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Donnerstag, 18 Juni 2020 14:21

Änderungen für den ESC 2021

Die Reference Group hat für 2021 eine Änderung bezüglich der Backing Vocals beschlossen:

 

"Im Rahmen der Maßnahmen zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit des Eurovision Song Contest hat die Referenzgruppe auf einjähriger Probebasis beschlossen, das Verbot von Backing Vocals (Harmonien) von den Backing Tracks aufzuheben. Die Idee hinter der Änderung ist es, den teilnehmenden Sendern die Möglichkeit zu bieten, neue kreative Ideen zu entdecken, mit einer kleineren Delegation für 2021 zu reisen und die technischen Belastungen für den Host Broadcaster zu verringern. Außerdem können Songwriter und Produzenten ihre Werke so nah wie möglich an ihrer ursprünglichen Komposition präsentieren und vor allem sicherstellen, dass der Wettbewerb mit der Zeit geht."

 

DIe Entscheidung auf Backing Vocals, die live singen auf oder hinter der Bühne,  zu verzichten, bleibt den einzelnen Delegationen überlassen. Es seien auch "Mischformen" möglich. Die Anzahl der Backing Vocals, die vom Band eingespielt werden, ist nicht begrenzt.

Freigegeben in ESC 2021 - News
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Montag, 15 Juni 2020 16:13

Termine für den ESC 2021

Die EBU hat am 15. Juni 2020 bekanntgegeben, dass der ESC 2021 am 18., 20. und 22. Mai in Rotterdam stattfinden wird. Unter welchen Bedingungen das geschehen wird, ist noch offen. Man entwickele verschiedene Szenarien je nach dem Stand der Corona-Pandemie. Veranstaltungsort wird die AHOY-Arena sein, die für 2020 entworfene Bühne soll übernommen werden, ebenso wohl das Motto "Open Up" und evtl auch die entsprechende Grafik. Aber diesbzgl. warte man ab, was 2021 thematisch passe.

Die für 2020 gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit. Wer sich seine Tickets erstatten lassen möchte, kann dies hier tun.

Freigegeben in ESC 2021 - News
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Mittwoch, 03 Juni 2020 13:18

Der Eurovision Song Contest 2019

ESC Logo 2010 

64. Eurovision Song Contest - 18. Mai 2019
Tel Aviv

Halle EXPO (International Convention Center)
Motto Dare To Dream
Moderation Bar Refaeli, Assi Azsar, Erez Tal, Lucy Ayoub
Pausen-Acts Idan Raichel, Conchita, Måns Zelmerlöw, Eleni Foureira, Verka Serduchka, Madonna
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 41 Länder (Finale 26 / Semifinale 1 - 17 /
Semifinale 2 - 18)

 

Siegerland: Niederlande


norway

Interpret:

Duncan Laurence

Titel:

"Arcade"

Musik & Text:

Duncan Laurence, Joel Sjöö, Wouter Hardy

Duncan© Thomas Hanses, EBU

 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale - 18. Mai 2019    (Das Ergebnis wurde im Nachhinein korrigiert, s. hier)

Platz          LandInterpret*inTitelJuryTelevotingGesamtStartnr.
1. Niederlande Duncan Laurence Arcade 237 261 498 12
2. Italien Mahmood Soldi 220 252  472  22
3. Russland Sergey Lazarev Scream 126 244  370 5
4. Schweiz Luca Hänni She Got Me 152 212 364  24
5. Schweden John Lundvik Too Late For Love 241 93 334 9
6. Norwegen KEiiNO Spirit In The Sky 40 291  331 15
7. Nordmazedonien Tamara Todevska Proud 247 58 305 8
8. Aserbaidschan Chingiz Truth 202  100 302 20
9. Australien Kate Miller-Heidke Zero Gravity  153 131 284  25
10. Island Hatari Hatrið mun sigra  46 186  232  17
11. Tschechische Republik Lake Malawi Friend Of A Friend 150 7 157 3
12. Dänemark Leonora Love Is Forever 69 51 120  6
13. Zypern Tamta Replay 77 32 109 11
14. Malta Michela Chameleon 87 20 107 1
15. Slowenien Zala Kralj & Gašper Šantl Sebi 46 59  105 10
16. Frankreich Bilal Hassani Roi 67 38  105 21
17. Albanien Jonida Maliqi Ktheju tokës 43 47 90 2
18. Serbien Nevena Božović Kruna 35 54  89 23
19. San Marino Serhat Say Na Na Na 12 65 77 7
20. Estland Victor Crone Storm 28 48 76 18
21. Griechenland Katerine Duska Better Love 50 24 74 13
22. Spanien Miki La venda 1 53 54 26
23. Israel Kobi Marimi Home 0 35  35 14
24. Belarus ZENA Like It 18 13 31 19
25. Deutschland S!sters Sister 24 0 24 4
26. Vereinigtes Königreich Michael Rice Bigger Than Us 8 3  11  16

 

Semifinale  1 - 14. Mai 2019    

Platz          LandInterpret*inTitelJuryTelevotingGesamtStartnr.
1. Australien Kate MIller-Heidke Zero Gravity  121  140  261  12
2. Tschechische Republik Lake Malawi Friend Of A Friend  157  85  242 6
3. Island Hatari Hatrið mun sigra   70  151  221  13
4. Estland Victor Crone Storm  65  133  198  14
5. Griechenland Katerine Duska Better Love  131  54  185  16
6. Slowenien Zala Kralj & Gašper Šantl Sebi  74  93  167  5
7. Serbien Nevena Božović Kruna  91  65  156  9
8. San Marino Serhat Say Na Na Na  26  124  150  17
9. Zypern Tamta Replay  95  54  149  1
10. Belarus ZENA Like It  78  44  122   8
11. Polen Tulia Pali się (Fire Of Love)   60  60  120  4
12. Ungarn Joci Pápai Az én apám  65  32  97  7
13. Belgien Eliot Wake Up  50  20  70  10
14. Georgien Oto Nemsadze Sul tsin iare (Keep On Going)  29  33  62  11
15. Portugal Conan Osiris Telemóveis  8  43  51  15
16. Montenegro D mol Heaven  31  15  46  2
17. Finnland Darude feat. Sebatian Rejman Look Away  9  14  23  3

Semifinale 2 - 16. Mai 2019    

1. Niederlande Duncan Laurence Arcade  140  140  280  16
2. Nordmazedonien Tamara Todevska Proud  155  84  239  17
3. Schweden John Lundvik Too Late For Love 150  88  238  08
4. Schweiz Luca Hänni She Got Me  95  137  232  04
5. Aserbaidschan Chingiz Truth  103  121  224  18
6. Russland Sergey Lazarev Scream  93  124  217  13
7. Norwegen KEiiNO Spirit Of The Sky  40  170  210  15
8. Malta Michela Chameleon 107   50  157  11
 9. Albanien Jonida Maliqi Ktheju tokës  38  58  96  14
10. Dänemark Leonora Love Is Forever  53  41  94  07
11. Litauen Jurij Velenko Run With The Lions  16  77  93  12
12. Moldau Anna Odobescu Stay  58  27  85  03
13. Rumänien Ester Peony On A Sunday  47  24  71  06
14. Kroatien Roko The Dream  26  38  64  10
15. Lettland Carousel That Night  37  13  50  05
16. Armenien Srbuk Walking Out  26  23  49  01
17. Österreich PÆNDA Limits  21  0  21  09
18. Irland Sarah McTernan 22  13  3  16  02

 

 


 

 ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

Bereits unmittelbar nach dem Sieg Israels verkündete Netta, der ESC werde in Jerusalem ausgetragen, was dann umgehend von Ministerpräsident Netanyahu bestätigt wurde. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat nannte die Jerusalem Arena und das Teddy Stadion als mögliche Hallen, wobei das Stadion zunächst überdacht werden müsste. Der Bürgermeister von Tel Aviv hatte zunächst am 13.05.2018 bekannt gegeben, dass Tel Aviv sich nicht um die Ausrichtung bewerben werde.

Die Austragung in Israel war umstritten. So gab es in Island eine Petition zum Boykott und der Bürgermeister von Dublin forderte RTE auf, 2019 nicht am ESC teilzunehmen, ähnlich äußerten sich Charlie McGettigan, ESC-Sieger 1994 und ca. 140 andere internationale Künstler. Man könne dort nicht den ESC feiern, während andere Leute dort sterben. Aufrufe zum Boykott gab es auch in Schweden und Großbritannien. Eine offizielle Stellungnahme bzw. Bekanntgabe seitens der EBU gab es zunächst nicht, allerdings gab es einen etwas ungewöhnlichen Aufruf seitens der EBU, man solle noch weder Flüge noch Hotels buchen. Und sowohl in spanischen als auch in griechischen Medien gab es Berichte, nach denen die EBU dem israelischen TV-Sender IPBC (KAN) bereits mitgeteilt habe, man solle sich u.U. darauf einstellen, dass der nächste ESC nicht in Israel stattfinden werde, falls sich andere TV-Sender dazu entschließen sollten, in diesem Fall nicht teilzunehmen.

Die Diskussionen in Israel gingen unterdessen weiter. So hatte der Generaldirektor des Ministeriums für Kultur und Sport Yossi Sharabi sich dahingehend geäußert, dass Jerusalem nicht  automatisch gesetzt sei. Wohingegen die Ministerin Miri Ragev selbst auf Jerusalem als Gastgeberstadt bestand. Sollte der Contest nicht in Jerusalem stattfinden, sehe sie keine Grundlage für den israelischen Staat, die Veranstaltung mit 14 Mio. Dollar zu finanzieren.   Haifa, Israels drittgrößte Stadt bewarb sich ebenso wie Eilat am Roten Meer. Haifa hätte allerdings das vorhandene Stadion zunächst überdachen müssen. Das sei kein Problem, und wenn es an Hotels fehlen sollte, würden diese noch gebaut werden, so der Bürgermeister. Inzwischen bekundete dann doch Tel Aviv auch Interesse. Zudem wurde seitens der israelischen Regierung erklärt, man werde sich in den Vergabeprozess nicht einschalten. 

Dann gab es Meldungen, wonach der Sender IPBC möglicherweise seine Aufnahme in die EBU erneut beantragen müsse, sollte die Absicht der Regierung in die Tat umgesetzt werden, die Sparten "Nachrichten" und "Unterhaltung" zu trennen, was gegen die EBU-Regeln verstoßen würde. Mittlerweile hatte die israelische Regierung jedoch vorerst darauf verzichtet, diese Trennung vorzunehmen.  Nach einem Meeting von Repräsentanten des israelischen TV-Senders IPBC (KAN) mit der EBU in Genf am 20.06.2018 wurde dann seitens der EBU offiziell bekanntgegeben, dass der ESC 2019 auf jeden Fall in Israel stattfinden werde. Zuletzt waren nach dem Ausscheiden Haifas und Eilats noch Tel Aviv und Jerusalem im Rennen.

Doch der TV-Sender KAN hatte Probleme, bis zum 1. August 2018 die geforderte Garantiezahlung von 12 Mio. Euro als Sicherheit zu leisten. Einen Staatskredit lehnte der Sender ab, forderte stattdessen eine entsprechende Erhöhung des staatlichen Jahresbudgets, was allerdings wiederum staatlicherseits abgelehnt wurde, so Presseberichte. Die Zahlungsfrist wurde dann verlängert bis zum 14. August. Allerdings sah es zunächst nicht danach aus, dass der Sender das Geld ohne Hilfe der israelischen Regierung aufbringen könne. Der Direktor des Senders IPBC hatte sich dann in einem Brief an Premierminister Netanjahu persönlich gewandt. Doch Netanjahu drohte damit, den Sender komplett zu schließen, falls man die 12 Mio. nicht aus dem Jahresbudget nehme. Dazu sah sich der Sender zunächst nicht in der Lage, man müsse dann auf Teile des regulären Programms verzichten und 200 Leute entlassen. Am 14.08.2018  einigte man sich quasi in letzter Minute, dass der Sender einen staatlichen Kredit bekomme über die erforderliche Summe. 

Terminlich gab es eigentlich Einschränkungen wegen verschiedener Feiertage und Gedenktage. Am 8. Mai wird der Unabhängigkeitstag gefeiert. An diesem Tag fanden daher keine Proben statt. In einem Interview stellte Sand klar, dass es keine Ausnahmeregelung bzgl. des Sabbats oder religiöser Feiertage geben könne. Die Vorbereitungen des ESC seien 24 Stunden an sieben Tagen der Woche erforderlich.

 

expo tel aviv venue klein© www.eurovision.tv

Am 13.09.2018 gab die EBU dann schließlich bekannt, dass der 64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv/Israel stattfinden werde. Das Finale war am 18. Mai 2019, die beiden Semifinale am 14. und 16. Mai. Tel Aviv hat sich mit seiner Bewerbung gegen die Mitbewerber Jerusalem und Eilat durchgesetzt.  

Als Veranstaltungshalle wurde das  EXPO Tel Aviv (International Convention Center) ausgewählt. Da die Halle nur ca. 10.000 Zuschauer fasst und diese Kapazität durch Bühnenaufbau und Technik noch reduziert werden musste, war der Green Room erstmals seit 2013 nicht in der Halle eingerichtet, sondern in einem separaten Bereich. 

 

Der EBU-Verantwortliche Jon Ola Sand äußerte sich sehr zufrieden. Er bedankte sich in der offziellen Stellungnahme bei allen israelischen Städten, die sich beworben hatten und beim verantwortlichen TV-Sender KAN. Alle Bewerbungen seien sehr gut gewesen, aber letztlich habe Tel Aviv das beste Gesamtpaket geboten. Der Chairman der ESC Refernce Group, Frank-Dieter Freiling, äußerte sich folgendermaßen: " Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit KAN und darauf,  den ESC zum ersten Mal nach Tel Aviv zu bringen. Wir erwarten noch in dieser Woche Garantien des Premierministers in Bezug auf die Sicherheit, Zugang für alle, Freiheit der Meinungsäußerung und die Versicherung, den ESC frei von politischen Einflüssen zu halten. Diese Garantien sind unerlässlich, um mit den Vorbereitungen zu beginnen und die Werte des ESC wie Diversität und Inklusion hoch zu halten."  

 

 

 

beit hair klein© flickr.com

Am 28. Januar 2019 fand im Museum of Art in Tel Aviv die Übergabe der "Host"-Insignien statt. Der stellvertretende Bürgermeister von Lissabon, Duare Cordeiro, übergab offiziell die "Schlüssel" an den Bürgermeister von Tel Aviv, Roi Huldai. Anschließend wurden die 36 Semifinalisten den beiden Halbfinalen zugelost und auch gelost, in welcher Hälfte des entsprechenden Semifinales die Länder antraten. Außerdem wurde ausgelost, welche der BIG 5 + Gastgeber Israel in welchem Semifinale werten. Die Auslosung wurde geleitet von Lucy Ayoub und Assi Azar. Um Nachbarschaftsvoting zu erschwerden, wurden die 36 Länder wieder auf sechs "Töpfe" aufgeteilt. Es wurde zunächst ausgelost, welche Länder der BIG 5 und Israel in welchem Semifinale werten: Im 1. Semifinale werteten Frankreich, Israel, Spanien, im 2. Semifinale Deutschland, Italien, Ver. Königreich.

41 Länder nahmen teil, die Ukraine zog sich kurzfristig zurück wegen der Kontroverse um den Siegersong der nationalen Vorentscheidung

 

In Tel Aviv wurde dem Gastgeber Israel die Startnummer 14 im Finale zugelost. Der Head of Delegation von Zypern, Evi Papamichael, zog die Startnummer. Alle anderen Startnummern wurden zu einem späteren Zeitpunkt von den Produzenten festgelegt. Den Semifinalisten wurden zunächst nur das jeweilige Semifinale und die entsprechende Hälfte der Show zugelost. Die Startreihenfolge wurde Ende März bekanntgegeben, die Finalreihenfolge in der Nacht nach dem 2. Semifinale.   

 

MOderatoren© EBUDie EBU gab am 25. Januar 2019 die vier Moderatoren*innen bekannt: Assi Azar, Lucy Ayoub, Bar Refaeli und Erez Tal (v.l.n.r.)

 

Assi Azar ist einer der Top-Moderatoren und Drehbuchautoren in Israel und ist Moderator der israelischen Ausgabe von „Big Brother“ und der israelischen Vorentscheidung "HaKochav Haba La-Eurovision". Er schrieb u.a. das Drehbuch zur Erfolgsserie „Die Schöne und der Bäcker“, die nach Russland, die Niederlande und USA verkauft wurde. 2005 zeigte er sein persönliches Coming Out vor seinen Eltern im Rahmen eines Dokumentarfilms („Mama, Papa: Ich muss euch etwas sagen“). Die Zeitschrift „Out“ nahm ihn 2009 in die TOP 100 der einflussreichsten Homosexuellen auf.

Bar Refaeli ist als international erfolgreiches Model ein israelisches „Symbol von Schönheit, Talent und Erfolg“. Sie war das erste israelische Model auf dem Cover einer Zeitschrift für Bademode, die Nr. 1 der HOT 100 der Zeitschrift „Maxim“, präsentierte unter dem Titel „Million Dollar Shooting Star“ eine eigene Model-Casting-Show bei SAT 1 und moderierte die israelische Ausgabe von X Factor 2013.

Erez Tal ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten israelischen TV- und Radiomoderatoren. Er entwickelte in 25 Jahren eine Vielzahl an TV-Primetime-Formaten. Er moderierte außerdem z.B.  10 Staffeln von "Big Brother". Außerdem erfand und moderierte er die Game-Show "The Vault", die als erfolgreichste israelische Game-Show in 23 Länder verkauft wurde. 2018 kommentierte er den ESC für den israelischen TV-Sender KAN. 

Lucy Ayoub begann ihre Karriere als Youtube-Influenzerin. 2016 wurde sie bekannt durch ihre Teilnahme an einem israelischen Poetry Slam-Wettbewerb. Seit 2017 hat sie eine wöchentliche Kultur-Radiosendung und moderiert die tägliche TV-Sendung „Culture Club“. 2018 gab sie die israelischen Punkte beim ESC durch.    

 

 

© KAN

Das Motto für den ESC 2019 lautete "Dare To Dream" (Wage es zu träumen).

Am 8. Januar 2019 stellte die EBU das diesjährige Sublogo vor. Es wurde entwickelt von zwei führenden israelischen Agenturen: "Awesome Tel Aviv" (Kreativkonzept) und "Studio Adam Feinberg (ST/AF) (Logo). Das Sublogo stellt  3 Dreiecke dar. Das Dreieck sei eine der ältsten Formen der Welt, ein Symbol, das man als Grundpfeiler überall in der Kunst, Musik, Kosmologie und Natur wiederfinde und das Verbindung und Kreativität repräsentiere. Indem die drei Dreiecke sich verbänden, würden sie zu einer neuen einzigen Einheit, die den unendlichen Sternenhimmel  widerspiegele, so wie die Stars der Zukunft in Tel Aviv zum ESC 2019 zusammenkämen, so die Erklärung.  

 

Sublogoversionen© KANDas Logo gab es in drei Variationen:

Der EBU-Supervisor Jon Ola Sand erklärte hierzu:

 "Dieses Motto repräsentiert und symbolisiert alles, was den ESC ausmacht. Es geht um Inklusion, Verschiedenartigkeit, Einheit. Auf dieser Bühne zu stehen, den Traum zu wagen, den Contest gewinnen zu können, mutig und zuversichtlich  genug zu sein, vor einem welweitent Publikum zu stehen und zu performen, das ist etwas, für das es sich zu träumen lohnt. Das ist genau das, was Netta 2018 getan hat, als sie in Lissabon antrat. Sie kam auf diese Bühne mit einem Traum, dem Traum, den ESC zurück nach Israel zu bringen, und das ist ihr gelungen. Und nächstes Jahr im Mai in Tel Aviv werden wir uns alle treffen, um die guten Werte des ESC zu feiern mit der Hilfe des TV-Senders KAN und des israelischen Teams."

 

 

© Florian Wieder

Der deutsche Bühnendesigner Florian Wieder hat auch die ESC-Bühne in Tel Aviv entworfen. Wieder zeichnete bereits verantwortlich für die Bühnen in Düsseldorf 2011, Baku 2012, Wien 2015, Kiew 2016 und Lissabon 2017.

 

 

 

 

Habima Square© Tel Aviv Municipality

Der "Orangene Teppich"  (die Farbe wurde gewählt wegen des Sponsors "My Heritage") fand auf dem Habima Square am 12. Mai 2019 statt, anschließend gab es einen Willkommensempfang für die Delegationen im Charles Bronfman Auditorium.

 

Das Eurovision Village war das größte aller Zeiten. Es öffnete im Charles Clore Park von 12. – 18.05.2019 von nachmittags bis in den Abend. Neben Auftritten von Dana International und Izhar Cohen sowie anderer israelischer Stars wurden hier auch die Semifinale und das Finale live übertragen. Im Hafen gab es u.a. eine Dana International-Ausstellung und eine Musikshow mit Anne Marie David, Loreen und Carola. 

 

Fancafe© VIVO

OGAE Israel hat das Euro Fan Café im größten Club Tel Avivs, Ha-Oman 17, vom 12.05.- 19.05.2019 betrieben. In Zusammenarbeit mit VIVO Productions gab es jede Nacht eine große Party. Bei diesen Partys traten viele ehemalige ESC-Teilnehmer aus ganz Europa und auch israelische ESC-Größen auf. Der EuroClub lag im Hafen von Tel Aviv (Hangar 11).

Für die Fans war Tel Aviv in Bezug auf das von OGAE organisierte Rahmenprogramm eine tolle Gastgeberstadt.

 

 

 

 FAZIT

 

Es war eine tolle TV-Show! Mit 4 Stunden und 11 Minuten allerdings die längste in der ESC-Geschichte. Eine Green Room-Schalte jagte die nächste, und es gab eine „Inflation“ von Interval-Acts: Das 1. Semifinale eröffnete Netta mit einer neuen Version von „Toy“. Dana International trat im 1. Semifinale und im Finale auf. Im 2. Semifinale trat die Band Shalva, Finalisten der VE-Show „Rising Star“, auf.

Eine ganz besondere Performance gab es mit Conchita, Måns Zelmerlöw, Eleni Foureira und Verka Serduchka: Conchita sang „Heroes“, Måns „Fuego“, Eleni „Dancing lasha tumbai“ und Verka „Toy“. Zum Schluss sangen alle gemeinsam zusammen mit Gali Atari „Hallelujah“.

Auf Einladung des israelischen Milliardärs Sylvan Adams trat Madonna als Pausen-Act auf. Die Organisation des Auftritts inklusice der Kosten für den Begleit-Tross von ca. 160 Leuten soll angeblich rund eine Million Euro gekostet haben.

Diese Acts waren im Großen und Ganzen durchaus unterhaltsam, wenn man auch auf den misslungenen Auftritt Madonnas vielleicht hätte verzichten können. Aber immerhin war sie sich als Superstar nicht zu schade, sich im Green Room an die Teilnehmer zu wenden und ihnen Mut zuzusprechen bzw. ihnen zu ihrer bisherigen Leistung zu gratulieren: Hut ab!

 

Das Intro mit Netta als Pilotin und Jon Ola Sand als Fluglotse war grandios, die Unterbrechung des Einmarsches der Nationen durch ehemalige israelische ESC-Vertreter wie Ilanit konnte einem als Fan die Tränen in die Augen treiben ebenso wie das „Hallelujah“ mit Gali Atari und den Protagonisten des Song-Switch: Conchita, Måns Zelmerlöw, Eleni Foureira und Verka Serduchka.

Ebenfalls sehr gelungen waren die Postcards mit tanzenden (oder auch einfach nur in der Gegend herumstehenden) Sängerinnen und Sängern. Sehr schön auch die Videocollagen aus alten ESC-Ausschnitten. Die Bühne mit den LED-Effekten beeindruckte sehr. Es wurde übrigens dieses Mal noch deutlicher als in den letzten Jahren, dass der ESC wirklich eine reine TV-Show ist, denn z. B. die Auftritte Australiens und auch Serbiens waren speziell für den Bildschirm konzipiert. Die veränderte Präsentation des Votings führte zu einem Endspurt, der spannender kaum hätte sein können. Erst ganz am Schluss war klar, dass die Entscheidung zwischen den Niederlanden und Schweden zugunsten von Duncan Laurence aus demn Niederlanden gefallen war.

 

Der Sanremo-Sieger Mahmood belegte für Italien mit "Soldi" den zweiten Platz. Mit Platz drei musste sich zum zweiten mal Sergey Lazarev aus Russland begnügen, der dieses Mal mit einer Ballade antrat.

 

Der ehemalige DSDS-Sieger Luca Hänni erreichte mit einer tollen Performance des Uptempo-Songs "She Got Me" den vierten Platz,  für die Schweiz das beste Ergebnis seit dem dritten Platz von Annie Cotton 1993!

 

Televotingsieger wurde Norwegen mit dem Trio KEiiNO, doch durch die Jurys "abgestraft", erreichten sie nur Platz sechs im Finale. Ähnlich erging es der provokanten Band Hatari aus Island, die durch ein niedriges Ergebnis bei den Jurys nur auf Platz zehn kam. Es gab Ärger mit der EBU, weil sie verbotenerweise mit dem Zeigen der palästinensischen Flagge provozierten, ebenso wie Madonna bei ihrem Auftritt.

 

Das beste Ergebnis für Nordmazedonien in der ESC-Geschichte erreichte Tamara Todevska bei ihrem zweiten Anlauf nach 2008 mit der Powerballade "Proud". 

Ebenfalls zum zweiten Mal trat Serhat für San Marino an, dieses Mal klappte der Einzug ins Finale (Platz 19) mit dem Mitklatsch-Song "Say Na Na Na". Knapp gescheitert sind dagegen Tulia aus Polen, ihr "weißer Gesang" war halt nicht für alle Ohren angenehm.

 

Die spektakulärste Inszenierung bot ohne Zweifel Australiens Kate Miller-Heidke, die (auf einer unsichtbaren beweglichen Stange stehend) wie im Weltraum umherzuschweben schien, passend zum Titel "Zero Gravity".

 

Tamta aus Zypern konnte den Erfolg von Eleni Foureira (Platz zwei) mit einem ähnlichen Titel wie "Fuego" - nämlich "Replay" - nicht wiederholen: Platz 13!

 

Den skurillsten Auftritt bot wohl Conan Osiris für Portugal: Ein wirrer Song mit Fadospuren und arabischen Einflüssen mit einer wirren Performance mit Elementen aus Ballett, Stepptanz und Breadance fand kaum Gegenliebe und landete auf Platz 15 im Semifinale.

 

Überhaupt keine Gegenliebe fand der deutsche Act, die S!sters, bei den Televotern. So bleibt der bedauernd ausgesprochene Satz von Bar Refaeli: "Germany I'm sorry, zero points!"  wohl für immer eine Mahnung, es in Zukunft besser zu machen!

 

 


 

 DIE WERTUNG 

 

Um die Spannung bei der Punktevergabe weiter zu erhöhen, hat die EBU beschlossen, dass nach der Bekanntgabe der Juryvotings die Televotingergebnisse nicht mehr - wie bisher - in der Reihenfolge der niedrigsten zur höchsten Televotingpunktzahl bekannt gegeben wurden, sondern in der Reihenfolge der niedrigsten bis zur höchsten Jurywertung. Das heißt konkret, dass die Moderatoren mit dem Land beginnen, das nach dem Juryvoting am Ende des Scoreboards rechts unten steht. Das hat zur Folge, dass man als Zuschauer bis zum Schluss nicht weiß, wieviele Punkte das jeweiige Land bekommt, es sei denn man hat zeitgleich alles mitgerechnet.

 

Die weißrussische Jury wurde disqualifiziert, nachdem sie ihre Wertung des 1. Semifinales öffentlich gemacht hatte. Nach den Regeln wird in solch einem Fall eine fiktive Wertung erstellt, errechnet aus den Wertungen von Ländern, die ähnlich gewertet haben - das sind vermutlich die Länder, die im gleichen Lostopf bei der Semifinalauslosung waren. Durch einen menschlichen Fehler ging allerdings eine fehlerhafte Wertung als die von Belarus in das Ergebnis des Finales ein. Die EBU hat diesen Fehler korrigiert, so dass es einige Verschiebungen im Endergebnis gab.

 

Das ursprüngliche fehlerhafte Endergebnis sah so aus:

 

Scoreboard© EBU

 

 


 

 

 DIE TEILNEHMER - FINALE

 

ITA 58 HOL 58 FRA 58 ISL14n

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Malta Albanien Tschechische Republik
Deutschland
Michela Jonida Maliqi
Lake Malawi
S!sters
"Chameleon" "Ktheju tokës" "Friend Of A Friend" "Sister"
M. & T.: Joacim Perrson, Paula Winger, Borislav Milanov, Johan Alkanas M. & T.:
Eriona Rushiti
M. & T.: Jan Steinsdoerfer, Maciej Mikolaj Trybulec, Albert Černý M. & T.:Laurell Barker, Marine Kaltenbacher, Tom Oehler, Thomas Stengaard
    
HOL 1

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Russland Dänemark San Marino
Nordmazedonien
Sergey Lazarev
Leonora
Serhat
Tamara Todevska
"Scream" "Love Is Forever" "Say Na Na Na" "Proud"
M.: Philipp Kirkorov,
Dimitris Kontopoulos
T.: Sharon Vaughn,
Dimitris Kontopoulos
M. & T.:
Lise Cabble, Melanie Wehbe, Emil Lei
M.: Serhat Hacıpaşalıo
T.: Serhat,
Mary Susan Applegate
M.: Darko Dimitrov, Lazar Cvetkoski, Robert Bilbilov
T.: Kosta Petrov,
Sanja Popovska
    
GRE14n AUT14neu

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Schweden
Slowenien Zypern Niederlande
John Lundvik
Zala Kralj &
Gašper Šantl
Tamta
Duncan Laurence
"Too Late For Love" "Sebi" "Replay" "Arcade"
M. & T.:
John Lundvik, Anderz Wrehov, Andreas Stone Johansson
M. & T.:
Zala Kralj, Gašper Šantl
M. & T.: Alex Papaconstantinou, Teddy Sky, Kristoffer Fogelmark, Albin Nedler, Viktor Svensson M. & T.:
Duncan Laurence, Joel Sjöö, Wouter Hardy
    
RUS14n

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Griechenland Israel
Norwegen Ver. Königreich
Katerine Duska
Kobi Marimi
KEiiNO Michael Rice
"Better Love" "Home" "Spirit In The Sky" "Bigger Than Us"
M.: Katerine Duska, Leon of Athens, David Sneddon,
Phil Cook
T.: Katerine Duska,
David Sneddon
M & T.:
Inbar Wizman,
Ohad Shragai
M. Tom Hugo, Fred Buljo, Henrik Tala, Rüdiger Schramm
T.: Tom Hugo, Fred Buljo, Alexandra Rotan,
Alexander Olsson
M. & T.: Laurell Barker,
Anna-Klara Folin,
John Lundvik,
Jonas Thander
    
FIN14n

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Island Estland Belarus Aserbaidschan
Hatari
Victor Crone
ZENA Chingiz
"Hatrið mun sigra" "Storm" "Like It" "Truth"
M. & T.:
Einar Hrafn Stefánsson, Klemens Nikulásson Hannigan, Matthías Tryggvi Haraldsson
M.: Stig Rästa, Vallo Kikas, Victor Crone, Sebastian Lestapier
T.: Stig Rästa, Victor Crone, Fred Krieger
M.: Yuliya Kireyeva, Victor Drobysh
T.: Yuliya Kireyeva
M.: Borislav Milanov, Trey Campbell, Bo J, Pablo Dinero, Hostess, Chingiz
T.: Borislav Milanov, Trey Campbell, Bo J, Hostess
    
MALneu

21.

AD

22.

AD

23.

AD

24.

AD

Frankreich Italien Serbien Schweiz
Bilal Hassani
Mahmood Nevena Božović Luca Hänni
"Roi" "Soldi" "Kruna" "She Got Me"
M. & T.:
Emilie Satt, Jean-Karl Lucas
M.: Dardust, Mahmood, Charlie Charles
 T.: Dardust, Mahmood
M.: Nevena Božović,
Darko Dimitrov
T.: Nevena Božović
M. & T.:
Laurell Barker, Mac Frazer, Luca Hänni, Jon Hällgren, Lukas Hällgren
Laura Elizabeth Hughes
 








 

 






25.

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26.

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Australien Spanien
Kate Miller-Heidke
Miki
"Zero Gravity" "La venda"
M. & T.: Kate Miller-Heidke, Keir Nuttall M. & T.:
Adriá Salas

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

ALB 10 ARM 10 ARM 10 SWE14

1.

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2.

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3.

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4.

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Zypern
Montenegro Finnland Polen
Tamta
D-mol
Darude feat.
Sebastian Rejman
Tulia
"Replay" "Heaven" "Look Away" "Fire of Love (Pali się)"
M.: Alex Papaconstantinou, Teddy Sky, Kristoffer Fogelmark, Albin Nedler, Viktor Svensson
T.: A. Papaconstantinou, Geraldo Sandell, V. Svensson, A. Nedler, K. Fogelmark
M : Dejan Božović
T.: Adis Eminić
M & T.:
Sebastian Rejman &
Ville Virtanen
M.: Nadia Dalin
T.: Sonia Krasny, Allan Rich, Jud Friedman
 
ALB14

5.

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6.

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7.

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8.

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Slowenien
Tschechische Republik
Ungarn Belarus
Zala Kralj & Gašper Šantl Lake Malawi
Joci Pápai
ZENA
"Sebie" "Friend Of A Friend" "Az én papam" "Like It"
M. & T.:
Zala Kralj & Gašper Šantl
M. & T.:
Jan Steinsdoerfer, Maciej Mikolaj Trybulec, Albert Černý
M.: Joci Pápai, Ferenc Molnár
 T.: Ferenc Molnár
M.:Yuliya Kireyeva,
Victor Drobysh
T.: Yuliya Kireyeva
 
MOL1neu SMA14

9.

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10.

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11.

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12.

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Serbien Belgien Georgien
Australien
Nevena Božović Eliot Oto Nemsadze
Kate Miller-Heidke
"Kruna" "Wake Up" "Keep On Going" "Zero Gravity"
M.: Nevena Božović,
Darko Dimitrov
T.: Nevena Božović
M. & T.: Pierre Dumoulin,
Eliot Vassamillet
M.: Roma Giorgadze
T.: Diana Giorgadze
M. & T.:
Kate Miller-Heidke,
Keir Nuttall
 
POR14 MTG14

13.

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14.

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15.

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16.

AD

Island Estland
Portugal Griechenland
Hatari
Victor Crone
Conan Osíris
Katerine Duska
"Hatrið mun sigra" "Storm" "Telemóveis" "Better Love"
M. & T.: Einar Hrafn Stefánsson, Klemens Nikulásson Hannigan, Matthías Tryggvi Haraldsson M.. Stig Rästa, Vallo Kikas, Victor Crone, Sebastian Lestapier
T.: Stig Rästa, Victor Crone, Fred Krieger
M. & T.:
Conan Osíris
M.: Katerine Duska, Leon of Athens, David Sneddon,
Phil Cook
 T.: Katerine Duska,
David Sneddon
 
SUI1


 






 

 

17.

AD

San Marino
Serhat
"Say Na Na Na"
 M.: Serhat Hacıpaşalıoğlu
T.: Serhat, Mary Susan Applegate

 
 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

MAL14n ISR14 GEO14jpg

1.

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2.

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3.

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4.

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Armenien Irland Moldau
Schweiz
Srbuk
Sarah McTernan
Anna Odubescu
Luca Hänni
"Walking Out" "22" "Stay" "She Got Me"
M.: Lost Capital, tokionine
T.: Garik Papoyan

M. & T.:
Janieck van de Polder,
Marcia Sondeijker,
Roel Rats
M. & T.: Georgios Kalpakidis, Thomas Reil, Jeppe Reil, Maria Broberg M. & T.: Laurell Barker, Mac Frazer, Luca Hänni, Jon Hällgren, Lukas Hällgren
 
HOL LIT1n FIN14n

5.

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6.

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7.

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8.

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Lettland Rumänien Dänemark Schweden
Carousel
Ester Peony
Leonora
John Lundvik
"That Night" "On A Sunday" "Love Is Forever" "Too Late For Love"
M.: Sabine Žuga, Mārcis Vasiļevskis
T.: Sabine Žuga
M.: Ester Alexandra Creţu, Alexandru Şerbu
T.: Ioana Victoria Badea
M. & T.:
Lise Cabble, Melanie Wehbe, Emil Lei
M. & T.: John Lundvik, Anderz Wrehov, Andreas Stone Johansson
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

9.

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10.

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11.

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12.

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Österreich Kroatien
Malta Litauen
PÆNDA Roko
Michela
Jurij Veklenko
"We Got Love" "The Dream" "Chameleon" "Run With The Lions"
M. & T.:
PÆNDA
M.: Jacques Houdek
T.:Jacques Houdek, Charlie Mason, Andrea Čubrić
M. & T.: Joacim Perrson, Paula Winger, Borislav Milanov, Johan Alkanas M. & T.: Eric Lumiere,
Ash Hicklin,
Pele Loriano
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

13.

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14.

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15.

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16.

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Russland
Albanien Norwegen Niederlande
Sergey Lazarev
Jonida Maliqi
KEiiNO
Duncan Laurence
"Scream" "Ktheju tokës" "Spirit Of The Sky" "Arcade"
M.: Philipp Kirkorov,
Dimitris Kontopoulos
T.: Sharon Vaughn, 
Dimitris Kontopoulos
M. & T.:
Eriona Rushiti
M.: Tom Hugo, Fred Buljo, Henrik Tala, Rüdiger Schramm
  T.: Tom Hugo, Fred Buljo, Alexandra Rotan,
Alexander Olsson
M. & T.:
Duncan Laurence, Joel Sjöö, Wouter Hardy
 





MTG14

 





17.

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18.

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Nordmazedonien Aserbaidschan
Tamara Todevska
Chingiz
"Proud" "Truth"
M.: Darko Dimitrov, Lazar Cvetkoski, Robert Bilbilov
T.: Kosta Petrov,
Sanja Popovska
M.: Borislav Milanov, Trey Campbell, Bo J, Pablo Dinero, Hostess, Chingiz
T.: Borislav Milanov, Trey Campbell, Bo J, Hostess

 

 


 

WERTUNG - FINALE

 

Wertungstabelle Finale 19© ECG e. V.

 

DIE WERTUNG SEMIFINALE 1 + 2

 

Wertungstabelle Semifinale 1 19© ECG e. V.

Wertungstabelle Semifinale 2 19© ECG e. V.

 

 


 

 AUS DER PRESSE

 

 

So gewann ein Niederländer in Tel Aviv

FAZ.net, von Peter-Philipp Schmidt, 19.05.2019

 

Am Ende des Abends stehen die Niederlande ganz oben und Deutschland fast ganz unten. Für Diskussionen sorgen die Politik, Madonna und eine Null-Punkte-Entscheidung.

Zwei Mal ein „Yes“. Mehr brachte Duncan Laurence zunächst nicht heraus, als er am frühen Morgen zum zweiten Mal auf der Bühne stand. Kurz vorher hatte ihn Netta, die Vorjahressiegerin des Eurovision Song Contest (ESC), schon umarmt und ihm die gläserne Trophäe überreicht, nachdem er sich vor ihr zunächst tief verbeugt hatte. Dann hielt er die Trophäe des Siegers hoch und rief: „Das ist für die großen Träume und dafür, dass Musik an erster Stelle steht. Immer!“ Es war auch ein Seitenhieb auf all diejenigen, die in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten versucht hatten, den diesjährigen ESC in Tel Aviv in irgendeiner Weise zu instrumentalisieren – etwa politisch. Danach sang der Niederländer noch einmal sein Lied „Arcade“, dieses Mal aber nicht mit melancholischem Blick, sondern strahlend vor Glück. 

Duncan Laurence, der schon seit März, seit „Arcade“ veröffentlicht worden war, als Favorit auf den Sieg gehandelt wurde, hat es geschafft: Nach 44 Jahren haben die Niederlande endlich wieder einen Gewinner. Vier Mal zuvor hatte die stolze Grand-Prix-Nation, die genauso wie Deutschland seit 1956 und damit von Anfang an dabei ist, den Wettbewerb gewonnen: 1957, 1959, 1969 und zuletzt 1975. Danach kam eine lange Durststrecke, und es kamen viele katastrophale Jahre: Von 2005 bis 2012 erreichten unsere Nachbarn nicht einmal das Finale.

Duncan Laurence musste in der vergangenen Nacht bis zwei Uhr morgens warten, bis feststand, dass er gewonnen hatte. Da zunächst die Punkte der Jurys vergeben wurden, die Sprecher aus den 41 Teilnehmerländern gaben nur noch die höchste Punktzahl zwölf bekannt, sah es nach einem Kopf-an-Kopfrennen zwischen den Niederlanden (231 Punkte), Nord-Mazedonien (237 Punkte) und Schweden (239 Punkte) aus.

Das Ergebnis des Televotings wurde nun aber noch aufaddiert, beginnend bei dem Land mit den wenigsten Jury-Punkten. Das war Spanien: Zu sieben Punkten kamen 53 hinzu, was einen Sprung in der Rangliste nach oben bedeutete. Deutschland lag da noch mit immerhin 32 Punkten auf dem 21. Platz, bekam aber, und das als einziges Land überhaupt, von den Zuschauern null Punkte. Das war eine herber Schlag für die deutsche Delegation, den NDR und das Duo S!sters, das damit vor dem Vereinigten Königreich (16 Punkte) und Weißrussland (31 Punkte) auf dem 24. Platz landete.

