedet hatte. Das geplante Comeback Jugoslawiens musste wegen der Erkrankung des Staatspräsidenten Josip Tito auf das folgende Jahr verschoben werden.
Marokko nahm seine Teilnahmeberechtigung im Anspruch und entsandte als erstes afrikanisches Land Samira Bensaid. Gesungen wurde der Song “Bitikat hob” in Arabisch. Marokko landete auf dem 18. Platz. Es hat danach keine weitere Teilnahmen Marokkos gegeben.

 

Moderatorin 80© NOS

Durch die Sendung führte Marlous Fluitsma, ursprünglich eine Theaterschauspielerin, die aber in vielen niederländischen Spielfilmen und TV-Serien mitgewirkt hat, u.a. in der niederländischen Version von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Sie war verheiratet mit Hermann van Veen.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT

 

Die Gastgeber setzten auf Maggie MacNeal und ihr Lied über die Schönheiten Amsterdams. Nach dem dritten Platz beim Song Contest 1974 gemeinsam mit ihrem ehemaligen Partner Mouth und nach Beendigung der Zusammenarbeit der beiden, machte Maggie MacNeal eine glänzende Solokarriere. Nach den ersten Wertungen erreichte sie die Spitze des Feldes. Zum Schluss reichte es aber nur zum fünften Platz.

 

Die Türkei wie auch Norwegen präsentierten sich sehr folkloristisch. Leider hatten die Juroren in den anderen Länder wenig Sinn für die orientalischen Klänge des türkischen Beitrags "Petr´oil" bzw. für die nordischen Klänge aus dem Land der Fjorde.

 

Paola aus der Schweiz sang zum zweiten Mal für ihre Heimat. Nach Platz fünf im Jahr 1969 verbesserte sie sich in diesem Jahr mit dem Song “Cinéma” auf Platz vier. Ein Jahr vorher wurde sie bei der deutschen Vorentscheidung mit dem Lied „Vogel der Nacht“ glückliche Dritte.

Das Versprechen der britischen Gruppe Primadonna, sie habe genug Liebe für zwei ("Love Enough For Two"), wurde mit dem dritten Platz bedacht.

Zum allerersten Mal schickte Frankreich eine Gruppe ins Rennen. Die Damen und Herren der Gruppe Profil sangen “Hé, hé, m’sieurs dames”. Diese Premiere wurde mit Platz 11 belohnt.  

 

Aus Deutschland kam eine alte Bekannte auf die Bühne: Katja Ebstein nahm ihren dritten Anlauf beim ESC. Nach zwei dritten Plätzen 1970 und 1971 und einem fünften Platz bei der deutschen Vorentscheidung 1975 mit dem Titel “Ich liebe Dich” landete sie 1980 mit der Ralph-Siegel-Komposition “Theater” auf dem zweiten Platz.   

 

Nur der in Frankston/Australien geborene Sänger Johnny Logan, der für Irland ins Rennen ging, war besser als Katja. Der 25-jährige gelernte Elektriker sang die traurige Ballade “What’s Another Year“ und eroberte die Herzen der Juroren in ganz Europa. Es war bereits der zweite Sieg für die grüne Insel und der Beginn des Mythos Johnny Logan. 

 


   

 DIE TEILNEHMER

 

SLO15 LIT13n MOL13 FIN13

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Österreich Türkei Griechenland Luxemburg
Blue Danube
Ajda Pekkan
Anna Vissi & Epikouri
Sophie & Magali
"Du bist Musik" "Petr'oil" ”Autostop" "Le Papa Pinguin"
M. & T.:
Klaus Peter Sattler
D.: Richard Österreicher
M.: Atilla Ozdemiroglu
T.: Sana Yurdatapan
D.: Atilla Ozdemiroglu
 M.: Jick Nacassian
T.: Rony Sofou
D.: Jick Nicassian
M.: Ralph Siegel &
Bernd Meinunger
T.: Pierre Delanoë &
Jean-Paul Cara
D.: Norbert Daum
    