Einen ähnlichen Schlag bekamen kurz danach die Norweger versetzt: Das Trio Keiino lag mit dem Lied „Spirit In The Sky“ und seinen 47 Jury-Punkten zunächst nur knapp vor Deutschland, bekam dann aber die höchste Televoting-Punktzahl überhaupt: 291 Punkte. Am Ende wurden sie sogar Fünfte.

So ging es weiter, für ein Land ging es nach oben, für ein anderes weit nach unten. Schließlich war die Nummer drei an der Reihe: Die Niederlande mit Duncan Laurence bekam 261 Punkte dazu, die Nummer zwei, Nord- Mazedonien mit Tamara Todevska, danach nur 58. Damit wurde aus dem Dreikampf ein Zweikampf: Niederlande oder Schweden. Schließlich gab es von den Zuschauern für John Lundvik und seinen selbst geschriebenen Song „Too Late For Love“ nur 93 Punkte dazu. Das war’s für ihn. Der Schwede  rutschte auf Platz sechs ab noch hinter Italien (465 Punkte), Russland (369), Schweiz (360) und Norwegen (338).

 

Spannende Punktevergabe

Die neu geregelte Punktevergabe macht es am Ende noch spannender als bisher, gerade wenn es an der Spitze nach der Jury-Entscheidung ein so dichtes Gedränge gibt wie in der vergangenen Nacht. Doch man kann mit ihr auch nicht nach den Sternen greifen. Selbst wenn der Russe Sergei Lasarew zu seinen 125 Jury-Punkten noch die Zuschauer-Punkte der Norweger bekommen hätte, er wäre nicht an Italien und den Niederlanden vorbeigekommen. Wer bei den einen nicht ankommt, kann durch die anderen allein nicht mehr gewinnen.

Für Lasarew war es nach 2016 wieder nur der dritte Platz beim ESC. Eine herbe Enttäuschung für den russischen Superstar, der am Samstagmorgen noch zum äußersten Mittel gegriffen hatte: Nur mit einem Handtuch um die Hüfte fotografierte er sich im Bad seines Hotelzimmers und postete dann das erste richtige Oben-Ohne-Bild von sich auf Instagram, wo ihm fast vier Millionen Fans folgen. Doch selbst das verschaffte ihm, der bei seinen perfekten Auftritten unterkühlt und wenig sympathisch rüberkommt, nicht den Sieg.

 

Starker Schweizer

Bei Charme und Sympathie wiederum punktet der Schweizer Luca Hänni. Er holte mit dem vierten Platz das beste Ergebnis für die Eidgenossen sei 26 Jahren, seit dem dritten Platz 1993 von Annie Cotton („Moi, tout simplement“). Die S!sters hingegen, Laura Kästel und Carlotta Truman, fügen sich, wenn man von Michael Schultes vierten Platz („You Let Me Walk Alone“) 2018 absieht, nahtlos in die Reihe der Verliererinnen der vergangenen Jahre ein.

Bei den beiden Deutschen lief vieles schief: Vor allem kamen sie und ihr Lied „Sister“ einfach nicht an. Hinzu kam eine schwache Inszenierung, sichtbare Nervosität bei der erst 19 Jahre alten Carlotta Truman und überhaupt eine Überforderung der beiden jungen Sängerinnen. Sie hatten Spaß am ESC, fielen sich nach ihren Auftritten wie kleine Kinder um den Hals, zeigten damit aber auch, dass sie den Ernst der Veranstaltung offenbar nicht verstanden hatten: Man muss gewinnen wollen, um jeden Preis. Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht. Aber es gibt eben nur zwei Mal drei Minuten, die alles entscheiden – zum einen bei der zweiten Generalprobe am Freitagabend, wenn die Juroren abstimmen, zum anderen beim eigentlichen Finale. Sich vorher zudem bekannt zu machen in aller Welt, kann sicherlich nicht schaden. Und das auf vielen Kanälen.

 

Junger Gewinner

Auch Duncan Laurence ist ein noch junger Künstler. Erst in diesem Jahr schloss er seine Ausbildung an der Rock-Akademie in Tilburg ab. Der 1994 in Spijkenisse als Duncan de Moor geborene Sänger nahm wie Laura Kästel und Carlotta Truman an einer Castingshow teil, kam bei „The Voice of Holland“ aber nur ins Halbfinale. Allerdings fand er dort, im Jahr 2014, eine Mentorin, die ihn bis heute begleitet: Ilse DeLange.

Sie bildete ebenfalls 2014 zusammen mit Waylon das Duo The Common Linnets, das beim ESC in Kopenhagen mit „Calm After The Storm“ auf den zweiten Platz kam. Sie war es auch, die entscheidenden Anteil daran hatte, dass Duncan Laurence ohne Vorentscheid vom niederländischen Sender Avrotros für den ESC ausgewählt wurde.

Das Lied „Arcade“ hat Duncan Laurence selbst geschrieben. Es handelt von einer persönlichen Erfahrung, dem Tod einer Person, die er sehr geliebt habe. Er brauche persönliche Inspirationen für seine Songs, sagt Duncan Laurence. „Die Worte, Akkorde und Melodien kamen dann wie von selbst zu mir, als fielen sie vom Himmel.“ Doch erst mit der Hilfe von Joel Sjöö und Wouter Hardy sei daraus auch eine Geschichte geworden, die nicht allein mehr seine sei, sondern viele Menschen anspreche.

Mit „Arcade“ hatte sich der Niederländer schon klar im zweiten Halbfinale gegen die Konkurrenz durchgesetzt, das erste Halbfinale hatte die Australierin Kate Miller-Heidke mit ihrem Lied „Zero Gravity“ gewonnen, wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Sonntagmorgen zum Abschluss des 64. ESC in Tel Aviv bekanntgab.

 

Gastgeber Israel

Israel hat sich in den vergangenen Tagen als guter Gastgeber erwiesen. Und auch wenn sich die Regierung weitgehend aus dem ESC heraushielt, nachdem Ministerpräsident Benjamin Netanjahu anfangs noch vollmundig verkündet hatte, der Wettbewerb werde in Jerusalem stattfinden. Das war letztlich nicht durchsetzbar, auch weil der politische Status der geteilten Stadt umstritten ist. Der Grand Prix, bei dem es um Musik, nicht um Politik gehen soll, war dennoch politisch aufgeladen. In einem Land wie Israel lässt sich das gar nicht vermeiden.

Doch war eine Politisierung wohl auch von israelischer Seite gewollt. Offensichtlich mit Bedacht wurden zum Beispiel einige der „Postkarten“ des Finales an Orten gedreht, die völkerrechtswidrig von Israel besetzt sind. Moderatorin Lucy Ayoub beschrieb sie während des ESC als „Israels spektakulärste und schönste Orte“ und ging damit über das brisante Thema lapidar hinweg.

Während vor allem die westeuropäischen Länder strikt darauf achteten, darunter auch Deutschland, sich in dieser Hinsicht nicht angreifbar zu machen, scheint dies mehreren osteuropäischen Staaten nicht so wichtig gewesen sein. Gleich vier Finalisten wurden mit Filmen vor ihren Auftritten vorgestellt, die in besetzten oder umstrittenen Gebieten gedreht wurden: Sergei Lasarew ist vor der Davidszitadelle in der Altstadt Jerusalems zu sehen, die Serbin Nevena Božović war zur Kirschblüte in En Siwan, einer israelischen Siedlung in den nördlichen Golanhöhen, die Albanerin Jonida Maliqi war am Wasserfall Banias, ebenfalls an den Golanhöhen, und die Jüngste des gesamten Feldes, die Weißrussin Zena, besuchte das Rockefeller Museum knapp außerhalb der Altstadt in Ostjerusalem, das von Israel 1980 annektiert worden war, was der UN-Sicherheitsrat noch im selben Jahr für nichtig erklärte.

 

Madonnas Auftritt

Ebenfalls kritisiert wurde die Art und Weise, wie die amerikanische Pop-Diva Madonna für den ESC gewonnen wurde. Sie flog mit Privatjet ein, ohne zuvor einen Vertrag mit der EBU abgeschlossen zu haben. So war erst kurz vor dem Finale überhaupt klar, dass sie auftreten würde. An den offiziellen Generalproben nahm sie nicht teil, im Tagesplan tauchte nur hier und da ein „M“ auf, die Halle war dann jeweils abgesperrt. Für ihren Acht-Minuten-Auftritt bekam die Sechzigjährige von dem in Kanada beheimateten israelischen Milliardär Sylvan Adams angeblich 1,3 Millionen Dollar gezahlt – eine Summe, die der ausrichtende Sender Kan nie hätte aufbringen können.

Ihre Showeinlage wirkte bombastisch. Zum Dreißigjährigen ihres Liedes „Like A Prayer“ ertönten Kirchenglocken, ein Chor von 35 Mönchen sang dazu auf einer gigantischen Treppe. Danach hatte ihr neuestes Werk „Future“ Premiere, bei dem sie vom amerikanischen Rapper Quavo begleitet wurde. Im Vergleich zu vielen anderen Beiträgen des Abends von jüngeren Künstlern präsentierte sich Madonna, die mal wieder mit Augenklappe auftrat, nicht auf der Höhe der Zeit.

Für die ESC-Fans viel unterhaltsamer war der Rest der Show, vor allem die Idee, ehemalige Teilnehmer zu bitten, das Lied des anderen zu singen. Conchita Wurst, Gewinnerin von 2014, sang das Lied „Heroes“ von Måns Zelmerlöw (2015), er das Lied „Fuego“ der Zweitplazierten im vergangenen Jahr, der feurigen Eleni Foureira, die sich wiederum Verka Serduchkas „Dancing Lasha Tumbai“ von 2007 vornahm.

 

Zu Abschluss alle zusammen

Die Kunstfigur Verka Serduchka, hinter der sich der Ukrainer Andrij Danylko verbirgt, versuchte sich dann noch an Nettas „Toy“. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam mit Gali Atari „Hallelujah“. Gali Atari hatte zusammen mit der israelischen Popgruppe Milk & Honey mit diesem Lied, das zu den bekanntesten Songs der Grand-Prix-Geschichte zählt, 1979 den ESC in Jerusalem gewonnen.

Der ausrichtende Sender Kan hatte es sich nicht nehmen lassen, alle israelischen ESC-Gewinner am Samstagabend auftreten lassen, neben Netta (2018) und Gali Atari (1979) auch Dana International (1998) und Izhar Cohen, der mit der Band Alphabeta und dem Lied „A-ba-ni-bi“ 1978 gesiegt hatte und nun die Punkte für Israel vergeben durfte.

Auch die allererste Vertreterin Israels war auf der Bühne: Ilanit, inzwischen 71 Jahre alt, sang ihr Lied „Ey-sham“ von 1973. Sie hat auch eine Ahnung was es heißt, wenn es beim ESC nicht nur um Musik geht: Beim Wettbewerb damals in Luxemburg musste sie im Jahr des Jom-Kippur-Krieges noch eine schusssicher Weste unter ihrem Kleid tragen.

 

Eurovision Song Contest Pomp lass nach

Deutschland schmiert ab, Madonna setzt ihrer Karriere einen Tiefpunkt - und der niederländische Sieger Duncan Laurence zeigt, wie schön der Gesangswettbewerb eigentlich sein könnte.

Süddeutsche.de, 19.05.2019, von Hans Hoff

 

Es gibt bei diesem internationalen Trällerwettbewerb ein sonderbares Phänomen. Menschen, die beruflich mit dem Eurovision Song Contest (ESC) befasst sind und sich den 41 Beiträgen in den Vorwochen vielfach aussetzen müssen, merken gegen Ende, dass sie etliche der Lieder, denen sie ob ihrer offensichtlichen Billigkeit am Anfang skeptisch gegenüberstanden, auf einmal mitsummen, im schlimmsten Fall sogar den Text auswendig können. Wie Tinnitus-Geplagte, nur dass ESC sehr sicher schnell wieder vorbeigeht. Also erwacht so mancher Kritiker am Morgen nach dem Finale übernächtigt und pfeift den deutschen Beitrag vor sich hin, obwohl "Sister" vom zusammengecasteten Duo S!sters wirklich schwer zu mögen ist und er die Platzierung als Drittletzter Song im Feld der 26 Finalteilnehmer, mit null Punkten aus der Publikumsabstimmung, völlig fair bewertet findet.

 

Nur ein Mann und sein Liebeskummerlied

Ungelenke Melodie, holprig bemühter Text. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber kündigte am Sonntag an, für die nächste Runde im Jahr 2020 "werden wir den Weg, auf dem Deutschland sein Lied und seine Künstler sucht, überdenken" - wieder einmal. Man kann fast Mitleid haben mit der deutschen ESC-Abteilung, die seit 2013 nur noch krachende Misserfolge einfährt und lediglich im Jahr 2018 mal kurz Freude empfinden durfte, als Lockenkopf Michael Schulte in Lissabon Platz vier herbeisang. Diesmal mussten die deutschen Fans und Teilnehmer auch noch mit ansehen, wie die Niederlande ihnen das mit dem Siegen vormachten.

Duncan Laurence, der vorab als Favorit gehandelt worden war, hat den ESC in der Nacht zum Sonntag verdient gewonnen mit einem eher leisen, einem unspektakulären Song, der sich vielem verweigerte, was beim Wettbewerb der Nationen eigentlich als unabdingbar gilt. Er sang in seiner Ballade Arcade von der Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe. Kein stroboskopisches Lichtspektakel, kein Outfit wie aus dem Kostümverleih. Ein Mann, ein Klavier, und ruhiger, konzentrierter Gesang. "Here's to dreaming big, this is to music first, always", sagte der 25-Jährige in die Mikrofone, als er weit nach Mitternacht die Siegertrophäe übernehmen durfte.

 

Madonna Mia!

Duncan Laurence hatte vor fünf Jahren an der Castingshow The Voice of Holland teilgenommen und das Halbfinale erreicht. Die Sendung dürfte ihn gut auf seinen Siegerauftritt vorbereitet haben: Er wurde darin von Sängerin Ilse de Lange als Coach betreut. Als Teil des Duos Common Linnets hatte sie beim ESC 2014 den zweiten Platz hinter Conchita Wurst errungen und war mit dem Titel "Calm After The Storm" im Anschluss weit öfter im Radio gespielt worden als der damalige Siegertitel. Duncan Laurence ist ausgebildeter Songwriter, Sänger und Musikproduzent. Nachdem sein ESC-Song im März präsentiert worden war, hatte er die Listen in den Wettbüros als Top-Favorit angeführt. Nach seinem Sieg nun sagte er in der Nacht zum Sonntag, er habe sich wie ein "Kleinstadtjunge in einer Spielhalle" gefühlt, als das Konfetti auf ihn herabregnete.

 

 

Der deutsche Beitrag beim ESC landet mal wieder auf einem der letzten Plätze.
Was haben die S!sters falsch gemacht? Und warum suchen sie die Fehler bei anderen?

FAZ.net, von Peter-Philipp Schmidt, 19.05.2019

 

Sie haben es nicht mitbekommen. Die S!sters waren auf der Toilette, als Moderatorin Bar Refaeli bekanntgab: „Deutschland, es tut mir leid: null Punkte.“ Es war das vernichtende Televoting-Ergebnis. Sonst wurden die jeweils genannten Delegationen auf ihrer Couch im Green Room gezeigt, ihre entsetzten oder vor Glück strahlenden Gesichter. Doch die beiden deutschen Sängerinnen waren nicht da, also blieb die Kamera auf die Moderatoren gerichtet. Später sagte Laura Kästel, man habe vorher schon erkennen können, an den 32 Jury-Punkten, dass da nicht mehr viel zu erwarten sei. Warum also nicht auf die Toilette gehen? Später ergänzt Carlotta Truman noch: „Wir haben 1000 Prozent gegeben.“

Professionell geht anders. Man stellt sich auch seinen Niederlagen, das sollte bei jedem Wettbewerb selbstverständlich sein. „Vielleicht ist gerade eher Liebeskummer in als unsere Message“, sagte die 26 Jahre alte Carlotta Truman mit Blick auf den Gewinnertitel „Arcade“ und ihr Lied „Sister“ im Interview mit dem NDR nach ihrer großen Pleite. Im Lied der S!sters, die in Tel Aviv abgeschlagen auf Platz 24 landeten, geht es darum, dass sich zwei Schwestern (im Sinne von Personen) streiten und wieder versöhnen, eine Art Frauen-Power-Botschaft, denn gemeinsam ist man stärker. Erste Zeile: „Ich bin es leid, immer zu verlieren.“

Aber nein, Liebeskummer hat nicht gerade Konjunktur: Im Lied „Arcade“ des diesjährigen ESC-Gewinners Duncan Laurence geht es um eine sehr persönliche Geschichte, um einen geliebten Menschen, der sehr jung starb und nie das Glück hatte, wahre Liebe zu erfahren. Und auf Platz zwei des diesjährigen Eurovision Song Contest kam Mahmood aus Italien mit seinem Lied „Soldi“, das davon handelt, wie Geld eine Familie zerstören kann. Beide haben ihre Lieder selbst geschrieben.

Ist es typisch Deutsch, die Fehler immer bei anderen zu suchen? Wir haben doch nichts falsch gemacht, man mochte unser tolles Lied einfach nicht, unsere tollen Stimmen, unsere tolle Inszenierung. Ist halt so. Die letzte Frage des Interviewers lautete: „Was nehmt ihr mit aus der ganzen Geschichte?“ – „Also, Hummus ist unheimlich lecker, wusste ich vorher nicht, und Katzen sind toll.“ Was für eine flapsige Antwort. Doch es wurde am Ende auch noch ernsthaft: Musik verbinde. „In diesem Wettbewerb gab es keine Hautfarben, keine Religionen, es war einfach nur Musik.“ Sie hätten gelernt, sie selbst zu sein. „Man bekommt etwas für die Zukunft mitgegeben, und das ist etwas ganz Besonderes.“

Immerhin. Das wird doch der Ernsthaftigkeit der Veranstaltung gerecht. Der ESC ist eben nicht ein fröhlicher Ausflug in den Süden, sondern harte Arbeit. Das muss man verinnerlichen. Und die Reise kostet ja auch viel Geld. Was lief sonst noch schief bei den S!sters? So einiges. Eine viel gestellte Frage in Tel Aviv war: Sind das wirklich Schwestern? Und wenn nicht, warum heißen die dann so? Letztlich haben die deutschen Zuschauer entschieden, das kurzfristig zusammengecastete Duo mit „Sister“ nach Tel Aviv zu schicken. Zuvor aber hatte der NDR über Monate sechs andere Kandidaten aufgebaut, mit einem eigens organisierten Songwriting Camp, zu dem 25 internationale Songwriter eingeladen wurden. Das alles wurde in den Wind geschrieben, weil man so von dem Lied „Sister“ überzeugt war, dass man noch schnell die „Retortenschwestern“ aus der Taufe hob.

 

Die Botschaft kam nicht an

Dass das Lied „Sister“ eine Botschaft hat, haben die wenigsten verstanden. Doch das dürfte Mahmood ähnlich gegangen sein, allerdings blendete er die Übersetzung seiner maßgeblichen Zeilen groß auf der LED-Leinwand ein. Beim ESC spielt Glaubwürdigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Künstlern, denen es gelingt, vorher von sich reden zu machen, werden danach bemessen. Siehe Conchita Wurst, die, als sie 2014 auf der Bühne in Kopenhagen „Rise Like A Phoenix“ sang, verstanden wurde. Da besang einer offensichtlich sein eigenes Schicksal.

Duncan Laurence, Netta, Salvador Sobral, Jamala, Conchita – die meisten Gewinner auch der vergangenen Jahre hatten einen Song, der ihnen wichtig war, für den sie brannten, den sie mit einem Mut und auch einer Leidensbereitschaft vortrugen, dass die Welt um sie herum vergessen war. Mal ging es um das Schicksal der Großmutter, mal um das eigene, mal war es nur eine Liebesballade wie bei Sobral. Aber die hatte ihm die Schwester geschrieben. Zudem hatten die fünf Künstler eine Inszenierung, die bis ins Detail stimmig ist. Sieht man sich die Generalproben, das Halbfinale und das Finale von Conchita Wurst an, erkennt man fast keine Unterschiede. Sie ist perfekt, ohne kalt dabei zu wirken, sie spult es nicht runter. Jedes Mal denkt man, sie singt es zum ersten und einzigen Mal für ihr Publikum. Selbst Sobral in seiner viel zu großen Jacke und mit seinen merkwürdigen Bewegung überzeugte, weil er genau so ist, wie er sich darbot.

Bei den S!sters fehlte diese Perfektion. Sie sangen nicht synchron mit den eingeblendeten Gesichtern, ihre riesigen LED-Lippen bewegten sich also nicht passend zum Gesang am Samstagabend. Selbst wenn es nicht so war, wie es schien: Das kann einen ganzen Auftritt zerstören. Denn es gibt nur zwei Mal drei Minuten, die alles entscheiden – zum einen bei der zweiten Generalprobe am Freitagabend, wenn die Juroren abstimmen, zum anderen beim eigentlichen Finale. Bei 26 Teilnehmern muss man in Erinnerung bleiben. Da zudem nur zehn Länder jeweils Punkte bekommen können (von eins bis acht plus zehn und zwölf), gehen 16 Länder bei jedem Voting leer aus. So konzentrieren sich die Punkte gefühlt auf immer dieselben Kandidaten, was sich durchs Jury-Voting inzwischen etwas geändert hat. Mit null Punkten fährt eigentlich niemand mehr nach Hause. Da muss schon alles schief gehen.

Der ESC ist eine hochtechnisierte Angelegenheit. Jeder Kamerawinkel ist exakt vorher festgelegt, wer eine Sekunde zu spät kommt, hat schon verloren. Der Schwede Måns Zelmerlöw hat mit seinem imaginären Freund, dem kleinen Lichtfigürchen, sicher lange hart trainiert, bevor er diese Perfektion auf der Bühne erreichte, als er in Wien sein „Heroes“ sang. Ein festgefügtes Programm gibt Sicherheit, die deutsche Delegation indes neigt dazu, während des laufenden ESC immer noch wieder etwas umzustellen und mit wichtigen Details erst spät fertig zu werden – zum Beispiel in diesem Jahr, was Kleider, Haare, Make-up anging.

 

Weniger Probezeit für die Deutschen

Das kann mal funktionieren, gibt Künstlern aber nicht unbedingt Sicherheit. Auch an Michael Schultes Auftritt im vergangenen Jahr wurde noch in den Tagen von Lissabon viel gefeilt, er aber ruhte in sich, und er hatte sein Lied dabei, „You Let Me Walk Alone“, in dem er den Tod seines Vaters verarbeitet. Zusammen mit der Inszenierung ergab das ein rundes Bild, das überzeugte.

Noch ein Problem: Die Deutschen haben weniger Probenzeit als viele andere Länder. Die Big Five, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich, reisen sogar später an, weil sie nicht durchs Halbfinale müssen. Die erste Woche proben daher nur die Halbfinalisten und haben noch drei Generalproben extra. Ist das womöglich auch ein Grund, dass sich die „großen Fünf“ schwerer tun? Die vergangenen Jahre lagen stets die Besten aus den Vorrunden vorne, Deutschland genauso meist abgeschlagen am Ende des Feldes wie Spanien und das Vereinigte Königreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Schlagwörter
Mittwoch, 03 Juni 2020 08:52

Der Eurovision Song Contest 2018

ESC Logo 2010 

63. Eurovision Song Contest - 12. Mai 2018  
Lissabon

Halle Altice Arena
Motto All Aboard
Moderation Filomena Cautela, Sílvia Alberto, Daniela Ruah & Catarina Furtado
Pausen-Acts Salvador Sobral, Gaitano Peloso, Mariza, Ana Moura
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 43 Länder (Finale 26 / Semifinale 1 - 19 /
Semifinale 2 - 18)

 

Siegerland: Israel


norway

Interpretin:

Netta

Titel:

"Toy"

Musik & Text:

Doron Medalie & Stav Beger

Netta© Andres Putting, EBU

 


 

 PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale - 12. Mai 2018
Platz LandInterpret*inSongJuryTelevotingGesamtStartnr.
1. Israel Netta Toy 212 317  529 22
2. DE Zypern Eleni Foureira Fuego 183 253  436 25
3. DE Österreich Cesár Sampson Nobody But You 271 71  342 5
4. DE Deutschland Michael Schulte You Let Me Walk Alone 204 136  340 11
5. Italien Ermal Meta & Fabrizio Moro Non mi avete fatto niente  59 249  308 26
6. DE Tschechische Republik Mikolas Josef Lie To Me 66 215  281 14
7. DE Schweden Benjamin Ingrosso Dance You Off 253 21 274 20
8. DE Estland Elina Nechayeva La forza 143 102  245 6
9. DE Dänemark Rasmussen Higher Ground 38 188 226 15
10. DE Moldau DoReDos My Lucky Day 94 115  209 19
11. DE Albanien Eugent Bushpepa Mall 126 58  184 12
12. DE Litauen Ieva Zasimauskaitė When We're Old 90 91 181 4
13. Frankreich Madame Monsieur  Mercy  114 59  173 13
14. DE Bulgarien Equinox Bones 100 66  166 18
15. DE Norwegen Alexander Rybak That's How You Write A Song 60 84  144 7
16. DE Irland Ryan O'Shaughnessy Together 74 62  136 24
17. UA Ukraine MELOVIN Under the ladder 11 119  130 1
18. DE Niederlande Waylon Outlaw In 'Em 89 32  121 23
19. DE Serbien Sanja Ilić & Balkanika
Nova deca 38 75  113 10
20. Australien Jessica Mauboy We Got Love 90 9  99 16
21. DE Ungarn AWS Viszlát nyár
28 65  93 21
22. SI Slowenien Lea Sirk Hvala, ne! 41 23 64 3
23. Spanien Alfred & Amaia Tu canción 43 18 61 2
24. DE Vereinigtes Königreich SuRie Storm 23 25  48 9
25. DE Finnland Saara Aalto Monsters 23 23  46 17
26. DE Portugal Cláudia Pascoal O jardim  21 18  39 8

 

Semifinale 1 - 8. Mai 2018
Platz LandInterpret*inSongJuryTelevotingGesamtStartnr.
1. Israel Netta  Toy  167 116  283 7
2. CY Zypern Eleni Foureira  Fuego  89 173  262 19
3. CZ Tschechische Republik Mikolas Josef Lie To Me  98 134  232 5
4. AT Österreich Cesár Sampson Nobody But You  115 116  231 13
5. EE Estland Elina Nechayeva La forza   81 120  201 9
6. IE Irland Ryan O'Shaughnessy  Together  71 108  179 18
7. BG Bulgarien Equinox  Bones  107 70  177 10
8. Albanien Eugent Bushpepa  Mall  114 48  162 3
9. LT Litauen Ieva Zasimauskaitė When We're Old  57 62  119 6
10. FI Finnland Saara Aalto  Monsters 35 73  108 15
11. AZ Aserbaidschan Aisel  X My Heart   47 47  94 1
12. BE Belgien Sennek  A Matter Of Time   71 20  91 4
13. CH Schweiz Zibbz Stones 59 27  86 17
14. GR Griechenland Yianna Terzi  Oneiro mou  28 53  81 14
15. Armenien Sevak Khanagyan  Qami 38 41  79 16
16. BY Belarus Alekseev  Forever  20 45  65 8
17. HR Kroatien Franka  Crazy  46 17  63 12
18. MK EJR Mazedonien Eye Cue  Lost And Found  18 6  24 11
19. IS Island Ari Ólafsson  Our Choice  15 0  15 2
Semifinale 2 - 10. Mai 2018
1. NO Norwegen Alexander Rybak That's How You Write A Song 133 133  266 1
2. SE Schweden Benjamin Ingrosso Dance You Off  171 83  254 15
3. MD Moldau DoReDos My Lucky Day 82 153  235 7
4. Australien Jessica Mauboy  We Got Love  130 82  212 9
5. DK Dänemark Rasmussen Higher Ground  40 164  204 5
6. UA Ukraine MELOVIN Under The Ladder   65 114  179 18
7. NL Niederlande Waylon  Outlaw In 'Em  127 47  174 8
8. SI Slowenien Lea Sirk  Hvala, ne! 67 65  132 17
9. RS Serbien Sanja Ilić & Balkanika  Nova deca  45 72  117 3
10. HU Ungarn AWS Viszlát nyár  23 88  111 13
11. RO Rumänien The Humans Goodbye 67 40  107 2
12. LV Lettland Laura Rizzotto  Funny Girl  92 14  106 14
13. MT Malta Christabelle  Taboo 93 8  101 12
14. PL Polen Gromee feat. Lukas Meijer Light Me Up 21 60  81 11
15. RU Russland Julia Samoylova  I Won't Break  14 51  65 6
16. ME Montenegro Vanja Radovanović Inje 23 17  40 16
17. SM San Marino Jessika feat. Jenifer Brening Who We Are  14 14  28 4
18. GE Georgien Iriao Sheni gulistvis 11 13  24 10

 

 


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

Nach dem Sieg Portugals beim ESC 2017 wurde nach den Regeln der nächste Wettbewerb in Portugal ausgetragen. Entgegen der langjährigen Praxis, schon während der aktuellen ESC-Woche die vorläufigen Termine des nächsten Contests bekannt zu geben, kündigte die EBU diese Entscheidung zunächst für Juni 2017 an. Zwar gab der verantwortliche TV-Sender RTP bereits am 15.05.2017 bekannt, dass der ESC in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon veranstaltet werde. Allerdings wurde dieses Statement kurz darauf schon wieder zurückgenommen und es hieß, man werde sich zunächst die „gesamte Landkarte Portugals“ anschauen.  Auch die Städte Braga, Gondomar, Guimarães und Santa Maria da Feira hatten ihr Interesse bekundet.

Erst am 25. Juli 2017 gaben dann RTP und die EBU die Termine und den Austragungsort im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.

meo arena© RTP

Der ESC 2018 fand am 12. Mai 2018 (Semifinale am 8. und 10. Mai) in Lissabon statt und zwar in der anlässlich der EXPO 1998 errichteten Altice Arena (Pavilhão Atlântico). Sie ist eine der größten Indoor-Hallen in der EU mit einer Kapazität von 20.000 Plätzen.

 

Äußerst zufrieden äußerte sich Jon Ola Sand, der ESC-Verantwortliche der EBU: "Wir sind sehr froh, anzukündigen, dass RTP den ESC 2018 in Lissabon ausrichten wird. Die Stadt hat eine beispielhafte Bewerbung abgegeben und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, um den ersten ESC in Portugal zum aufregendsten bisher zu machen. Wir möchten RTP zur professionellsten und detailiertesten Bewerbung gratulieren." Und Gonçalo Reis, der RTP-Generaldirektor, meinte: "Die Ausrichtung des ESC 2018 ist eine großartige Gelegenheit für Portugal, Lissabon, die Unterhaltungsindustrie und RTP. Wir freuen uns auf die Ausrichtung eines Events, das all unsere kreativen Fähigkeiten zeigen wird." 

 

 

Laut Pressemitteilung der Executive Produzentin Carla Bugalho strebte RTP den preiswertesten Contests der letzten Jahre an. Die Postcards wurden in Kooperation mit Turismo Portugal in Portugal gedreht, denn man wolle diese einmalige Gelegenheit nutzen, der Welt das heutige Portugal zu zeigen, ein "offenes Portugal, eine Kultur der Inklusion, der Toleranz, eine positive Kultur", so der RTP-Generaldirektor Reis: "Der Contest wird ein mobilisierendes Projekt fur die gesamte Kreativ-Industrie sowohl Lissabons als auch ganz Portugals und wird dem Land erlauben, weiter an seinem Image zu arbeiten auf internationaler Bühne".

Die sog. Postcards, die die einzelnen Acts ankündigen, standen unter dem Motto: "Welcome to Portugal". Es wurden mit allen Interpreten in Portugal Filme gedreht, in denen sie eine Aktivität oder Herausforderung meistern sollten.

 

 

Nach Ablauf der offiziellen Anmeldefrist sah es zunächst danach aus, dass ingesamt 43 Länder am ESC 2018 teilnehmen würden. Allerdings wurde dann  EJR Mazedonien zunächst wegen nicht bezahlter Schulden von der EBU gesperrt. Diese Sperre wurde im Rahmen einer Ausnahmeregelung allerdings wieder aufgehoben. Am 17.11.2017 wurden daher offiziell 43 Teilnahmeländer bekannt gegeben. Damit wurde die Rekordteilnahme der Jahre 2008 und 2011 erneut erreicht.

Die "Host Insignia Handover Ceremony", d.h. die Übergabe der Insignien von der Gastgeberstadt Kiew 2017 an Lissabon fand am 29. Januar 2018 statt, ebenso die Zulosung der 37 Länder, die in den beiden Semifinalen antreten mussten. Hierzu wurden wie gewohnt verschiedene "Töpfe" gebildet, denen Länder entsprechend der Geographie und ihrem bisherigen Abstimmverhalten zugeordnet wurden. So will mal Nachbarschaftsvoting so weit wie möglich verhindern. Es wurde auch gelost, in welchem Semifinale die Länder der sog. BIG 5 (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ver. Königreich) und der Gastgeber Portugal werteten. Diese sechs waren automatisch für das Finale gesetzt.  Spanien, Portugal und das Vereinigte Königreich werteten im 1 Semifinale, Frankreich, Deutschland und Italien (auf eigenen Wunsch)  im 2. Semifinale.

 

 

Die Moderation übernahmen zum zweiten Mal seit 2015 vier Damen: Catarina Furtado, Silvia Alberto, Daniela Ruah und Filomena Cautela.

Moderatorinnen 18© ECG e. V.

 

Catarina Furtado ist Moderatorin, Schauspielerin und Autorin und blickt bereits auf eine 25-jährige Karriere im portugiesischen Fernsehen zurück, wo sie eine der beliebtesten Moderatorinnen erfolgreicher Shows wie „The Voice“ und „Festival da Canção“ ist. Seit 2000 ist sie auch Botschafterin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). 2012 gründete sie die NGO „Coracões com Coroa“, der es um die Stärkung von Frauenrechten geht.

 

Daniela Ruah ist die Tochter portugiesischer Eltern wurde in Boston/USA geboren. Als sie 5 Jahre alt war, zog ihre Familie mit ihr nach Portugal um. Mit 16 Jahren begann sie ihre Schauspielkarriere mit einem Schauspielstudium in London und New York. Derzeit spielt sie die Rolle der Kensi Blye in der sehr erfolgreichen USA-Serie NCIS: Los Angeles.

 

moderatorinnen klein© RTPSílvia Alberto hatte ihr TV-Debüt mit 19 Jahren im Disney-Club. Im Lauf der Jahre moderierte sie viele erfolgreiche TV-Formate wie „Dança Comigo“, „Masterchef“ und „Portugal’s got talent“.  Sie präsentierte das „Festival da Canção“ seit 2008 und war ESC-Kommentatorin 2011, 2013 und 2014. Fünf Jahre lang fungierte sie als Botschafterin der NGO „Medicos do Mundo“ (Ärzte der Welt). 

 

 

Filomena Cautela hat Jura studiert, aber die Schauspielerei war immer schon die Passion von Filomena Cautela. Ihre Theaterkarriere begann 2000, ihr Filmdebüt hatte sie 2004. Im Fernsehen moderierte sie eine der erfolgreichsten Late-Night-Shows, außerdem das „Festival da Canção“ 2018, und sie war die Jurysprecherin für Portugal 2017.

 

 

 

Sublogo -2018 klein© RTP

Bereits am 07.11.2017 wurden das Motto und das Sublogo veröffentlich. Das Motto des ESC 2018 hieß "All Aboard". Das Sublogo zeigt eine Muschel, das Logo gab es erstmals in verschiedenene Variationen. Zur Erklärung hieß es: "Portugal hat immer schon durch den Ozean Europa mit dem Rest der Welt verbunden und schon vor 500 Jahren war Lissabon das Zentrum der wichtigsten Seerouten der Welt. Daher benutzt Lissabon die Verbindung durch den Ozean als Inspiriation durch den Slogan "Alle an Bord" und lädt damit die internationale Gemeinschaft ein, zum diesjährigen Wettbewerb zusammenzukommen."   

 

 

 

 

Sublogo 2018-Varianten klein© RTP

 

Europa sei eine Gemeinschaft vieler Menschen, das habe RTP auch inspiriert, statt nur eines Logos mehrere Variationen zu entwerfen. Das Hauptmotiv, die Muschel, wurde in 12 verschiedenen Ausführungen gezeigt, was auch symbolisieren solle, dass es in den Ozeanen sehr verschiedenartiges Leben gibt wie z.B. Plankton und eine Vielzahl andere Lebewesen, die für das Gleichgewicht des ozeanischen Ökosystems von Bedeutung sind.   

 

 

 

 

bühne© RTPDas Bühnendesign für den ESC 2018 stammte erneut von Florian Wieder, der schon für die Bühnen 2011, 2012, 2015 und 2017 verantwortlich zeichnete. Er ist einer der gefragtesten Stage-Designer weltweit, hat auch schon für X-Factor UK und USA und die MTV Video Music Awards gearbeitet.

Das Bühnenbild sollte Portugals Verbindung zur Navigation, dem Meer, zu Schiffen und Land-/Seekarten symbolisieren. Das Grundgerüst stellte eine "Armillarsphäre" dar, ein astronomisches Gerät zur Darstellung der Bewegung von Himmelskörpern, bestehend aus sich gegeneinander drehbaren Metallringen in Form einer Kugel. Die Bühne zeigte eine moderne Interpretation einer Welle. Die Bühnenstruktur war inspiriert von Schiffbaukunst. Radiale Linien einer Karte gingen in alle Richtungen mit Lissabon im Zentrum.  

 

eurovillage 2018© Pixabay

Das Eurovision Village wurde auf Lissabons berühmtem Platz, der Praça do Comercio, errichtet. Es öffnete vom 4. - 13. Mai 2018. Es gab hier eine Großleinwand für das Public Viewing der drei Shows, Live-Shows, Info-und Imbissstände, außerdem ein "Eurovisions-Café".

 

Der Willkommensempfang fand am 6. Mai 2018 statt im Museum für Elektrizität im MAAT-Komplex in der Nähe des berühmten Turms von Belem. Der traditionelle "Rote Teppich" mit Aufmarsch der teilnehmenden Delegationen war 2018 ein "Blauer Teppich", der vor dem MAAT Complex ausgerollt wurde.

 

Der EuroClub sollte zunächst einem der beliebtesten Lissabonner Nachtclubs von 4. - 13. Mai öffnen, dem „Lust in Rio“. Er liegt im Cais do Sodré District am Wasser. Cais do Sodré ist bekannt für sein Nachtleben mit zahlreichen Clubs, Bars, Restaurants und Cafés. Allerdings wurde dann kurzfristig entschieden, in den Club "Ministerium" in den Arkaden der Praça do Comercio zu verlegen.

 

FAZIT

 

Beim ersten ESC in Portugal gingen Platz eins und Platz zwei  an geballte "Frauen-Power" aus Israel und Zypern, wobei die Protagonistinnen unterschiedlicher nicht hätten sein können: Siegerin Netta aus Israel wollte in ihrem Lied "Toy" nicht das Spielzeug des Mannes sein, während Eleni Foureira es für Zypern mit "Fuego" genau darauf anzulegen schien. Gastgeber Portugal selbst wurde Letzter.

 

Zwei "Power-Männer" folgten auf Rand drei und vier: Der sowohl stimmlich als auch körperlich beeindruckende Cesár Sampson aus Österreich und Michael Schulte mit seiner Power-Stimme und seiner berührenden Ballade "You Let Me Walk Alone", seinem verstorbenen Vater gewidmet. Mangels LED-Wänden vor Ort hatte die deutsche Delegation für den Auftritt einfach eine aufblasbare Wand mitgebracht und schaffte es noch gerade rechtzeitig, diese während der 40 Sekunden dauernden "Postcard" einsatzbereit zu machen.

 

Beeindruckend war auch das Kleid der Sopranistin Elina Nechayeva, die ihre geballte Stimmkraft bei "La forza" einsetzte und damit auf Platz fünf gelangte, allerdings wohl auch wegen des die ganze Bühne ausfüllenden Kleides, dass bunt beleuchtet wurde. Dieser Trick war nun nicht neu, aber doch offensichtlich noch wirkungsvoll genug.

 

Ein weiterer "Hingucker" war die Inszenierung der DoReDos für Moldau, die eine ausgeklügelte Choreografie vor und hinter einer Wand mit mehreren Türen boten, das war einfach genial und wurde mit Platz zehn im Finale belohnt. Choreograf Fokas Evangelinos hatte hier für das Lied von Philipp Kirkorov "My Lucky Day" einmal mehr seine Kreativität bewiesen.

 

Deutlich minimalistischer, aber durchaus nicht weniger ausdrucksvoll, war die Performance von Mikolas Josef für Tschechien, der mit Platz sechs die beste Platzierung bis dato für sein Land herausholte. Der ESC-Sieger von 2009, Alexander Rybak, trat erneut an, allerdings war sein Titel "That's How You Write A Song" weitaus weniger mitreißend, und es langte für ihn nur für Platz 15. 

Einen Platz dahinter landete Ryan O'Shaughnessy für Irland, was wohl nicht unwesentlich dem Männertanzpaar zu verdanken war, das im Hintergrund eine Love-Story tanzte.

 

Ieva Zasimauskaité aus Litauen saß auf der Bühne und träumte davon, mit ihrem Mann alt zu werden, der dann hinterher zu ihr stieß, das war rührend schön und wurde mit Platz 12 belohnt. 

 

Madame Monsieur waren mit ihrem einem Flüchtlingskind gewidmeten Titel "Mercy" im Vorfeld favorisiert worden, aber sie konnten vor allem die Jurys überzeugen, nicht aber die Televoter, so dass es nur für Platz 13 reichte!

 

Für SuRie aus Großbritannien gab es eine Schrecksekunde, als ein Störer auf die Bühne stürmte und ihr das Mikrofon entriss. Aber SuRie sang, getragen von den Zuschauern beherzt weiter und lehnte es auch ab, ihren Auftritt zu wiederholen. Eine Belohnung bzw. Entschädigung war Platz 25 leider nicht.  

 

Nachdem Julia Samoylova im Vorjahr aufgrund der Querelen um ihren vorherigen Auftritt auf der von Russland annektierten Krim nicht zum Zuge gekommen war, weil Russland sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hatte, bekam sie nun mit einem neuen Titel "I Won't Break" eine neue Chance, die sie allerdings nicht nutzen konnte: Russland landete im Semifinale auf Platz 15 und scheiterte damit erstmals an der Finalqualifikation.

 

Erstmals schaffte es auch Aserbaidschan mit Aisel nicht ins Finale, sie scheiterte knapp auf Platz 11.

 

Die wunderbare Gastgeberstadt Lissabon und der grandiose vierte Platz für den deutschen Vertreter Michael Schulte versöhnte die deutschen Fans und ließ einige Mängel sowohl hinsichtlich der Organisation als auch im Hinblick auf die drei TV-Shows selbst in den Hintergrund treten. Laut EBU sei dieser Contest der „beste, unterhaltsamste und glanzvollste“ aller Zeiten gewesen! Wohl kaum, es sei denn, man empfindet minutenlangen Fado-Gesang als Einstieg in die größte Musikshow der Welt als so unterhaltsam, dass ähnliche Musik auch den Pausenact füllen muss, und man klopft sich auf die Schenkel bei Einspielfilmen mit einem gewissen David Attenburger (dargestellt vom portugiesischen Comedian Herman José), einer Karikatur des berühmten Naturforschers Sir David Attenborough, die zu Empörung in britischen Medien führte. 

"Glanzvoll“? Die Interpreten hatte kaum eine Chance, richtig zu glänzen, war die Bühne doch meistens dermaßen schlecht ausgeleuchtet, dass man die Akteure zumindest in der Halle kaum erkennen konnte. Aber es geht ja in erster Linie um die Fernsehbilder. Und da wurde aus Kostengründen auf die üblichen LED-Wände verzichtet, was die einzelnen Delegationen zu erheblicher Kreativität verpflichtete.

 

 


 

  DIE TEILNEHMER - FINALE

 

ITA 58 HOL 58 FRA 58 ISL14n

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Ukraine Spanien Slowenien Litauen
MELOVIN Alfred & Amaia
Lea Sirk
Ieva Zasimauskaitė
"Under The Ladder" "Tu canción" "Hvala, ne!" "When We're Old"
M.: MELOVIN
  T.: Mike Ryals
M. & T.: Raul Gomez Garcia, Sylvia Ruth Santoro Lopez M.: Lea Sirk,
Tomy DeClerque
T.: Lea Sirk
M. & T.:Vytautas Bikus
    
NOR14 HOL 1 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Österreich Estland Norwegen Portugal
Cesár Sampson
Elina Nechayeva
Alexander Rybak
Cláudia Pascoal
"Nobody But You" "La forza" "That's How You Write
A Song"
"O jardim"
M. & T.: Sebastian Arman, Cesár Sampson, Joacim Persson, Johan Alkenäs, Borislav Milanov M.: Mihkel Mattisen,
Timo Vendt
  T.: Elina Nechayeva,
Ksenia Kuchukova
M. & T.: Alexander Rybak M. & T.:
Isaura
    
ALB 10 GRE14n AUT14neu BLR 10

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Ver. Königreich
Serbien Deutschland Albanien
SuRie Sanja Ilić & Balkanika
Michael Schulte
Eugent Bushpepa
"Storm" "Nova deca" "You Let Me Walk Alone" "Mall"
M. & T.: Nicole Blair, Gil Lewis, Sean Hargreaves M.: Aleksandar Sanja Ilić, Tatjana Karajanov Ilić
  T.: Danica Krstajić
M. & T.: Michael Schulte, Thomas Stengaard, Katharina Müller, Nisse Ingwersen M. & T.:
Eugent Bushpepa
    
ALB 10 ARM 10 RUS14n BLR 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Frankreich Tschechische Republik
Dänemark Australien
Madame Monsieur
Mikolas Josef
Rasmussen Jessica Mauboy
"Mercy" "Lie To Me" "Higher Ground" "We Got Love"
M. & T.:
Emilie Satt, Jean-Karl Lucas
M & T.:
Mikolas Josef
M. & T.:
Niclas Arn, Karl Eurén
M.: Anthony Egizii, David Musumeci
T.: Anthony Egizii, David Musumeci, Jessica Mauboy
    
ALB 10 FIN14n ASE 10 2 BLR 10

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Finnland Bulgarien Moldau Schweden
Saara Aalto
Equinox DoReDos Benjamin Ingrosso
"Monsters" "Bones" "My Lucky Day" "Dance You Off"
M. & T.:
Saara Aalto, Joy Deb, Linnea Deb, Ki Fitzgerald
M. & T.: Borislav Milanov, Joacim Persson, Brandon Treyshun Campbell,
Dag Lundberg
M.: Philipp Kirkorov
T.: John Ballard

M. & T.:
MAG, Louis Schoorl, K Nita, Benjamin Ingrosso
    
ALB 10 MALneu ASE 10 2 BLR 10

21.

AD

22.

AD

23.

AD

24.

AD

Ungarn Israel Niederlande Irland
AWS Netta Waylon Ryan O'Shaughnessy
"Viszlát nyár" "Toy" "Outlaw In 'Em" "Together"
M.: Bence Brucker, Dániel Kökényes, Áron Veress, Soma Schiszler
T.: Örs Siklósi
M. & T.:
Doron Medalie, Stav Beger
M. & T.:
Waylon, Ilya Toshinskiy, Jim Beaver
M. & T.:
Ryan O'Shaughnessy,
Mark Caplice,
Laura Elizabeth Hughes
 







ARM 10 ASE 10 2

 

 






25.

AD

26.

AD

Zypern Italien
Eleni Foureira
Ermal Meta & Fabrizio Moro
"Fuego" "Non mi avete fatto niente"
M. & T.: Alex Papaconstantinou, Geraldo Sandell, Anderz Wrethov, Viktor Svensson, Didrick M. & T.: Ermal Meta,
Fabrizio Moro,
Andrea Febo

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

ALB 10 ARM 10 ARM 10 SWE14

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Aserbaidschan
Island Albanien Belgien
Aisel
Ari Ólafsson
Eugent Bushpepa
Sennek
"X My Heart" "Our Choice" "Mall" "A Matter Of Time"
M.: Dimitris Kontopoulos
T.: Sandra Bjurman
M & T.:
Thorunn Clausen
M & T.:
Eugent Bushpepa
M. & T.: Laura Groeseneken, Alex Callier, Maxime Tribeche
 
NOR14 ALB14 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Tschechische Republik
Litauen Israel Belarus
Mikolas Josef
Ieva Zasimauskaitė Netta
ALEKSEEV
"Lie To Me" "When We're Old" "Toy" "Forever"
M. & T.:
Mikolas Josef
M. & T.:
Vytautas Bikus
M. & T.:
Doron Medalie, Stav Beger
M.: Kirill Pavlov
T.: Yevgeny Matyushenko
 
ALB 10 ARM 10 MOL1neu SMA14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Estland Bulgarien EJR Mazedonien
Kroatien
Elina Nechayeva
Equinox Eye Cue
Franka
"La forza" "Bones" "Lost And Found" "Crazy"
M.: Mihkel Mattisen,
Timo Vendt
T.: Elina Nechayeva,
Ksenia Kuchukova
M. & T.: Borislav Milanov, Joacim Persson, Brandon Treyshun Campbell,
Dag Lundberg
M.: Bojan Trajkovski,
Darko Dimitrov
T.: Bojan Trajkovski
M.:Branimir Mihaljević
T.: Franka Batelić
 
POR14 BLR 10 MTG14 ALB 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Österreich Griechenland
Finnland Armenien
Cesár Sampson
Yianna Terzi
Saara Aalto
Sevak Khanagyan
"Nobody But You" "Oniro mou" "Monsters" "Qami"
M. & T.: Sebastian Arman, Cesár Sampson, Joacim Persson, Johan Alkenäs, Borislav Milanov M. & T.:
Yianna Terzi, Aris Kalimeris, Michalis Papathanasiou, Dimitris Stamatiou
M. & T.:
Saara Aalto, Joy Deb,
Linnea Deb, Ki Fitzgerald
M.: Sevak Khanagyan
 T.: Anna Danielyan,
Victoria Maloyan
 
SUI1 MTG14

 





17.

AD

18.

AD

19.

AD

Schweiz Irland Zypern
Zibbz Ryan O'Shaughnessy
Eleni Foureira
"Stones" "Together" "Fuego"
 M.: Laurell Barker, Corinne Gfeller, Stefan Gfeller
T.: Laurell Barker,
Corinne Gfeller
M. & T.:
Ryan O'Shaughnessy,
Mark Caplice,
Laura Elizabeth Hughes
M. & T.: Alex Papaconstantinou, Geraldo Sandell, Anderz Wrethov, Viktor Svensson, Didrick

 
 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

MAL14n ISR14 NOR14 GEO14jpg

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Norwegen Rumänien Serbien
San Marino
Alexander Rybak
The Humans
Sanja Ilić & Balkanika Jessika feat.
Jenifer Brening
"That's How You Write
A Song"
"Goodbye" "Nova deca" "Who We Are"
M. & T.:
Alexander Rybak
M.: Alexandru Matei,
Alin Neagoe
 T.: Cristina Caramarcu
M.: Aleksandar Sanja Ilić, Tatjana Karajanov Ilić
T.: Danica Krstajić
M. & T.: Mathias Strasser, Christof Straub, Zoë Straub, Jenifer Brening,
Stefan Moessle
 
ALB 10 HOL LIT1n FIN14n

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Dänemark Russland Moldau Niederlande
Rasmussen
Julia Samoylova
DoReDos
Waylon
"Higher Ground" "I Won't Break" "My Lucky Day" "Outlaw In 'Em"
M. & T.:
Niclas Arn, Karl Eurén
M. & T.: Netta Nimrodi, Leonid Gutkin, Arie Burshtein M.: Philipp Kirkorov
T.: John Ballard
M. & T.: Waylon, Ilya Toshinskiy, Jim Beaver
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Australien Georgien
Polen Malta
Jessica Mauboy
Ethno-Jazz Band Iriao
Gromee feat. Lukas Meijer
Christabelle
"We Got Love" "For You" "Light Me Up" "Taboo"
M.: Anthony Egizii, David Musumeci
T.: Anthony Egizii, David Musumeci, Jessica Mauboy
M.: David Malazonia,
Mikheil Mdinaradze
T.:Irina Sanikidze
M. & T.: Andrzej Gromala, Lukas Meijer, Mahan Moin, Christian Rabb M.: Thomas G:son,
Johnny Sanchez
T.: Muxu, Christabelle
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Ungarn
Lettland Schweden Montenegro
AWS
Laura Rizzotto
Benjamin Ingrosso
Vanja Radovanović
"Viszlát nyár" "Funny Girl" "Dance You Off" "Inje"
M.: Bence Brucker, Dániel Kökényes, Áron Veress, Soma Schiszler
T.: Örs Siklósi
M. & T.:
Laura Rizzotto
M. & T.:
MAG, Louis Schoorl, K Nita, Benjamin Ingrosso
M. & T.:
Vanja Radovanović
 





BLR 10 MTG14

 





17.

AD

18.

AD

Slowenien Ukraine
Lea Sirk
MELOVIN
"Hvala, ne!" "Under The Ladder"
M.: Lea Sirk,
Tomy DeClerque
T.: Lea Sirk
M.: MELOVIN
T.: Mike Ryals

 

 


 

DIE WERTUNG - FINALE

 

 Wertungstabelle Finale 18© ECG e. V.

 

 

DIE WERTUNG - SEMIFINALE 1 + 2

 

Wertungstabelle Semifinale 1 2018© ECG e. V.

 

Wertungstabelle Semifinale 2 2018© ECG e. V.

 

 


 

AUS DER PRESSE

 

 

Schrill schlagt sexy

Die Israelin Netta gewinnt den Eurovision Song Contest – Europa entscheidet sich für ein selbstbewusstes Frauenbild. Michael Schulte holt für Deutschland einen fast sensationellen vierten Platz.

Rheinische Post. 14/05/2018 von Martina Stöcker

 

Um 0.10 Uhr ahnte Peter Urban, dass in Lissabon etwas gehen könnte. „Deutschlands Punkte sind jetzt schon dreistellig“, sagte der Kommentator des Eurovision Song Contests (ESC). „Sie wissen gar nicht, wie gut es mir geht nach den letzten Jahren.“ Dreistellig waren die Punkte der deutschen Starter zuletzt 2012 in Aserbaidschan, die Ergebnisse der Jahre 2013 bis 2017 blieben nur zweistellig - alle zusammengerechnet.

Aber für Michael Schulte, den 28-Jährigen aus Schleswig-Holstein, gab es in Lissabon noch mehr Zustimmung: Mit seinem Lied „You Let Me Walk Alone“ und einem ruhigen, aber kraftvollen Auftritt ohne Tänzer und anderen Schnickschnack überzeugte er die Jury und die Fans in Europa und landete am Ende mit 340 Punkten auf Rang vier - sensationell. Denn solch eine Platzierung hatte ihm niemand zugetraut, auch wenn er bei den Buchmachern im oberen Drittel landete. Zu bitter waren die letzten und vorletzten Plätze in den vergangenen Jahren, die mit Debakel treffend beschrieben sind. Er selbst hatte wohl auch nicht recht dran geglaubt. „Ich bin überglücklich. Platz vier“ sagte er nach der Show. „Das ist so verrückt!“ Einer der schönsten Abende meines Lebens.“ ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber lobte: „Musik schafft Emotionen, und das ist Michael Schulte europaweit überzeugend gelungen.“

Der Sieg ging aber an die Favoritin: Netta (529 Punkte) holte die Trophäe zum vierten Mal in der Geschichte des Song-Contests nach Israel. Ihr Song „Toy“ war bereits vor dem Wettbewerb 20 Millionen Mal bei Youtube angeklickt worden. Die 25-Jährige, deren Äußeres ein wenig an Beth Ditto (Gossip) erinnert, stand im schrillen Manga-Outfit auf der Bühne, sie wedelte mit den Armen wie ein Huhn und machte seltsame Klacklaute. Die Botschaft ihres Liedes passt aber in die Zeit, sie beschwört das Selbstbewusstsein der Frauen: Akzeptiert euch, bleibt so, wie ihr seid, ändert euch nicht – schon gar nicht für einen Mann. „Ich bin nicht dein Spielzeug, dummer Junge, ich mache dich fertig“, heißt es in einer Zeile des Liedes. Im Flitterregen für den Sieger dankte Netta Europa, dass es das Anderssein gewählt und akzeptiert habe.

Das völlige Kontrastprogramm dazu war die zweitplatzierte Eleni Foureira aus Zypern. Zu ihrem Song „Fuego“ (436) tanzte sie in einem hautengen Kostüm, sie und ihre vier Tänzerinnen schleuderten ihre langen Haare durch die Luft und lieferten eine perfekte Show der sexy Posen. Dritter wurde überraschend der Österreicher Cesar Sampson („Nobody But You“/342) – mit nur zwei Punkten Vorsprung auf Schulte. Der Mann aus Linz hatte nach der Jury-Wertung sogar ganz vorne gelegen, doch die Fans katapultierten Netta mit mehr als 300 Punkten und Foureira an die Spitze.

Die Stimmen setzten sich zu 50 Prozent aus der Meinung einer Fach-Jury und zu 50 Prozent aus dem Zuschauer-Voting zusammen. Das führte zu zum Teil großen Unterschieden in der Bewertung. So gab die deutsche Jury dem schwedischen Beitrag von Benjamin Ingrosso zwölf Punkte, das deutsche Publikum bedachte ihn gar nicht, sondern gab Italien die maximale Punktzahl. Schweden landete auf Rang sieben, Italien auf fünf.

Michael Schulte lag in der Jury-Gunst ebenfalls besser als bei den Zuschauern. Er bekam 204 Punkte von den Experten, 136 vom Publikum. Die Jurys aus Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden und aus Norwegen gaben ihm zwölf Punkte. Einen Zehner gab es aus Österreich, San Marino, Serbien, Italien, Polen und Australien. Mit seiner kraftvollen Ballade, mit der er an seinen vor 13 Jahren gestorbenen Vater erinnerte, erzählte er eine glaubwürdige Geschichte. Schulte holte die beste Platzierung seit Lena Meyer-Landruts Sieg 2010. Für den federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR) ging damit das neue Konzept auf, bei dem die Künstler für den Vorentscheid mit internationalen Songwritern ihre Lieder erarbeiteten. „You Let Me Walk Alone“ schrieb Schulte unter anderem mit dem Dänen Thomas Stengaard, der auch den Sieger-Song 2013 „Only Teardrops“ für Emmelie de Forest aus Dänemark verantwortet hatte.

Ansonsten war es ein typischer ESC auch mit einigen Liedern, die dem Zuschauer auf dem Sofa einiges an Leidensfähigkeit und Durchhaltevermögen abverlangten. Der Beitrag aus Moldau zum Beispiel, bei dem sechs Sänger und Tänzer in Samt-Outfits in den Landesfarben Rot-Gelb-Blau immer aus verschiedenen Türen herausschauten oder auf die Bühne kamen – das Millowitsch-Theater lässt grüßen. Zwischen mutigen englischen Reimen gab es bei einigen Teilnehmern auch nette Füllwörter wie Schubidudabdab (Norwegen) und Monsterkleider (Estland). Und der Sänger aus der Ukraine wurde wie Dracula aus einem Piano-Sarg emporgehoben, später stand seine Bühnentreppe in Flammen. Überhaupt Feuer: Das spielte eine große Rolle, manche Nationen setzten bei der Bühnen-Performance so intensiv auf Pyrotechnik, dass man sich zeitweise bei einer Schlussfeier der Olympischen Spiele wähnte.

Einen Schreckmoment gab es beim Auftritt der britischen Sängerin SuRie, bei dem ein Mann auf die Bühne stürmte und ihr für Sekunden das Mikrofon entriss. Sie blieb scheinbar unberührt, klatschte und animierte die Fans und sang mit einem zweiten Mikro einfach weiter, als Sicherheitskräfte dem Mann das Mikro entwunden und ihn weggebracht hatten. Laut Statuten hätte die Sängerin noch einmal auftreten dürfen, die britische Delegation entschied sich jedoch dagegen. Vielleicht wusste sie auch, dass es nicht helfen würde. Großbritannien landete am Ende auf Platz 24 von 26 Startern im Finale.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu rief Siegerin Netta noch in der Nacht an. „Du hast dem Staat Israel viel Ehre eingebracht. Nächstes Jahr in Jerusalem“, schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter. 2019 soll der Wettbewerb also in der Stadt stattfinden, die Israel als Hauptstadt für sich beansprucht. Auch vor dem Hintergrund des Konflikts mit dem Iran wird deutlich, dass Europa ganz andere Probleme hat als ein paar schlechte Kostüme und schiefe Töne. Darüber kann solch ein Abend nur kurz hinwegtäuschen.

 

Platz 4 beim ESC - Der Michael nervte nicht

Spiegel online. 13/05/2018 von Arno Frank

Endlich gab es wieder viele Punkte für Deutschland: Michael Schulte kam beim ESC überraschend auf Platz vier. Wie konnte das passieren?

 

Dieser vierte Platz für Deutschland beim ESC 2018 fühlt sich ein wenig an wie der dritte Platz für Deutschland bei der WM 2006 - wie ein Sieg zumindest der Herzen. Die Überraschung, unerwartet so weit gekommen zu sein, wirkt segensreicher als der geglückte Griff nach einer erwarteten Krone. Wie ist der Erfolg von Michael Schulte zu erklären?

Zunächst damit, dass im Vorfeld stets die falschen Fragen ventiliert werden. Wie fit sind Stimmbänder und Sprunggelenke? Welche Taktik, welches Kalkül verbirgt sich hinter dieser oder jener Präsentation? Was macht die Tagesform? Solche Analogien werden eher aus Hilflosigkeit bemüht. Ein Gesangswettbewerb ist, auch wenn er etwa mit olympischem Einlauf der "Athleten" diesen Eindruck erwecken will, keine sportliche Veranstaltung. Sondern eine Art Auktion, auf der Zuneigungspunkte gesammelt werden, ein internationaler und entsprechend emotionaler Sympathiewettbewerb.

In einem solchen hat ein Koloss mit 80 Millionen (um an dieser Stelle ausdrücklich nicht Max Giesinger zu zitieren) Einwohnern, der das übrige Europa ökonomisch und damit auch lebensweltlich an die Wand drückt, beim Publikum prinzipiell schlechtere Karten als, sagen wir, ein randständiger Zwergstaat mit putziger Folklore. Es ist, um im Bild zu bleiben, als träte der FC Bayern im Synchronschwimmen an. Wäre ihm zu wünschen, das auch noch zu gewinnen?

 

Deutschland muss beim ESC bescheiden auftreten

Deshalb waren die beflissenen deutschen Mitschwimmversuche im Mainstream in den letzten Jahren so erfolglos. Deshalb ist die Überraschung über das gute Abschneiden von Schulte so groß und das Aufatmen beim Boulevard ("Europa hat uns wieder lieb!") berechtigt. Mag sein, dass ukrainische Vampire brennende Klaviere bearbeiten oder dänische Wikinger sich gegenseitig die Bärte kraulen dürfen - die deutsche Entsprechung, auf die Spitze getrieben, wäre eine Performance von Rammstein (oder Helene Fischer) und in diesem Wettbewerb chancenlos.

Offenbar wird nicht der triumphale Einmarsch gern gesehen, an dessen ironischer Brechung sich Stefan Raab und Guildo Horn einst versuchten. Nein, ein europäisches Publikum ist Deutschland nur dann gewogen, wenn es bescheiden auftritt und etwas ahnen lässt, das aus der Ferne als Ehrlichkeit erkennbar ist.

Das galt 2010 für Lena mit ihrer ausgestellten Niedlichkeit, das galt 1999 für Sürpriz (Platz 3) mit ihrem betonten Multikulturalismus - und es galt erst recht 1982 für Nicole, mit der Deutschland, zart und verhuscht, sich schlicht "Ein bisschen Frieden" wünschte.

 

Schlichte Performance ganz ohne Akrobatik

Es gilt auch für Michael Schulte, dessen schlichte Performance ganz ohne Akrobatik, allzu große Gesten, professionelle Stylisten, ohne Choreografie oder einen für Suchmaschinen optimierten Künstlernamen auskam. Der Michael halt, wie er ein berührendes (und berühren wollendes) Lied über seinen Papa singt. Was man ihm, gerade weil er tief anfliegt statt hoch zu stapeln, irgendwie glauben will. Voilà, douze points!

Dem deutschen Selbstbild entspricht dieses Auftreten nur bedingt, was ebenfalls sympathisch und beinahe dissident wirkt. Zu keinem Zeitpunkt war Michael Schulte - Fanfare! - "unser Star für Lissabon", Ausrufezeichen. Stars werden eben nicht mehr notwendigerweise gemacht. Sie machen sich selbst - im basisdemokratischen Forum von Youtube, dem öffentlichen Probe- und Lebensraum einer neuen Generation von Künstlern.

Weshalb seine Erfolgsgeschichte nebenbei auch vom Bedeutungsverlust der üblichen medialen Mechanismen erzählt. Schulte reiste gewissermaßen privat nach Portugal. Schon der Vorentscheid ging diesmal komplett am Interesse der breiten Öffentlichkeit vorbei. Im Internet mag er Millionen von Klicks sammeln. Im Radio aber bekam "You Let Me Walk Alone" bisher kaum Airplay, obwohl es handwerklich und inhaltlich auf dem gleichen Niveau spielt wie die marktkonformen Innerlichkeitsballaden, vor denen doch sonst so gar kein Entkommen ist.

Michael Schulte hat nicht genervt. Und wenn Deutschland nicht nervt, tja, dann ist offensichtlich schon viel gewonnen.

 

Biederer Ratgeberpop

Die Beerdigung von Kitsch und Quatsch: Worum es beim ESC wirklich ging

Stern.de/neon. 13/05/2018 von Julia Friese

 

Der Eurovision Song Contest war seit der Einführung des Farbfernsehens bunt. 2018 ist er schwarz. Die jungen, ernsthaften Künstler - fast allesamt Casting-Show-Absolventen -  beerdigen allen Kitsch und Quatsch, nur um am Ende von ihm heimgesucht zu werden.

Alles beginnt mit einem Sarg. Die Ukraine, der Gastgeber des Vorjahres, bricht in Form des Künstlers Mélovin aus dem Sarg aus, um untot auf einem brennenden Podest Klavier zu spielen. Es ist die Ouvertüre einer Beerdigung, nicht irgendeiner Beerdigung, sondern die des Kitsch und Quatsch. Salvador Sobral, der Vorjahresgewinner, hatte es sich so gewünscht. Musik ist nicht Feuerwerk, Musik ist Gefühl, hatte er noch in Kiew gesagt. Videoleinwände will er in Lissabon nicht sehen. Nehmt Musik verdammt noch mal ernst!

Die jungen Künstler folgen seiner Weisung. Elf von insgesamt 26 tragen sehr ernsthaftes schwarz. Fünf weitere Interpreten und Bands tragen schwarz-weiß, halb-schwarz oder eine Leoparden-Jacke über ansonsten ganz-schwarz. Schwarz! Das muss man sich mal vorstellen, was das bedeutet, was diese Riege der jungen, mehrfachen Casting-Show-Absolventen da mit dem ESC macht. Verdammt, der war doch immer die große Gala des Gimmicks. Guildo Horn trug hier Plateauschuhe, zur Halbglatze, Conchita Wurst Bart zum Ballkleid, und Verka Serduchka einen fünfzackigen Stern auf dem Kopf.

Accessoires, Bühnenshow - Oberfläche insgesamt war alles. 2006 traten Monster auf, die ein "Hard Rock Hallelujah" sangen, zu dem das Frontmonster seine Flügel spannte. 2008 sang ein Truthahn, Dustin the Turkey, auf einem fahrbaren DJ-Pult für Irland. Alles folgte dem Konzept: Die buntesten Interpreten zeigen die blassesten Durchschläge von dem, was in der Populärkultur gerade angesagt ist.

Und nun ist alles schwarz. So lackschwarz wie ein inaktiver Handybildschirm. Ausnahmen gibt es wenige. Etwa Estland, das seine Interpretin in ein meterhohes Kleid steckt, welches gleichzeitig als Videoleinwand fungiert. Oder Moldawien, die ihren wunderbar unhörbaren Beitrag als eine Art Mondrian-Theaterstück inszenieren. Am allermeisten gegen den Ernst gewehrt hat sich jedoch Israel. Seine Netta gewann, weil sie das Crazy in ESC ausschrieb. Sie gurrte wie eine Taube, und tanzte wie ein Huhn vor zwei goldenen Schränken mit japanischen Winkekatzen, die der Musik- und Kulturexperte Peter Urban treffsicher als "Bären" identifizierte.

Insgesamt war der ESC-Pop 2018 Ratgeber-Pop. "GuteFrage.net" hätte das inoffizielle Motto gewesen sein können. Wie lebt man ein gutes Leben? war dabei die Frage, die die jungen Künstler am liebsten beantwortet wissen wollten. Selbst Nettas Gewinnersong "Toy" hat eine Rat gebende Botschaft: Frauen sollen stark sein und sich nicht zum Spielzeug eines vermeintlich "dummen Mannes" machen lassen.

Wie mache ich es aber meiner Familie recht?, fragt sich SuRie für Großbritannien. "Hey mother, I'm making you proud. Could I do better?", sang sie. Ein Flitzer nahm ihr das Mikrofon weg.

Und die 23-jährige Cláudia Pascoal aus Portugal sang zu getragen Klaviertönen - ganz in Schwarz gekleidet - von dem Tod der Oma ihrer Duett-Partnerin. Singend versprachen sie, sie würde sich bessern, die Duett-Partnerin, um ein Leben ganz im Sinne der geliebten Großmutter zu führen. Die Sehnsucht nach Familie, sie ist 2018 das ganz große Ding. Zwei der auftretenden Acts sind Paare, eines ist sogar verheiratet. Und die 24-jährige Ieva Zasimauskaité aus Litauen träumt auf der Bühne sitzend davon mit ihrem Freund alt zu werden. Sie singt mit maximal brüchiger Stimme, brüchiger als Emilia einst "I'm a big, big girl in a big, big world" gesungen hatte, nur um dann im Grande Finale auf der Bühne Besuch von eben diesem Freund - natürlich ganz in Schwarz - zu bekommen, dem sie mit einstudiert erstickender Stimme in Liebe um den Hals fällt.

Liebe! Sie soll tiefer gehen als die Knochen, singen die schwarz gekleideten Equinox aus Bulgarien. Das Bühnenbild dazu sind weiße Rippen - Memento Mori! - die man aber auch, denn die Darbietung darf nicht zu sehr verstören, eigentlich darf sie gar nicht verstören, als harmlose, weiße Lamellen sehen kann, wenn man denn will. Jessica Mauboy singt für Australien folgenden Ratschlag: Nur für materielle Dinge zu kämpfen, das ist Zeitverschwendung. Konzentrieren wir uns doch auf was anderes: Liebe.

Michael Schulte sang sich mit "You Let Me Walk Alone" auf den vierten Platz, weil er mit seinem Song über die Liebe zu seinem Elternhaus eben genau diesen biederen Nerv traf. Sein Vater ist vor 13 Jahren gestorben, aber sein Zuhause war dennoch ein "Shelter from a storm", das sang er. Denn Zuhause ist Zuflucht. Europa gefiel das. Familie, Heimat, Biedermeier.

Auch die ungarische Metal-Core-Band AWS sang mit "Vislát nyár" ("Auf Wiedersehen, Sommer") einen Song über den Tod des Vaters. Im Interview sagte die Band, es gehe ihr darum, den Hörern die Angst vor dem Tod zu nehmen, damit sie im Wissen um Endlichkeit ein glücklicheres Leben führen können.

Auch zu ihrem Beruf sang die Abschlussklasse des Bieder-Pops Rat Gebendes. Lea Sirk aus Slowenien verkündete ganz in Schwarz: Was du auch machst, die Seele muss mit drin hängen. Von leeren Werbebotschaften solle man sich nicht in die Irre führen lassen. Alexander Rybak, der den ESC 2009 schon mal gewonnen hat, will Kohorten von ESC-Sängern und Sängerinnen nach ihm helfen. Er singt eine formularische Anleitung zum Songschreiben: "That's how you write a song". Dessen gehaltvollste Botschaft: Ihr müsst nur an euch glauben.

Dabei scheint genau das das Problem zu sein. Niemand glaubt hier eigentlich an sich. Alle glauben nur, sich beweisen zu müssen. In Wettbewerb um Wettbewerb. In Casting um Casting. Ständig im Kampf um die Zuschauergunst. Und damit man die bekommt, kopiert man eben wild Dinge, die alle mögen. Netta mag die japanische Kultur und Hühner, Eleni Foureira Shakira und Beyoncé. Sie stellte sie dar, staksig in einem Anzug aus Flammen. Dazu sang sie von dem, was ihr und der ganzen Veranstaltung fehlte: Feuer.

 

Michael Schulte hat es allen gezeigt

Süddeutsche.de. 13/05/2018 von Hans Hoff

 

Der Sänger aus Buxtehude galt als musikalisches Leichtgewicht. Er wird überraschend und verdient Vierter beim ESC 2018.

Der Bann ist gebrochen. Deutschland hat am Samstagabend beim Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon einen sensationellen vierten Platz erreicht. Das ist das beste Ergebnis, seit Lena 2010 in Oslo den Sieg nach Hannover holte. Nach zwei letzten und einem vorletzten Rang in den vergangenen Jahren hat Michael Schulte mit seinem Titel "You Let Me Walk Alone" die Popnation würdig vertreten, vielleicht sogar ein bisschen besser als sie wirklich ist.

Er landete knapp hinter dem österreichischen Beitrag "Nobody But You" von Cesár Sampson, der ebenso überraschend auf Position drei landete. Sieger wurde vor dem zweitplatzierten Song "Fuego" aus Zypern die Sängerin Netta, die mit ihrem Titel "Toy" dafür sorgte, dass der ESC im kommenden Jahr in Israel ausgetragen wird.

Damit hat sich das Konzept des für Deutschland in Sachen ESC federführenden NDR zum ersten Mal seit dem Abschied von Stefan Raab wieder bewährt. Die Organisatoren des nationalen Vorentscheids haben die Auswahl der Künstler und der Songs diesmal mit großem statistischem und kompositorischem Aufwand betrieben. Wie sicher sie gehen wollten, zeigt schon die Tatsache, dass im Komponistenfeld des Songs, den der in Buxtehude lebende Schulte seinem verstorbenen Vater gewidmet hat, vier Namen stehen.

Trotzdem dürften vor dem Finale die wenigsten auf eine derart großartige Platzierung getippt haben. Schulte wurde geschmäht als Ed Sheeran für Arme, viele Radios hielten sich sehr zurück mit dem Song. Schultes Bekanntheitsgrad in Deutschland blieb trotz vieler Bemühungen eher ausbaufähig. Manche hielten ihn für einen dieser vielen Youtube-Stars, die halt kurz mal nach oben gespült werden und dann aber schnell wieder verschwinden.

Nun hat es Schulte allen Zweiflern gezeigt. Das hing sicherlich von seinem Auftritt in der Altice Arena ab. Dort stand der 28-Jährige in dunkler Kleidung allein auf weiter Bühne vor 11 000 feierwütigen Menschen und wirkte zu Beginn seines Vortrags erst einmal ein wenig verloren. Aber dann packte er so viel Emotion in die Hommage an seinen Vater, dass es kurz vor Schluss schien, als werde er vor der Kulisse eingeblendeter Textfragmente und diverser Familienfotos gleich losweinen.

Das hatte nichts von Kitsch, sondern sprach von großem Ernst. Genau diese Ernsthaftigkeit hat sich offenbar in die meisten Länder vermittelt. Schon nach der Auszählung der Jury-Stimmen lag Schulte auf Rang vier und konnte diesen Platz auch nach der Verteilung der Zuschauervotings halten.

Das ist insofern bemerkenswert, als sich die Wertungen von Jurys und Publikum für andere Teilnehmer stark unterschieden. So rangierte Schweden mit auswechselbarem Pop nach der Jurywertung souverän auf dem zweiten Rang, wurde aber dank magerer Zuschauerstimmen auf Rang sieben durchgereicht. Österreich, dass die Jurys auf Rang eins gesetzt hatten, rutschte zwar auf Platz drei ab, lag am Ende aber noch zwei Punkte vor Deutschland, das stolze 340 Punkte verbuchen konnte.

Für die Fernsehzuschauer war es mit Sicherheit die seit langem spannendste Auszählung am Ende eines ESC-Finales. Sehr lange war nämlich nicht sicher, wer von den beiden Favoritinnen das Rennen machen würde: Die stark an Shakira erinnernde Eleni Foureira, eine nach Griechenland geflüchtete Albanierin, die mit dem Titel "Fuego" für Zypern ins Rennen ging. Oder die Beth Ditto nicht unähnliche Powerfrau Netta, die ein lautstarkes Plädoyer für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe hielt und gleichzeitig deutlich machte, dass sie sich nicht als Objekt missbrauchen lassen möchte.

"I'm not your toy, you stupid boy", sang sie und oszillierte dabei keck zwischen den Stilen, setzte hier ein paar Soundschleifen ein, dort ein bisschen HipHop und dazu einen Hauch von koreanischem Ententanz. Dass Netta am Ende die meisten Punkte sammelte, darf als erneuter Beleg gewertet werden, dass starke Symbolfiguren, Menschen, die aus der Reihe fallen, im ESC große Chancen haben. Conchita Wurst war so jemand. Und auch Salvador Sobral, der verhuschte Sieger des Vorjahres.

Der wiederum sorgte für einen bemerkenswerten Moment an diesem insgesamt eher lauten Abend, als er noch einmal seinen leisen Siegertitel "Amar pelos dois" anstimmte. Es war sein erster großer Auftritt nach seiner schweren Operation, in der er im Dezember ein neues Herz erhielt.

 

Schrille Momente und sehr viel Pyrotechnik

Das fiel naturgemäß aus dem Rahmen, der diesmal wieder von allerlei schrillen Momenten gesetzt wurde. Es gab ein riesiges Kleid, das als Projektionsfläche genutzt wurde, es gab die üblichen Verrenkungen, die zwischen sexy und ungelenk changierten.

Vor allem aber gab es massivsten Einsatz von Pyrotechnik. Immer wenn man annahm, nun könne kein Pyroeffekt mehr übrig sein, weil drei Minuten lang alles verfeuert wurde, was in drei Minuten möglich ist, schossen im nächsten Song garantiert noch mehr Feuer- und Glitterfontänen aus dem Boden. Mehr Feuer war lange nicht.

Beim Auftritt der Britin SuRie kam es zudem zu einem unangenehmen Moment, als ein Störer die Bühne enterte und der Sängerin das Mikrofon entriss, was allerdings wegen einer gerade geschalteten Totale die wenigsten Zuschauer mitbekommen haben dürften. In Blitzeseile war der Störer abgeräumt, und SuRie bekam ihr Mikro zurück. Offenbar fühlte sie sich durch die Aktion angespornt und sang mit doppelter Kraft weiter. Das anschließende Angebot der ESC-Ausrichter, ihren Auftritt am Schluss noch einmal zu wiederholen, lehnte sie indes ab. Sie sei sehr stolz auf ihren Auftritt gewesen und sehe absolut keinen Grund, ihn zu wiederholen, ließ sie mitteilen. Am Ende schaffte sie es trotzdem nur auf Rang 24.

Die rote Laterne, die in den vergangenen Jahren zu oft an Deutschland durchgereicht wurde, musste diesmal auf Rang 26 das Gastgeberland Portugal tragen, was beweist, dass beim ESC zwischen großem Erfolg und katastrophalem Abschneiden oft nicht mehr als zwölf Monate liegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dienstag, 02 Juni 2020 14:40

Der Eurovision Song Contest 2017

ESC Logo 2010 

62. Eurovision Song Contest - 13. Mai 2017
Kiew             

Halle International Exhibition Centre
Motto Celebrate Diversity
Moderation Oleksandr Skichko, Volodymyr Ostapchuk & Timur Miroshnychenko
Pausen-Acts Jamala und ONUKA
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 42 Länder (Finale 26 / Semifinale jeweils 18)

 

Siegerland: Portugal


norway

Interpret:

Salvador Sobral

Titel:

"Amor pelos dois"

Musik & Text:

Luísa Sobral

Sobral© Andres Putting, EBU 

 

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale - 13. Mai 2017

PlatzLandInterpret*inSongJuryTelev.Ges.Start
1. Portugal Salvador Sobral Amar pelos dois 382 376 758 11
2. Bulgarien Kristian Kostov Beautiful Mess 278 337 615 25
3. Moldau Sunstroke Project Hey Mamma 110 264 374 7
4. Belgien Blanche City Lights 108 255 363 23
5. Schweden  Robin Bengtsson I Can't Go On 218 126 344 24
6. Italien Francesco Gabbai Occidentali's Karma 126 208 334 9
7. Rumänien Ilinca feat. Alex Florea Yodel It! 58 224 282 20
8. Ungarn Joci Pápai Origo 48 152 200 8
9. Australien Isaiah Don't Come Easy 171 2 173 14
10. Norwegen JOWST Grab The Moment 129 29 158 17
11. Niederlande O'G3NE Lights And Shadows 135 15 150 6
12. Frankreich Alma Requiem 45 90 135 26
13. Kroatien Jacques Houdek My Friend  25 103  128 13
14. Aserbaidschan Dihaj Skeletons  78 42 120 12
15. Vereinigtes Königreich Lucie Jones Never Give Up On You 99 12 111 18
16. Österreich Nathan Trent Running On Air 93 0 93 4
17. Belarus Naviband Historyja majho zyccia 50 33 83 3
18. Armenien Artsvik Fly With Me 58 21 79 5
19. Griechenland Demy This Is Love 48 29 77 15
20. Dänemark Anja Where I Am 69 8 77 10
21. Zypern Hovig Gravity 36 32 68 19
22. Polen Kasia Moś Flashlight 23 41 64 2
23. Israel IMRI I Feel Alive 34 5 39 1
24. Ukraine O.Torvald Time 12 24 36 22
25. Deutschland Levina Perfect Life 3 3 6 21
26. Spanien Manel Navarro Do It For Your Lover 0 5 5 16

 

 

Semifinale 1 - 9. Mai 2017

PlatzLandInterpret*inSongJuryTelev.Ges.Start
1. RU Portugal Salvador Sobral Amar pelos dois 179 180 370 9
2.   Moldau Sunstroke Project Hey Mamma 111 180 291 12
3.   Schweden Robin Bengtsson I Can't Go On 124 103 227 1
4.   Belgien Blanche City Lights 40 125 165 5
5.   Zypern Hovig  Gravity 61 103 164 15
6.   Australien Isaiah Don't Come Easy 139 21 160 3
7.   Armenien Artsvik Fly With Me 87 65 152 16
8.   Aserbaidschan Dihaj Skeletons 87 63 150 8
9.   Polen Kasia Moś Flashlight 50 69 119 11
10.   Griechenland Demy This Is Love 61 54 115 10
11. Georgien Tamara Gachechiladze Keep The Faith 62 37  99 2
12. Finnland Norma John Blackbird 41 51 92 7
13. Tschechische Republik Martina Bárta My Turn 81 2 83 14
14. Albanien Lindita World 38 38 76 4
15. Island Svala Paper 29 31 60 13
16. Montenegro Slavko Kalezić Space 17 39  56 6
17. Slowenien Omar Naber On My Way  16 20  36  17
18. Lettland Triana Park Line 1 20  21  18
Semifinale  2 - 11. Mai 2017
Platz LandInterpret*inSong JuryTelev.Ges.Startnr.
1.   Bulgarien Kristian Kostov Beautiful Mess 199  204 403 15
2.   Ungarn Joci Pápai Origo  66 165 231 7
3.   Israel IMRI I Feel Alive 75 132 207 18
4.   Niederlande O'G3NE Lights And Shadows  149  51 200 6
5.   Norwegen JOWST Grab The Moment  137 52 189 12
6.   Rumänien Ilinca feat. Alex Florea Yodel It!  26  148 174 5
7.   Österreich Nathan Trent Running On Air 115 32 147 2
8.   Kroatien Jacques Houdek My Friend 37  104 141 11
9.   Belarus Naviband Historyja majho zyccia  55  55 110 14
10.   Dänemark Anja Where I Am 96  5 101 8
11.   Serbien Tijana Bogićević In Too Deep  53  45 98
 1
12. Schweiz Timebelle Apollo  48  49 97 13
13. Irland Brendan Murray Dying To Try  45  41 86 9
14. Estland Koit Toome & Laura Verona  16  69 85 17
15. EJR Mazedonien Jana Burčeska Dance Alone 29 40 69 3
16. Malta Claudia Faniello Breathlessly 55 0 55 4
17. Litauen Fusedmarc Rain Of Revolution 17 25 42 16
18. San Marino Valentina Monetta & Jimmie Wilson Spirit Of The Night  0 1 1 10

 


 


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

Kyiv Venue 1© NTU

Der 62. Eurovision Song Contest fand 2017 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt, die beiden Semifinale am 9. und 11. Mai und das Finale am 13. Mai 2017.