NOR14 arnaud 02 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Marokko Italien Dänemark Schweden
Samira Bensaid
Alain Sorrenti
Bamses Venner
Tomas Ledin
"Bitakat hob" "Non so che darei" "Tænker altid på dig" "Just nu"
M.: Abdel Ati Amenna
T.: Malou-Rouane
D.: Jean Claudric
 M.: Alan Sorrenti
T.: Alan Sorrenti
D.: Del Newman
 M.: Bjarne Gren Jensen
T.: Flemming Jörgensen
D.: Allan Botschinsky
M. & T.: Tomas Ledin
D.: Anders Berglund
    
AUT 59 ARM 10 RUS14n ITA 60

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Schweiz Finnland Norwegen
Deutschland
Paola Vesa-Matti Loiri Sverre Kjelsberg &
Mattis Haetta
Katja Ebstein
"Cinéma" "Huilumies" "Samiid aednan"  "Theater"
M.: Peter Reber
T.: Peter Reber &
Véronique Muller
D.: Peter Reber
  M.: Aarno Raninen
T.: Vexi Salmi
D.: Ossi Runne
 M.: Sverre Kjelsberg
T.: Ragnar Olsen
D.: Sigurd Jansen
M.: Ralph Siegel
T.: Bernd Meinunger
D.: Wolfgang Rödelberger
    
FRA 60 LUX 61 GBR  61 ITA  61

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Ver. Königreich
Portugal Niederlande Frankreich
PrimaDonna
José Cid
Maggie MacNeal
Profil
"Love Enough For Two"  "Um grande, grande amor" "Amsterdam"  "Hé, hé M'sieurs Dames"
M. & T.:
Stephanie de Sykes &
Stuart Slater
D.: John Coleman
 M. & T.:
José Cid
D.: Jorge Machado
M.: Frans & Sjoukje Smit & Robert Verwey
T.: Alex Alberts
D.: Rogier van Otterloo
 M.: Sylvano Santorio
T.: Richard de Bordeaux & Richard Joffo
D.: Sylvano Santorio
    
SWE 75 SWE 75 ITA 75




 

17.

AD

18.

AD

19.

AD

Irland
Spanien Belgien
Johnny Logan
Trigo Limpio
Telex
"What's Another Year" "Quedate esta noche" "Euro-Vision"
 M. & T.: Shay Healy
D.: Noel Kelehan

M. & T.: José Antonia Martin  D.: Javier Itturalde   M. & T.:
Telex

 

 


  

DIE WERTUNG

 

Scoreboard


 
         Scoreboard 77© NOS

 


 

AUS DER PRESSE

 

Presse 1a© PRISMA

Presse 79© RP

 Presse 75© BBV

  Presse 1© GONG 

        Presse 80 5© FunkUhr
  Presse 80 4© GONG

Die deutsche Vorentscheidung 1980


Nationale VE  -  " Ein Lied für Den Haag"
Datum 20. März 1980
Ort München
Halle BR TV-Studio 4
Moderation Carolin Reiber & Thomas Gottschalk
TV-Sender Bayerischer Rundfunk

Carolin Reiber und Thomas Gottschalk stellten dem Publikum aus dem Fernsehstudio 4 des Bayerischen Rundfunks die 12 Finalisten vor, die sich aus insgesamt 444 Einsendungen durch ein zehnköpfiges Gremium für das Finale qualifizierten.