Damit war Kiew nach 2005 zum zweiten Mal die Gastgeberstadt des ESC. Nachdem der Sportpalast, in dem der ESC 2005 ausgetragen wurde, nicht mehr den technischen Anforderungen entspricht, fiel die Wahl auf das International Exhibition Centre des Messezentrums. Die Halle fasst etwa 11.000 Zuschauer. Auch das Pressezentrum wurde im Messezentrum untergebracht. 

Sechs Städte (Kiew, Lviv, Odessa, Kherson, Kharkiv und Dnipro) hatten sich beworben, zuletzt standen nur noch die Hauptstadt Kiew und Odessa zur Wahl. Nachdem die Bekanntgabe der Gastgeberstadt mehrfach verschoben wurde, hat man am 9. September 2016 in einer Pressekonferenz des ukrainischen Ministerkabinetts die Entscheidung für Kiew bekannt gegeben, sie sei im Auswahlgremium 19 zu 2 Stimmen gefallen. Erstmals hatten sich zuvor die Bewerberstädte in einer Live-Sendung namens "Städtekampf" im ukrainischen TV per Live-Stream präsentiert. Vor Publikum gab es eine Diskussion zwischen offiziellen Vertretern des Organisationskommittees, Musikexperten und Fans.

Die Bekanntgabe der Enscheidung war mehrfach angekündigt und wieder verschoben worden. Die drei Städte der Endrunde mussten ihre Bewerbungsunterlagen auf Geheiß der EBU nachbessern. Der Executive Supervisor der EBU, Jon Ola Sand, fühlte sich bemüßigt, eine Videoerklärung abzugeben. Es wurde außerdem seitens der EBU darauf hingewiesen, dass die Entscheidung für Düsseldorf 2011 erst im November 2010 bekannt gegeben worden sei, die Entscheidung für Kopenhagen 2014 erst im September 2013.

 

Nach einem EBU-Meeting in Lausanne am 8. Dezember 2016 wurde dann endgültig beschlossen, dass der ESC 2017 in der ukrainischen Hauptstadt stattfinden solle. Zuvor hatte es mehrfach Stellungnahmen der EBU gegeben, dass die Vorbereitungen seitens des verantwortlichen Senders NTU ins Stocken geraten seien, auch sei die Finanzierung nicht endgültig geklärt. Gerüchte kamen auf, Russland werde in die Bresche springen. Zuvor war der NTU-Generaldirektor zurückgetreten. Dann hatte NTU Oleksandr Charebin und Viktoria Romanova als Executive Producer berufen. Ihnen zur Seite stand der sehr erfahrene Stuart Barlow als Show Producer.

Jon Ola Sand (EBU) äußerte sich nun zufrieden mit dem neu ernannten "Core Team" und sprach ihnen vollstes Vertrauen aus. Viktoria Romanova wird folgendermaßen zitiert: "Ich freue mich, bestätigen zu können, dass NTU ein ausreichendes Budget für die Ausrichtung des ESC in der Ukraine hat. Wir werden 15 Mio. Euro vom ukrainischen Staat und weitere 7 Mio. Euro von der Stadt Kiew bekommen. Wir haben mit den Vorbereitungen bereits begonnen."

 

Dann kam am 10. Februar 2017 der Paukenschlag: Das Organisationsteam des ESC 2017 trat vollständig zurück! Das betraf u.a. die gerade erst ins Amt berufenen Oleksandr Kharebin und Victoria Romanova sowie die kommerzielle Direktorin, den Eventmanager und den Sicherheitschef. Als Begründung wurden unüberwindbare Differenzen mit dem verantwortlichen TV-Sender angegeben. Im Detail heißt es in der Begründung: "Man hat uns nach der offiziellen Bekanntgabe des Zuschlags an Kiew zur Ausrichtung des ESC im Dezember Kompetenzen genommen, die wir an den neuen Leiter des Contests abgeben mussten. Dieser neue Leiter bekam die vollständige Kontrolle über alles, was mit dem ESC zu tun hat. Diese Ernennung und alle Aktionen, die damit zusammenhingen, haben die Vorbereitungen des ESC für ca. zwei Monate unterbrochen. Unsere Arbeit wurde vollständig blockiert. Wir bedauern sehr, mitteilen zu müssen, dass unser Team solch eine Vorgehensweise nicht akzeptieren kann und keine Möglichkeit einer Fortsetzung unserer Arbeit sieht."

 

Durch diese Vorgänge kam es natürlich zu erheblichen Verzögerungen im Zeitplan der Vorbereitungen. Zur Unterstützung des neuen Organisationsteams holte man schließlich Christer Björkman, den ESC-Produzent 2013 und 2016 und "Vater" des Melodifestivalen in Schweden mit ins Boot. "Ich bin begeistert, wieder dabei sein zu können, um am größten Musik-Event der Welt mitzuarbeiten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem wunderbaren Team von UA:PBC und bin sicher, dass wir zusammen den besten Contest aller Zeiten produzieren werden!" Björkman war hauptsächlich für das Staging der 42 Acts verantwortlich.  

 

Insgesamt 43 Länder hatten ursprünglich ihre Teilnahme zugesagt. Rumänien und Portugal kehrten nach einjähriger Abstinenz zurück, Bosnien & Herzegowina setzte aus wegen Umstrukturierung des TV-Senders. Die Türkei und die Slowakei nahmen wiederum nicht teil. Damit wären in Kiew genauso viele Länder antreten wie 2008 in Belgrad und 2011 in Düsseldorf, wenn Russland sich nicht kurzfristig vom Wettbewerb zurückgezogen hätte. Die Teilnahme Australiens schien nunmehr zu einer Dauereinrichtung zu werden.

 

 

 

 

Die Semifinalauslosung fand am 31. Januar 2017 statt. Es wurden - wie gewohnt - sechs "Töpfe" gebildet und die Länder nach geografischen Gesichtspunkten und bisherigem Wertungsverhalten zugeordnet. Die Moderatoren waren Nika Konstantinova und Timur Miroshnyshenko. Es wurde ausgelost, dass Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich im 1. Semifinale antraten, Deutschland (auf eigenen Wunsch), Frankreich und die Ukraine im 2. Semifinale.  Die Schweiz und Israel wurden auf Wunsch dem 2. Semifinale zugeordnet.

 

Erstmals in der ESC-Geschichte gab es drei männliche Moderatoren: Oleksandr Skichko, Volodymyr Ostapchuk und Timur Miroshnychenko.

Moderatoren nreu© ECG e. V.

Oleksandr Skichko ist Moderator diverser ukrainischer TV-Shows. Seine Karriere begann als Semifinalist der ukrainischen „Supertalent“-Ausgabe, in der er mit Parodien antrat.

Volodymyr Ostapchuk ist Moderator u.a. im Frühstücksfernsehen sowie bei „Shopping Queen“. Außerdem ist er ein vielbeschäftigter Synchronsprecher.

Timur Miroshnychenko hat als ESC-Fan schon diverse ukrainische Vorentscheidungen moderiert sowie beide JESC in Kiew 2009 und 2013. Außerdem war er schon ukrainischer ESC-Kommentator.

Von den Produzenten und Jon Ola Sand (EBU) las man, man habe zwar nicht nach drei jungen Männern gesucht, aber die Drei hätten beim Casting überzeugt durch ihre Kombination von Humor, Improvisationstalent und Professionalität. Die Chemie zwischen ihnen stimme einfach.

 

esc2017 logo with light screen background rgb navy© NTU

Kurz vor der Insignienübergabe durch Eva-Louise Erlandsson Slorach, der Stadtratsvorsitzenden von Stockholm, der Gastgeberstadt 2016, an Vitali Klitschko, den Kiewer Bürgermeister, wurde das Motto des ESC bekannt geben. Es lautete "Celebrate Diversity" - "Feiert die Vielfalt". Jon Ola Sand meint dazu: "Die Idee, die Vielfalt zu feiern, baut auf dem letztjährigen Slogan "Come Together" auf und ist das Herzstück der Eurovisions-Werte: Es ist allumfassend und überall in Europa, und darüber hinaus, zusammen zu kommen, um unsere Gemeinsamkeiten und unsere Unterschiede zu feiern, und natürlich großartige Musik."  Das Sublogo zu diesem Motto basiert auf der traditionellen ukrainischen Halskette Namysto. Dieser Halskette wird eine Schutzfunktion zugeschrieben und sie ist ein Symbol für Schönheit und Gesundheit. Sie besteht aus vielen verschiedenen Glasperlen, jede mit einem eigenen Design, und symbolisiert so die Vielfalt und Individualität.

Stage2017© NTU

Das Bühnenbild wurde wieder von Florian Wieder (ESC 2011, 2012, 2015) gestaltet, es wurde am 31.01.2017 vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

Der EuroClub wurde im Ausstellungskomplex CEK Parkovy, eingerichtet. Der Rote Teppich sollte vor der berühmten St. Sophia-Kathedrale (UNESCO-Welterbe) stattfinden. Allerdings gab es Proteste aus orthodoxen Kirchenkreisen. Daher wurde der Rote Teppich dann vor den Mariinyski-Palast verlegt, wo 2005 der Willkommensempfang Open Air stattfand.

 

FAZIT

 

Portugal hat zum ersten Mal in der ESC-Geschichte den Sieg davongetragen mit dem Lied "Amar pelos dois", gesungen von Salvador Sobral, geschrieben von seiner Schwester Luísa, die mit ihm gemeinsam das Lied nach dem Sieg noch einmal gesungen hat. In einer ersten Reaktion meinte der Sieger: "Wir leben in einer der Welt der 'Fast-Food-Musik' ohne Inhalt. Aber Musik ist Gefühl, nicht Feuerwerk." Sein Sieg könne der Sieg für die Musik mit Bedeutung sein. Die bis dato beste Platzierung erreichte Portugal 1996: Lúcia Moniz mit dem Titel: "O meu coração não tem cor” (Platz sechs). 

Der erstmalige Sieg Portugals war eine Riesenüberraschung. Wer hatte diese völlig aus dem Rahmen des englischsprachigen Überangebots fallende Ballade in Landessprache vorher auf der Rechnung gehabt?  Bei den Buchmachern führte bis kurz vor dem Finale eindeutig Italien, aber nach der ersten Probe Portugals schnellte Salvador Sobral auf die Spitzenposition. Wer diese Probe erlebt hatte, dem war eigentlich klar, dass der portugiesische Beitrag ganz oben mitspielen würde. Dieses Lied mit diesem Sänger hat verdient gewonnen, da waren sich Jurys und Televoter einig.Die weiteren Proben absolvierte seine Schwester Luísa, da er gesundheitlich dazu nicht in der Lage war. Es gab widersprüchliche Berichte über seine gesundheitliche Verfassung, das ging von einer Erholungsphase nach Leistenbruchoperation bis zur Suche nach einem Spenderherz, was sich ja dann letztlich auch bestätigte: Salvador Sobral bekam nachdem ESC ein neues Herz. 

 

Der im Vorfeld als fast sicherer Sieger gewettete Italiener Francesco Gabbani landete auf einem für viele sicher enttäuschenden sechsten Platz mit seinem Titel "Occidentali's Karma". Gabbani war auch nationaler und internationaler Fanfavorit.

Bulgarien toppte mit Kristian Kostov und "Beautiful Mess" das Ergebnis von Poli Genova ein Jahr zuvor (Platz vier) und fuhr mit dem zweiten Platz das bisher beste Ergebnis für Bulgarien ein. Das bereits aus Düsseldorf 2011 bekannte "Sunstroke Project" aus Moldau wurde mit einer witzigen Hochzeitsnummer Dritter! Und eine eigentlich relativ "farblose" Blanche konnte durch eine entsprechende Inszenierung und ein aus dem Rahmen fallendes Lied "CIty Lights" für Belgien Platz vier ersingen.

 

Ebenfalls sehr farblos, nämlich "Grau in Grau", kam die deutsche Vertreterin Levina daher:  Sie bekam für "Perfect Life" sechs magere Punkte (drei von der irischen Jury und drei des Schweizer Televotings) und wurde lediglich Vorletzte  mit einem Punkt Vorsprung vor Schlusslicht Spanien.

Ganz anders da die Rumänen, Ilinca feat. Alex Florea jodelten sich auf Platz sieben! Und der Kroate Jacques Houdek trat gleich doppelt an und sang im Duett mit sich selbst in verschiedenen Stimmlagen "My Friend". Das reichte für Platz 13. Nicht gereicht hat es für Tamara Gachechiladze aus Georgien, sie scheiterte mit ihrer Powerballade "Keep The Faith" knapp auf Platz 11 im Semifinale, aber als Trost lernte sie in Kiew ihren Mann fürs Leben kennen, den Produzenten von Kristian Kostov, Boris Milanow!

 

Slavko Kalezić konnte für Montenegro noch so sehr mit seinem künstlichen Zopf herumwedeln, er blieb im Semifinale auf Platz 16 stecken, einen Platz vor Omar Naber aus Slowenien, der es nach 2005 zum zweiten Mal versuchte. Ebenfalls erfolglos blieb der erste Anlauf von Claudia Faniello, der Schwester des zweimaligen Vertreters Fabrizio Faniello, die es unzählige Male in der maltesischen Vorentscheidung versucht und es endlich geschafft hatte, zum ESC zu fahren, aber hier erstaunlicherweise nicht über einen 16. Platz hinauskam: Sie bekam keinen einzigen Punkt vom Televoting!

 

Für die Schweiz schafften es Timebelle trotz oder wegen einer bonbonfarbenen Inszenierung nur auf Platz 12 im Semifinale, und ganz arg erwischte es die Vertreter Estlands, die bei den Fans auch ganz hoch im Kurs gestanden hatten: Koit Toome und Laura (für beide jeweils der zweite Anlauf beim ESC) waren "Lost In Verona" im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich auf Platz 14 im Semifinale, dessen Schlusslicht Valentina Monetta bei ihrem dritten Versuch für San Marino, dieses Mal im Duett mit Jimmie Wilson, bildete.

 

Der Contest selbst wurde im Großen und Ganzen nach den Schwierigkeiten im Vorfeld doch ganz gut organisiert. Die Moderation der drei Herren war insgesamt unspektakulär, ein Einspieler mit Måns Zelrmerlöw, dem grandiosen Moderator 2016, offenbarte jedoch zu deutlich, dass zwischen ihm und der Moderation der drei Ukrainer Welten lagen.  

 

 


 

 

 DIE TEILNEHMER - FINALE

 

ITA 58 HOL 58 FRA 58 ISL14n

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Israel Polen Belarus Österreich
IMRI Kasia Moś Naviband
Nathan Trent
"I Feel Alive" "Flashlight" "Historyja majho zyccia" "Running On Air"
M. & T.: Dolev Ram,
Penn Hazut
 
M. & T.: Kasia Moś, Rickard Bonde Truumeel, Pete Barringer (DWB) M. & T.: Artem Lukyanenka M. & T.: Nathan Trent, Bernhard Penzias
    
NOR14 HOL 1 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Armenien Niederlande Moldau Ungarn
Artsvik
O'G3NE Sunstroke Project
Jóci Pápai
"Fly With Me" "Lights And Shadows" "Hey Mama" "Origo"
M.: Lilith Navasardyan,
Levon Navasardyan
 T.: Arvet Barseghyan,
David Tserunyan
M.: Rick Vol, Rory de Kievit
  T.: Rick Vol
M.: Anton Ragoza, Serghei Stepanov, Serghei Ialovitki, Mihail Cebotarenco
T.: Alina Galetcaia
M. & T.:
Jószef Pápai
    
ALB 10 GRE14n AUT14neu BLR 10

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Italien Dänemark Portugal Aserbaidschan
Francesco Gabbani Anja Salvador Sobral Dihaj
"Occidentali's Karma" "Where I Am" "Amor pelos dois" "Skeletons"
M. & T.: Francesco Gabbani, Fabio Ilacqua, Luca Chiaravalli M. & T.: Anja Nissen, Michael D'Arcy, Angel Tupai M. & T.:
Luísa Sobral
M.: Isa Melikov
T.: Sandra Bjurman
    
ALB 10 ARM 10 RUS14n BLR 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Kroatien Australien Griechenland Spanien
Jacques Houdek Isaiah Demy Manel Navarro
"My Friend" "Don't Come Easy" "This Is Love" "Do It For Your Lover"
M.: Jacquies Houdek, Siniša Reljić, Tony Malm
T.: J. Houdek, Ines Prajo, Arijana Kunštek, Fabrizio Laucella
M & T.:
David Musumeci, Anthony Egizil, Michael Angelo
M.: Dimitris Kontopoulos
  T.: Romy Papadea,
John Ballard
M. & T.:
Manel Navarro,
Antonio Rayo "Rayito"
    
ALB 10 FIN14n ASE 10 2 BLR 10

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Norwegen Ver. Königreich Zypern Rumänien
JOWST Lucie Jones Hovig Ilinca feat. Alex Florea
"Grab The Moment" "Never Give Up On You" "Gravity" "Yodel It!"
M.: Joacim With Steen
  T.: Jonas McDonnell
M. & T.: Emmelie de Forest, Daniel Salcedo, Lawrie Martin M. & T.:
Thomas G:son
M.: Mihai Alexandru
T.: Alexa Niculae
    
ALB 10 MALneu ASE 10 2 BLR 10

21.

AD

22.

AD

23.

AD

24.

AD

Deutschland Ukraine Belgien Schweden
Levina O. Torvald Blanche Robin Bengtsson
"Perfect Life" "Time" "City Lights" "I Can't Go On"
M. & T.:
Lindy Robbins, Dave Bassett, Lindsey Ray
M.: Zhenia Galych,
Denys Miziuk
T.: Yevhen Kamenchuk
M.: Pierre Dumoulin, Emmanuel Delcourt
  T.: Pierre Dumoulin, Ellie Delvaux (Blanche)
M. & T.:
David Kreuger, Hamed "K-One", Pirouzpanah, Robin Stjernnberg
 







ARM 10 ASE 10 2

 

 






25.

AD

26.

AD

Bulgarien Frankreich
Kristian Kostov Alma
"Beautiful Mess" "Requiem"
M. & T.: Boris Milanov, Sebastian Arman, Joacim Persson, Alexander V. Blay, Alex Omar M.: Nazim Khaled
  T.: Nazim Khaled,
Alexandra Maquet

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

ALB 10 ARM 10 ARM 10 SWE14

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Schweden
Georgien Australien Albanien
Robin Bengtsson
Tamara Gachechiladze
Isaiah
Lindita
"I Can't Go On" "Keep The Faith" "Don't Come Easy" "World"
M. & T.: David Kreuger, Hamed "K-One", Pirouzpanah,
Robin Stjernberg
M.: Anri Jokhadze
T.:
Tamara Gachechiladze

M & T.:
David Musumeci, Anthony Egizil, Michael Angelo
M.: Klodian Qafoku
T.: Lindita, Big Basta
 
NOR14 ALB14 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Belgien Montenegro Finnland Aserbaidschan
Blanche Slavko Kalezić
Norma John
Dihaj
"City Lights" "Space" "Blackbird" "Skeletons"
M.: Pierre Dumoulin, Emmanuel Delcourt
  T.: Pierre Dumoulin, Ellie Delvaux (Blanche)
M.: Momčilo Zeković Zeko
T.: Adis Eminić, Iva Boršić,  Momčilo Zeković Zeko
M. & T.: Lasse Piirainen, Leena Tirronen M.: Isa Melikov
T.: Sandra Bjurman
 
ALB 10 ARM 10 MOL1neu SMA14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Portugal Griechenland Polen Moldau
Salvador Sobral
Demy Kasia Moś Sunstroke Project
"Amar pelos dois" "This Is Love" "Flashlight" "Hey Mama"
M. & T.:
Luísa Sobral
M.: Dimitris Kontopoulos
  T.: Romy Papadea,
John Ballard
M. & T.: Kasia Moś, Rickard Bonde Truumeel, Pete Barringer (DWB) M.: Anton Ragoza, Serghei Stepanov, Serghei Ialovitki, Mihail Cebotarenco
T.: Alina Galetcaia
 
POR14 BLR 10 MTG14 ALB 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Island Tschechische Republik
Zypern Armenien
Svala Martina Bárta
Hovig Artsvik
"Paper" "My Turn" "Gravity" "Fly With me"
M.: Svala Bjorgvinsdottir, Einar Egilsson, Lester Mendez, Lily Elise
T.: S. Bjorgvinsdottir, L. Elise
M. & T.:
DWB, Kyler Niko
M. & T.:
Thomas G:son
M.: Lilith Navasardyan,
Levon Navasardyan
 T.: Arvet Barseghyan,
David Tserunyanr
 





BLR 10 MTG14

 





17.

AD

18.

AD

Slowenien Lettland
Omar Naber
Triana Park
"On My Way" "Line"
M. & T.:
Omar Naber
M.: Agnese Rakovska, Kristaps Erglis, Kristians Rakovskis
T.: Agnese Rakovska

 
 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

MAL14n ISR14 NOR14 GEO14jpg

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Serbien Österreich EJR Mazedonien
Malta
Tijana Bogićević Nathan Trent
Jana Burčeska
Claudia Faniello
"In Too Deep" "Running On Air" "Dance Alone" "Breathlessly"
M. & T.: Boris Milanov, Joacim Persson, Lisa Desmond, Johan Alkenas
M. & T.: Nathan Trent, Bernhard Penzias

M. & T.: Joacim Persson, Alex Omar, Bobi-Leon Milanov, Florence A. M.: Philip Vella, Sean Vella
T.: Gerard James Borg
 
ALB 10 HOL LIT1n FIN14n

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Rumänien Niederlande Ungarn Dänemark
Ilinca feat. Alex Florea
O'G3NE Joci Pápai
Anja Nissen
"Yodel It" "Lights And Shadows" "Origo" "Where I Am"
M.: Mihai Alexandru
T.: Alexa Niculae
M.: Rick Vol, Rory de Kievit
  T.: Rick Vol
M. & T.:
Jószef Pápai
M. & T.: Anja Nissen, Michael D'Arcy, Angel Tupai
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Irland San Marino
Kroatien Norwegen
Brendan Murrey
Valentina Monetta & Jimmie Wilson
Jacques Houdek
JOWST
"Dying To Try" "Spirit Of The Night" "My Friend" "Grab The Moment"
M. & T.:
Jörgen Elofsson,
James Newman
M.: Ralph Siegel
T.: Jutta Staudenmayer,
Steven Barnacle
M.: Jacques Houdek, Siniša Reljić, Tony Malm
T.: J. Houdek, Ines Prajo, Arijana Kunštek, Fabrizio Laucella
M.: Joakim With Steen
T.: Jonas McDonnell
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Schweiz Belarus Bulgarien Litauen
Timebelle
Naviband Kristian Kostov
Fusedmarc
"Apollo" "Historyja majho zyccia" "Beautiful Mess" "Rain Of Revolution"
M. & T.: Elias Näslin, Alessandra Günthardt,
Nicolas Günthardt
M. & T.: Artem Lukyanenka M. & T.: Boris Milanov, Sebastian Arman, Joacim Persson, Alexander V. Blay, Alex Omar

M.: Denis Zujev, Viktoria Ivanovskaja, Michail Levin
T.: Denis Zujev, Michail Levin

 





BLR 10 MTG14

 





17.

AD

18.

AD

Estland Israel
Koit Toome & Laura
IMRI
"Verona" "I Feel Alive"
M. & T.: Sven Lõhmus M. & T.: Dolev Ram,
Penn Hazut

 

 


 

DIE WERTUNG - FINALE

 

FInale 17 3© ECG e. V.

 

 

DIE WERTUNG - SEMIFINALE 1 + 2

 

Semifinale 1 2017© ECG e. V. 

Semifinale 2 2017 © ECG e. V.

  


 

AUS DER PRESSE

 

 

Feeling statt Feuerwerk

Spiegel online, 14.05.2017, von Felix Bayer

 

Am Ende, als Salvador Sobral das gläserne Mikrofon, die Siegestrophäe des Eurovision Song Contest, in der Hand hielt, nutzte er die Aufmerksamkeit und hielt eine kleine Rede: Wir lebten in einer Welt der "Fast-Food-Musik" ohne Inhalt. Doch Musik sei "feeling, not fireworks" - es komme auf die Gefühle an, nicht aufs Feuerwerk. Dieser Sieg - sein Sieg - könne der Sieg von Musik mit Bedeutung sein.

Große Worte eines Sängers, der mit einfachsten Mitteln die Herzen Europas eroberte: Ganz allein stand er auf der sogenannten Satellitenbühne, mitten im Publikum der Messehalle in Kiew, in der der Eurovision Song Contest ausgetragen wurde. Im Hintergrund, auf dem LED-Monitor, war das Bild einer Waldlichtung zu sehen. Nichts flackerte, niemand tanzte. Und dann sang Salvador.

Tastend, als würden ihm die Sätze gerade zufallen, performte er seine Ballade "Amar Pelos Dois". Mit den Händen ahmte er die Begleitung von Piano und Geigen nach, schien mittendrin in seiner Musik zu sein, weit weg von den Erwartungen der Millionen Fernsehzuschauer. Die sich genau davon verzücken ließen.

 

 

 

Ja! Deutschland ist nicht Letzter!

Süddeutsche.de, 14.05.2017, von Hans Hoff

 

Ja! Es hat geklappt! Deutschland hat den Misserfolg der beiden Vorjahre, als der heimische Beitrag beim Eurovision Song Contest (ESC) Letzter wurde, nicht fortgesetzt, hat den Minus-Hattrick vermieden. Leider nur sehr knapp, denn Levina, die mit dem Song "Perfect Life" angetreten war, wurde zwar nicht Letzte, dafür aber Vorletzte. Vorletzte von 26. Nur Spanien hat schlechter abgeschnitten.

Trotz der leichten Verbesserung ist es ein Debakel für die deutsche Delegation, die in unendlicher Arroganz mal wieder alles falsch gemacht hat, was man falsch machen konnte. Die deutschen Verantwortlichen wollen einfach nichts lernen aus ihren Fehlern. Sie haben kein Gefühl für den Wettbewerb, und große Show machen können sie schon gar nicht.

 

Musik ist beim Eurovision angekommen

Dieses kollektive Organversagen der deutschen Delegation wiegt umso schwerer, da der ESC in diesem Jahr einen Triumph sondergleichen feiern kann, denn mit dem Sieg des portugiesischen Sängers Salvador Sobral hat sich ein Interpret durchgesetzt, der nichts zu tun hat mit dem Ruf des ESC, sich vor allem um die Showeffekte und nicht um die Musik zu kümmern.

"Dies ist ein Sieg für die Musik, für Musik, die etwas bedeutet", sagte Sobral, als er zum Sieger gekürt wurde, und selten waren Worte wahrer. Es ging nicht um Glitter, nicht um Glimmer, nicht um protzige Lichteffekte, wirbelnde Kameras und halbnackte Tänzer. All das hat Sobral vermieden.

Als er seinen Song "Amor pelos dois" sang, verzichtete er auf alles, was bisher den Markenkern des ESC auszumachen schien. In einem viel zu großen Jackett stand er allein am Mikrofon und hauchte sein Lied, verdrehte dabei komisch die Augen, machte seltsame Verrenkungen, ruhte ganz in sich.

Er schaffte damit eine Intensität, die man in diesem Wettbewerb sehr lange vermisst hat. Und weil er so glaubhaft in seiner Abkopplung von den Showgesetzen wirkte, berührte er sehr offensichtlich die Zuschauer und die Jurys. Sie spürten, dass es beim ESC auch um etwas gehen kann.

 

Mehr leise Interpreten

Das fällt besonders auf, weil der ESC in diesem Jahr ein sehr weites Spektrum bot. Er hatte die krachige Rockband im Angebot, aber auch die alberne Jodlerin, den Gorilladarsteller und halbnackte Männer, die sich in winzigen Swimmingpools räkelten.

Dabei fiel erst gar nicht auf, dass Sobral mit seiner Besinnung auf das Zarte, auf das Natürliche gar nicht mal so allein auf weiter Flur stand. Auch der zweitplatzierte Beitrag aus Bulgarien war einer, der auf die Kraft des jungen Interpreten setzte.

Kristian Kostov war seinem portugiesischen Kollegen sehr lange dicht auf den Fersen, und auch er wäre ein würdiger Gewinner gewesen. Auch der belgische Beitrag, der sich erst zum Ende der Abstimmung weit nach vorne schob, war ein leiser und einer, bei dem man am liebsten auf die Bühne gesprungen wäre, um die Interpretin in den Arm zu nehmen.

 

Fehler des deutschen Teams

Da wiegt es natürlich schwer, wenn der deutsche Beitrag wieder ganz hinten landet. Verwundern darf das indes nicht, denn zu der an Fehlern reichen Geschichte der deutschen ESC-Teilnahme nach dem Abschied von Stefan Raab wurden problemlos ein paar neue Kapitel hinzugefügt.

Das begann schon beim nationalen Vorentscheid im Februar. Da ließen sie der durchaus talentierten Levina nur die Wahl zwischen zwei sehr mittelmäßigen Songs. Mit dem etwas weniger mittelmäßigen ist sie dann in Kiew hoffnungslos gestrandet, weil man ihr dazu eine Bühneninszenierung verpasste, die man vielleicht im verantwortlichen NDR für modern hält, die aber nichts als eisige Kühle ausstrahlte.

Kein bisschen durfte sich Levina bewegen. Sie stand da und lächelte und sang und wirkte doch wie eine unter mehreren Eisschichten gefangene Prinzessin, der nicht mehr zu helfen ist. Wie das zum Lied vom perfekten Leben passen soll, wissen wohl nur jene, die das künstlerisch abgesegnet haben.

Man weiß, dass personelle Veränderungen in deutschen Sendern selten sind. Aber wenn es nicht nach diesem erneuten Debakel an der Zeit ist, über Rücktritte nachzudenken, dann fragt man sich, wann denn wohl jemals Zeit dafür sein sollte.

 

Levina und ihr tonloses Lachgesicht. Das reicht nicht!

Welt.online.de, 14.05.2017, von Julia Friese

 
Der Eurovision Song Contest, das Weltfinale aller „X Factor“- und „The Voice“-Shows, endete in diesem Jahr mit einem Sieg für Portugal und dem vorletzten Platz für Deutschland. Warum es so kommen musste.

Salvador Sobral ist durch den Bühneneingang gegangen, hat gegrüßt, kurz, dann hat er sich hingesetzt, neben Luísa Sobral, und dann, irgendwann, er war Startnummer elf, ist er wieder aufgestanden, hat sich hinter dieses Mikrofon gestellt und „Amar Pelos Dois“ gesungen, ein Lied, dass die, die neben ihm saß, seine Schwester, für ihn geschrieben hatte.

Wann immer er sang, war es im Pressezentrum in Kiew, da wo Hunderte Journalisten sitzen, schwitzen und Kulturfußball spielen, also mit Länderflaggen behangen, grölen, jubeln und Selfies schießen, plötzlich still.

Und wenn es mal nicht still war, dann zischte es aus den Ecken, bis es still war, und dann war Sobral. Den wollte man noch mal hören, nach all den Proben und Halbfinals und Halbfinalsproben, auch dieses gefühlte 17. Mal noch.

 

Levina lächelt, wie man lächeln muss

Levina ist in die Show gegangen, wie sie dachte, wie man in eine Show zu gehen hat. Wann immer einen die Kamera einfängt, dann muss man lachen, das hat sie sehr häufig so gesehen, das macht man so, also machte sie es auch – den Mund weit auf.

Einen Ton braucht man dabei nicht zu machen, denn man lacht ja nicht wirklich, also, das wäre ja fast peinlich, worüber soll man in dem Moment denn lachen, nein, man macht nur ein lachendes Gesicht.

Wann immer die Kamera dann ganz besonders lange auf einem liegt, muss man winken, und das in etwa so, als sei man plötzlich in einer amerikanischen TV-Serie und stünde in dieser TV-Serie an einer amerikanischen TV-Serien-Supermarktkasse, an deren Nachbarkasse man wiederum eine häufig wiederkehrende Nebenfigur dieser TV-Serie erspähen würde.

Wink, wink, tonloses Lachgesicht. So ein Hallo! Ja, schön, dass du hier bist. Ich liebe euch alle. Kuss und Gruß! Keine Frage, Levina hat sich gut reinverkleidet, ja, in gewisser Weise war sie perfekt.

 

Sobral, er war er selbst

Salvador Sobral war die meiste Zeit gelangweilt. Wer kann es ihm verdenken, er wird die Darbietungen seiner Kontrahenten zuvor circa 34-mal innerhalb einer Woche gesehen haben. Sobral wird es sich nicht eingestehen wollen, aber er wird die vergangenen Tage des Nachts im Bett gelegen und das rumänische „Yodel It!“ ins Kissen geseufzt haben, nur um morgens beim Frühstück das schwedische „I can’t go on“ zu singen, und wenigstens das wird er genau so gemeint haben. Sobral, er war er selbst.

Am Ende des Abend bekam „er selbst“ von Zuschauern und Jury 758 Punkte und Levina sechs. Warum? Als Sobral gewann, erklärte er seinen Sieg so: „Musik ist kein Feuerwerk, Musik ist Gefühl. Musik muss wieder echt werden!“

Dafür bekam er dann sehr viel Applaus, das Publikum konnte nicht anders, denn er hatte ja gerade eben gewonnen. Quatsch war seine Erklärung aber natürlich trotzdem.

Musik gibt es in allen Facetten, und wenn der Eurovision Song Contest über die Jahre eins bewiesen hat, dann, dass auch so ziemlich jede Facette gewinnen kann. (Erinnern Sie sich noch an Lordi? „Hard Rock Hallelujah“?)

Der Contest wird nur meistens von dem Beitrag gewonnen, der anders ist, als alle anderen, der neu ist, etwas Eigenes hat. Entweder ein Lied oder einen Künstler, über den man spricht, oder eben einer, bei dem man ausnahmsweise mal still ist.

 

Nur Rumäniens Beitrag fiel aus dem Rahmen

Dieses Jahr waren alle Darbietungen ungewöhnlich lahm und zahm. Es gab, abgesehen von Rumäniens Jodelpop, und ein paar Backgroundtänzerinnen, die für die Republik Moldau in Blumensträuße sangen, so gut wie nichts, was man nicht schon hundert Mal gesehen oder gehört hätte. Niemand hat sich was getraut.

Die meisten Outfits waren weiß. Windmaschinen pusteten gegen eskapistische Bühnenvehikel – ein Heißluftballon, ein Propellerboot, ein Halbmond – an. Und die zeitlosen Love-, Freedom-, Pathos-, -Powerballaden brannten mit der Pyro um die Wette.

Dazu gab es – auch im wenig LGBT-freundlichen Kiew – den üblichen Schuss Gay-Disco, aber das Neue, das Charismatische, das fehlte. Und dann kam Sobral. Er fiel auf, weil er anders war, nicht nur seine Darbietung, sondern auch seine Haltung.

 

Projekt Levina – warum es nicht funktionierte

Das Projekt Levina hingegen wirkte – wie auch die Jamie-Lee-Ann-Sophie-Projekte der vergangenen Jahre – wie an einem Schreibtisch zusammengebaut, der mit einer abwaschbare Schreibtischunterlage belegt ist, unter dessen halbmilchiger Folie eine Notiz von 2010 liegt, auf der steht: „Junge Frau mit englischsprachigem Lied funktioniert.“

Levina, das ist eine Frau, die in London Musikmanagement studiert, die zufällig auch noch singen kann, und sich für diesen Abend mit der gleichen Attitüde in Jamie-Lee-Ann-Sophie reinverkleidet hat, mit der andere Frauen sich als Braut oder Galabesucherin verkleiden. „Heute mal ein Kleid!“

Lena hat sich 2010 nicht verkleidet. Im Gegenteil, sie hat ein leeres Lied mit ihrem Charakter ausgekleidet. Zugegeben „Perfect Life“, ein Lied, das klingt, als sei es beim privaten Telefonieren über dem Bürosprüchekalender in der Kaffeeküche entstanden, mit Charakter zu füllen, ist eine Aufgabe, die selbst einer Amy Winehouse schwergefallen wäre.

 

 
 

 

 

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Montag, 01 Juni 2020 16:46

Der Eurovision Song Contest 2016

ESC Logo 2010 

61. Eurovision Song Contest - 14. Mai 2016
Stockholm

Halle Globen
Motto Come Together
Moderation Petra Mede & Måns Zelmerlöw
Pausen-Acts Petra Mede & Måns Zelmerlöw,
Justin Timberlake
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 43 Länder (Finale 26 /Semifinale jeweils 18)

 

Siegerland: Ukraine


norway

Interpretin:

Jamala

Titel:

"1944"

Musik & Text:

Jamala


 Jamala© Thomas Hanses, EBU

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale - 14. Mai 2016

PlatzLandInterpret*inSongJuryTelev.Ges.Start
01. Ukraine Jamala 1944 211 323 534 21.
02. au Australien Dami Im Sound Of Silence 320 191 511 13.
03. RU Russland Sergey Lazarev You Are The Only One  130 361 491 18.
04. BG Bulgarien Poli Genova If Love Was A Crime 127 180 307 08.
05. Schweden Frans If I Were Sorry 122 139 261 09.
06. FR Frankreich Amir J'ai cherché 148 109 257 11.
07. AM Armenien Iveta Mukuchyan LoveWave 115 134 249 26.
08. PL Polen Michał Szpak Color Of Your Live  7 222 229 12.
09. Litauen Donny Montell I've Been Waiting For This Night 104 96 200 16.
10. Belgien Laura Tesoro What's The Pressure 130 51 181 01.
11. Niederlande Douwe Bob  Slow Down 114 39 153 03.
12. Malta Ira Losco Walk On Water 137 16 153 22.
13. AT Österreich Zoë Loin d'ici 31 120 151 24.
14. IL Israel Hovi Star Made Of Stars 124 11 135 07.
15. Lettland Justs Heartbeat 69 63 132 20.
16. IT Italien Francesca Michelien No Degree Of Separation 90 34 124 06.
17. AZ Aserbaidschan Samra Miracle 44 73 117 04.
18. RS Serbien ZAA Sanja Vučič Goodbye (Shelter) 35 80 115 15.
19. HU Ungarn Freddie Pioneer 52 56 108 05.
20. GE Georgien Nika Kocharov & Young Georgian Lolitaz Midnight Gold 80 24 104 23.
21. CY Zypern Minus One Alter Ego 43 53 96 14.
22. ES Spanien Barei Say Yay! 67 10 77 19.
23. HR Kroatien  Nina Kraljić Lighthouse 40 33 73 17.
24. GB Ver. Königreich Joe & Jake You're Not Alone 54 8 62 25.
25. CZ Tschechien Gabriela Gunčíková I Stand 41 0 41 02.
26. DE Deutschland Jamie Lee Ghost 1 10 11 10.

 
 

Semifinale 1 - 10. Mai 2016

PlatzLandInterpret*inSongJuryTelev.Ges.Start
01. RU Russland Sergey Lazarev You Are The Only One 148 194 342 09.
02. AM Armenien Iveta Mukuchyan LoveWave 127 116 243 07.
03. Malta Ira Losco Walk On Water 155 54 209 18.
04. HU Ungarn Freddie Pioneer 78 119 197 04.
05. Niederlande Douwe Bob Slow Down 102 95 197 06.
06. AZ Aserbaidschan Samra Miracle 92 93 185 14.
07. AT Österreich Zoë Loin d'ici 37 133 170 12.
08. CY Zypern Minus One Alter Ego 71 93 164 11.
09. CZ Tschechien Gabriela Gunčíková I Stand 120 41 161 10.
10. HR Kroatien Nina Kraljić Lighthouse 80 53 133 05.
11. BA Bosnien&Herzegowina Dalal & Deen feat. Ana & Jala Ljubav je 26 78 104 17.
12. SM San Marino Serhat I Didn't Know 19 49 68 08.
13. ME Montenegro Highway The Real Thing 46 14 60 15.
14. IS Island Greta Salóme Hear Them Calling 27 24 51 16.
15. Finnland Sandhja Sing It Away 35 16 51 01.
16. GR Griechenland Argo Utopian Land 22 22 44 02.
17. MD Moldau Lidia Isac Falling Stars 24 9 33 03.
18. Estland Jüri Pootsmann Play 9 15 24 13.

Semifinale 2 - 12. Mai 2016

01. AU Australien Dami Im Sound Of Silence 188 142 330 10.
02. Ukraine Jamala 1944 135 152 287 14.
03. Belgien Laura Tesoro What's The Pressure  139 135 274 18.
04. Litauen Donny Montell I've Been Waiting For This Night 104 118 222 09.
05. BG Bulgarien Poli Genova If Love Was A Crime 98 122 220 12.
06. PL Polen Michał Szpak Color Of Your Life 20 131 151 02.
07. IL Israel Hovi Star Made Of Stars 127 20 147 04.
08. Lettland Justs Heartbeat 64 68 132 01.
09. GE Georgien Nika Kocharov & Young Georgian Lolitaz Midnight Gold 84 39 123 16.
10. RS Serbien ZAA Sanja Vučič Goodbye (Shelter) 55 50 105 06.
11. MK EJR Mazedonien Kaliopi Dona 34 54 88 08.
12. BY Belarus IVAN Help You Fly 32 52 84 05.
13. Norwegen Agnete Icebreaker 29 34 63 15.
14. SI Slowenien ManuElla Blue And Red 49 8 57 11.
15. Irland Nicky Byrne Sunlight 15 31 46 07.
16. AL Albanien Eneda Tarifa Fairytale 10 35 45 17.
17. Dänemark Lighthouse X Soldiers Of Love 10 24 34 13.
18. Schweiz Rykka The Last Of Our Kind 25 3 28 03.

 

 


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

ESC-2016-Globen© SVT

Der 61. Eurovision Song Contest fand am 14. Mai 2016 (Semifinale am 10. und 12. Mai) im Stockholmer Globen statt. Der verantwortliche Sender SVT hatte Bewerbungen schwedischer Städte entgegengenommen. Stockholm hatte sich mit drei Hallen (der Friends Arena, der Tele 2 Arena und dem Ericsson Globen) beworben, Sandviken mit der Göransson Arena, Göteborg mit dem Scandinavium, Linköping mit der SAAB Arena und Örnsköldsvik mit dem Fjällräven Center. Malmö hatte seine Bewerbung schon frühzeitig zurückgezogen, da die Halle ausgebucht sei.   

Die endgültige Entscheidung für Stockholm und den Globen-Komplex wurde von SVT am 08.07.2015 bekannt gegeben. Dieser Komplex beinhaltet den Globen (ESC 2000) mit 14.000 bis 16.000 Plätzen je nach Aufteilung sowie die die Tele 2 Arena und "Annexet" und "Hovet". Im Hovet wurde das Pressezentrum untergebracht, Annexet blieb den Delegationen vorbehalten.

 

43 Länder nahmen teil, wieder dabei waren Bosnien & Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechien und die Ukraine, nicht dabei waren Portugal, die Slowakei und die Türkei. 

Am 25.01.2016 fand die Auslosung der in den Semifinals teilnehmenden Länder auf die erste oder zweite Hälfte des ersten oder zweiten Semifinals statt. Die Moderatoren Alexandra Pascalidou und Jovan Radomir nahmen die Auslosung vor. Dazu wurden zuvor wie üblich mehrere "Töpfe" gebildet, in die die teilnehmenden Länder je nach geografischer Lage und früherem Wertungsverhalten verteilt wurden. 

Israel wurde auf Wunsch direkt dem zweiten Semifinale zugeordnet, um eine Kollision mit dem Nationalfeiertag am ersten Semifinaltag zu vermeiden. Die übrigen Länder wurden auf die jeweiligen Hälften der Semifinals ausgelost. Die endgültige Startreihenfolge wurde später von den Produzenten der Show des SVT in Abstimmung mit der EBU festgelegt. 

Australien wurde erneut die Teilnahme ermöglicht, allerdings musste der australische Act im Semifinale antreten.   

Die BIG-5 Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich sowie das Sieger- und Austragungsland Schweden waren bereits für das Finale gesetzt. Australien durfte nach der Premiere 2015 erneut teilnehmen, musste aber im Gegensatz zum letzten Jahr in einem Semifinale antreten. Bei der Auslosung wurde zudem bestimmt, welche Länder der BIG-5 welches Semifinale übertragen mussten und dort abstimmen durften. Deutschland wurde auf Wunsch der ARD für das zweite Semifinale gesetzt, Schweden auf Wunsch von SVT auf das erste Semifinale: Semifinale 1: Frankreich, Schweden, Spanien - Semifinale 2: Deutschland, Italien, Vereinigtes Königreich.

 

Das Wertungssystem wurde erstmals seit 1975 einer grundlegenden Änderung unterzogen (s. unter WERTUNG)

 

 

MOD© ECG e. V.

Die Moderatoren waren Petra Mede (ESC 2013) und der ESC-Sieger 2015 Måns Zelmerlöw.

Petra Mede ist die erste Frau seit 1974 (Katie Boyle), die den ESC mehr als einmal moderiert hat. Ihren Durchbruch im schwedischen Fernsehen hatte sie mit der Moderation des Melodifestivalen 2009. Nach ihrer viel gelobten Solo-Moderation des ESC 2013 moderierte sie gemeinsam mit Graham Norton auch die Jubiläumsshow in London.

 

Måns Zelmerlöw hatte seinen Durchbruch als Popsänger bei der schwedischen Vorentscheidung 2007, wo er mit "Cara mia" Dritter wurde. 2009 belegte er mit "Hope & Glory"  den vierten Platz und 2010 moderierte er das Melodifestivalen. Seit 2007 hat er zahlreiche Alben veröffentlicht und in Musicals mitgespielt. Drei Jahre lang moderierte er auch die die beliebte schwedische TV-Gesangssendung "Allsång på Skansen" im Stockholmer Freilichtmuseum. Bisheriger Karrierehöhepunkt vor der Sieg beim ESC 2015 mit "Heroes". 

 

Zelmerlöw sagte dazu: "Ich bin so unglaublich glücklich, noch einmal beim Eurovision Song Contest dabei sein zu dürfen und das gemeinsam mit Petra Mede, die ich für eine herausragende Moderatorin und einen äußerst reizenden Menschen halte". Und Petra Mede lobte Zelmerlöw als extrem professionell, sie mache sich also mehr Sorgen um sich selbst und was sie anziehen solle. "Es ist, als wenn ich zum ersten Mal Achterbahn gefahren wäre, und dann sagt mir jemand, ich könne das jetzt gemeinsam mit einem tollen Jungen noch einmal machen!"

 

 

logo2016

Das Motto lautete: COME TOGETHER.

Die Botschaft der Einheit sei einer der Gründe für dieses Motto, so Österdahl. "Wir glauben, dass die Idee der Einheit heute genauso wichtig ist wie in den 1950er Jahren, als der Eurovision Song Contest begann. Beim ESC geht es nie um Grenzen, Politik oder Ideologien. Es geht darum, alle Grenzen zu überwinden, die uns Menschen voneinander trennen!" Symbolisiert wurde diese Botschaft durch eine Pusteblume als Zeichen der Widerstandfähigkeit und Belastbarkeit, aber auch der Kraft zur Erneuerung, denn wenn der Samen des Löwenzahns fortfliege, erschaffe er neues Leben, wo er niederfalle.

 


stage 1© SVT

Das Bühnendesign für den ESC 2016 stammte von Frida Arvidsson und Viktor Brattström, die auch die Bühne 2013 in Malmö entworfen haben. Ihr Bestreben sei es gewesen, durch Licht eine besondere Tiefe zu erzeugen. Es gab eine innovative LED-Wand, in die die Interpreten "hineingehen" konnten. Im Gegensatz zum sehr reduzierten Bühnenbild 2013 wollte man dieses Mal mit dem Raum spielen und optische Illusionen erzeugen.

 

 

 

Die sog. Postcards, die Filme, die den jeweils nächsten Act ankündigen, wurden im Heimatland des entsprechenden Interpreten gedreht und zeigten sowohl sein persönliches Leben als auch Impressionen des Landes. Dabei spielte die Pusteblume des Logos eine Rolle. 

  

FAZIT

 

Durch das neue Wertungssystem und die Präsentation wurde deutlich, wie unterschiedlich die Beurteilungen der einzelnen Lieder waren. So kämpften Australien, Russland und die Ukraine um den Sieg. Australien gewann das Juryvoting, Russland das Televoting, aber Siegerin wurde als lachende Dritte Jamala aus der Ukraine. 

Über den Sieg der Ukraine kann man geteilter Meinung sein: Ist der Siegertitel „1944“ politisch oder nicht, und hat die Ukraine damit berechtigt gewonnen? In der Presse sah man das durchaus unterschiedlich, und auch in Fankreisen gab es hierzu kontroverse Ansichten. Dass die Ukraine sich im letzten Moment der Wertung an den beiden Favoriten Australien und Russland vorbei nach oben geschoben hat, war durch das neue Wertungssystem an Spannung kaum zu überbieten. Insofern war die Änderung des Votings und dessen Präsentation eine durchaus positive Neuerung.

Es gab wieder einen Skandal um die Jurys: Dieses Mal betraf es ein Mitglied der russischen Jury, das eine Szene der russischen Jurywertung verbotenerweise mit dem Smartphone gefilmt und ins Netz gestellt hatte. Wenn man diesen Clip gesehen hat, lässt es erneut an der Berechtigung der Jurys zweifeln, wird man doch völlig desillusioniert ob solchen demonstrativ zur Schau gestellten Desinteresses.

 

Während Russlands Superstar Sergey Lazarev und sein "Dream Team" um Philip Kirkorov und Dimitris Kontopoulos alles an Videotechnik aufgeboten hatten, was man sich vorstellen konnte und die hohe Bewertung durch das Televoting wohl auch dieser technisch beeindruckenden Inszenierung von "You Are The Only One" geschuldet war, überzeugte die Australierin Dami Im durch ihre Stimmgewalt. 

 

Bulgarien erreichte im zweiten Versuch mit  Poli Genova nach 2011 dieses Mal das Finale und sogar einen großartigen vierten Platz, bis dato die beste Platzierung für das Land. Die Zweitplatzierte von 2002, Ira Losco, versuchte es erneut für Malta, aber dieses Mal reichte es nur für Platz 12.

Greta Salóme (Island) und Kaliopi (EJR Mazedonien) scheiterten beide bei ihrem zweiten Versuch nach 2012 im Semifinale. Erstmals überstanden auch Griechenland und Bosnien & Herzegowina das Semifinale nicht. 

 

Frankreich schickte mit Amir und "J'ai cherché" einen Uptempo-Song, der Platz sechs erreichen konnte. 

Ein große Überraschung war der 13. Platz für Österreich. Zoë entwickelte sich vor Ort zum Liebling der Fans, überall, wo sie auftauchte, sangen alle mit ihr "Loin d'ici".  

 

Schweden schickte mit dem jungen Frans und "If I Were Sorry" einen für Schweden eher untypischen Song ins Rennen, der aber Platz fünf erreichte und international den stärksten Nachhall erreicht haben dürfte. Man hört ihn auch im deutschen Radio immer noch wieder.

Demgegenüber ist der deutsche Beitrag "Ghost" mit der "The Voice"-Siegerin Jamie Lee nach ihrem letzten Platz in der Versenkung verschwunden. Offenbar fehlte das Verständnis bei Juroren und Televotern für das Mädchen im Manga-Outfit.  

 

Nach übereinstimmender Meinung der meisten Fans sowohl vor Ort als auch unter den Fernsehzuschauern waren die drei ESC-Shows aus Stockholm, die das schwedische Fernsehen SVT geboten hat, mit das Beste, was man je beim ESC bis dato gesehen hatte. Auch für die angereisten Fans war es ein Highlight der ESC Geschichte, weil den Fans vor Ort sehr viel geboten wurde inklusive dem Zugang zum EuroClub und dem großartigen Euro Fan Café.

 

petra mede and mans zelmerlow by bbc© BBC

Show-Highlights waren besonderes für alle ESC-Fans zum einen die Eröffnung des zweiten Semifinales mit einer Revue-Nummer nach Broadway-Manier, “The Story Of ESC / What Is The Eurovision Song Contest?“, und vor allem der Pausen-Act im Finale mit den Moderatoren „Love, Love, Peace, Peace“,  geschrieben vom Melodifestivalen-Stammkomponisten Fredrik Kempe: Da jagte ein Gag den nächsten inklusive Überraschungsauftritten von Alexander Rybak und Lordi.

Jedem ESC-Fan musste dabei einfach das Herz aufgehen. Aber nicht nur diese gemeinsamen Gesangs- und Tanznummern, auch die in die Moderation eingestreuten Wortspiele und Gags waren großartig, ebenso wie der Gastauftritt von Justin Timberlake mit "Can't Stop The Feeling". (Erstmals wurde der ESC in den USA ausgestrahlt.)

  


 

 DIE TEILNEHMER - FINALE

 

ITA 58 HOL 58 FRA 58 ISL14n

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Belgien Tschechische Republik Niederlande Aserbaidschan
Laura Tesoro Gabriela Gunčíková Douwe Bob
Samra
"What's The Pressure" "I Stand" "Slow Down" "Miracle"
M.: Sanne Putseys,
Birsen Uçar
  T.: Sanne Putseys, Louis Favre, Yannick Werther
M.: Christian Schneider,
Sara Biglert
T.: Aidan O'Connor,
Sara Biglert
M. & T.: Douwe Bob Posthuma, Jan-Peter Hoekstra, Jeroen Overman, Matthijs van Duijvenbode M. & T.: Amir Aly, Jakke "T.I Jakke" Erixson, Henrik Wikström
    
NOR14 ROM14n ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Ungarn Italien Israel Bulgarien
Freddie
Francesca Michelien
Hovi Star
Poli Genova
"Pioneer" "No Degree Of Separation" "Made Of Stars" "If Love Was A Crime"
M.: Szabó Zé
 T.: Borbála Csarnai
M.: Fabio Gargiulo, Federica Abbate, Cheope
  T.: Francesca Michielin, Federica Abbate, Norma Jean Martine
M. & T.: Doron Medalie

M. & T.:
Borislav Milanov, S. Arman,
J. Persson, Poli Genova
    
ALB 10 GRE14n AUT14neu BLR 10

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Schweden Deutschland Frankreich Polen
Frans Jamie Lee Amir Michał Szpak
"If I Were Sorry" "Ghost" "J'ai cherché" "Color Of Your Life"
M. & T.: Frans Jeppsson Wall, Fredrik Andersson, Michael Saxell, Oscar Fogelström M.: Thomas Burchia, Anna Leyne, Conrad Hensel
T.: Anna Leyne
M.: Nazim Khaled, Amir Haddad, Johan Errami
T.: Nazim Khaled, Amir Haddad
M.: Andy Palmer
T.: Kamil Varen
    
ALB 10 ARM 10 RUS14n BLR 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Australien Zypern Serbien Litauen
Dami Im Minus One ZAA Sanja Vučičs Donny Montell
"Sound Of Silence" "Alter Ego" "Goodbye (Shelter)" "I've Been Waituing
For This Night"
M. & T.: David Musumeci, Anthony Egizii M & T.: Thomas G:son,
Minus One
M. & T.: Ivana Peters M. & T.: Jonas Thander, Beatrice Robertsson
    
ALB 10 FIN14n ASE 10 2 BLR 10

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Kroatien Russland Spanien Lettland
Nina Kraljić Sergey Lazarev Barei Justs
"Lighthouse" "You Are The Only One" "Say Yay!" "Heartbeat"
M. & T.: Andreas Grass, Nikola Paryla M.:Philip Kirkorov, Dimitris Kontopoulos
T.: John Ballard, Ralph Charlie
M. & T.:
Barei, Ruben Villanueva,
Victor Pua
M. & T.:
Aminata Savadogo
    
ALB 10 MALneu ASE 10 2 BLR 10

21.

AD

22.

AD

23.

AD

24.

AD

Ukraine Malta Georgien Österreich
Jamala Ira Losco Nika Kocharov &
Young Georgian Lolitaz
Zoë
"1944" "Walk On Water" "Midnight Gold" "Loin d'ici"
M. & T.: Jamala M. & T.:
Lisa Desmond, Tim Larsson, Tobias Lundgren, Molly Pettersson-Hammar, Ira Losco
M.: Kote Kalandadze,
Thomas G:Son
  T.:Kote Kalandadze
M. & T.: Christof Straub,
Zoë Straub
 







ARM 10 ASE 10 2

 

 






25.

AD

26.

AD

Ver. Königreich Armenien
Joe & Jake Ivety Mukuchyan
"You're Not Alone" "LoveWave"
M. & T.: Matt Schwartz, Justin J Benson, S. Kanes M.: Lilith Navasardyan, Levon Navasardyan
  T.: Iveta Mukuchyan, Stephanie Crutchfield

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

ALB 10 ARM 10 ARM 10 SWE14

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Finnland Griechenland Moldau Ungarn
Sandhja Argo Lidia Isac
Freddie
"Sing It Away" "Utopian Land" "Falling Stars" "Pioneer"
M. & T.: Heikki Korhonen, Markus Savijoki, Milos Rosas, Petri Matara, Sandhja Kuivalainen
M.& T.:
Vladimiros Sofianides
M.& T.:
Gabriel Alares, Sebastian Lestapier, Ellen Berg, Leonid Gutkin
M.: Szabó Zé
T.: Borbála Csarnai
 
NOR14 ALB14 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Kroatien Niederlande Armenien San Marino
Nina Kraljić Douwe Bob Iveta Mukuchyan Serhat
"Lighthouse" "Slow Down" "LoveWave" "I Didn't Know"
M. & T.:
Andreas Grass, Nikola Paryla
M. & T.: Douwe Bob Posthuma, Jan-Peter Hoekstra, Jeroen Overman, Matthijs van Duijvenbode M.: Lilith Navasardyan, Levon Navasardyan
T: Iveta Mukuchyan, Stephanie Crutchfield
M.: Olcayto Ahmet Tuğsuz
  T.: Nektarios Tyrakis
 
ALB 10 ARM 10 MOL1neu SMA14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Russland Tschechische Republik Zypern Österreich
Sergey Lazarev Gabriela Gunčíková Minus One Zoë
"You Are The Only One" "I Stand" "Alter Ego" "Loin d'ici"
M.: Dimitris Kontopoulos, Philip Kirkorov
T.: John Ballard, Ralph Charlie
M.: Christian Schneider,
Sara Biglert
T.: Aidan O'Connor,
Sara Biglert
M. & T.:
Thomas G:son, Minus One
M. & T.:
Christof Straub, Zoë Straub
 
POR14 BLR 10 MTG14 ALB 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Estland Aserbaidschan Montenegro Island
Jüri Pootsman Samra Highway Greta Salóme
"Play" "Miracle" "The Real Thing" "Hear Them Calling"
M. & T.:
Stig Rästa, Vallo Kikas,
Fred Krieger
M. & T.: Amir Aly, Jakke "T.I Jakke" Erixson, Henrik Wikström M.: Skansi, Luka Vojvodić, Maro Market
T.: Srđan Sekulović Skansi
M. & T.:
Greta Salóme Stefánsdóttir
 





BLR 10 MTG14

 





17.

AD

18.

AD

Bosnien & Herzegowina Malta
Dalal & Deen feat. Ana & Jala Ira Losco
"Ljubav je" "Walk On Water"
M.: Almir Ajanović
  T.: Almir Ajanović,
Jasmin Fazlić - Jala
M. & T.: Lisa Desmond, Tim Larsson, Tobias Lundgren, Molly Pettersson-Hammar, Ira Losco

 
 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

MAL14n ISR14 NOR14 GEO14jpg

1.

AD

2.

AD

3.

AD

4.

AD

Lettland Polen Schweiz Israel
Justs Michał Szpak Rykka Hovi Star
"Heartbeat" "Color Of Your Life" "The Last Of Our Kind" "Made Of Stars"
M. & T.: Aminata Savadogu
M.: Andy Palmer
T.: Kamil Varen
M. & T.: Rieder, James, Dawson, Livesey M. & T.: Doron Medalie
 
ALB 10 AUT14neu LIT1n FIN14n

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Belarus Serbien Irland EJR Mazedonien
IVAN ZAA Sanja Vučič Nicky Byrne
Kaliopi
"Help You Fly" "Goodbye (Shelter)" "Sunlight" "Dona"
M.: Victor Drobysh
T.: Alexander Ivanov, Timofei Leontiev, Mary Susane Applegate
M. & T.:Ivana Peters M. & T.:
Nicky Byrne, Wayne Hector, Ronan Hardiman
M.: Romeo Grill
T.: Kaliopi
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Litauen Australien Slowenien Bulgarien
Donny Montell Dami Im ManuElla Poli Genova
"I've Been Waitung For This Night" "Sound Of Silence" "Blue And Red" "If Love Was A Crime"
M. & T.: Jonas Thander, Beatrice Robertsson M. & T.: David Musumeci, Anthony Egizii M.: Manuella Brechko, Marjan Hvala
T.: Leon Oblak
M. & T.: Borislav Milanov,
S. Arman, J. Persson, Poli Genova

 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Dänemark Ukraine Norwegen Georgien
Lighthouse X
Jamala Agnete Nika Kocharov &
Young Georgian Lolitaz
"Soldies Of Love" "1944" "Icebreaker" "Midnight Gold"
M. & T.:Søren Bregendel, Johannes Nymark, Martin Skriver, Sebastian Owens, Daniel Durn, Katrine Klith Andersen M. & T.: Jamala M. & T.: Agnete K. Johnsen, Gabriel Alares, Ian Curnow  M.: Kote Kalandadze, Thomas G:Son
T.: Kote Kalandadze
 





BLR 10 MTG14

 





17.

AD

18.

AD

Albanien Belgien
Eneda Tarifa
Laura Tesoro
"Fairytale" "What's The Pressure"
M. & T.: Olsa Toqi M.: Sanne Putseys, Birsen Uçar
T.:Sanne Putseys, Louis Favre, Yannick Werther

  


 

DIE WERTUNG

 

Eine gravierende Änderung betraf das Votingsystem, das erstmals seit 1975 einer grundlegenden Änderung unterworfen wurde: Bisher wurden die Wertungen der nationalen Jurys und des nationalen Televotings rechnerisch kombiniert, und es wurde eine gemeinsame Wertung der TOP 10 verkündet. Das hatte oft zur Folge, dass bereits weit vor der Bekanntgabe der letzten Länderwertung der Sieger feststand. 

Es war nun so, dass sowohl das Resultat des Juryvotings als auch das Televoting pro Land in die Punkte 1,2,3,4,5,6,7,8,10,12 umgesetzt wurde. Das bedeutet, dass die "Spokespersons" der nationalen TV-Sender nur die Höchstwertung der jeweiligen nationalen Jury verlasen. Anschließend wurden dann die Televotingpunkte dazu addiert. Diese Wertungen wurden von den Moderatoren verlesen, angefangen mit dem Land mit der niedrigsten Televoting-Punktzahl eines Landes bis hin zur höchsten. Das sollte garantieren, dass der Sieger wirklich erst mit der letzten Wertung bekannt wurde. Jedes Land vergab also insgesamt 2x12 = 24 Punkte für den jeweils Erstplatzierten, und die zu vergebende Gesamtpunktzahl wurde dementsprechend verdoppelt.

Alle Einzelwertungen wurden wie bisher nach der Show veröffentlicht. In der Sendung erfuhrt man dadurch allerdings nicht, aus welchem Land die Televotingergebnisse jeweils stammten. Für die Semifinalwertungen galt das gleiche Prinzip, allerdings wurden hier wie bisher nur die TOP 10 in der Sendung bekannt gegeben. 

Das neue Prinzip ist angelehnt an das seit Jahren bei der schwedischen Vorentscheidung Melodifestivalen erprobte System. In den Fällen, wo ein Land kein gültiges Televoting- oder Juryergebnis vorlegen kann (hier San Marino), griff man auf eine "Ersatzwertung" zurück, die aus einer vorher festgelegten Kombination anderer Ländervotings bestand. Dies hatte bereits im Vorfeld zu Protesten z. B. von San Marino geführt, das ja bisher wegen der geringen Bevölkerungszahl kein Televotingergebnis erstellen konnte.

Der Executive Producer der EBU, Jon Ola Sand, sieht vor allem den Vorteil, dass der Song, der in einem Land beim Televoting siegt, auf jeden Fall auch 12 Punkte bekommt, egal wie die Jury ihn bewertet hat. Es passe vorzüglich, dass diese Änderung genau wie die Einführung des 12 -Punkte-Systems 1975 wieder in Stockholm eingeführt wird.    

 

 DIE WERTUNG-FINALE

 

 

Wertung Finale© ECG e. V.

 

 

DIE WERTUNG - SEMIFINALE 1 + 2

 

Wertung Semifinale 1© ECG e. V.

Wertung Semifinale 2© ECG e. V.

 

 


  

AUS DER PRESSE

 

 

Ab jetzt wieder seriös! Die Zeit der Freakshows ist vorbei: Der ESC 2016 ist eine Leistungsschau des Mainstream-Pop – ein bisschen vorhersehbar, aber hoch professionell.


TV-Spielfilm 10/2016, von C. Holst


Im Jahr 2016 ist der Eurovision Song Contest endgültig das geworden, was seine Macher schon lange in ihm sehen wollten: ein durchaus ernst zu nehmender Wettbewerb, eine Europameisterschaft des Pop, und eben keine Kuriositätenschau. Als solche gewann das Wettsingen ab 1998 („Guildo hat euch lieb“) verlorene Popularität zurück. Es war die Zeit, als postmoderne Gagbeiträge, die außer im Herkunftsland nirgendwo verstanden wurden, auf traditionelle Diseusen im Gardinenkleid und popkulturell noch unbeleckte Osteuropäer trafen. Kult nannte man diesen Clash of Cultures damals.
Globalisierter Popcontest Im Jahr 2016 ist die Globalisierung beim Mainstream-Pop auch beim altehrwürdigen Songcontest vollendet. Es ertönen Countryklänge aus den Niederlanden und Slowenien, rappende Griechen treten in Wettstreit mit einem französischen Chanson aus Österreich. Zum ungarischen Beitrag trommelt ein buddhistischer Mönch, und für Deutschland singt Mangaprinzessin Jamie Lee, die sich modisch und musikalisch in Südkorea zu Hause fühlt. Vielleicht hat sie Gelegenheit, in Stockholm Dami Im kennenzulernen. Die gebürtige Koreanerin tritt für Australien an. Sie ist nicht die einzige Migrantin im Wettbewerb. San Marino schickt den türkischen Sänger Serhat ins Rennen, die Schweiz wird von der Kanadierin Rykka vertreten. Die armenische Gesandte Iveta Mukutschjan wiederum dürfte vielen deutschen ESC-Zuschauern bekannt vorkommen. Die in Hamburg aufgewachsene Sängerin nahm 2012 bei „The Voice of Germany“ an. Natürlich singt auch sie auf Englisch. Seitdem die Teilnehmer nicht mehr in ihrer jeweiligen Landessprache trällern müssen, ist der Anteil der englischsprachigen Beiträge kontinuierlich gestiegen. 2016 erlauben sich nur noch Bosnien und Mazedonien die Extravaganz, pures Heimatidiom zu Gehör zu bringen – und damit vermutlich sich selbst um jede Chance auf den Sieg.
Milde Ethnowürze Nicht nur sprachlich zeigt sich ESC-Europa im Jahr 2016 weitestgehend vereint, auch musikalisch herrscht länder-und kulturübergreifender Geschmackskonsens. Dass im Blindtest nicht feststellbar ist, ob die Interpretin, die da zu Dance-Rhythmen Angesoultes tremoliert, aus Moldau oder Malta kommt, hat seinen Grund: Beide Songs stammen wie viele andere im Wettbewerb aus weltweit agierenden Hit-Schmieden und wurden von schwedischen Produzenten auf internationale Vermarktbarkeit feingetunt. Hier und da sorgen ein paar Takte folkloristisches Gefiedel und Geflöte für milde Ethnowürze. Hoch professionell sind auch die meisten der auftretenden Sänger. Viele stehen bei großen Labels wie Sony oder Universal unter Vertrag. Fast die Hälfte der Solokünstler, die in Stockholm antreten, ist durch das Stahlbad einschlägiger Castingshows gegangen. Die internationalen Geschwisterformate von „DSDS“ oder „Popstars“ liefen in fast jedem Teilnehmerstaat und exportierten Sounds und Styles des internationalen Pop-Mainstreams zuverlässig bis in die entlegenste Ex-Sowjetrepublik. War früher also alles besser? Wer auf den Gedanken verfällt, soll sich bei YouTube mal durch die ESC-Geschichte klicken. Schräges und Bizarres findet sich dort zuhauf, aber vor allem jede Menge triviales Tirili, das zu Recht längst vergessen ist. Der ESC 2016 liefert stattdessen eine perfekte Show und Pop, der wirklich auf der Höhe der Zeit ist. Nicht das Schlechteste für einen Samstagabend.

 

ESC? Da schläft Sarah Connor immer ein!

Stern.de, 17.05.2016, von Jens Maier


Langweilig, unlustig, lieblos: Das ESC-Vorprogramm „Countdown für Stockholm“ steht symptomatisch für die Ideen- und Ratlosigkeit, die beim NDR in Sachen Eurovision Song Contest vorherrscht. Höchste Zeit, den Sender und Sarah Connor aufzuwecken. 9,33 Millionen Fernsehzuschauer haben am Samstagabend das Finale des Eurovision Song Contest in Deutschland verfolgt. Nicht wegen, sondern trotz des Vorprogramms in der ARD. Die Live-Show „Countdown für Stockholm um 20.15 Uhr war - mit einem Wort zusammengefasst - eine Katastrophe. Und das lag nicht am miesen Wetter auf der Hamburger Reeperbahn. Dass Moderatorin Barbara Schöneberger in einer Tour erzählte, die Jury würde zum ersten Mal 50 Prozent der Stimmen vergeben - geschenkt. Das tut sie zwar seit 2008, aber die Regeln sind eben kompliziert. Dass in einem Einspielfilm die Armenierin Iveta Mukuchyan, die zudem noch in Hamburg wohnt, als Albanerin ausgegeben wurde - Fehler passieren eben.
Sarah Connor schläft beim ESC immer ein Dass aber Sarah Connor, Mitglied der deutschen Jury, da stehen durfte und sagen: „Ich habe es noch nie geschafft, einen ESC von Anfang bis zum Ende zu schauen, weil ich immer dabei eingeschlafen bin“, ist schon bemerkenswert. Der Satz zeigt, welche Künstler der verantwortliche Sender NDR einlädt, um den ESC zu begleiten: Solche, die den Musikwettbewerb immer noch für eine Freakshow halten. „Ist das Musik - oder kann das weg“, „Tut es dir schon leid, dass du für diesen Job zugesagt hast?“ oder „Überraschenderweise hat‘s wirklich Spaß gemacht“ - in zahlreichen Bemerkungen wurde die Missachtung für den Wettbewerb deutlich. Begeisterung? Fehlanzeige. Von Herzen kam da gar nichts.
Wie die Eröffnung der Fleischermesse Überhaupt machte die Veranstaltung den Eindruck, die eingeladenen Künstler seien nicht wegen, sondern trotz ESC da. Die Aussicht, am Samstagabend zur besten Sendezeit auftreten zu dürfen, ist Verlockung genug. Wäre da nicht die Live-Schalte zu Jamie-Lee Kriewitz nach Stockholm gewesen, hätte es angesichts der Bratwurst-Atmosphäre drum herum auch die Eröffnung der Fleischermesse sein können, die da wegmoderiert wurde. Langweilig, unlustig und vor allem lieblos: So war der „Countdown für Stockholm“. Und damit will der NDR den deutschen Zuschauern Lust auf den Eurovision Song Contest machen? Aha. Die Vorab-Show steht symptomatisch für die Ideen- und Ratlosigkeit, die beim Sender zum Thema ESC vorherrscht. „Feel your Heartbeat“, spür deinen Herzschlag - so lautete das schöne Motto beim Heim-ESC 2011 in Düsseldorf. Inzwischen droht akute Infarktgefahr. Wie‘s besser geht, zeigten die Schweden. Mit viel Liebe zum Detail und mit Selbstironie haben sie den ESC und alle seine Schrulligkeiten auf die Schippe genommen. „Love Love Peace Peace“ hieß der Pausenact, der sowohl ESC-Hasser als auch ESC-Liebhaber einte. Aber da schlief Sarah Connor ja bereits.

 

Was Deutschland beim ESC reformieren muss

welt.de, 16.05.2016, von Holger Kreitling


Wieder Schlusslicht beim ESC. Ist Merkel schuld? Oder versteht das Ausland den deutschen Musikgeschmack nicht? Die meisten Gründe aber sind ARD-hausgemacht.
Die schönste Art des Verzeihens gilt immer den Unschuldigen. Jamie-Lees Großmutter erklärte also nach der ESC-Pleite Deutschlands: „Das war super gut, ich muss sie bewundern, dass sie das so hingekriegt hat. Sie ist ja erst 18 Jahre alt, und sie hat keine musikalische Ausbildung.“
Am Sonntagnachmittag stand Jamie-Lee in Berlin am Flughafen, ganz in Schwarz, mit Basecap und Sonnenbrille und Schal vor dem Gesicht, als wolle sie im Boden versinken. Die junge Sängerin trifft sicher am allerwenigsten Schuld an dem Debakel. Sie hatte gekämpft und alles gegeben, ihr Auftritt war eindrücklich und gut gewesen. Und dann der letzte Platz, elf magere Punkte für Deutschland. Das ist wegen der neuen Wertung noch schlechter als die null Punkte von 2015 für die Sängerin Ann Sophie. Der Zweitletzte, die Tschechische Republik, lag mit 41 Punkten schon weit entfernt. Zum Vergleich, Siegerin Jamala aus der Ukraine gewann mit 534 Punkten vor Australien (511) und Russland (491).
AfD gibt Angela Merkel die Schuld Zehn Punkte für Jamie-Lee kamen vom Publikum, acht Punkte aus der Schweiz, zwei aus Österreich, dazu ein Punkt von der Jury aus Georgien.
Natürlich wird jetzt gerätselt, interpretiert, kritisiert, verflucht, werden Änderungen herbeigewünscht. An der Spitze von Russland, das sich wegen der Jury-Votings betrogen fühlt (von dort kamen zu wenig Punkte, die Zuschauer hatten den Russen vorn). Etliche Politiker schießen in Richtung Ukraine und fühlen sich betrogen. Und im Keller, weil es Erklärungen geben muss für das nun zweite Desaster Deutschlands in Folge. Verschiedene AfD-Politiker erklärten prompt Angela Merkel zur schuldigen Gesangsdirektorin. Deshalb lohnt es sich, in das Aufnahmestudio für kontrafaktischen Gesang zu gehen, und ein paar Zahlen auszubreiten, welche die deutsche Seele ein wenig beruhigen mögen.
Die Wählerstimmen waren in diesem Jahr erstmals geteilt und wurden einzeln gewertet und dann zusammengezählt. Das war für die Zuschauer ziemlich verwirrend. Wenn es nur nach den Zuschauern gegangen wäre, hätte doch die Tschechische Republik den letzten Platz belegt. Deutschland wäre Vorletzter geworden. Wenn nach dem alten System abgestimmt worden wäre, also Zuschauer und Jurys gemeinsam, dann wäre Jamie-Lee ebenfalls Vorletzte geworden, einen Platz vor der Tschechischen Republik. Dann hätte übrigens auch Australien den Sieg davon getragen, recht deutlich vor der Ukraine. Ja, wenn. War aber nicht so.
Die Deutschen wiederum können sich über seltsame Votings nicht wirklich beschweren. Die Jury mit unter anderem Sarah Connor, Anna Loos und Musikern von The Boss Hoss vergab ihre zwölf Punkte an den Superschmachtfetzen aus Israel, zehn an Schweden, acht an den Rocksong aus Georgien. Die Zuschauer wiederum gaben die höchsten Punkte an Italien, die jaulende Badenixe aus Armenien und den Countrysong aus den Niederlanden. Alles sehr konfus. Haben wir einfach einen nicht-kompatiblen Musikgeschmack? Denkbar ist das.
Das ganze verrückte und verwirrende System machte aber nicht nur die ahnungslosen Zuschauer am Samstagabend wuschig. Auch Experten hatte ihre liebe Not damit. Ein Mitglied der dänischen Jury gestand mittlerweile, die Punkte komplett falsch vergeben zu haben. Statt zwölf Punkte für Australien und null für die Ukraine vergab Hilda Heick, 69, zwölf für die Ukraine und null für Australien. Sie hatte den Modus falsch verstanden, sei aber nicht senil, entschuldigte sie sich. Das Endergebnis beeinflusste die Ex-Sängerin jedoch nicht; und auch Deutschland kam in ihrem Voting nicht vor.

Der NDR als Sendeanstalt hält sich bisher sehr zurück. NDR-Mann und ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der seit Jahren den ESC betreut, hatte noch in der Nacht nach der Show schriftlich nahegelegt, das womöglich ältere Publikum habe das Manga-Outfit Jamie-Lees nicht goutiert. Er wies also ins Ausland: die verstehen uns nicht.
Tänzeln auf rutschiger Bühne Es sind aber mehr Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands zu nennen, und die meisten sind hausgemacht. Zweimal nacheinander völlig unbekannte junge Sängerinnen als Ersatz zu senden ist eine wirklich schlechte Lösung. Schreiber hatte Xavier Naidoo nominiert und war damit krachend gescheitert, unter anderem im eigenen Haus. Die Idee, einen gestandenen Musiker mit breiter Fanbasis für den ESC zu gewinnen, ist richtig. Es wird nun noch schwerer, jemand zu finden, der bereit ist, auf dieser rutschigen Bühne zu tänzeln.
Der NDR behandelt den nationalen Vorentscheid seit dem Abgang von Stefan Raab recht dilatorisch. Ohne Herz, ohne Mühe, ohne Aufwand. Es werden die Plattenfirmen angerufen und gebeten, ihre Neulinge vorbeizusenden. Dann gibt es spät im ESC-Ablauf eine Show, fertig. Dabei setzte sich jeweils eine Kandidatin durch oder ein Trio wie Elaiza 2014. Sie tingeln mehr oder weniger durch die Morgen-Shows der ARD. Weil Deutschland zu den großen Geldgebern gehört, sind sie sowieso für das Finale gesetzt. Das nimmt sowohl Energie als auch Darstellungsmöglichkeiten im Halbfinale.
Vor Ort ist dann jeweils bei den Aspirantinnen die Überraschung zu sehen, wie groß und erbarmungslos der Song Contest mit mehr als 40 antretenden Nationen sein kann. Und es gibt Showbühnen, die weiten Auslauf anbieten und nach Bombast schreien oder nach einer cleveren Alternative. Deutschland steht dort oft überfordert wie, sagen wir, San Marino oder die Faröer-Inseln: Huch, wir wollen doch nur singen, geht‘s nicht kleiner?
Jamie-Lee hat es nicht geschafft, Interesse und Sympathie im eigenen Land zu wecken, geschweige denn im Ausland. Ihr fehlte es an Zeit und Möglichkeiten. Stattdessen saß sie in Berlin und nahm Musik auf. Der Geisterwald, durch den sie in der Show schritt, muss international wie ein Rätsel ohne Lösung gewirkt haben. Es war abzusehen, dass bei diesen Voraussetzungen nicht die Top Ten erreicht werden. Aber das erneute Schlusslicht erhöht doch die Dringlichkeit der Reformen.
Die meisten Nationen schicken mittlerweile Sieger von Musik-Castingshows; auch Jamie-Lee hatte ja „The Voice of Germany“ von ProSieben gewonnen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hält sich da raus. Castingshows sind hier oft fiese, zu Recht schlecht beleumundete Sendungen. Das liegt zum größten Teil an „DSDS“, wo die Idee der Castingshow vulgarisiert, zur völligen Belanglosigkeit stilisiert und damit gleich ganz diskreditiert wurde.
Die ARD, wenn sie wirklich die Chancen beim ESC verbessern will, könnte hier ansetzen und neue Shows entwickeln. Das würde Geld kosten und mühsam sein. Oder die ARD könnte erneut mit ProSieben kooperieren und so Musiker gewinnen, die ähnlich wie Raab eng mit dem ESC verknüpft sind. Es wäre auch denkbar, dass eine andere ARD-Anstalt den Finger hebt und den Song Contest betreut.
Und es wäre keine schlechte Idee, statt junge Frauen einmal junge Männer zu entsenden. Der ESC zeigt von Jahr zu Jahr: Frauen sind weit eher bereit, für Favoriten anzurufen als für andere Frauen, und die für den ESC enorm wichtige gay community sowieso. Wie sonst hat diesmal der absurde Jesus im roten Zirkusrock aus Polen die drittmeisten Zuschauerstimmen bekommen?
Eins noch zur Entschuldigung. Wir sind mit der unglückseligen Orientierungslosigkeit nicht allein in Europa. Großbritannien, das Mutterland des Pop, ist schon viel länger als Deutschland auf Misserfolg gepolt. Seit 2003 waren sie dreimal Letzter, dreimal Vorletzter und dazwischen auf den hinteren Plätzen. Es geht also noch schlechter und womöglich noch länger.
Letzte Meldung: Ralph Siegel, 70, ist bereit, Deutschland zu vertreten. Er will noch einmal beim ESC antreten, sagt er. Das, liebe ARD, muss doch Ansporn sein, etwas anderes zu versuchen.