Am 1979 eingeführten Wertungssystem hielt man wegen des Erfolges der Gruppe Dschinghis Khan fest. 504 repräsentativ vom Meinungsforschungsinstitut INFRATEST in München ausgewählte Fernsehzuschauer wurden unmittelbar nach dem Schnelldurchlauf der 12 Lieder gebeten, diese telefonisch mit 1 bis 12 Punkten zu bewerten. Im Verlauf der Pause wurden die Zwischenergebnisse bekannt gegeben. Kurz vor der Verkündigung des Endergebnisses wurde der nach dem dritten Zwischenergebnis an der Spitze liegende Sänger Costas Cordalis versehentlich bereits als Sieger auf die Bühne geholt. Er gewann jedoch nicht, sondern Katja Ebstein mit dem Titel "Theater"

 

 

Finale
Startnr. Interpret*in Titel Komponisten/Autoren Punkte Platz
1. Mel Jersey Du bist nicht mehr frei Walter Gerke & Mick Hannes 3310 6.
2. Costa Cordalis Pan Ralph Siegel / Kurt Hertha 4644 2.
3. Marianne Rosenberg Ich werd´da sein, wenn es Sturm gibt Joachim Heider / Horst-Herbert Krause 2169 12.
4. Roland Kaiser Hier kriegt jeder sein Fett Jürgen Triebel / Horst-Herbert Krause 2823 8.
5. Stefan Waggershausen & Co. Verzeih´n Sie, Madame Stefan Waggershausen 3625 4.
6. Katja Ebstein Theater Ralph Siegel / Bernd Meinunger 4828 1.
7. Adam & Eve Hallo Adam, Hallo Eva Alexander Gordan / Norbert Hammerschmidt 2847 7.
8. Montezuma Montezuma Castle Rudi Bauer / Gerd Thumser 3586 5.
9. Tony & David Minnesänger - Mädchenfänger Alexander Gordan / Norbert Hammerschmidt 2784 9.
10. Stefan Hallberg Gib uns Zeit Stefan Hallberg 2266 11.
11. Suzanne Klee Wenn du nicht weißt, wohin Jean Frankfurter / John Möhring 3968 3.
12. Viel - Harmoniker In der Oper Gert Wilden / Wolfgang Hofer 2462 10.

 

 

 

ebstein© ARD

Cover© Jupiter Records

Katja Ebstein 

Katja Ebstein gehört zu den erfolgreichsten deutschen Interpret*innen der 1970er und 1980er Jahre. Ihre Karriere begann mit einem sensationellen dritten Platz beim Eurovision Song Contest 1970 mit dem Titel "Wunder gibt es immer wieder", komponiert von Christan Bruhn, den sie 1969 kennen lernte und 1972 auch heiratete. Dieser dritte Platz war das beste Ergebnis, das bis dato ein deutscher Beitrag erzielte.

1971 wiederholte sie den Triumph von 1970. Karin Witkiewicz, so ihrer richtiger Name, wurde am 09.03.1945 in Girlahsdorf bei Breslau geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Berlin, wo sie auch ein Studium in Romanistik und Archäologie absolvierte. 1965 wurde sie von Heino Gaze entdeckt, und sie begann eine klassische Ausbildung als Sängerin, wandte sich aber bald dem Schlager und dem Chanson zu. Sie trat in diversen Folk-Clubs auf und nahm auch an den Burg-Waldeck-Festivals teil.

1975 kam die Trennung von Bruhn. 1979 heiratete sie den TV-Regisseur Klaus Überall. 1980 vertrat sie Deutschland zum dritten Mal beim Eurovision Song Contest. Sie kam mit "Theater" auf den zweiten Platz. Trotz der anhaltenden Erfolge galt ihre Aufmerksamkeit seit Mitte der 1980er Jahre dem Schauspiel. Sie moderierte auch einige TV-Sendungen und gelegentlich griff sie auch zum Mikrofon bei Fernsehgalas oder Shows. Mittlerweile lebt sie in München und auf Langeoog und ist oft als Vortragskünstlerin unterwegs. Ihre größten Erfolge: "Wunder gibt es immer wieder" (1970), "Diese Welt" (1971), "Der Stern von Mykonos" (1973), "Es war einmal ein Jäger" (1974), "Theater" und "Abschied ist ein bisschen wie sterben" (1980), "Dann heirat doch dein Büro" (1980), u.v.a.

  

 
 

 


 

 

 AUS DER PRESSE

 

Presse VE© BILD

 

 

 


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