 

ESC-Debakel für Jamie-Lee: Die Letzten werden die Letzten sein

Schon wieder ist Deutschland beim Eurovision Song Contest auf dem letzten Platz gelandet. Was läuft da schief? Und warum machen wir offenbar immer wieder denselben Fehler?

FAZ, 15.05.2016, von Julia Bähr


Es muss gehen. Andere schaffen es doch auch! Und auch Deutschland ist es immerhin in jüngerer Zeit einmal gelungen, den ESC zu gewinnen: 2010, mit Lena Meyer-Landrut. 2011 kam sie noch auf Rang 10, und im Folgejahr schaffte Roman Lob einen beachtlichen achten Platz. Seitdem dümpeln die deutschen Beiträge weit hinten vor sich hin: Cascada auf Rang 21, Elaiza auf Rang 18, Ann Sophie als Letzte mit null Punkten und nun auch Jamie Lee als Letzte – mit immerhin elf Ehrenpunkten.
Vor allem zwei Reaktionen hat die gestrige Niederlage hervorgerufen. Erstens: Die deutsche Politik ist schuld, man mag uns nicht in der Welt! Und überhaupt schieben sich immer die Osteuropäer die Punkte zu! Nun ist aber beides nicht recht haltbar, schließlich ist Deutschland als sich großzügig zeigendes Aufnahmeland etlicher Flüchtlinge aktuell eher beliebter als von 2010 bis 2012 und schneidet überhaupt in internationalen Beliebtheitsumfragen immer sehr gut ab. Außerdem können die Osteuropäer nicht mehr als Sündenböcke herhalten, schließlich kamen die letzten fünf Sieger aus Österreich, Dänemark, Aserbaidschan und gleich zwei Mal aus Schweden.
Die zweite Reaktion klingt noch beleidigter: Wir blamieren uns da! Aufhören! Wir machen da nicht mehr mit! Deutschland hat es einfach nicht drauf! Dass irgendjemand nun mal der Letzte sein muss bei einem Wettbewerb, und ja, womöglich auch zwei Mal hintereinander – mag sein, aber doch nicht wir! Als wäre es ehrenrührig, das zu tun, was Deutschland nun mehrfach getan hat: Ein Lied zu einem internationalen Contest zu schicken, das nicht mal im eigenen Land ein großer Erfolg ist, dazu eine mediokre Bühnenshow zu basteln und Punkte dafür zu erwarten. Es ist nicht mal peinlich, das zu tun. Man gewinnt eben nicht damit, das ist alles. Und die einzigen, die daraus eine große Sache machen, sind die Verlierer selbst.
Dabei ist die Begeisterung in Deutschland für den ESC ungebrochen. 9,33 Millionen Zuschauer schauten das Finale im Fernsehen an. Sie sahen, wie man es besser macht: Mit einem Auftritt wie „1944“ von Jamala, der selbst dem größten Popbiz-Zyniker authentisch vorkommt. Mit einer Bühnenshow wie der des Russen Sergej Lasarew, die die Grenzen zwischen Kulisse, Licht und LED-Technik verschwimmen ließ. Oder vielleicht einfach mal wieder mit einer richtig schönen, großen Hymne wie „Made of Stars“, dem israelischen Beitrag, der bei der deutschen Jury auch am besten ankam.
Deutschland hingegen schickte Jamie-Lee Kriewitz, der man wirklich überhaupt nichts vorwerfen kann: Sie sang bei diesem angsteinflößend großen Auftritt besser als bei allen zuvor. Das ändert nichts daran, dass „Ghost“ ein musikalisch wie textlich vollkommen uninteressantes Liedchen ist, das eine bessere Platzierung bei einem Liederwettbewerb schlicht nicht verdient hätte. Die Show, die bei anderen über schwache Songs hinweg tröstet, wirkte auch eher, als habe man eine Schultheateraufführung mit unbegrenzten finanziellen Mitteln ausgestattet: dürre Bäume, aus denen grüne Laserstrahlen kommen, standen um Jamie-Lee herum. Der monströse Hintergrund war auch eher gewitterdüster. Dazwischen diese junge Frau, die ihren Kleidungsstil damit beschreibt, so niedlich wie möglich aussehen zu wollen, was ihr zweifellos geglückt ist. Leider passten diese unterschiedlichen Teile der Inszenierung so wenig zueinander, dass man sich mitten im Übergang zwischen Manie und Depression wähnte.
Das soll nicht heißen, dass ein anderer der beim deutschen Vorentscheid angetretenen Kandidaten besser abgeschnitten hätte. Die Fehlentscheidungen begannen einfach schon im Vorfeld des Vorentscheids, wie damals bei Elaiza auch. Es soll heißen, dass Deutschland den ESC natürlich durchaus gewinnen kann – mit einem guten Lied und einer kreativen, passenden Show. Wie man die bekommt? Es gibt da einen, der weiß das genau, denn die größten Erfolge der vergangenen zwanzig Jahre gehen auf sein Konto: die Plätze 7, 5, 8, 1, 10, 8. Und jetzt als Fernsehrentner hat er doch Zeit. Spätestens nach gestern Abend dürfte es ihn sowieso schon wieder jucken. Man muss dem NDR dringend empfehlen, auf Knien zu Stefan Raabs Altersruhesitz zu rutschen.

 

Elf Punkte sind schlimmer als null Punkte

Die Welt, 15.05.2016, von Holger Kreitling

Die Ukraine siegt mit Kalkül, Deutschland schafft erneut einen Totalausfall. Sogar der österreichische Songbeitrag auf Französisch war offenbar verständlicher als Jamie-Lees Manga-Outfit.

 
Egal wie todtraurig ein Lied ist, Siegesfreude darf sein. Soll sein, muss sein. Jamala hüpfte also lange nach dem ESC-Gewinn umher, als hätte sie zuvor einen Partyknaller zum Vortrag gebracht. Und Europa endlich wieder gute Laune beschert. Sie strahlte, lachte. Was auch sonst, wenn man gerade den weltweit größten Gesangswettbewerb in der denkbar knappsten Entscheidung gewonnen hat, noch dazu gegen den ärgsten Konkurrenten. Mehr noch, gegen den Gegner, den Feind. Den Adressaten und Angesungenen. Jamala trug bei der Pressekonferenz eine Tatarentracht, und sie hängte die ukrainische Fahne vor sich, was den Anspruch untermauerte, mehr darzustellen als nur Nationalstolz. Die Gemengelage bei diesem ESC-Sieg ist einzigartig, weshalb das deutsche Desaster davor verblasst, jedenfalls vorerst.
Das Land siegt zum zweiten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs; 2004 hatte Ruslana mit „Wild Dances“ gewonnen. Jamala siegt mit dem Lied „1944“. Die Krimtatarin besingt die Zwangsumsiedelung der Krimtataren durch stalinistische Peiniger. Sie klagt die Täter an, die gleich in der ersten Strophe ins Haus eindringen und Morde begehen. Es wird gemeuchelt und geheuchelt. Wir sind unschuldig, sagen die Täter. Das Lied schraubt sich zur tragischen Jammerarie empor, die wohl unerträglich wäre, wäre da nicht der Dancebeat, der den Song so modern macht, so verführerisch klingen lässt. So anschlussfähig und global.
Erstaunlich, dass das Siegerlied überhaupt zugelassen wurde Das Kalkül ist hör- und sichtbar. Jamalas blaues Kleid glitzerte, die Lichtarrangements waren blutrot, dann wurde auch noch Feuer und Wind eingesetzt. Die Ukraine hat viel investiert, sehr wohl wissend, dass die Botschaft gehört wird. Es ist eine politische Botschaft, die unausgesprochen bleibt. Stalin und Putin: Zwei Herrscher, die auf der Krim Unheil angerichtet, die Unrecht begangen haben. „1944“ ist ein Fanal, und es ist erstaunlich, dass das Lied trotz Protesten zugelassen wurde, denn eigentlich sind politische Lieder beim ESC nicht erlaubt. 2015 hatte es Armenien allerdings schon geschafft, den Völkermord an den Armeniern zu besingen.
137T.O.M. • top of music in europe
Und dieses Lied hat den großen Favoriten geschlagen, der bei allen Buchmachern und Google-Rankings vorne lag: Russland. Jamala bekam 534 Punkte, Sänger Sergey Lazarev wurde Dritter mit 491 Punkten. Sängerin Dami Im sorgte für Australien für die eigentliche Überraschung und wurde mit 511 Punkten erst ganz zuletzt überholt. Es war die denkbar spannendste Stimmenauswertung seit Jahren. Alles andere, die verrückten Einlagen mancher Länder, die geschmacksunsicheren Auftritte, die feine Show der Schweden, das routinierte Können von Gaststar Justin Timberlake verblasst dagegen.
Man muss in das Wirrwarr der Auszählung ein wenig Licht bringen. Die Votings wurden erstmals in diesem Jahr geteilt und verdoppelt. Die Jurys vergaben die Punkte, die Zuschauer ebenso. Dann wurde beides getrennt bekannt gegeben und erst live zusammengezählt.
Dahinstampfender Song aus Russland Die 42 Jurys votierten zunächst klar für Australien, 320 Punkte für Dami Im vor Jamala aus der Ukraine mit 211 Punkten. Dann kamen die Televotings. Dort siegte eindeutig Russland. Die Zuschauer in ganz Europa plus Israel und Australien vergaben zusammen 361 Punkte an den russischen Beitrag „You Are The Only One“. Australien bekam nur 190. Dennoch war der Vorsprung zu groß. Das heißt, die Ukraine lag weder bei den Jurys noch bei den Zuschauern (323 Punkte) vorne. Und siegte dennoch. Russland hat also bei den Jurys verloren. Ein interessantes Urteil: Während die Show des Russen Sergey Lazarev ziemlich cool und überzeugend war, stampfte der Song weniger inspiriert vor sich hin. Manche erinnerten sich schaudernd an Helene Fischers „Atemlos“. Hat Europa politisch gewählt? Die Ukraine gekürt und zugleich Russland wegen der Krim-Annektierung abgestraft? Schwer zu sagen. Der Zuschauerzuspruch für Russland war ja da. Eher hat sich Jamala gut verkauft, für ihre Geschichte viel Aufmerksamkeit im Vorfeld bekommen.
Jetzt aber zum deutschen Desaster Jamie-Lee belegt mit ihrem Lied „Ghost“ den letzten Platz. Wie 2015 will niemand auf dem ganzen Kontinent etwas für Deutschland tun. Alle weltgesanglichen Tatsachen ereignen sich bekanntlich laut den Backstreet Boys, Hegel & Marx zweimal, einmal als Tragödie, einmal als Farce.
Im vergangenen Jahr teilte die glücklose Ann Sophie sich den Null-Punkte-Rang mit Österreich, das diesmal mit beachtlichen 151 Punkten – vor allem vom Publikum belohnt – 13. wurde, obwohl die junge Zoë auf Französisch sang. Offensichtlich war das deutlich verständlicher als das Manga-Outfit von Jamie-Lee und der doch statische Auftritt im nebelumwaberten Geisterwald. Elf Punkte. Elf Punkte bekam Deutschland. Elf Punkte sind null Punkte. Es fühlt sich nur ein bisschen mehr an. Der zweitschlechteste Beitrag aus der Tschechischen Republik hatte 41 Punkte, in diesen eisigen Tiefen ist das ein echter Abstand. An der neuen Wertungsart lag es nicht. Ann Sophie mit ihren null Punkten hätte nach der jetzigen Auswertung 29 Punkte bekommen und wäre Drittletzte geworden. Deutschland liegt demnach 2016 sogar noch hinter den null Punkten. Es ist brutal. Aber ein Faktum.
Kein Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise Elf Punkte. Schlusslicht Europas. Ist auch das ein politisches Votum Europas gegen Deutschland? In sozialen Medien blühen alberne Verschwörungsknospen, Deutschland sei verhasst, die Kanzlerin würde abgestraft wegen der Flüchtlingspolitik. Die Länder seien gegen die Willkommenskultur und für geschlossene Grenzen, deshalb die Missachtung bei der Punktevergabe. Das ist Blödsinn. Schon deshalb, weil Jurys tatsächlich auf Musik und Show als Kriterien achten statt auf Gesellschaftsimages und Bedeutungshuberei oder grenznahe Freundschaftsdienste. Von den 42 Jurys haben 41 gar keine Punkte an Deutschland gegeben. Nur Georgien hat sich mit einem Punkt verewigt. Das Lied kam einfach nicht an. Der Auftritt blieb unverständlich. Die arme Jamie-Lee mag gekämpft haben. Es war vergebens. Die anderen zehn Punkte kamen von den Zuschauern aus 42 Ländern, Mitleidsbekundungen näher als echten Zuteilungen.
Heimisches Desinteresse war der Anfang vom Ende Elf Punkte. Der zweite Totalausfall. Es sind die gleichen Strukturen zu beobachten und anzukreiden: Eine Newcomerin muss einspringen, weil zuvor etwas nicht geklappt hat. Mal brach mit Andreas Kümmert der Sieger mit Publikumsrückhalt zusammen und weg. Mal geriet die Star-Akklamation mit Xavier Naidoo zum Verhängnis und musste abgebrochen werden.
Der jungen Frau und Not-Notlösung fehlte es sodann an Rückhalt und Zuspruch. Nicht mal im eigenen Land war sie bekannt. Mit heimischem Desinteresse im Rücken hat noch kein ESC-Beitrag je etwas gerissen. Warum sollte dann in den Nachbarländern Deutschland jemand für Jamie-Lee stimmen? Warum weiter weg? Jamie-Lee musste nach dem sehr späten Vorentscheid erst hastig ein Album aufnehmen, statt durch Deutschland und das Ausland zu tingeln und sich bekannt zu machen. Und wenn man noch Details braucht: Warum muss Deutschland immer im Dunkeln anfangen? Ann Sophie stand 2015 mit dem Rücken zum Publikum, was nur beim heiligen Miles Davis toleriert wurde, und von dem wusste das Publikum, was er konnte. Und Jamie-Lee stand am Anfang als Schattenriss vor einem großen Mond, es dauerte lange, bis sie zu sehen war, und dann nicht mit Großaufnahmen und ohne Lächeln. Zweimal schnitt die Regie von ihrem Gesicht weg zu den Background-Sängerinnen. Den Background-Sängerinnen, herrje, musste das sein?
138ECG • eurovision club germany e.V.
Ohne Stefan Raab läuft nicht mehr viel Der NDR hat seit dem Abgang Stefan Raabs als Motor und Mentor eine schlimme Bilanz vorzuweisen.
2013: Platz 21 (von 26), 2014: Platz 18 (von 26), 2015: Letzter, 2016: Letzter.
Das kann eigentlich nicht so bleiben. Womöglich muss mehr geändert werden, als nur eine neue Sängerin zu suchen. Vielleicht ein junger Sänger? Oder nach den getragenen, eher schleppenden Rhythmen mal frech einen flotteren Beat wagen, dieses neumodische Klicka-Klack, das sogar die Ukraine kennt? Kann das große Deutschland nicht vielleicht doch bessere Musik? Das sind so Fragen.
Jamie-Lee und der NDR-Mann und ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber wollten eigentlich in der Nacht noch Fragen beantworten. Sie sagten ab. Im Fall der jungen Sängerin kann man das verstehen. Sie kann wohl am wenigsten dafür. Es kam eine erklärende Mail. Jamie-Lee und „Ghost“ hätten bisher eher junge Zuschauer angesprochen, hieß es. International und beim Publikum in allen Altersschichten habe offenbar Unverständnis geherrscht, dass ein Manga-Mädchen aus Deutschland antritt. Es ist ein Teil der Wahrheit.
Jamie-Lee schrieb den Satz: „Nächstes Jahr wird Deutschland einen besseren Platz belegen, da bin ich mir sicher.“ Die Hoffnung singt zuletzt.

 

 

 

 

 

 

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Schlagwörter
Montag, 01 Juni 2020 13:27

Der Eurovision Song Contest 2015

ESC Logo 2010 

60. Eurovision Song Contest - 23. Mai 2015
Wien

Halle Stadthalle
Motto Building Bridges
Moderation Arabella Kiesbauer, Alice Tumler, Mirjam Weichselbraun & Conchita Wurst
Pausen-Act Martin Grubinger & The Percussive Planet Ensemble
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 40 Länder (Finale 27 / Semifinale  1 - 16  /
Semifinale 2 - 17)

 

Siegerland: Schweden


norway

Interpret:

Måns Zelmerlöw

Titel:

"Heroes"

Musik & Text:

Linnea Deb, Joy Deb,
Anton Hård af Segerstad


 Zelmerlöw© www.eurovision.tv

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

 

Finale · 23. Mai 2015

PlatzLandInterpret*inSongPunkteStartplatz
1.  SE Schweden Måns Zelmerlöw Heroes 365 10. 
2.  Russland Polina Gagarina A Million Voices 303 25. 
3.  Italien Il Volo Grande amore 292 27. 
4.  Belgien Loïc Nottet Rhythm Inside 217 13. 
5.  au Australien Guy Sebastian        Tonight Again 196 12. 
6.  Lettland Aminata Love Injected 186 19. 
7.  Estland Elina Born & Stig Rästa Goodbye To Yesterday 106 4. 
8.  Norwegen Mørland & Debrah Scarlett A Monster Like Me 102 9. 
9.  Israel Nadav Guedj Golden Boy 97 3. 
10.  Serbien Bojana Stamenov Beauty Never Lies 53 8. 
11.  Georgien Nina Sublatti Warrior 51 23. 
12.  Aserbaidschan Elnur Huseynov Hour Of The Wolf
49 24. 
13.  Montenegro Knez Adio 44 16. 
14.  Slowenien Maraaya  Here For You  39 1. 
15.  Rumänien Voltaj De la capăt 35 20. 
16.  Armenien Genealogy Face The Shadow 34 6. 
17.  Albanien Elhaida Dani I'm Alive 34 26. 
18.  Litauen M. Linkytė  & V. Baumila This Time 30 7. 
19.  Griechenland Maria-Elena Kyriakou One Last Breath 23 15. 
20.  Ungarn Boggie
Wars For Nothing 19 22. 
21.  Spanien Edurne Amanecer 15 21. 
22.  CY Zypern Giannis Karagiannis One Thing I Should Have Done 11 11. 
23.  Polen Monika Kuszysńka In The Name Of Love 10 18. 
24.  Ver. Königreich Electro Velvet Still In Love With You  5 5. 
25.  Frankreich Lisa Angell N'oubliez pas 4 2. 
26.  Österreich The Makemakes  I Am Yours  0 14. 
27.  Deutschland Ann Sophie  Black Smoke  0 17. 

 

 

Semifinale 1 · 19. Mai 2015

PlatzLandInterpret*inSongPunkteStartplatz
 1. Russland Polina Gagarina A Million Voices 182 12.
 2. Belgien Loïc Nottet Rhythm Inside 149 3.
3. Estland Elina Born & Stig Rästa Goodbye To Yesterday 105 7.
4. Georgien Nina Sublatti Warrior 98 16.
5. Rumänien Voltaj De la capăt 89 15.
6. Griechenland Maria-Elena Kyriakou One Last Breath 81 6.
 7. Armenien Genealogy Face The Shadow 77 2.
8. Ungarn Boggie
Wars For Nothing 67 10.
9. Serbien Bojana Stamenov Beauty Never Lies 63 9.
10. Albanien Elhaida Dani I'm Alive 62 14.
11. MD Moldau Eduard Romanyuta I Want Your Love 41 1.
 12. Belarus Uzari & Maimuma Time 39 11.
13. Dänemark Anti Social Media The Way You Are 33 13.
 14. Niederlande Trijntje Oosterhuis Walk Along 33 4.
15. EJR Mazedonien Daniel Kajmakoski Autumn Leaves 28 8.
16. Finnland Pertti Kurikan Nimipäivät Aina mun pitää 13 5.

Semifinale 2 · 21. Mai 2015

1. SE Schweden Måns Zelmerlöw Heroes 217 13.
2. Lettland Aminata Love Injected 155 10.
 3. Israel Nadav Guedj Golden Boy 151 9.
4. Norwegen Mørland & Debrah Scarlett A Monster Like Me 123 6.
5. Slowenien Maraaya  Here For You  92 16.
6. CY Zypern Giannis Karagiannis One Thing I Should Have Done 87 15.
7. Litauen M. Linkytė  & V. Baumila This Time 67 1.
8. Polen Monika Kuszysńka In The Name Of Love 57 17.
9. Montenegro Knez Adio 57 4.
10. Aserbaidschan Elnur Huseynov Hour Of The Wolf
53 11.
11. Malta Amber Warrior 43 5.
12. Irland Molly Sterling Playing With Numbers 35 2.
13. Tschechien M. Jandová & V. N. Bárta Hope Never Dies 33 8.
14. Portugal Leonor Andrade Há um mar que nos separa 19 7.
15. Island María Ólafs Unbroken 14 12.
16. San Marino Anita & Michele Chain Of Light 11 3.
17. Schweiz Mélanie René Time To Shine 4 14.

 

 


 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

WienerStadthalle© Stadt Wien

Nach dem Sieg von Conchita Wurst in Kopenhagen richtete der österreichische TV-Sender ORF die 60. Ausgabe des ESC aus. Das Finale fand am Samstag, dem 23. Mai 2015 statt, die beiden Semifinale am 19. und 21. Mai.

Neben dem naheliegenden Austragungsort Wien kamen zwar aus allen Teilen Österreichs Vorschläge (z.B. Linz oder Wels unter Einbindung des Linzer Musiktheaters), Chancen hatten allerdings nur noch Wien, Innsbruck und Graz. Aus Salzburg kam übrigens relativ früh eine deutliche Absage, da "diese Veranstaltung“ nicht in das Kulturprofil des Landes passe! Der ORF hatte ein Anforderungsprofil für die Austragungsstätte des ESC veröffentlicht.

In Wien kam die Stadthalle (16.000 Plätze) infrage bzw. mehrere temporäre Event-Locations. In Graz wäre die Stadthalle geeignet gewesen, und Innsbruck bewarb sich mit der Olympiaworld. Mit diesen drei Bewerbern verhandelte der ORF, am 6.August 2014 wurde die Entscheidung verkündet: Der 60. ESC findet in der österreichischen Hauptstadt Wien statt!

Mehrere prominente Österreicher begleiteten den ORF bei der Vorbereitung des ESC. Zum Kreis dieser Kreativen zählten unter anderem André Heller, "Oscar"-Preisträger Stefan Ruzowitzky, Schauspielerin Ursula Strauss und Regisseurin Elisabeth Scharang, wie mehrere österreichische Boulevardzeitungen berichteten.

 

Neben dem Gastgeber Österreich nahmen 39 Länder teil: Die Ukraine, Kroatien und Bulgarien setzten 2015 aus ebenso wie die Türkei, Slowakei und Andorra. Aus Anlass des 60. ESC-Jubiläums hatte die EBU Australien einmalig gestattet, einen Teilnehmer in den Wettbewerb nach Wien zu entsenden! In Australien gibt es eine große ESC-Fangemeinde und seit 30 Jahren wird der Contest dorthin übertragen. Nachdem in Kopenhagen 2014 bereits eine australische Sängerin einen Intervall-Act betritten hat, gab es nun erstmals einen australischen Vertreter im Wettbewerb. Der Teilnehmer trat direkt im Finale an, um keinem der Semifinalteilnehmer eine Finalplatz streitig zu machen. Australien bekam außerdem die Berechtigung, in beiden Semifinalen und dem Finale am Voting teilzunehmen. Im Falle eines Sieges hätte der verantwortliche australische Sender SBS den ESC 2016 als Co-Gastgeber in einer europäischen Stadt zusammen mit einem EBU-Mitgliedsland mitveranstaltet. Wegen der Teilnahme Australiens wurde das Finalteilnehmerfeld auf 27 Acts aufgestockt.

"Es ist ein mutiger und gleichzeitig unglaublich spannender Schritt", wird Jon Ola Sand, Executive Supervisor des Eurovision Song Contest, zitiert. "Es ist unsere Art zu sagen: Lasst uns diese Party zusammen feiern!"

Für das Finale gesetzt waren außerdem der Gastgeber Österreich (ausgeloste Startnummer 14) und die „BIG 5“ Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ver. Königreich. Alle anderen Länder mussten in den beiden Semifinalen antreten, 16 im 1. SF und 17 im 2. SF. Jeweils zehn Acts gelangten durch 50/50%-Jury-/Televotingentscheidung ins Finale.

 

 

Hosts© ORF

Erstmals führten 3 Moderatorinnen durch die Shows:
Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler (v.l.n.r.), Conchita Wurst übernahm die Greenroom-Moderation. 

 

Arabella Kiesbauer  (*08.04.1969 in Wien als Tochter einer deutschen Schauspielerin und eines Ingenieurs aus Ghana) begann ihre Karriere bereits Ende der 80er Jahre beim ORF mit der Jugendsendung „X-Large“, ab 1994 moderierte sie 10 Jahre lang bei PRO 7 ihren Daily-Talk „Arabella“, beim ORF führte sie u.a. durch die Castingshow „Starmania“, und seit 2014 unterstützt sie österreichische Landwirte auf der Suche nach der großen Liebe in „Bauer sucht Frau“. Daneben moderierte sie mehrfach den Wiener Opernball, den Life Ball und verschiedene andere Events und Galas. 2013 wurde Arabella Kiesbauer für ihr langjähriges Engagement in Sachen Integration vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich als Kulturvermittlerin ausgezeichnet.

 

moderatorinnen© ORF

Mirjam Weichselbraun (*27.09.1981 in Innsbruck) begann ihre Karriere als Redakteurin beim Regionalsender “Antenne Tirol“. Nach ihrer Wahl zum BRAVO-Girl 2000 wurde sie Moderatorin bei VIVA Plus und MTV Germany. Beim ZDF moderierte sie eine Zeit lang das Online-Magazin zu „Wetten, dass...?“, bei SAT1 die „Hit-Giganten“ zusammen mit Roger Cicero. In Österreich wurde sie für mehrere Staffeln der „Dancing Stars“ ausgezeichnet und moderiert regelmäßig den Wiener Opernball und den Life Ball. Als Schauspielerin konnte man sie im Musical „Manche mögen’s heiß“ in Wien erleben.    

 

Alice Tummler (*11.11.1978 in Innsbruck als Tochter einer französischen Mutter aus Martinique und eines österreichischen Vaters) studierte zunächst in London Journalismus, Medien und Soziologie und besuchte dann eine Schauspielschule in Paris. Ihre Fernsehkarriere begann sie als Moderatorin beim französischen Musiksender TraceTV. Es folgte eine Tätigkeit bei ARTE. Seit 2013 moderiert sie im ORF die Casting-Show „Die große Chance“. 

 

 ESC AllocationDraw 05 Photo© Milenko Badzic (ORF)Die Auslosung nahmen der OFR-ESC-Kommentator Andi Knoll und Kati Bellowitsch vor, die u.a. auch die Hälfte der Pressekonferenzen in Wien leitete. Zusammen mit Andi Knoll moderierte sie auch den Roten Teppich und den Willkommensempfang im Rathaus. Es wurde außerdem ausgelost, in welchem Semifinale die BIG 5 und der Gastgeber Österreich werten (Deutschland hatte von vornherein das 2. Semifinale erbeten).

1. Semifinale: Spanien, Österreich, Frankreich, Australien

2. Semifinale: Deutschland, Italien, Ver. Königreich, Australien

 

esc2015 logo© EBUDas Motto des 60. ESC lautete: "Building Bridges". Der Vorschlag stammte von der Agentur PKP BBDO.

Mit "Building Bridges" (Brücken bauen) habe man, so ORF-Generaldirektor Wrabetz, ein Thema,  die Idee eines Europa mit dem vereinenden Charakter von Musik, und das in Wien, der traditionellen Hauptstadt der Weltmusik im Herzen Europas. 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs gäben sich europäische Länder in Österreich die Hand, einem Land, das immer schon eine vermittelnde Instanz, eine Brücke zwischen Ost und West gewesen sei. "Wir verstehen dieses Motto als eine logische Erweiterung der Idee von Conchita Wurst, die sie beim ESC 2014 formuliert und gelebt hat: Die Bedeutung von Offenheit, Toleranz über alle Grenzen hinweg für eine gemeinsame Interaktion. Mit dem ESC in Wien wollen wir Brücken bauen über Grenzen, Kulturen und Sprachen. Im  Licht der vereinenden Kraft dieses großartigen gemeinsamen  europäischen Events laden wir alle ein, Brücken zu bauen und sich die Hand zu reichen."

 

Der Slogan "Building Bridges" war auch die Basis für die "Postcards", d.s. die kurzen Einspieler, die jeweils den nächsten Beitrag in der Show ankündigen. Jeder Interpret bekam darin in seiner Heimat eine Einladung nach Österreich, und zwar jeweils in eine spezielle Region Österreichs, wo sie dann eine spezielle Aufgabe zu erfüllen hatten, z.B. in den Bereichen Sport, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Tradition und Moderne.  

 

Die Bühne bestand aus 1288 einzelnen Säulen und war 44m breit, 14,3m hoch und 22m. Sie hatte die Form eines großen Auges, das eine Brücke von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft darstellen sollte, eine Brücke zwischen den Künstlern, ihren Delegationen und den Zuschauern weltweit. Die LED-Säulen und der 11m im Durchmesser große Bühnenboden sowie eine 22m breite und 8,5m hohe LED-Wand erlaubten eine große Bandbreite an visuellen Effekten. Das Bühnendesign wurde entwickelt von Florian Wieder, dem zweimaligen Emmy-Preisträger und Designer der ESC-Bühnen 2011 und 2012, in Zusammenarbeit mit Al Gurdon und Kurt Pongratz.

 

Den Pausen-Act im Finale bestritt der bekannte Schlagzeuger Martin Grubinger mit einem Programm aus klassischer Musik, Bigband-Sound, Chorgesang und Percussion, das er eigens für das Finale komponiert hat. Es traten 40 Instrumentalisten und der mit einem Grammy ausgezeichnete Arnold Schönberg-Chor auf.

 

FAZIT

 

Der 60. ESC in der österreichischen Hauptstadt Wien war einer der besten, die man je erlebt hat. So der allgemeine Tenor der Journalisten vor Ort. Selten war die Organisation so gut und das Angebot für die Akkreditierten – auch das Rahmenprogramm betreffend - so reichhaltig. Ein bisschen weniger begeistert konnte man allerdings von den drei TV-Shows sein, die der ORF uns zum 60-jährigen Jubiläum präsentierte. Gewiss waren die Shows nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Eines der Highlights war wohl die Eröffnungsnummer des 1. Semifinales,  bei dem man sich schon fragte, wie man das im Finale würde toppen können. Und man konnte nicht… Ganze 20 Minuten dauerte es, bis der 1. Finalsong auf die Bühne kam! Davor ein Sammelsurium von Orchester, Geigerin, Kinderchor, einem Rapper, zwei Einspielern und schließlich einer Gesangseinlage der Moderatorinnen, die zwar gefiel, aber insgesamt wäre hier weniger sicher mehr gewesen.

 

Das Motto „Building Bridges“ zog sich durch alle Shows bis hin zu den virtuellen Brücken in die einzelnen Länder bei der Finalwertung. Bei der Wertung fielen unangenehm auf: Die Diskrepanz zwischen Jury- und Televoting und die Punktevergabe überhaupt. Wenn bei 27 Teilnehmern nur zehn überhaupt die Chance auf Punkte haben, ist das Wertungssystem nicht mehr angemessen, und nicht nur, weil es dieses Mal Deutschland (und Österreich) mit null Punkten besonders hart getroffen hat. Außerdem Die Jurys von Montenegro und EJR MAzedonien wurden disqualifiziert und nur das Televoting-Ergebnis gezählt. Das habe das Resultat laut EBU nicht entscheidend verändert. Die Jurys von Montenegro und EJR Mazedonien wurden disqualifiziert und nur das Televoting-Ergebnis gezählt. Das habe das Resultat laut EBU nicht entscheidend verändert.

 

Die Jurys verhinderten einen Sieg des haushohen Televotingsiegers Italien: Sie setzen Il Volo nur auf Rang sechs, so dass es nur zum dritten Platz reichte. Australiens erster Vertreter beim ESC, Guy Sebastian, gab seinen Einstand auf Platz fünf. Es sollte nicht die einzige Teilnahme Australiens - als "Ausnahme" zum Jubiläum - bleiben!

 

Obwohl der ESC ja so unpolitisch ist (wie von der EBU gern behauptet wird), sorgte wieder einmal der russische Beitrag (Platz zwei) für reichlich Diskussionsstoff sowie die Entscheidung der EBU, Buh-Rufe aus- und Applaus vom Band einzublenden.

Aminata schaffte mit einem zwar etwas sperrigen Titel, aber beeindruckender Performance für Lettland den sechsten Platz.

Die im Vorfeld hochgewettete Ballade aus Norwegen mit Mørland & Debrah Scarlett erreichte immerhin Platz acht, der "Golden Boy" aus Israel Platz neun, und eine weitere Fanfavoritin, Bojana Stamenov aus Serbien, Platz zehn mit "Beauty Never Lies". 

Obwohl (oder weil?) die Spanier bei ihrer Inszenierung so ziemlich alles aufboten, was der ESC je gesehen hatte, musste sich Edurne mit Platz 21 begnügen.

 

Nur Platz 24 erreichte das Vereinigte Königreich, das es mit Electro Swing versuchte: Blinkende Neonleuchten im Background und auf dem Bühnenboden, eine am Rücken der Sängerin Bianca befestigte Montur mit Kabeln und Kästen, die an eine Sprengstoffgürtelvorrichtung erinnerte und immerhin beim Auftritt durch Haarverlängerung und Stola verdeckt werden konnte, dazu schwache Stimmer von Bianca und Alex, das reichte nur für Platz 24!

Monika Kuszysńka aus Polen erreichte im Rollstuhl das Finale, während die Punkrockband aus Finnland, die aus vier Menschen mit geistiger Behinderung besteht, Letzte im Semifinale wurde, und zwar mit einem der kürzestens Songs der ESC-Geschichte.

Eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Niederlande, Trijntje Oosterhuis, scheiterte, wohl auch wegen einer schlechten Inszenierung inklusive sackartigem Outfit, auf Platz 14 im Semifinale.

 

Gastgeber Österreich mit den Makemakes landete trotz eines brennenden Flügels auf der Bühne mit null Punkten auf dem letzten Platz, ebenso wie Ann Sophie aus Deutschland mit "Black Smoke". Es war ja schon im Vorfeld reichlich schwarzer Rauch aufgestiegen für den deutschen Act, denn Ann Sophie war als Zweitplatzierte der deutschen Vorentscheidung quasi auf Geheiß des Siegers Andreas Kümmert, der verzichtet hatte, in Wien angetreten. Es zeigte sich hier einmal mehr, wie schwer sich die Deutschen mit der Inszenierung ihres Acts auf der ESC-Bühne tun. Hier sollten es ein paar "ausrangierte" Scheinwerfer und eine sehr kühl wirkende Sängerin richten, deren Kehrseite doch zu lange im Bild festgehalten wurde nach dem Motto der österreichischen Vertreter 2012: "Wackel mit deinem Popo".

Für Belgien kam Loïc Nottet mit einem modernen Song und moderner Inszenierung immerhin auf Platz vier!

 

Schweden war von Anfang an der große Favorit, denn der Beitrag hatte alles, was man zum Gewinnen braucht: Eine vielleicht nicht bahnbrechende, aber sehr eingängige Melodie, einen Pop-Rhythmus, der sich für viele wohltuend von den vielen Balladen des Jahrgangs abhob, einen extrem sympathischen und noch dazu unverschämt gut aussehenden Interpreten und vor allem eine Show mit der kleinen LED-Wand und dem niedlichen, moppeligen Männchen mit Käppi und Luftballon, der mit dem großen Måns Freundschaft schließt.

 

 


 

 DIE TEILNEHMER - FINALE

 

SLO15 FRA 15 ISR15 1 ISL14n

1.

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2.

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3.

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4.

AD

Slowenien Frankreich Israel Estland
Maraaya Lisa Angell
Nadav Guedj
Elina Born & Stig Rästa
"Here For You" "N'oubliez pas" "Golden Boy" "Goodbye To Yesterday"
M.: Raay, Marjetka Vovk
T.: Charlie Mason, Raay
M. & T.: Robert Goldman M. & T.: Doron Medalie M. & T.: Stig Rästa
    
NOR14 ROM14n ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Ver. Königreich
Armenien Litauen Serbien
Electro Velvet
Genealogy
Monika & Vaidas
Bojana Stamenov
"Still In Love With You" "Face The Shadow" "This Time" "Beauty Never Lies"
M. & T.: David Mindel, Adrian Bax White M.: Armen Martirosyan
T.: Inna Mkrtchyan
M.: Vytautas Bikus
T.: Monika Liubinaitė
M.: Vladimir Graić
T.: Charlie Mason
    
ALB 10 GRE14n CYP15 BLR 10

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Norwegen Schweden Zypern Australien
Mørland & Debra Scarlett
Måns Zelmerlöw
John Karayiannis
Guy Sebastian
"A Monster Like Me" "Heroes" "One Thing I Should Have Done" "Tonight Again"
M. & T.: Kjetil Mørland M. & T.: Linnea Deb, Joy Deb, Anton Malmberg Hård af Segerstad M.: Mike Connaris
T.: John Karayiannis
M. & T.: Guy Sebastian, David Ryan Harris, Louis Schoorl
    
ALB 10 ARM 10 RUS14n BLR 10

13.

AD

14.

AD

15.

AD

16.

AD

Belgien Österreich Griechenland Montenegro
Loïc Nottet The Makemakes
Marie-Eleni Kyriakou
Knez
"Rhythm Inside" "I Am Yours" "One Last Breath" "Adio"
M.: Loïc Nottet, Luuk Cox, Shameboy
T.: Beverly Jo Scott
M & T.: Jimmy Harry, Dominic Muhrer, Florian Meindl, Markus Christ, Paul Estrela M.: Efthivoulos Theocharous, Maria-Elena Kyriakou
T: Vangelis Konstantinidis, Evelina Tziora
M.: Željko Joksimović
T.: Marina Tucaković, Dejan Ivanović
    
ALB 10 FIN14n ASE 10 2 ROM15

17.

AD

18.

AD

19.

AD

20.

AD

Deutschland Polen Lettland Rumänien
Ann Sophie
Monika Kuszyńska Aminata Voltaj
"Black Smoke" "In The Name Of Love" "Love Injected" "De la capăt"
M. & T.: Michael Harwood, Ella McMahon, Tonino Speciale M.:Kuba Raczynski
T.: Monika Kuszyńska
M. & T.:
Aminata Savadogo
M. & T.:
Calin Gavril Goia, Gabriel Constantin, Adrian Cristescu, Paduraru Silviu-Marian, Alstani Victor-Razvan, Monica-Ana Stevens, Andrei-Madalin Leonte
    
ALB 10 MALneu ASE 10 2 BLR 10

21.

AD

22.

AD

23.

AD

24.

AD

Spanien Ungarn Georgien Aserbaidschan
Edurne Boggie Nina Sublatti
Elnur Huseynov
"Amanecer" "Wars For Nothing" "Warrior" "Hour Of The Wolf"
M. & T.: Tony Sánchez-Ohlsson, Peter Boström, Thomas G:son M.: Áron Sebestyén, Boglárka Csemer
T.:Sára Hélène Bori
M.: Nina Sublatti, Thomas G:son
T.: Nina Sublatti
M. & T.: Sandra Bjurman, Nicolas Rebscher, Nicklas Lif, Lina Hansson
 
RUS15 RUS15 ASE 10 2

 

 






25.

AD

26.

AD

27.

AD

Russland Albanien Italien
Polina Gagarina Elhaida Dani Il Volo
"A Million Voices" "I'm Alive"
"Grande amore"
M. & T.: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Katrina Noorbergen, Leonid Gutkin, Vladimir Matetsky M.: Zzap'n'Chris
T.: Sokol Marsi
M. & T.: Ciro Esposito, Francesco Boccia

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

ALB 10 ARM 10 ARM 10 SWE14

1.

AD

2.

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3.

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4.

AD

Moldau Armenien Belgien Niederlande
Eduard Romanyuta
Genealogy Loïc Nottet Trijntje Oosterhuis
"I Want Your Love" "Face The Shadow" "Rhythm Inside" "Walk Along"
M.: Erik Lewander
T.: Hayley Aitken, Tom Andrews
M.: Armen Martirosyan
T.: Inna Mkrtchyan
M.: Loïc Nottet, Luuk Cox, Shameboy
T.: Beverly Jo Scott
M.: Anouk Teeuwe, Tobias Karlsson
T.: Anouk Teeuwe
 
NOR14 ALB14 ASE 10 2 BLR 10

5.

AD

6.

AD

7.

AD

8.

AD

Finnland Griechenland Estland EJR Mazedonien
Pertti Kurikan Nimipäivät
Maria-Eleni Kyriakou
Elina Born & Stig Rästa
Daniel Kajmakoski
"Aina mun pitää" "One Last Breath" "Goodbye To Yesterday" "Autumn Leaves"
M. & T.: Pertti Kurikan Nimipäivät
M.: Efthivoulos Theocharous, Maria-Elena Kyriakou
T: Vangelis Konstantinidis, Evelina Tziora
M. & T.: Stig Rästa M. & T.: Aleksandar Mitevski, Daniel Kajmakoski, Joacim Persson
 
ALB 10 ARM 10 MOL1neu SMA14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Serbien Ungarn Belarus Russland
Bojana Stamenov
Boggie Uzari & Maimuna
Polina Gagarina
"Beauty Never Lies" "Wars For Nothing" "Time" "A Million Voices"
M.: Vladimir Graić
T.: Charlie Mason
M.: Áron Sebestyén, Boglárka Csemer
T.:Sára Hélène Bori
M. & T.: Yuri Navrotsky, Svetlana Geraskova M. & T.: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Katrina Noorbergen, Leonid Gutkin, Vladimir Matetsky
 
POR14 BLR 10 MTG14 ALB 10

13.

AD

14.

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15.

AD

16.

AD

Dänemark Albanien Rumänien Georgien
Anti Social Media
Elhaida Dani
Voltaj Nina Sublatti
"The Way You Are" "I'm Alive" "De la capăt" "Warrior"
M.: Remee S. Jackman, Lars Pedersen
T.: Remee S. Jackman
M.: Zzap'n'Chris
T.: Sokol Marsi
M. & T.:
Calin Gavril Goia, Gabriel Constantin, Adrian Cristescu, Paduraru Silviu-Marian, Alstani Victor-Razvan, Monica-Ana Stevens, Andrei-Madalin Leonte
M.: Nina Sublatti, Thomas G:son
T.: Nina Sublatti

 

 

DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

 

MAL14n ISR14 NOR14 GEO14jpg

1.

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2.

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3.

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4.

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Litauen Irland San Marino
Montenegro
Monika & Vaidas Molly Sterling
Michele Perniola & Anita Simoncini
Knez
"This Time" "Playing With Numbers" "Chain Of Lights" "Adio"
M.: Vytautas Bikus
T.: Monika Liubinaitė
M. & T.: Molly Sterling, Greg French
M.: Ralph Siegel
T.: John O'Flynn (Bernd Meinunger)
M.: Željko Joksimović
T.: Marina Tucaković, Dejan Ivanović
 
ALB 10 AUT14neu LIT1n FIN14n

5.

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6.

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7.

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8.

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Malta Norwegen Portugal Tschechische Republik
Amber Mørland & Debra Scarlett
Leonor Andrade
Marta Jandová &
Václav Noid Bárta
"Warrior" "A Monster Lie Me" "Há um mar que nos separa" "Hope Never Dies"
M.: Elton Zarb
T.: Matthew Mercieca Muxu
M. & T.: Kjetil Mørland M. & T.: Miguel Gameiro M.: Václav Noid Bárta
T.: Tereza Soralová
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

9.

AD

10.

AD

11.

AD

12.

AD

Israel Lettland Aserbaidschan Island
Nadav Guedj Aminata Elnur Huseynov
Maria Olafs
"Golden Boy" "Love Injected" "Hour Of The Wolf" "Unbroken"
M. & T.: Doron Medalie M. & T.:
Aminata Savadogo
M. & T.: Sandra Bjurman, Nicolas Rebscher, Nicklas Lif, Lina Hansson M. & T.: Ásgeir Orri Ásgeirsson, Pálmi Ragnar Ásgeirsson, Sæþór Kristjánsson
 
GRE14n SLO14 ARM 10 SLO14

13.

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14.

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15.

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16.

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Schweden Schweiz Zypern Slowenien
Måns Zelmerlöw
Mélanie René
John Karayiannis
Maraaya
"Heroes" "Time To Shine" "One Thing I Should Have Done" "Here For You"
M. & T.: Linnea Deb, Joy Deb, Anton Malmberg Hård af Segerstad M.: Raay
T.: Tinkara Kovač, Hannah Mancini, Tina Piš
M.: Mike Connaris
T.: John Karayiannis
M.: Raay, Marjetka Vovk
T.: Charlie Mason, Raay
 
GRE14n


 

 

 

 








17.

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Polen
Monika Kuszyńska
"In The Name Of Love"
M.:Kuba Raczynski
T.: Monika Kuszyńska

 

 


 

DIE WERTUNG - FINALE

 

 Wertung Finale© ECG e. V.

 

DIE WERTUNG SEMIFINALE 1 + 2

 

Wertung Semifinale 1© ECG e. V.

Wertung Semifinale 2© ECG e. V.

 

 


 

AUS DER PRESSE

 

 

DIE SCHANDE VON WIEN

STERN, 28.05.2015 - von Kester Schlenz

 

Hat Europa den Oberlehrer Deutschland beim ESC kollektiv abgestraft? Aber ja – für einen doofen Song!

Deutschland neben Österreich auf dem letzten Platz des Eurovision Song Contest, vereint in der „Hall of Shame“. Schon werden Stimmen laut, dass Deutschland, der arrogante Hegemon mit seiner Spar-Domina Merkel und dem gnatzigen Oberlehrer Schäuble, für seine Politik abgestraft worden sei. Doch diese Verschwörungstheorie lässt sich sogar mit wissenschaftlicher Hilfe entkräften. Dr. Paul Jordan aus London, der über den ESC promoviert hat, sagt auf die Frage, ob das deutsche Ergebnis etwas mit der Kanzlerin zu tun habe: „Das denke ich nicht. Es ist nur eine TV-Show, reine Unterhaltung. Deutschland hat 2010 zu einer Zeit gewonnen, als Merkel in Europa auch nicht populär war.“

Russland, für viele gerade größter Aggressor des Kontinents, hätte mit dem blonden Engel Polina Gagarina auch keinen zweiten Platz erreicht, spielte die Politik eine übergroße Rolle. Natürlich ist der ESC nicht völlig unpolitisch. Auch früher gab es meist zwölf Punkte von Zypern an Griechenland und umgekehrt, egal, was da ins Mikro gegrunzt wurde. Seit der Osterweiterung des Wettbewerbs kann man im Abstimmungsverhalten der Länder sehen, wer wem in postsowjetischer Bruderliebe zugetan ist. Am siegten dennoch meist tolle Songs oder zumindest eine tolle Performance. Und die hat der junge Schwede Måns Zelmerlöw geliefert, als er mit virtuellen Strichmännchen tanzte und dazu “Heroes“ trällerte. Ein Liedchen von schlichter Schönheit, aber einprägsam.

Es ist ganz einfach: Deutschland hat dem ESC verloren, weil es eine überforderte junge Sängerin mit einem nichtssagenden Song in den Wettbewerb geschickt hat. Eine Sängerin, die nicht einmal das eigene Land hinter sich wusste. Nahezu 80 Prozent der Zuschauer hatten im Vorentscheid für den unterfränkischen Rocker Andreas Kümmert gestimmt. Der 28-Jährige, den „Bild“ in unnachahmlicher Misanthropie einen „Klops“ nannte, hatte souverän über die zu hochtourig performende Ann Sophie gesiegt. Doch dann bekam der Franke den Blues und wollte nicht mehr zur Völkerschlacht nach Wien antreten. Statt seiner reiste die Unterlegene. Was Wunder, dass Europa das nicht goutierte. Warum sollten die Nachbarn für etwas voten, das Deutschland selbst schon für ungeeignet hielt? Ann Sophie hat ihre Sache dann besser gemacht als erwartet. Aber aus ihrem Liedchen hätte selbst Amy Winehouse keinen Siegertitel gezaubert.

Nach dem Debakel kaute Ann Sophie auf der Pressekonferenz Kaugummi, sprach von ihrer „Fanbase“ und stellte im Gleichklang mit dem ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber in nachgerade kantischer Art einen philosophischen Grundsatz auf, der da lautete: „Null Punkte sind halt null Punkte“. Schreiber verstieg sich noch zu folgender Aussage: „Wir haben uns etwas anderes gewünscht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die null Punkte nicht null Punkte für den Song und die Performance sind. Der Song und die Performance waren besser als null Punkte.“ Dabei wirkte er wie ein Boxtrainer, der seinen schwer verprügelten Schützling zum Sieger erklärt und dabei vielsagend zu den Punktrichtern blickt.

Nun ist festzustellen, dass einige der sonst zum Vortrag gebrachten Lieder tatsächlich viel grauenhafter waren als Ann Sophies. Dass es eine gruselige Dracula-Epigonin aus Georgien auf Platz 11 schafft, ist schon sonderbar. Und dann sei noch der britische Beitrag erwähnt, der hierzulande selbst bei Möbelparkeröffnungen für Entsetzen und die sofortige Evakuierung des Publikums gesorgt hätte. Aber die Briten bekamen Mitgliedspunkte aus Malta und San Marino. So etwas hat die große Unterhaltungsnation Deutschland indes wirklich nicht nötig. Lieber grandios scheitern, als Gnadengaben von Zwergstaaten zu erhalten.

 

 

Der deprimierende Abend, an dem die Idee Europa starb

Die Welt, 24.05.2015 – von Matthias Matussek

 

Kein einziges Pünktchen für Deutschland – dieser Abend war für uns eine große Demütigung. Und das, obwohl wir uns in Europa ständig abmühen. Die neue Weltordnung in Sachen Musik: grau und langweilig.

Als wir dann selbst von den Österreichern keine Punkte erhielten, war der Abend gelaufen für Ann Sophie und mich und die üblichen Verdächtigen, die sich bei mir auf Facebook zusammenfanden.

Auch Sängerkriege sind Kriege, und auch wenn die meisten sich an diesem Abend scheinheilig gegen Krieg und für den Frieden aussprachen und die Liebe sangen ... Wen wollen die mit ihrem Friedensgetue veralbern?

Sollen sie doch mal anfangen bei sich und ihren Jurys und ihrem Heimpublikum. Denn die wählen. Und sie haben für Italien, Schweden und Russland gestimmt – und damit gegen uns. In meiner Facebook-Gruppe war klar: Wer nicht für uns ist, der ist nun mal gegen uns, das ist das eherne Gesetz des großen Eurovision Song Contest.

Zum Beispiel "Spiegel"-Mann Nils Minkmar. Er versuchte auf seiner Seite, das Ergebnis schönzurechnen. Eine schwarze Null. Netter Kalauer – in der Praxis eine Unverschämtheit.

Hat sich einer von diesen angeblichen europäischen Friedensfreunden mal gefragt, wie wir uns fühlen? Wie das bei uns ankommt? Wie das ist, wenn man keinen einzigen Punkt kriegt?

Ich glaube, an diesem Abend ist die Idee Europa ein für alle Mal zu Grabe getragen worden. Da schuften wir uns ab und geben unsere D-Mark her für den Euro und pauken die südlichen Nachbarn raus – und was ist der Dank?

Die Leute wählen einen Schweden, wählen drei italienische Schmalzlappen, die Amore schmettern, und im Hintergrund liegen antike Säulen herum und anderer Hausrat vor einem blutroten Himmel, als ob unsere Mütter, die in der 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren Urlaub in Rimini machten, als ob sie nicht wüssten, was sie von solchen Schwüren halten durften und dass diese Amore-Troubadoure ihr Zeug nie aufräumen würden.

Apropos Süden. Das einzig Bemerkenswerte war höchstens der Kostümwechsel der Spanierin auf offener Bühne: Ratsch ratsch flog das rote Kleid und drunter hatte sie kaum was an.

Nein, nach diesem Eurovision Song Contest hab ich keine Lust mehr auf Europa. So springt man mit dem Fußballweltmeister 2014 nicht um. So nicht. Es ist doch nicht unsere Schuld, dass wir so viel besser spielen als alle anderen. Und auch noch besser aussehen. Wie Ann Sophie bewiesen hat. Schon ihr Rücken hätte gewinnen müssen.

Und Barbara Schöneberger. Sie stand am Schluss der Party in Hamburg mit Wikingerhörnern auf der Bühne, wagnerisch und blond wie die Brünhild von der Reeperbahn. Sie hat sich ihre Verzweiflung nicht anmerken lassen.

Sie hat ihren Kummer – so sind wir Germaninnen und Germanen – tapfer heruntergeschluckt und erst hinter der Bühne leise ein paar Worte an Wotan gerichtet. "Opfer?", hab ich verstanden, und ein wenig lauter und entgeisterter "Wie viele?"

Prompt haben natürlich die Leitartikler wieder die Schuld bei uns gesucht. Haben die im Windkanal getesteten Liedchen der anderen bewundert.

Moment, wer war im Windkanal bei den österreichischen Skispringern zu Gast? Ann Sophie? Nun, das war nur für diese Pausenfilmchen, die da ständig eingeblendet wurden. Und eine Verbeugung an die österreichischen Gastgeber, die trotz eines brennenden Klaviers ebenfalls keine Punkte erhielten. Die wahrscheinlich diesmal für den letztjährigen Gewinner abgestraft wurden, die Nervensäge Conchita Wurst, der aus politisch korrekten Gründen heraus der Sieg nicht verweigert werden durfte. Und die auch an diesem Abend alle fertig machte.

Da lag eine ganze Weile Russland in Führung, und Conchita setzte sich mit ihrem aufgemalten Bart neben Polina Gagarina, ja, genau, eine Urenkelin des ersten russischen Weltraumpiloten Juri Gagarin. Da setzte sie sich also neben diese blonde, sehr ansehnliche Marilyn-Bombshell aus Moskau, die schon ganz aufgelöst war und ihre Tränen betupfte, und Conchita fragte die Frage der Fragen, nämlich, wie sie sich nun fühle.

"Ganz überwältigt", schluchzte Gagarina, und fortan bekam sie kaum noch Punkte, und ihr Vorsprung vertröpfelte, je länger Conchita da herumsaß, und am Ende gewann ein 08/15-Schwede mit einem 08/15-Song.

Soll so die neue Weltordnung im Bereich Singen/Unterhaltung/Show aussehen? Nichtssagende sozialdemokratische Welt- und Wohlstandskritik in Jeans und grauem T-Shirt, die kalkulierte Anti-Glamour-Nummer?

Dann schon lieber, wie heißt der Typ noch mal, der jetzt vergessen wird, na egal, also Conchita Wurst. Mit falschen Wimpern und falschen Gefühlen. Vielleicht ist es eine Sache des Alters. Für mich hört sich das mittlerweile alles gleich an. Ralph Siegel hat ja auch nichts gewonnen mit seiner Kandidatin, und der ist schon länger dabei als der HSV in der Bundesliga, also geschätzt seit 1850, und immerhin Sieger-Komponist mit Nicole, und die sang, ähm, "ein bisschen Frieden", also ich habe nicht behauptet, dass sich textlich sehr viel geändert hätte.

Noch während der Auszählung soll von der Leyen einige Panzermanöver an den deutschen Grenzen angeordnet haben, aber dann ist ihr eingefallen, dass wir gar keine fahrbereiten Panzer haben.

Ich bin auch gegen solche kriegerischen Demonstrationen. Und schlage vor, dass wir uns nächstes Mal mit einem bunten Torwandschießen bewerben.

 

Eurovision Song Contest 2015: Viel zu harmoniebesoffen

24.05.2015, Spiegel Online - von Anja Rützel

Und das soll ESC sein? Ein Mainstream-Propf verstopft die vorderen Plätze, es siegt Konsens-Darling Måns Zelmerlöw. Da ist das deutsche Abschneiden mit nur null Punkten eher sonderbar als schmerzhaft.

 

Die kindische, rechenschwache Hoffnung lag bis zum Schluss auf dem kleinen, belgischen Tambourmajor. Loïc Nottet, der jugendliche Rapapapp-Drummerboy, der mit seinen Blicken gut auch als besessenes Gruselkind in einem Horrorfilm durchgehen könnte und mit seinem Linealscheitel, dem adretten Gehrock und der reduzierten Schwarz-Weiß-Ästhetik den Eindruck vermittelte, wir befänden uns hier beim internen Mitarbeiter-Gesangswettbewerb der Raumfahrtgesellschaft Gattaca, hielt sich nämlich bei der Punktevergabe hartnäckig auf Platz vier. Und hätte damit, wenn man berauscht vom Durchhalte-Wein eben nicht so genau nachzählte, wie viele Nationen jetzt noch wie viele mögliche Gesamtpunkte vergeben würden, als Einziger noch das Spitzentrio sprengen können.

Ganz oben in der Punktetabelle klebten aber ablöseresistent wie gedörrter Kaugummi unter altem Kinositz die drei Favoriten: leicht aseptischer Schwedenpop in Gummihose, russische Schwulstballade von einem kindlichen Helene-Fischer-Marilyn-Monroe-Hybriden, Knödelklassik aus Italien. Klingt wie ein zusammengeschaufelter Büffetteller und war in seinen Einzelbestandteilen eher fade Kost. Bis fast zuletzt war es fast spannend zuzusehen, wie das Spitzentrio untereinander die Führung wechselte, eigentlich aber natürlich doch nicht, bestenfalls interesseloses Wohlgefallen konnte man als Zuschauer für diese drei Titel mobilisieren. Die widerhakenfreie Spitzengruppe passte zum festlich glatten Pop-Pomp des Abends, einem makellosen Konsensrahmen, den man sich als Allzwecksetting für manch anderen Gala-Anlass auf Wiedervorlage packen kann. Fiedelnde Wiener Philharmoniker, eine fliegende Conchita Wurst, fehlerlose Moderation, insgesamt irgendwie zu viel Kuschelmuschel und geformte Finger-Herzchen.

Das Siegerschlusswort des Schweden Måns Zelmerlöw könnte konsensiger nicht sein: "We are all heroes, whoever you are, whatever you believe in." Das stimmt natürlich nicht, denn das schlösse ja auch die vorsätzlich Dummen und absichtlich Gemeinen mit ein, und Helden sind das sicher nicht, passte aber zur harmoniebesoffenen Gesamtinszenierung. Alles gut, alles schön. Aber wo waren die irren Popdohlen und verrückten Hühner, die offensichtlich durchgedrehten Wundertiere? Sie taugen offensichtlich nur noch als verschrobenes Personal für So-irr-war-es-früher-Einspielfilmchen unter unwirklich-historisierenden Filtern. Mehr Abweichler, ein paar sinnlose Butterstampf-Omas oder Gröhl-Griechen, sie hätten dem dann doch sehr langen Abend gutgetan. Und dafür dann vielleicht etwas weniger arglose Glee-Erotik aus Litauen, ein paar weniger Brülldiven von der Stange, weniger harmlose Okapi-Anmut aus Ungarn und halblebiger zyprischer Sachbearbeiter-Schmacht: Wenn John Karayiannis verhuscht über "One Thing I Should Have Done" sang, meinte er damit vermutlich: eine Energiesparlampe reindrehen.

Dabei gab es sie ja, die wagemutigen Beiträge, aber sie kamen einfach nicht am risikolosen Spitzentrio-Propfen vorbei: Auf Platz sechs schaffte es die Elektronummer "Love Injected" von Aminata aus Lettland (die frappant an Ex-Queensberry-Sängerin und Dschungelcamptrulla Gabby erinnerte). Das estnische Duo Elina Born & Stig Rästa landete mit seiner liedgewordenen Post-Beischlaf-Etikette "Goodbye to Yesterday" auf Platz sieben. Und der norwegische Geständnisschunkler "A Monster Like Me" endete auf Platz acht, was nicht übel ist für einen Song, in dem jemand bekennt, als Kind mal wen gelyncht zu haben.

Man konnte sich an der trotzigen Schnapsdrosselstimme der slowenischen Kopfhörerfrau erfreuen, am brennenden Klavier des sonst lauwarmen Österreichbeitrags, am Froschschenkeltanz des "Golden Boy" aus Israel, am beleuchtbaren Wearable-Tech-Showkleid des britischen Ulk-Swings. Auf dem Sofa mit den Mitguckern besprechen, ob der spanische Beitrag eine modernisierte Märchenfassung von "Rotkäppchen und der epilierte Wolf" darstellen sollte oder ob das Kleid der Hijahija-ha-Sängerin nun rot oder golden war. Und man konnte für einen kleinen, kurzsichtigen Moment angesichts der annähernd fleischfarbenen Enghose von Guy Sebastian denken, der Jubiläumsgast aus Australien hätte tatsächlich beschlossen, untenrum ohne aufzutreten. So als leicht subversiver Down-under-Witz.

So richtig funktionierte es diese Mal aber nicht mit dem sinnfreien, abendlangen Kürzesturlaub von politischen Debatten und Euro-Lagerkoller, dem kleinen Genderfasching als Gegenstatement. Moderatorin Alice Tumler musste während des Votings gar das Publikum in der Wiener Stadthalle zur Ordnung rufen, weil dort bei Punkten für die russische Friedensklage immer wieder gebuht wurden.

Apropos ausbuhen, verschmähen, gar nicht gut finden: Ja, der deutsche Beitrag "Black Smoke" von Ann Sophie landete tatsächlich auf dem letzten Platz. Die Punktenull stand bis zum Ende, was nach Ann Sophies Auftritt doch zumindest ein bisschen verwundert, weil sie die Perfomance gut meisterte: mit bratschenförmigen Poppesschwenkern, sehr passablem Gesang und schwarzem Federohrring, als sei das eine Kriegstrophäe, die sie der georgischen Düsterkrähen-Warriorin ausgerupft hatte. Selbst die No Angels und Grazia, in ihren ESC-Jahren ebenfalls letztplatzierte deutsche Beiträge, bekamen seinerzeit 14 beziehungsweise vier Punkte.

So ist dieser letzte deutsche Platz (gemeinsam mit den österreichischen Hipsterhängern von The Makemakes) eher sonderbar als schmerzhaft. Und wenigstens zwei heimliche Helden hat der diesjährige Gesangswettbewerb am Ende doch hervorgebracht: die finnische Verkünderin des Punktevotings (wer sind eigentlich all diese bizarr frisierten Punktevorlese-Menschen?), die erst einmal unter Luftkuss-Salven ihren Verlobungsring präsentierte: "Whoo-hoo, finally getting maaa-rried!" Und natürlich der sensationell grimassierende Pausentrommler Martin Grubinger, ein gedoptes Duracell-Häschen, dem man mit wachsender Fassungslosigkeit bei seiner irren Klöppelei zusehen konnte. Man sollte sofort ein Meme aus ihm basteln, "overly enthusiastic drummer" oder so, damit wir ihn nicht vergessen, denn für solche Momente gibt es den ESC.

Glatt gebügelt und gemäßigt, alle heimlichen Schrullen für eine angemessene Alltagsperformance ausgedellt, sind wir alle schon selbst leider viel zu oft.

 

Null Chance, dass Deutschland so weitermacht

Die Welt, 24.05.2015 - von Holger Kreitling

 

Deutschlands Ann Sophie erhielt beim Eurovision Song Contest 2015 in Wien null Punkte. Das gab es zuletzt 1965. Sieger wurde der Schwede Måns Zelmerlöw. Von ihm kann Deutschland viel lernen.

Seien wir fair und fangen mit dem Sieger an. Obwohl man die Verlierernachricht gleich jetzt ausrufen möchte. Null … nein, wir verkneifen uns das.

Måns Zelmerlöw nahm das Gewinnerdasein souverän an, beinahe als selbstverständlich, er wirkte eine Stunde nach der Show ruhig und abgeklärt. Sprach gefasst und analysierte klar, ohne Überhast und allzu große Leidenschaft. Sein Credo, dass wir nach seinem Songtitel "Heroes" alle Helden seien, die stolz auf sich sein können, hatte er schon in der Halle ausgerufen, nun wiederholte er das. Mission accomplished.

Immerhin wusste der 28-jährige Zelmerlöw gleich, wie man in Österreich einen Schokokuss aus Zuckerschaum nennt, nämlich "Schwedenbombe", und er konnte das Wort auch grinsend unfallfrei aussprechen.

Die Schwedenbombe gewinnt also den Eurovision Song Contest (ESC) mit 365 Punkten, Russland wird Zweiter mit 303 Punkten, Italien Dritter mit 292 Punkten. Es war ein ziemlich spannender Abend, denn die Jury zog die Entscheidung geschickt in die Länge. Lange führte die Russin Polina Gagarina mit ihrem Schmuse-Propaganda-Lied "A Million Voices", das um Frieden und Heilung barmt. Auch Deutschland gab zwölf Punkte für das fiese Stück. Immerhin: Im vergangenen Jahr wurde der harmlose russische Beitrag noch offen ausgebuht und angefeindet. Nun Belobigungen und Entspannungskurs.

Spät übernahm Schweden die Führung, mit wenigen Punkten Vorsprung, der sich erst kurz vor Schluss ausdehnte. Ein Dutzend Zwölf-Punkte-Wertungen insgesamt machten den Unterschied. Die Tenöre Il Volo mit dem Schmachtfetzen "Grande Amore" hätten fast noch Russland überholt und den zweiten Platz errungen. Überraschend auch der tolle vierte Platz für den coolen Song aus Belgien. Sechs Mal hat Schweden nun den ESC gewonnen, liegt aber immer noch hinter Irland, das sieben Titel geholt hat.

Jetzt aber: Und Deutschland bekommt keinen einzigen Punkt, wird Letzter, gemeinsam mit Österreich, das das gleiche Schicksal teilt.

Null Punkte. Zero Points. Überhaupt nix. Keinen Anstandspunkt. Keinen Ausnahme-von-der-Regel-Punkt. Nicht mal einen Mitleidspunkt. Ein Desaster.

Und dabei eigentlich unvorhersehbar. Denn sooo schlecht waren weder das Lied "Black Smoke" noch die Sängerin Ann Sophie. Der Auftritt auf dem Startplatz 17 war gut, es gab keinen Patzer, Ann Sophie hat alles gegeben. Und doch eine Nullnummer.

Das gleiche gilt für die Makemakes aus Österreich, die mit einem ordentlichen Lied antraten und mitten im Auftritt das Klavier in Brand setzten. Null Punkte für das Gastgeberland, das ist die vielleicht noch größere Blamage.

Dass sich Deutschland und Österreich gegenseitig keine Punkte gönnen, hat Tradition, mehr als 30 Mal hat etwa Deutschland nichts an Österreich gegeben. Aber auch keine Punkte von den zahlreichen Nachbarn? Niederlande, Schweiz, Dänemark? Erstaunlich.

Zero points.

Ann Sophie trat denn auch mit den Makemakes gemeinsam vor die Mikrofone und Kameras, und alle zuckten mit den Achseln. Später stand sie tapfer da – andere hätten gekniffen – und sagte "Null Punkte sind halt null Punkte". Klar habe es ihr Spaß gemacht, es sei wunderschön gewesen, auf einer so großen Bühne vor so vielen Zuschauern aufzutreten. Sie wolle weiter arbeiten, Musik machen, im nächsten Jahr stehe sie vielleicht auf einer anderen Bühne, sagte sie. Was man so sagt. Ein bisschen verlegen war Ann Sophie, schaute nach oben, als ob von da Antworten zu erwarten wären. Null Punkte sind halt null Punkte. Das wird ihr sicher lange nachhängen, die Öffentlichkeit vergisst so eine Pleite eher nicht.

1964 und 1965 wurde Deutschland zwei Mal in Folge mit null Punkten abgestraft, damals allerdings bei lediglich 16 und 18 Teilnehmern. Niemand erinnert sich an Nora Nova, die "Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne" sang und an Ulla Wiesner mit "Paradies, wo bist Du?". Bei diesmal 40 votierenden Ländern ist die Schmach ungleich größer.

Die Loser-Liste des Schreckens: Erst 2008 landete Deutschland, vertreten durch die Band No Angels, auf dem letzten Rang, den es sich mit Polen und Großbritannien teilte. Drei Jahre zuvor wurde das weithin vergessene "Deutschland sucht den Superstar"-Gewächs Gracia Letzte mit vier Punkten. 1995 gab es ebenfalls den letzten Platz für Stone & Stone, und selbst da wurde ein Mitleidspunkt erzielt.

Selbst das stümperhafteste Lied des Abends aus Großbritannien bekam fünf Punkte, die Weltkriegs-Pathosmaschinerie aus Frankreich noch vier.

Es ist eine schlichte Weisheit, dass kein Erfolg da ist, wo die Unterstützung in der Heimat fehlt. Ann Sophie war die Zweitlösung, weil der mit überwältigender Mehrheit gewählte Andreas Kümmert sich plötzlich zurückzog. Es wurde danach nicht wirklich besser. Das Interesse an diesem Beitrag, an der unverhofft zu Ehren gekommenen Debütantin und am ESC lahmte seitdem. "Black Smoke" ist ein liebes Lied, das nicht wehtut und vielleicht deshalb auch kaum auffällt. Es polarisiert nicht – noch eine Binse – und ging unter.

Delegationsleiter und ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber fand wieder einmal diplomatische Worte, dankte, lobte und stellte eine Analyse in Aussicht. Beim 21. Platz für Cascada hatte Schreiber noch die Bundeskanzlerin als Grund für die europäische Abstrafung mit ins Boot genommen. Das fiel diesmal aus.

Die Bilanz ist bitter. Anders als in den Stefan-Raab-Jahren gelingt es der ARD nicht richtig, Musiker und Publikum zu animieren. Der Vorentscheid ging in die Hose, nicht bloß wegen Andreas Kümmert. Vom schwedischen Sieger lässt sich viel lernen. Er hat in seiner Heimat die seit Jahren extrem beliebte Vorentscheids-Show "Melodifestivalen" gewonnen, war außerdem bereits Sieger von "Let's Dance", hat "Romeo und Julia" gespielt und im Fernsehen moderiert.

Der Song hat eine denkbar große Zielgruppe, spricht Kinder an und erwachsene Wohlstandskinder, die im Text besungen werden. Das Lied verbindet Countrytöne am Anfang mit Discotanz. Zelmerlöws Inszenierung von "Heroes" mit den tanzenden Strichmännchen ist visuell enorm fein und mitreißend. Die Woge der Heimat-Begeisterung hat wiederum die Buchmacher-Anfragen und die europaweiten Google-Abrufe beeinflusst, weswegen er zum Favoriten wurde.

Bei alldem spielte Deutschland keinerlei Rolle. Das internationale Interesse an "Black Smoke" war gering. Kunststück. Wenn schon das eigene Land kalt bleibt. Twitter-Follower von Ann Sophie Mitte der Woche: 2507. Das ist praktisch null.

Es ist kein putziger Zufall, sondern tiefe Einsicht und Ausdruck der österreichischen Gemütslage, dass zum ESC im ehrwürdigen Leopold-Museum eine Ausstellung zu sehen ist, die "The Nul-Pointers" heißt. Der in Wien lebende deutsche Schriftsteller Tex Rubinowitz hat sie erstellt und dafür alle bisher 34 Sängerinnen und Sänger mit eiligem Strich auf Holztafeln gemalt, die im Wettbewerb null Punkte bekamen. Es ist eine witzige Schau mit traurigen Gesichtern, in einem Raum werden deren Lieder gespielt.

Rubinowitz hat noch in der Nacht angekündigt, an diesem Sonntag seine Ausstellung zu erweitern. The Makemakes und Ann Sophie bekommen ihre Bilder. Ruhm, der bleibt.

Gar nicht null und nichtig.

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Montag, 01 Juni 2020 11:56

Der Eurovision Song Contest 2014

ESC Logo 2010 

59. Eurovision Song Contest - 10. Mai 2014
Kopenhagen

Halle B&W Hallerne
Motto #JoinUs
Moderation Lise Rønne, Nikolaj Koppel & Pilou Asbæk
Pausen-Act Emmelie de Forest
Wertung Jury-/Televoting 50/50%
Teilnehmer 37 Länder (Finale 26, Semfinale 1 - 16  /
Semifinale 2 -15)

 

Siegerland: Österreich


norway

Interpretin:

Conchita Wurst

Titel:

"Rise Like A Phoenix"

Musik & Text:

Charly Mason, Joey Patulka,
Ali Zuckowski, Julian Maas


 Conchita© www.eurovision.tv

 


 

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

  

Finale  - 10. Mai 2014
Platz Land Interpret*in Titel Punkte Startnr.
1.  Österreich Conchita Wurst Rise Like A Phoenix 290 11
2.  Niederlande The Common Linnets  Calm After The Storm 238 24
3.  Schweden Sanna Nielsen Undo  218 13
4.  Armenien Aram Mp3  Not Alone  174 7
5.  Ungarn András Kállay-Saunders Running  143 21
6.  Ukraine Marija Jaremtschuk Tick-Tock  113 1
7.  Russland Tolmachevy Twins Shine 89 15
8.  Norwegen Carl Espen  Silent Storm 88 2
9.  Dänemark Basim  Cliché Love Song 74 23
10.  Spanien Ruth Lorenzo  Dancing In The Rain  74 19
11.  Finnland Softengine  Something Better  72 18
12.  Rumänien Paul Seling & Ovi  Miracle  72 6
13.    Schweiz Sebalter  Hunter Of Stars  64 20
14.  Polen Donatan & Cleo  My Slowianie  62 9
15.  Island Pollapönk  No Prejudice  58 4
16. Belarus Teo Cheesecake 43 2
17. Ver. Königreich Molly Children Of The Universe 40 26
18.  Deutschland Elaiza Is It Right 39 12
19.  Montenegro Sergej Ćetković Moj Sviljet 37 8
20.  Griechenland Freaky Fortune feat. Risky Kidd Rise Up 35 10
21.  Italien Emma Marrone La mia città 33 16
22.  Aserbaidschan Dilara Kazimova Start A Fire 33 3
23.  Malta Firelight Coming Home 32 22
24.  San Marino Valentina Monetta Maybe 14 25
25.  Slowenien Tinkara Kovač Round And Round 9 17
26.  Frankreich TWIN TWIN Moustache 2 14

 

 

Semifinale 1 - 6. Mai 2014
Platz Land Interpret*in Titel Punkte Startnr.
1.  Niederlande The Common Linnets Calm After The Storm 150 14
2.  Schweden Sanna Nielsen Undo 131 4
3.  Ungarn András Kállay Saunders Running 127 16
4.  Armenien Aram Mp3 Not alone 121 1
5.  Ukraine Maria Yaremchuck Tick-Tock 118 9
6.  Russland Tolmachevy Twins Shine 63 7
7.  Montenegro Sergej Ćetković Moj Svijet 63 15
8.  Island Pollapönk No Prejudice 61 5
9.  Aserbaidschan Dilara Start A Fire 57 8
10.  San Marino Valentina Monetta Maybe 40 12
11.  Portugal Suzy  Quero ser tua 39 13
12.  Estland Tanja Amazing 36 3
13.  Lettland Aarzemnieki Cake To Bake 33 2
14.  Belgien Axel Hirsoux Mother 28 10
15.  Albanien Herciana Matmuja One Night's Anger 22 6
16.  Moldau Cristina Scarlat Wild Soul 13 11
Semifinale 2 - 8. Mai 2014
1.  Österreich Conchita Wurst Rise like a phoenix 169 6
2.  Rumänien Paula & Ovi Miracle 125 15
3.  Finnland Softengine Something Better 97 8
4.   Schweiz Sebalter Hunter Of stars 92 12
5.  Belarus TEO Cheesecake 87 10
6.  Norwegen Carl Espen Silent Storm 77 3
7.  Griechenland Freaky Fortune ft. Riskykidd Rise Up 74 13
8.  Polen Donatan & Cleo My Słowianie 70 5
9.  Malta Firelight Coming Home 63 1
10.  Slowenien Tinkara Kovač Round And Round 52 14
11.  Litauen Vilija Attention 36 7
12.  Irland Can-linn feat. Kasey Smith Heartbeat 35 9
13.  EJR Mazedonien Tijana Dapčević To The Sky 33 11
14.  Israel Mei Finegold Same Heart 19 2
15.  Georgien The Shin & Mariko Three Minutes To Earth 15


 

 


 

 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

 

Beworben hatten sich die Hauptstadt Kopenhagen und die mitteljütländische Kleinstadt Herning (bereits Veranstaltungsort der dänischen Vorentscheidung). Außerdem waren Bewerbungen aus Fredericia, Aalborg und Horsens hinzugekommen, hier hätte ein ausgedientes Gefängnis als Open-Air-Arena zur Wahl gestanden. Aalborg zog seine Bewerbung zurück, da man die geforderten 3000 Hotelbetten nicht vorhalten könne. Auch Frederica zog die Bewerbung zurück, da die EBU eine Halle ohne Säulen fordert, das könne man nicht erfüllen. Die Direktion des Parken Stadions in Kopenhagen (Austragungsort 2001) erklärte, es sei nicht möglich, das Stadion für die Dauer der Vorbereitungen (Aufbau, Proben und Shows - insgesamt 6 Wochen) den Fußballvereinen vorzuenthalten.

 

Kroatien, die Türkei, Slowakei, Zypern, Bulgarien, Bosnien & Herzegowina und Serbien nahmen am ESC 2014 nicht teil. Portugal und Polen kehrten zurück, so dass insgesamt 37 Länder am Start waren.

 

© DR

Austragungsort waren die B&W Hallen, ein ehemaliger Werft-Komplex mit mehreren Hallen, der zu einer "Eurovisions-Insel" gemacht wurde. Der Komplex liegt im Stadtteil Refschaleøen unmittelbar am Wasser und in der Nähe der "Kleinen Meerjungfrau". Wenn auch die Umgebung der Industriebrache alles andere als einladend war und für alle Aktiven eine ziemliche Zumutung darstellte, so hatte man das Innere der Werfthalle doch mit einer der visuell besten Bühnen der ESC-Geschichte ausgestattet.  

 

Die Auslosung der Zuordnung zu den beiden Semifinalen erfolgte am 20. Januar 2014. Zu diesem Zweck wurden sechs Töpfe gebildet, in die die Länder nach ihrem Stimmverhalten in den letzten zehn Jahren verteilt wurden, um Nachbarschaftsvoting und Blockbildungen möglichst zu vermeiden. Allerdings wurde Schweden schon dem 1. Semifinale zugelost und Norwegen dem 2. Semifinale, um den Ticketverkauf in Skandinavien zu entzerren, auch Israel wurde schon vorab auf Wunsch dem 2. Semifinale zugeteilt. Bei der Auslosung wurde ebenfalls bestimmt, in welcher Hälfte des Semifinales die einzelnen Länder antreten und in welchem der Semifinale die BIG 5 und Gastgeber Dänemark werten, wobei Italien um das 1. Semifinale und Deutschland um das 2. Semifinale gebeten hat. Gastgeber Dänemark wurde die Startnummer 23 im Finale zugelost. Die Startreihenfolge der Semifinale wurde (wie erstmals 2013) wieder durch die TV-Produzenten festgelegt. Die Startreihenfolge für das Finale wurde festgelegt, sobald alle Finalisten feststanden.

Die EBU hatte die Regeln bzgl. der Wertung etwas verschärft: So mussten die nationalen Juroren bereits am 1. Mai 2014 öffentlich bekannt gegeben werden, Juroren durften nicht in den vergangenen zwei Jahren in einer nationalen Jury gewesen sein, und unmittelbar nach dem Finale sollten alle Jurywertungen in allen Einzelheiten öffentlich gemacht werden.  

 

Nikolaj Koppel, Lise Rønne und Pilou Abæk (v. l.) © DR

Nachdem das schwedische TV im letzten Jahr wieder zurück zu den Wurzeln ging und mit Petra Mede nur eine Moderatorin alle drei Shows moderieren ließ, ging das dänische TV nun wieder in die Vollen und bot ein Moderatoren-Trio auf, und zwar eine Frau mit zwei Männern: Lise Rønne, Nikolaj Koppel und Pilou Asbæk.

 

Lise Rønne und Nikolaj Koppel sind Moderatoren des dänischen Fernsehen, während Pilou Asbæk Schauspieler ist. Er dürfte vielen deutschen TV-Zuschauern  bekannt sein aus der Serie "Borgen", in der er den Spin-Doktor der Premierministerin spielte.

 

In den Postcards wurden die einzelnen Interpretinnen und Interpreten gezeigt, wie sie jeweils die Nationalflagge ihres Landes auf unterschiedlich Art und mit unterschiedlichen Materialien zusammstellten.   

 

FAZIT

 

Man durfte gespannt sein, wie Danmarks Radio (DR) den ESC organisieren würde auf der Halbinsel Refshaleøen, dem sog. „Eurovision Island“, auf dem „wie Phönix aus der Asche“ eine ehemaligen Werfthalle zum hochprofessionellen Austragungsort der größten Musikshow der Welt umgebaut wurde, zumindest was das Technische angeht. Und es war ziemlich beeindruckend, was man aus der Halle gemacht hatte: Eine wirklich unglaubliche Bühne mit wunderschönen Inszenierungen der einzelnen Acts. Es gab ein sehr sympathisches und humorvolles Moderatoren-Trio, einen beeindruckenden Pausen-Act mit Emmelie de Forest und einer mitreißenden Inszenierung des Songs „Rainmaker“, bei der alle Interpret*innen mit auf die Bühne kamen und sangen.

 

Es gab zahlreiche musikalische und optische Highlights, so das niederländische Duo The Common Linnets, die mit einer grandiosen Inszenierung ihrer doch eher ruhigen Country-Ballade überraschenderweise den zweiten Platz erreichen konnten und wohl kommerziel den erfolgreichsten Titel des Jahrgangs beisteuerten.

Mehr hinsichtlich der Optik mit tiefen ausgeschnittenen Blusen ihrer Backgroundsängerinnen, die sich u.a. ziemlich anzüglich an einem Butterfass und einem Waschbrett zu schaffen machten, punkteten Donatan & Cleo für Polen, was ihnen Platz 14 einbrachte.

Eine erfrischende Performance  von SeBalter und ein ins Ohr gehender Song brachte die Schweiz ins Finale und dort auf Platz 13.

Im dritten Anlauf schaffte es endlich auch Valentina Monetta für San Marino ins Finale, allerdings landete sie hier nur auf Platz 24.

Der zweite Versuch von Paula Seling & Ovi nach ihrem dritten Platz in Oslo 2010 sollte mit "Miracle" das Wunder des Sieges bringen, aber sie landeten trotz eines kreisrunden Klaviers nur auf Platz 12. 

Nur knapp am Finale vorbei, auf Platz 11 im Semfinale, landete die Fanfavoritin Suzy aus Portugal.

 

Das deutsche Damentrio Elaiza aus Deutschland hatte das Pech, dass die Produzenten sie im Finale zwischen die beiden Favoritinnen Conchita Wurst und Sanna Nielsen aus Schweden platzierten. So gingen sie dort ziemlich unter und erreichten nur den 18. Platz. Aber es hätte noch schlimmer kommen können, wären nicht die Widrigkeiten der Proben noch rechtzeitig behoben worden: So hatte man die drei Mädel in einen in dunklem Lila gehaltenen optischen "Gemischtwarenladen" gestellt. Und die Einstellung der Streamerkanone war letztlich auch richtig eingestellt, nachdem sie vorher dem Trio noch voll ins Gesicht geschossen hatte.      

 

Die Wertung war äußerst spannend. Es gab mehrere Favoriten und eine äußerst würdige Siegerin Conchita Wurst, die zudem mit ihrem Sieg noch eine Botschaft verband, nämlich Toleranz und Akzeptanz jedes Menschen, egal wer er ist und wie er sich gibt. Selten war ein Finale auch emotional so berührend. Die Atmosphäre in der Halle war nahezu einzigartig, und damit zählt dieser ESC in der Gesamtschau mit zu den besten aller Zeiten.

 


 

  DIE TEILNEHMER - FINALE

 

ISL14n

1.

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2.

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3.

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4.

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Ukraine Belarus Aserbaidschan Island
Mariya Yaremchuk Teo Dilara Kazimova
Pollapönk
"Tick-Tock" "Cheesecake" "Start A Fire" "No Prejudice"
M. & T.: Mariya Yaremchuk, Sandra Bjurman M.: Yury Vashchuk (Teo)
T.: Dmitry Novik
M. & T.: Stefan Örn, Johan Kronlund, Alessandra Günthardt M. & T.: Heidar Orn Kristjansson, Haraldur Freyr Gislason, John Grant
    
NOR14 ROM14n ASE 10 2 BLR 10

5.

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6.

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7.

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8.

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Norwegen Rumänien Armenien Montenegro
Carl Espen
Paula Seling & Ovi
Aram Mp3
Sergej Ćetković
"Silent Storm" "Miracle" "Not Alone" "Moj svijet"
M. & T.: Josefin Winther M. & T.: Ovi, Philip Halloun, Frida Amundsen, Beyond51 M.: Aram Mp3
T.: Garik Papoyan
M.: Sergej Ćetković
T.: Emina Sandal
    
ALB 10 GRE14n AUT14neu BLR 10

9.

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10.

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11.

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12.

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Polen Griechenland Österreich Deutschland
Donatan & Cleo Freaky Fortune feat. Risky Kidd Conchita Wurst Elaiza
"My Slowianie" "Rise Up" "Rise Like A Phoenix" "Is It Right?"
M.: Witold Czamara 
T.: Joanna Klepko
M.: Freaky Fortune
T.: Freaky Fortune feat. Risky Kidd

M. & T.: Alexander „Ali“ Zuckowski, Robin Grubert, Julian Maas,  Charley Mason M.: Elzbieta Steinmetz, Frank Kretschmer
T.: Elzbieta Steinmetz, Adam Kesselhaut
    
ALB 10 ARM 10 RUS14n BLR 10

13.

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14.

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15.

AD

16.

AD

Schweden Frankreich Russland Italien
Sanna Nielsen TWIN TWIN Tolmachevy Twins Emma Marrone
"Undo" "Moustache" "Shine" "La mia città"
M. & T.: Fredrik Kempe, David Kreuger, Hamid „K-One“ Pirouzpanah M: Pierre Beyres, Kim N’Guyen
T.: Lorent Ardouvin, François Ardouvin
M.: Dimitris Kontopoulos, Philipp Kirkorow; T: John Ballard, Ralph Charlie, Gerard James Borg M. & T.: Emma Marrone
    
ALB 10 FIN14n ASE 10 2 BLR 10

17.

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18.

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19.

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20.

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Slowenien Finnland Spanien Schweiz
Tinkara Kovač Softengine Ruth Lorenzo SeBalter
"Round And Round" "Something Better" "Dancing In The Rain" "Hunter Of Stars"
M.: Raay
T.: Tinkara Kovač, Hannah Mancini, Tina Piš
M.:Topi Latukka
T.: Henri Oskár, Topi Latukka
M. & T.:
Ruth Lorenzo, James Lawrence Irvin, Julian Emery
M. & T.:
Sebastiano Paù-Lessi
    
ALB 10 MALneu ASE 10 2 BLR 10

21.

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22.

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23.

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24.

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Ungarn Malta Dänemark Niederlande
András Kállay-Saunders Firelight Basim The Common Linnets
"Running" "Coming Home" "Cliché Love Song" "Calm After The Storm"
M. & T.: András Kállay-Saunders, Krisztián Szakos M. & T.:
Richard Edwards Micallef
M. & T.: Lasse Lindorff, Kim Novak-Zorde, Daniel Fält, Basim Moujahid M. & T.: Ilse DeLange, JB Meijers, Rob Crosby, Matthew Crosby, Jake Etheridge
 







ARM 10 ASE 10 2

 

 






25.

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26.

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San Marino Ver. Königreich
Valentina Monetta Molly
"Maybe" "Children Of The Universe"
M.: Ralph Siegel
T.: Mauro Balestri
M. & T.: Molly Smitten-Downes, Anders Hansson

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 1

 

ALB 10 ARM 10 ARM 10 SWE14

1.

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2.

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3.

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4.

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Armenien Lettland Lettland Schweden
Aram Mp3 Aarzemnieki Tanja
Sanna Nielsen
"Not Alone" "Cake To Bake" "Amazing" "Undo"
M.: Aram Mp3
T.: Garik Papoyan
M.& T.: Guntis Veilands
M.& T.: Timo Vendt, Tanja M. & T.: Fredrik Kempe, David Kreuger, Hamid „K-One“ Pirouzpanah
 
NOR14 ALB14 ASE 10 2 BLR 10

5.

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6.

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7.

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8.

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Island Albanien Russland Aserbaidschan
Pollapönk Hersi Tolmachevy Twins Dilara Kazimova
"No Prejudice" "One Night's Anger" "Shine" "Start A Fire"
M. & T.: Heidar Orn Kristjansson, Haraldur Freyr Gislason, John Grant M.: Gentian Lako
T.: Jorgo Papingji

M.: Dimitris Kontopoulos, Philipp Kirkorow; T: John Ballard, Ralph Charlie, Gerard James Borg M. & T.: Stefan Örn, Johan Kronlund, Alessandra Günthardt
 
ALB 10 ARM 10 MOL1neu SMA14

9.

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10.

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11.

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12.

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Ukraine Belgien Moldau San Marino
Marija Yaremchuk Axel Hirsoux Cristina Scarlat Valentina Monetta
"Tick-Tock" "Mother" "Wild Soul" "Maybe?"
M.: Mariya Yaremchuk
T.: Mariya Yaremchuk, Sandra Bjurman
M. & T.: Ashley Hicklin, Rafael Artesero M.: Ivan Aculov
T.: Lidia Scarlat
M.: Ralph Siegel
T.: Mauro Balestri
 
POR14 BLR 10 MTG14 ALB 10

13.

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14.

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15.

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16.

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Portugal Niederlande Montenegro Ungarn
Suzy The Common Linnets Sergej Ćetković András Kállay-Saunders
"Quero ser tua" "Calm After The Storm" "Moj svijet" "Running"
M. & T.: Emanuel M. & T.: Ilse DeLange, JB Meijers, Rob Crosby, Matthew Crosby, Jake Etheridge M.: Sergej Ćetković
T.: Emina Sandal
M. & T.: András Kállay-Saunders, Krisztián Szakos

 

 DIE TEILNEHMER - SEMIFINALE 2

 

MAL14n ISR14 NOR14 GEO14jpg

1.

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2.

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3.

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4.

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Malta Israel Norwegen Georgien
Firelight Mei Finegold Carl Espen The Shin & Mariko
"Coming Home" "Same Heart" "Silent Storm" "Three Minutes To Earth"
M. & T.: Richard Edwards Micaleff M. & T.: Rami Talmid M. & T.: Josefin Winther M.: Zaza Miminoshvili
T.: Eugen Elio
 
ALB 10 AUT14neu LIT1n FIN14n

5.

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6.

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7.

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8.

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Polen Österreich Litauen Finnland
Donatan & Cleo Conchita Wurst Vilija Softengine
"My Słowianie" "Rise Like A Phoenix" "Attention" "Something Better"
M.: Witold Czamara 
T.: Joanna Klepko
M. & T.: Alexander „Ali“ Zuckowski, Robin Grubert, Julian Maas,  Charley Mason M.: Viktoras Vaupšas, Vilija Matačiūnaitė
T.: Vilija Matačiūnaitė
M.: Topi Latukka 
T.: Topi Latukka, Henri Oskár
 
IRL14 BLR14 MAC14 SUI14

9.

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10.

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11.

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12.

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Irland Belarus EJR Mazedonien Schweiz
Can-Linn feat. Kasey Smith Teo Tijana Dapčević SeBalter
"Heartbeat " "Cheesecake" "To The Sky" "Hunter Of Stars"
M. & T.: Hazel Kaneswaran, Jonas Gladnikoff, Rasmus Palmgren, Patrizia Helander M.: Yuri Vaschuk (Teo) 
T.: Dmitry Novik
M.: Darko Dimitrov, Lazar Cvetkoski
T.: Elena Risteska Ivanovska, Darko Dimitrov
M. & T.:
Sebastiano Paù-Lessi
 
GRE14n SLO14 ARM 10

 






13.

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14.

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15.

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Griechenland Slowenien Rumänien
Freaky Fortune feat. Risky Kidd Tinkara Kovač Paula Seling & Ovi
"Rise Up" "Round And Round" "Miracle"
M.: Freaky Fortune
T.: Freaky Fortune feat. Risky Kidd
M.: Raay
T.: Tinkara Kovač, Hannah Mancini, Tina Piš
M. & T.: Ovidiu Cernăuțeanu, Phillip Halloun, Frida Amundsen, Beyond51

 

 


 

DIE WERTUNG - FINALE

 

Wertung Finale© ECG e. V.

 

 

DIE WERTUNG - SEMIFINALE 1 + 2

 

Wertung Semifinale 1© ECG e. V.

Wertung Semifinale 2© ECG e. V.

 

  


 

AUS DER PRESSE

 

 

Conchita Wurst gewinnt den ESC: Merci, Chérie

Stern.de, 11.05. 2014 – Von Jens Meier

Mit Conchita Wurst triumphieren Toleranz und Menschenrechte beim Eurovision Song Contest. Der Erfolg der bärtigen Lady ist nicht nur ein Sieg für Österreich, auch für ESC-Fans und Homosexuelle.

 

Drei Länder fehlen noch bis zum Ende der Abstimmung. Doch die Ukraine vergibt die entscheidenden Zähler: acht Punkte gehen an "Austria". Das reicht zum Sieg. Fans mit rot-weiß-roten Fahnen liegen sich jubelnd in den Armen. Mit lauten "Conchita, Conchita"-Rufen feiern die Österreicher das Ergebnis. Und nicht nur sie. Die ganze Arena von Kopenhagen steht Kopf. Egal ob Dänen, Deutsche, Spanier oder Isländer. Sogar Holländer, denen gerade alle Hoffnung auf den ersten Platz genommen wurde, freuen sich mit. Denn die Siegerin - und das ist das Neue und Einzigartige an diesem Triumph - hat nicht für ein Land gewonnen. Conchita Wurst siegt für eine Botschaft: von Akzeptanz, Toleranz und Menschenrechten.

Was sich da am Samstagabend in den B&W Hallen von Kopenhagen abspielte, kommt einer Sensation gleich. Mit dem viertbesten Ergebnis aller Zeiten und insgesamt 290 Punkten gewann Conchita Wurst mit deutlichem Abstand den Eurovision Song Contest. Vor den von Musikkritikern hoch gelobten Countrysängern The Common Linnets aus Holland (238 Punkte) und der schwedischen Helene Fischer, Sanna Nielsen (218 Punkte), errang sie den ersten Sieg für Österreich seit 48 Jahren. Wurst erhielt 13 Mal die Höchstwertung von zwölf Punkten. Dass eine Frau mit Bart den ESC gewinnt, wird in die Annalen des Wettbewerbs eingehen. Es ist aber vor allem das Wie, das diesen Sieg ausmacht.

 

Die Dragqueen vom Lande

Als schräger Vogel, von Favoriten wie dem Armenier Aram MP3 milde belächelt, startete Wurst in den ESC. "Was die?", hieß es noch Anfang der Woche empört, als einige es wagten zu mutmaßen, Wurst könnte eine Anwärterin auf die vorderen Plätze sein. Doch dann geschah das Unfassbare. Im zweiten Semifinale stieg Wurst wie der von ihr besungene Phönix aus der Asche empor. Wurst war maßlos unterschätzt worden. Als Drag Queen abgetan, die vielleicht in dunklen Kellerbars in Wien ihr Publikum findet, aber doch nicht vor 140 Millionen Fernsehzuschauern auf der größten Bühne der Welt. Von wegen!

 

Viele erkannten jetzt erst: Diese zierliche Person, hinter der eigentlich ein schwuler Mann mit dem bürgerlichen Namen Thomas Neuwirth steckt, kann wirklich singen. Das stellte Wurst am Samstagabend erneut unter Beweis. Divengleich trug sie ihr "Rise Like A Phoenix" vor. Nicht nur stimmlich einwandfrei, sondern auch von der Inszenierung grandios. In goldenes Scheinwerferlicht getaucht stand Wurst da und eroberte mit großen Gesten ihr Publikum. Langes Kleid, wallendes Haar, viva la Diva, die perfekte Interpretation einer österreichischen Sissi. Oder kurz: die Kaiserin.

 

Dabei kam es auf das Lied gar nicht so sehr an. Sicher, es passte perfekt zu dieser Geschichte vom schwulen Landjungen aus dem Salzkammergut, der auszieht in die Stadt, um eine große und gefeierte Diva zu werden. Aber die Qualität des Songs, der unter anderem von Ali Zuckowski, dem Sohn von Kinderliedsänger Rolf Zuckowski, geschrieben wurde, ist mittelmäßig. Die Kopie eines James-Bond-Songs. Da gab es bessere Balladen im Wettbewerb, aus Norwegen beispielsweise oder aus Montenegro. "Rise Like A Phoenix" wird erst in Kombination mit seiner Sängerin großartig.

 

Zwischen nervigen Fragen und Dauerlächeln

Viele ihrer Fans hatten in den vergangenen Tagen auf einen Sieg gehofft. Doch laut auszusprechen wagte es kaum einer. Erst nach dem zweiten Semifinale deutet sich das Unfassbare mehr und mehr an. Wurst stieg in den Wettquoten der Buchmacher auf Platz zwei, konnte sich vor Interviewanfragen aus aller Welt kaum noch retten. Jeder wollte den Favoritenschreck mit Bart und Konfektionsgröße 38 kennenlernen. Das Wunder von Kopenhagen nahm seinen Anfang.

 

Es erinnert ein wenig an die Geschichte einer gewissen Lena Meyer-Landruth vor vier Jahren in Oslo. Ebenso wie die Göre aus Deutschland versteht es Wurst perfekt, ihr Publikum für sich einzunehmen. Sie ist Princess Charming. Immer freundlich, immer lächelnd. Selbst nach dem 20. Interview und der hundertsten dummen Frage, ob sie sich zur Frau operieren lassen wolle, bleibt sie die coole, sympathische Lady ohne Starallüren. Eine Diva zum Anfassen, die mit Haut und Haaren für das lebt, was sie darstellt. "Ich bin froh, dass die Menschen meine Emotionen gespürt haben", sagt sie nach dem Sieg in Kopenhagen auf der Pressekonferenz. Und das haben sie.

Man kann diese Abstimmung auch als Machtdemonstration des alten Westen deuten, der Putin die Zunge rausstrecken mochte. Schließlich kommen zwölf von dreizehn Höchstwertungen für Wurst aus westlichen Nationen. Dazu passen würden auch die Buhrufe vor und nach dem russischen Auftritt, die es in dieser Form beim Eurovision Song Contest noch nie gegeben hat. Doch diese These lässt die vielen, vielen Stimmen, die Conchita auch aus Ländern wie Russland, der Ukraine und ja, selbst aus Aserbaidschan, erhalten hat, außer Acht. Auch dort haben Menschen ihre Stimme der Frau mit Bart gegeben und damit für Toleranz und Menschenrechte gestimmt. Bravo!

 

Kampf der Menschenrechte

Mit Wurst siegt nicht nur eine Lady mit Bart, sondern eine Missionarin für die Rechte von Schwulen und Lesben. "Sie ist unsere Siegerin", sagen viele homosexuelle ESC-Fans voller Stolz. Sie ist die Kämpferin für Menschenrechte, für Liebe, Frieden, Akzeptanz und Toleranz. Das klingt ein bisschen viel auf einmal. Doch die Weltverbesserin mit Bart passt offenbar hervorragend in eine Zeit, in der West- und Osteuropa in einer gegenseitigen Vertrauens- und Wertekrise steckt. Ein bisschen Conchita statt ein bisschen Frieden.

Getrübt wird der Abend von Kopenhagen aus deutscher Sicht nur durch das schlechte Abschneiden von Elaiza. Die drei Musikerinnen hätten einen besseren als den 18. Rang verdient. So gut wie am Samstag waren sie bei keiner Probe. Schade, dass Europa ihre Qualität nicht erkannt hat. Sängerin Ela Steinmetz bedankte sich danach für die Unterstützung der vielen deutschen Fans und sah's pragmatisch: "Wir haben versucht, nicht letzter zu werden. Das hat geklappt." Auch sie gratulierte der Siegerin Conchita Wurst: "Das war wirklich verdient." Wurst habe nicht nur eine tolle Stimme, sondern sei auch für Toleranz eingestanden. "Ich freue mich, dass Europa so weit ist", sagte Steinmetz.

Es ist 0.32 Uhr, als Conchita Wurst auf der Bühne in Kopenhagen steht und ihre Trophäe in Empfang nimmt. "Im Rampenlicht zu stehen, das ist das, was ich mir immer für mich und mein Leben gewünscht habe", hatte sie zu stern.de gesagt. Jetzt steht sie auf der größten Musikbühne der Welt und genießt, während Tausende in der Halle ihr zujubeln. Conchita, die stolze Siegerin. Eine Botschaft an alle Hasser da draußen lässt sie sich nicht nehmen. "Wir sind nicht mehr aufzuhalten", sagte sie ins Mikrofon. Die homosexuelle Fangemeinde dankt es ihr mit tosendem Applaus. Danke, Conchita. Oder um es mit Udo Jürgens zu sagen: Merci, Chérie.

 

Dragqueen siegt beim Eurovision Song Contest: Conchitas Liebesgrüße nach Moskau

Spiegel online, 11.05.2014 - Von Arno Frank

 

Triumph der bärtigen Conchita Wurst aus Österreich: Sie machte den Eurovision Song Contest zu einem Referendum darüber, was in Europa gesellschaftlich akzeptiert wird und was nicht. Sie siegte - Russland wurde ausgebuht.

Weit nach Mitternacht stand die Siegerin des "Eurovision Song Contest" offiziell fest. Es war nicht nur das viertbeste Ergebnis in der Geschichte des Wettbewerbs, es war auch ein im besten Sinne europäisches Ergebnis, der erste Sieg für Österreich seit 1966: Conchita Wurst konnte mit "Rise like a Phoenix" alle anderen Künstler auf die Plätze verweisen. Es war der Schicksalsabend einer Kaiserin.

 

War es auch ein unterhaltsamer Abend?

Kommt darauf an, ob man sich auf die Songs oder darauf konzentrierte, wofür diejenigen standen, die sie zum Vortrag brachten. Wer auf die Frage nach seiner Lieblingsmusik mit dem Namen seines favorisierten Radiosenders antwortet, für den dürfte es ein vergnüglicher Abend mit hohem Wiedererkennungswert gewesen sein. Es gab eine italienische Version von Pink, eine finnische Version von Coldplay, eine niederländische Version von The Police, eine maltesische Version von Mumford & Sons und eine dänische Version von ELO. Griechenland wagte einen zaghaften Ausfallschritt in den Hip-Hop, Island warf sich dem Kindergartenpunk in die Arme.

Ansonsten herrschte das übliche Nebeneinander von Augenzwinkern und Pathos, demonstrativer Lebensfreude und großen Gefühlen. Es wurden Anzüge und Kleider und Frisuren getragen. Wenn die Windmaschine lief, gab's auch mal Haut zu sehen. Tänzer tanzten, hüpften Trampolin oder fuhren auf Rollschuhen über die spiegelnde Bühne. Ganz bei sich war auch dieser ESC wieder in den obligatorischen Schnelldurchläufen, bei denen alle Nummern des Abends im Sekundentakt vorbeirauschten und so zu einem süßlichen, bunten und ungenießbaren akustischen Amalgam verschmolzen wurden.

 

Musik? Es geht um Politik beim ESC

Nun wird allenthalben so hartnäckig behauptet, bei dieser Veranstaltung ginge es um Musik, dass höchstwahrscheinlich das Gegenteil richtig ist. Es geht um Politik, immer, und diesmal noch wesentlich mehr als sonst.

Für die Schweiz trat ein pfeifender Wirtschaftsanwalt an, im Halbfinale warf sich ein junger Mann aus Bochum für Lettland ins Zeug. Für Deutschland ging eine Saarländerin mit polnischer Mutter und ukrainischem Vater ins Rennen - Elaiza belegten nur den 18. Platz. Das winzige San Marino hatte seine drei Minuten ebenso wie die letzte Diktatur auf europäischem Boden, Weißrussland.

Diese Vielfalt nationaler Identifikationsmöglichkeiten, verbunden mit dem Zwang, nur für die anderen und damit das Gute im anderen wählen zu dürfen, immunisieren den ESC eben gegen geschmäcklerische Einwände - und machen ihn zugleich zu einem gesellschaftlichen Großereignis, bei dem es um mehr als nur den Spaß geht und wo ganz andere Dinge verhandelt werden als "gute" oder "schlechte" Musik.

 

Punkte für Russland wurden im Saal mit Buh-Rufen quittiert

Spätestens bei der Stimmverteilung war es denn auch vorbei mit dem Spaß und der beschwipsten familiären Atmosphäre. Da wurde es frostig. Punkte für Russland wurden im Saal mit Buh-Rufen quittiert, was es in solcher Deutlichkeit bisher noch nicht gegeben haben dürfte. Moderator Peter Urban erklärte es zwar sogleich für "unklar", ob die Abneigung der Musik der beiden 17-jährigen Teilnehmerinnen oder doch ihrem Präsidenten galt. Das traurige Schauspiel wiederholte sich allerdings, als Russland seine 12 Punkte an Weißrussland vergab - dabei gab's auch 7 Punkte für die Ukraine.

Schließlich war es allein die Teilnahme von Tom Neuwirth alias Conchita Wurst aus Österreich, die diesen ESC zu einem paneuropäischen Referendum darüber machte, was auf diesem Kontinent gesellschaftlich akzeptiert wird - und was nicht.

 

"We are unstoppable"

Als Diva mit Vollbart, die übrigens mit "Rise like a Phoenix" einen tadellosen Bond-Song hinlegte, spaltete Neuwirth die Spaß- und Wirtschaftsgemeinschaft wieder entlang ihrer unsichtbaren Wertegrenze zwischen Ost und West.

In Minsk und Moskau war gegen seinen Auftritt scharf protestiert worden. Punkte für den Travestiekünstler mussten daher zwangsläufig zum freiheitlichen Glaubensbekenntnis zu genau dem "Gayropa" werden, als das der Kreml Europa gerne abfällig bezeichnet.

Am Ende kam es doch noch zu einem wirklich packenden Kopf-an-Wurst-Rennen zwischen Österreich und den Niederlanden. Die konnten sich mit dem Duo The Common Linnets und einem soliden Neo-Country-Beitrag auf der Bass-Basis von "Every Breath You Take" zwar musikalisch deutlich vom Rest des Feldes absetzen. An diesem Abend aber war die Wahl eine ideologische, und sie hätte deutlicher nicht ausfallen können.

Conchita Wurst war sich der symbolischen Qualität ihres Sieges durchaus bewusst. Sie wusste genau, wofür sie stand, als sie sichtlich erschüttert und unter Tränen auf der Bühne die Faust reckte: "We are unstoppable!" Wenn das so ist, sollte einer Rolle als Bond-Girl nichts mehr im Wege stehen.

 
 

Conchita Wurst beim ESC 2014 Triumph von Herz, Humor und Toleranz

Süddeutsche.de, 11.05.2014 – Von Hans Hoff

 

Auf einmal bietet der Eurovision Song Contest so etwas wie eine große Vision: Conchita Wurst geht als strahlende Siegerin aus dem Wettbewerb hervor und Europa beweist, dass es toleranter ist, als erwartet.

"Europa ist toleranter als manche vielleicht denken." Am Schluss, weit nach Mitternacht, sagt der altgediente ARD-Kommentator Peter Urban die schönsten Worte, und sie klingen so ergriffen, wie man es von einem ESC-Profi so wohl nicht erwartet hätte.

Conchita Wurst hat in Kopenhagen den Eurovision Song Contest gewonnen, hat zwölf Punkte aus Gegenden bekommen, von denen man bisher annahm, dass man dort das Wort Toleranz nicht einmal buchstabieren könnte. Und Humorverständnis hat man dort auch nicht vermutet. Aber in diesem Fall sind enttäuschte Erwartungen die schönsten. Europa hat abgestimmt und einen Menschen mit Bart, der Frauenkleider und einen weiblichen Phantasienamen trägt, zum Sieger des größten Trällerwettbewerbes der Welt erkoren.

In solch einem Fall wirken selbst Twittermeldungen wie warmer Regen. "This is Europe", schreibt dort eine kluge Frau, und ein ebensolcher Herr bekennt: "Bin irgendwie stolz auf Europa." Es ist kein einfacher Sieg, den Conchita Wurst da feiern darf, es ist ein Triumph von Herz, Humor und Toleranz, eine Bedeutungsexplosion, die aus der sonst gerne so seelenlosen Abfolge von durchprogrammierten Retortenhits eine bedeutsame Sache macht. Der ESC hat Europa nicht vereinigt, aber er hat gezeigt, dass Europa sich auf etwas einigen kann, wenn es um etwas geht.

 

Das sein, was man will

Sicherlich hat nicht jedem das Lied "Rise Like A Phoenix" gefallen. Es ist nach wie vor eine bombastische Kitschexplosion, die in jedem James-Bond-Vorspann besser aufgehoben wäre als bei einem Schlagerfest. Aber sie wurde halt eben von Conchita Wurst präsentiert, von einer Frau, die zeigen wollte, dass man das, was man sein will, sein kann. Wenn man das Wollen nur mit großer Ernsthaftigkeit und Mut betreibt.

"Wir sind eine Einheit", hat Wurst nach der Show gesagt und dann davon geredet, dass diese Einheit "unstoppable" sei. Unaufhaltsam. Nicht auszudenken, wenn nun aus diesem ESC auch noch so etwas wie eine kontinentale Bewegung für mehr Offenheit hervorginge. Es ist kaum anzunehmen, aber dass so etwas in Zeiten der Ukraine-Krise überhaupt denkbar ist, darf man als Wursts Verdienst betrachten.

Was dieser ESC-Sieg für Europa bedeutet, wird sich zeigen, wenn alle Wortwitze über den Namen gemacht sind, wenn jede Frau sich einmal einen Bart angeklebt hat, wenn sogar bärtige Männer sich einen Bart angeklebt haben.

Barbara Schöneberger stand nach der Siegerehrung mit einem künstlichen Bart auf der Reeperbahn, und sie sah ein bisschen so aus wie jene Frauen, die in "Das Leben des Brian" als Männer verkleidet zur Steinigung gekommen sind. Was normalerweise als Albernheit einer überdrehten Wuchtbrumme durchgegangen wäre, war in diesem Moment ein Ehrenbeweis, eine Reverenz an eine Kunstfigur, die wirklich zu wirken weiß.

Da trat rasch in den Hintergrund, dass Conchita Wurst gar nicht für Deutschland als Siegerin in die Geschichte eingehen wird, sondern als Nachfolgerin von Udo Jürgens, der 1966 den Wettbewerb für Österreich gewann.

 

Die braven Mädchen von Elaiza

Deutschlands Beitrag ist dagegen ein bisschen untergegangen. Für die braven drei Mädchen von Elaiza hat sich niemand wirklich interessiert. Sie sind im Schatten des großen Ereignisses gerade mal auf Rang 18 gekommen. Bei 26 Teilnehmern keine herausragende Position. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wo sie denn gelandet wären, wenn das mit Wurst nicht geschehen wäre. Es spielt schlicht keine Rolle. Nach dem Debakel im Vorjahr, als Cascada mit einer peinlichen Popnummer noch weiter hinten landete, reichte es schon, ein schönes Neofolkliedchen mit Würde zu präsentieren und alles zu geben. Elaiza haben alles gegeben und das war leider nicht genug. Pech gehabt. Kann passieren.

Dass man mit folkigen Klängen durchaus weit kommen kann, bewies der holländische Beitrag von The Common Linnets. "Calm After The Storm" hieß der Countrysong der beiden Holländer, die sich als Duo mit Gitarren auf der riesigen Bühne einfach gegenüber standen und nur einen Bruchteil der in Kopenhagen verfügbaren Monstertechnik nutzten. Sie sangen einfach ein sehr schönes einfaches Lied, und sie wurden Zweite, wobei es lange tatsächlich so aussah, als könnten sie Wurst die Spitzenposition noch streitig machen.

 

Herbeigeredetes Duell zwischen Ukraine und Russland

Auf dem dritten Platz landete Schweden, was in Ordnung ging und alle Lügen strafte, die vorab wieder einmal ein finsteres Ostkomplott prophezeit hatten. Natürlich schoben sich hier und da Nachbarländer ein paar Punkte zu, aber das mag am Ende einfach daran gelegen haben, dass in Nachbarländern, die möglicherweise noch die gleiche Sprache sprechen, nun mal oft die gleiche Musik populär ist. Auch das von vielen herbei geredete Duell zwischen der Ukraine und Russland fand nicht statt. Natürlich gab es aus den baltischen Staaten extrem wenige Punkte für den russischen Beitrag, aber das mag vielleicht einfach nur an der Musik gelegen haben.

Nicht zu überhören waren indes die Buhrufe in der Halle, die oftmals Punkte, die an Russland gingen, begleiteten. Der Unmut aber trat sehr schnell in den Hintergrund angesichts der Spannung, die sich abzeichnete, als deutlich wurde, dass Conchita Wurst tatsächlich gewinnen könnte. Auf einmal lag da etwas in der Luft, das nach großer Vision roch. Der Eurovision Song Contest hat sich mit dieser Ausgabe wieder seinen Platz zurückerobert als Veranstaltung, die Länder nicht durch Konkurrenz trennt, sondern durch die Kraft der Musik und der in ihr liegenden Idee eint.

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Montag, 11 Mai 2020 22:08

Eurovision Song Celebration 2020

Zu den Semifinalterminen am Dienstag, dem 12. Mai, und am Donnerstag, dem 14. Mai, wird es jeweils ab 21.00 Uhr auf dem Youtube-Kanal von eurovision.tv eine besondere Sendung geben, in der die ESC-Titel 2020 in der Reihenfolge vorgestellt werden, die die Produzenten für die Semifinals festgelegt hatten. In der ersten Sendung kommen dazu die Finalisten Niederlande, Deutschland und Italien, in der zweiten Show Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich.Es soll außerdem einen speziellen Pausenact geben.

 

 

 

 

Freigegeben in ESC 2020 - News
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Donnerstag, 07 Mai 2020 19:51

World Wide Wohnzimmer - das ESC Halbfinale 2020

 

Beide 4© Nadine Dilly

 

Am Samstag hatten die deutschen ESC-Fans ein Date mit Dennis und Benni Wolter. Ihre Sendung „World Wide Wohnzimmer - das ESC Halbfinale 2020“ startete am 9. Mai 2020, um 20:15 Uhr in ONE, in der ARD Mediathek, im Netz auf funk.net, dem YouTube Kanal von „World Wide Wohnzimmer“ und bei eurovision.de

Sie haben 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen ESC  (außer des deutschen Beitrags) mit ihren Musikvideos  zur Abstimmung gestellt, wenn auch mit einigen technischen Problemen. 

Unterstützt wurden die Twins Benjamin und Dennis Wolter in ihrem Wohnzimmer nicht nur von Peter Urban, sondern auch von Special Guest und YouTuber Freshtorge. Er gehört zu den Experten, die alle ESC-Videos von 2020 auf eurovision.de analysiert haben, und ist großer Fan des Eurovision Song Contests. 

 

Die zehn erfolgreichsten Acts schaffen es in die Sendung „Eurovision Song Contest 2020 - das deutsche Finale live aus der Elbphilharmonie“ am 16. Mai ins Erste – um dort das Rennen zum Sieger der Herzen anzutreten. 

 

Und dies sind die FInalisten:

 

  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Litauen
  • Italien
  • Russland
  • Malta
  • Schweiz
  • Island
  • Schweden
  • Aserbaidschan

 


 

Wir haben die Zwillinge Dennis und Benni Wolter dazu befragt.

 

Auf YouTube habt ihr mit dem „World Wide Wohnzimmer“ über 1,13 Millionen Abonnenten. Wie oft müsst ihr euch deshalb kneifen – und wie viele von denen sind eigentlich über 30? 

Der Weg zur Million war ja eher ein gemütlicher Spaziergang als ein schweißtreibender Sprint, schließlich dauerte er ein knappes Jahrzehnt – was natürlich nichts daran ändert, dass wir uns täglich vor Stolz die Wangen wundkneifen! Ein Blick in unser YouTube-Tool verrät: 48,7 Prozent unserer Zuschauer sind 18 bis 24, 25,7 Prozent sogar 25 bis 34 Jahre alt. Da staunst du.

 

In euren Videos beweist ihr immer wieder, gut über euch selbst lachen zu können. Eigentlich beste Voraussetzung für regelmäßige ESC-Formate wie das „ESC-Halbfinale“ am 9. Mai, oder? 

Wenn man sein Leben an der Seite eines mal mehr und mal weniger gleich aussehenden Spiegelbilds verbringt, lernt man zwangsläufig, auch über sich selbst lachen zu können. Fühlen uns also diesbezüglich top gewappnet.

 

Wie ist es denn konkret zur Zusammenarbeit mit dem NDR für dieses Format gekommen? 

Schon vor Corona stand man in Kontakt, weil der NDR neue Wege geht und bei funk angeklopft hat. Die haben dann wiederum bei uns angeklopft und jetzt stehen wir hier!

 

Hand aufs Herz: Hilft euch die Sendung am 9. Mai mehr euren Bekanntheitsgrad bei der „Ü 30-Fraktion“ zu steigern oder wird der ESC möglicherweise mehr bei der Jugend in Erinnerung gerufen? 

Die Show wird ja sowohl auf unserem YouTube-Kanal, in der ARD Mediathek, auf eurovision.de als auch im klassischen Fernsehen auf ONE übertragen. Deswegen hoffen wir auf den Best Case: Die Kids finden uns danach noch viel cooler und gleichzeitig greifen wir tonnenweise neuer Fans ab, die auf den anderen Kanälen zuschauen.

 

Bei eurem Format „Erkennst DU den Song?“ misst ihr euch mit Prominenten und Zuschauern eurer Videos in einem Songquiz. Wie würdet ihr bei einem ESC-Special abschneiden? Wie ist es da um euer Wissen bestellt? 

Wir betonen gern, dass wir keine ESC-Experten, sondern ESC-Fans sind. Wir können nicht die letzten 13 Siegertitel rückwärts husten oder bestimmte Glitzerkleider einzelnen Jahrgängen zuordnen – leider! Aber mit ein bisschen Vorbereitung würden wir mit Sicherheit nicht punktlos untergehen.

 

Was sind eure bisherigen Schnittpunkte mit dem ESC? 

Als Kind hangelt man sich an schönen Ritualen durchs Jahr, die sich immer wiederholen: Weihnachten, Ostern, Geburtstag – und eben auch der ESC. Da hat sich die Familie vor den TV gesetzt und mitgefiebert. Und natürlich wurde sich auch mal geärgert – besonders wenn zwei Länder sich mal wieder Punkte zugeschoben haben!

 

In eurer Show werden die 41 Teilnehmervideos gemeinsam mit Peter Urban angesehen. Bringt ihr womöglich sogar eine gewisse Ehrfurcht vor der deutschen ESC-Stimme mit? Wird die Sendung live ausgestrahlt und das Votingergebnis in der Sendung kommentiert oder handelt es sich um eine Aufzeichnung? 

Vorweg: Wir sind LIVE! Wenn wir vor lauter Ekstase den Sektkübel umschmeißen oder leidenschaftlich mitsingen, dann kann die Regie vielleicht reflexartig auf Testbild umschalten – aber rausschneiden kann man nix. Als feststand, dass wir Peter wirklich kriegen können – wir haben natürlich darum gebettelt! - waren wir sehr glücklich, aber natürlich auch nervös. Die Arbeit mit ihm entpuppte sich dann als total unkompliziert. Man spürt bei ihm, wie viel Lust er an Projekten mit jungen Menschen hat und wie viel ihm der ESC bedeutet.

 

Habt ihr schon einmal in die Songs hineingehört und möglicherweise einen Favoriten? 

Das Schöne beim ESC ist ja: Man weiß nie, was die Zuschauer an diesem Abend bewegt. Mal gewinnt ein mitreißender Popsong, dann eine schwermütige Ballade. Ähnlich unentschlossen sieht das bei uns aus: Wir lieben den Beitrag der Schweiz – aber ebenso hat es uns die Ukraine angetan. Es bleibt also spannend, welche zehn Beiträge die Zuschauer bei uns ins große Finale wählen.

 

Ihr seid ja um den einen oder anderen guten Spruch nicht verlegen. Wie warm müssen sich die designierten Teilnehmer für 2020 denn anziehen? 

Wir möchten nicht cäsaresk die Daumen nach oben oder unten verteilen und im zuletzt genannten Fall dann den Läster-Motor anschmeißen. Klar ist: Auch wir haben unsere Favoriten, und es sind durchaus Songs dabei, die uns überhaupt nicht gefallen, und das wollen wir nicht verstecken. Aber in erster Linie präsentieren wir die Beiträge, bewertet werden sie dann von den Zuschauern in Form von Votings.

 

Als „Dicht und Doof“ hättet ihr mit eurem Partyohrwurm „Rudi, das Rüsselschwein“ sicher gute Chancen auf einen Sieg bei einem Ballermann Song Contest. Wie kam es denn zu dieser Veröffentlichung? 

Der Song lag bei einem befreundeten Musiker herum, zu dem passte dieser Party-Sound aber nicht. Und weil er von unserer Mallorca-Passion wusste, hat er ihn zu uns geschoben. Der Rest ist gröhlende Geschichte.

 

Angst, euch mit einem ähnlichen Song selbst einmal auf der großen ESC-Bühne zu sehen, müssen wir aber nicht bekommen, oder? 

Hätte man uns vor zwei Monaten gesagt, dass wir Vorprogramm von Barbara Schöneberger spielen und das offizielle Halbfinale einer ESC-Show präsentieren dürfen – wir hätten laut gelacht. Sehr laut. Also: Sag niemals nie.

 

Die letzte Chance für einen kurzen Teaser: Warum sollte man sich die Sendung auf keinen Fall entgehen lassen? 

Den Zuschauer erwarten alle Hits des diesjährigen ESC-Jahrgangs in voller Länge, die warme Stimme Peter Urbans, ein spannendes Voting, Käseigel, Sekt und den ein oder anderen Überraschungsgast – alles in einer Liveshow mit Überlänge. Kurzum: Tonnenweise ESC-Feeling frei Haus.

 

(Interview: Benjamin Tonn)

 

 

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